DE3329246C2 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gips-Zusammensetzung
für die Gebiß-Einbettung, die für die Herstellung
verschiedener Arten von Zahnersatz wie vollständige oder
teilweise Gebißprothesen unter Verwendung eines Harzes als
Gebiß-Basisplatten-Material verwendet wird.
Auf dem Gebiet der Zahntechnik ist es bekannt, als ein
wichtiges Material für die Zahnersatz-Einbettung eine
Gips-Zusammensetzung zu verwenden, die als ein Formmaterial
dient, wenn in den Mund eingesetzte Arten von Zahnersatz
hergestellt werden. Gipszusammensetzungen
als Gebißeinbettungen, wenn diese als Formmaterialien
für die Halterung künstlicher Zähne dienten, wurden
im allgemeinen aus β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O)
hergestellt, das sonst ausschließlich für Bauzwecke
oder ornamentale Zwecke dient.
Dieses β-Gips-Hemihydrat (b-CaSO₄ · 1/2 H₂O) hat eine
niedrige Naß-Druckfestigkeit von 9,81 MPa (100 kp/cm²), die
als Festigkeit des gehärteten Gipses per se gilt. Wenn daher
ein teigartiges Harz unter Druck in eine gehärtete
Masse, die künstliche Zähne umhüllt, eingepreßt wird, wird
der dünne Gipsbereich, der das Gebiß umgibt, leicht beschädigt.
Weil außerdem der gehärtete Gips eine Härtungs-
Ausdehnung aufweist, die einen Wert von 0,25% erreicht,
verschlechtert sich die Genauigkeit der Platte, in die
das Gebiß eingebettet ist, bei der Polymerisation des Harzes,
und die künstlichen Zähne verschieben sich in einem
solchen Maße, daß eine sehr langwierige Einrichtung erforderlich
ist, bis die für den Patienten typische Biß-
Gleichgewichtsstellung reproduziert werden kann. Außerdem
verzögert sich beim Stehen bei Raumtemperatur die Aushärtezeit
von β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O), und zwar infolge
einer Feuchtigkeitsabsorption, wodurch Probleme im
Hinblick auf die Lagerstabilität entstehen.
Um die Nachteile des β-Gips-Hemihydrats (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O)
zu umgehen, kann in einigen Fällen α-Gips-Hemihydrat
(α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) verwendet werden, das ein bekannter Zahntechnischer
Modellgips ist. Infolge der Tatsache, daß
α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) ursprünglich als Modellmaterial
entwickelt wurde, weist es eine Naß-Druckfestigkeit
in der Größenordnung von 44,15 MPa (450 kp/cm²) bei
seiner Härtung auf, d. h. einen viermal so großen Wert wie
β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O), so daß kein nennenswertes
Risiko einer Beschädigung besteht. Da sich jedoch
die Druckfestigkeit des gehärteten Gipses bei der Polymerisation
des Gebiß-Basisharzes beim Erhitzen kaum vermindert,
erweist es sich als extrem schwierig, das Gebiß zu entfernen,
nachdem das Harz durch Erhitzen auspolymerisiert wurde.
Die heutzutage an Gips-Zusammensetzungen für Gebiß-Einbettungen
gestellten klinischen Anforderungen sind somit:
1. Sie sollten nach dem Aushärten eine ausreichende Festigkeit
aufweisen, wobei sie jedoch zum Zeitpunkt der Entfernung
des Gebisses nach der Polymerisation des Harzes durch
Erhitzen eine verminderte Festigkeit aufweisen sollen, um
die Entfernung des Gebisses zu erleichtern.
2. Sie sollten eine geringe Härtungs-Ausdehnung aufweisen,
so daß die Dimensionsgenauigkeit bei der Polymerisation
des Harzes durch Erhitzen ausgezeichnet ist.
3. Außerdem sollten sie sich durch eine Lagerstabilität
auszeichnen.
Es ist Aufgabe dieser Erfindung, eine Gips-Zusammensetzung
zu schaffen, die den eben aufgezählten Anforderungen genügt.
