DE339036C - Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen von ª‡-Aminosaeuren - Google Patents

Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen von ª‡-Aminosaeuren

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DE339036C DE1919339036D DE339036DD DE339036C DE 339036 C DE339036 C DE 339036C DE 1919339036 D DE1919339036 D DE 1919339036D DE 339036D D DE339036D D DE 339036DD DE 339036 C DE339036 C DE 339036C
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  • Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen von u-Aminosäuren. Komplexe Silberverbindungen von a-Aminosäuren sind noch nicht bekannt. Bei Zusatz von Ammoniak und Aminen (Methylamin, Äthylamin, Äthylendiamin) sowie von Cyaniden, Thiosulfaten, Rhodaniden zu organischen und anorganischen Silbersalzen entstehen bekanntlich komplexe Silbersalze, welche das Silber nicht öder nur zum geringen Teil in der Form des elektrisch dissoziierten einwertigen Silberkations enthalten. Die Ammoniak- und Aminverbindungen enthalten nach den Untersuchungen von Bodländer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 36 [=9o3] S.2878), Bodländer und Fittig (Zeitschrift für physikalische Chemie 39 [19o2] S. 605) sowie von Euler (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 36 [19o3] S. 1854) das komplexe Kation (Ag(Am)2), wo Am = NH3, CH, - NH2 usw. bedeutet. Die Cyaniddoppelsalze weisen das komplexe Anion (Ag(CN)2), die Rhodaniddoppelsalze- das Anion (Ag(SCN)2)', die Thiosulfatdoppelsalze das Anion (Ag(S203)2)"' und (Ag (S2 Q3)3)"..' auf. -Es ist bereits beschrieben (vgl. Curtius, Journal für - praktische Chemie, Neue Folge Band 26 [i882] S. 164 bis r67), daß man Glykokoll auf Silberoxyd. einwirken läßt, wobei man bis zur Kristallisation des gebildeten aminoessigsauren Silbers eindampft. Das erhaltene Silbersalz mit 5933 Prozent Silber ist jedoch das normale Silbersalz der Aminoessigsäure und enthält das Silber nicht in komplexer Bindung. Dagegen hat es sich gezeigt, daß man sowohl von Silberoxyd, wie verschiedenen organischen und anorganischen Silbersalzen ausgehend, durch Einwirkung von überschüssigen a-Aminosäuren zu komplexen Silbersalzen der a-Aminosäuren gelangen kann. Für die Abscheidung der komplexen Silberverbindungen aus Silberoxyd und Glykokoll ist es notwendig, die Mischung von Silberoxyd und überschüssigem Glykokoll unterhalb o ° C abzukühlen. Je nach der Silberverbindung, die als Ausgangsstoff verwendet wird, wählt man die Bedingungen, unter denen aus überschüssigen a-Aminosäuren die Komplexsalzbildung eintritt. Diese gibt sich bereits in den meisten Fällen durch eine Erhöhung der Löslichkeit zu erkennen. Man ermittelt sie auch dadurch, daß die wässerigen Silbersalze nicht mehr alle Reaktionen des Silberkations geben. So entsteht auf Zusatz von Natronlauge oder Sodalösung keine Abscheidung von Silberoxyd bzw. Silbercarbonat. Silbersalze, die in Wasser nicht unzersetzlich löslich sind, können nach Zugabe der komplexbildenden Aminosäuren ohne Veränderung erhitzt werden. Die wässerigen Lösungen der komplexen Silberverbindungen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie wesentlich haltbarer sind als andere wässerige Lösungen der Silbersalze. Beim Stehen scheidet sich kein-reduziertes Silber aus. Die komplexen Silberverbindungen der a-Aminosäuren fällen Eiweiß nicht. Sie wirken nicht reizend. Diese Eigenschaft sowie ihre Haltbarkeit machen sie für die therapeutische Verwendung geeignet. Beispiel i. 75 Teile Glykokoll werden in i2o Teilen Wasser gelöst und in diese Lösung 23 Teile frisch gefälltes Silberoxyd eingetragen. Beim Erwärmen löst sich das Silberoxyd fast vollständig auf. Die heiß filtrierte Lösung wird sofort in eine Kältemischung gestellt und durch Umrühren rasch zum Erstarren gebracht. Es scheidet sich ein farbloses Salz in weißen Täfelchen ab, welches der Zusammensetzung Ag (N H2 - CH, CO O H) 5 entspricht. Die Kristalle werden nach Abtrennung der Mutterlaugen mit wenig Wasser gewaschen und gegebenenfalls aus glykokollhaltigem Wasser umkristallisiert.
