DE3304292C2 - - Google Patents
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- F01K—STEAM ENGINE PLANTS; STEAM ACCUMULATORS; ENGINE PLANTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; ENGINES USING SPECIAL WORKING FLUIDS OR CYCLES
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- F01K13/02—Controlling, e.g. stopping or starting
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F22B—METHODS OF STEAM GENERATION; STEAM BOILERS
- F22B35/00—Control systems for steam boilers
- F22B35/06—Control systems for steam boilers for steam boilers of forced-flow type
- F22B35/10—Control systems for steam boilers for steam boilers of forced-flow type of once-through type
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zum Ausregeln von Netzfrequenzeinbrüchen bei einem
gleitdruckbetriebenen Dampfkraftwerkblock gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein derartiges Verfahren ist bekannt aus der DE-PS
9 43 053. In dieser Patentschrift wird davon ausgegangen,
daß bei Dampfkraftanlagen, die mit Zwischenüberhitzung
des Dampfes arbeiten, im Dampfsystem Dampfzustände
entstehen, welche ein gutes Frequenzverfahren unmöglich
machen, sofern man nicht die unwirtschaftliche Düsen-
oder Drosselsteuerung anwendet. Zur Vermeidung dieser
Schwierigkeiten wird vorgeschlagen, ein in die
Kondensatdruckleitung eingebautes Regelventil zu betätigen und
damit den Kondensatfluß durch die mit Anzapfdampf
beheizten Vorwärmer zu unterbrechen. Dadurch steht mehr
Arbeitsdampf in der Turbine zur Verfügung, so daß diese
die angeforderte höhere Leistung abgeben kann. Zur
Beschleunigung des Regelvorgangs ist ferner vorgesehen,
Ventile in den Anzapfdampfleitungen der Turbine vorübergehend
ganz oder teilweise zu schließen. Leider ist jedoch
die mit einem derartigen Kondensatstopp erreichbare
Leistungserhöhung der Turbine abhängig von der momentan
gefahrenen Leistung des Kraftwerkblocks.
Die Betreiber von Kraftwerken fordern, daß die
Leistungsregelung im Verbundnetz sowohl hinsichtlich der
Schnelligkeit als auch hinsichtlich des Betrags bestimmte
Mindestbedingungen einhalten muß. Diese Anforderungen
sind beispielsweise genannt in der Publikation
"Leistungsregelung im Verbundnetz. Heutiges Verhalten der
Wirkleistungsregelung und zukünftige Anforderungen",
herausgegeben von der Deutschen Verbundgesellschaft e. V.
(DVG), Heidelberg, November 1980. Darin wird beispielsweise
gefordert, daß die Leistungserhöhung des Kraftwerkblocks
bei einem Einbruch der Netzfrequenz mindestens
5% der Kraftwerksblocknennleistung betragen muß,
wobei die Hälfte der Leistungserhöhung bereits nach
5 Sekunden, die volle Leistungserhöhung nach 30 Sekunden
zur Verfügung stehen muß. Diese und die weiteren
Anforderungen werden im folgenden als "DVG-Netzanforderungen"
bezeichnet. Derzeitige Anlagen mit Kondensatstopp und
reinem Gleitdruckbetrieb sind nicht in der Lage, diese
DVG-Netzanforderungen zu erfüllen.
Aus der Zeitschrift "VGB Kraftwerkstechnik", Heft 8,
August 1982, Seiten 656 bis 665, ist ein Konzept für eine
Blockregelung mit Frequenzstützung bei der Betriebsart
"natürlicher Gleitdruck" bekanntgeworden, bei dem die
elektrische Leistung über die Dampferzeugung geregelt
wird und über den Turbinenregler das Dampfeinlaßventil
vor der Turbine geöffnet bzw. gedrosselt wird. Bei
gezielten Leistungsänderungen durch Verstellung des
Grundsollwerts der Blockleistung oder bei Beheizungsstörungen
soll sich danach der Block wie bei der Betriebsart
"natürlicher Gleitdruck" verhalten. Bei einer
Frequenzabweichung hingegen wird bei zunächst gedrosselter
Stellung des Einlaßventils der Turbine die Speicherwirkung
des Dampferzeugers über eine Regelung der Ventilöffnung
ohne Verzögerung in Anspruch genommen, so daß die
Verzugszeit des Dampferzeugers überbrückt wird. Für den
Gleitdruckbereich wird ein Grundsollwert der Stellung
des Einlaßventils eingestellt. Diese benötigte
leistungsabhängige Androsselung der Einlaßventile muß
zwischen 10% und 20% liegen, wenn die von den DVG-
Anforderungen für kohlegefeuerte Kraftwerksblöcke geforderte
Leistungserhöhung im Leistungsregelbereich von 100% bis
45% gewährleistet werden soll. Diese Androsselung bedeutet
für einen Kraftwerksblock einen Wärmeverlust von
0,45 bis 1,1%, was bei heutigen Anlagen nicht mehr
vertretbar ist. Außerdem geht das bekannte Konzept davon
aus, daß bei einer Kondensationsturbine ein linearer
Zusammenhang zwischen Dampfdruck, Ventilöffnung und
elektrischer Leistung bestehe. Dies gilt jedoch nur im
stationären Zustand.
Aus der Zeitschrift "VGB-Kraftwerkstechnik", April 1971,
Seiten 151 bis 164, ist eine Leistungsregelung durch
Kondensatstopp für ein Blockkraftwerk für Gleitdruckbetrieb
mit Kohlefeuerung bekannt. Zwischen dem Kaltwasserspeicher
und dem Niederdruck-Vorwärmerstrang ist eine regelbare
Zubringerpumpe angeordnet, die es ermöglicht, den
Kondensatstrom in wenigen Sekunden zu stoppen bzw. wieder
voll anzufahren. Da diese Anlage keine Möglichkeit
besitzt, die Leitungen für den Anzapfdampf zu den
Vorwärmern zu sperren, ist sie nicht in der Lage, die
DVG-Netzanforderungen zu erfüllen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der
vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, welches es ermöglicht,
die DVG-Netzanforderungen einzuhalten und gleichzeitig
den Kraftwerksblock mit minimalen Wärmeverlusten zu betreiben.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1.
