DE3231404C2 - - Google Patents
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- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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- C08J5/2206—Films, membranes or diaphragms based on organic and/or inorganic macromolecular compounds
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- C08J2327/02—Characterised by the use of homopolymers or copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and at least one being terminated by a halogen; Derivatives of such polymers not modified by chemical after-treatment
- C08J2327/12—Characterised by the use of homopolymers or copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and at least one being terminated by a halogen; Derivatives of such polymers not modified by chemical after-treatment containing fluorine atoms
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
fluorhaltigen Polymeren mit seitenständigen Carboxylgruppen
durch Bestrahlen von Sulfonylgruppen aufweisenden Polymeren.
Es wurden bereits verschiedene Vorschläge für Verfahren zur
Überführung einer in einem fluorhaltigen Polymer enthaltenen
Sulfonylgruppe in eine Carboxylgruppe gemacht. So wurden z. B.
Verfahren vorgeschlagen, bei denen eine Sulfonylgruppe
(Sulfonsäuregruppe) in eine Sulfonylhalogenidgruppe überführt
und diese Sulfonylhalogenidgruppe einer Oxidationsbehandlung
in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels unterworfen wird
(JP-PSen 1 32 069/78 und 83 982/79), die Sulfonylhalogenidgruppe
mit einem Phenol umgesetzt wird (JP-PS 20 981/79) oder
die Sulfonylhalogenidgruppe mit einem Amin umgesetzt wird (JP-
PS 21 478/79). Darüberhinaus ist ein Verfahren bekannt, bei
dem die Sulfonylhalogenidgruppe mit einem reduzierenden
Mittel, wie Jodwasserstoffsäure, behandelt wird (JP-PS 24 177/77).
Diese bekannten Verfahren erfordern jedoch eine
Anzahl von Stufen und sind wirtschaftlich und apparativ nachteilig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Herstellung von fluorhaltigen Polymeren mit seitenständigen
Carboxylgruppen in hoher Ausbeute durch UV-Bestrahlung zur
Verfügung zu stellen, das möglichst einstufig ist und keinen
hohen apparativen Aufwand erforderlich macht. Außerdem sollten
mit diesem Verfahren auch Sulfonylgruppen enthaltende fluorhaltige
Polymere mit niedrigem Molekulargewicht in fluorhaltige
Polymere mit Carboxylgruppen umgewandelt werden können.
Diese Aufgabe löst die Erfindung gemäß dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1.
In den Patentansprüchen 2 bis 6 sind bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung angegeben.
Im Rahmen der Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen können
sämtliche Verbindungen, die sowohl ein Fluoratom als auch
eine Sulfonylgruppe besitzen, als fluorhaltige Polymere mit
einer endständigen Sulfonylgruppe in der Seitenkette gemäß der
vorliegenden Erfindung verwendet werden. Fluorhaltige Polymere
von niedrigem Molekulargewicht mit endständigen Sulfonylgruppen
in der Seitenkette haben beispielsweise die Formel
worin Z die Bedeutung H, Cl oder F besitzt, X die nachfolgend
angegebene Bedeutung hat und n eine Zahl von bis zu 6 ist,
erhalten durch Ringöffnung von Perfluorsulton
und Oligmerisierung des Ringöffnungsprodukts mit Hexafluoropropylenoxid,
oder die Formel C m F2m + 1-SO₂X, worin m eine Zahl
von 2 bis 10 ist und X die nachfolgend angegebene Bedeutung
besitzt, erhalten durch elektrolytische Fluorierung eines
Alkansulfonylchlorids. Als fluorhaltige Polymere mit endständigen
Sulfonylgruppen in der Seitenkette werden Polymere vom
Perfluorkohlenstofftyp bevorzugt. Beispiele hierfür sind ein
Homopolymer aus einem Vinylmonomer mit einer Sulfonylfluoridgruppe
und ein durch Einführung einer Sulfonylgruppe in ein
fluorhaltiges Polymer und Nachbehandlung gebildetes Polymer.
Als Sulfonylgruppe wird gemäß der Erfindung eine Gruppe der
allgemeinen Formel -SO₂X angegeben. Beispiele für die Sulfonylgruppe
umfassen eine Sulfonsäuregruppe, worin X die Bedeutung
-OH besitzt, ein Ammoniumsalz (-SO₃X′) der Sulfonsäuregruppe,
worin X′ die Bedeutung N⁺R₁R₂R₃R₄ hat, wobei R₁, R₂, R₃ und R₄
jeweils ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe sind, eine
Sulfonsäureamidgruppe, worin X die Gruppe -NHR ist und R ein
Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe bedeutet, oder eine Sulfinsäuregruppe
oder deren Salz, worin X die Bedeutung H⁺ oder
N⁺R₁R₂R₃R₄ hat, wobei R₁, R₂, R₃ und R₄ die vorstehend angegebenen
Bedeutungen besitzen.
Die Reaktionsfähigkeit der in eine Carboxylgruppe zu überführenden
Sulfonylgruppe gemäß der Erfindung hängt in gewissem
Ausmaß von ihrer Struktur ab. Allgemein haben die Sulfonsäuregruppe
und deren Ammoniumsalz die höchste Reaktionsfähigkeit.
Diese ist bei der Sulfonsäureamid- und der Sulfinsäuregruppe
geringer.
Als ein typisches Beispiel des Verfahrens zur Herstellung
eines fluorhaltigen Polymeren mit endständigen Sulfonylgruppen
in der Seitenkette, wie vorstehend beschrieben, sei ein Verfahren
aufgeführt, bei dem ein Gemisch aus einem fluorhaltigen
Vinylmonomeren und einem Vinylmonomeren mit einer Sulfonylfluoridgruppe,
wobei die Zusammensetzung entsprechend dem
gewünschten Sulfonylgruppengehalt des erhaltenen fluorhaltigen
Polymeren geregelt wird, nach bekannten Verfahren polymerisiert
wird, wozu beispielsweise die Lösungs-, Emulsions- oder
Suspensionspolymerisation in Gegenwart eines Initiators bei
einer Temperatur im Bereich von Raumtemperatur bis 200°C unter
einem Druck von 0,98 bis 246,7 bar durchgeführt wird. Das
erhaltene pulverförmige Polymere wird, so wie es ist, oder
nachdem es in ein Granulat, Fasern, Filme oder Folien geformt
wurde, verwendet. In einigen Fällen wird ein Produkt mit einer
erhöhten mechanischen Festigkeit, welches durch Erhitzen des
geformten Filmes oder der geformten Membran mit einem Verstärkungsmaterial
(z. B. mit einem Netz) erhalten wurde, bevorzugt
eingesetzt.
Die funktionelle Gruppe, beispielsweise -SO₂F, des in dieser
Weise erhaltenen Polymers wird in die gewünschten Formen, wie
sie vorstehend aufgeführt sind, gemäß einer der folgenden
Reaktionen umgewandelt.
Gemäß der Erfindung werden sämtliche Gruppen 1 bis 3 bevorzugt
als Sulfonylgruppen eingesetzt. Die Sulfonsäuregruppe, die
Sulfinsäuregruppe und die Sulfonsäureamidgruppe werden besonders
bevorzugt.
Als Stickstoffoxide, die bei der UV-Bestrahlung vorliegen,
wird NO oder NO₂ verwendet. Ferner können ohne irgend eine
Begrenzung Verbindungen verwendet werden, die zur Zersetzung
und Bildung dieser Stickstoffoxide fähig sind, beispielsweise
Nitrosylchlorid, Salpetersäure, Nitrosylbromid, salpetrige
Säure und Ester hiervon.
