DE330724C - Anordnung zum Messen hoher Spannungen - Google Patents

Anordnung zum Messen hoher Spannungen

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DE330724C DE1920330724D DE330724DD DE330724C DE 330724 C DE330724 C DE 330724C DE 1920330724 D DE1920330724 D DE 1920330724D DE 330724D D DE330724D D DE 330724DD DE 330724 C DE330724 C DE 330724C
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  • Measuring Instrument Details And Bridges, And Automatic Balancing Devices (AREA)

Description

  • Anordnung zum Messen hoher Spannungen. Eine an sich vorzügliche Meßanordnung für -hohe Spannungen besteht aus einem »abgeschirmten« Vorschaltkondensator und einem elektrostatischen Meßinstrument in Metallschutzgehäuse. Leider sind die Abmessungen einer solchen Meßanordnung, da das ganze Spannungsgefälle von einem Vorschaltkondensator aufgenommen werden muß, bei Spannungen von ioo kV und darüber schon ziemlich unhandlich. Ein weiterer Nachteil ist die erforderliche Fernablesung, da in elektrischen Anlagen insgemein eine vom Erdpotential nicht allzu verschiedene Meßinstrumentenspannung gefordet wird. Ferner stellt das Instrumentenschutzgehäuse zufolge seiner Kapazität gegen Erde für Hochspannungsquellen von begrenzter Leistung eine für manche Messungen unbequeme unsymmetrische Belastung dar. Diese Nachteile vermeidet die vorgeschlagene Anordnung wie folgt: Es wird eine passende Teilspannung aus dem elektrostatischen Felde zwischen den Hochspannungspolen herausgegriffen. Das in einem Metallgehäuse M eingekapselte Meßinstrument (Fig. i und 2) befindet sich dabei im neutralen Feldbezirk. Von diesem aus wird ein Metallhohlkörper A gewissermaßen als elektrostatische Sonde den Hochspannungspolen entgegengeführt. Indem dieser das normale Hochspannungsfeld stört, vereinigt er auf jedem Quadratzentimeter seiner Oberfläche die Fußpunkte einer Anzahl der von den Polen verschiedenen Vorzeichens herkommenden elektrostatischen Verschiebungslinien. Schneidet man aus der Sondenoberfläche Teilstücke F heraus, die man gegen den Sondenkörper A isoliert, so tritt zwischen diesen und dem Sondenkörper oder auch zwischen den Teilstücken untereinander eine Teilspannung auf, die in gewissen Grenzen proportional der Gesamtspannung ist und zur Anzeige sowie zur Messung der letzteren herangezogen werden kann.
  • Ist der Sondenkörper A nebst dem anschließenden metallisch gekapselten Meßsystem vollständig symmetrisch gebaut und in die Nullpotentialebene zwischen den Hochspannungspolen verlegt, so kann er, annähernd gleiches Potential der Hochspannungspole gegen Erde vorausgesetzt, geerdet werden. Die--Spannung der »wirksamen« Flächen F in den mit diesen verbundenen Instrumenten polen *ist dann nur um die halbe Meßspannung vom Nullpotential verschieden.
  • Der bisher beschriebenen einfachen Form der Anordnung haften als Nachteile an: Aie im Hinblick auf Funkenüberschläge bei hohen Spannungen benötigten großen Abmessungen, die Empfindlichkeit gegenüber dem Einfluß von Fremdfeldern, etwa herrührend von den Hochspannungszuleitungen, sowie eine mangelnde Proportionalität der gemessenen Teilspannung mit der Hauptspannung. Diese Fehler werden behoben durch Übergang von den »offenen« Außenfeldern zu gewissermaßen zwangläufig »geschlossenen« elektrostatischen Kraftlinienfeldern. Bei der in diesem Sinne verbesserten Ausführung werden der etwa ellip#oidischen, kugeligen oder zylindri-schen Sondenoberfläche parallele, konzentrische oder koachsiale, an din Rändern nach außen