DE32517C - Verfahren zur Entzinnung von Weifsblechabfällen und dergl. sowie von zinnhaltigen Rückständen - Google Patents

Verfahren zur Entzinnung von Weifsblechabfällen und dergl. sowie von zinnhaltigen Rückständen

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DE32517C
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A. LAMBOTTE, Vize-Präsident des Handels-Gerichts in Brüssel
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    • C22—METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B25/00—Obtaining tin
    • C22B25/06—Obtaining tin from scrap, especially tin scrap
    • Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02P—CLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
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Description

KAISERLICHES
PATEN TA
KLASSE 4O: Hüttenwesen.
Die ökonomische Rückgewinnung des Zinnes von verzinnten Gegenständen, sowie aus den bei der Arbeit mit Zinn entfallenden Rückständen hat seit langem die Technik beschäftigt. Namentlich die grofse Menge der Weifsblechabfälle regte schon früher die Frage an, und wurden bereits 1854 Vorschläge gemacht, denselben das Zinn durch Chlor zu entziehen. Die bezüglichen Verfahren von Parmella, Seely, Higgin u. A. haben praktische Resultate nicht gezeitigt. Die Hauptschwierigkeiteri bei der Anwendung von Chlor zum vorliegenden Zwecke bestehen darin, dessen Wirkung auf das Zinn allein zu beschränken, so dafs das auch in reineren Zinnabfällen nicht fehlende Eisen unangegriffen bleibt, und sodann ferner die Bildung von flüssigem Zinnchlorid hintanzuhalten, welches sonst unter Reduction zu Zinnchlorür die Bildung von Eisenchlorür veranlafst. Der Erfinder löst diese Aufgaben in der Weise, dafs er:
ι. das Chlor nur in sehr verdünntem Zustande, d. h. mit Luft oder mit anderen passiven Gasen vermischt, auf das Material wirken läfst, in welchem Zustande es das Eisen nicht angreift, und zwar in der Weise, dafs das verdünnte Chlorgas in continuirlichem Strome darüber hinweggeleitet wird, so dafs es gleichzeitig die sich bildenden Dämpfe von Zinnchlorid mitreifst und jeden innigen Contact derselben mit dem Material verhindert;
2. die Einwirkung des Chlors bei einer Temperatur stattfinden läfst, welche über dem Siedepunkt des Zinnchlorids liegt, einestheils weil sich die Reaction in der Kälte zu sehr verzögert, und sodann auch, um die Condensation des Chlorids zu vermeiden;
3. das Chlor in einem gewissen trockenen Zustande anwendet.
Ein ferneres charakteristisches Merkmal seines Verfahrens bildet:
4. die Condensation der Zinnchloriddämpfe, welche in der Weise stattfindet, dafs der mit den Chloriddämpfen beladene Luft- oder Gasstrom, nachdem er die Abfälle verlassen hat, entweder mit so viel Feuchtigkeit versetzt wird, als zur Erzeugung von gewässertem, d. h. krystallisirtem Zinnchlorid (welches sich leichter verdichtet als das wasserfreie Salz) nöthig ist, oder dafs der die Chloriddämpfe mit sich führende Strom durch eine mehr oder weniger concentrirte Zinnchloridlösung geleitet wird. Letztere bildet ein vorzügliches Bindungsmittel, und kann man so die Concentration von Zinnchloridlösungen selbstthätig bis zur vollen Sättigung und darüber hinaus bewirken.
Der Erfinder hat durch die Combination der Punkte 1., 2. und 3. ein Verfahren geschaffen, das ihm gestattet, sowohl eisenfreiere zinnhaltige Rückstände und Abfälle, wie Zinnkrätze, Zinnasche u. dergl., als auch speciell verzinntes Eisen und namentlich Weifsblechabfälle so mit Chlor zu entzinnen, dafs er das Zinn in commerciell direct verwerthbarer und besonders eisenfreier Form und das vorhandene Eisen als verhüttbares Product erhält. Das Verfahren bleibt für beide Materialien ganz dasselbe. Er kann also die sich langsamer ansammelnden Zinnrückstände zusammen mit den häufiger vorkommenden Weifsblechabfällen verarbeiten.
Das Arbeitsverfahren ist folgendes:
