DE3246324C2 - Verwendung von Kohlenstoffprodukten als Zusatz zu tongebundenen Gießereiformsandmassen - Google Patents

Verwendung von Kohlenstoffprodukten als Zusatz zu tongebundenen Gießereiformsandmassen

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DE3246324C2
DE3246324C2 DE3246324A DE3246324A DE3246324C2 DE 3246324 C2 DE3246324 C2 DE 3246324C2 DE 3246324 A DE3246324 A DE 3246324A DE 3246324 A DE3246324 A DE 3246324A DE 3246324 C2 DE3246324 C2 DE 3246324C2
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft neuartige Gießereiformsandmassen, die nicht nur gießereitechnisch verbesserte Ergebnisse bringen, sondern insbesondere den Forderungen aus Umweltschutzsicht am Arbeitsplatz wesentlich besser nachkommen. Die Erfindung betrifft auch die die verbesserten Eigenschaften der Formmassen bewirkenden Zusätze sowie deren Verwendung als Zusatz zu Gießereiformsanden.

Description

Es Ist bekannt, Formsanden, die zur Herstellung von Gußformen bestimmt sind wie sie im Grau-, Temper- und Sphäroguß sowie für Aluminium-, Magnesium-, Kupfer- und Zinklegierungen Verwendung finden, kohlenstoffhaltige Zusätze neben üblichen Ton-Blndemltteln, wie z. B. Bentonlt. zuzugeben. Ein Beispiel hierfür (st
3» Steinkohlenstaub, der Insbesondere zugesetzt wird, um die Oberflachengüte der erhaltenen Gußstücke zu verbessern. Die Zugabe von Steinkohlenstaub erfolgt dabei In der Annahme, daß beim Gießen durch seine Gasbildung und die Umhüllung der Quarzkömer mit Kohle ein Anbrennen des Sandes am Gießstuck vermieden und somit eine glatte und saubere Oberfläche erzeugt wird. A>".;i wurde gefunden, daß die Verwendung von Steinkohlenstaub im Formsand- zum Ausgleich der Sandausdehung und zur Vermeidung von Sandfchlern beiträgt. Ein anderer Vorschlag geht dahin, daß der Zusatz aus einem thermoplastischen Kunststoff in ungeschaumier Form als nicht substituierter polymerlslerter Kohlenwasserstoff, z. B. aus Polymeren des Styrols. Äthylens oder Propylene besteht (vgl. DE-OS 19 52 357). Hierdurch wollte man die Usher verwendeten Kohlenstaube ersetzen und die beschriebenen thermoplastischen Kunststoffe einsetzen, Insbesondere In der Annahme, daß hierdurch In Gießformen Glanzkohlenstoff unter dem Einfluß der Gießtemperatur gebildet wird, der die
*> Korner des Formsandes mit einer Haut umgibt bzw. die Quarzkömer der Formmasse umhüllt. Ein anderer Vorschlag geht dahin, dem Glcßerelsand Harze zuzusetzen, die als Kohlenwasserstoffpolymere In Form sogenannter Petrolharze bei der Erdöldestillation gewonnen werden (vgl. DE-OS 2064 700). Auch diese Lösung geht davon aus, daß unter den Bedingungen der Gießhitze eine teilweise Verflüchtigung der Zusätze stattfindet und anschließend Glanzkohlenstoff aus der Gasphase abgeschieden wird, der dann die Trennung zwischen Metall und Formstoff bewirkt. Jedoch sind die erreichten Ziele immer noch höchst unbefriedigend, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes am Arbeltsplatz. Die nachfolgende Tabelle 1 führt die bisher verwendeten Produkte auf und die nach standardisierten. International akzeptierten Meßmethoden, d.h. DIN 51 720 gemessenen %-Werte der bei der Gießhitze flüchtigen Bestandteile. Die nachfolgende Tabelle 2, gibt die aus verschiedenen Produkten zwischen 400 und 700° C In oxidierender bzw. reduzierender Atmosphäre abgegebenen
5D Gesamtmengen an flüchtigen Bestandteilen an.
