DE334181C - Verfahren und Apparat zum Entfernen von geloestem Sauerstoff aus Wasser - Google Patents
Verfahren und Apparat zum Entfernen von geloestem Sauerstoff aus WasserInfo
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Description
- Verfahren und Apparat zum Entfernen von gelöstem Sauerstoff aus Wasser. Zur Beseitigung von Sauerstoff aus denn Kesselspeisewasser ist bereits vorgeschlagen worden, das Wasser mit Eisen in Berührung zu bringen, um so den Rostprozeß, der infolge des Sauerstoffgehaltes sich am Kessel und seinen Nebenapparaten störend bemerkbar macht, absichtlich herbeiführen, bevor das Wasser in den Kessel und seine Nebenapparate eintritt. Es ist insbesondere schon vorgeschlagen, für diese Zwecke das Wasser über Eisenspäne zu leiten. Die Beseitigung des Sauerstoffs aus dem Wasser gelingt auf diesem Wege; aber derartige Eisenfilter verlangsamen in vielen Fällen ihre Wirkung so weit, daß sie praktisch versagen und müssen einer unbequemen, kostspieligen und auf die Dauer doch nicht wirksamen Wiederbelebung durch Rückspülung o. dgl. unterworfen werden.
- Diese Erscheinung dürfte darauf zurückzuführen sein, daß bei dem Druchgang des 'Wassers durch die unregelmäßig aufeinanderliegenden Eisenspäne sich infolge des dauernden Richtungswechsels der verschiedenen Teilströme des Wassers Wirbel bilden, durch die Sauerstoff und Eisenoxyd in tote Winkel eingeschlemmt werden, so daß allmählich ganze Komplexe der Durchströmung entzogen werden. Der Befund gebrauchter Eisenspanfilter bestätigt diese -Annahme.
- Es-wurde nun gefunden, daß das alsbaldige Versagen der Eisenspanfilter auf eine grundsätzlich falsche Behandlungsform des Wassers mit dem Eisen zurückzuführen ist, indem erkannt wurde, daß, wenn man Wasser über Eisenflächen derart fortleitet, daß die Strömungsrichtung im wesentlichen parallel mit den Eisenflächen verläuft, die Leistung des Filters eine wesentlich länger dauernde ist, wobei noch hinzukommt, daß derartige Flächen leichter von anhaftendem und den Rostprozeß störenden Oxydschichten gereinigt werden können.
- Die bessere Wirkung der Behandlung von Wasser mit Eisen in der eben angegebenen Weise dürfte sich durch folgende Erwägung erklären lassen: Die Entziehung- von Sauerstoff durch Eisen aus dem Wasser scheint in zwei Phasen vor sich zu gehen. Zunächst scheint sich der Sauerstoff auf der Oberfläche des Eisens in Form von Bläschen auszuscheiden und diese werden dann erst vom- Eisen unter Bildung von Eisenhydroxyd aufgenommen. Es bedarf also einer gewissen Zeit, bis der Sauerstoff an das Eisen gebunden ist. Wird nun, wie es z. B. bei Spänen der Fall ist, das Wasser unter häufiger Richtungsänderung oder mit verhältnismäßig großer Strömungsgeschwindigkeit an der eisernen Fläche vorübergeleitet. so werden die zunächst aasgeschiedenen feinen Sauerstoffbläschen von der Eisenfläche losgerissen, gelangen wieder ins 'Wasser und werden wieder vom Wasser aufgelöst. Dieses wird besonders dann stattfinden, wenn die Eisenfläche zur Wasserströmung eine derartige Lage hat, daß eine Stoßwirkung des Wassers gegen die Eisenfläche stattfinden kann. Mit dieser Erklärung in Übereinstimtnung steht die Erfahrungstatsache, daß der Rostängr ift bei schmiedeeisernen Rollren um so größer ist, je langsamer die Strömungsgeschwindigkeit ist und daß von starkem Wasserstrom durchflossene Rohre praktisch so gut wie gar nicht rosten.
- Alle diese Vorgänge können-nicht -stättfinden, wenn das Wasser sich mit kleinstmöglicher Geschwindigkeit an einer möglichst großen Eisenfläche, und zwar parallel zur Fläche vorbeibewegt. Die ausgeschiedenen Sauerstoffbläschen bleiben an der Fläche haften und haben genügend- Zeit, um von der Eisenfläche aufgenommen zu werden. Die Art der Ausführung des Verfahrens kann eine sehr verschiedene sein.