Diese Aufgabe wird durch Gips-Zusammensetzungen gelöst,
wie sie in den Patentansprüchen beschrieben sind.
Bei dem Versuch, eine Gips-Zusammensetzung für Gebiß-Einbettungen
zu schaffen, die die oben erwähnten Nachteile
nicht aufweist und die hohen klinischen Anforderungen erfüllt,
wurde festgestellt, daß eine Gips-Zusammensetzung
für Gebiß-Einbettungen dann die gegenwärtigen Anforderungen
erfüllt, wenn sie aus einer Mischung von α-Gips-Hemihydrat
(α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) mit β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O)
in einem spezifischen Gewichtsverhältnis besteht, und wenn
dieser Mischung Kaliumsulfat, Kaliumchlorid oder Kaliumtartrat allein
oder in beliebiger Mischung
in einem genau
definierten Anteil zugesetzt ist. Es wurde ferner gefunden,
daß die erwähnten Anforderungen auch von einer Gips-Zusammensetzung
für Gebiß-Einbettungen erfüllt werden, die die
bereits erwähnte Zusammensetzung aufweist und der zusätzlich
Gips-Dihydrat in einem definierten Anteil zugesetzt
ist.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird somit eine Gips-
Zusammensetzung für Gebiß-Einbettungen geschaffen, die 100
Gew.-Teile einer Mischung aus 50 bis 90 Gew.-Teilen α-Gips-
Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) mit 10 bis 50 Gew.-Teilen
β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) sowie 0,2 bis 2,0 Gew.-
Teile Kaliumsulfat, Kaliumchlorid oder Kaliumtartrat allein
oder in beliebiger Mischung
enthält.
Einer solchen Mischung können zusätzlich 0,5 bis 5,0 Gew.-
Teile Gips-Dihydrat zugesetzt sein.
Nachfolgend werden die für die Bestandteile oder Zutaten
der erfindungsgemäßen Gips-Zusammensetzungen angegebenen
Ober- und Untergrenzen detailliert erläutert.
Bei einer Gips-Zusammensetzung für Gebiß-Einbettungen ist
es erforderlich, daß der gehärtete Gips eine ausreichende
Naß-Druckfestigkeit bei der Gebiß-Einbettung aufweist, und
daß der gehärtete Gips nach der Polymerisation durch Erhitzen
eine verminderte Festigkeit aufweist.
Das erste Merkmal der vorliegenden Erfindung betrifft eine
spezifische Kombination von α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ ·
1/2 H₂O) mit β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O). Und zwar
sollen 100 Gew.-Teile der Gipsmischung aus 50 bis 90 Gew.-
Teilen α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) und 10 bis 50
Gew.-Teilen β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) bestehen.
Das α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) bildet den Bestandteil,
der für die Erhöhung der Festigkeit des gehärteten
Gipses wichtig ist und der die Oberfläche des polymerisierten
Harzes glatt macht. Wenn jedoch der Anteil an α-Gips-
Hemihydrat bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gipsmischung 90
Gew.-Teile oder mehr ausmacht, hat zwar der gehärtete Gips
eine ausreichende Naß-Druckfestigkeit, weist jedoch beim
Erhitzen eine zu hohe Druckfestigkeit auf, so daß es schwierig
wird, das fertige Gebiß zu entfernen. In einer Menge
unter 50 Gew.-Teilen wird ein gehärteter Gips mit einer
verminderten Druckfestigkeit nach Polymerisation durch Erhitzen
erhalten, so daß es leicht ist, das Gebiß zu entfernen;
der gehärtete Gips weist jedoch eine zu niedrige
Naß-Druckfestigkeit auf, so daß die dünne Hülle aus gehärtetem
Gips, die das Gebiß umgibt, leicht beschädigt wird,
wenn man das Gebißplatten-Harz unter Druck einpreßt.
