DE32194C - - Google Patents

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DE32194C
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Classifications

    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01G—HORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
    • A01G7/00—Botany in general
    • A01G7/02—Treatment of plants with carbon dioxide

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Biodiversity & Conservation Biology (AREA)
  • Botany (AREA)
  • Ecology (AREA)
  • Forests & Forestry (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Cultivation Of Plants (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das nachstehend beschriebene Verfahren bezweckt die Züchtung möglichst grofser Zuckerrüben mit hohem Zuckergehalt unter Benutzung von künstlicher Wärme, künstlicher Beleuchtung und Bewässerung und unter gleichzeitiger Zuführung von Kohlensäure zu den Pflanzen während eines gewissen Stadiums ihres Wachsthums.
Zur Zucht solcher Rüben wird ein geeigneter Boden ausgewählt, und ein Feld von ungefähr 0,20 bis 0,50 ha, welches entsprechend in Beete getheilt ist, mit schon vorher ausgewähltem Samen möglichst zuckerreicher Rüben bepflanzt.
Diesem, wie gesagt, in Beete getheilten Feldstücke kann durch Röhren, welche in genügender Tiefe in der Erde gelagert sind, Wärme auf künstlichem Wege zugeführt werden, indem man durch genannte Röhren Wasserdampf oder die Heizgase einer beliebig construirten Feuerungsanlage leitet.
Ferner mufs dieses Feld nach Art der Mistbeete oder Gewächshäuser mit Glasdächern oder verglasten Kasten überdeckt sein, um event, den Regen von den im Wachsthum befindlichen Pflanzen abhalten zu können, wenn dies nothwendig ist.
Endlich müssen zwischen den Reihen der Rübenpflanzen Röhren angebracht werden, welche perforirt sind und zur Zuleitung von gasförmiger Kohlensäure zu den Pflanzen dienen.
Am besten verwendet man für diesen Zweck die im Handel käufliche, in starken Metallflaschen aufbewahrte flüssige Kohlensäure, welche, nachdem sie unter Benutzung von Druckreducirventilen in einen Expansionskessel geleitet wird, aus letzterem durch diese Röhren ausströmt.
Man kann jedoch, wenn auch mit weniger Vortheil, die nöthige Kohlensäure dadurch entwickeln, dafs man die betreifenden Beete mit einem kohlen- oder doppelkohlensauren Salz überstreut und dann dieselben mit einer organischen oder mineralischen Säure besprengt, welche eine gröfsere Affinität zu diesem Salz als die Kohlensäure besitzt.
Nur mufs man darauf achten, dafs sich das bei dieser Operation bildende Salz neutral zum Wachsthum der Pflanzen verhält, was wohl durch Kali- und Natronsalze am besten erzielt wird.
In ein so vorgerichtetes, in Beete getheiltes Feldstück werden nun diejenigen Rübenpflänzlinge oder der Samen von besonders zuckerreichen Rübenarten eingepflanzt und bis 2/3 ihrer Wachsthumsperiode durch Benutzung von künstlicher Wärme, Beleuchtung und Bewässerung getrieben, so dafs dieselben binnen ^kurzer Zeit ihre normale Gröfse erreichen, wobei man nach Bildung der Blätter den Pflanzen noch Kohlensäure zuführt, um das Wachsthum und die Ausbildung derselben zu beschleunigen.
Nachdem nun die Rüben 2/3 ihrer Wachsthumsperiode erreicht haben, soll sich im letzten Drittel ihrer Wachsthumsperiode ein möglichst hoher Zuckergehalt bilden, um sowohl quantitativ wie qualitativ möglichst hohe Erträge zu erhalten.
Die Bildung des Zuckers in der Rübe geschieht gröfstentheils im letzten Drittel ihrer
Wachsthumsperiode, und deshalb wird während dieser Zeit das bestellte Culturfeld möglichst gegen Aufnahme von Wasser (Regen u. s. w.) geschützt, was am besten durch Ueberdecken desselben 'mit Glasdächern u. s. w. geschieht, wobei jedoch Luft und Licht ungehindert zutreten mufs.
Um ferner die Rüben während dieser Periode zur Reife und zur Zuckerbildung zu zwingen, werden die Beete des Nachts mit künstlichem Licht (elektrisches Bogen- oder Glühlicht, Drummont'sches Kalklicht) beleuchtet und je nach der Lufttemperatur das Erdreich durch die in demselben liegenden Heizrohren erwärmt.
•Der Schutz gegen Einwirkung von Wasser (Regen u. s. w.) ist deshalb nothwendig, damit die Rüben nicht weiter wachsen, d. h. ins Kraut gehen, was nur auf Kosten ihres Zuckergehaltes geschehen kann, sondern dafs sich die weitere Ausbildung derselben nur darauf beschränkt, dafs dieselben an Zuckergehalt zunehmen.
Diese so gewonnenen Rüben werden- nach ihrer vollständigen Ausbildung, also nach Erlangung ihres möglichst grofsen Zuckergehaltes aus den Culturbeeten genommen und während des Winters, sorgfältig aufbewahrt und sollen als Mutterrüben dienen.
■ Diese letzteren werden beim Beginn des zweiten Jahres, wiederum ausgepflanzt, um aus denselben Samen zu ziehen, wobei die Behandlung dieselbe wie vorbeschrieben sein kann.
Der so erhaltene Samen wird nun im dritten Jahre wieder in das freie Land ausgepflanzt und Rüben davon gezogen, welche letzteren während des Winters sorgfältig aufbewahrt und endlich nochmals bei Beginn des vierten Jahres ausgepflanzt werden.
Dieses Auspflanzen der so auf bewahrten^ aus der dritten Culturperiode stammenden Rüben geschieht ebenfalls im freien Lande und wird aus diesen letzteren Samen gezogen, welcher an die Interessenten des Zuckerrübenbaues verkauft wird, um aus demselben die in den Fabriken zur Verarbeitung kommenden Rüben zu züchten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Züchten von Samen für grofse zuckerreiche Rüben, bestehend:
    a) -in dem Verhindern des Wasserzutritts zu
    den Treibbeeten, welche drainirt, mit Glasdächern bedeckt, mit Wasserdampf oder Heizgasen erwärmt und Nachts künstlich beleuchtet sein können, sobald die in ihnen in einer kohlensäurereichen Atmosphäre gezogenen Rübenpflanzen zwei Drittel ihres Wachsthums erreicht haben, damit während des letzten Drittels der Zuckergehalt durch Einwirkung von Wärme und Kohlensäure angereichert werde;
    b) in der Samengewinnung aus diesen im nächsten Jahre in freiem Felde ausgepflanzten Rüben, aus welchem Samen im dritten Jahre in freiem Felde Rüben und von diesen, im vierten Jahre die Verkaufssaat gezogen wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1003487B (de) * 1954-04-15 1957-02-28 Heinz Wilke Verfahren zur Aufzucht von Pflanzenkulturen unter Glas

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1003487B (de) * 1954-04-15 1957-02-28 Heinz Wilke Verfahren zur Aufzucht von Pflanzenkulturen unter Glas

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