DE334004C - Verfahren zum Gerben mittels Salzloesungen des dreiwertigen Eisens - Google Patents

Verfahren zum Gerben mittels Salzloesungen des dreiwertigen Eisens

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DE334004C
DE334004C DE1916334004D DE334004DD DE334004C DE 334004 C DE334004 C DE 334004C DE 1916334004 D DE1916334004 D DE 1916334004D DE 334004D D DE334004D D DE 334004DD DE 334004 C DE334004 C DE 334004C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/04Mineral tanning

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zum Gerben mittels Salzlösungen des dreiwertigen Eisens. Bekanntlich ist es bisher trotz vielfacher Bemühungen nicht gelungen, bei der Gerbung mit Eisensalzen praktisch befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Den meisten der zahlreichen vorgeschlagenen Verfahren haftet der Mangel an, daß die Haut nicht gleichmäßig durchgegerbt wird, sondern entweder im Innern roh bleibt oder doch die Hauptmenge des Eisens in der Oberflächenschicht angehäuft enthält, so daß das erhaltene Leder hart und brüchig wird. In besonderem Maße ist dies dann der Fall, wenn man versucht, mit basischen Eisenverbindungen zu gerben, wie es bisher fast ausschließlich vorgeschrieben wurde, nachdem seit den grundlegenden Arbeiten von Knapp die Ansicht allgemein verbreitet ist, daß gerade solche Verbindungen zum Gerben besser geeignet seien, als die neutralen.
  • Das Verfahren, welches den Gegenstand dieses Patentes bildet, beruht auf der unter diesen Umständen sehr überraschenden Feststellung, daß gerade die Gegenwart basischer Ferrisalze das Eindringen der Gerblösung in die Haut erschwert, wenn nicht ganz verhindert, und daß diesem Umstand die bisherigen Mißerfolge zuzuschreiben sind. Dabei ist es gleichgültig, ob die basischen Verbindungen bewußt erzeugt worden sind, wie bei Knapp und nach fast allen sonstigen bekanntgewordenen Verfahren, oder ob sie in den verdünnten Lösungen der sogenannten neutralen Ferrisalze durch Hydrolyse entstehen. Wählt man die Bedingungen so, daß ihre Bildung weitgehend zurückgedrängt wird, ohne daß indes die Ferriionen aus der Lösung verschwinden, so werden selbst starke Blößen in kurzer Zeit von dem Eisensalz vollständig durchdrungen; es tritt keine Anreicherung des letzteren in den äußeren Schichten ein, und man gewinnt ein gleichmäßig durchgegerbtes, hochwertiges Leder. Zur Verhütung des Entstehens basischer Verbindungen können verschiedene Wege eingeschlagen werden, wie beispielsweise die Herstellung einer genügenden Wasserstoffionenkonzentration durch Zusatz einer geeigneten Säure, die Anwendung wenig hydrolysierender Doppelsalze des Eisens wie Eisenammoniakalaun, in genügend konzentrierter, bei Beginn des Gerbens nicht abgestumpfter Lösung, oder auch ein Zusatz von Salzen des dreiwertigen Chroms, die die Hydrolyse von Ferrisalzlösungen ebenfalls zurückdrängen. Daß in dem letztgenannten Falle die Gerbung nicht etwa ausschließlich oder in erster Linie durch das gleichzeitig anwesende Chromsalz bewirkt wird, ist an dem gleichmäßig braunen Schnitt des erhaltenen Leders zu erkennen, ferner daran, daß die Eisengerbung schon durch einen Zusatz so geringfügiger Chrommengen merklich gefördert wird, welche für sich allein eine nennenswerte Gerbwixkung nicht hervorbringen, würden. Gerade die bisher nicht gegebene Möglichkeit, mit Zuhilfenahme von sehr wenig Chrom eine dem Chromleder gleichwertige Ware zu erzeugen, ist technisch und wirtschaftlich von außerordentlicher Bedeutung.
  • Sogenannte Kombinationsgerbungen mit Eisen- und Chromverbindungen sind zwar bekannt, doch wird bei diesen entweder chromgares Leder zwecks Veränderung der Farbe mit Eisenlösungen nachbehandelt, also ein nach Zweck und Ausführung von dem hier beschriebenen gänzlich verschiedenen Verfahren, oder aber die Verwendung beider Metalle geschieht in Form basischer Salze, also unter Bedingungen, unter denen die dem neuen Verfahren zugrunde liegendeniVörteüe äusgeseMossen sind.
