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Verfahren zur Geruchsverbesserung von Sulfatterpentinöl. Das bei der
Fabrikation von Zellstoff nach dem sogenannten Sulfatverfahren als 'Nebenprodukt
gewonnene ätherische Öl. das unter dem Kamen Sulfatterpentinöl bekannt ist, ist
in seiner chemischen Zusammensetzung dem echten Balsamterpentinöl durchaus ähnlich.
Es besteht wie dieses zum größten Teil aus Pinen, besitzt dagegen einen abscheulichen,
von geringen Beimengungen schwefelhaltiger organischer Stoffe verursachten Geruch,
«welcher die Verwendung des Öles an Stelle von echtem Terpentinöl ausschließt.
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Man hat auf verschiedene Weise versucht, diesen üblen Geruch des Sulfatterpentinöles
zu beseitigen, und diese Versuche basieren meist auf vorsichtiger, durch Ein«irl,-ung
von Licht und Luft erzeugter Oxydation der beigemengten Schwefelverbindungen, wobei
aber die Gefahr der gleichzeitigen chemischen Veränderung (Polymerisation) des Pinens
gegeben ist. Eine weitere Möglichkeit der Entfernung dieser Schwefelverbindungen
bietet die Behandlung des Öles mit alkoholischer Sublimatlösung; doch kommt diese
Reinigung wegen der hohen Kosten für die Technik nicht in Frage.
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Es wurde nun in dem Natriumsuperoxyd ein Mittel gefunden, die Schwefelverbindungen
des Sulfatterpentinöls auf radikale und einfache Weise zu beseitigen oder zu oxydieren,
ohne daß das Pinen und die übrigen Kohlenwasserstoffe des Öles selbst irgendwie
angegriffen «erden. Es ist bekannt, daß der Schwefel in organischen Substanzen durch
Vermischen mit Natriumsuperoxvd und Verpuffen in der kalorimetrischen Bombe sich
quantitativ oxydieren und bestimmen läßt (von Koneck,@Zeitschrift für angew. Chemie,
1903, S. 516).
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Dagegen war nicht vorauszusehen, daß, wie beim vorliegenden Verfahren,
ein einfaches Erhitzen des Sulfatterpentinöles mit \ atrium-. Superoxyd im offenen
Gefäß genügt, die Sch-,vefelverbindungen des Öles restlos zu oxydieren und unschädlich
zu machen, und zwar ohne jeden Lachteil für die übrigen Bestandteile des Öles.
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Im übrigen ist auch noch ein Verfahren zur Geruchsverbesserung von
Sulfatterpentinöl durch Oxydation der Schwefelverbindungen dieses Öles mittels gasförmiger
Stickoxyde bekannt, wobei das Terpentinöl auch nicht wesentlich angegriffen wird
und die Abscheidung der nach erfolgter Oxydation noch in Lösung verbliebenen Verunreinigungen
durch schließliche Behandlung mit Schwefelsäure und \ atronlauge geschieht, so daß
ein gereinigtes Produkt von Kienölgeruch erhalten «wird.
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Dagegen entsteht nach dem vorliegenden Verfahren bei der Behandlung
mit \atriumsuperoxyd ohne weiteres ein schon im Rohzustand dem echten französischen
Terpentinöl geruchlich durchaus gleichwertiges Endprodukt. Das Öl (Pinen) wird von
dem Oxydationsmittel auch nicht im geringsten angegriffen und erfordert keinerlei
Nachbehandlung mit anderen Chemikalien. Die chemischen und physikalischen Eigenschaften-
des Öles sind nach erfolgter Oxydation der Schwefelverbindungen noch völlig unverändert
und mit echtem Terpentinöl übereinstimmend. Alle
Liese Momente sprechen
für die L berlegenheit [es vorliegenden Verfahrens gegenüber den )isher bekannten
Methoden der Sulfatterpeninölreinigung.
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Wenngleich latriumsupercQt@-d schon vieleitige Verwendung
als @xvCationsmittel geundent_ so - : war. ddiiesern Falle sc ine adikale
und ausschließliche Einwirkung auf Je Schwefele erbindungen des Sulfatterpentin-@les
nicht vorauszusehen, um so weniger, als 'inen Oxydationsmitteln gegenüber im allgeieinen
sehr empfindlich ist und ferner, weil ie Oxydation von Schwefelverbindungen zittels
2#atriumsuperoxyd weit höhere Tempeaturen als hier erfordert.
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Beispiel. zoo kg Sulfatterpentinöl werden in einem ffenen Rührkessel
mit 2 kg festem, fein-@ulverisiertem -Xatriumsuperoxyd gemischt und nter dauerndem
Rühren langsam erhitzt und twa 2 Stunden lang unter Rückfluß bei etwa 15o bis 16o°
gekocht, d.li. so lange, bis eine herausgenommene Probe des Öles einen rein terpentinölartigen
Geruch zeigt. Man läßt sodann erkalten und saugt das klare, helle Öl von dem ausgeschiedenen,
voluminösen, gelbbraunen Schlamm der oxydierten Schwefelverbindungen ab. Das Öl
wird mit Dampf übergeblasen und zeigt neben wasserheller Farbe einen milden, dem
echten französischen Terpentinöl durchaus ebenbürtigen Geruch. Drehungswinkel, spezifisches
Gewicht, Löslichkeit im verdünnten Alkohol und Siedepunkt sind gegenüber dem angewandten
Rohöl völlig unverändert, und das so gereinigte Öl läßt sich für alle Zwecke an
Stelle von echtem Terpentinöl verwenden.