DE3224042C2 - Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Zwecks Verringerung der auf unterschiedlichen Verhältnissen im Bereich einzelner Brennräume einer Brennkraftmaschine beruhenden Laufunruhe wird im Rahmen einer Drehzahlstabilisierung eine Einflußgröße der Brennkraftmaschine, z.B. der Zündzeitpunkt ( α ↓z), in Abhängigkeit von Drehzahländerungssignalen ( Δn) über einen Proportionalregler (2) dauernd, dagegen über den einzelnen Brennräumen individuell zugeordnete Integralregler (3-6) nur während des Wirksamwerdens der einzelnen Brennräume und damit in Abhängigkeit von den auf die einzelnen Brennräume zurückführenden Drehzahlschwankungen beeinflußt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie Anordnungen
zur Durchführung dieses Verfahrens.
Ein Verfahren der bezeichneten Art ist speziell für den Fall einer fremdgezündeten, mit einem sehr mageren
Kraftstoff-Luft-Gemisch gespeisten Brennkraftmaschine zwecks Stabilisierung der Leerlaufdrehzahl aus
der DE-PS 29 18 135 bekannt. Dort wird durch die Drehzahlabweichungssignale nur Gewinnung von
Zündwinkel-Änderungssignalen ein Regler mit PI-Verhalten verwendet; die Zündwinkel-Änderungssignale
beeinflussen die Zündzeitpunkte aller Brennräume, so daß letztlich der Mittelwert der auf die einzelnen Brennräume
zurückzuführenden Istwerte der Drehzahl zusammenfällt
mit dem Sollwert der Leerlaufdrehzahl.
Nun ist es durchaus möglich, daß eine Drehzahlabweichung
auf Verhältnisse oder Änderungen von Verhältnissen in nur einzelnen Brennräumen zurückzuführen
sind, beispielsweise in der Weise, daß der Verbrennungsvorgang
in einem der Brennräume ein wesentlich geringeres Drehmoment erzeugt als die Verbrennungsvorgänge
in den anderen Brennräumen. Dadurch wird
to insbesondere bei niedrigen Drehzahlen auch dann, wenn durch die bekannte Drehzahlstabilisierung der
Mittelwert der Drehzahl mit dem Sollwert in Übereinstimmung gebracht ist, eine störende Laufunruhe hervorgerufen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zu schaffen, das der Laufunruhe bei Brennkraftmaschinen
wirksam begegnet, wobei das Verfahren auch außerhalb des Leerlauf betriebs und auch bei Dieselmaschinen
einsetzbar sein soll.
Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Einrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst
Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen des Verfahrens bzw. eine Anordnung
zur Durchführung desselben.
Bei der Erfindung erfolgt also gleichsam eine dauernde proportionale Regelung, die sich demgemäß auf alle
Brennraum? auswirkt, sowie eine individuelle Regelung
für die einzelnen Zylinder durch den einzelnen Zylindem
individuell zugeordnete Integralregler. Diesen Integralreglern werden nur die während der jeweiligen
Arbeitsphase des zugeordneten Brennraums auftretenden Drehzahlabweichungen zugeführt, und die einzelnen
Integralregler werden ausgangsseitig auch nur dann mit einer beispielsweise den Zündzeitpunkt bestimmenden
Einrichtung verbunden, wenn die Zündung für den jeweiligen Brennraum erfolgen soll. Der relativ schnellen
Proportionalregelung für alle Brennräume ist also eine für jeden Brennraum individuelle, relativ langsame
Integralregelung überlagert, so daß die erfindungsgemäße
Drehzahlstabilisierung sich nicht in einer Angleichung eines Mittelwerts der Drehzahl an den Drehzahlsollwert
erschöpft, sondern auch eine Angleichung der auf die einzelnen Brennräume zurückzuführenden
Drehzahlwerte an den Sollwert auftritt Erst dadurch wird die unerwünschte Laufunruhe bekämpft
Unter Drehzahlabweichungen sind im stationären Betrieb der Brennkraftmaschine, also beispielsweise im
Leerlaufbetrieb mit vorgegebener Leerlaufdrehzahl, die
so Differenzen zwischen den Istwerten der Drehzahl und dem Sollwert der Drehzahl zu verstehen. Im nichtstationären
Betrieb kann auch der Sollwert der Drehzahl durch einen Mittelwert dargestellt werden, der aus den
Beschleunigungsanteilen der einzelnen Brennräume gewonnen wird.
Eine wesentliche Eigenschaft der Erfindung ist darin zu sehen, daß auf individuellen Eigenschaften einzelner
Brennräume beruhenden Drehzahlschwankungen zeitrichtig durch Maßnahmen entgegengewirkt wird, die
sich bei einem der nächsten Arbeitsvorgänge in eben diesem Brennraum auswirken.