Die Vorteile der Erfindung sowie weitere Ausgestaltungen
derselben ergeben sich aus den Unteransprüchen in
Verbindung mit der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung.
Es zeigen
Fig. 1 die schematische Darstellung eines
kohlegefeuerten, gleitdruckbetriebenen Dampfkraftwerkblocks
mit der zugehörigen Steuer- und Regelanlage,
Fig. 2 den zeitlichen Verlauf für die Aktivierung der
resultierenden Stellreserve gemäß den DVG-Anforderungen,
Fig. 3 die zeitabhängigen Vorgänge beim Ausregeln
eines Einbruchs der Netzfrequenz, wenn der
Kraftwerksblock bei 40% der Nennleistung
betrieben wurde und
Fig. 4 die zeitabhängigen Vorgänge beim Ausregeln
eines Einbruchs der Netzfrequenz, wenn der
Kraftwerksblock bei 100% der Nennleistung betrieben
wurde.
In Fig. 1 erkennt man einen Kraftwerksblock mit einem
kohlegefeuerten Kessel mit kleinem Speichervolumen, dem
der Brennstoff über eine geregelte Aufgabevorrichtung 2
zugeführt wird. Der im Kessel 1 und im Überhitzer 3
erzeugte Hochdruckdampf gelangt über ein erstes, regelbares
Einlaßventil 4 in den Hochdruckteil 5.1 einer
Dampfturbine. Über einen Zwischenüberhitzer 6 und ein
zweites, regelbares Einlaßventil 7 gelangt der Dampf in den
Mitteldruckteil 5.2 und anschließend in den Niederdruckteil
5.3 der Dampfturbine. Am Mitteldruckteil 5.2 sind
eine Anzapfdampfleitung D und G und am Niederdruckteil
5.3 Anzapfdampfleitungen E vorgesehen. An der Turbine
ist ein Synchrongenerator 8 angeflanscht, der die
erzeugte elektrische Energie ins Netz abgibt. Der den
Niederdruckteil 5.3 der Turbine verlassende, entspannte
Dampf wird in einem Kondensator 9 kondensiert und mit
Hilfe einer ersten Kondensatpumpe 10 in einen
Kaltkondensatbehälter 13 gefördert. Über eine
Hauptkondensatpumpe 11, der ein Regelventil 12 für den
Mindestdurchfluß der Hauptkondensatpumpe 11 parallel geschaltet ist,
wird das Kaltkondensat durch ein Kondensatregelventil 14
in einen Niederdruck-Vorwärmerstrang 15.1, . . ., 15. n
geleitet, worauf es in einen Speisewasserbehälter 17 gelangt.
Der Niederdruck-Vorwärmerstrang besteht also aus einer
Kette von n Wärmetauschern, wobei davon (n-1) rekuperative
Niederdruck-Vorwärmer sind und der n-te ein Mischvorwärmer
ist, der gleichzeitig den Speisewasserbehälter
bildet. Der Niederdruck-Vorwärmerstrang 15.1 . . . 15. n und
17 wird in an sich bekannter Weise mittels Anzapfdampf
aus der Turbine gespeist, wobei jedoch in die Anzapfdampfleitungen
G, D, E Absperrorgane in Form von regelbaren
Drehklappen 16.1 . . . 16.(n+1) eingebaut sind. Aus
dem Speisewasserbehälter 17 wird das Kesselspeisewasser
über eine Hochdruckpumpe 18 wieder in den Kessel 1
gefördert, worauf der Dampf-Wasser-Kreislauf von neuem
beginnt.
Die regelungstechnische Anlage zum Betreiben des so
beschriebenen Kraftwerkblocks besteht aus einem Leistungsregler
21, dem von einem Meßwertgeber 22 die Istdrehzahl
n der Turbine und von einem Leistungsgeber 23 der
Istwert der elektrischen Leistung P zugeführt werden. Der
Sollwert P S wird von einem Sollwertgeber 25 vorgegeben,
wobei dieser Wert P S durch einen Korrekturwert P NR , der
von einem Korrekturwertgeber 24 geliefert wird, korrigiert
werden kann. P S und P NR zusammen bilden den Sollwert
P KW für die Kraftwerkblockleistung P KW . Der Regler
21 erzeugt ein Stellsignal Y für die Stellung des ersten
Einlaßventils 4 sowie ein Stellsignal Z für die Stellung
des zweiten Einlaßventils 7. In der regelungstechnischen
Anlage wird lediglich das Signal Y für die Stellung des
ersten Einlaßventils 4 weiter ausgewertet. Das Stellsignal
Z ist abhängig vom Stellsignal Y, wobei die
Speicherwirkung des Zwischenüberhitzers 6 einkalkuliert
wird.
Die regelungstechnische Anlage enthält ferner eine
Einrichtung 31 zur Erkennung von Einbrüchen der
Netzfrequenz f. Dieser Einrichtung 31 werden außer dem Istwert
der Netzfrequenz f, der Turbinendrehzahl n und der
Stellung Y des ersten Einlaßventils 4 auch die Soll-
Istwertdifferenz der Stellung Y des Einlaßventils 4 zugeführt.