Zur Kontaktierung des fluorhaltigen Polymers mit Sulfonylgruppen
mit einem der vorstehend aufgeführten Stickstoffoxide kann
ein Verfahren angewandt werden, wie es üblicherweise für im
Gas- oder Flüssigzustand ablaufende, optische chemische Reaktionssysteme
angewandt wird. Vorzugsweise liegt, falls es gasförmig
ist, das Stickstoffoxid ansatzweise oder kontinuierlich
unter verringertem Druck oder unter Überdruck oder in Verdünnung
mit einem anderen Inertgas, wie Stickstoff, Helium oder
Argon, im Reaktionssystem vor, welches so eingestellt ist, daß
die UV-Bestrahlung aus einer UV-Lampe einheitlich erfolgt. In
einigen Fällen kann ein guter Effekt durch Verwendung eines
Sensibilisators erreicht werden. Falls das Stickstoffoxid bei
Raumtemperatur flüssig ist, wird es über eine Dosierpumpe,
gegebenenfalls verdünnt, eingeführt. Es ist ausreichend, wenn
die eingebrachte Menge des Stickstoffoxids so groß ist, daß es
im Reaktionssystem mindestens in einer äquimolaren Menge zu
den Sulfonylgruppen des fluorhaltigen Polymers vorliegt. In
der Praxis wird es im Hinblick auf den Ablauf der Reaktion,
die Form des Reaktionsgefäßes und die Betriebsführung bevorzugt,
daß das Molverhältnis von Stickstoffoxid zur umzusetzenden
Sulfonylgruppe mindestens 10 beträgt oder, falls ein gasförmiges
Stickstoffoxid verwendet wird, der Partialdruck des
Stickstoffoxides mindestens einige hundert Pascal beträgt. Die
Verwendung eines Lösungsmittels wirkt dahingehend, die Temperatur
im Reaktionssystem einheitlich zu halten, jedoch wird,
da die Stufen der Entfernung des Lösungsmittels und der Wäsche
des Reaktionssystems zusätzlich hinzutreten, es gewöhnlich
bevorzugt, daß die Umsetzung in der Gasphase durchgeführt
wird.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist das angewandte Verfahren
der UV-Bestrahlung nicht besonders kritisch. Gewöhnlich werden
Quecksilberbogenlampen, Wasserstoffentladungsröhren, Xenonentladungsröhren
und andere bekannte Quellen für UV-Strahlen verwendet.
Gewöhnlich werden UV-Strahlen mit Wellenlängen von 200
bis 300 nm vorteilhaft verwendet. Weiterhin kann Licht aus dem
fernen UV-Bereich mit einer Wellenlänge kürzer als 200 nm verwendet
werden. Wenn das fluorhaltige Polymer mit einer Sulfonylgruppe
ein Pulver oder ein Granulat ist, wird es bevorzugt,
daß die üblicherweise für Reaktionen von Pulvern angewandten
Maßnahmen, wie Vibration oder Rühren, angewandt werden und die
UV-Bestrahlung unter Fluidisierung ausgeführt wird. Im Fall
von faserförmigen oder filmförmigen fluorhaltigen Polymeren
kann ein Verfahren angewandt werden, bei dem der Ort des
fluorhaltigen Polymers bezüglich der Quelle der UV-Strahlen
festliegt und die UV-Strahlen mit einer bestimmten Intensität
ansatzweise einwirken. Falls das fluorhaltige Polymer größer
als die UV-Strahlungsquelle ist, insbesondere im Fall von
filmförmigen Polymeren, kann ein Verfahren angewandt werden,
bei dem das filmförmige Polymer mit UV-Strahlen bestrahlt
wird, während es sich relativ zu der Quelle der UV-Strahlen
kontinuierlich oder intermittierend bewegt.
Beim vorliegenden Verfahren wird es aus praktischen Gründen
bevorzugt, daß die Bestrahlung kontinuierlich durchgeführt
wird, so daß die Umwandlung der Sulfonylgruppe in die Carboxylgruppe
rasch abläuft. Gemäß der Erfindung ändern sich die
Strahlendosis und die Bestrahlungszeit des UV-Lichts in Abhängigkeit
vom beabsichtigten Gebrauchszweck der bei der Behandlung
gemäß der Erfindung erhaltenen fluorhaltigen Polymeren,
der Art der eingesetzten fluorhaltigen Polymeren, der Konzentration
des im Reaktionssystem vorliegenden Stickstoffoxids,
der Reaktionstemperatur und der Form des Reaktors. Falls die
Dosis an UV-Strahlen zu groß oder die Bestrahlungszeit zu lang
ist, tritt es häufig auf, daß eine unerwünschte Zersetzungsreaktion
eines Teils der Sulfonylgruppen stattfindet und keine
guten Ergebnisse erhalten werden. Infolgedessen wird es bevorzugt,
daß die Strahlendosis und die Bestrahlungszeit des UV-
Lichts durch einen Vorversuch entsprechend dem beabsichtigten
Gebrauchszweck des fluorhaltigen Polymers ermittelt werden.
Gewöhnlich können die gewünschten Ergebnisse der Erfindung
erzielt werden, wenn die Bestrahlung während einiger Minuten
bis zu einigen Stunden durchgeführt wird.
Im Rahmen der Erfindung findet die UV-Bestrahlung der fluorhaligen
Polymeren mit einer Sulfonylgruppe bei einer Temperatur,
die zwischen Raumtemperatur und 250°C liegt, statt.
Selbst bei Temperaturen um 10°C läuft die Reaktion ab, wenn
auch langsam. Bei Temperaturen über 250°C treten bisweilen
Nebenreaktionen, wie teilweise Zersetzung der Carboxylgruppen
auf, und bei den fluorhaltigen Polymeren wird eine Verschlechterung
der physikalischen Eigenschaften, beispielsweise eine
Verformung oder eine Verminderung der Festigkeit, verursacht.
Wenn das bei der Behandlung gemäß der Erfindung erhaltene
fluorhaltige Polymer der Infrarotabsorptionsspektralanalyse
unterworfen wird, entweder nach dem KBr-Verfahren im Fall von
pulverförmigen, granulatförmigen oder faserförmigen Polymeren
oder nach der abgeschwächten inneren Totalreflexion (ATR-
Methode) oder nach der Durchlässigkeitsmethode im Fall eines
filmartigen Polymers tritt eine neue Absorptionsbande, die vor
der Behandlung nicht beobachtet wurde, bei 1780 cm-1 auf.
Falls eine Alkalibehandlung ausgeführt wird, verschiebt sie
sich nach 1680 cm-1. Dadurch wird bestätigt, daß diese Absorptionsbande
auf die mit der Perfluoralkylgruppe verbundene Carboxylgruppe
zurückzuführen ist. Unter bestimmten Behandlungsbedingungen
wird eine Absorptionsbande, die auf die Perfluornitrogruppe
zurückzuführen sein dürfte, bei 1610 cm-1 beobachtet.
Andererseits verschwindet die Absorptionsbande der Sulfonsäuregruppe,
falls diese Gruppe eine Sulfonsäuregruppe ist,
die vor der Behandlung bei 1060 cm-1 stark vorhanden ist,
praktisch vollständig, wenn etwas scharfe Behandlungsbedingungen
angewandt werden. Falls die Bestrahlungsbehandlung unter
milden Bedingungen ausgeführt wird, verbleibt die Mehrzahl der
Sulfonsäuregruppen unumgesetzt und die Bildung einer geringen
Menge an Carboxylgruppen wird beobachtet. Infolgedessen wurde
gefunden, daß es gemäß der vorliegenden Erfindung möglich ist,
das Endprodukt in einem Bereich einzustellen, der zwischen
einer geringen Umwandlung der Sulfonsäuregruppen in Carboxylgruppen
und einer praktisch vollständigen Umwandlung dieser
Gruppen liegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein vorteilhaftes Verfahren,
welches zur Umwandlung der Sulfonylgruppen in Carboxylgruppen
mit hoher Ausbeute in einer Stufe führt. Das Verfahren
der Erfindung zeichnet sich weiterhin dadurch aus, daß eine
dünne Schicht mit Carboxylgruppen in einer einheitlichen Dicke
an der Oberfläche eines granulatförmigen oder filmförmigen
fluorhaltigen Polymers ausgebildet werden kann. Die Ausbildung
dieser dünnen Schicht kann leicht durch ein Färbeverfahren
bestätigt werden. Beispielsweise können vorhandene Carboxylgruppen
in einer Schicht nachgewiesen werden, indem das nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelte fluorhaltige Polymer
in einer sauren wäßrigen Kristallviolettlösung mit einem
Quellmittel, wie einem Alkohol, behandelt wird. Anschließend
wird ein Abschnitt des gefärbten Polymers heraus geschnitten
und der Schnitt mittels eines Mikroskops betrachtet.
