DE3225614C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen hochfesten nichtrostenden Chrom-Nickel-Stahl
mit ausgezeichneter Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit,
insbesondere an Schweißnähten.
Hochfeste, nichtrostende Stähle besitzen als eines der Hauptmerkmale
gute Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit sowie außerordentlich
hohe Festigkeitseigenschaften. Gleichzeitig ist es
aber auch meist wünschenswert, daß sie auch eine ausgezeichnete
Verarbeitbarkeit und Schweißbarkeit aufweisen, da diese
Stähle im allgemeinen verarbeitet bzw. verformt und bei ihrem
Einsatz auch verschweißt werden. Diese Eigenschaften gleichzeitig
zu erzielen, ist jedoch nicht einfach. Eine der Schwierigkeiten
besteht nämlich in der Unvereinbarkeit von Festigkeit
und Verarbeitbarkeit. Gerade diese beiden Eigenschaften
sind aber beim Einsatz in der Fahrzeugindustrie wünschenswert.
Aufgrund ihrer ausgezeichneten Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit
kommen heutzutage für Fahrzeuge mehr und mehr hochfeste,
nichtrostende Stähle zum Einsatz, während früher dafür
in großem Umfange unlegierte Kohlenstoffstähle verwendet wurden.
Letztere weisen jedoch unzureichende Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit
und Festigkeit auf, weshalb für ihre Erhaltung,
wie z. B. durch regelmäßiges Lackieren usw., ein erheblicher
Kostenaufwand erforderlich ist. Außerdem sind zum Ausgleich
der unzureichenden Festigkeit Bleche von beträchtlicher
Dicke erforderlich, was eine Erhöhung des Gewichts der
betreffenden Fahrzeuge zur Folge hat. Dies widerläuft dem gegenwärtigen
allgemeinen Trend, Material und Energie einzusparen.
Zur Beseitigung dieser Nachteile von unlegiertem Kohlenstoffstahl
ist es wünschenswert, nichtrostende Stähle von ausgezeichneter
Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit und hoher Festigkeit
zur Verfügung zu stellen. Durch Verwendung von nichtrostenden
Stählen kann nämlich das Fahrzeuggewicht dadurch
gesenkt werden, daß man dünnere Bleche verwendet. Außerdem
fallen die aufwendigen Instandsetzungsmaßnahmen einschließlich
Lackieren weg.
Beim Bau von schienengebundenen Fahrzeugen werden kaltgewalzte
Bleche verschiedener Dicke in eine komplizierte Form gebracht.
Derartige Bleche müssen daher hohe Festigkeit (Streckgrenzenverhältnis
höchstens 0,8) sowie gleichzeitig auch hohe
Duktilität und Verarbeitbarkeit im kaltgewalzten Zustand aufweisen.
Da die verformten Bleche außerdem noch geschweißt werden,
müssen sie auch noch über ausgezeichnete Schweißbarkeit
verfügen. Im Hinblick auf die Verarbeitbarkeit ist es wichtig,
daß die Bleche ausreichende Dehnungs- und Biegungswerte aufweisen.
Was die Schweißbarkeit betrifft, so ist die mechanische
Festigkeit der Schweißnähte am entscheidendsten. Besonders
spürbar ist jedoch die Spannungsrißkorrosion infolge der
Sensiblisierung der Schweißnähte.
Obwohl die Werkstoffe, die derzeit beim Bau von Schienenfahrzeugen
Verwendung finden, ausreichende Festigkeit und Verarbeitbarkeit
besitzen, verursachen sie doch in vielen Fällen
Probleme im Zusammenhang mit der Spannungsrißkorrosion. Es
ist bekannt, daß die Spannungsrißkorrosion lokalisiert ist
auf den sensibilisierten, von der Schweißwärme beaufschlagten
Bereich und entlang den Korngrenzen verläuft. Zur Rißbildung
kommt es somit aufgrund der hohen Spannungsrißkorrosionsempfindlichkeit
des Werkstoffs infolge der Restschweißspannung.
Der Grund für die hohe Spannungsrißkorrosionsempfindlichkeit
konventioneller hochfester nichtrostender Stähle
wird darin gesehen, daß diese zur Erzielung hoher Festigkeit
und guter Verarbeitbarkeit 0,05 bis 0,12% Kohlenstoff enthalten
und im kaltgewalzten Zustand verwendet werden. Der hohe
Kohlenstoffgehalt begünstigt die Spannungsrißkorrosionsempfindlichkeit
des kaltgewalzten Werkstoffes.