Aufgabe der Einrichtung 31 ist es zu erkennen, ob es
sich bei den gemessenen Abweichungen der Netzfrequenz f
von der Synchronfrequenz f₀, z. B. 50 Hz, nur um kleine,
statistische Netzfrequenzschwankungen - sogenanntes Rauschen
- handelt, die nach herkömmlichen Methoden ausgeregelt
werden können, oder um stärkere, länger andauernde
Einbrüche der Netzfrequenz, z. B. infolge einer
Überlastung des Netzes, die mit Hilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens ausgeregelt werden. Im letztgenannten Fall
erzeugt die Einrichtung 31 ein Ausgangssignal, mit dem
der Kondensatstopp und der Anzapfdampfstopp gesteuert
werden. Die Einrichtung 31 erzeugt ferner ein
Ausgangssignal, welches als adaptives Signal wirkt, und auf den
Leistungsregler 21, auf einen im nachfolgenden noch zu
beschreibenden Einlaßventilstellungsregler 41 sowie -
über die Leitung B - auf eine ebenfalls noch zu
beschreibende Grenz-Kondensatdurchflußregelung 101 einwirkt.
Dem Einlaßventilstellungsregler 41 wird als Istwert der
Wert Y, d. h. die Stellung des ersten Einlaßventils 4,
und als Sollwert über einen Umschalter 44 entweder ein
vorberechneter, von der momentan gefahrenen Kraftwerksblockleistung
abhängiger Stellungssollwert Y N aus einem
Sollwertgeber 42 oder ein korrigierter, ebenfalls
vorberechneter Stellungssollwert Y₁ aus einem Sollwertgeber
43 zugeführt. Hier soll noch erwähnt werden, daß die
Umschaltung zwischen den beiden Sollwerten - ebenso wie
die später noch in anderem Zusammenhang zu beschreibenden
Umschaltungen - nicht nur, wie in der Zeichnung dargestellt,
mit Hilfe eines mechanischen Umschalters unstetig
erfolgen kann, sondern auch nach einer zeitabhängigen,
stetigen Funktion.
Die im Einlaßventilstellungsregler 41 errechnete
Differenz zwischen dem Sollwert Y N bzw. Y₁ und dem Istwert Y
der Einlaßventilstellung wirkt erstens auf die Einrichtung
31 ein, wo sie auf eine noch zu beschreibende Art
und Weise deren Ausgangssignal beeinflußt, und zweitens
auf einen Brennstoffregler 51, der in Abhängigkeit von
der in einem Istwertgeber 52 gemessenen Brennstoffmenge
eine Brennstoffaufgabestation 53 ansteuert.
Wird, wie in der Zeichnung dargestellt, der Druck p K des
Dampfes vor dem Überhitzer 3 in einem Drucksensor 45
gemessen, so kann dieser Dampfdruck als Hilfsregelgröße
dazu herangezogen werden, den Brennstoffmengenregler 51
nach Art einer Kaskadenregelung anzusteuern. Dabei wird
die Tatsache ausgenutzt, daß ein Anstieg oder Abfall des
Dampfdruckes p K die am schnellsten meßbare Reaktion des
Kraftwerkblocks auf eine Vermehrung bzw. Verminderung
der Brennstoffmenge ist. Die Änderung der elektrischen
Leistung P folgt mit erheblicher Verzögerung.
Eine wichtige Größe ist die Menge des im Speisewasserbehälter
17 vorrätigen Speisewassers. Aus diesem Grund
wird das in einem Meßwertgeber 62 gemessene Niveau in
einem Speisewasserbehälter-Niveau-Regler 61 verglichen
mit entweder einem Normal-Niveau H N aus einem Sollwertgeber
63 oder einem reduzierten Niveau H₂ aus einem
Sollwertgeber 64, wobei beide Sollwertgeber 63, 64 über
einen Umschalter 65 umschaltbar sind. Der Ausgang des
Speisewasserbehälter-Niveau-Reglers 61 beeinflußt einen
Regler 91 zum Regeln der Stellung des Kondensatregelventils
14 derart, daß das Niveau im Speisewasserbehälter
17 nie unter das Minimal-Niveau H min sinkt und nie über
das Normal-Niveau H N steigt.
Wie schon erwähnt, werden der Regler 81 zum Regeln der
Stellung der Absperrorgane 16.1 . . . 16.(n+1) und der
Regler 91 zum Regeln der Stellung des Kondensatregelventils
14 von der Einrichtung 31 zum Erkennen von
Netzfrequenzeinbrüchen mit dem Stellungssollwert X versorgt, wobei
der Stellungssollwert X mit Hilfe eines Umschalters 72
auch auf Massepotential gelegt werden kann, was die Bedeutung
"Niederdruck-Vorwärmerstrang voll geöffnet" hat.
Den Reglern 81, 91 wird ferner eine Korrekturgröße
zugeführt, die aus einem Vergleicher 82 kommt, an dessen
Eingang wiederum Meßwerte von Meßstellen 83.1 . . . 83. n
anliegen. Die Meßstellen 83.1 . . . 83. n messen die
thermischen Spannungen in den Niederdruck-Vorwärmern
15.1 . . . 15. n, die bei den verschiedenen thermischen
Belastungen der Niederdruck-Vorwärmer - Kondensatdurchfluß
gestoppt, Kondensatdurchfluß stetig geregelt, Kondensatdurchfluß
voll geöffnet - auftreten. Mit Hilfe der Korrekturgröße
werden die Regler 81 bzw. 91 derart synchronisiert,
daß die Menge des Anzapfdampfes exakt auf die
Menge des gerade fließenden Kaltkondensats abgestimmt
ist, so daß die thermischen Spannungen innerhalb vorgegebener,
zulässiger Grenzen bleiben.
Dem Regler 91, der das Kondensatdurchflußventil 14 mit
einem Stellungssignal X V versorgt, wird ferner das
Ausgangssignal eines Grenz-Kondensatdurchflußreglers 101
zugeführt. Dieser Regler 101 bildet den Soll-Istwertvergleich
für den Grenz-Kondensatdurchfluß K , wobei der
Istwert durch einen Meßgeber 102 gemessen und der Sollwert
entweder ein Normalwert KN aus einem Sollwertgeber
103 oder ein reduzierter Sollwert K2 aus einem
Sollwertgeber 104 ist, wobei die Sollwerte mit Hilfe eines
Umschalters 105 umschaltbar sind.