Da die Umsetzung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hauptsächlich
in der Gasphase unter Anwendung von UV-Strahlen
durchgeführt wird, werden nicht nur pulverförmige, granulatförmige,
faserförmige oder filmförmige Polymere, sondern auch
zu Beuteln oder dergleichen geformte Polymere vorteilhaft
mittels der erfindungsgemäßen Verfahren behandelt. Beispielsweise
werden im Fall eines zylindrischen Beutels mehrere UV-
Strahlungsquellen so angeordnet, daß die innere Oberfläche des
Zylinders einheitlich bestrahlt wird.
Die bei der Behandlung gemäß der Erfindung erhaltene fluorhaltige
Verbindung mit endständigen Carboxylgruppen kann bekannten
Verwendungszwecken ohne irgendeine Begrenzung zugeführt
werden. Falls beispielsweise das carboxylgruppenhaltige Polymer
löslich ist oder in Form eines Pulvers oder Granulats vorliegt,
wird es als Katalysator, pH-Steuerungsmittel, spezielles
Ionenaustauscherharz oder dergleichen verwendet. Im Fall
eines filmförmigen Polymers kann eine Membran erhalten werden,
die sehr gut als Ionenaustauschermembran für die Elektrolyse
von Natriumchlorid einsetzbar ist. Als bevorzugte Ionenaustauschermembran
für die Elektrolyse von Natriumchlorid wurde
eine Membran mit Sulfonsäuregruppen auf einer Oberfläche und
Carboxylgruppen auf der anderen Oberfläche vorgeschlagen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist dies möglich, da eine
carboxylgruppenhaltige dünne Schicht mit einer Dicke von wenigen
Mikrometern bis zu mehreren µm auf einer Oberfläche eines
fluorhaltigen Polymers mit Sulfonsäuregruppen ausgebildet
werden kann. Dadurch kann die Dicke der Schicht mit Carboxylgruppen,
die einen relativ hohen Widerstand hat, stark verringert
werden. Infolgedessen wird gemäß der vorliegenden Erfindung
eine elektrolytische Membran mit einer weit höheren Kapazität
als sie übliche Membranen aufweisen, leicht in einer
Stufe mit einfachen Geräten hergestellt.
Gemäß der Erfindung können fluorhaltige Polymerschichten mit
Carboxylgruppen auf beiden Oberflächen nach den folgenden Verfahren
hergestellt werden:
- a) Quecksilberbogenlampen sind auf beiden Seiten eines filmförmigen fluorhaltigen Polymeren angebracht und die beiden Oberflächen werden gleichzeitig behandelt.
- b) Durch Verwendung einer Quecksilberbogenlampe wird zunächst eine Oberfläche eines filmförmigen fluorhaltigen Polymers, anschließend die andere Oberfläche behandelt, so daß sich Carboxylgruppen in beiden Oberflächen bilden.
Bei jedem der beiden vorstehenden Verfahren kann der Anteil an
Carboxylgruppen der in die beiden Oberflächen eingebaut wird,
gleich oder verschieden sein. Ein fluorhaltiges Polymer, bei
dem sämtliche Sulfonsäuregruppen in einer Oberfläche praktisch
in Carboxylgruppen überführt sind, und die andere Oberfläche
so behandelt ist, daß Sulfonsäuregruppen und Carboxylgruppen
in einem Verhältnis von beispielsweise 50 : 50 vorliegen, kann
gut für die Hydrolyse von Alkalimetallsalzen verwendet werden.
Falls dieses fluorhaltige Material für solche Hydrolysen verwendet
wird, ist es bevorzugt, daß die Oberfläche, in der nur
Carboxylgruppen vorliegen, der Kathode zugewand sind, weil
dann ein Eindringen des Alkalimetallsalzes in das gebildete
Alkalimetallhydroxid auf einem sehr niedrigen Wert gehalten
werden kann.
Es wurde im Rahmen der Erfindung festgestellt, daß eine Ionenaustauschermembran,
die vorteilhaft für die Elektrolyse von
Natriumchlorid verwendet werden kann, aus einem Perfluorkohlenstoffpolymer
mit einer an der Seitenkette über eine Ätherbindung
gebundenen Ionenaustauschergruppe besteht. Die Membran
weist eine Dicke von 0,02 bis 1 mm auf. Diese Ionenaustauschermembran
hat eine Ionenaustauscherkapazität von mindestens
0,3 mval/g Trockenharz, und es ist eine sehr dünne carboxylgruppenhaltige
Schicht mit einer Dicke von 10 nm bis 50 µm auf
einer Oberfläche der Membran ausgebildet. Die Menge an Carboxylgruppen
in dieser dünnen Schicht beträgt gewöhnlich 0,3
bis 4,0 mval/g Trockenharz.
Diese spezielle Ionenaustauschermembran kann leicht nach dem
Verfahren gemäß der Erfindung hergestellt werden. Beispielsweise
wird eine Membran, welche aus einem Copolymeren von
in einem solchen Verhältnis aufgebaut ist,
daß die vorstehend angegebene Ionenaustauscherkapazität erhalten
wird, wobei dieses Copolymere auf der Rückseite mit einem
Verstärkungsgewebe aus einem Perfluoräthylenpolymer versehen
ist oder ein durch Schmelzverbindung von Membranen aus den
vorstehenden Copolymeren mit beiden Oberflächen des vorgenannten
Verstärkungsgewebes hergestellter Gegenstand gebildet und
als Ausgangsmaterial verwendet wird. Dieses wird mit UV-Strahlen
in Gegenwart von Stickstoffoxiden in der Gas- oder
Flüssigphase, vorzugsweise in der Gasphase, gegebenenfalls
nach Überprüfung der Gruppe -SO₃H als Ionenaustauschergruppe
in eine andere Sulfonylgruppe, bestrahlt. Durch diese Behandlung
können in einer Oberfläche der Membran mindestens 50%
und vorzugsweise praktisch die gesamten Sulfonylgruppen in
einem Bereich mit einer Dicke von 10 nm bis 50 µm, vorzugsweise
2 bis 20 µm, in Carboxylgruppen überführt werden.
Die dabei erhaltene Ionenaustauschermembran hat einen sehr
niedrigen elektrischen Widerstand, um eine Stromausbeute von
mindestens 90% wird erhalten, falls Natriumhydroxid in einer
hohen Konzentration, beispielsweise 35 Gew.-% oder mehr,
gebildet wird.
Falls man die Elektrolyse einer wäßrigen Lösung von Natriumchlorid
unter Verwendung der vorstehend beschriebenen Kationenaustauschermembran,
die nach dem Verfahren der Erfindung
erhalten wurde, ausführt, wird, da die Membran eine Zweischichtstruktur
besitzt (worin eine sehr dünne Schicht, die
hauptsächlich die Carboxylgruppen enthält, und eine Schicht,
die die Sulfonylsäuregruppen enthält, in dem Matrixharz enthalten
sind), keine Abschälung an der Grenzfläche zwischen den
beiden Schichten verursacht, und die Elektrolyse kann mit
einer hohen Stromdichte von 30 A/dm² oder mehr ausgeführt werden.
Da jedoch die Dicke der carboxylgruppenhaltigen Schicht sehr
gering ist, wird in einigen Fällen die Kationenaustauschermembran,
insbesondere die carboxylgruppenhaltige Schicht, beim
Kontakt mit der Elektrode während der Elektrolyse abgenützt.