Aus Stahl-Eisen-Liste, 1975, Verlag Stahleisen Düsseldorf,
Seite 118/119 ist der Normstahl X 2 CrNiN 18 10 mit der
Werkstoffnummer 1.4311 bekannt, dessen Zusammensetzung
dort mit bis 0,03% C, bis 1% Si, bis 2% Mn, bis 0,045% P,
bis 0,03% S, 0,12 bis 0,2% N, 17 bis 19% Cr, 9 bis 11,5%
Ni (Rest Eisen) angegeben ist.
Dieser Stahl soll eine erhöhte Kornzerfallsbeständigkeit
aufweisen, jedoch sind nicht alle Stähle dieses Typs für alle
gewünschten Zwecke einsetzbar.
Die aus "Metallurgical Developments in high-alley steels",
1964, The Iron and Steel Institute, London and Bradford,
Spezial Report 86, S. 140-145, insbesondere Tabelle 1, hervorgehenden
Stähle können die an rollendes Material zu stellenden
Forderungen hinsichtlich seiner Eigenschaften nicht
erfüllen, da die einzelnen Komponenten nicht optimal aufeinander
abgestimmt sind.
Ausgehend von diesem Stand der Technik war es Aufgabe der Erfindung,
einen Chrom-Nickel-Stahl zur Verfügung zu stellen,
der eine ausgezeichnete Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit
im kaltgewalzten Zustand besitzt.
Diese Aufgabe wird mit Stahlzusammensetzungen gemäß den Ansprüchen
gelöst. Wichtig ist dabei nicht nur die Zusammensetzung
des Stahls an sich, sondern auch die Einhaltung des
Aγ-Wertes nach Anspruch 1, der bei der speziellen Zusammensetzung
nach Anspruch 3 geringfügig auf Aγ = 20,6 abgewandelt
ist.
Obwohl der erfindungsgemäße Stahl und der bekannte Stahl
einander darin ähneln, daß die Verbesserung der Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit
durch Verminderung des C-Gehalts
bewerkstelligt wurde, ist der bekannte Stahl ein austenitischer
Stahl (aufgrund seines eher höheren Ni-Gehalts), während
der erfindungsgemäße Stahl im kaltgewalzten Zustand
aus Mischphasen aus Austenit (γ-Phase) und durch Verarbeitung
induziertem Martensit (a-Phase) zusammengesetzt ist.
Der bekannte Stahl ist dem erfindungsgemäßen Stahl in den
mechanischen Eigenschaften unterlegen. Die besseren Eigenschaften
des erfindungsgemäßen Stahls werden durch die Kombination
seiner Zusammensetzung mit der Begrenzung des Aγ-Werts
hervorgerufen.
Der Aγ-Wert wird auch als "Austenitbeständigkeitsindex"
oder manchmal auch als "Ni-Äquivalent" bezeichnet. Nichtrostende
Stähle werden bekanntlich in austenitische und ferritische
eingeteilt. Unter den Legierungselementen sind Ni, Mn,
C, N usw. Austenitbildner und Cr, Si usw. Ferritbildner (genauer
gesagt weniger starke Austenitbildner). Man kann Stähle
mit Austenitgefüge herstellen, das unbeständig ist und leicht
durch Kaltverarbeitung in Martensit umgewandelt werden kann,
wenn man die Mengen an Austenit und Ferrit bildenden Elementen
entsprechend abstimmt. Die Austenitphase kann bekanntlich
in die Martensitphase durch Kaltverarbeitung (Walzen)
umgewandelt werden. Die austenitisierende Wirkung der Legierungselemente
ist von Element zu Element verschieden. Jedem
Element kommt entsprechend seiner austenitisierenden Wirkung
ein bestimmter Koeffizient zu, der bezogen ist auf Nickel
(Koeffizientwert 1). Erfindungsgemäß weist Chrom hinsichtlich
seiner austenitisierenden Wirkung einen Wert von 6/10, bezogen
auf Nickel, auf. Der genannte Koeffizient ist kein festgelegter
konstanter Wert, sondern wird jeweils entsprechend
den Bedingungen für den jeweiligen Stahl gewählt.
Es wurde gefunden, daß durch Herabsetzen des Kohlenstoffgehalts
und durch entsprechende Zugabe von Stickstoff die
Sensibilisierung kaltgewalzter Bleche gegenüber der Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit
konventioneller Chrom-Nickel-Stähle
unter Beibehaltung der für Fahrzeugwerkstoffe erforderlichen
Festigkeit und Verarbeitbarkeit vermindert werden kann, wenn
die Zusammensetzung des Stahls unter Berücksichtigung der
Beständigkeit der austenitischen Phase eingestellt wird.
