DE3304009C2 - Einrichtung zur Überprüfung des Hörvermögens von Säuglingen - Google Patents
Einrichtung zur Überprüfung des Hörvermögens von SäuglingenInfo
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Abstract
Einrichtung zur Überprüfung des Hörvermögens, insbesondere von Säuglingen, mit einem oder mehreren Sensoren zur Erfassung von Reflexaktivitäten der Säuglinge als Antwort auf den Schallreiz eines Tongenerators, wobei einer der Sensoren ein Druckmeßgerät (9) ist, das die Kau- oder Saugbewegungen der Säuglinge erfaßt. Als Druckmeßgerät eignet sich eine druckempfindliche Membran (16), die den Boden einer Saugflasche (17) bildet, und an der ein Bewegungsmelder (14) über ein Kopplungsstück (15) ansetzbar ist. Die Einrichtung umfaßt weiterhin Mittel zur Verstärkung, Umformung und zur gleichzeitigen Registrierung der Sensorsignale und Mittel zur Erfassung des Gesamtschallpegels.
Description
Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zur Vorteilr, nicht vorhersehbar waren.
Überprüfung des Hörvermögens von Säuglingen, die Die erfindungsgemäße Einrichtung bietet eine beson-
mindestens einen Sensor zur Erfassung von Reflexakti- ders empfindliche und eindeutige Nachweismöglichkeit
vitäten des Säuglings als Antwort auf den Schallreiz für die Reaktion eines Säuglings auf einen Schallreiz,
eines Tongenerators, eine Vorrichtung zur Verstärkung 45 Die Saugaktivität als nicht unmittelbar und kurzfristig
und Umformung der Sensorsignale und eine Vorrich- wie die Atmung lebenserhaltende Tätigkeit wird bei Än-
tung zur gleichzeitigen und fortlaufenden Registrierung derungen der Geräuschumgebung nachhaltig und ein-
der Sensorsignale und des Schallreizes aufweist deutig geändert, d. h. unterdrückt bzw. verzögert wieder
Es ist wichtig, Hörstörungen bereits im frühesten Kin- aufgenommen. Zur Untersuchung genügen Reize, die
desalter, möglichst noch vor Beginn der sprachsensiblen 50 wenig überschwellig sind. Die Einrichtung ermöglicht es
Phase, die in der Regel ab dem neunten Monat einsetzt, also, Hörschwellenbestimmungen bei Säuglingen vor-
zu erkennen, um einer späteren, verzögerten Sprachent- zunehmen.
wicklung und einer intellektuellen Reifungsverzögerung Zur Mehrfachsicherung des Meßergebnisses kann die
vorzubeugen. Einrichtung vorteilhaft dahingehend erweitert werden,
Neben anderen Gründen scheitert die rechtzeitige 55 daß nicht nur die Saugaktivität sondern durch Sensor
Erkennung der Hörstörungen häufig daran, daß die dia- gemäß Anspruch 2 auch weitere Reflexaktivitäten er-
gnostischen Möglichkeiten unzulänglich sind. Vielfach faßt und registriert werden.
wird bei den Untersuciiungen den Kindern ein Schall- Vorteilhaft ist das Druckmeßgerät gemäß den Unterreiz
angeboten und versucht, durch Beobachtung Ver- ansprächen 3 und 4 ausgebildet, so daß der Säugling
haltensänderungen als Reaktion auf den Reiz festzustel- 60 während der Untersuchung gefüttert und somit seine
len. Der Mangel dieser Methode ist, daß sie nicht objek- Konzentration auf die Flasche gerichtet werden kann,
tivierbar ist und stark subjektiven Einflüssen unterliegt. ohne daß er von der Umgebung abgelenkt wird. Aus
Durch die US-PS 39 38 500 ist eine Einrichtung zur dieser Konzentration heraus ist eine Reaktion auf einen
Überprüfung des Hörvermögens von Säuglingen be- plötzlichen Schallreiz eindeutiger als bei einer Untersukannt,
bei der die Körperbewegungen der Säuglinge als 65 chungsmethode, bei der der Säugling nicht auf eine beAntwort
auf einen unerwarteten Schallreiz registriert stimmte Tätigkeit konzentriert ist.