Zwar ist die »brennraumindividuelle« Änderung von Einflußgrößen bei Brennkraftmaschinen aus der Patentliteratur
bekannt, siehe beispielsweise die DE-OS 29 32 230 oder die US-Patentschriften 42 43 007,
42 56 072 und 42 82 841. Dabei geht es aber in der Regel um die Einhaltung bzw. Angleichung von Klopfverhältnissen
in den verschiedenen Brennräumen, nicht um ei-
ne Drehzahlstabilisierung im Sinne der Erfindung mit
getrennter Proportionalregelung für alle Brennräume jnd Integralregelung für die individuellen Brennräume.
Ein weiterer VorteO der Erfindung, wie er in den Patentansprüchen 2 und 3 zum Ausdruck kommt, ist darin
zu sehen, daß sie auch bei einer sogenannten ablösenden Regelung, wie sie im einzelnen in der ElE-PS 29 18 135
beschrieben ist, Einsatz finden kann. Diese ablösende
Regelung trägt der Tatsache Rechnung, daß eine Änderung
nur einer Einflußgröße einer Brennkraftmaschine nur in einem bestimmten Bereich vorgenommen werden
kann, wenn nicht andere Nachteile, gegebenenfalls sogar die Unmöglichkeit des Betriebs der Maschine,
auftreten sollen. Daher sieht die ablösende Regelung nach der genannten Patentschrift zunächst nur eine Anderung
des Zündzeitpunktes bis zum Erreichen bestimmter Grenzwerte vor, die dann — unter Beibehalt
des geänderten Zündzeitpunkts — abgelöst oder ergänzt wird durch eine Änderung der LuftzahL
Ein Ausführungsbeipiel der Erfindung wird im folgenden
anhand der Zeichnung erläutert Es zeigt F i g. 1 die Regelschaltung für die Einfiußgröße und
F i g. 2 schematisch die konstruktiven Verhältnisse bei einer Brennkraftmaschine mit ablösender Regelung.
Wenn in F i g. 1 von einer Brennkraftmaschine mit Fremdzündung und Verwendung des Zündzeitpunkts
bzw. Zündwinkels az ausgegangen wird, bedeutet dies
keine Beschränkung der Erfindung auf Ottomaschinen und Beeinflussung des Zündzeitpunkts. Andere Einflußgrößen
für den Fall fremdgezündeter Maschinen sind die Luftzahl bzw. die Kraftstoffmenge und die Luftmeß·
ge, und bei Dieselmaschinen bieten sich als Einflußgrößen der Einspritzzeitpunkt und die Kraftstoffmenge, also
z. B. die Einspritzdauer, an.
Betrachtet man nun zunächst Fig. 1, so ist der Ausgang
des Drehzahlkomparators 1, der aus dem zugeführten Drehzahlistwert λ, und dem vorgegebenen Sollwert ns das Drehzahlabweichungssignal An bildet, dauernd
mit dem Proportionalregler 2 verbunden, der beim Auftreten von Drehzahländerungen gemäß seinem
Zeitverhalten rasch Signale otzp für den Zündwinkel ocz
erzeugt, die demgemäß während der Zündvorgänge in allen — in dieser Figur nicht dargestellten — Brennräumen
vorliegen und daher als Proportionalanteil der Stellgröße die Arbeitsweise aller Brennräume beeinflussen.
Demgegenüber wird das Drehzahländerungssignal Δη, das während der Zündvorgänge in den einzelnen
Brennräumen, d. h. in Abhängigkeit von der Arbeitsweise der einzelnen Brennräume, schwankt, den einzelnen
Brennräumen zugeordneten Integralreglern 3 bis 6 über die erste, von der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine
her angetriebene Schaltvorrichtung 7 nur während der Drehmomentabgabe bei den einzelnen Brennräumen
zugeführt Dies ist bei der Schaltvorrichtung 7 dadurch angedeutet, daß diese bei einer Vierzylindermaschine
vier Kontakte a,b,c und d entsprechend der Zündfolge
der Arbeitsräume besitzt, die vom Kontaktarm entsprechend
dem Pfeil individuell belegt werden, so daß den einzelnen Integralreglern 3 bis 6 nur während der Ar- eo
beitsphase des zugeordneten Brennraums auftretende Drehzahländerungssignale An zugeführt werden.
Die erste Schaltvorrichtung 7 ist, wie bei 10 angedeutet, synchron gekoppelt mit der zweiten Schaltvorrichtung
11, die ebenfalls den einzelnen Brennräumen zügeordnete
Kontakte a bis d aufweist. Diese Kontakte werden ebenfalls in der Reihenfolge der Zündung vom Kontaktarm
12 belegt, so daß dann individuell die Ausgangssignale OC1J3 bis oczid der Integralregler 3 bis fi der Summierstufe
13 zugeführt werden, die dauernd mit dem Ausgang des Proportionalreglers 2 verbunden ist Demgemäß
setzt sich das Zündzeitpunktsignal az im Augenblick
der Zündung für jeden einzelnen Brennraum aus dem alien Brennräumen gemeinsamen Proportionalanteil
Λζρ und dem für den jeweiligen Brennraum individuellen
Integralanteil X2;,... a;^ zusammen.
