DE3242811C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Dichteinrichtung gemäß
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine gattungsgemäße Dichtein
richtung für rotierende Bauteile ist aus der DE-
OS 21 65 030 bekannt.
Bei dieser Dichteinrichtung wird das Dichtelement von einem ring
förmigen Stellelement gegen das rotierende Bauteil gedrückt. Das
Stellelement wird von einer Aufnahmevorrichtung aufgenommen, die
das rotierende Bauteil umgibt und mit einem Maschinenteil verbun
den ist.
Das Dichtelement einer solchen Dichteinrichtung besitzt aufgrund
des Stellelements eine gewisse radiale Beweglichkeit, die es ihr
erlaubt, mit einer nahezu konstanten Flächenpressung zwischen den
Dichtflächen dem Radialspiel des rotierenden Bauteils zu folgen.
Das Dichtelement wird jedoch permanent mit einer bestimmten
Andruckkraft auf das rotierende Bauteil gedrückt, was unweigerlich
zu einem Verschleiß des Dichtelements führt.
Gerade bei Dichteinrichtungen, die nur in bestimmten Fällen
beansprucht werden, ist dies unerwünscht, da das Dichtelement auch
bei Nichtbeanspruchung regelmäßig kontrolliert und erneuert werden
muß. Wird, um eine längere Standzeit zu erzielen, widerstandsfähi
geres Material für das Dichtelement verwendet, kann es zum
Einlaufen und damit zur Schwächung des rotierenden Bauteils kom
men.
Dem Anmeldungsgegenstand liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dicht
einrichtung zu schaffen, deren Dichtelement nur im Bedarfsfall
eine Abdichtung des rotierenden Bauteils verwirklicht und anson
sten radial beweglich, frei von verschleißförderndem Anpreßdruck
das rotierende Bauteil umgibt.
Diese Aufgabe wird anmeldungsgemäß durch die Merkmale im kenn
zeichnenden Teil des neuen Patentanspruchs 1 gelöst.
Da die Dichtwirkung nur bei Kontakt des Dichtelements
mit dem abzudichtenden Medium eintritt, besteht
bei normalem Betrieb nur geringer Verschleiß und
es herrscht eine geringe Reibbeanspruchung zwischen dem
Dichtungselement und dem sich drehenden Bauteil,
um Wärmeprobleme zu verursachen. Da sich das radial bewegliche Element
radial zur Achse des sich drehenden Bauteils frei
bewegen kann, wird das Spiel zwischen seiner inneren
Fläche und dem sich drehenden Bauteil ganz gering gehal
ten, während dennoch außermittige und kreisförmige Bewe
gung des rotierenden Bauteils aufgenommen werden. Weiterhin
ist die Dichtwirkung nicht von einer Drehung des
Bauteils abhängig und funktioniert folglich unabhängig
davon, ob sich das Bauteil dreht oder nicht.
Die Dichteinrichtung ist so aufgebaut, daß nach der
Kontaktaufnahme des Dichtelements mit dem Medium
infolge des durch das Medium ausgeübten Druckunter
schieds das Dichtelement in Dichtwirkung gebracht wird bzw.
die Dichtwirkung infolge eines Aufquellens
erzielt wird.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
dargestellt, und es werden nachstehend ausführlich erläutert
und beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Schnittansicht einer erfindungs
gemäßen Dichteinrichtung.
Fig. 2 eine Schnittansicht eines Teils eines anderen
Ausführungsbeispiels der Dichteinrichtung.
Fig. 3 eine Schnittansicht eines Teils einer weiteren
Ausbildungsform der Dichteinrichtung.
Wie in Fig. 1 dargestellt, umfaßt eine Dichteinrichtung zur Ab
dichtung einer Wand 10 beispielsweise eines Schiffes an der Stelle,
an welcher ein rotierendes Bauteil (11) beispielsweise eine Schiffschraubenwelle hindurchtritt,
eine Halteeinrichtung in der Form eines zweiteiligen
Gehäuses 12, 13, das mittels einer Reihe von am Umfang
verteilten Schrauben 14 mit der Schottwand 10 verschraubt
ist, so daß es das rotierende Bauteil 11 umgibt. Das
Gehäuse 12, 13 bildet einen ringförmigen Raum 15
aus, der zwei sich gegenüberliegende radiale Gehäuseflächen
16, 17 besitzt, die durch eine zylindrische Fläche 18
verbunden sind. Ein radial bewegliches Element
19 ist innerhalb des Gehäuses 12, 13 montiert, wobei
der äußere Abschnitt 20 des Elements 19 zwischen den
radialen Flächen 16, 17 der Einbuchtung 15 angeordnet
ist. Zwischen den radialen Gehäuseflächen 16, 17 und den sich
gegenüberliegenden Flächen 21, 22 des äußeren Abschnitts
20 des Elements 19 ist ein geringes Spiel vorgesehen,
das eine begrenzte axiale Bewegung des Elements 19 zuläßt.