werden. Eine derartige Untersuchungseinrichtung ist Um mögliche Störschallquellen, die das Untersunicht empfindlich genug, um außer schweren Hörschä- chungsergebnis beeinflussen könnten, zu erkennen, ist
werden. Eine derartige Untersuchungseinrichtung ist Um mögliche Störschallquellen, die das Untersunicht empfindlich genug, um außer schweren Hörschä- chungsergebnis beeinflussen könnten, zu erkennen, ist
bei der Einrichtung weiterhin ein Gesamtschallpegeiroesser
vorgesehea
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt
F i g. 1 eine schematisierte Darstellung des Aufbaus
der Einrichtung zur Oberprüfung des Hörvermögens gemäß der Erfindung;
F i g. 2 ',;r.d 3 Ausführungsformen von Meßwandlern
der Einrichtung zur Erfassung der Saugaktivität und
F i g. 4 eine mit der Einrichtung aufgezeichnete Meßkurve.
Wie F i g. 1 zeigt, werden bei der Einrichtung mehrere
Reflexaktivitäten eines Säuglings als Antwort auf den Schallreiz eines Tongenerators 1 durch Sensoren erfaßt,
und diese Sensorsignale gegebenenfalls nach Umformung und Verstärkung durch ein Registriergerät 2
gleichzeitig aufgezeichnet Die Einrichtung weist ferner einen Schalfpegeltnesser 3 auf, der den aktuellen Schallpegel
im Raum mißt, der sich aus dem Schallreiz, Eigenlauten
des Säuglings und gegebenenfalls Störschall zusammensetzt Auch der Gesamtschallpegel wird durch
das Registriergerät 2 aufgezeichnet
Bei der Untersuchung werden die vom Tongenerator erzeugten Schallreize über Lautsprecher 4 auf den
Säugling übertragen. Die Lautsprecher 4 können nahe bei den Ohren, aber auch im Untersuchungsraum verteilt
angeordnet sein, um auch anhand der Kopfbewegung überprüfen zu können, ob erfaßt wird, aus welcher
Richtung der Schallreiz kommt. Als Schallreize, deren Intensität nur leicht überschwellig ist, werden z. B. Sinustöne
im Frequenzbereich von 0,1 —8 kHz, Wobbeltöne, Schmalbandrauschen, Musik oder spezielle Geräusche,
z. B. Herztöne, verwendet Um Beginn und Ende des Schallreizes zweifelsfrei feststellen zu können,
wird auch der Schallreiz durch das Registriergerät 2 aufgezeichnet.
Aufgrund des Schallreizes werden Reflexaktivitäten des Säuglings unterdrückt oder ausgelöst. Im Ausführungsbeispiel
werden durch Sensoren 5 die Augenbewegungen und durch den Sensor 6 in bekannter Weise
durch eine Vier-Pol-Messung, die für den Säugling wenig belastend ist, die Atemaktivität erfaßt An einer
Wippe 7, in der der Säugling während der Untersuchung liegt, ist ferner ein Beschleunigungsmesser 8 angeordnet,
der Eigenbewegungen des Säuglings erfaßt. Weiterhin kann die Einrichtung auch noch einen Sensor (nichi
gezeigt) aufweisen, der die Herzfrequenz des Säuglings erfaßt.
Am empfindlichsten läßt sich die Reaktion des Säuglings auf einen Schallreiz durch ein Druckmeßgerät 9
feststellen, das mit einem Sauger 10 im Mund des Säuglings verbunden ist Gemäß F i g. 2 besteht das Druckmeßgerät
9 aus einem Mikrophon, das am Boden einer Zelle 11 angeordnet ist. Über einen dünnen Kunststoffschlauch
12 ist der freie Raum der Zelle 11 über dem Mikrophon 9 mit dem Innenraum des Saugers 10 verbunden.