Vorzugsweise sollte das α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O)
in einer Menge von 50 bis 70 Gew.-Teilen verwendet werden,
da die Gips-Zusammensetzung für eine Gebiß-Einbettung vorzugsweise
eine Naß-Druckfestigkeit von 14,7 bis 23,5 MPa
(150 bis 240 kp/cm²) sowie nach dem Erhitzen eine Druckfestigkeit
von 7,85 bis 10,8 MPa (80 bis 110 kp/cm²) aufweisen
sollte. Die Verwendung des α-Gips-Hemihydrats (α-
CaSO₄ · 1/2 H₂O) in einer Menge unter 50 Gew.-Teilen ist zwar
im Hinblick auf die Verminderung der Druckfestsigkeit beim
Erhitzen von Vorteil, ist jedoch für die praktische Verwendung
nachteilig, da die Naß-Druckfestigkeit zu niedrig
ist. Wenn die Menge des α-Gips-Hemihydrats (α-CaSO₄ · 1/2
H₂O) 70 Gew.-% überschreitet, ist die Naß-Druckfestigkeit
ausreichend, während jedoch die Druckfestigkeit nach dem
Erhitzen bereits recht hohe Werte annimmt.
Andererseits sollte das β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O)
bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gipsmischung aus den folgenden
Gründen in einer Menge von 10 bis 50 Gew.-Teilen verwendet
werden. Das β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) bildet
den Bestandteil, der die Naß-Druckfestigkeit des gehärteten
Gipses verschlechtert und somit die Entfernung
des Gebisses erleichtert. Wenn das β-Gips-Hemihydrat (β-
CaSO₄ · 1/2 H₂O) bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gipsmischung
in einer Menge von weniger als 10 Gew.-Teilen verwendet
wird, weist zwar der gehärtete Gips eine ausreichende Festigkeit
(Naß-Druckfestigkeit) auf, der gehärtete Gips weist
jedoch nach dem Erhitzen eine zu hohe Druckfestigkeit auf,
was es extrem schwierig macht, das Gebiß zu entfernen. Die
Zugabe des b-Gips-Hemihydrats (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) in einer
Menge, die 50 Gew.-Teile überschreitet, führt dazu, daß
der gehärtete Gips zwar nach der Polymerisation unter Erhitzen
eine verminderte Festigkeit aufweist, so daß die
Entfernung des Gebisses erleichtert wird. Gleichzeitig ist
jedoch die Festigkeit (Naß-Druckfestigkeit) des gehärteten
Gipses so stark verschlechtert, daß die dünne Hülle aus
gehärtetem Gips, die das Gips umgibt, leicht beschädigt
wird, wenn man das Gebißplatten-Harz unter Druck einpreßt.
Besonders bevorzugt sollte das β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄
· 1/2 H₂O) in einer Menge von 30 bis 50 Gew.-Teilen bezogen
auf 100 Gew.-Teile der Gipsmischung verwendet werden, da
wie bereits oben diskutiert, die Gipszusammensetzung für
die Gebiß-Einbettung eine Naß-Druckfestigkeit von 14,7 bis
23,5 MPa (150 bis 240 kp/cm²) sowie nach dem Erhitzen eine
Druckfestigkeit von 7,85 bis 10,8 MPa (80 bis 110 kp/cm²)
aufweisen sollte. Wenn das β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ ·
1/2 H₂O) in einer Menge von weniger als 30 Gew.-Teilen pro
100 Gew.-Teile der Gipsmischung verwendet wird, wird zwar
die Naß-Druckfestigkeit befriedigend, jedoch wird die Druckfestigkeit
nach dem Erhitzen zu hoch. Wenn die Menge 50
Gew.-Teile überschreitet, verschlechtert sich zwar die
Druckfestigkeit nach dem Erhitzen, jedoch wird gleichzeitig
die Naß-Druckfestigkeit zu niedrig.
Ein zweites Merkmal der vorliegenden Erfindung betrifft die
Verwendung von Kaliumsulfat, Kaliumchlorid oder Kaliumtartrat allein
oder in beliebiger Mischung,
das einer Mischung
aus 50 bis 90 Gew.-Teilen α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2
H₂O) mit 10 bis 50 Gew.-Teilen β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄
· 1/2 H₂O) in einem spezifischen Anteil zugesetzt wird.
