DE334563C - Vorrichtung zur Fernsteuerung - Google Patents
Vorrichtung zur FernsteuerungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zur Fernsteuerung· von beweglichen Körpern, z. B.
Land- und Wasserfahrzeugen, besonders Torpedos, mittels elektrischer Licht- oder
Schallwellen. Es ist bereits bekannt, Fernlenken von Torpedos o. dgl. dadurch zu bewirken,
daß an einer Sende- oder Steuerungsstation mittels eines Generators elektromagnetische
oder Hertzsche Wellen verschie-
to dener Natur erzeugt und dazu verwendet werden, auf dem Torpedo befindliche Organe
zu erregen, welche auf die diesen Wellen eigentümlichen Perioden abgestimmt sind, so
daß die Betätigung von auf dem Torpedo be-Bildlichen Mechanismen unabhängig voneinander
bewirkt wird. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf solche Fernlenkvorrichtungen,
die mit verschieden abgestimmten Empfangsstromkreisen sowie mit entsprechenden,
die Arbeitsvorrichtung oder Vorrichtungen steuernden Arbeitsstromkreisen an der Empfangsstation
versehen sind. Gegenüber den bekannten Anordnungen dieser Art besteht die Erfindung im wesentlichen darin, daß
a5 ein einziger Anzeiger vorgesehen ist, der
mittels eines oder mehrerer Kommutatoren oder einer sonstigen Verbindungsvorrichtung
abwechselnd mit den Empfangsstromkreisen und den entsprechenden Arbeitsstromkreisen
verbunden werden kann, derart, daß, wenn einer der verschieden abgestimmten Empfangsstromkreise
mit dem Anzeiger verbunden ist, der diesem entsprechende Arbeitsstromkreis ebenfalls mit dem Anzeiger verbunden
wird'.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Fig. ι ist eine schematische Darstellung einer Sendestation.
Fig. 2 ist eine schematische Darstellung der Aufnahmestromkreise und der durch diese betätigten
Vorrichtungen auf dem beweglichen Körper.
Fig. 3 zeigt in einer Einzelansicht eine Ausführungsform
der einstellbaren Zentriervor- -45 richtung für das Ruder.
An Stelle des im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung verwendeten Gleichstromerzeugers
ι könnte auch ein Generator beliebiger Art verwendet werden. In der Praxis
hat sich herausgestellt, daß ein Stromerzeuger von ungefähr 500 Volt ausgezeichnete Ergebnisse
erzielt, jedoch könnte ein Stromerzeuger von beliebiger Voltzahl verwendet werden. Die
von dem Stromerzeuger ausgehenden Leitungen 2, 3 sind mit Drosselspulen 4, S versehen,
um zu verhüten, daß die Hochspannungs- und Hochfrequenzschwingungsströme den Strom- .-■
erzeuger erreichen und beschädigen. Der hierbei verwendete Widerstand hat beispielsweise
die Form eines Lichtbogenwiderstandes 6, dessen Pole aus Kupfer und Kohle oder
anderem geeigneten Material bestehen. Bei 7 ist ein geeigneter Kondensator gezeigt, dessen
Kapazität den elektrischen Konstanten desjenigen Stromkreises angepaßt ist, in dessen
Nebenschluß er gelegt ist. Bei 8 ist eine . Primärinduktanz vorgesehen, deren eines
Ende mit der Leitung 2 verbunden ist. Die Lage der Induktanzrolle 8 ist derart, daß
übertragung und Energie aus dem geschlossenen Stromkreise, in welchen sie geschaltet ist,
in den offenen Luftleiter gestattet ist, der von beliebiger Art sein kann und mit einer Sekundärinduktanz
10 versehen ist.
Mittels einer geeigneten Vorrichtung kann der Wert der Induktanzen sowohl in dem geschlossenen
Stromkreise als auch in dem offenen Luftleiter in vorherbestimmtem Verao hältnis verändert werden, so daß der Wert der
elektrischen Konstanten in beiden Stromkreisen in solchem Verhältnis erhalten wird,
daß zwischen ihnen Abstimmung herrscht. Jede geeignete Vorrichtung kann zu diesem
Zweck verwendet werden, doch ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung
ein drehbares oder schwingbares Organ, wie z.B. ein mit Handgriffen 12 versehenes und
auf einer Achse 13 angeordnetes Rad 11, verwendet.