Tabelle 1 Lieferform Ul
Ut
Farbe Schüttdichte
g/cm3
DIN
53 468
C-Gehalt
DIN
51721
Asche
%wf
DIN
51719
FlUchtige
Bestandteile
%waf
DIN
51720
Tiegel
koks
%waf
DIN
51720
Pyrokohlen
stoff »us der
Gasphase
Schwefel
%wf
DIN
51724
■"«.*■ -j-'l Gesamt
verlust
■*> 39-41 Γ
Bezeichnung
Prüfrichtlinien
Pulver schwarz 0,60-0,70 70-75 4-10,0 30-37 63-70 8-10 0,7-1,5 Pyrokohlenstoff aus
der Gasphase und
Ci als Rückstand
%waf
wirksamer
Kohlenstoff
25-27 ' °J> U> 43-50
Steinkohlenstäube Pulver schwarz 0,50-0,60 73-78 4- 7 40-44 56-60 14-18 0,7-1,0 73-75 26-28 M 38-75 :
synthetischer Kohlenstaub Pulver schwarz 0,45-0,55 88-92 0-1 45-55 45-55 25-35 0,5-0,8 72-74 20-22
Gießereipeche Pulver schwarz
braun
0,45-0,55 86-90 0- 1 60-70 30-40 22-33 0,9-3,0 78-80 37-40
Bitumen Pulver gelb
braun
0,45-0,50 86-90 0- 1 65-75 25-35 35-45 0,2-0,4 60-63 29-31
Harze, Kohle-Chemie Pulver gelb 0,45-0,50 86-90 0- 1 90-95 5-15 45-55 0,1-0,4 69-71
Harze, Petro-Chemie flüssig braun bis
schwarz
0,8 -1,05 85-91 0- 0,5 90-98 2-10 40-55 0,5-3,5 59-61
Öle Pulver
Perlen
Fasern
farblos
oder
weiß
0,40-0,70 35-95 0- 1,5 85-98 2-15 10-60 0 -0,2 50-57
Kunststoffe 6. W «- a . ,...ΛΛ . . 25r62
vS V,
Tabellen
Abgabe von flüchtigen Bestandteilen in reduz. und oxid. Atmosphäre von Produkten aus Tabelle 1 bei unterschiedlichen Temperaturen in %
Bezeichnung Pech Et 140 Bitumen Kohlenstaub Petroharz Kohleharz
Temperatur 0C Atmosphäre Atmosphäre - Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre
oxid. reduz. oxid. reduz. oxid. reduz. oxid. reduz. oxid. reduz.
400 18,77 3,94
500 49,00 25,04
600 94,88 39,68
15 700 96,19 41,50
4,74 5241 4,48
69,45 28,71 96,33 20,6
7933 36,74 96,64 29,04
79,51 37,11 96,74 32,34
51,72 52,70
97,10 7042
100,00 82,95
100,00 83,20
2646 18.07
8749 4747
100,00 59,90
100,00 63.90
Die Proben wurden bei der jeweiligen Temperatur 1 ti gehalten.
Nach alien bisherigen Verfahren soll die Wirkung der bisher verwendeten kohlenstoffhaltig?" Zusätze auf der unter den Bedingungen der Gießhitze iiattfindenden Verflüchtigung von KohlenwasserstoffVerbfndungen beruhen, wonach sich nach Bildung einer reduzierenden Atmosphäre der sogenannte Glanzkohlenstoff oberhalb von 650° C abscheidet. Der gebildete Glanzkohlenstoff soll die Trennung zwischen flüssigem Metall und Gießformmasse bewirken, indem er die Korner des Gießformsandes umhüllt.
Nachfolgend werden die Zersetzungsprodukte und deren Zusammensetzung einer Gaskohle A) und eines Kohlenwasserstoffharzes B) aufgeführt, die wahrend der thermischen Umsetzung in reduzierender Atmosphäre anfallen.