Der Regler 91 zum Regeln der Stellung des
Kondensatdurchflußventils 14 gibt ferner ein Ausgangssignal X₁
ab, welches das Regelventil 12 für den Mindestdurchfluß
der Hauptkondensatpumpe 11 dann mit Vorhalt öffnet, wenn
das Kondensatregelventil 14 schnell geschlossen wird.
Hierdurch wird nicht nur die für eine einwandfreie Funktion
der Hauptkondensatpumpe 11 erforderliche
Mindestfördermenge eingehalten, sondern vielmehr ein Druckstoß
in der Kondensat-Rohrleitung wirksam vermieden.
Der Vermeidung des Druckstoßes in den Niederdruck-
Vorwärmern 15.1 . . . 15. n dient auch die Anordnung des
Kondensatregelventils 14 vor dem ersten Niederdruck-Vorwärmer
15.1.
Im Normal-Betriebsfall wird das Regelventil 12 für den
Mindestdurchfluß der Hauptkondensatpumpe 11 in Abhängigkeit
von der Differenz zwischen einem in einem Meßgeber
93 gemessenen Istwert des Kondensatdurchflusses K und
dem von einem Sollwertgeber 92 kommenden Sollwert geregelt.
Prinzipiell wäre es auch möglich, das Kondensatregelventil
14 zu ersetzen durch eine drehzahlgeregelte Kondensatpumpe
mit geringer Stellzeit. Das noch zu beschreibende
Regelverfahren wird dadurch nicht geändert.
Die regelungstechnische Anlage enthält ferner noch eine
Umschaltlogik 71, der über (gestrichelt gezeichnete)
Leitungen logische Eingangssignale zugeführt werden und
die an ihrem Ausgang ebenfalls logische Signale abgibt.
Die Eingangsgrößen der Umschaltlogik 71 kommen aus dem
Leistungsregler 21, aus dem Kaltkondensatbehälter 13,
wobei dessen maximaler Füllstand H max ausgewertet wird,
und dem Speisewasserbehälter 17, wobei dessen minimales
Niveau H min sowie ein reduziertes Normal-Niveau H Z
ausgewertet werden. Am Ausgang der Umschaltlogik 71 erscheint
ein erstes Ausgangssignal A, welches den Umschalter
72 und den Umschalter 105 betätigt, sowie ein
Ausgangssignal C, welches den Umschalter 44 betätigt.
Fig. 2 zeigt den zeitlichen Verlauf für die Aktivierung
der resultierenden Stellreserve Δ P/P N entsprechend den
DVG-Anforderungen. Der Kraftwerksblock muß für einen
Stellbereich der Primärregelung von mindestens 5% der
Nennleistung ausgelegt sein. Bei fossilgefeuerten
Kraftwerksblöcken, für die das erfindungsgemäße Regelverfahren
konzipiert ist, soll innerhalb dieses Stellbereichs
eine Leistungsänderungsgeschwindigkeit erreicht werden,
die es ermöglicht, mindestens die Hälfte des Stellbereichs
- entsprechend 2,5% - innerhalb von 5 Sekunden
und den gesamten Stellbereich innerhalb von 30 Sekunden
zu durchfahren. Diese DVG-Anforderungen sind für
fossilgefeuerte Kraftwerksblöcke sehr scharf. Sie sind deshalb
so scharf, weil von den im Einsatz befindlichen
Kraftwerkeinheiten eines Unternehmens im allgemeinen nicht
alle zur Primärregelung beitragen, z. B. weil einige
Blöcke in reinem Gleitdruck betrieben werden. Die
Anforderungen an jeden einzelnen primärgeregelten Block
hinsichtlich Stellbereich und Leistungsänderungsgeschwindigkeit
müssen daher höher sein als die durchschnittlichen
Werte für die resultierende Stellreserve. Deshalb
werden zur Zeit Wasserkraftwerke bzw. auch Kernkraftwerke,
die höhere Leistungsänderungsgeschwindigkeiten
als konventionelle thermische Blöcke erreichen, für die
eigentliche Primärregelung herangezogen; nach bisherigen
Verfahren geregelte, fossilgefeuerte Kraftwerksblöcke
würden - wie schon eingangs erwähnt - eine ständige
Androsselung der Einlaßventile zwischen 10% und 20%
erfordern, wodurch jedoch Wärmeverluste von 0,45% bis 1,1%
auftreten, was die Kraftwerksbetreiber kaum tolerieren
können.
Anhand der Fig. 3 und 4 soll das erfindungsgemäße
Regelverfahren im einzelnen erläutert werden. Dabei
zeigt Fig. 3 das Verhalten des Kraftwerksblocks und der
Steuer- und Regelanlage, wenn ein Netzfrequenzeinbruch
dann eintritt, wenn die momentane Leistung P₀ des
Kraftwerksblocks gleich 40% der Nennleistung P N ist. Fig. 4
zeigt das Verhalten, wenn der Netzfrequenzeinbruch dann
stattfindet, wenn die momentane Leistung P₀ des
Kraftwerksblocks gleich der Nennleistung P N ist. Auf den
x-Achsen ist jeweils die Zeit t in Minuten aufgetragen.
Auf den y-Achsen sind im obersten Diagramm die Netzfrequenz
f, im mittleren Diagramm die Kraftwerks-Ist-Leistung
P, die Brennstoffleistung P B und die Leistung P NDV
des Niederdruck-Vorwärmerstrangs, und im unteren Diagramm
die Stellung Y des ersten Einlaßventils 4, die
Stellung X V des Kondensatregelventils 14 und der Druck
p FD des Frischdampfes vor dem Einlaßventil 4 aufgetragen.
Δ f ist die Größe des Netzfrequenzeinbruchs gegenüber
der Netz-Synchronfrequenz f₀. P₀₀ = P₀+0,05·P N
ist die gemäß den DVG-Anforderungen um 5% der Nennleistung
erhöhte Leistung. X N ist die normale Stellung des
Kondensatregelventils 14. Y N ist die normale Stellung
des ersten Einlaßventils 4. Y max bezeichnet die maximal
offene Stellung des Einlaßventils 4.