Das Ende des Kunststoffschlauches 12, das in den Sauger 10 ragt ist durch ein Paßstück 13 geführt.
Das Paßstück 13 sitzt im Halsteil des Saugers 10 und wird von diesem dichtend umfaßt. Druckschwankungen
im Sauger !0 aufgrund der Saugaktivität des Säuglings werden folglich nur im Kunststoffschlauch 12 zum Mikrophon
9 hin übertragen.
Gemäß einer in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform besteht das Druckmeßgerät 9 aus einem als Bewegungsmelder dienenden Kristall-Ohrhörer 14, der über ein
KoDDlunesstück 15 mit einer Seite einer druckempfindlichen Membran 16 verbunden ist Die Membran 16
bildet den Boden einer Saugflasche 17 und schirmt den
Kristallohrhöhrer 14 von der Saugflasche 17, die Flüssigkeit enthalten kann, ab. Druckschwankungen aufgrund
der Saugaktivität werden über die Flüssigkeit oder die Luft zwischen Membran und Flüssigkeit auf die
Membran 16 und von dort über das Kopplungsstück 15 auf den Kristallohrhöhrer 14 übertragen. Vorzugsweise
ist der Kristallohrhöhrer 14 am Boden eines Ansatzteiles angeordnet, in das die Saugflasche 17 einsetzbar ist
Die Saugflasche 17 ist durch eine Ringwulst an der Innenseite des Ansatzteils derart in Abstand zum Kristallohrhöhrer
14 gehalten, daß die Membran 16 das Kopplungsstück 15 berührt Es können handelsübliche Saugflaschen
aus elastischem Kunststoff eingesetzt werden, deren Boden die druckempfindliche Membran darstellt
Da das Kopplungsstück 15 nicht starr mit dem Flaschenboden verbunden ist besteht die Möglichkeit vor einer
neuen Untersuchung die Saugflasche einfach auszutauschen.
Die Signale der Sensoren und des Schallpegelmessers 3 werden Verstärkern und gegebenenfalls Umformern
zugeführt, die durch das allgemeine Bezugszeichen 18 gekennzeichnet sind, und anschließend dem Registriergerät
2 aufgegeben. Das Registriergerät 2 besteht vorzugsweise aus einem Mehrkanalschreiber, der während
der Untersuchung sämtliche ankommenden Signale fortlaufend auf einem Meßstreifen registriert. Die Zuordnung
von Änderungen der Reflexaktivitäten des Säuglings zum Schallreiz wird hierdurch erleichtert
Ein Ausschnitt aus einem Meßstreifen ist in Fig.4
gezeigt. Während dieser Messung wurden der Gesamtschallpegel a, die Saugaktivität b und die Atemaktivität
c überwacht und registriert. Das Diagramm der F i g. 4 zeigt deutlich, daß während des Schallreizes (Intensitätsmaximum
der Gesamtschallpegelkurve) die Saugaktivität nahezu vollkommen unterdrückt wird. Die Änderungen
in der Atemaktivität sind weniger charakteristisch und nur für das geschulte Auge eines Fachmanns
erkennbar.