A) Ausbringen an Gas, Benzol und Teer aus einer Gaskohle mit 33% flüchtigen Bestandteilen
100 kg Kohle = 43,8 N m3 Gas
3,6 kg Teer
1,15 kg Benzol
Durchschnittliche Analyse des Gases
CO2 1,8%
C,Hm
O2
CO
H2
CH4
N2
C6H6
23%
0,2%
4,7%
64,6%
24,5%
0,6%
Das CnHn (d. h. die schweren Kohlenwasserstoffe) setzt sich zusammen aus:
C2H6
C2H4
CjH3
C3H6
0,82% 1,21% 0,07% 0,20%
Analysenangaben der flüchtigen Bestandteile des Teeres im Siedeberelch von
0-170° C Benzol - Toluol - Xylol - Phenol - Pyrldln
170-230° C Naphthalin - Phenol - Kresol - Basen
230-270° C Kreosat - Naphthalin - neutrale öle
270-350° C Anthracen - Phenantren - Carbazol
ca. 0,5« Benzopyren-3,4
Pech: freier Kohlenstoff - Phenantren - Chrysen ca. 1,0% Benzop/ren-3,4
Siedepunkt de« Benzopyren-3,4 liegt bei 495,5° C
B) Thermische Zersetzung des Kohlenwasserstoflharzes bei 10000C, Analyse der hierbei anfallenden fluchtigen
Bestandteile
Kohlenwasserstoffe, niedrige 0,3% Cyclopentadien 0,2%
Benzol ^ 1,5% 5
Toluol 2,7%
Älhylbenzol + m-, o-, p-Xylol 2,2%
Styrol 7,3%
Cumol 0,2%
Allylbenzol 0,1% in Äthylioluol 0,4% f<
jr-Methylstyrol 1,4% |j
ο-, m-. p-Vlnyltoluol 18,0% t<
/J-Methylstyrol 0,3% -?i
Inden 19,4% 15 j,j
Dimethylstyrol 8,4% h
Methyllnden 18,5% y Naphthalin 19,1%
Wie ersichtlich werden bei Verwendung der vorbekannten Zusatzstoffe flüchtige Bestandteile abgegeben, die 2» 1}
unter Umweltschutzgesichtspunkten äußerst schädliche Bestandteile enthalten, wie die heute als krebserzeu- f,
gende Mittel In anderen technischen Bereichen z. B. als Lösungsmittel nicht mehr zugelassenen Aromaten Sj
Benzol. Toluol und Xylol. [Vgl. R. W. Schlmberg et al.. Belastung von Eisengießereiarbeltern durch mutagene '■'..
polycyclisch^ aromatische Kohlenwasserstoffe, Staub-Relnhalt. Luft Bd. 41 (1981) S. 421-424]. Auch die beim '
ülelivorgang entstehenden Gase enthalten am Arbeitsplatz untragbar hohe Gehalte an Kohlenmonoxid. -'> .Λ
Entgegen der bisherigen Annahme der Voraussetzung für die Wirksamkeit der bisher verwendeten kohlen- ij
stoffhalilgen Zusätze zu Gleßerelformsanden stellen die erflndungsgemSß verwendeten Zusätze Kohlenstoffpro- ?
dukte dar. die einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 0,5 bis 20%, vorzugsweise 0,5 bis 10%, aufweisen. -;
bezogen auf die Menge des von gegebenenfalls Im Naturprodukt anwesenden mineralischen Bestandteilen £
befreiten Kohlenstoffproduktes. Vorteilhaft liegen die Zusätze mit einer Teilchengroße von kleiner als 1 mm, 3n $j
vorzugsweise kleiner als 0,15 mm, vor. Insbesondere sind als derartige Produkte die sogenannten kristallinen ;;'
Kohlenstoffprodukte geeignet, die im allgemeinen unter 1% flüchtige Bestandteile enthalten. Da es sich bei ΐ! diesen Produkten Im allgemeinen um relativ teure Produkte handelt, können organische Kohlenstoffprodukte
zugemischt werden, die In der während des Gießvorganges gebildeten reduzierenden Atmosphäre oberhalb von :
650° C selbst kristalline Kohlenstoffe bilden können und einen Anteil an flüchtigen Bestandteilen von 1 bis 20%, 35 fi
vorzugsweise zwischen 5 und 10% aufweisen, vorausgesetzt, daß das erfindungsgemäß verwendete desamikoh- ξ-i
icnstoffproduki fiücniigc Bcstänaicüc nur innerhalb der vöfsicherrd angegebenen Grenzen aufweist und der U
maximale Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 20%, vorzugsweise 10%, nicht überschritten wird. %]
Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare kristalline Kohlenstoffprodukte und für zumlschbare Kohlenstoff- !£
produkte sind in Tabelle 3 und die bei den beim Vergießen von im Sand der Gießereiformen auftretenden 40 ;i
Temperaturen abgegebenen flüchtigen Bestandteile sind In Tabelle 4 aufgeführt. ;- Der Ausdruck »Naturgraphit« ist hierbei so zu verstehen, daß die natürlich vorkommenden Graphitminerallen
im allgemeinen beträchtliche Mengen an mineralischen Bestandteilen enthalten, weiche vor Ihrer Verwendbar- -
keit In bekannten Flotations- oder chemischen Behandlungsverfahren hiervon getrennt werden müssen, bevor ;;
sie als Zusätze zu Gleßerelformsanden brauchbar sind. Das so gereinigte, nicht in dieser reinen Form in der 45 '■>
Natur vorkommende Produkt wird überlIcherweise als »Naturgraphit« bezeichnet. '■■■■ Tabelle 3
Bezeichnunii Lieferform Farbe Schüttdichte C-Gehult Asche Flüchtige
Bestandteile
Rück-
stands-
kohlen-
stoff
Pyrokohlen-
stoff aus der
Gasphase
Schwefel wirksamer Kohlen
stoff: Pyrokohlen
stoff und Rück
standskohlenstoff
Gesamt
Gasverlust
OJ
g/cm* % %wf %waf %waf %wf %wal° % KJ
J^
O\
OJ
Prüfrichtlinien DlN
S3 468
DIN
51721
DIN
51719
DIN
51720
DIN
51720
DIN
51724
Naturgraphit
feinkörniger kristalliner
Kohlenstoff
Pulver schwarz,
glänzend
0,6-0,7 99,6-99,8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99,7 max.
