DE340143C - Kreiselneigungsmesser - Google Patents

Kreiselneigungsmesser

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DE340143C
DE340143C DE1919340143D DE340143DD DE340143C DE 340143 C DE340143 C DE 340143C DE 1919340143 D DE1919340143 D DE 1919340143D DE 340143D D DE340143D D DE 340143DD DE 340143 C DE340143 C DE 340143C
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    • G—PHYSICS
    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C19/00—Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
    • G01C19/02—Rotary gyroscopes
    • G01C19/44—Rotary gyroscopes for indicating the vertical

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Radar, Positioning & Navigation (AREA)
  • Remote Sensing (AREA)
  • Gyroscopes (AREA)

Description

  • Kreiselneigungsmesser. Der Erfindungsgegenstand gehört zur Klasse der Kreiselneigungsmesser, die die Abweichung von der Senkrechten öder der Horizontalebene anzeigen (Lotkreisel). Die bislang bekannten Lotkreisel beruhen auf dem Kreiselsextanten von F 1 e u r i a i s. Bei diesem liegt der Kreiselschwerpunkt wenig tiefer als der Drehpunkt, die Drehzapfenspitze muß so fein wie mechanisch: möglich ausgeführt und, die Umdrehungszahl so hoch wie möglich gewählt (q.000 bis 5ooo pro Minute) werden.
  • Bei sehr geringerDrehzahl zeigt ein solcher Kreisel noch eine geringe P.endelsta)bilität, bei sehr großen Drehzahlen treten jedoch folgende Erscheinungen auf: Ist die Drehachse zur Vertikalen geneigt, so beschreibt sie unter dem Einfluß der Schwere einen Kegel um die Vertikale mit gleichförmiger- Geschwindigkeit (Präzession). Gleichzeitig wird durch die unsymmetrische Reibung der Drehspitze in ihrer Pfanne eine kleine horizontal gerichtete Reibungskomponente erzeugt, welche die Kreiselachse aufzurichten, die Präzessionsgescbwindigkeit zu mindern trachtet.
  • Durch diese beiden Wirkungen wird die Kreiselachse -langsam wieder der Vertikallage genähert, sobald man sie aus ihr entfernt hat. Die Punkte der Achse beschreiben dabei Spirallinieri, die immer enger werden, von löxodromischem Charakter.
  • Die Erfahrung hat gezeigt, daß solche Instrumente praktisch nicht genügend brauchbar sind.
  • Beim Gegenstand der Erfindung ist nun der Stützzapfen des Kreisels sphärisch gestaltet mit ausreichendem Durchmesser, während der Kreiselschwerpunkt ins Zentrum der sphärischen Stützfläche fällt, so daß der Kreisel in seiner Pfanne in indifferentem Gleichgewicht hängt.
  • In dem auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel zeigt Fig. i in senkrechtem Schnitt einen Kreisei nach der Erfindung als Horizontalanzeiger, Fig.2 zeigt in vergrößertem Maßstäbe den Stützzapfen, Fig. 3 und 4 zeigen in Ansicht und Schnitt ein Kreiselinstrument als Horizontal- und Lotanzeiger, Fig.5 zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Kontrolle der Kreiselquerneig ungen.
  • Gemäß Fig. i und 2 sitzt am Kreiselkörper cc ein Zapfen b mit sphärisch gewölbtem Ende c. Der Schwerpunkt G von Kreisel a samt Zapfen b fällt in den Mittelpunkt des sphärischen Teils c, der seinerseits in einer Pfanne d ruht. Der Kreiselkörper ruht also in seiner Pfanne im indifferenten Gleichgewicht. Dadurch unterscheidet sich seine Wirkungsweise von derjenige bekannter Kreisel wie folgt: r. Die Präzession ist aufgehoben. Die Kreiselaufrichtung findet sofort und ohne Schwingung statt.