Das Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Stahls
unterscheidet sich nicht sonderlich vom üblichen Verfahren
zur Herstellung gewöhnlicher nichtrostender Stähle. Der
Kohlenstoffgehalt wird unter Atmosphärendruck oder durch
Vakuumentgasung auf 0,03% oder darunter herabgesetzt. Die
Einführung des Stickstoffs in den Stahl erfolgt durch Zugabe
von Mangan- oder Chromnitrid unter Luft- oder Argonschutzatmosphäre
oder durch unmittelbares Einblasen von
Stickstoff in die Stahlschmelze. Nach Vergießen der Schmelze
wird der Stahl nach dem bei gewöhnlichem, rostfreiem Stahl
üblichen Verfahren zu kaltgewalzten Blechen verarbeitet.
Die Gründe für die Festlegung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
sind folgende:
Die Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit von kaltgewalzten Blechen hängt vom Kohlenstoffgehalt ab. Der Kohlenstoffgehalt ist auf höchstens 0,03% beschränkt. Wird dieser Wert nämlich überschritten, kommt es zu einer spürbaren Empfindlichkeit gegenüber Korngrenzenkorrosion. Der Stickstoff ist eine der kennzeichnenden Komponenten des erfindungsgemäßen Stahls. Wie bereits erwähnt, wird der Stickstoff, der wie der Kohlenstoff die Festlösungsphase verfestigt, anstelle des Kohlenstoffs zur Verbesserung der Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit zugesetzt. Um bei der Erstarrung der Stahlschmelze Lunkerbildung zu verhindern und aus Rücksicht auf die übrigen zur Stahlherstellung verwendeten Stoffe liegt die obere Grenze für den Stickstoffgehalt bei 0,17%. Andererseits darf der Stickstoffgehalt 0,04% nicht unterschreiten, da sonst die gewünschte Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Duktilität nicht gleichzeitig erzielt werden können.
Die Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit von kaltgewalzten Blechen hängt vom Kohlenstoffgehalt ab. Der Kohlenstoffgehalt ist auf höchstens 0,03% beschränkt. Wird dieser Wert nämlich überschritten, kommt es zu einer spürbaren Empfindlichkeit gegenüber Korngrenzenkorrosion. Der Stickstoff ist eine der kennzeichnenden Komponenten des erfindungsgemäßen Stahls. Wie bereits erwähnt, wird der Stickstoff, der wie der Kohlenstoff die Festlösungsphase verfestigt, anstelle des Kohlenstoffs zur Verbesserung der Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit zugesetzt. Um bei der Erstarrung der Stahlschmelze Lunkerbildung zu verhindern und aus Rücksicht auf die übrigen zur Stahlherstellung verwendeten Stoffe liegt die obere Grenze für den Stickstoffgehalt bei 0,17%. Andererseits darf der Stickstoffgehalt 0,04% nicht unterschreiten, da sonst die gewünschte Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Duktilität nicht gleichzeitig erzielt werden können.
Silicium ist ein wichtiger Bestandteil der erfindungsgemäßen
Stähle. Es wird als Desoxidationsmittel während der
Stahlherstellung zugesetzt. Sein Gehalt darf jedoch höchstens
0,8% betragen, da Werte darüber hinaus zur Ausbildung der
δ-Ferritphase führen und damit die Warmverarbeitbarkeit des
Stahls beeinträchtigen.
Mangan wird dem Stahl ebenfalls als Desoxidationsmittel sowie
zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit zugesetzt. Wird
dieses Element jedoch in großen Mengen zulegiert, beeinträchtigt
dies die Oberflächengüte der Bleche durch unerwünschte
Zunderbildung während des für die Behandlung der
Stähle unentbehrlichen Glühens. Der Mangangehalt darf daher
1,75% nicht überschreiten.
Der Chromgehalt ist mit 16,0 bis 20,0% definiert. Der Mindestgehalt
von 16% Chrom ist erforderlich, um die für
nichtrostende Stähle kennzeichnende Korrosionsbeständigkeit
zu gewährleisten. Werden 20% oder mehr Chrom zulegiert,
kommt es zu einer merklichen Steigerung der Ausbildung der
δ-Ferritphase, was die Warmverarbeitbarkeit beeinträchtigt.
Die Menge an zuzulegierendem Nickel, das die Ausbildung der
δ-Ferritphase verhindert, steigt mit zunehmendem Chromgehalt.