0.1
max.
0,1
99,6-99,8 max.
0,4
Naturgraphit
grobkörniger kristalliner
Kohlenstoff
Pulver schwarz,
glänzend
0,6-0,7 99,6-99,8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99.7 max.
0.1
max.
0.1
99,6-99,8 max.
0,4
Elektrographit
kristalliner Kohlenstoff
Pulver schwarz,
glänzend
0,6-0,7 99,6-99,8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99,7 max.
0,1
max.
0.1
99,6-99,8 max.
0,4
Ruß
amorpher Kohlenstoff
Pulver schwarz 0,1-0,5 99,6-99,8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99.7 max.
0,1
max.
0,1
99,6-99,8 max.
0,4
Pyrographit Pulver schwarz,
glänzend
0,5-0,6 99,6-99.8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99,7 max.
0,1
max.
0.1
99,6-99.8 max.
0,4
Pyrokohlenstoff Pulver schwarz 0,3-0,4 99,6-99,8 max.
0,2
max.
0,5
99,5-99,7 max.
0,1
max.
0.1
99,6-99,8 max.
0,4
Anthrazitkohle Pulver schwarz 0,5-0,6 94 -96 5 -7 6-10 90 -94 1 -2 max.
0.2-1.1
91,5-95.5 4,5- 8,5
Magerkohle Pulver schwarz 0,5-0,6 89 -91 5 -7 14-16 84 -86 4 -6 max.
0,8-1.1
89,0-91,0 9 -Il
Tabelle 4
Abgabe von flüchtigen Bestandteilen in reduz. und oxid. Atmosphäre von KohlenstolTprodukten uus Tabelle 3 bei unterschiedlichen Temperaturen in %
Temperatur Nalurgraphit Naturgraphit Elektro- Ruß Pyrographil Pyro- Anthrazit- Magerkohle
feinkörniger grobkörniger graphit amorpher kohlenstoff kohle
kristalliner kristalliner feinkörniger Kohlenstoff Kohlenstoff Kohlenstoff kristalliner Kohlenstoff
Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre Atmosphäre oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz. oxid, reduz.
4000C 0,611.1 0,65 1,2 0,5 1,5 2,3 i,8 0,63 1,2 2,2 1,6 5,3 1,6 26,1 3,2
5000C 1.42 2.1 1,3 2,3 1,1 2,6 3,6 2,8 1,5 2,0 3,5 2,5 81,4 3,5 89,6 9,9
6000C 3,64 5.3 3,5 5,6 3,3 7,2 7,2 7,9 3,7 5,4 7,1 7,3 90,5 7.7 92,0 14.7
7000C 15.7 5.4 14,8 5,9 12,7 7,5 19,4 11,1 16,0 5,45 19,2 9,8 90,5 7,7 92,0 15.9
Hieraus ist ersichtlich, daß bei der thermischen Belastung während des Gießprozesses bei den Gleßerelformsanümasscn. welche die erfindungsgemäß verwendeten Zusätze (Kohlenstoffträger) enthalten, die abgegebene Gasmenge deutlich geringer Ist. Allgemein ist zu beobachten, daß die Stichflammen beim Eingießen des heißen flüssigen Metalls in die Gießformen, wie es bei Verwendung der vorbekannten Zusätze z. B. auf Basis von Gaskohle üblich Ist und durch Entzünden der freiwerdenden flüchtigen Bestandteile Im Formsand geschieht, bei Verwendung von Formsanden mit den erflndungsgemäß als Zusätze verwendeten Kohlenstoffträgern nicht mehr auftritt. Die Zugabemengen an Kohlenstoffträgern zur Regenerierung des Formsandes können dazu um 25 bis 50h, reduziert werden, mit dem Ergebnis, daß die Umweltbelastung In der Gießerei auf etn Minimum herabgesetzt wird. Zahlreiche Gasuntersuchungen haben bestätigt, daß beim Einsatz von Kohlenstoffträgern mit einem Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 