abgewölbte Polstücke gegenübergestellt (Fig. 3, und 4). In der Nähe der wirksamen Flächen F tritt dann ein störungsfreies, verdichtetes, praktisch homogenes Feld auf, das aus den geometn-schen Abmessungen berechenbar ist. Wird noch das Verhältnis der Krümmungshalbmesser in einem günstigsten Wert, entsprechend den Durchschlagsspannungen, gewählt, so kann die Anordnung auf die kleinmöglichste Form gebracht werden. Ein derartig von den Polansatzstücken P »elektrisch umfaßtes« Sonden- bzw. Meßsystem wird bezüglich seines Potentials praktisch von dem Spannungsgefälle zwischen den Polen beherrscht, wenn es in entsprechender Entfernung von Erde isoliert aufgestellt wird. Es zeigt die Spannung richtig an, auch wenn das Potential der Hochspannungspole gegen Erde stark verschieden ist.
  • Die beste elektrische Umfassung des Sondenkörpers und der spannungssicherste gedrungenste Aufbau wird erzielt, wenn der Sondenkörper zugleich den Spannungszeiger (mit oder ohne Überbrückungskondensator) nebst- Verbindungsleitungen enthält. Dem Gehäuse gibt man dann am besten die Form einer Kugel oder eine -aus mehreren Kugeloberflächen zusammengesetzte Form (Fig.6).
  • Werden statt Luft von Atmosphärendruck Preßgase oder Gase höchster Verdünnung, die gleichfalls- einen Strornübergang nicht gestatten, verwendet, oder wird die Anordnung in flüssige, feste oder kombinierte Dielektrika eingebaut, so lassen sich die Abmessungen noch weiter verringern und die Meßgenauigkeit sowie die Unabhängigkeit von Fremdfeldern noch weiter vervollkommnen. Im allgemeinen werden andere als gasförmige Zwischenmittel verschiedene Dielektrizitäthkonstanten -und veränderliche Eigenschaften aufweisen. Somit würde sich von Stoff zu Stoff die ursprüngliche Eichung nach Maßgabe der Dielektrizitätskonstante verschieben. Die Sondenanordnung der beschriebenen Form könnte geradezu zum Vergleichen und Messen der Dielektrizitätskonstanten ausgebildet werden. Unangenehm könnte sich diese Eigenart beispielsweise bei einer in einen Hochspannungsöltransformator eingebauten Anordnung bemerkbar machen, wenn das Öl im Gefäß von Zeit zu Zeit gewechselt werden muß. In diesem Falle soll dem statischen Niederspannungszeiger E ein gegen dessen Eigenkapazität großer Kondensator C parallel geschaltet werden (Fig. 5), der dasselbe Dielektrikura als Zwischenmittel benutzt. Dieser wird zweckmäßig in die Höhlung der Sonde mit eingebaut, die von dem Zwischenmittel gleichfalls durchspült wird. Ändert sich dann irgendwie - das Isollermittel im äußeren Kreise, so treten dieselben Veränderungen zwischen den Platten des Parallelkondensators C auf. Hierdurch ist die Mög- lichkeit gegeben, die ursprün-gliche Eichung mit praktischer Genauigkeit beizubehalten.
  • Die Verwendung der Materialien mit höheren Dielektrizitätskonstanten und höherer Durchschlagsfestigkeit gestattet endlich, die Sonde ohne übermäßige Vergrößerung der Abmessungen für höhere Stromentnahme einzurichten, so daß namentlich bei höheren Frequenzen an Stelle der elektrostatischen Spannungszeiger solche mit höherem Stromverbrauch (Hitzd#ahtsystem) Anwendung finden können.
  • Zur Erweiterung des Meßbereiches können die Abstände der -Sondenkörper bzw. . der wirksamen Flächen gegen die Polstücke oder die Entfernung der Polstücke-- untereinander regelbar verschieblich oder um ihre Achse drehbar angeordnet werden. Die Polstücke werden zweckmäßig gegenläufig gekoppelt derart bewegt, daß der Sondenkörper im Nullpotential verbleibt. jeder Stellung entspricht eine besondere Eichung. Maßgebend für die Grenzen- des Meßbereichs ist die Spannungssicherheit einerseits und die gewünschte Meßgenauigkeit bzw. Störungsfreiheit anderseits.
