DE3324726C2 - - Google Patents

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DE3324726C2
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Hermann Ing.(Grad.) 7071 Oberboebingen De Stegmaier
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BSH Hausgeraete GmbH
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Bosch Siemens Hausgerate GmbH
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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges auf einem durch Pulverlackieren im elektrostatischen Feld zu beschichtenden Träger.
Beim Pulverlackieren im elektrostatischen Feld läßt sich der Überzug nur mit verhältnismäßig dünner Schichtstärke auf den Träger aufbringen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die sich auf den Träger niederschlagenden Pulverpartikel ihre Ladung beibehalten und dadurch beim Erreichen einer be­ stimmten Schichtstärke weitere Pulverpartikel gleicher Ladung abstoßen. Es ist daher zum Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges erforderlich, zunächst eine beispielsweise als Grund­ schicht aufgetragene Pulverschicht durch Erhitzen aufzuschmel­ zen und auszuhärten, wobei das Gegenfeld abgebaut wird. Auf dem da­ durch hergestellten Überzug kann dann ein weiterer aufgetra­ gen werden, der anschließend ebenfalls ausgehärtet werden muß, bevor gegebenenfalls weitere Schichten aufgetragen werden können.
Dieses bekannte Verfahren ist jedoch wegen der Notwendigkeit, den Träger mehrfach stark zu erhitzen und wieder abzukühlen, sehr energieaufwendig. Zudem hat sich gezeigt, daß dieses Ver­ fahren sich nur zu einer ganzflächigen Beschichtung des Trä­ gers eignet, denn bei einer lediglich partiellen, zusätzlichen Beschichtung, wie es z.B. bei Nacharbeiten oder zur Herstel­ lung mehrfarbiger Überzüge der Fall ist, tritt im Randbereich dieser zusätzlichen Schicht eine Zone mit rauher und daher matter Oberfläche auf, die das Aussehen des auf diese Weise mit einem mehrschichtigen Überzug versehenen Trägers empfind­ lich stört.
Bei nur partieller Beschichtung im Randbereich der zu beschich­ tenden Zone nimmt die Häufung der Pulverpartikel allmählich ab, so daß schließlich nur noch vereinzelte Pulverpartikel mit gro­ ßen Abständen zueinander auf der beschichteten Oberfläche haf­ ten. Beim nachfolgenden Aufschmelz- und Aushärtungs-Prozeß können diese vereinzelten Pulverpartikel nicht mehr ineinander­ fließen und keine zusammenhängende, glänzende Oberfläche mehr bilden. Sie bleiben vielmehr in der Randzone als gegenüber dem Untergrund leicht erhöhte Inseln stehen, die das einfallende Licht diffus reflektieren und damit der Oberfläche in diesem Bereich ein mattes Aussehen geben. Erst wenn die Häufung der Pulverpartikel so stark zunimmt, daß diese beim Erwärmen und Schmelzen ineinanderfließen, kann sich eine hinreichend glatte und somit glänzende, zusammenhängende Oberfläche bilden.
Aus diesem Grunde war es bisher nicht möglich, einen Träger, der bereits mit einem durch Pulverlackieren im elektrostati­ schen Feld aufgetragenen Überzug versehen ist, mit einem oder mehreren nur auf bestimmte Zonen des Trägers begrenzten wei­ teren Überzug bzw. Überzügen zu versehen. Es ist vielmehr - wegen der aus den genannten Gründen im Übergangsbereich auf­ tretenden rauhen und matten Zone - erforderlich, in solchen Fällen den Träger vollständig zu beschichten. Dies hat jedoch einerseits einen erhöhten Pulververbrauch und somit eine erheb­ liche Kostensteigerung, bei großflächigen Trägern sogar eine erhebliche Gewichtszunahme zur Folge und schließt andererseits die Bildung mehrfarbiger Überzüge aus.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die genannten Nach­ teile zu vermeiden und ein Verfahren zu entwickeln, nach dem auf einfache Weise auch in begrenzten Bereichen des Trägers zu­ sätzliche Überzüge aufgebracht werden können.
Diese Aufgabe wird nach der vorliegenden Erfindung dadurch ge­ löst, daß in aufeinanderfolgenden Schritten jeweils eine Schicht vor dem Auftragen der nächsten durch Erwärmen zum Anschmel­ zen gebracht und anschließend nach dem Auftragen der letzten Schicht alle Schichten gemeinsam durch Einbrennen vernetzt bzw. ausgehärtet werden.