Infolgedessen wird es bevorzugt, daß die gemäß der Erfindung
erhaltene Ionenaustauschermembran in einem solchen Zustand
verwendet wird, daß die Schicht mit den Carboxylgruppen der
Kathodenoberfläche gegenübersteht und der Druck in der Kathodenkammer
höher, vorzugsweise um mindestens 4900 Pa, als der
Druck in der Anodenkammer ist. Wenn weiterhin eine poröse
anorganische Substanz, insbesondere ein poröses Metalloxid, auf
der Schicht mit den Carboxylgruppen abgeschieden ist, kann ein
hoher Schutzeffekt erzielt werden. Die Abscheidung kann beispielsweise
leicht nach einem bekannten Verfahren erfolgen,
bei dem die Ionenaustauschermembran erhitzt wird, um eine
Schmelzbindung zu erzielen.
Ferner kann die gemäß der Erfindung erhaltene Membran vorteilhafterweise
für Verfahren verwendet werden, bei denen Energie
gespart werden soll und auf die in letzter Zeit intensive Forschungen
gerichtet waren, beispielsweise für das Festpolymerelektrolytverfahren
und das Verfahren, bei dem die Schicht mit
den Carboxylgruppen mit Platin oder dergleichen überzogen ist.
Ein transparenter, aus einem Copolymer aus Tetrafluorethylen
und Perfluor-3,6-dioxa-4-methyl-7-octensulfonylfluorid aufgebauter
Film, der eine Dicke von 0,18 mm und eine Ionenaustauscherkapazität
von 0,91 mval/g Trockenharz hatte, wenn die
Sulfonylfluoridgruppe zur Sulfonsäuregruppe hydrolysiert war,
wurde zur Überführung der Sulfonsäuregruppen in die H⁺-Form in
1 n HCl eingetaucht.
Eine handelsübliche Quecksilberbogenlampe wurde in den Mittelteil
eines Glaszylinders, mit einem Innendurchmesser von 8 cm
und mit zwei Düsen am oberen und am unteren Teil eingebracht.
Der vorstehend angegebene Film in der H⁺-Form mit einer Größe
von 15 cm × 20 cm wurde am Innenumfang des in dieser Weise
aufgebauten Reaktionsgefäßes so angebracht, daß die Oberfläche
des Filmes einheitlich mit UV-Licht bestrahlt wurde. Das Reaktionsgefäß
wurde in ein Ölbad eingetaucht, und die Temperatur
wurde auf 140°C erhöht, während Stickstoff mit einer Strömungsgeschwindigkeit
von 50 ml/min aus einer Düse eingeleitet
wurde. Nachdem die Temperatur erhöht worden war, wurde von
Stickstoff auf Stickstoffmonoxid übergegangen und dieses mit
der gleichen Strömungsgeschwindigkeit eingeleitet, um eine
Bestrahlungsatmosphäre aus Stickstoffmonoxid herzustellen. Die
Quecksilberbogenlampe wurde mit einem Stabilisator verbunden
und eingeschaltet. Die Temperatur auf der Oberfläche des
Filmes wurde innerhalb einiger Minuten nach der Einschaltung
der Quecksilberbogenlampe auf 150°C erhöht, und in diesem
Zustand wurde die Bestrahlung während 30 min fortgeführt. Dann
wurde das Stickstoffmonoxid durch Stickstoff ersetzt und das
Reaktionsgefäß gespült.
Der Film wurde herausgenommen und ein Teil des Filmes ausgeschnitten
und der Infrarotabsorptionsspektralanalyse nach dem
ATR-Verfahren unterworfen. Der Rest des Filmes wurde in Methanol/
Wasser (Volumenverhältnis 1 : 1) mit einem Gehalt von 20%
NaOH zur Überführung der Ionenaustauschergruppe in die Na⁺-
Form erhitzt. Dann wurde der Film dem Färbungstest und dem
elektrolytischen Test unterworfen. Es wurde eine auf die Carboxylgruppe
zurückführende Absorptionsbande von mittlerer
Intensität bei 1780 cm-1 beobachtet und eine neue Absorptionsbande
bei 1610 cm-1 gefunden, deren Intensität niedrig war.
Andererseits war die Absorptionsbande der Sulfonsäuregruppe
bei 1060 cm-1, welche auf der nicht bestrahlten Oberfläche
beobachtet worden war, schwach ausgeprägt. Ein Teil (Ausschnitt
von etwa 5 mm × 10 mm) des Filmes, der in die Na⁺-Form
überführt worden war, wurde in eine Färbelösung eingetaucht,
die durch Auflösung von 100 mg Kristallviolett in 100 ml einer
0,5 n HCl/Methanol-Lösung (Volumenverhältnis 3 : 7) bei Raumtemperatur
während 15 h gebildet worden war.
Der Ausschnitt wurde mit einem Mikrotom geschnitten, und der
Schnitt wurde mit dem Mikroskop betrachtet. Eine Schicht mit
einer Dicke von 5 µm auf der bestrahlten Oberfläche war überhaupt
nicht gefärbt, während der übrige Teil tiefgrün war.
Dadurch wurde bestätigt, daß in einer Dicke von 5 µm im
bestrahlten Teil der Oberfläche Carboxylgruppen vorlagen.
Die Ergebnisse des elektrolytischen Tests und der elektrischen
Widerstandsbestimmung, die an dem mit UV-Strahlen behandelten
Film und an dem unbehandelten Film vorgenommen wurden, sind in
Tabelle I zusammengefaßt. Der elektrolytische Test wurde in
einer Zweikammerzelle aus einem wärmebeständigen Vinylchloridharz
mit einer wirksamen Stromdurchgangsfläche von 0,5 dm²
durchgeführt. Ein mit Titanoxid und Rutheniumoxid überzogenes
Titannetz wurde als Anode, ein Weichstrahlnetz als Kathode
verwendet. Der Film wurde zwischen der Anoden- und der Kathodenkammer
so eingesetzt, daß er an der Anode haftete, jedoch 2 mm
von der Kathode entfernt war. Im Fall des bestrahlten Films
war er so angebracht, daß die bestrahlte Oberfläche der
Kathode gegenüberstand. Eine gesättigte Natriumchloridlösung
mit einer Ca-Konzentration unter 0,5 ppm wurde in die Anodenkammer
eingefüllt, und die Lösung wurde mit einer 3,5 n
Natriumchloridlösung entladen. Reines Wasser wurde in die
Kathodenkammer eingefüllt, so daß die NaOH-Konzentration 6 n
war. Die Stromdichte und die Elektrodenkammertemperatur wurden
auf 30 A/dm² bzw. 85°C eingestellt. Der elektrische Widerstand
wurde bei 80°C in 6 n NaOH mit Wechselstrom von 1000 Hz in
einer Glaszelle gemessen.
Eine Membran mit einer Dicke von 0,35 mm wurde durch Schmelzverbinden
eines Copolymers aus Tetrafluorethylen und Perfluor-
3,6-dioxa-4-methyl-7-octen-sulfonylchlorid mit einer Ionenaustauscherkapazität
von 0,83 mval/g Trockenharz, falls es hydrolysiert
war, mit einem flachen Gewebe aus Polytetrafluorethylen
hergestellt, wobei Garne mit 3600 tex sowohl als Schuß-
als auch als Kettfaden mit 50 Schußfäden je 2,54 cm und 50
Kettfäden je 2,54 cm benutzt wurden. Die Sulfonsäuregruppen
wurden mit üblichen Verfahren in die H⁺-Form überführt. Die
Membran wurde in ein aus rostfreiem Stahl bestehendes
Reaktionsgefäß eingesetzt, an dessen einer Seite ein Quarzfenster
(10 × 15 cm) so angebracht war, daß die UV-Bestrahlung
durch dieses Fenster möglich war. Ein Heizgerät wurde an
der anderen Seite des Reaktionsgefäßes so angebracht, daß die
Temperatur der bestrahlten Oberfläche gesteuert werden konnte.