8 bis 10% waf, neben der Verminderung der Kohlenwasserstoff- -«> verbindungen der Gehalt an Kohlenmonoxid in der Atmosphäre an der Gießstrecke und Auspackstation auf ca. 20 ppm herabgesetzt wird. Beim Einsatz von Kohlenstoffträgern mit einem Gehalt von flüchtigen Bestandteilen von 40 bis 45t waf steigt der CO-Wert dort auf 80 bis 100 ppm, womit der MAK-Grenzwert von 50 ppm deutlich überschritten wird. Im Hinblick auf die bisherigen Lehren im Stand der Technik Ist es überraschend, daß trotz der In den Zusätzen enthaltenen stark verringerten Mengen an flüchtigen Bestandteilen gerade die Oberfläche des Gießstücks frei von Fehlern Ist, wie Bandrippen und dergl., die Trennung zwischen Formsand und Gießstücfc einwandfrei verläuft, und dies bei stark verringerter Menge an Zusatz zum Formsand.
Die Kombination der kristallinen Kohlenstoffprodukte mit Anthrazit- bzw. Magerkohlen als Zumlschkohlenstoffprodukt hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Anthrazit- und Magerkohlen reagieren während des Gießprozesses bereits bei niedrigen Temperaturen (150 bis 4000C) mit dem Im FormhohJraum vorliegenden w Luftsauerstüff, und schaffen somit sehr schnell eine reduzierende Atmosphäre, die Voraussetzung dafür Is". daß die kristallinen KohlenstoFTprodukte nun auch sehr geringe Verluste während oder nach dem Gießprozeß erleiden.
Die Zusätze zu Gießereisandmassen bilden eine ideale Schutzschicht zwischen dem flüssigen Metall und der Formsandmasse, womit Reaktionen zwischen der Metallschmelze und dem Formsand verhindert werden.
Ein weiterer Vorteil bei Einsatz der erfindungsgemäß verwendeten Zusätze (Kohlenstoffträger) Ist der geringe Wasserbedarf des so gebildeten Formsandes während des Aufbereitungsprozesses, da die erflndungsgemäß eingesetzten Zusätze (Kohlenstoffträger) gegenüber den herkömmlichen KohlenstoffprodukJen eine wesentlich geringere Oberfläche aufweisen.
Das Fließ- und Verdichtungsverhalten des mit den Zusätzen versetzten Formsandes wird ebenfalls verbessert, so da die erfindungsgemäß eingesetzten Zusätze (Kohlenstoffträger) den Reibungswiderstand der mit Ton umhüllten Quarzkörper erheblich herabsetzt. %
Neben den aufgeführten gießereitechnischen Vorteilen, des Formsandes und der Zusätze wird die Umweltbelastung in der Gießerei erheblich verringert. Zur Zelt werden allein In der Bundesrepublik Deutschland ca. 70 000 t/Jahr an Kohlenstoffträgern = Zusätzen zu Gießereisanden auf Kohlenstoffbasis mit einem Anteil an bei Vergießiemperaturen flüchtigen Bestandteilen um 38 bis 40% eingesetzt, d. h. es werden ca. 20 000 t/Jahr Kohlenwasserstoftverblndungen in die Atmosphäre abgegeben. 20000 t/Jahr Kohlenwasserstoffverbindungen entsprechen, ausgehend vom Anteil an flüchtigen Bestandteilen von ca. 40%, 10 612000 m3 Gas, 85 400 kg Teer und 272 000 kg Benzol.