Dieses Rad ist mit zwei leitenden, metallischen, voneinander isolierten Segmenten
oder Rippen 14 und 15 versehen. Die Leitung 3 des geschlossenen, schwingenden
Stromkreises ist während der ganzen Bewegung des Rades 11 mit dem Ring oder Segment
14 in Berührung, der mit einem Draht 16 versehen ist. Dieser wird bei der Drehung
des Rades mitgenommen und kann mit einem beliebigen Punkte der Induktanz 8 in Beruhrung
kommen, um somit die Induktanz dieses geschlossenen Schwingungskreises zu erhöhen
oder zu vermindern.
Der Ring oder das Segment 15 ist mit einem
zweiten Draht 17 versehen, der mitgenommen und an einem beliebigen Punkte mit der Sekundärinduktanz
10 in Berührung gebracht werden kann, um die Induktanz des offenen
Luftleiters 9 zu erhöhen oder zu vermindern.
Auf den Ring 15 drückt während der Bewegung des Gliedes il ein Draht 18, welcher bei
19 an Erde liegt.
Wenn das drehbare Glied 11 im Sinne des
Uhrzeigers gedreht wird (Fig. 1), so wird die Induktanz sowohl des geschlossenen Stromkreises
als auch des offenen Ausstrahlungsstromkreises erhöht, wodurch die Schwingungsfrequenz
dieser Stromkreise vermindert wird, mit dem Ergebnis, daß die Länge der ausgesandten Wellen erhöht wird. Eine Bewegung
des Rades 11 in der dem Sinne des Uhrzeigers entgegengesetzten Richtung wird
! dagegen die Wellenlänge durch Verminderung j der Induktanz des Stromkreises verkürzen.
: Man könnte dasselbe Resultat auch auf anderem Wege erreichen, z. B. durch Veränderung
der Kapazität beider Stromkreise. Auf dem weiterhin allgemein mit Torpedo bezeichneten Fahrzeuge sind die Aufnahme-Vorrichtungen
derart, daß sie bei der Drehung des Rades 11 nach recht, d. h.
im Sinne des Uhrzeigers, das Torpedo nach rechts ablenken, und bei der Drehung des Rades 11 nach links, d. h. in der
dem Sinne des Uhrzeigers entgegengesetzten Richtung, das Torpedo nach links ablenken.
Auf diese Weise wird eine äußerst einfache, jedoch sehr wirksame Art der Steuerung
erlangt.
In Fig. 2 sind die Aufnahmestromkreise
dargestellt. 20 ist die Empfangsantenne, 8*0 welche mit zwei Primärwindungen 21 und 22
und zwei Erdleitungen 23 und 24 versehen ist.
In geeigneter Lage zu den beiden Primärwindüngen 21 und 22 sind zwei Empfangsstromkreise
25 und 26 angeordnet, welche auf die j beiden, von der in Fig. 1 dargestellten Sende-
, stelle ausgehenden Wellenfrequenzen abgestimmt sind. Diese beiden Stromkreise 25 und
26 können von beliebiger Einrichtung sein. Gemäß d'er Erfindung ist ein einziger Anzeiger
vorgesehen, der durch eine geeignete Verbindungsvorrichtung, z. B. mittels eines
oder mehrerer Umschalter, abwechselnd und zweckmäßig selbsttätig zuerst mit dem einen
und dann mit dem anderen der beiden Empfangsstromkreise 25,26 verbunden werden
kann. In der vorliegenden Ausführungsform der Erfindung sind zweckmäßig zwei Relaisoder
Arbeitsstromkreise 46,47 vorgesehen, welche mit den zu steuernden Vorrichtungen,
z. B. dem Steuerruder, in Verbindung stehen. Durch eine geeignete Vorrichtung, z. B. Umschalter,
kann zunächst der eine Arbeitsstromkreis und dann der andere mit dem Anzeiger verbunden werden, und zwar zur Zeit, wenn
die Empfangsstromkreise 25 bzw. 26 mit dem Anzeiger verbunden sind, so daß, wenn einer
der Empfangsstromkreise mit dem Anzeiger verbunden ist, der entsprechende Arbeitsstromkreis
ebenfalls mit ihm verbunden ist, und wenn der andere Empfangsstromkreis mit
dem Anzeiger verbunden ist, sein zugehöriger Arbeitsstromkreis ebenfalls mit dem Anzeiger
verbunden ist.