Zwei Quecksilberbogenlampen wurden parallel so angeordnet, daß
sie einen Abstand von 5 cm vom Quarzfenster hatten. Die Temperatur
wurde erhöht, während ein Stickstoff/Stickstoffdioxid-
Mischgas (Volumenverhältnis 20 : 1) in das Reaktionsgefäß mit
einer Strömungsgeschwindigkeit von 100 ml/min eingeführt
wurde. Wenn die Temperatur der bestrahlten Oberfläche auf
110°C erhöht war, wurden die Quecksilberbogenlampen eingeschaltet.
Nach 15 min wurde die Bestrahlung abgebrochen. Die
Temperatur der bestrahlten Oberfläche war auf 140°C angestiegen.
Das Reaktionsgefäß wurde mit Stickstoff gespült, und die Membran
wurde aus dem Reaktionsgefäß entnommen. Infrarotabsorptionsspektrum
und elektrolytische Eigenschaften wurden in der
gleichen Weise wie in Beispiel 1 ermittelt. Durch die Ergebnisse
der Infrarotabsorptionsspektralanalyse wurde bestätigt,
daß die auf die Carboxylgruppe zurückzuführende Absorptionsbande,
die bei 1780 cm-1 beobachtet wurde, eine mittlere
Intensität hatte und daß eine schwache Absorption bei 1610 cm-1
auftrat, jedoch die auf die Sulfonsäuregruppe zurückzuführende
Absorptionsbande kaum beobachtet wurde. Beim elektrolytischen
Test betrug die Zellspannung 3,40 V und die Stromausbeute
96%. Wenn die NaOH-Konzentration in der Kathodenkammer
auf 8 n erhöht wurde, betrug die Zellspannung 3,50 V und die
Stromausbeute 96%.
Die gesamte Oberfläche des in Beispiel 1 verwendeten Copolymerfilms
wurde vor der Hydrolyse (der -SO₂F-Form) mit einem
Teflon-Klebeband aus Polytetrafluorethylen versiegelt, und der
Film wurde in ein Ethylendiamin-Wasser-Gemisch (Volumenverhältnis
10 : 1) bei 30°C während 3 h eingetaucht. Dann wurde das
Band abgezogen, und der Film wurde in Methanol/Wasser (Volumenverhältnis
1 : 1) mit einem Gehalt an 10% NaOH bei Raumtemperatur
während 15 h hydrolysiert. Der Film wurde einige Male
mit reinem Wasser, das mit Salzsäure schwach sauer gemacht
worden war, gewaschen. Der Film wurde dann an der Luft
getrocknet und in das gleiche Reaktionsgefäß wie in Beispiel 1
gebracht, so daß die mit Ethylendiamin kontaktierte Oberfläche
des Filmes der UV-Bestrahlung ausgesetzt wurde. Der Druck im
Reaktionsgefäß wurde verringert, und das Gas im Reaktionsgefäß
wurde im wesentlichen entfernt. Dann wurde Stickstoffmonoxid
in das Reaktionsgefäß unter einem Überdruck von 0,98 bar eingeleitet,
die Temperatur des Reaktionsgefäßes auf 160°C erhöht
und die Quecksilberbogenlampe eingeschaltet, um die Bestrahlung
zu beginnen. Kurz nach dem Beginn der Bestrahlung wurde
die Temperatur der bestrahlten Oberfläche auf 170°C erhöht.
Nach 1 h wurde die Bestrahlung abgebrochen, das Innere des
Reaktionsgefäßes mit Stickstoffgas gespült und der Film herausgenommen.
Eine nicht mit UV-Strahlen bestrahlte Vergleichsprobe
wurde in der gleichen Weise wie vorstehend hergestellt,
wobei jedoch die Quecksilberbogenlampe nicht eingeschaltet
wurde. In diesem Fall wurde die Reaktionstemperatur
wie im vorstehenden Fall auf 170°C eingestellt.
Diese beiden Filme wurden der Infrarotabsorptionsspektralanalyse
und dem elektrolytischen Test wie in Beispiel 1 unterworfen.
Im Falle des bestrahlten Filmes wurde eine auf die Carboxylgruppe
zurückzuführende starke Absorptionsbande bei 1780 cm-1
beobachtet, während keine solche Bande im Fall des nichtbestrahlten
Filmes gefunden wurde. Die Ergebnisse des elektrolytischen
Tests ergeben sich aus Tabelle II. Das gleiche elektrolytische
Gerät und das gleiche Verfahren wie in Beispiel 1
wurden angewandt, jedoch wurde die NaOH-Konzentration in der
Kathodenkammer auf 9 n erhöht.
Der Färbetest mit diesen Filmen wurde in der gleichen Weise
wie in Beispiel 1 durchgeführt, und ein weiterer Färbetest
wurde ausgeführt, indem ein saurer Farbstoff verwendet wurde.
Eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 500 mg Suminol
Leveling Sky Blue R Extra Conc., 1 g Essigsäure und 1 g
Natriumacetat wurde als saure Farbstofflösung verwendet. Die
Färbung wurde bei 80°C während 15 h durchgeführt. Schnitte der
gefärbten Filme wurden in der gleichen Weise wie in Beispiel 1
hergestellt und mit einem Mikroskop betrachtet. Im Fall des
nicht bestrahlten Films wurde ein Dickenbereich von 50 µm ab
der Oberfläche durch den sauren Farbstoff blau gefärbt, nicht
aber der andere Dickenbereich. Jedoch wurde dieser andere
Dickenbereich (etwa 130 µm) durch den basischen Farbstoff
(Kristallviolett) tiefgrün gefärbt, während der erstere
Dickenbereich von 50 µm durch diesen basischen Farbstoff nicht
gefärbt wurde.
Im Fall des bestrahlten Films wurde ein Dickenbereich von 130 µm
ab der nicht bestrahlten Oberfläche mit dem basischen Farbstoff
tiefgrün gefärbt, nicht aber der restliche Dickenbereich.
Ein Dickenbereich von etwa 5 µm ab der bestrahlten
Oberfläche und ein Dickenbereich von etwa 130 µm ab der entgegengesetzten
Oberfläche wurden durch den sauren Farbstoff
nicht gefärbt. Der restliche zwischenliegende Dickenbereich
von etwa 45 µm wurde durch den sauren Farbstoff blau gefärbt.
Diese Ergebnisse zeigen, daß eine Sulfonamidgruppe enthaltende
Schicht mit einer Dicke von etwa 50 µm ab der Oberfläche
bei der Behandlung mit Ethylendiamin entstanden war und bei
der UV-Bestrahlung in einem Dickenbereich von etwa 5 µm in der
Sulfonamidgruppen enthaltenden Schicht mit Carboxylgruppen
gebildet worden waren.
Das in Beispiel 3 verwendete Copolymer wurde hydrolysiert und
durch einen Pulverisator unter Kühlung mit flüssigem Stickstoff
pulverisiert, so daß ein Pulver mit einem Korn von unter
149 µm erhalten wurde. Das Pulver wurde in 1%iges wäßriges
Ammoniak eingerührt, so daß ein Pulver in der NH₄⁺-Form erhalten
wurde. Das Pulver und ein großer Überschuß eines
PCl₅/POCl₃-Gemisches (Gewichtsverhältnis 2 : 10) wurde in einen
mit einem Rührer ausgerüsteten Kolben eingebracht, und die
Umsetzung wurde unter Rückfluß während 20 h durchgeführt. Dann
wurde der Inhalt des Kolbens in Eiswasser gegeben und das
Pulver abfiltriert, mit Wasser gewaschen und an der Luft
getrocknet. Wenn das Infrarotabsorptionsspektrum nach dem KBr-
Verfahren bestimmt wurde, wurde festgestellt, daß die Absorptionsbande
bei 1060 cm-1, die auf die Sulfonsäuregruppe
zurückzuführen ist, verschwunden war, jedoch eine neue starke
Absorptionsbande bei 1430 cm-1 auftrat, für die die Sulfonylchloridgruppe
verantwortlich ist. Das dabei erhaltene Pulver
wird als "Pulver A" bezeichnet. Ein Teil des Pulvers A wurde
zur Herstellung der Pulver B und C nach den folgenden Verfahren
verwendet.