  • Anordnungen der beschriebenen Art. sind in den Fig. i bis 7 dargestellt. In den Figuren bedeutet A den Sondenkörper, Pl, P2 die Polstücke, E das Meßinstrument, M das Meßinstrumentschutzgehäuse, S das metallene, die Verbindungsleitungen enthaltende Schutzrohr, welches das Meßinstrumentgehäuse mit dem Sondenkörper A verbindet, F, F2 sind die wirksamen, aus der Sondenoberfläche herausgeschnittenen und mit dem Meßinstrument verbundenen Teilflächen. C ist der dem Meßinstrument nötigenfalls parallel geschaltete Kondensator. Fig. i stellt eine Spannungsanieigevorrichtung dar mit einer dem Pol Pl entgegenragenden beweglichen Sonde A, an deren Stirnseite eine »wirksame« Teilfläche F heraüsgeschnitten ist. Diese Teilfläche ist mit der einen klemme des gekapselten statischen Niederspannungszeigers E verbunden, dessen andere Klemme an das Gehäuse angeschlossen ist. Fig. 2, stellt eine T#leßeinrichtung dar mit einer Sonde, die zwei herausgeschnittene »wirksame« Teilflächen F, F2 besitzt, die mit den beiden Klemmen eines gekapselten Niederspannungszeigers verbunden sind. Das ganze Meßsystem liegt in der Neutralebene zwischen den beiden Hochspannungsleitungen L', L2 und kann geerdet werden, sofern das Potential der Hochspannungsleitungen gegen Erde annähernd dasselbe ist. Fig. 3 und 4 stellt ein von den hohlkugeligen Polstücken.Pl, -P2 konzentrisch, umfaßtes kugelförmiges Metallschutzgehäuse 1 als Sonde dar, welches das Meßinstrument und eventuell einen parallel-geschalteten Kondensator enthält. In Fig. 3 ist innerbalb de#; verdichteten homogenen Feldes ein wirksaines Flächenstück vorhanden, in Fig. 4 deren zwei. Fig. 5 stellt die Meßanordnung in Verbindung mit einem Hochspannungs-61transformator dar. Die Hochspannungsdurchführungen des Oltransformators sind unter Öl mit Ansätzen Pl, P2 versehen. Zwischen diesen befindet sich der Sondenkörper A, aus dem zwei wirksame Flächenstücke F', F2 herausge-zchnitten sind. Von diesen führen innerhalb eines isoliert durch den Gehäusedeckel nach außen ragenden Metallrohres S zwei Leitungen zu einem im Gehäuse lW gekapselten Niederspannungszeiger E. Innerhalb des hohlen Sondenkörpers befindet sich noch der Plattenkondensator C, welcher mit demselben 01 als Dielektrikum arbeitet als die Außenfelder. Der Sondenkörper A erhält zu diesem Zwecke kleine Kommunikationsöffnungen o. Ein Wechseln des Öles gegen eine andere Sorte mit anderer Dielektrizitätskonstante kann somit an der Eichung nichts Wesentliches -ändern. Fig. 6 zeigt eine Anordnung, bei der die beiden von Meßisolatoren getragenen kugeligen Hochspannungspole Pl, P2 mittels Rechts- und Linksgewinde der Schraubenspindel D auf Schlitten gegenläufig bewegt werden können, wodurch eine Änderung des Meßbereiches bzw. des. Reduktionsfaktors der Anordnung erzielt wird. Fig. 7 zeigt die Meßanordnung, bestehend aus Polstücken Pl, P2 und Sonde A nebst Stiel S in ein hochevakuiertes Glasgehäuse,G eingebaut. Üle beiden zu den »wirksamen« Flächen F' ' F2 führenden Leitungen sind aus dem Inifern des Glasgehäuses durch Einschmelzstellen herausgeführt. Auch vom SondenstielS aus ist eine Verbindungsleitung zum äußeren Armaturteil R hergestellt, so daß diesem das Potential des Sondenkörpers A mitgeteilt wird. Das Armaturteil R verbindet das Vakuumgefäß mit 'der Metallkapsel des Meßinstrumentes E.