Die sich gegenüberliegenden Flächen 16, 21 und 17, 22
sind geläppt, so daß sie eine flüssigkeitsdichte Abdich
tung ausbilden, wenn sie sich in Berührung befinden.
Ebenso ist ein Zwischenraum zwischen einer äußeren Umfangs
fläche 23 des Elements 19 und der zylindrischen Fläche
18 des Raums 15 vorgesehen, so daß sich das Element
19 in radialer Richtung frei mit dem rotierenden Bauteil 11 bewegen kann.
Das bewegliche Element 19 umgibt das rotierende Bauteil 11 derart,
daß ein kleines Spiel zwischen einer inneren Umfangsfläche
24 des Elements 19 und dem rotierenden Bauteil 11 vorhanden ist. Die
innere Umfangsfläche 24 des Elements 19 ist mit einer
Einkerbung 25 versehen, deren Seiten in Richtung der
Achse des rotierenden Bauteils 11 geneigt sind. Ein gummiartiger O-Ring
26 ist gleitend um das rotierende Bauteil 11 innerhalb der Einkerbung
25 angeordnet, so daß der größte Teil seiner Umfangsfläche
die Fläche der Einkerbung 25 nicht berührt, falls er
sich im mittigen Abschnitt dieser befindet. Beim Betrieb
unter normalen Umständen, wenn beide Seiten der Schottwand
frei von Wasser sind, kann sich der O-Ring 26 frei um
die Welle 11 oder mit dieser drehen, und liegt nur teil
weise und leicht an dem radial beweglichen Element 19 an. Wenn
eine Seite der Schottwand unter Wasser gesetzt wird,
bringt der Druck der Flüssigkeit auf dieser Seite das
radial bewegliche Element 19 in Berührung mit einer der Gehäuse
flächen 16, 17, so daß eine flüssig
keitsdichte Abdichtung zwischen den gegenüberliegenden
Flächen 16 und 21 oder 17 und 22 hergestellt ist. Der
Flüssigkeitsdruck bringt ebenfalls den gummiartigen O-Ring
26 in Berührung mit der geneigten Wandung der Einkerbung
25 und dem rotierenden Bauteil 11, und bildet dadurch eine Dichtung
am inneren Umfangsbereich des beweglichen Elements 19
aus und stellt somit einen flüssigkeitsdichten Abschluß
zwischen Wand 10 und dem rotierenden Bauteil 11 her.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel kann der gummiarti
ge O-Ring 26 in einer Nut in dem rotierenden Bauteil 11 angeordnet
sein, wobei der O-Ring 26 und die Einkerbung 25 derart
dimensioniert sind, daß die geneigte Wandung der Einker
bung 25, falls sich das bewegliche Element 19 in Abdich
tungsberührung mit dem Gehäuse 12, 13 bewegt, ebenfalls
den O-Ring 26 beaufschlagt.
Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist anstelle des
O-Rings 26 ein Streifen 30 aus einem Werkstoff in einer
Ausnehmung 31 innerhalb der Einkerbung 25 angebracht.
Dieser Streifen 30 ist mit Fasern 32 eines Werkstoffs
wie z. B. Nylon bedeckt, die weichen Borsten ähneln, wobei
sich diese Fasern 32 in die Einkerbung 25 erstrecken und
unter normalen Betriebsumständen leicht über die Oberflä
che des rotierenden Bauteils 11 streifen. Die Fasern 32 beanspruchen
das rotierende Bauteil 11 nicht in einem genügenden Ausmaß, um Ver
schließ zu verursachen, können aber nach Wunsch mit einem
Schmiermittel wie z. B. Öl versehen werden. Wenn eine Seite
der Wand 10 unter Wasser gerät, lenkt der Wasser
druck die Fasern 32 in den engen Spalt zwischen dem beweg
lichen Element 19 und dem rotierenden Bauteil 11 auf der Seite, die
der gefluteten gegenüberliegt, ab und verstopft so den
Spalt, wobei eine Abdichtung zwischen dem beweglichen
Element 19 und dem rotierenden Bauteil 11 hergestellt ist.
Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei
welchem die innere Umfangsfläche 24 des beweglichen Ele
ments 19 mit einer ringförmigen Ausnehmung 35 versehen
ist, in welcher eine Einlage 36 eines Werkstoffs, der
Flüssigkeit absorbiert und aufquillt, angeordnet ist.