Das zu entzinnende Material, sei es verzinntes Eisen' oder Zinn-Rückstände und -Abfälle oder ein Gemenge beider, wird von oben in eine Art von Cupolöfen oder gemauerte oder eiserne, gegen Wärmeausstrahlung wohl verwahrte Thürme eingeführt, welche zur Erzielung eines continuirlichen Betriebes mit beweglichen Rosten oder anderen zum Ausziehen der Rückstände geeigneten Einrichtungen versehen sind. Die Rückstände werden unten durch entsprechende Bewegung der Roststäbe u. s. w. abgezogen, während von oben frisches Material nachgefüllt wird. Das mit Luft oder anderen passiven Gasen stark verdünnte, genügend getrocknete und auf die zur Reaction nöthige Temperatur erwärmte Chlorgas wird am unteren Theil des Thurmes ein- und durch die Materialmasse hindurch nach oben gesaugt. Die sich bildenden Zinnchloriddämpfe werden sofort von dem Strom mit nach oben gerissen.
Um aus den Dämpfen direct krystallisirtes Salz zu erhalten, wird denselben im oberen, vom Material freigelassenen Theil des Thurmes das zur !Crystallisation nöthige Wasser in Gestalt von Wasserdampf zugeführt. Das Absetzen der Krystalle erfolgt in hierzu besonders angelegten geräumigen Codensationskammern. Oder aber man leitet die trockenen Dämpfe direct in letztere und unterhält an deren Wänden die zur !Crystallisation nöthige Feuchtigkeit.
In Fällen, wo man das Zinnchlorid nicht auf den ersten Wurf als krystallisirtes Salz gewinnen will, kann man den die Chloriddämpfe führenden Luft- oder Gasstrom durch mit Wasser berieselte Koksthürme, durch Waschapparate, Standart-Apparate oder andere für dergleichen Absorptionszwecke gebräuchliche Vorrichtungen leiten. Man kann hierbei die Condensation des Zinnchlorids noch durch Zusatz von Salzsäure oder von Lösungen solcher Chlorverbindungen, welche damit technisch verwerthbare Doppelverbindungen eingehen (wie Natriumchlorid, Ammoniumchlorid), befördern; man vermeidet hierdurch zugleich etwaige Zersetzungen des Zinnchlorids beim Eindampfen der erhaltenen Lösungen.
Als sehr zweckmäfsig erweist sich die Aufnahme der Zinnchloriddämpfe mittelst schon vorhandener Zinnchloridlösung. Dieselbe bildet bis zum Sättigungspunkt ein ganz vorzügliches Bindungsmittel und gestattet, die Condensation der Chloriddämpfe und die Concentration der sich ergebenden Lösungen selbsttätig und continuirlich mittelst der für solche Zwecke gebräuchlichen methodischen Apparatanordnungen durchzuführen.
Um das Zinnchlorid aus den erhaltenen Lösungen auszukrystallisiren, bewirkt man die Eindampfung desselben am zweckmäfsigsten mittelst eines hindurchgeleiteten warmen Stromes trockener oder auch feuchter Luft. Man erzielt mit diesem Verfahren die . Abtreibung des Lösungswassers, ohne irgend eine Veranlassung zu Zersetzungen des Zinnchlorids zu geben.
Selbstverständlich könnte man die Concentration auch im Vacuum vornehmen.
Das beschriebene Verfahren erlaubt die Verwerthung des stark verdünnten gasförmigen Chlors, welches bei einer Reihe von chemischen Verfahren (Deacon, Weldon, Solvay) gewonnen wird.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Das Verfahren zur Entzinnung von Weifsblechabfällen und anderem verzinnten Eisen,· sowie von zinnhaltigen Rückständen, wie Zinnkrätze, Zinnasche und ähnlichen Materialien, darin bestehend, dafs man einen mit Luft oder anderen passiven Gasen verdünnten Strom von Chlorgas bei einer über dem Siedepunkt des Zinnchlorids liegenden Temperatur über die zu entzinnenden Materialien streichen läfst.
  2. 2. Die directe Darstellung von krystallisirtem Zinnchlorid aus den bei dem Verfahren nach ι. erhaltenen Zinnchloriddämpfen durch Zufuhr von Wasserdampf oder Condensation in feuchten Kammern.
  3. 3. Die methodische Absorption der bei dem Verfahren nach 1. erhaltenen Zinnchloriddämpfe mittelst einer Zinnchloridlösung von mittlerer Concentration und Eindampfen der erhaltenen concentrirten Lösung mittelst eines durch dieselbe geleiteten Stromes warmer, zuvor getrockneter oder auch nicht getrockneter Luft.
DENDAT32517D Verfahren zur Entzinnung von Weifsblechabfällen und dergl. sowie von zinnhaltigen Rückständen Expired DE32517C (de)

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