Claims (2)

  1. PATENT-ANspRüciin: i. Anordnung zur Messung hoher Spannungen mit Niederspannungszeiger, dadurch gekennzeichnet, daß zum Heransgreifen einer passenden Teilspannung und zur geeigneten Homogenisierung des elektrostatischen Feldes in der Nähe der Entnahmestelle ein aus dem neutralen Feldbezirk heraus, wo sich das Meßinstrument befindet, den Hochspannungspolen entgegenragender Metallhohlkörper (A) gewissermaßen als elektrostatische Sonde eingeführt ist, aus dessen Oberfläche ein oder mehrere von dem als »Schutzring« wirkenden MetaRhohlkörper durch einen schmalen Trennspalt isolierte, den Polen zugewendete »wirksame« 'reilfiächen (_P) herausgeschnitten sind, deren mäßiger Spannungsunterschied untereinander oder gegen. den Schutzringkörper zur Anzeige gelangt.
  2. 2. Meßanordnung nach Ansprach i, dadurch gekennzeichnet, daß vollständige Symmetrie in Form und Abmessungen derart durchgeführt ist, daß sich der Sondenkörper (A) nebst dem anschließenden metallisch gekapselten Meßsystem in der Nullpotentialebene in bezug auf die Hochspannungspole befindet und, annähernd gleiches Potential der Hochspannungspole gegen Erde vorausgesetzt, geerdet werden kann. 3. MeßanordnungnachAnspruchiund2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochspannungspole zur zwangsmäßigen Erzeugung störungsfreier, verdichteter, praktisch homogener Felder in der Nähe der wirksamen Flächen (F) mit besonders geformten, #mit der Sondenoberfläche etwa parallelen konzentrischen oder koachsialen, an den Rändern nach außen abgewölbten Polstücken (P) versehen sind, wobei das Verhältnis der Krümmungshalbmesser etwa den hinsichtlich der Durchschlagsspannung günstigsten Wert haben soll. 4. Meßanordnung nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeicbnet, daß das Sonden-bzw. Meßsystem in solcher Entfernung von Erde isoliert aufgestellt ist und so von den Polansatzstücken elektrisch umfaßt wird, daß sein Potential praktisch von dem Spannungsgefälle zwischen den Polen beherrscht wird, auch wenn das Potential der Hochspannungspole gegen Erde stark verschieden ist. 5. Meßanordnung nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der von den Polstücken elektrißch umfaßte Sondenkörper zugleich den Spannungszeiger mit oder ohne Überbrückungskondensator nebst Verbindungsleitungen enthält. 6. Meßanordnung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonde nebst den Polstücken anstatt in Luft von Atmosphärendruick, in Preßgasen, in ein Hochvakuum. in flüssige, feste oder kombinierte Dielektrika eingebaut ist, wobei zweckmäßig bei Verwendung eines statischen Niederspannungsvoltmeters ein gegen des-.en Eigenkapazität großer, mit gleichem dielektrischen Zwischenmittel als die Polfelder arbeitender, in die Sonde eingebauter Kondensator parallel geschaltet ist, damit Veränderungen des Isoliermittels im äußeren elektrischen Felde durch ähnliche Veränderungen des Parallelkondensators kompensiert werden. 7. Meßanordnung nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet. daß zur Erweiterung des Meßbereiches bzw. Änderung det, Reduktionsfaktors die Abstände des Sondenkörpers (A) bzw. der wirksamen Flächen (F) gegen die Polstücke (P) oder die Entfernung der Polstücke (P) untereinander regelbar veränderlich sind, wobei insbesondere der Sondenkörper (A) in der Nachbarschaft der Nullpotentialfläche verschieblich oder um seine Achse drehbar angeordnet ist und die Polstücke (P) gleichzeitig gegenläufig gekoppelt derart bewegt werden können, daß der Sondenkörper (A) in der Nullpotentialebene verbleibt,
DE1920330724D 1920-02-24 1920-02-24 Anordnung zum Messen hoher Spannungen Expired DE330724C (de)

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