Zwecks Vermeidung unzulässiger Signale sind den Integralreglern 3 bis 6 und der Summierstufe 13 Begrenzer
14 bis 18 nachgeschaltet
In F i g. 1 ist also angenommen, daß zur Drehzahlstabilisierung
einschließlich Beseitigung der Laufunruhe nur eine Einfiußgröße, nämlich der Zündzeitpunkt bzw.
Zündwinkel, geändert wird. Bei einer ablösenden Regelung
g«mäß der oben gegebenen Definition, wie sie im Prinzip aus der genannten DE-PS 29 18 135 bekannt ist,
wird für jede der Einflußgrößen eine derartige Regelanordnung eingesetzt
_ In Fig.2 ist eine derartige ablösende Regelung mit
Änderung des Zündzeitpunkts αΛ dann der Kraftstoffmenge
rite und schließlich der Luftmenge riiu zusammengefaßt
dargestellt in dem Regelgerät 20, dem wiederum der Istwert n-, der Drehzahl zur Bildung von
Drehzahldifferenzsignalen zugeführt wird. Dieses Regelgerät 20 enthält also zwei oder drei Regeleinrichtungen
der anhand Fig. 1 beschriebenen Art und liefert Änderungssignale mit Proportional- und Integralanteil
enthaltende Zündzeitpunktsignale «z an die Zündeinrichtung
21, die über den Zündverteiler 22 die den einzelnen Brennräumen 23 zugeordneten Zündkerzen 24
aktiviert, sowie Signale AmL an die zusätzliche Lufteinspeisung
25 in das Saugrohr 26. Diese zusätzliche Lufteinspeisung 25 liegt im Saugrohr 26 in Strömungsrichtung
hinter der Vergaserdrosselklappe 27. Dort mündet auch die Kraftstoffdüse 28 ein, der von der Regeleinrichtung
20 Signale zur Beeinflussung der zugeführten Kraftstoffmenge ma also zur Änderung der Dauer der
Kraftstoffeinspritzung oder des Kraftstoffdrucks, zugeführt werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer Brennkraftmaschine
mit mehreren Brennräumen, bei dem Drehzahlabweichungen entsprechende Signale einer Regeleinrichtung
mit PI-Verhalten zur Erzeugung von Änderungssignalen für zumindest eine Einflußgröße
der Brennkraftmaschine zugeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß nur der Proportionalanteil (Xzp) der Änderungssignale die Einflußgröße
(X7) für alle Brennräume beeinflußt, während
die individuell auf die einzelnen Brennräume zurückzuführenden Integralanteile (ata) der Änderungssignale
getrennt gebildet und zur individuellen Beeinflussung der EinflußgröBe (X1) für die einzelnen
Brennräume verwendet werden.
Z Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer fremdgezündeten, mit einem
Kraftstoff-Luft-Gemisch betriebenen Brennkraftmaschine zunächst nur Änderungssignale für den
Zündzeitpunkt (X1) und bei Oberschreiten eines vorgegebenen
Zündwinkelbereichs Änderungssignale für die Luftzahl erzeugt werden (»ablösende Regelung«).
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Änderungssignale für die
Luftzahl zunächst die zugeführte Kraftstoffmenge (me) und bei Überschreiten eines vorgegebenen
Kraftstoffmengenbereichs die zugeführte Luftmenge (ihi) beeinflußt werden.
4. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der die Drehzahlabweichungssignale (An) führende Ausgang eines Drehzahlkomparators
(1), der auch mit dem Eingang eines Proportionalreglers (2) verbunden ist, über eine erste Schaltvorrichtung
(7) nur während der Betriebsphasen der einzelnen Brennräume mit einem dem jeweiligen
Brennraum individuell zugeordneten Integralregler (3,4,5,6) verbunden ist, deren Ausgänge über eine
synchron mit der ersten Schaltvorrichtung (7) betriebene zweite Schaltvorrichtung (U) individuell mit
einer Summierstufe (13) verbindbar sind, die dauernd mit dem Ausgang des Proportionalreg'ers (2)
verbunden sind.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß den Integralreglern (3, 4, 5, 6) sowie
der Summierstufe (13) Begrenzer (14,15,16,17,18)
nachgeschaltet sind.
Priority Applications (1)
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| DE3224042A DE3224042C2 (de) | 1982-06-28 | 1982-06-28 | Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer Brennkraftmaschine |
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| DE3224042A DE3224042C2 (de) | 1982-06-28 | 1982-06-28 | Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer Brennkraftmaschine |
Publications (2)
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| DE3224042A1 DE3224042A1 (de) | 1983-12-29 |
| DE3224042C2 true DE3224042C2 (de) | 1985-09-26 |
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ID=6167020
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE3224042A Expired DE3224042C2 (de) | 1982-06-28 | 1982-06-28 | Verfahren zur Drehzahlstabilisierung, insbesondere bei Leerlaufdrehzahl, einer Brennkraftmaschine |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3224042C2 (de) |
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