  • ,In hat -.lisen,liumal@.un als Gerbmittel vorgeschlggen. "iüc'h` diese Verbindung zeigt hydrolytische Spaltung. Wenn man an Stelle des Eisenkaliumalauns Eisenammoniakalaun verwendet, so zeigt sich in verdünnter Lösung ebenfalls eine weitgehende Spaltung, auch wenn dieselbe nicht so stark wie die der einfachen Ferrisalze ist. Auch Eisenammoniakalaun ist nur unter Innehaltung der bei dem vorliegenden Verfahren angegebenen Bedingungen zum Gerben geeignet.
  • Für die Haltbarkeit des gewonnenen Leders ist es vorteilhaft, der Möglichkeit einer nach vollendeter Gerbung innerhalb . des Leders allmählich erfolgenden Säureabspaltung dadurch zu begegnen, daß man nachträglich, nachdem die Haut von dem Eisensalz gleichmäßig durchdrungen ist, säureabstumpfende Mittel zusetzt. Die Wirkung ist bei dieser Verfahrensweise eine durchaus andere, als wenn die betreffenden Basen von .vornherein zugegen sind. .
  • Besonders günstige Ergebnisse werden mit solchen Gerbbrühen erzielt, welche außer Salzen des dreiwertigen Eisens und Chroms Oxydations-und Zersetzungsprodukte der Glukose oder anderer Zuckerarten, wie sie beispielsweise bei der Oxydation mittels chromsaurer Salze erhalten werden, enthalten.
  • Selbstverständlich können, neben und außer den Eisen- bzw. Eisen- und Chromsalzen auch pflanzliche Gerbstoffe Verwendung finden. Vorteilhaft ist es in der Regel, die Häute vor der Gerbung einem Pickel zu unterwerfen, doch ist dies nicht in jedem Falle erforderlich.
  • Das Verfahren wird durch folgende-Beispiele erläutert: i. ioo kg gepickelte Blößen werden mit einer Lösung von 2o kg Eisenammoniakalaun in 8o 1 Wasser 6 Stunden lang gewalkt, dann werden 0,4 bis 0,5 kg wasserfrei6 Soda allmählich zugesetzt und noch 6 Stunden gewalkt.
  • 2. ioo kg gepickelte Blößen werden mit einer Lösung von i2 kg Eisenalaun und 3 kg Chromalaun in 8o 1 Wasser zunächst 3 Stunden -lang und dann nach Zusatz von 0,5 bis 0,75 kg Soda noch 3 bis q. Stunden lang gewalkt.
  • 3. Zur Herstellung eines Riemen- oder Zeugleders gerbt man ioo kg entkalkte RindsbYößbn ohne vorherigen Pickel mit 30 kg einer Lösung, welche 15 Prozent Eisenoxyd in Form von Sulfat und 3 Prozent Ameisensäure enthält, und ioo bis i2o 1 Wasser, Man walkt so lange, bis vollständige Durchgerbung erzielt ist, und setzt darauf soviel io prozentige Sodalösung zu, bis Kongopapier nicht mehr gebläut wird. Die Gesamtgerbdauer -beträgt i2 bis 18 Stunden.
  • q.. Man bereitet eine warme Lösung von 28,5 kg Nätriumbichromat und 7 kg Glukose in 3o 1 Wasser und gießt zu dieser unter Rühren eine ebenfalls warme Lösung von ioo kg Eisenvitriol und 65 kg Schwefelsäure (78 prozentig) in 651 Wasser. Unter heftiger Einwirkung. wird die Glukose und das Ferrosalz von dem Bichromat oxydiert. Zum Gerben verwendet man von dem so bereiteten Gemisch 15 kg, mit ioo 1 Wasser verdünnt, für ioo kg Blößen. Man walkt einige Stunden, bis zur Durchgerbung, stumpft dann allmählich mit so viel Soda oder einem anderen basischen Mittel ab, bis Kongopapier nicht oder nur wenig: verändert wird, und wäscht gut aus. _

Claims (3)

  1. PATENT-ANSPRÜcHE: -i. Verfahren zum Gerben mittels Salzlösungen des dreiwertigen Eisens, dadurch gekennzeichnet, daß man zunächst mit einer Lösung 3 oder mehr Stunden lang angerbt, die kein oder sehr wenig basisches Salz enthält, und erst darauf allmählich ein Abstumpfungsmittel (Alkalien oder alkalisch wirkende Stoffe) zusetzt.
  2. 2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch r, darin bestehend, daß Gemische von Salzen des dreiwertigen Eisens und dreiwertigen Chroms verwendet werden.
  3. 3. Ausführungsform..des Verfahrens nach Anspruch?, darin bestehend, daß Gemische von Eisen- und Chromsalzen verwendet werden, welche außerdem Oxydations- und Zersetzungsprodukte von Glukose oder anderen Zuckerarten enthalten, wie sie z. B. bei der Oxydation der Zuckerarten mittels Chromsäure oder Chromatem. entstehen.
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