- Es kann beispielsweise ein Reinigergefäß mit stehenden Eisenblechzylindern oder Eisenblechspiralen ausgebaut sein, wobei dann die Strömungsrichtung des Wassers parallel zu den Zylinderachsen gewählt wird. Eine besonders günstige Ausführungsform ist die, daß ein trommelförmiges Reinigergefäß mit konzentrischen Blechzylindern, z. P,. von o;8 mm Stärke, ausgefüllt ist, wobei die einzelnen nach der Mitte zu immer kleiner werdenden Zylinder voneinander einen Abstand von etwa 6 bis io mm haben. Diese konzentrischen Ringe können auch aus einem einzigen oder mehreren spiralig gewickelten Blechen bestellen. In einem derartigen Gefäß ist bei- verhältnismäßig kleinen Dimensionen eine außerordentlich große Eisenfläche gegeben, die das Wasser dann in der Richtung der Zylinderachse in ganz langsamem Strom passiert. Das Wasser ist dabei in sehr dünne Schichten zerlegt, so daß alle seine Teile zur Berührung mit der Eisenoberfläche kommen, ohne das Wirbel- oder Stoßwirkungen, durch die die Gasblasen von dem Eisen losgerissen werden könnten, entstehen können.
- Eine derartige Einrichtung hat weiter den Vorzug, daß sie auch horizontal in eine entsprechende Leitung eingeschaltet werden kann. Es empfiehlt sich in allen Fällen, die konzentrischen Blechzylinder durch - entsprechend geformte z. B. hölzerne Rechen in der notwendigen Entfernung voneinander zu halten. Ein derartiger Apparat bietet auch eine außerordentlich leichte Reinigungsmöglichkeit, z. B. dadurch, daß ein derartiger Rechen um die Mittelachse drehbar ist, und mittels geeigneter, in die Zwischenräume zwischen den Blechzylindern hineinreichender Organe; wie Ketten, Bürsten o. dgl., die Rostschicht von Zeit zu Zeit zu entfernen gestattet.
- In den beiliegenden Zeichnungen sind zwei Ausführungsformen eines zur Ausführung des Verfahrens geeigneten Apparates in Fig. t und 2 dargestellt.
- - Der Apparätkörper a ist nach der Ausführungsform in Fig. i auf einem Tragsieb b mit Eisenzylindern c ausgebaut, die beiderseitig offen sind. Zweckmäßig erfolgt der Aufbau der Zylinder derartig, daß in den einzelnen Schichten die Zylinder gegeneinander z. B. um den halben Durchmesser versetzt angeordlet sind. In Fig.2 ist das im Horizontalschnitt dargestellte Reinigergefäß von einer einzigen Blechspirale c' ausgefüllt. Allfällig tritt das Wasser am unteren Teile des Apparatkörpers ein, strömt parallel zu den eingesetzten Blechwandungen und verläßt den Apparat am oberen Teile.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: t. Verfahren zum Entfernen von gelösten Sauerstoff aus Wasser; dadurch gekennzeichnet, daß das zu behandelnde Wasser mit geringer Geschwindigkeit an großen Eisenflächen derart vorbeigeführt wird, daß die Strömungsrichtung des Wassers im wesentlichen der Metalloberfläche parallel ist. -2. Apparat zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dessen Innenraum mit Eisenzylindern oder sonstigen Eisenhohlkörpern derart ausgefüllt ist, daß unter Vermeidung von Wirbelbildungen, Richtungswechseln oder Stoßwirkungen das Wasser parallel zu den Eisenflächen hindurchgeführt wird. -3. Ausführungsform des = Apparates nach Anspruch 2; bestehend aus einem trommelförmigen Reinigergefäß; das mit Zylindern aus dünnem Eisenblech derartig ausgefüllt ist, daß die Zylinder konzentrisch angeordnet sind oder aus-einem einzigen oder mehreren Spiralblechen bestehen und gegebenenfalls durch Führungsrechen_ in ihrer Stellung zueinander gehalten weden. q.. Ausführungsform des - Apparates nach Anspruch 2, bei dem die Eisenblechzylinder sämtlich konzentrisch zur Mittelachse des Reinigergefäßes angeordnet sind, gekennzeichnet durch die Anordnung von in die Zwischenräume zwischen den einzelnen Zylindern reichenden Bearbeitungsorganen für die Metallflächen, wobei diese Bearbeitungsorgane z. B..durch=Befestigung an einem um die gemeinsame Achse drehbaren Rechen konzentrisch -be- wegt werden können. _ -
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