Betrachtet man zunächst die Fig. 3, so erkennt man, daß
zum Zeitpunkt t₀ ein Einbruch Δ f der Netzfrequenz f
gegenüber der Synchronfrequenz f₀ auftritt, der eine
bestimmte Größe übersteigt und für längere Zeit anhält.
Ein derartiger Netzfrequenzeinbruch tritt üblicherweise
bei einer Überlastung des Netzes durch Anschalten
überdurchschnittlich vieler Verbraucher oder durch Ausfall
eines oder mehrerer Kraftwerksblöcke auf. Für die
Ausregelung von derartigen größeren Netzfrequenzeinbrüchen
werden beim Verfahren nach der Erfindung üblicherweise
zuerst die Einlaßventile aufgefahren und anschließend
daran der Kondensatdurchfluß mehr oder weniger gestoppt.
Wenn jedoch der Frequenzeinbruch so groß ist, daß er
durch Verfahren der Einlaßventile allein nicht mehr
ausgeregelt werden kann, wird der Niederdruck-Vorwärmerstrang
gleichzeitig und parallel abgeschaltet. Bei dem
Betriebszustand P₀ = 0,4·P N befindet sich das
Einlaßventil 4 zunächst in einer normalen, vorberechneten
Stellung Y N , die gegenüber dem Maximalwert Y max um etwa
5% angedrosselt ist. Mit dieser Androsselung muß das
Leistungsdefizit des Kondensatstopps ausgeglichen werden,
um auf die von den DVG-Anforderungen geforderte
5%ige Leistungserhöhung zu kommen. Beim Auftreten des
Netzfrequenzeinbruchs Δ f zum Zeitpunkt t₀ werden
deshalb die Einlaßventile 4, 7 bis auf den Maximalwert Y max
aufgefahren und gleichzeitig das Kondensatregelventil 14
von seinem normalen Stellungswert X N auf Null
heruntergefahren. Gleichzeitig werden die Absperrorgane
16.1 . . . 16.(n+1) in den Anzapfdampfleitungen G, D, E
synchron zum Kondensatregelventil 14 geschlossen, was
jedoch in der Zeichnung nicht gesondert dargestellt ist.
Um einen unzulässigen Druckwasserstoß in der Rohrleitung
zu verhindern, wird das parallel zur Hauptkondensatpumpe
11 geschaltete Regelventil 12 mit Vorhalt geöffnet.
Durch das Öffnen der Einlaßventile sinkt der
Frischdampfdruck p FD und der Kraftwerksblock kommt in die
Betriebsart "natürlicher Gleitdruck". Die an das Netz
abgegebene Leistung P steigt entsprechend den DVG-
Anforderungen um 5% der Nennleistung, wobei der Leistungsanstieg
durch das Abschalten der Anzapfdampfleitungen bis
auf den maximalen Wert P NDVmax ausgeschöpft wird.
Gleichzeitig wird die Brennstoffleistung P B erhöht. Zum
Zeitpunkt t₁ übersteigt die Brennstoffleistung P B die
dem Netzfrequenz-Einbruch Δ f entsprechende
Kraftwerkblockleistung P₀₀, so daß die Stellung X V des
Kondensatregelventils über den Normalbetriebswert X N hinaus
geöffnet werden kann. Zum Zeitpunkt t₁ wird auch der Sollwert
Y N auf den anderen Sollwert Y₁ umgeschaltet. Das
Nachfüllen des teilweise geleerten Speisewasserbehälters
17 beginnt und dauert bis zum Zeitpunkt t₃. Wie noch
beschrieben wird, muß wegen des Eingriffs des Grenz-
Kondensatdurchflußreglers 101 das Einlaßventil 4 geringfügig
und kurzzeitig angedrosselt werden, um einen eventuellen
Leistungsüberschuß an der Turbine auszuregeln.
Das Androsseln der Einlaßventile 4, 7 und gegebenenfalls
der dadurch überproportionale Anstieg des Frischdampfdrucks
p FD werden dazu benutzt, um das Einstellen der
Brennstoffleistung P B auf den neuen Beharrungszustand zu
beschleunigen. Im Zeitpunkt t₂ ist das reduzierte Niveau
H Z im Speisewasserbehälter erreicht, so daß der bisher
blockierte Kondensatstopp freigegeben werden kann.
Zum Zeitpunkt t₃ ist das Nachfüllen des Speisewasserbehälters
auf das Normal-Niveau H N beendet. Das Kondensatregelventil
und synchron dazu die Absperrorgane in den
Anzapfleitungen werden auf den Normalbetriebswert X N
zurückgestellt, ebenso die Einlaßventile auf ihren
Normalbetriebswert Y N , wobei der Sollwert von dem erhöhten
Sollwert Y₁, der im allgemeinen dem Maximalwert Y max
entspricht, auf den der momentanen Kraftwerksleistung
entsprechenden Normalwert Y N zurückgeschaltet wird.
Gleichzeitig wird die Brennstoffmenge auf ihren der
neuen Kraftwerksleistung P₀₀ entsprechenden Wert eingeregelt,
worauf sich auch der Frischdampfdruck p FD auf
seinen neuen Beharrungswert einstellt.
Um die Dauer des beschriebenen Regelvorgangs möglichst
kurz zu halten, wird beim Eingreifen des Grenz-
Kondensatdurchflußreglers 101 der ursprüngliche Sollwert Y N
für die Stellung der Einlaßventile 4, 7 auf einen höheren
Sollwert Y₁ umgeschaltet. Damit wird verhindert, daß
wegen der am Leistungsregler 21 immer noch anstehenden
negativen Regelabweichung die Einlaßventile 4, 7 zugefahren
werden, wodurch wie erwähnt die thermischen Verluste
des Kraftwerkblocks unnötig erhöht würden. Die starke
Androsselung der Einlaßventile 4, 7 hätte außerdem
zwangsläufig eine unnötige Frischdampfdruckerhöhung zur
Folge, die nach der Beendigung des Nachfüllens des
Speisewasserbehälters 17 wiederum eine relativ große
Druckreduzierung bedeuten würde.
