-
Schiffhebewerk mit zweiarmigen Hebeln und Gegengewichtsausgleich.
Bei einem Schiffhebewerk kann es erforderlich sein, daß dieses auf schmaler Grundfläche
- errichtet werden muß, z. B. in einem felsigen Tale, wo neben der Schiffahrtsstraße
noch andere Verkehrswege hindurchführen, so daß eine Ausdehnung in die Breite nicht
möglich ist. Für derartige. Fälle ist der Erfinäungsgegenstand besonders geeignet.
-
Um diesen Vorteil zu erreichen, ist das Schiffheb ewerk nach der vorliegenden,
Erfindung so eingerichtet, daß der Schifftrog in der Fahrrichtung schwingt. Zu diesem
Zweck ist der Schifftrog am unteren Ende -von Hebelpaaren angehängt. Ein Gegengewicht
am anderen Ende der Hebelpaare bewegt sich in der gleichen senkrechten Ebene wie
der Schifftrog, so daß der Schifftrog und das Gegengewicht mit den Hebelpaaren stets
ein Parallelogramm bilden. Die Hebelenden, die das Gegengewicht -tragen, sind kragträgerartig
ausgebaut und tragen in bekannter Weise Kurvenbahnen, auf denen das Gegengewicht
sich stets in wagerechter Lage bew.e@gt, wobei die Krümmung der Kurvenbahn so gestaltet
ist, daß der Gewichtsunterschied beim Ein- und Austauchen des Schifftroges durch
die Veränderung der Hebellänge mittels der Kurvenbahnen ausgeglichen wird.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dieses Schiffhebewerkes
in Fig. i im Längsschnitt und Fig. z im Grundriß dargestellt.
-
Fig.3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel eines Schiffhebewerkes
mit drei Hebelpaaren im Längsschnitt. Fig. 4 zeigt die Art der Dichtung zwischen
Oberwasserhaltung und Schifftrog.
-
Auf den Tragsockeln a ruhen die Hauptrollenlager c für die Hebelpaare
d. Am unteren Ende :der Hebelpaare d befinden sich -die Osenlager e, in denen der
Schiffträg b aufgehängt ist. . =- . _ - _.. _ ..
-
Die wagerechte Entfernung der Hauptlager c ist genau so groß als die
der Ösenlagere. Da auch die Hebelarme c-d gleich lang sind, so bilden die ideellen
Linien des Systems in jeder Lage ein Parallelogramm, und. es .raizß der Schifftrog
stets eine wagerechte Lage einnehmen.
-
Die Hebelpaare d haben am oberen Ende krzgträgerartige Ausbauten d'
mit Kurvenbahnen f, auf denen das Gegengewicht g mittels der Laufräder r ruht. Das
Gegengewicht g hat alle bei der Bewegung und Ruhe in Wirkung tretenden Gewichtsmassen
des Schifftroges einschließlich der Wasserfüllung im Gleichgewichtszustande zu halten.
-
Die wagerechte Entfernung der Laufräder y ist gleich. der wagerechten
Entfernung der Hauptlager c, und da die oberen Hebelarme c-d' ebenfalls gleich lang
sind, so bilden ebenfalls die ideellen Linien des Oberbaues in jeder Lage ein Parallelogramm,
und das Gewicht g muß stets eine wagerechte Lage einnehmen.
-
Sobald der Schifftrog in das Unterwasser ein- oder austaucht, verändert
sich die Gewichtsmasse an den unteren Hebelenden erheblich. Für diese Veränderung
unten ist am oberen Ende ein Ausgleich dadurch geischaffei,
dä$
die Hebelarme mit Hilfe der Kurvenbahnen verlängert werden.
-
Die Lage und: Gestalt der Kurvenbahn ist an zwei Bedingungen gebunden,
und zwar: i. Die wagerechte Entfernung der Auflagepunkte der Laufräder r vom Drehpunkt
c ist in jeder Lage so zu wählen, daß alle in bezug auf den Achsenpunkt bei c wirkenden
Drehmomente gleich Null sind, d. h. in jeder Lage muß Gleichgewichtszustand herrschen.
-
2. Die Kurventangenten, an die unter Bedingung i ermittelten Kurvenpunkte
(Druckstellen der Räder r), müssen in der jeweiligen Gleichgewichtslage des Hebewerkes
eine wagerechte Lage einnehmen.
-
Auf dem Gewicht g befindet sich der Elektromotor m, durch den das
Laufräderpaar r gedreht wind. Hierdurch kann also das Gewicht g nach der einen oder
anderen Richtung verschoben werden. Wird das Gewicht z. B. in der Richtung des eingezeichneten
Pfeiles verschoben, so wird der Hebelarm nach rechts hin . länger, und der Schifftrog
bewegt sich in die gestrichelt gezeichnete Stellung vor die obere Haltung. Der Schifftrog
stößt in dieser Stellung mit der Stirnfläche gegen die Endfläche des Oberwasserkanales,
wie in Fig.4 dargestellt ist, und dichtet diese Stoßfuge wasserdicht ab.
-
In Fig. 3 ist ein anderes Ausführungsbeispiel des Schiffhebewerkes
mit drei Hebelpaaren dargestellt. Damit bei dien Ingang-Setzung des Hebewerkes eine
ruckartige und schaukelnde Bewegung abgewehrt wird, sind nach Ausführungsbeispiel
Fig. 3 die an. sich bekannten Wasserkammern h angebracht, in denen sich die Bremsplatten
i mit geringem Spielraum gegen die Kammerwandungen in h auf- und abwärts bewegen.
Die Bremsplatte i ist an der Stütze k befestigt, die an einem Drehpunkt am Hebel
d' angelenkt ist. Wenn sich der Hebelarm d' abwärts bewegt, so drückt die Bremsplatte
i auf das Wasser in der Kammer h und verhindert dadurch ruckartige und schaukelnde
Bewegung des Hebewerkes.
-
Zum wasserdichten Abschluß an der oberen Haltung hat das Ende des
Schifftroges eine Hohlrinne u, in der das Dichtungsmittel v (z. B. eine Holzleiste)
liegt (Fig. 4). Die Leiste v wird in der Endstellung gegen die Dichtungsfläche l
an der oberen Haltung gedrückt.