  • Zur Erzielung einer guten Ausbeute an der komplexen Silberverbindung empfiehlt es sich, auf ein Äquivalent Glykokoll nicht mehr als 1/,, Äquivalent Silberoxyd zu verwenden. Man kann auch von dem Curtiusschen Silbersalz ausgehen und dieses in Gegenwart eines Überschusses von Glykokoll rasch unter o"-C abkühlen, um die komplexe beständigere Silberverbindung zu erhalten.
  • Die komplexe Silberverbindung löst sich ziemlich leicht in Wasser. Die Löslichkeit wird durch Zusatz von Glykokoll oder einer anderen a-Aminosäure noch erhöht. Die wässerige Lösung reagiert lackmusalkalisch. Auf Zusatz von Natronlauge oder Soda trübt sich die Lösung erst nach längerem Stehen. Nach der Abtrennung der Silberverbindung kann man die Mutterlauge neuerdings mit Glykokoll sättigen und durch erneutes Eintragen von Silberoxyd weitere Mengen der obigen Silberverbindung erhalten. Beispiel q- 17 Teile Silbernitrat werden, in wenig Wasser gelöst, zu einer gesättigten Lösung von 37,2 Teilen Glykokoll gegeben und im Vakuum bei gelinder Temperatur eingedampft. Die erhaltene kristallinische Masse löst sich leicht in Wasser, sie reagiert neutral. Mit Natronlauge und Soda entsteht keine Fällung. Ringerlösung bewirkt. eine milchige Abscheidung von Silberchlorid. Beispiel 15,6 Teile Silbersulfat werden mit 75 Teilen Glykokoll fein zerrieben. Die Mischung löst sich in Wasser erheblich leichter als das Silbersulfat und verhält sich gegenüber den Reagenzien wie die im Beispiel i angeführte komplexe Silberverbindung. Beispiel q.. Durch Verreiben von Alanin (a-Aminopropionsäure) in einer äquivalenten Menge frisch gefällten Silberoxyds stellt man das Silbersalz des Alanins CH, C H - (N H2) C O O Ag dar. Man löst 36 Teile Alanin in möglichst wenig Wasser und trägt 19,2 Teile dieses Silberalanins in die konzentrierte Lösung ein. Das Salz löst sich leicht auf. Man filtriert und dampft bei gelinder Temperatur zur Trockene. Hierbei findet leicht Braunfärbung statt. Die zurückbleibende kristallinische Masse ist in Wasser leicht löslich und verhält sich wie die entsprechende Silberverbindung des Glykokolls. Beispiel 5. 27,4 Teile Harnstoffsilber werden mit 75 Teilen Glykokoll innig verrieben. Es bildet sich ein hellgelbes Pulver, welches in Wasser im Verhältnis 3 : ioo löslich ist. Harnstoffsilber selbst löst sich in Wasser nicht. Die wässerige Lösung ist farblos. Sie reagiert auf Lackmus alkalisch, mit Natronlauge bleibt sie klar. Beispiel 6. 16,8 Teile Silberacetat werden mit 37,5Teilen Glykokoll in Wasser gelöst und unter Ausschluß von Licht im Vakuum bei einer 3o' nicht übersteigenden Temperatur-eingedunstet. Es hinterbleibt ein weißes Pulver, Welches in Wasser etwa fünfmal so leicht löslich ist wie Silberacetat. Die Lösung reagiert auf Lackmus schwach alkalisch, mit Natronlauge bleibt sie klar. Beispiel 7., Zur Herstellung des komplexen Glycinsilbersalicylates zerreibt man 24,6 Teile Silbersalicylat mit 75 Teilen Glykokoll. Es entsteht ein weißes Pulver, welches sich in Wasser leichter löst als das Silbersalicylat. Die Lösung bleibt mit Natronlauge klar und reagiert auf Lackmus neutral.
  • In derselben Weise lassen sich die anderen a-Aminosäuren zur Herstellung von komplexen Silbersalzen verwenden. Aromatische Aminosäuren (Anthranilsäure, p-Aminobenzoesäure) sind jedoch zur Komplexsalzbildung nicht befähigt, auch nicht die Betaine.

Claims (1)

  1. PATE'1` T-ANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen von a-Amiriosäuren, dadurch gekennzeichnet, däß man auf Silberoxyd, organische oder anorganische Silbersalze, einen Überschuß von a-Aminosäuren zur Einwirkung bringt und gegebenenfalls die erhaltenen Lösungen bei Temperaturen unter o ° C auskristallisieren läßt.
DE1919339036D 1918-12-23 1919-02-27 Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen von ª‡-Aminosaeuren Expired DE339036C (de)

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