In weiterer Ausgestaltung können bei der Einrichtung
die Sensorsignale auch durch Infrarot-Übertragung zum Registriergerät 2 gelangen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Einrichtung zur Oberprüfung des Hörvermö- über eine Hörschädigung zu ermöglichen. Nachteilig
gens von Säuglingen, die mindestens einen Sensor 5 lassen sich mit dieser Einrichtung also nur schwere Hörzur
Erfassung von Reflexaktivitäten des Säuglings Schädigungen erfassen. Eine eindeutige Zuordnung von
als Antwort auf den Schallreiz eines Tongenerators, Schallreiz und Reaktion des Säuglings ist weiterhin nur
eine Vorrichtung zur Verstärkung und Umformung dann möglich, wenn der Säugling ruhiggestellt ist oder
der Sensorsignale und eine Vorrichtung zur gleich- schläft.
zeitigen und fortlaufenden Registrierung der Sen- ίο In der US-PS 40 07 731 ist eine weitere Einrichtung
sorsignale und des Schallreizes aufweist, dadurch zur Oberprüfung des Hörvermögens von Säuglingen
gekennzeichnet, daß der Sensor ein Druck- beschrieben, durch die die Änderung der Herzschlagra-
meßgerät (9) ist, das die Kau- oder Saugbewegungen te des Säugüngs als Antwort auf einen Schallreiz meß-
des Säuglings erfaßt. bar ist Ebenso wie die Registrierung der Atemaktivität
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- 15 ist die Erfassung der Herzschlagrate des Säuglings allein
zeichnet, daß die Einrichtung zusätzlich zumindest nicht ausreichend, um eine zuverlässige Aussage über
einen der folgenden Sensoreii aufweist: das Hörvermögen zu bekommen. Als lebenswichtige
einen Sensor (5) zur Erfassung der Augenbewegun- Reflexaktivität kann die Herzschlagrate nicht nachhalgen,
tig geändert werden, Änderungen der Herzschlagrate einen Sensor (6) zur Erfassung der Atemaktivität, 20 als Antwort auf einen Schallreiz erscheinen daher nur
einen Sensor (8) zur Erfassung der Eigenbewegun- flüchtig und nicht eindeutig im Meßdiagramm.
gen des Säuglings und einen Sensor zur Erfassung Der Frfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ein-
der Herzfrequenz. richtung der genannten Art zu schaffen, die auch bei
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- Schallreizen nahe der Hörschwelle eine eindeutige Zuzeichnet,
daß das Druckmeßgerät (9) aus einer den 25 Ordnung zwischen der Reflexaktivität des Säuglings und
inneren Querschnitt einer Saugflasche (17) ausfül- dem die Reflexaktivität auslösenden Schallreiz erlaubt
!enden druckempfindlichen Membran (16) besteht, Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine gatdie
auf der dem Sauger (10) abgewandten Seite mit tungsgemäße Einrichtung gelöst bei der der Sensor ein
einem Bewegungsmelder (14) verbunden ist. Druckmeßgerät ist das die Kau- oder Saugbewegungen
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn- 30 des Säuglings erfaßt
zeichnet daß die Membran (16) den Boden der Saug- Durch die US-PS 42 32 687 ist zwar eine Untersu-
flasche (17) bildet, an den der Bewegungsmelder (14) chungseinrichtung bekannt, bei der die von einem Säug-
über ein Kopplungsstück (J5) ansetzbar ist. ling durch Saugbewegungen verursachten Druckände-
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- rungen in einem Testsauger registriert werden. Diese
zeichnet daß ein Schallpegelmesser (3) zur Erfas- 35 Einrichtung dient aber im Gegensatz zu der erfindungssung
des Gesamtschallpegels vorgesehen ist gemäßen Einrichtung dazu, die Fähigkeit eines Säugüngs zu testen, Nahrung über den Mund aufzunehmen.
Den bekannten Testsauger bei einer Einrichtung zur
Überprüfung des Hörvermögens einzusetzen, lag nicht «ο nahe, da die damit zu erreichenden, überraschenden
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| DE19833304009 DE3304009C2 (de) | 1983-02-07 | 1983-02-07 | Einrichtung zur Überprüfung des Hörvermögens von Säuglingen |
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Publications (2)
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| DE3304009A1 DE3304009A1 (de) | 1984-08-16 |
| DE3304009C2 true DE3304009C2 (de) | 1985-05-23 |
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