Diese Kaliumsalze sind der Bestandteil, der die Ausdehnung
beim Erhärten des gehärteten Gipses vermindet, wodurch die
Dimensionsgenauigkeit des Gebisses nach der Polymerisation
des Gebißplatten-Harzes durch Erhitzen verbessert wird.
Zu diesem Zwecke können eines oder mehrere der Kaliumsalze
Kaliumsulfat, Kaliumchlorid, Kaliumtartrat
verwendet werden. Das oder die lösliche(n) Kaliumsalz(e)
sollten bezogen auf 100 Gew.-Teile der Gipsmischung
in einer Menge von 0,2 bis 2,0 Gew.-Teilen zugesetzt werden.
In einer Menge unter 0,2 Gew.-Teilen zeigt das Kaliumsalz
keine Wirkung im Hinblick auf die Verminderung
der Härtungs-Ausdehnung des gehärteten Gipses. Ein Zusatz
des Kaliumsalzes in einer Menge von mehr als 2,0 Gew.-Teilen
ist nachteilig, da die Aushärtzeit des Gipses zu kurz
wird, was dazu führt, daß sowohl die Verarbeitbarkeit als
auch die Lagerstabilität sich verschlechtern.
Vorzugsweise sollte eine Kombination der genannten Kaliumsalze,
beispielsweise Kaliumsulfat mit Kaliumchlorid, Kaliumsulfat
mit Kaliumtartrat oder Kaliumchlorid mit Kaliumtartrat
angewandt werden, da dann die Menge verglichen mit der Zugabe
eines einzelnen löslichen Kaliumsalzes vermindert
werden kann, wobei es trotzdem möglich ist, die Härtungsausdehnung
des Gipses zu unterdrücken. Außerdem härtet der
Gips dann mit einer mäßigen Geschwindigkeit aus, so daß
eine verbesserte Verarbeitbarkeit und Lagerstabilität erhalten
werden. Um die Aushärt-Ausdehnung der Gipszusammensetzung
für Gebiß-Einbettungen auf Werte unterhalb von 0,12%
zu vermindern, sollte das genannte Kaliumsalz vorzugsweise
in einer Menge von nicht weniger als 0,5 Gew.-Teilen verwendet
werden, da eine Aushärtungs-Ausdehnung von nicht mehr
als 0,12% ganz besonders erwünscht ist, um die Dimensionsgenauigkeit
der Harz-Gebißplatte nach der Polymerisation
durch Erhitzen zu verbessern. Außerdem ist es bevorzugt,
das genannte Kaliumsalz in einer Menge von nicht mehr als
1,8 Gew.-Teilen zu verwenden, da bis zu diesem Wert weder
eine vorzeitige Aushärtung des Gipses noch eine Verminderung
der Lagerstabilität erfolgt.
Im Hinblick auf die derzeitigen Anforderungen zeigt die
erfindungsgemäße Gipszusammensetzung, wie sie bisher beschrieben
wurde, gute Ergebnisse. Es wurde jedoch festgestellt,
daß die Ergebnisse noch weiter in vorteilhafter
Richtung beeinflußt werden können, wenn 0,5 bis 5,0 Gew.-
Teile Gips-Dihydrat zu 100 Gew.-Teilen einer Mischung aus
α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) mit b-Gips-Hemihydrat
(β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) zugesetzt werden. Das Gips-Dihydrat ist
ein Bestandteil, der die Lagerstabilität der Gipszusammensetzung
für Gebiß-Einbettungen verbessert, die anhand der
Verlängerung der Aushärtungszeit ermittelt wird, indem die
ursprüngliche Aushärtungszeit von der Aushärtungszeit nach
dem Verstreichen einer voraus bestimmten Anzahl von Tagen
abgezogen wird. Eine Verwendung des Gips-Dihydrats in einer
Menge von mehr als 5,0 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile
der Gipsmischung ist dabei eher nachteilig, da sich die
Lagerstabilität der Gipszusammensetzung für Gebiß-Einbettungen
verschlechtert, und da die Aushärtungszeit zu stark
abgekürzt wird, was Probleme im Hinblick auf die Verarbeitbarkeit
bereitet. Ein Anteil von Gips-Dihydrat in einer
Menge von unter 0,5 Gew.-Teilen zeigt nur eine geringe
Wirkung auf die Verbesserung der Lagerstabilität der Gipszusammensetzung
für Gebiß-Einbettungen.