Das Pulver A wurde mit einem großen Überschuß einer 15%igen
wäßrigen Lösung von Na₂SO₃ versetzt und bei 50°C während 8 h
reduziert. Dann wurde das behandelte Pulver mit Wasser gewaschen,
zur Entfernung des Wassers an der Luft getrocknet und
der Infrarotabsorptionsspektralanalyse nach dem KBr-Verfahren
unterworfen. Es wurde festgestellt, daß die auf die Sulfonylchloridgruppe
zurückzuführende Absorptionsbande verschwunden
war, jedoch vom Natriumsalz der Sulfinsäuregruppe (-SO₂Na)
verursachte Absorptionsbanden bei 1020 cm-1 und 940 cm-1
auftraten. Wenn das Pulver für eine Behandlung gemäß der
Erfindung verwendet wurde, wurde es durch Eintauchen in verdünnte
HCl in die H⁺-Form umgewandelt.
Das Pulver B wurde in einem flüssigen Gemisch aus 5 g Br₂ und
50 g CCl₄ entwickelt und die Umsetzung wurde bei Raumtemperatur
unter Rühren während 30 h durchgeführt. Nach der Reaktion
wurde das Pulver abfiltriert und mit CCl₄ gewaschen. Nach der
Entfernung des CCl₄ wurde das Infrarotabsorptionsspektrum
nach dem KBr-Verfahren aufgenommen. Die auf die Sulfinsäuregruppe
zurückzuführenden Absorptionsbanden bei 1030 und 940 cm-1
waren verschwunden und eine auf die Sulfonylbromidgruppe
(-SO₂Br) zurückzuführende neue Absorptionsbande bei 1410 cm-1
trat auf.
Um die Pulver A und C der Behandlung gemäß der Erfindung zu
unterwerfen wurde das in Beispiel 1 verwendete Reaktionsgefäß
in der folgenden Weise etwas modifiziert:
Die beiden Düsen der Reaktionsgefäße wurden miteinander durch ein Rohr verbunden, das mit einem in der Mitte angeordneten Gebläse ausgerüstet war, so daß das Gas im Reaktionsgefäß im Kreislauf geführt wurde.
Die beiden Düsen der Reaktionsgefäße wurden miteinander durch ein Rohr verbunden, das mit einem in der Mitte angeordneten Gebläse ausgerüstet war, so daß das Gas im Reaktionsgefäß im Kreislauf geführt wurde.
Das Pulver wurde auf den Boden des Reaktionsgefäßes gebracht,
und der Innendruck wurde durch eine Vakuumpumpe verringert.
Zusammen mit den Pulvern A und C wurde ein Stickstoffmonoxid/
Helium-Mischgas (Volumenverhältnis 1 : 10) im Reaktionsgefäß
unter einem Druck von 9330 Pa eingeschlossen. Wenn die
Temperatur im Reaktionsgefäß auf 80°C erhöht worden war, wurde
das Gebläse eingeschaltet. Die Gaskreislaufgeschwindigkeit
wurde so eingestellt, daß das Pulver ausreichend ins Fließen
kam. Die Quecksilberbogenlampe wurde eingeschaltet und es
wurde während 2 h bestrahlt. Dann wurde das Gebläse abgeschaltet
und das Pulver setzte sich am Boden des Reaktionsgefäßes
ab und wurde entnommen. Nun wurde das Infrarotabsorptionsspektrum
nach dem KBr-Verfahren gemessen und, nachdem das Pulver
mit einem alkalischen Medium ausreichend in die Na⁺-Form überführt
worden war, wurde die Ionenaustauscherkapazität nach dem
folgenden Verfahren ermittelt: Es wurde eine bestimmte Menge
des Pulvers, welches durch Eintauchen in einen Überschuß aus
Methanol/verdünnter Salzsäure in die H⁺-Form überführt worden
war, unter Rühren während 20 h in eine Flüssigkeit eingetragen,
die durch Vermischen eines Methanol/Wasser-Gemisches
(Volumenverhältnis 1 : 1) mit einer solchen Menge NaCl hergestellt
worden war, daß sich eine Konzentration von 1 n und ein
Überschuß von 0,1 n NaOH einstellen. Die Menge des in der
Flüssigkeit verbliebenen NaOH wurde durch Rücktitration
bestimmt, und die Austauscherkapazität wurde aus dieser Menge
berechnet. Die Ergebnisse sind in Tabelle III aufgeführt.
In dem in Beispiel 1 beschriebenen Reaktionsgefäß wurde der
gleiche Film in der gleichen Weise wie dort beschrieben behandelt,
wobei jedoch die Gegenionen der Sulfonsäuregruppe und
die Bestrahlungsbedingungen geändert wurden, wie aus Tabelle
IV ersichtlich. Die Eigenschaften der erhaltenen Filme sind
ebenfalls in der Tabelle IV angegeben. Infrarotabsorptionsspektren
und elektrolytische Eigenschaften wurden auf die
gleiche Weise wie Beispiel 1 bestimmt.
In 20 ml Diethylether wurde 1 g
gelöst, das von einem
Oligomeren aus
abgeleitet wurde.
Die Lösung wurde auf eine Glasplatte aufgezogen, wobei der
Diethylether abdampfte. Die überzogene Glasplatte wurde in das
in Beispiel 2 verwendete Reaktionsgefäß so eingesetzt, daß die
überzogene Oberfläche mit UV-Licht bestrahlt werden konnte.
Die Innenatmosphäre des Reaktionsgefäßes wurde durch Stickstoffmonoxid
ersetzt und die Temperatur auf 100°C erhöht. Die
UV-Bestrahlung wurde während 1 h unter den gleichen Bedingungen
wie in Beispiel 3 ausgeführt. Das Reaktionsgefäß wurde mit
Stickstoff gespült und die Glasplatte herausgenommen. Das
Infrarotabsorptionsspektrum des auf der Glasoberfläche abgeschiedenen
Materials wurde nach dem KBr-Verfahren ermittelt.
Es wurde eine Absorptionsbande der Carboxylgruppe bei 1780 cm-1
beobachtet, die vor der Umsetzung nicht vorhanden war.
Ein Ionenaustauscherfilm wurde in der gleichen Weise wie in
Beispiel 1 hergestellt, wobei jedoch Stickstoff anstelle von
Stickstoffmonoxid verwendet wurde. Wenn das Infrarotabsorptionsspektrum
der bestrahlten Oberfläche des erhaltenen Ionenaustauscherfilms
gemessen wurde, wurde keine Absorptionsbande
bei 1780 cm-1 beobachtet, und das Absorptionsspektrum entsprach
dem des unbestrahlten Films.
Ein aus einem Copolymeren aus Tetrafluorethylen und
CF₂=CFCF₂CF₂-O-CF₂CF₂SO₂F aufgebauter Film, der eine Dicke von
0,15 mm und eine Ionenaustauscherkapazität von 1,21 mval/g
Trockenharz nach der Hydrolyse der Sulfonylfluoridgruppe
hatte, wurde hydrolysiert, und die Sulfonsäuregruppen wurden
durch Eintauchen in eine 0,5 n wäßrige Ammoniumchloridlösung
in die NH₄⁺-Form überführt. Der Film wurde in dem gleichen
Reaktionsgefäß wie in Beispiel 1 befestigt. Die Behandlung
gemäß der Erfindung wurde in folgender Weise ausgeführt:
Auf ein Volumenverhältnis von 1 : 8 durch Stickstoff verdünntes
Stickstoffdioxid wurde als Stickstoffoxid anstelle von Stickstoffmonoxid
verwendet und in das Reaktionsgefäß unter Atmosphärendruck
eingeschlossen. Die Temperatur wurde auf 160°C
erhöht, die Quecksilberbogenlampe eingeschaltet und die
Bestrahlung während 1 h ausgeführt. Dann wurde Luft in das
Reaktionsgefäß eingeführt, das Reaktionsgefäß gespült und der
Film herausgenommen.