Fig. 4 zeigt das Verhalten von Kraftwerkblock und
regelungstechnischer Anlage, wenn die momentane Leistung P₀
100% der Nennleistung P N des Kraftwerkblocks entspricht.
Man erkennt dies daran, daß das Einlaßventil bereits auf
dem Maximalwert Y max steht. Der Wert Y bleibt zunächst
auf Y max , während die Stellung X V von ihrem
Normalbetriebswert X N sehr schnell gegen Null heruntergefahren
wird.
Mit dem Schließen des Kondensatregelventils 14 und der
Absperrorgane 16.1 . . . 16.(n+1) steigt die Leistung P der
Turbine synchron mit P NDV an. Gleichzeitig wird über den
Brennstoffregler mehr Brennstoff auf die Kesselfeuerung
gegeben, so daß auch P B ansteigt. Dieser Vorgang ist
jedoch wesentlich langsamer.
Sobald die Dampfleistung des Kessels durch die vermehrte
Zugabe von Brennstoff ansteigt, kann der Kondensatfluß
entsprechend wieder freigegeben werden. P NDV sinkt
synchron mit dem Ansteigen von P B . Gleichzeitig steigt X V
wieder. Sobald im Zeitpunkt t₁ die Brennstoffleistung P B
die um 5% erhöhte Blockleistung P₀₀ übersteigt, kann der
Kessel mehr Leistung abgeben, als der Kraftwerksblock in
das Netz liefern muß. Dieser Leistungsüberschuß wird
dadurch aufgefangen, daß der Kondensatdurchfluß K durch
die Niederdruck-Vorwärmer 15.1 . . . 15. n über den
Normalwert erhöht wird; das Kondensatregelventil 14 wird über
den Normalstellungswert X N geöffnet. Der Leistungsüberschuß
von P B über P₀₀ wird jetzt durch eine erhöhte
Ableitung von Anzapfdampf aus der Turbine ausgeglichen.
Zum Zeitpunkt t₁ beginnt deshalb das Nachfüllen des
infolge des Kondensatstopps teilweise geleerten Speisewasserbehälters
17. Da der tatsächlich fließende Kondensatmassenstrom
K durch den Grenzdurchfluß-Regler 101 bestimmt
wird und der Grenzdurchfluß abhängig ist von der
momentanen Leistungsabgabe P des Kraftwerksblocks,
könnte ein Leistungsüberschuß des Kessels über die benötigte
Turbinenleistung entstehen. Dieser Leistungsüberschuß
wird durch kurzzeitiges Androsseln der Einlaßventile
4, 7 im Zeitpunkt t₁ ausgeglichen. Aus diesem Grund
steigt auch der Frischdampfdruck p FD ab t₁ schneller an,
als es dem reinen Gleitdruckbetrieb entsprechen würde.
Die Androsselung der Einlaßventile 4, 7 wirkt auch, wie
schon beschrieben, auf den Brennstoffregler 51 im
Hinblick auf eine schnellere Steuerung der Brennstoffmenge
auf einen Beharrungswert.
Solange das Nachfüllen des Speisewasserbehälters 17
andauert, ist die Regelung derart blockiert, daß ein
Kondensatstop, beispielsweise bei einem neuerlichen
Frequenzeinbruch, nicht eingeleitet werden kann. Sobald
jedoch zum Zeitpunkt t₂ das Niveau im Speisewasserbehälter
17 das reduzierte Niveau H Z erreicht, wird die
Regelung freigegeben. Das Nachfüllen dauert jedoch noch so
lange, bis das Normal-Niveau H N erreicht wird; das ist
im Zeitpunkt t₃ der Fall. Im Zeitpunkt t₃ werden das
Kondensatregelventil 14 durch Reduzierung des Stellungswertes
X V auf X N zugefahren und die Brennstoffmenge auf
den Wert der momentanen Kraftwerksblockleistung P₀₀
reduziert. Ein Überschuß an Dampfleistung gegenüber der
momentan an das Netz abgegebenen Leistung P wird durch
kurzzeitiges Androsseln der Einlaßventile 4, 7 ausgeregelt.
Infolge dieser Androsselung steigt auch der Druck
p FD des Frischdampfes kurzzeitig an, bis er sich infolge
der reduzierten Brennstoffleistung P B auf seinen neuen,
der um 5% erhöhten Kraftwerksblockleistung P₀₀ entsprechenden
Wert einstellt.
In dem Augenblick, in dem entweder am Leistungsregler 21
wieder eine positive Regelabweichung - Istwert ist kleiner
als Sollwert - ansteht oder die tatsächliche Stellung
der Einlaßventile 4, 7 den Wert des ursprünglichen
Sollwerts Y N erreicht, wird vom maximalen Stellungssollwert
Y₁ auf den normalen Sollwert Y N zurückgeschaltet.
Somit steht nach Beendigung des Regelvorgangs die
Steuer- und Regelanlage für die Ausregelung eines
weiteren Netzfrequenzeinbruchs wieder voll zur Verfügung.
Während des sogenannten Kondensatstopps wird der Kessel
1 aus dem Speisewasserbehälter 17 versorgt, während der
Speisewasserbehälter 17 selbst nicht nachgefüllt wird.