Da das Anschmelzen bereits weit unterhalb der die Vernetzung bewir­ kenden Temperatur eintritt, gelingt es, beim Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erheblich Energie einzusparen. Darüber hinaus wird durch das erfindungsgemäße Verfahren erreicht, daß insbesondere in der Übergangszone die neu aufgetragenen Pulverpartikel vor dem end­ gültigen Einbrennen mit den bereits aufgesinterten aber noch nicht vernetzten und ausgehärteten Pulverpartikeln der Grund­ schicht oder weiterer aufgetragener Schichten mit den nachfol­ genden Schichten ineinanderfließen, wodurch auch in den Über­ gangszonen eine einheitliche,einwandfrei glänzende Oberfläche entsteht.
Auf einfache Weise lassen sich nach dem erfindungsgemäßen Ver­ fahren auch mehrfarbige Überzüge dadurch erzeugen, daß die einzelnen Schichten unterschiedliche Farbpigmentierungen auf­ weisen und entweder ganzflächig oder nur in begrenzten Zonen auf den Träger aufgebracht werden.
Bei einem solchermaßen hergestellten Überzug läßt sich im Übergangsbereich ein sogenannter "Shadow-Effekt" mit kontinu­ ierlichem Übergang zwischen verschiedenen Farben bzw. Schich­ ten erzielen, der durch das Ineinanderfließen der Pulverpar­ tikel mit verschiedener Farbpigmentierung besonders weich aus­ gebildet sein kann, wobei ein den vorhergehenden voll decken­ der andersfarbiger Überzug erst beim Erreichen einer entspre­ chenden Schichtstärke entsteht. Durch Einstellen der einzel­ nen Schichtstärken ist es dabei weiterhin möglich, besondere Farbeffekte und Schattierungen zu erzielen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich somit auf einfache Weise sowohl mehrfarbige Überzüge herstellen, als auch besonders gefährdete Zonen des Trägers mit einem stärkeren, gegebenenfalls auch mehrfarbigen Überzug versehen.
Bei einer nur als Beispiel dienenden praktischen Durchführung des Verfahrens wurde das zu beschichtende Teil je nach Wunsch ganzflächig oder auch nur teilweise beschichtet, wobei es nor­ male Raumtemperatur aufwies. Das solchermaßen im elektrosta­ tischen Feld beschichtete Teil wurde anschließend kurzzeitig erwärmt und dabei bei einem Pulver mit einer Aufschmelztempe­ ratur von 60 bis 80°C für einen Zeitraum von ca. einer Minute auf eine Temperatur von ca. 60 bis 80°C gebracht. Überraschen­ derweise hat sich dabei gezeigt, daß dadurch das elektrische Gegenfeld abgebaut wird, so daß nach dem Abkühlen des Teiles eine zweite Schicht ebenfalls durch Pulverlackieren im elektro­ statischen Feld auf das bereits beschichtete Teil aufgebracht werden konnte. Dabei war auch eine partielle Beschichtung zur Erzielung bestimmter Effekte, z.B. des sogenannten "Shadow- Effektes", möglich.
Sollen nach dem beschriebenen Verfahren weitere Schichten bzw. Farben ganzflächig oder partiell aufgebrachte werden, so ist das kurzzeitige Erhitzen auf die Anschmelztemperatur zwischen den ein­ zelnen Arbeitsvorgängen zu wiederholen. Das auf diese Weise mehr­ fach beschichtete Teil ist dann abschließend auf eine Tempera­ tur oberhalb des Vernetzungspunktes des Pulvers zu bringen. Hierbei werden Temperaturen von üblicherweise 180 bis 200°C bei einer Verweildauer von ca. 15 Minuten in der Heizzone an­ gewendet. Die Vernetzungstemperatur des Pulvers lag in diesem Falle bei ca. 140 bis 160°C.
Nach einer Alternative des beschriebenen Verfahrens ist es mög­ lich, das beschichtete Teil unmittelbar nach dem Anschmelzen der vorhergehend aufgetragenen Pulverschicht noch in warmem Zustand im elektrostatischen Feld neu zu beschichten.

Claims (3)

1. Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges auf einem durch Pulverlackieren im elektrostatischen Feld zu beschichtenden Träger, dadurch gekenn­ zeichnet, daß in aufeinanderfolgenden Schritten jeweils eine Schicht vor dem Auftragen der nächsten durch Erwärmen zum Anschmelzen gebracht und anschließend nach dem Auftragen der letzten Schicht alle Schichten gemeinsam durch Einbrennen vernetzt bzw. ausgehärtet werden.
2. Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Schichten unterschiedliche Farbpigmentierungen aufweisen und entweder ganzflächig oder nur in begrenzten Zonen mit kontinuierlichem Übergang auf den Träger aufgebracht werden.
3. Verfahren zum Herstellen eines mehrschichtigen Überzuges nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Träger vor dem Auftragen der einzelnen Schichten wenigstens annähernd auf normale Raumtemperatur gebracht wird.
DE3324726A 1983-07-08 1983-07-08 Verfahren zum herstellen eines mehrschichtigen ueberzuges auf einem durch pulverlackieren im elektrostatischen feld zu beschichtenden traeger Granted DE3324726A1 (de)

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