Der erhaltene Film wurde dem Färbetest, der Bestimmung des
Infrarotabsorptionsspektrums und dem elektrolytischen Test in
der gleichen Weise wie in Beispiel 1 unterworfen.
Beim Färbetest wurde ein Dickenbereich von 20 µm ab der
bestrahlten Oberfläche überhaupt nicht gefärbt, was bestätigte,
daß in diesem Bereich Carboxylgruppen vorlagen. Im
Infrarotabsorptionsspektrum der bestrahlten Oberfläche wurde
eine Absorptionsbande mit starker Intensität bei 1780 cm-1
beobachtet, die Absorptionsbande der Sulfonsäuregruppe bei
1060 cm- war sehr schwach ausgeprägt. Beim elektrolytischen
Test betrug, falls die NaOH-Konzentration in der Kathodenkammer
6 n war, die Zellspannung 3,33 V und die Stromausbeute 95%.
Falls die NaOH-Konzentration auf 9 n erhöht wurde, betrugen
die Zellspannung 3,40 V und die Stromausbeute 96%.
Ein aus einem Copolymeren von Tetrafluorethylen,
CF₂=CFCF₂CF₂CF₂CF₃ und CF₂=CF-O-CF₂CF₂SO₂F aufgebauter Film,
der eine Dicke von 0,15 mm und eine Ionenaustauscherkapazität
von 1,1 mval/g Trockenharz nach der Hydrolyse der Sulfonylhalogenidgruppen
hatte, wurde in ein Reaktionsgefäß eingesetzt,
in dem lediglich eine Oberfläche des Films mit einer
Reaktionsflüssigkeit behandelt werden konnte und dort in eine
wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 20% NH₂ · NH₂ · H₂O bei Raumtemperatur
während 2 h eingetaucht. Dann wurde der Film in ein
Methanol/Wasser-Gemisch mit einem Gehalt von 20% NaOH bei
Raumtemperatur während 5 Stunden zur Hydrolyse der nicht umgesetzten
Sulfonylfluoridgruppen eingetaucht. Im Infrarotabsorptionsspektrum
des erhaltenen Films wurde auf der mit den
Hydrazinhydratlösung kontaktierten Oberfläche die für die Sulfonylfluoridgruppe
charakteristische Absorptionsbande bei 1470 cm-1
nicht beobachtet, sondern Absorptionsbanden, die auf die
Sulfinsäuregruppe zurückzuführen sind, und zwar bei 1030 und
940 cm-1. Die Absorptionsbande der Sulfonsäuregruppe bei 1060 cm-1
wurde in der anderen Oberfläche beobachtet. Der Film
wurde in das gleiche Reaktionsgefäß, wie in Beispiel 1
beschrieben, so eingesetzt, daß die Oberfläche mit den darauf
vorliegenden Sulfinsäuregruppen der Quecksilberbogenlampe
gegenüberstand. Stickstoff wurde in das Reaktionsgefäß eingeleitet
und die Temperatur auf 120°C erhöht. Dann wurde der
Druck im Reaktionsgefäß auf 6660 Pa mittels einer Vakuumpumpe
verringert, und Stickstoffmonoxid wurde eingeführt, so daß
Atmosphärendruck in dem Reaktionsgefäß aufrechterhalten wurde.
Die Quecksilberbogenlampe wurde eingeschaltet, und es wurde
während 2 h bestrahlt. Das Innere des Reaktionsgefäßes wurde
mit Stickstoff gespült, und der Film wurde entnommen. Ein
weiterer Film wurde in der gleichen Weise wie vorstehend behandelt,
wobei jedoch Stickstoffdioxid anstelle von Stickstoffmonoxid
verwendet wurde. Im Infrarotabsorptionsspektrum der
bestrahlten Oberfläche jedes Films wurde eine schwache Absorptionsbande
bei 1780 cm-1 gefunden.
Der in Beispiel 13 erhaltene Sulfinsäuregruppen enthaltende
Film wurde in eine 0,5 n wäßrige HCl-Lösung zur Überführung
des Films in die H⁺-Form eingetaucht. Der erhaltene Film wurde
der Behandlung gemäß der Erfindung mit NO₂ bzw. NO im gleichen
Reaktionsgefäß wie in Beispiel 14 in der gleichen Weise, wie
dort beschrieben, unterworfen, wobei die Oberflächen mit den
Sulfinsäuregruppen als zu bestrahlende Oberflächen verwendet
wurden. In jedem Fall wurde eine Absorptionsbande mittlerer
Intensität bei 1780 cm-1 im Infrarotabsorptionsspektrum gefunden,
und im Fall von NO₂ wurde außerdem eine schwache Absorptionsbande
bei 1610 cm-1 beobachtet. Die erhaltene Folie wurde
in eine wäßrige Lösung von Natriumhypochlorit bei 50°C während
10 h eingetaucht. Der elektrolytische Test wurde dann durchgeführt.
Im Fall des unter Verwendung von Stickstoffmonoxid
erhaltenen Films waren, falls die NaOH-Konzentration 8 n war,
die Zellspannung 3,40 V und die Stromausnützung 91%. Im Fall
des unter Verwendung von Stickstoffdioxid erhaltenen Filmes
waren unter den gleichen Bedingungen die Zellspannung 3,43 V
und die Stromausbeute 90%.
Der Sulfinsäuregruppen enthaltende Film von Beispiel 14 wurde
in eine 3%ige wäßrige Lösung von Ammoniumchlorid oder eine
5%ige wäßrige Lösung von Dimethylamin bei Raumtemperatur
getaucht, so daß ein Film in der Ammonium- oder Dimethylammoniumform
erhalten wurde. Der Film wurde der erfindungsgemäßen
Behandlung in dem gleichen Reaktionsgefäß wie in Beispiel 14
und in der gleichen Weise, wie dort beschrieben unterworfen,
wobei jedoch Stickstoffmonoxid für den Film in der Ammoniumform
und Stickstoffdioxid für den Film in der Dimethylammoniumform
verwendet wurden. Wenn das Infrarotabsorptionsspektrum
aufgenommen wurde, wurde bei jedem Film eine schwache
Absorptionsbande bei 1780 cm-1 gefunden. Der Film wurde mit
Natriumhypochlorit in der gleichen Weise wie in Beispiel 15
behandelt, und der elektrolytische Test wurde durchgeführt.
Wenn die NaOH-Konzentration 9 n war, betrugen die Zellspannung
3,42 V und die Stromausbeute 90% im Fall des Films in der
Ammoniumform. Die Zellspannung betrug 3,40 V und die Stromausbeute
88% im Fall des Films in der Dimethylammoniumform.
Unter Verwendung des gleichen Reaktionsgefäßes und des mit
Ethylendiamin behandelten Films, wie in Beispiel 3 beschrieben,
wurde die erfindungsgemäße Behandlung in der gleichen
Weise wie dort ausgeführt, wobei jedoch Stickstoffdioxid in
das bei Atmosphärendruck gehaltene Reaktionsgefäß anstelle von
Stickstoffmonoxid eingeleitet wurde. Die Bestrahlung wurde bei
130°C während 1 h durchgeführt.
Das Absorptionsspektrum wurde gemessen. Die Intensität der
Absorptionsbande bei 1780 cm-1 war stark. Die Ergebnisse des
elektrolytischen, bei einer NaOH-Konzentration von 9 n durchgeführten
Tests sind aus Tabelle V ersichtlich.