Im allgemeinen enthält Gips-Dihyrat freies Wasser. Es ist
dabei darauf hinzuweisen, daß ein Gips-Dihydrat, das mehr
als 0,7 Gew.-% freies Wasser enthält, die Lagerstabilität
der Gipszusammensetzung für Zahneinbettungen verschlechtern
kann. Wenn man berücksichtigt, daß als besonders bevorzugte
Gipszusammensetzungen solche anzusehen sind, deren Lagerstabilität
als eine Verlängerung der Aushärtungszeit von
2 Minuten nach 60 Tagen definiert ist, sollte das Gips-
Dihydrat in einer Menge von 0,5 bis 4,5 Gew.-Teilen zugesetzt
werden. Der Grund dafür ist, daß bei einem Anteil
von weniger als 0,5 Gew.-Teilen nach 60 Tagen eine Verlängerung
derAushärtungszeit von 3 Minuten erhalten wird, während
eine Menge von nicht mehr als 4,5 Gew.-Teilen sicherstellt,
daß die Aushärtungszeit noch ausreichend lang ist,
um eine gute Verarbeitbarkeit zu gewährleisten.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von konkreten Ausführungsbeispielen
und Vergleichsbeispielen noch näher erläutert.
In den folgenden Beispielen und Vergleichsbeispielen (mit
Ausnahme von Nr. 11) wurde stets so vorgegangen, daß α-Gips-
Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O)-Pulver in einer Kugelmühle vermahlen
wurden, wobei sie mit einem oder mehreren der löslichen
Kaliumsalze Kalumsulfat, Kaliumchlorid und/oder
Kaliumtartrat und/oder Gips-Dihydrat vermischt wurden, soweit
derartige Bestandteile vorgesehen waren, und die erhaltenen
Pulver wurden durch ein 100-Mesh-Sieb (100 Maschen
pro 2,54 cm) gesiebt. Die auf diese Weise erhaltenen feinen
Pulver wurden gegebenenfalls mit b-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ ·
1/2 H₂O) vermischt und abermals durch ein 100-Mesh-Sieb gesiebt.
Auf diese Weise wurden die Gips-Zusammensetzungen
für Gebiß-Einbettungen hergestellt. Im Falle des Vergleichsbeispiels
11 wurde β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O) verwendet,
das durch ein 100-Mesh-Sieb gesiebt worden war.
Die Menge des verwendeten Wassers entsprach dem Testverfahren
gemäß JIS T 6605 (Dentalstein).
Unter Verwendung eines Gummikugel- und Pflaster-Spatels,
wie er auf dem Gebiet der Zahntechnik üblicherweise zum
Gipsmischen verwendet wird, wurden 100 g Proben 60 Sekunden
mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 100 min-1 mit dem
Wasser vermischt. Nachdem sie unter Verwendung eines Glaszylinders
eines Durchmessers von 20 mm abgemessen worden
waren, wurden Proben von 10 ml langsam auf eine Glasplatte
extrudiert. Nach 2 min wurde eine Glasplatte mit einem Gewicht,
die zusammen 120 g wogen, auf die Proben aufgegeben,
um sie zu verbreitern. Es wurden die maximalen und minimalen
Durchmesser bei den sich parallel erstreckenden Proben
gemessen. Wenn der Mittelwert 39 bis 41 mm erreichte,
wurde angenommen, daß die für die richtige Standardkonsistenz
erforderlicheWassermenge gewählt worden war. Diese
Testversuche wurden bei Raumtemperatur im Bereich von 15
bis 20°C durchgeführt.
Die Aushärtungszeit wurde gemessen, indem man die zur Standardkonsistenz
vermischten Proben in ein zylindrisches Metallmodell
mit einem Innendurchmesser von 20 mm und einer
Höhe von 30 mm einfüllte und die Zeit ermittelte, die vom
Einbringen der Proben in Wasser bis zum 1-mm-Eindringen einer
Vicat-Nadel eines Gewichts von 300 g und eines Durchmessers
von 2 mm verstrich.