Versuchsbericht ω FOr die Versuche wurden folgende Sandmischungen hergestellt: Sandmischung 160 kg Sand
14,4 kg Gemisch β5
30* Kohlenstoffträggr 70% Bentonlt 4,3 kg H2O
Es wurden 8 Mischungen hergestellt: Mischungen I-S: Kohlenstofftrüger = Naturgraphit mit unterschiedlichen Oberflächen Mischung 6: Kohlenstoffträgir = reines Bltuiftln Mischung 7: Kohlerstoffträger = Gemisch aus hochflQchtlger Kohle + Bitumen Mischung 8: Kohlenstofftrager = Gemisch aus niederflüchtiger Kohle + Bitumen Die Sandmischungen weisen folgende Sandwerte auf:
Mischung
H2O
Druckfestigkeit Verdichtbarkeil Prüfkörpergewicht
1 2,9 600
2 2,7 630
3 2.6 490
4 2,9 800
5 2,9 610
6 2,7 VOO
7 2,8 660
8 3,0 610
63,C
62,0
155
152
149
152
148,5
150,0
149,0
148.0
Für alle Versuche wurde ein spezielles Modell ausgesucht, damit Vergleiche möglich sind. Die Sande wurden als Modellsand ohne Aufslebung eingesetzt. Beim Abgießen aller Käs'.en zeigte sich, daß bei den Proben 6, 7 und 8 eine stärkere Flammblldung auftrat.
Gasanalyse in einer üblichen Gießerei Probennahme
1 Gießstrecke vor dem Abgießen
2 Gießstrecke während des Abgießens
3 Auspackstation während des Auspackens
Probe 1 Probe 2 Probe 3
Vol-% Vol-% Vol-%
CO2 0,12 0,10 0.28
Oj 21,0 21,0 20,8
CO (ppm) 33 62 118
H2 0,02 0,02 0.02
CH4 0,00 0,00 0.02
N2 78,85 78,83 78.81
C2H6 0,00 0,00 0.00
C2H4 0,00 0,02 0.02
C2H2 0,00 0,00 0.00
C3H8 0,00 0,00 0.00
C3H6 0,02 0,00 0.02
C4H10 0,00 0,00 0,00
C4 0,00 0,00 0.00
C6H6 n. n. n. n. η η.
99,99 99,98 99,98
Auspackverhalten Die Gußstücke bzw. Proben wurden unter glichen Bedingungen ausgepackt. Die Proben 1-8 konnten wie
folgt beurteilt werden:
Probe 1 praktisch keine Geruchsbildung Probe 2 praktisch keine Genichsbildung Probe 3 praktisch, keine Geruchsbildung Probe 4 praktisch keine Geruchsbildung Probe 5 praktisch keine Geruchsbildung Probe 6 sehr starke Geruchsbildung
Probe 7 starke Geruchsbildung
Probe 8 starke Geruchsbildung
IO
Gußstücke nach dem Strahlen Zunächst wurden die allgemeinen GuBoberflachen beurteilt Proben 1-8 saubere Oberflachen is
Das GuRs'ück neigt zur Blattrippenbildung und es konnte festgestellt werden, daß die Blattrippenbildung steigt, je höher die flOchtlgen Bestandteile Im Kohlenstoffträger sind.
Die Proben 1-5 zeigen keine Blattrippen, dagegen Proben 6 und 7· starke Blattrippenneigung und bei der Probe 8 waren nur schwache Ansätze von Blattrippen zu veizelchnen.
40 43
«I 65

Claims (8)

—-J ,. Patentansprüche: :
1. Verwendung von einem oder mehreren KohlenstofTprodukt(en), welches) 0,5-20 Gew.-% flüchtige Bestandteile enthalt bzw. enthalten, wobei Im Falle von mineralische Bestandteile aufweisenden Naturprodukten der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen sich auf die Menge des von den mineralischen Bestandteilen befreiten Naturproduktes bezieht, als Zusatz zu tongebundenen Gleßerelformsandmassen.
2. Verwendung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das oder die KohlenstolTprodukt(e) feinkörniger oder grobkörniger kristalliner Naturgraphit, kristalliner Elektrographlt. Ruß. Pyrogräphit. Pyrokohlenstoff. Anthrazitkohle oder Magerkohle ist bzw. sind.
■" 3. Verwendung gemäß Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprodukt in einer Teilchengröße von kleiner als 1 mm vorliegt. . ·
4. Verwendung gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kohlenstoffprodukt ein kristallines Kohlenstoffprodukt 1st.
5. Verwendung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das kristalline KohlenstofTprodukt aus Kohlenwasserstoffyerblndungen in reduzierender Atmosphäre bei einer Temperatur zwischen 650 und
1000s C hergestellt worden ist.
6. Verwendung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das kristalline Kohlenstoffprodukt ein Naturgraphit Ist.
7. Verwendung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Naturgraphit eine Oberfläche von 0.4 bis 15 la2 hai.
8. Verwendung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das kristalline KohlenstofTprodukt aus synthetischen Graphiten besteht.
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