Der gleiche Sulfonylgruppen enthaltende Film, wie er im Beispiel 13
verwendet wurde, wurde in das Reaktionsgefäß, wie in
Beispiel 1 verwendet, eingesetzt, und die Behandlung gemäß der
Erfindung wurde in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt,
wobei jedoch Stickstoffdioxid anstelle von Stickstoffmonoxid
verwendet wurde. Im Infrarotabsorptionsspektrum
des erhaltenen Films war die Intensität der Absorptionsbande
der Sulfonylfluoridgruppe bei 1470 cm-1 etwas verringert,
jedoch trat eine neue Absorptionsbande mit einer schwachen
Absorptionsintensität bei 1780 cm-1 auf. Dadurch wurde bestätigt,
daß Carboxylgruppen gebildet worden waren.
Eine Quarzplatte mit einer Dicke von 2 mm wurde an einer Seite
eines kastenförmigen Reaktionsgefäßes aus rostfreiem Stahl so
angebracht, daß eine Oberfläche eines Films mit UV-Licht
bestrahlt werden konnte. Der Film in der Sulfonsäureform, wie
in Beispiel 1 verwendet, wurde in dieses Reaktionsgefäß eingesetzt.
C₁₀F₂₂ als Lösungsmittel für Stickstoffoxid wurde in
einem Abstand von etwa 5 mm zwischen der Quarzplatte und dem
Film so eingefüllt, daß der Film ausreichend im Lösungsmittel
eingetaucht war. Ein Rohr aus rostfreiem Stahl mit einigen
Löchern zur Dispergierung eines Gases in das Lösungsmittel
wurde am Boden zwischen der Quarzplatte und dem Film
befestigt. Das Reaktionsgefäß wurde in ein Heizgerät so eingesetzt,
daß die Temperatur im Reaktionsgefäß geregelt werden
konnte. Eine handelsübliche Quecksilberbogenlampe wurde vor
der Quarzplatte in einem Abstand von 10 cm angebracht. Stickstoffmonoxid
wurde mit einer Strömungsgeschwindigkeit von
5 ml/min in das Lösungsmittel durch das Rohr eingeleitet. Wenn
die Temperatur des Lösungsmittels auf 120°C erhöht worden war,
wurde die Quecksilberbogenlampe eingeschaltet und es wurde
während 1 h mit UV-Licht bestrahlt. Der Film wurde entnommen
und mit Tetrachlorkohlenstoff bei Raumtemperatur gewaschen. Es
wurde ein Infrarotabsorptionsspektrum aufgenommen. Eine auf
die Carboxylgruppe zurückzuführende Absorptionsbande bei 1780 cm-1
wurde im Infrarotabsorptionsspektrum der bestrahlten
Oberfläche beobachtet. Beim elektrolytischen Test des erhaltenen
Films betrugen, falls die NaOH-Konzentration 9 n war, die
Zellspannung 3,41 V und die Stromausbeute 92%.
Unter Verwendung des gleichen Reaktionsgefäßes wie in Beispiel
19 wurde die erfindungsgemäße Behandlung in der gleichen Weise
wie dort durchgeführt, wobei jedoch Filme, Stickstoffdioxid
und Bestrahlungsbedingungen variiert wurden, wie aus Tabelle VI
ersichtlich ist. Die Ergebnisse der Infrarotabsorptionsspektralanalyse
und des elektrolytischen Tests der erhaltenen
Filme sind ebenfalls in dieser Tabelle enthalten.
Der gleiche Film wie in Beispiel 13 wurde zur Überführung in
die Sulfonsäureform in 1 n HCl eingetaucht, und in das gleiche
Reaktionsgefäß wie in Beispiel 1 eingesetzt. Die Temperatur
wurde auf 165°C unter Einleitung von Stickstoff in das
Reaktionsgefäß erhöht. Dann wurde der Innendruck des
Reaktionsgefäßes mittels einer Vakuumpumpe auf fast null verringert,
Stickstoffmonoxid in das Reaktionsgefäß bis zu
Atmosphärendruck eingeleitet, und die Quecksilberbogenlampe
wurde eingeschaltet. Die Bestrahlung wurde während 1 h ausgeführt
und dann die Lampe abgeschaltet. Das Innere des
Reaktionsgefäßes wurde mit Stickstoff gespült, und der Film
wurde entnommen. Der erhaltene Film wurde dem Färbetest, der
Infrarotabsorptionsspektralanalyse und dem elektrolytischen
Test in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 unterworfen.
Beim Färbetest wurde ein Dickenbereich von etwa 10 µm ab der
bestrahlten Oberfläche nicht angefärbt und damit gezeigt, daß
hier Carboxylgruppen vorliegen. Beim Infrarotabsorptionsspektraltest
der bestrahlten Oberfläche wurde eine starke Absorptionsbande
bei 1780 cm-1 beobachtet, während die Absorptionsbande
der Sulfosäuregruppe, die bei 1060 cm-1 im Infrarotabsorptionsspektrum
gefunden wird, bei der nicht bestrahlten
Oberfläche kaum beobachtet wurde. Die Ergebnisse des in der
gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführten elektrolytischen
Test sind in Tabelle VII zusammengefaßt, wobei jedoch der
Druck in der Kathodenkammer um 1960 Pa gegenüber dem Druck in
der Anodenkammer erhöht und die NaOH-Konzentration variiert
wurden.
In dem gleichen Reaktionsgefäß wie in Beispiel 1 wurde die
erfindungsgemäße Behandlung wie dort durchgeführt, wobei
jedoch die Bestrahlungszeit auf 15 min, 30 min (Beispiel 1), 1 h
oder 2 h eingestellt wurde. Die erhaltenen Filme
wurden aus dem Färbetest in der gleichen Weise wie in
Beispiel 1 unterworfen, und der Dickenbereich mit vorhandenen
Carboxylgruppen ab der bestrahlten Oberfläche wurde in jedem
Film gemessen. Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle VIII
aufgeführt.
| Bestrahlungszeit | |
| Dickenbereich (ab der bestrahlten Oberfläche) mit vorhandenen Carboxylgruppen | |
| 15 min | |
| etwa 2 µm | |
| 30 min | etwa 5 µm |
| 1 h | etwa 10 µm |
| 2 h | etwa 20 µm |
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von fluorhaltigen Polymeren mit
seitenständigen Carboxylgruppen durch Bestrahlen von Sulfonylgruppen
aufweisenden, fluorhaltigen Polymeren mit UV-
Strahlen, dadurch gekennzeichnet, daß Polymere eingesetzt
werden, deren endständige Sulfonylgruppen in der Seitenkette
in Form von Sulfonsäure-, Ammoniumsulfonat-, Sulfinsäure-,
Ammoniumsulfinat- oder Sulfonamidgruppen der allgemeinen
Formel -SO₂NHR, worin R ein Wasserstoffatom oder
einen Alkylrest bedeutet, vorliegen, und daß bei einer Temperatur
zwischen Raumtemperatur bis 250° in Gegenwart von
NO oder NO₂ bestrahlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
fluorhaliges Polymer ein Copolymer aus Tetrafluorethylen
und einem Perfluoralkylsulfonylvinylether eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
fluorhaltiges Polymer ein Copolymer aus Einheiten der
Formel
und Einheiten der Formel -CF₂-CF₂- eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das fluorhaltige Polymer in Form eines Films
oder einer Membran eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als
Membran eine Ionenaustauschermembran eingesetzt wird.
6. Ionenaustauschermembran zur Elektrolyse von Natriumchlorid,
bestehend aus einem Substrat in Form des in Anspruch 3
angegebenen Copolymers mit einer Dicke von 0,02 bis 1 mm
und einer gesamten Ionenaustauscherkapazität von mindestens
0,3 mval/g Trockenharz sowie einer carboxylgruppenhaltigen
Schicht mit einer Dicke von 10-2 bis 50 µm mit einer Carboxylgruppendichte
von 0,3 bis 4,0 mval/g Trockenharz, welche
auf der Oberfläche des Substrates nach dem Verfahren
gemäß Anspruch 1 erhalten wird, wobei mindestens 50% der
Sulfonsäuregruppen in Carboxylgruppen überführt wurden.
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