Wird jedoch zuviel Nickel zulegiert, wird die γ-Phase
zu stark stabilisiert, und das Streckgrenzenverhältnis
(σ 0,2/σ B ) nimmt einen zu hohen Wert an. Dies beeinträchtigt
die Verarbeitbarkeit und erhöht die Herstellungskosten.
Unter Berücksichtigung der Austenitbeständigkeit ist der
Nickelgehalt mit 6,0 bis 10,0% definiert.
Was die Austenitbeständigkeit betrifft, so wird in der Klasse
der metastabilen austenitischen nichtrostenden Stähle, zu
denen auch der erfindungsgemäße Stahl zählt, die hohe Festigkeit
durch Härtung infolge der Umwandlung der Austenitphase
in die Martensitphase bei Verarbeitung des Stahls sowie
durch die Verfestigung an sich erzielt.
Unterschreitet der Index Aγ den Wert 19,5, ist die γ-Phase
so instabil, daß die Dehnung des Werkstoffs stark abnimmt,
was eine Verminderung der Duktilität und Verarbeitbarkeit
bedeutet, obwohl eine hohe Festigkeit erzielt wird. Steigt
andererseits der Aγ-Index stark an, ist die γ-Phase so
stabil, daß das Streckgrenzenverhältnis (σ 0,2/σ B ) zu hoch
wird, was die Verarbeitbarkeit beeinträchtigt.
Durch Kaltwalzen bei einer Querschnittsverminderung von 15
bzw. 25% wurden Stahlbleche verschiedener Zusammensetzung
entsprechend den erfindungsgemäßen Bedingungen hergestellt.
Ermittelt wurden die Martensitmengen in diesen Blechprüflingen
und die Beziehung zwischen ersteren und den Zusammensetzungen.
Festgestellt wurde dann der Koeffizient für jedes
Element, wobei man von einem Koeffizienten von 1 für
Nickel ausging, d. h. die Koeffizienten in der Formel für
die Ermittlung des Aγ-Werts wurden, ausgehend von der Beziehung
zwischen der Menge an durch die Verarbeitung erhaltenem
Martensit und der Zusammensetzung, festgestellt.
Anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die
beigefügten Zeichnungen wird die Erfindung näher erläutert.
Fig. 1 und 2 zeigen in Form von Diagrammen die Tiefe der
Korngrenzenkorrosion in erfindungsgemäßen Stählen einerseits
und Vergleichstählen andererseits, die mit einer Querschnittsverminderung
von 15 bzw. 25% gewalzt und bei 500
bis 750°C angelassen worden waren.
Die erfindungsgemäßen Stähle und die Vergleichsstähle, deren
Zusammensetzung in Tabelle 1 aufgeführt ist, wurden
aus einem 50-kg-Gußblock geschmiedet und zu 1,18 mm bzw.
1,33 mm dicken Blechen durch konventionelles Walzen und
Glühen verformt. Diese Bleche wurden schließlich bei 70°C
zu 1,0 mm dicken Blechen mit einer Querschnittsverminderung
von 15 bzw. 25% kaltgewalzt. Bei der erwähnten Herstellung
von Stahlblechprüflingen erfolgt die Warmverformung durch
Schmieden, da kleine 50-kg-Gußblöcke im Labor hergestellt
wurden. Im großtechnischen Umfange werden die Bleche jedoch
auf bekannte Weise durch Gießen, Warm- und Kaltwalzen sowie
durch Glühen hergestellt. Die endgültigen Bleche wurden
einem Zugversuch und einer Sensibilisierungsprüfung bei
Zimmertemperatur unterzogen. Die Sensibilisierungsparameter
wurden geprüft, indem man die kaltgewalzten Bleche, die
auf eine Dicke von 1,0 mm verformt worden waren, einer Sensibilisierungswärmebehandlung
unterzog, die darin bestand,
daß man die Prüflinge bei 500 bis 750°C 30 Minuten lang erwärmte,
sie dann an der Luft kühlte, danach während 16 Stunden
in eine kochende Strauß-Lösung tauchte, einer Wärmebehandlung
bei 1100°C während 10 min unterzog, danach an der
Luft kühlte und schließlich die Korngrenzenkorrosionstiefe
jeder Probe maß. Die Ergebnisse des Zugversuchs sind in Tabelle
2 zusammengefaßt. Die Ergebnisse des Sensibilisierungsversuchs
sind in Fig. 1 und 2 dargestellt.