Bei längerem Andauern dieser Betriebsart kann ein minimaler
Wasserstand H min im Speisewasserbehälter 17
erreicht werden. In diesem Fall muß ohne Rücksicht auf den
Bedarf des Leistungsreglers 21 der Kondensatstopp sofort
beendet werden. Dies wird durch die Umschaltlogik 71
veranlaßt, welche sofort auf die bereits beschriebene
Betriebsart "Nachfüllen" umschaltet. Hierbei wird jedoch
der Kondensatdurchfluß nur geringfügig über den Wert
erhöht, der im Normalbetrieb dem momentanen Leistungssollwert
entsprochen hat. Es wird also nicht der Grenzdurchfluß,
sondern ein verringerter Durchfluß entsprechend
dem Sollwert K2 eingeschaltet. Wenn das Niveau im
Speisewasserbehälter 17 das gegenüber dem Minimal-Niveau
H min etwas erhöhte Niveau H₂ erreicht hat, übernimmt der
Niveauregler 61 die Steuerung des Kondensatregelventils
14, so daß der Speisewasserinhalt auf diesem Niveau
gehalten wird. Dieses etwas erhöhte Niveau H₂ wird so lange
geregelt, bis die Leistung P durch den Anstieg der
Brennstoffleistung P B auf den geforderten Sollwert P₀₀
gebracht wird. Ist dies erreicht, wird der Auffüllvorgang
entsprechend der bereits beschriebenen Betriebsart
"Nachfüllen" freigegeben. Auf diese Weise wird der
einwandfreie Betrieb des Kraftwerkblocks gewährleistet und
gleichzeitig das wegen der Unterbrechung des Kondensatstopps
zwangsläufig eingetretene Leistungsdefizit möglichst
klein gehalten.
Wie schon eingangs erwähnt, dient das erfindungsgemäße
Verfahren dazu, größere, länger dauernde Netzfrequenzeinbrüche
auszuregeln. Der große Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht darin, daß im Lastpunkt
P₀=P N keine Androsselung der Eingangsventile erforderlich
ist und daß beim Lastpunkt P₀ = 0,4·P N nur etwa
5% Androsselung nötig sind, um den strengen DVG-Anforderungen
an einen gleitdruckbetriebenen, kohlebefeuerten
und mit Zwangsdurchlaufkessel mit Zwischenüberhitzung
ausgestatteten Kraftwerksblock gerecht zu werden.
Zum Ausregeln der erwähnten kleinen, stochastischen
Netzfrequenzabweichungen werden die Einlaßventile in der
Praxis auch im Lastpunkt 100% P N geringfügig, d. h. etwa
um 2% angedrosselt. Dies wird bei der Berechnung der
Sollwerte Y N bzw. Y₁ für die Stellung der Einlaßventile
4,7 berücksichtigt.
Claims (13)
1. Verfahren zum Ausregeln von Netzfrequenzeinbrüchen
bei einem gleitdruckbetriebenen Dampfkraftwerkblock,
enthaltend
- - einen Kessel mit träger Feuerung und kleinem Speichervolumen,
- - eine mehrstufige Dampfturbine mit Zwischenüberhitzung des Dampfes und Anzapfleitungen,
- - ein drosselbares Einlaßventil vor der Dampfturbine,
- - ein drosselbares Einlaßventil hinter dem Zwischenüberhitzer,
- - eine Hauptkondensatpumpe,
- - einen Kaltkondensatbehälter,
- - einen Niederdruck-Vorwärmerstrang,
- - ein Kondensatregelventil in der Kondensatleitung des Niederdruck-Vorwärmerstrangs,
- - einen Speisewasserbehälter und
- - Absperrorgane in den Anzapfleitungen von der Turbine zum Niederdruck-Vorwärmerstrang,
wobei bei plötzlichen Belastungen der Dampfturbine der
Niederdruck-Vorwärmerstrang ausgeschaltet wird, indem
das Kondensatregelventil in der Kondensatleitung und die
Absperrorgane in den Anzapfleitungen ganz oder teilweise
geschlossen werden, und bei Überschreitung der benötigten
Kesselleistung bzw. bei Entlastung der Dampfturbine
das Kondensatregelventil weiter geöffnet wird, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß zunächst die Einlaßventile (4, 7) stetig geöffnet und der Niederdruck-Vorwärmerstrang (15.1, . . ., 15. n, 17) stetig ausgeschaltet werden, wobei das Kondensatregelventil (14) und die Absperrorgane (16.1, . . ., 16.(n+1)) synchron zugefahren werden,
- - daß gleichzeitig die Brennstoffzufuhr zum Kessel (1) korrespondierend erhöht wird,
- - daß beim Auftreten eines Dampfleistungsüberschusses der Niederdruck-Vorwärmerstrang (15.1, . . ., 15. n, 17) wieder stetig eingeschaltet wird, indem das Kondensatregelventil (14) und die Absperrorgane (16.1, . . ., 16. n) synchron geöffnet werden,
- - daß anschließend das Kondensatregelventil (14) über die der momentanen Turbinenleistung entsprechende Betriebsstellung hinaus geöffnet wird,
- - daß gleichzeitig die Brennstoffzufuhr zum Kessel (1) bei voll geöffneten Einlaßventilen (4, 7) weiterhin erhöht wird,
- - daß der Sollwert für die Stellung der Einlaßventile (4, 7) auf einen zweiten höheren Wert (Y₁) umgeschaltet wird, wodurch die Brennstoffzufuhr auf einen neuen Beharrungszustand eingestellt wird,
- - daß bei beendeter Nachfüllung des Speisewasserbehälters (17) das Kondensatregelventil (14) in seine der momentanen Turbinenleistung entsprechende Betriebsstellung gebracht wird, die Einlaßventile (4, 7) entsprechend der geforderten Turbinenleistung angedrosselt werden, der Sollwert für die Stellung der Einlaßventile (4, 7) auf seinen Normalwert (Y N ) zurückgeschaltet wird, wobei der Normalwert (Y N ) abhängig ist von der mittels Ausschalten des Niederdruck-Vorwärmerstrangs (15.1 . . .) erreichbaren Erhöhung der Turbinenleistung, und die Brennstoffzufuhr auf diesen definitiven Beharrungszustand eingeregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Öffnen der Einlaßventile (4, 7) und das
Schließen der Absperrorgane (16.1, . . ., 16. n) und des