Die gewünschte Wirkungsweise wird bei der vorliegenden Ausführungsform der Erfindung
durch folgende Einrichtung erzielt. Auf einer gemeinsamen Welle sind zwei Kommutatoren 27, 28 derart angeordnet, daß
sie sich übereinstimmendi drehen. Der Kornmutator 27 ist mit geeigneten, schematisch
dargestellten Ringen und Segmenten ver-
sehen, welche den Stromschluß entweder mittels der Bürsten 29, 30 des Empfangsstromkreises
25 oder mittels der Bürsten 31, 32 des Empfangsstromkreises 26 ermöglichen. Die
Bürsten 33 und 34, von denen Leitungen nach einem geeigneten Anzeiger ausgehen, befinden
sich in steter Berührung mit d'en Ringen des Kommutators 27.
Der hier dargestellte Anzeiger ist ein Vakuumanzeiger. Der ausgepumpte Glaskörper
34' desselben enthält einen Rost 35 und einen Tantalumfaden' 36, welcher durch
Sammlerbatterien 36' erhitzt wird. Der Glaskörper enthält ferner eine Metallplatte 39, die
mit dem Faden 36 außerhalb des Glaskörpers in Verbindung steht. Die Bürste 34 ist durch
eine Leitung mit dem Rost 35 und die Bürste 33 mit dem Faden 36 des Anzeigers verbunden.
Von dem Faden 36 geht eine Leitung ab, welche in Bürsten 37, 38 endet, die eine konstante
Verbindung mit Ringen des Kommutators 28 herstellen.
Von der Metallplatte 39 des Anzeigers führen Leitungen 40 und 41 unter Zwischenschaltung
von Stromquellen zu den Relais 42 und 43. Mit geeigneten Segmenten des Kommutators 28 können auch Bürsten 44, 45
in Berührung gebracht werden, deren Zuleitungen 46, 47 zu den Relais 42 und 43 führen.
Die Relais 42 und 43 beherrschen, wie dargestellt, mittels Elektromagneten 48,49 Kolbenstangen,
mittels deren das Ruder 50 des Torpedos beeinflußt wird. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung bewegen
die Relais 42, 43 elektrische, nicht dargestellte Ventile, welche. Kolben mittels eines Druckfluid'utns
steuern und dadurch die Bewegung des Steuerrades herbeiführen.
Durch Anordnung von Stromunterbrechern, welche im vorliegenden Ausführungsbeispiel
durch die Kommutatoren 27,28 dargestellt sind, werden sehr wichtige Ergebnisse erzielt.
Es ist nur ein einziger Anzeiger erforderlich. Dadurch, daß, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist,
die Enden der aufeinanderfolgenden Kontaktsegmente längs des Umfangs der Kommutatoren
27, 28 einen gewissen Abstand; voneinander haben, wird der Anzeiger zeitweilig aus
den Schwingungsstromkreisen ausgeschaltet.
Hierdurch kann die Resonanz derselben ihren Höhepunkt erreichen, da aus den Stromkreisen
ein großer Ohmscher Widerstand, und somit eine Quelle großer Kraftaufnahme ausgeschaltet
worden ist. Bei gewissen Anzeigern,
z. B. denjenigen aus Kristall, ist dies von außerordentlicher Wichtigkeit.
Wegen der hohen Geschwindigkeit, mit welcher die Kommutatoren 27, 28 angetrieben
werden, kann jeder der beiden Stromkreise 25 oder 26 jederzeit als Empfangsstromkreis
angesehen werden, und wird dabei trotz der Unterbrechungen ein dauernder Zug auf einen
der Steuermagnete 48, 49 ausgeübt. Durch Drehen des Gliedes 11 der Sendestelle nach
rechts oder nach links ist es möglich, die Länge der Wellen zu verändern und dadurch
die geeignete Betätigung des Topedos zu bewerkstelligen, und in dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel der Erfindung geschieht dies z. B. durch Elektromagnete 48,49 mit
innen geführten Kolbenstangen. Selbstverständlich sind aber die Kolbenzylinder 48, 49
nur beispielsweise als eine Art von Vorrichtungen oder Mechanismen erwähnt, die mittels
der Erfindung gesteuert werden können, und alle anderen Arten von Arbeitsmechanismen
des Torpedos können ebenfalls mittels der Erfindung gesteuert werden.