Aus Tabelle 2 geht hervor, daß die erfindungsgemäßen Stähle
die Vergleichsstähle 1, 2 und 3 hinsichtlich der von hochfesten
Stählen geforderten allgemeinen Zugfestigkeit übertreffen,
d. h. aus sämtlichen erfindungsgemäßen Stählen können
in zufriedenstellender Weise Bleche mit einer Querschnittsverminderung
von 15 bis 25% hergestellt werden, die den mechanischen
Eigenschaften genügen, die von Werkstoffen für
Schienenfahrzeuge gefordert werden (σ 0,2: 70 kg/mm² oder
darüber, σ B : 94 kg/mm² oder darüber, σ 0,2/σ B 0,8, Dehnung
20%). Demgegenüber zeigt der Vergleichsstahl 1 mit einem
Aγ-Wert von 18,9 geringere Duktilität und Verarbeitbarkeit
infolge der Instabilität der γ-Phase selbst bei ausreichender
Festigkeit, d. h. die Dehnung beträgt nur 20% oder darunter,
obwohl der σ 0,2-Wert des Stahls 70 kg/mm² oder darüber
ausmacht. Die Vergleichsstähle 2 und 3 haben zwar hohe σ 0,2-Werte,
ihre σ B -Werte aber sind nicht so hoch, da die γ-Phase
zu stabil ist. Das Streckgrenzenverhältnis beträgt 0,8
oder darüber, was wie im Falle der instabilen γ-Phase eine
geringe Verarbeitbarkeit bedeutet.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellten Ergebnisse zeigen, daß die
erfindungsgemäßen Stähle, verglichen mit den Vergleichsstählen
4, 5 und 6, stark verbesserte Sensibilisierungsparameter
aufweisen. Bei den Vergleichsstählen 4 und 5 mit einem
Kohlenstoffgehalt von 0,06 bis 0,07% steigt die Spannungsrißkorrosion
mit zunehmender Querschnittsverminderung beim
Kaltwalzen von 15% auf 25% an. Im Gegensatz dazu ist selbst
bei den Vergleichsstählen mit einem Kohlenstoffgehalt, der
nahe der erfindungsgemäß definierten oberen Grenze liegt
(0,03% oder darüber), die absolute Menge an Korngrenzenkorrosionsrissen
über den gesamten Temperaturbereich der
Sensibilisierung fast konstant, obwohl die Zahl der Korngrenzenkorrosionsrisse
im Niedertemperaturbereich zunimmt.
Außerdem erfahren die erfindungsgemäßen Stähle, die 0,02%
oder darunter an Kohlenstoff enthalten, wie sie durch die
erfindungsgemäßen Stähle 1 bis 5 beispielhaft dargestellt
sind, auch durch das Kaltwalzen keine Sensibilisierung.
Die erfindungsgemäßen Stähle besitzen alle Eigenschaften,
wie sie von hochfesten, nichtrostenden Stählen gefordert
werden. Auf diese Weise erweitert die Erfindung den Einsatzbereich
der Chrom-Nickel-Stähle. Insbesondere können
die erfindungsgemäßen Stähle vorteilhaft als rollendes Material
verwendet werden, für das in zunehmendem Maße hochfester,
nichtrostender Stahl in Frage kommt, da sie stark
verbesserte Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit unter Beibehaltung
der für rollendes Material geforderten mechanischen
Festigkeit, Verarbeitbarkeit usw. aufweisen.
Claims (3)
1. Hochfester, nichtrostender Chrom-Nickel-Stahl von ausgezeichneter
Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit und Verarbeitbarkeit,
gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung
in Gew.-%:
C
höchstens 0,03
N 0,04 bis 0,17
Si höchstens 0,8
Mn höchstens 1,75
Ni 0,6 bis 10,0
Cr 16,0 bis 20,0
Fe Rest,
mit der Bedingung, daß der Wert für Aγ von 19,5 bis 20,5
beträgt, wobei Aγ = (% Ni) + 0,60 (% Cr) + 0,70 (% Mn) +
13 [(% C) + (% N)] ist.
2. Stahl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der C-Gehalt höchstens 0,02 Gew.-%, der N-Gehalt
0,04 bis 0,12 Gew.-%, der Si-Gehalt höchstens 0,7 Gew.-% und
der Mn-Gehalt höchstens 1,5 Gew.-% betragen.
3. Hochfester, nichtrostender Chrom-Nickel-Stahl von ausgezeichneter
Spannungsrißkorrosionsbeständigkeit und Verarbeitbarkeit,
gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung
in Gew.-%:
C
0,018
N 0,073
Si 0,66
Mn 1,73
Ni 7,54
Cr 17,83
Fe Rest.
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