Die Untersuchung der Naß-Druckfestigkeit wurde so durchgeführt,
daß man die zur Standardkonsistenz vermischten Proben
in ein zylindrisches Metallmodell mit einem Innendurchmesser
von 20 mm und einer Höhe von 30 mm gab, sie nach dem
Aushärten aus diesem Modell entfernte, bei Raumtemperatur
stehenließ und unter Verwendung eines Druckfestigkeits-
Testers bei einer Belastung von 1 mm/min 3 Stunden nach
dem Einbringen der Proben in Wasser die Druckfestigkeit
bestimmte. Die Prüfung der Druckfestigkeit nach Erhitzen
wurde so durchgeführt, daß man Proben in Wasser gab, die
auf die gleiche Weise hergestellt worden waren wie bei der
Prüfung der Naß-Druckfestigkeit. 3 Stunden nachdem die Proben
in Wasser gegeben worden waren, wurden die Proben 1
Stunde in heißem Wasser bei einer Temperatur von 90 bis 95°C
gehalten, und dann 10 min in Wasser von Raumtemperatur abgekühlt,
wonach ihre Druckfestigkeit bei einer Belastung
von 1 mm/min unter Verwendung eines Druckfestigkeits-Testgeräts
bestimmt wurde.
Die Prüfung der Lagerstabilität wurde so durchgeführt, daß
man die pulverförmigen Gipszusammensetzungen für Gebiß-
Einbettungen, die sich in einem Polyäthylenbeutel befanden,
in einer thermo- und hygrostatisierten Atmosphäre einer
Temperatur von 37°C und einer Luftfeuchtigkeit von 100%
lagerte und dieVerlängerung der Aushärtungszeit bestimmte,
wie bereits weiter vorne beschrieben wurde.
Die Prüfung der Aushärt-Ausdehnung wurde so durchgeführt,
daß man die Aushärt-Ausdehnung von Proben bestimmte, die
den Standard-Wassergehalt aufwiesen, und zwar 2 Stunden
nahdem man sie in Wasser gegeben hatte. Dabei wurde ein
Testgerät verwendet, das ein rechteckiges Metallmodell einer
Länge von 10 cm und einer Breite sowie Höhe von jeweils
3 cm enthielt und eine Ausdehnungsmeß-Meßuhr aufwies, die
eine 0,01-mm-Skala aufwies.
Die Ergebnisse der Versuche und Vergleichsversuche sind in
der nachfolgenden Tabelle zusammengefaßt.
Wie aus der Tabelle zu erkennen ist, weist die Zusammensetzung,
die nur aus β-Hemihydrat (β-Gips-Hemihydrat CaSO₄ ·
1/2 H₂O) (Vergleichsbeispiel 11) besteht, eine Naßfestigkeit
von nur 9,81 MPa (100 kp/cm²) auf, und die Zusammensetzung,
die einen größeren Anteil an Dihydratgips enthält (Vergleichsbeispiel
9) weist eine niedrige Naßfestigkeit in der
Größenordnung von 12,26 MPa (125 kp/cm²) auf, was bedeutet,
daß diese Zusammensetzungen Festigkeitseigenschaften aufweisen,
die sie für die Verwendung als Gebiß-Einbettungen
ungeeignet machen. Die nur aus α-Hemihydrat (α-Gips-Hemihydrat,
α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) (Vergleichsbeispiel 12) bestehende
Zusammensetzung weist eine Naß-Druckfestigkeit mit dem hohen
Wert von 44,15 MPa (450 kp/cm²) auf, und die Zusammensetzung,
in der keinerlei lösliches Kaliumsalz verwendet
wird (Vergleichsbeispiele 10 und 12) weisen eine Aushärtungs-Ausdehnung
auf, die einen hohen Wert in der Größenordnung
von 0,40% aufweist. Alle diese Zusammensetzungen
sind als Gipszusammensetzungen für Gebiß-Einbettungen ungeeignet.