Unter normalen Betriebsumständen hält so, wenn beide Sei
ten der Wand 10 trocken sind, die Einlage 36 Abstand
von dem rotierenden Bauteil 11 und ist keinem Verschleiß ausgesetzt.
Wenn eine Seite der Wand 10 geflutet wird, sickert
Wasser durch den Spalt zwischen dem rotierenden Bauteil 11 und dem be
weglichen Element 19 und wird von dem Werkstoff aufge
saugt, wobei die Einlage 26 aufquillt und den Spalt zwi
schen dem beweglichen Element 19 und dem rotierenden Bauteil 11 ver
sperrt und dadurch eine flüssigkeitsdichte Abdichtung
ausbildet. Die Einlage 36 kann aus einem natürlichen Werk
stoff wie z. B. Weichholz oder einem geeigneten syntheti
schen Material gefertigt sein. Das Material kann ständig
innerhalb der Ausnehmung 35 aufgenommen sein oder so ange
ordnet sein, daß es in den Spalt zwischen dem beweglichen
Element 19 und dem rotierenden Bauteil 11 ragt, so daß es während des
Aufschwellens den Spalt abdichtet. Im letzteren Fall kann
das Material vorteilhaft eine Kombination aus einem was
serlöslichen Werkstoff mit einem Isoliergrund in der Form
von Fasern oder Teilchen, die bei Berührung mit Flüssig
keit aufquellen, sein, so daß während der Auflösung des
wasserlöslichen Materials die Fasern oder Teilchen unge
bunden sind, um den Spalt zwischen dem beweglichen Ele
ment 19 und dem rotierenden Bauteil 11 auszufüllen.
Bei der oben beschriebenen Ausführungsform gestattet das
bewegliche Element 19 außermittige Drehung und ringför
mige Bewegung der Welle, so daß unter normalen Betriebsum
ständen das Dichtungsbauteil nicht übermäßigem Verschleiß
ausgesetzt ist. Vorzugsweise wird das bewegliche Element
19 aus einem leichten Werkstoff wie z. B. verstärktem Pla
stik hergestellt und vorteilhaft in zwei Hälften ausge
bildet, die mittels tangentialer Schrauben 37 zusammenge
halten werden, um den Zusammenbau der Dichtung zu erleich
tern. Andere Werkstoffe und Ausgestaltungen können jedoch
Verwendung finden.
Claims (5)
1. Dichteinrichtung zum Abdichten eines für ein rotierendes
Bauteil (11) vorgesehenen Durchbruchs mit einem das
rotierende Bauteil (11) umgebenden Gehäuse (12, 13), in dem
sich ein das rotierende Bauteil (11) mit einem Radialspalt
umgebendes radial bewegliches Element (19) in Kontakt mit
einem zweiten Dichtelement (26, 32, 36) befindet, dadurch
gekennzeichnet, daß
- a) mindestens eine umlaufende Seitenfläche (21, 22) des radial beweglichen Elements (19) und zumindest die gegenüberliegende Gehäusefläche (16, 17) in Axialrichtung in Dichtkontakt bringbar sind, und
- b) das zweite Dichtelement (26, 32, 36) und das radial bewegliche Element (19) so zusammenwirken, daß erst der Kontakt des zweiten Dichtelements (26, 32, 36) mit dem abzudichtenden Medium den dichten Verschluß des Radialspalts zwischen rotierendem Körper (11) und Element (19) bewirkt.
2. Dichteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (12, 13) einen ringförmigen Raum (15) zur
Aufnahme des radial beweglichen Elements (19) aufweist, der
bei Kontakt des zweiten Dichtelements (26, 32, 36) mit dem
abzudichtenden Medium durch dieses gefüllt wird, wodurch der
Dichtkontakt zwischen dem radial beweglichen Element (19) und
dem Gehäuse (12, 13) hergestellt wird.
3. Dichteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die innere Fläche (24) des radial be
weglichen Elements (19) mit einer ringförmigen Einker
bung (25) mit geneigten Wandungen versehen ist und daß
innerhalb der Einkerbung (25) als zweites Dichtelement
(26, 32, 36) ein gummiaratiger O-Ring (26) montiert ist.
4. Dichteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die innere Fläche (24) des radial be
weglichen Elements (19) mit einer ringförmigen Einker
bund (25) mit geneigten Wandungen versehen ist, als
zweites Dichtelement (26, 32, 36) ein ring- und faden
förmiges Element (30) mittig in der Einkerbung (25)
montiert ist.
5. Dichteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das zweite Dichtelement (26, 32, 36)
aufquillt, wenn es mit dem abzudichtenden Medium in
Kontakt kommt.
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