Jeder der Schwingungsempfangskreise 25, 26 ist jederzeit aufnahmefähig, indem sie auf
die geeignete, von der Steuerungsstation ausgesendete Wellenlänge ansprechen. Dies Ergebnis
wird durch den Gebrauch eines einzigen Anzeigers gesichert, welcher absatzweise
und im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung selbsttätig, abwechselnd mit den beiden Empfangsstromkreisen verbunden
wird, und wenn er mit einem der beiden Stromkreise verbunden ist, so ist er im
selben Augenblick auch mit dem entsprechen- go den Relaisstromkreise verbunden, um nach
Empfang der geeigneten Wellenlänge die Betätigung des gewünschten Mechanismus auf
dem Fahrzeuge zu bewirken.
Wenn das Ruder 50 durch einen der beiden Relaisstromkreise beeinflußt oder gedreht
war, kann es später durch die im folgenden beschriebene Vorrichtung wieder in die Mittellage
zurückgebracht werden. Der Arm 51 des Ruders reicht über dessen Drehpunkt S2
hinaus und ist mit einem geschlitzten Ende 53 zwecks Aufnahme eines Stiftes 54 der Stange
55 versehen, welch letztere mittels eines Handrades 57 in einer von beiden Richtungen
in ihren Lagern 56 gedreht werden kann. Die Stange 55 ist an den beiden Enden 58, 59 mit
in entgegengesetzter Richtung verlaufenden Windungen versehen, und auf letztere sind
Muttern 60, 61 aufgeschraubt, welche durch Stifte 62,63 verhindert werden, sich zu
drehen. Zwischen den Muttern 60,61 und dem Ende des Armes 51 ist die Stange 55
von Spiralfedern 64, 65 umgeben, welche eine solche Spannung haben, daß sie das Ruder 50
selbsttätig in seine Mittellage, oder in irgendeine vorherbestimmte Lage zurückdrehen können,
wenn keine elektromagnetischen Wellen " von der Sendestation ausgesandt werden.
Dagegen wirkt die Rückführvorrichtung während einer Bestrahlung nicht, da infolge
der hohen Drehgeschwindigkeit der Kommutatoren die Umschaltungen so schnell aufein-
anderfolgen, daß die Relais 42,43 dauernd auf die die Kolbenzylinder 48,49 steuernden
elektrischen Ventile einwirken.
Das der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Prinzip kann offenbar, ohne aus dem
Bereich der Erfindung zu treten, bis auf jede beliebige Anzahl von Empfangsstromkreisen
ausgedehnt werden. In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind allerdings
nur zwei solche Empfangsstromkreise dargestellt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Vorrichtung zur Fernsteuerung von beweglichen Körpern mittels elektrischer Licht- oder Schallwellen mit zwei verschieden abgestimmten Empfangsstromkreisen, sowie zwei die Arbeitsvorrichtung oder Vorrichtungen steuernden Arbeits-Stromkreisen an der Empfangsstation, dadurch gekennzeichnet, daß ein einziger Anzeiger (35, 36, 39) vorgesehen ist, der mittels eines oder mehrerer Kommutatoren (27,28) oder einer sonstigen Verbindungsvorrichtung abwechselnd mit den beiden Empfangsstromkreisen (25 oder 26) und den beiden entsprechenden Arbeitsstromkreisen (46 oder 47) verbunden werden kann, 'derart, daß, wenn eine der beiden verschieden abgestimmten Empfangsstromkreise (25 oder 26) mit dem Anzeiger verbunden ist, der diesem Empfangsstromkreise entsprechende Arbeitsstromkreis (46 oder 47) ebenfalls mit dem Anzeiger verbunden wird1.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US334563XA | 1913-07-24 | 1913-07-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE334563C true DE334563C (de) | 1921-03-18 |
Family
ID=21870510
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1914334563D Expired DE334563C (de) | 1913-07-24 | 1914-01-14 | Vorrichtung zur Fernsteuerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE334563C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE748653C (de) * | 1933-01-25 | 1944-11-06 | Fernsteuereinrichtung mit UEbertragung der Steuerkommandos durch einen Lichtstrahl |
-
1914
- 1914-01-14 DE DE1914334563D patent/DE334563C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE748653C (de) * | 1933-01-25 | 1944-11-06 | Fernsteuereinrichtung mit UEbertragung der Steuerkommandos durch einen Lichtstrahl |
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