Die Werte, die man erhält, wenn man die Druckfestigkeit
nach dem Erhitzen von der Naßfestigkeit abzieht, betragen
in den Vergleichsbeispielen 10, 11 und 12 4,91 (50), 1,57
(16) und 4,12 (42) MPa (kp/cm²), während diese Werte für
die erfindungsgemäßen Beispiele 1 bis 8 8,14 (83), 6,97
(71), 6,08 (62), 7,36 (75), 9,61 (98), 7,65 (78), 7,65 (78)
und 6,87 (70) MPa (kp/cm²) betragen. Diese Werte sind somit
bei den erfindungsgemäßen Beispielen deutlich größer als
bei den Vergleichsbeispielen. Außerdem weisen die erfindungsgemäßen
Gips-Zusammensetzungen für Gebiß-Einbettungen
eine ausreichende Naß-Druckfestigkeit auf, wenn diese an
der gehärteten Masse bestimmt wurde, und zeigen eine befriedigende
Verschlechterung dieser Festigkeit bei der
Polymerisation unter Erhitzen, so daß im Hinblick auf die
Verarbeitbarkeit keinerlei Probleme bestehen. Im Hinblick
auf die Lagerstabilität sind die Unterschiede zwischen
der Aushärtungszeit nach 60 Tagen und der ursprünglichen
Aushärtungszeit in den Vergleichsbeispielen 9 bis 12, 8, 6,
12 und 7 min, während sie in den Beispielen 6 und 8, bei
denen kein Gips-Dihydrat verwendet wurde, 8 und 9 min betragen.
Andererseits wird im Falle der Beispiele 1 bis 5
sowie 7, bei denen Gips-Dihydrat in spezifischen Anteilen
verwendet wurde, eine Verlängerung der Aushärtungszeit
innerhalb eines Bereichs von 2 min gefunden. Das bedeutet,
daß diese Zusammensetzungen keine Probleme im Hinblick auf
ihre Lagerstabilität bieten.
Die erfindungsgemäßen Gips-Zusammensetzungen weisen eine
niedrige Aushärtungs-Ausdehnung in der Größenordnung von
nicht mehr als 0,15% auf, und es wurde festgestellt, daß
die Genauigkeit des herzustellenden Gebisses verbessert
wird. Bei den Zusammensetzungen der Vergleichsbeispiele
ist jedoch die Aushärtungs-Ausdehnung so erhöht, daß es
unmöglich ist, die künstlichen Gebisse mit der erforderlichen
Genauigkeit herzustellen.
Wie bereits oben erwähnt wurde, erfüllen die erfindungsgemäßen
Gips-Zusammensetzungen für Gebiß-Einbettungen eine
Vielfalt von Anforderungen, die bei der Herstellung von
künstlichen Gebissen erfüllt sein müssen. Somit bedeutet
die vorliegende Erfindung einen Durchbruch im Hinblick auf
die Verwendung von Gips im Bereich der Zahntechnik.
Claims (3)
1. Gips-Zusammensetzung für Gebiß-Einbettungen, dadurch
gekennzeichnet, daß sie aus
100 Gew.-Teilen einer Mischung aus 50 bis 90 Gew.-Teilen α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) mit 10 bis 50 Gew.-Teilen
β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O), sowie 0,2 bis 2,0 Gew.-Teilen Kaliumsulfat, Kaliumchlorid oder Kaliumtartrat allein oder in beliebiger Mischung besteht.
100 Gew.-Teilen einer Mischung aus 50 bis 90 Gew.-Teilen α-Gips-Hemihydrat (α-CaSO₄ · 1/2 H₂O) mit 10 bis 50 Gew.-Teilen
β-Gips-Hemihydrat (β-CaSO₄ · 1/2 H₂O), sowie 0,2 bis 2,0 Gew.-Teilen Kaliumsulfat, Kaliumchlorid oder Kaliumtartrat allein oder in beliebiger Mischung besteht.
2. Gips-Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie zusätzlich 0,5 bis 5,0 Gew.-Teile
Gips-Dihydrat enthält.
3. Gips-Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gips-Dihydrat 0,7 Gew.-%
oder weniger freies Wasser enthält.
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