Kondensatregelventils (14) gleichzeitig erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stellung (Z) des Einlaßventils (7)
hinter dem Zwischenüberhitzer (6) von der Stellung (Y)
des Einlaßventils (4) vor der Dampfturbine abhängig
gesteuert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die thermischen Spannungen im
Niederdruck-Vorwärmerstrang (15.1, . . ., 15. n, 17) gemessen
werden und daß das Öffnen und Schließen der Absperrorgane
(16.1, . . ., 16. n) und des Kondensatregelventils (14) so
synchronisiert wird, daß die thermischen Spannungen die
zulässigen Werte nicht überschreiten.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Sollwert (Y₁) des Reglers (41) für
die Stellung der Einlaßventile (4, 7) nach dem Öffnen
des Kondensatregelventils (14) auf maximal offen umgeschaltet
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß nach beendeter Nachfüllung des
Speisewasserbehälters (17) der Sollwert für die Stellung der
Einlaßventile (4, 7) auf seinen errechneten Normalwert
(Y N ) zurückgeschaltet wird, sobald entweder der Istwert
(P ist ) der Kraftwerksblockleistung unter den Sollwert
(P S ) sinkt oder die tatsächliche Androsselung der
Einlaßventile (4, 7) den errechneten Wert (Y N ) erreicht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Absinken des
Wasserstandes (H) im Speisewasserbehälter (17) auf ein
minimales Niveau (H min ) und bei gleichzeitigem
Ausgeschaltetsein des Niederdruck-Vorwärmerstrangs (15.1,
. . ., 15. n, 17)
- - der Niederdruck-Vorwärmerstrang (15.1, . . ., 15. n, 17) wieder eingeschaltet wird,
- - anschließend das Kondensatregelventil (14) geringfügig über die der momentanen Kesselleistung entsprechende Betriebsstellung hinaus geöffnet wird,
- - bei Erreichen eines gegenüber dem minimalen Wasserstand (H min ) etwas erhöhten Niveaus (H₂) das Kondensatregelventil (14) so geregelt wird, daß dieses Niveau (H₂) gehalten wird, bis die Turbinenleistung (P ist ) durch die Auswirkung der erhöhten Brennstoffzufuhr ihren Sollwert erreicht bzw. überschreitet und
- - dann das eigentliche Nachfüllen des Speisewasserbehälters (17) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Leistungsregelung durch Ein- und Ausschalten
des Niederdruck-Vorwärmerstrangs (15.1, . . ., 15. n, 17)
wieder freigegeben wird, sobald ein vorgegebener, ausreichender
Wasserstand (H Z ) im Speisewasserbehälter (17)
erreicht ist, der jedoch noch unter dem Wert (H N ) der
Niveauregelung im Normalbetrieb liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß beim schnellen
Schließen des Kondensatregelventils (17) ein Regelventil
(12) für den Mindestdurchfluß der Hauptkondensatpumpe
(11) mit Vorhalt geöffnet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoffzufuhr
nicht nur in Abhängigkeit von der Soll-Istwertdifferenz
der Stellung (Y) der Einlaßventile (4, 7), sondern auch in
Abhängigkeit vom gemessenen Wert des Dampfdrucks (p K )
hinter dem Verdampfer des Kessels (1) geregelt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoffzufuhr
nicht nur in Abhängigkeit von der Soll-Istwertdifferenz
der Stellung (Y) der Einlaßventile (4, 7), sondern auch in
Abhängigkeit von dem gemessenen Druckabfall über den
Einlaßventilen (4, 7) geregelt wird.
12. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch
- - eine Einrichtung (31) zur Erkennung von Einbrüchen der Netzfrequenz (f) und zum Ansteuern der Regler (81, 91) für die Absperrorgane (16.1, . . ., 16.n) und das Kondensatregelventil (14),
- - einen Leistungsregler (21), der in Abhängigkeit von einem Leistungssollwert (P K ) und den Istwerten der elektrischen Leistung (P) und der Turbinendrehzahl (n) die Einlaßventile (4, 7) verstellt und gleichzeitig die Einrichtung (31) zur Erkennung von Einbrüchen der Netzfrequenz (f) und einen Einlaßventilstellungsregler (41) beeinflußt,
- - den Einlaßventilstellungsregler (41), dessen Sollwert zwischen zwei Sollwertgebern (42, 43) umschaltbar ist, und der einen Brennstoffregler (51) mit einem Sollwert versorgt,
- - den Brennstoffregler (51), der die Menge des dem Kessel (1) zugeführten Brennstoffs regelt,
- - den Regler (81) zum Regeln der Stellung der Absperrorgane (16.1, . . ., 16. n) in den Anzapfleitungen (D, E, G) der Turbine (5.2, 5.3),
- - den Regler (91) zum Regeln der Stellung des Kondensatregelventils (14),
- - einen Speisewasserbehälter-Niveau-Regler (61), dessen Sollwert zwischen zwei Sollwertgebern (63, 64) umschaltbar ist, und der den Regler (91) zum Regeln der Stellung des Kondensatregelventils (14) in Abhängigkeit vom Niveau im Speisewasserbehälter (17) ansteuert,
- - einen Regler (101) für den Grenz-Kondensatdurchfluß ( K ), dessen Sollwert zwischen zwei Sollwertgebern (103, 104) umschaltbar ist, und
- - eine Umschaltlogik (71), die die Umschaltung der Sollwerte für die Regler (81, 91) zum Regeln der Stellung der Absperrorgane (16.1, . . ., 16. n) bzw. des Kondensatregelventils (14), für den Regler (101) des Grenz-Kondensatdurchflusses ( K ) sowie für den Einlaßventilstellungsregler (41) durchführt in Abhängigkeit vom Leistungsregler (21) sowie von den Niveaus (H min , H Z ) im Speisewasserbehälter (17) bzw. (H max ) im Kaltkondensatbehälter (13).
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