  • a. Die die Kreiselachse in die Vertikale zurückführende Kraft, hervorgerufen durch die Reibung des Kugelzapfens in seiner Pfanne, welche unter Wegfall der Pendelstabilität mit dem Radius des Kreiselzapfens wächst, ist ständig vorhanden und verhältnismäßig sehr groß, so daß die Kreiselumlaufgeschwindigkeit und damit die Störungserscheinungen vermindert werden können.
  • 3. Der Apparat ist gegen Horizontalbeschleunigungen und gegen andere Seitenkräfte unempfindlich, um.somehr, als solche Kräfte vorweg eine Parallelverschiebung des Kreisels und seines Stützzapfens in der Lagerpfanne hervorgerufen haben. Infolgedessen üben solche Kräfte von kurzer Dauer keine Störung auf die Kreiselgleichgewichtslage aus im Gegensatz zu den bekannten Kreiseln mit Pendelstabilität.
  • Versuche haben gezeigt, daß ein Kreisel nach der Erfindung mit 500 bis 6oo minutlichen Umläufen ein stabiler augenblicklicher Lotanzeiger ist, dessen Aufrichtung im Störungsfalle ohne Präzession oder Schwingungen erfolgt, wobei der störende Einfluß von Seitenkräften außerordentlich gering bleibt. Diese Eigenschaft macht den Kreisel als Lagenzeiger für Luft- und Seefahrt besonders geeignet.
  • Die Oberfläche des Kreiselkörpers a kann gemäß Fig. r eine Kugelfläche a, konzentrisch zum Kugelzapfen c bilden.
  • Wirkt auf die Oberfläche a1 eine Seitenkraft oberhalb der Äquatorialebene, .dann richtet er sich in; einem gegebenen. Sinne (positiv) auf und umgekehrt (negativ), wenn die Seitenkraft unterhalb der Äquatorialebene wirkt. Die Äquatorialebene ist also eine neutrale Ebene, so daß Seitenkräfte in ihr -auf das Kreiselgleichgewicht nicht wirken. Der Anwendungsbereich eines solchen Kreisels ist ausgedehnt. Z. B: kann er als Horizontalanzeiger dienen und kann zu diesem Zwecke mit Winkelteilung zur Messung versehen sein, und zwar unter Verwendung optischer oder mechanischerMittel als Zeiger.
  • Fig. 3 und q. zeigen schematisch eine Ausführungsform: Kreisel a sitzt in einem Gehäuse e, welches durch kugelige Mattscheibe f, die mit Parallelkreisen graduiert ist, abgeschlossen ist. Die Lage der GehäuseaehseX-X zur Kreiselachse gestattet die sofortige Ablesung des Azimuts. Durch: Anbringung eines Zeigers g und durch Vergrößerung des Abstandes der Scheibe f vom Mittelpunkte G erhält man Vergrößerung der Ausschläge.
  • Das Gehäuse ist durch Glasfenster 1a geschlossen, auf welchem senkrecht zur Gehäuseachse die Linie i gezogen ist. -Ein Beobachter erblickt durch dieses Fenster die Äquatoriallinie a2 des Kreisels und kann also die Abweichung der Linie i von der Linie a= feststellen. Linie a2 geht durch den Schwerpunkt G und steht senkrecht zur Kreiselachse. Auch kann auf dem Kreisel senkrecht zu seiner Achse ein z. B. ein Lichtbündel reflektierender Spiegel als Zeiger angebracht sein.
  • Die Drehung des Kreisels kann z. B. durch eine Venturidüse h erfolgen, die die Luft durch das Kreiselgehäuse, und zwar durch Öffnungen l und die Laufschaufeln a3 des Kreisels hindurchsaugt. Auch kann zum Antrieb Preßgas verwendet werden. Der Kreisel gemäß der Erfindung kann auch als Steueranzeiger und Steuerschalter benutzt werden, sei es, daß man ihn mit Fernanzeiger oder mit einem Servomotor kombiniert, z. B. um von ihm aus automatisch das Höhensteuer eines Flugzeuges oder eines Unterseebootes zu betätigen.
  • Fig. 5 zeigt beispielsweise schematisch eine Kontrollvorrichtung für die Querneigungen am Kreisel.
  • Am Kreiselkörper a sitzen in seiner Äquatorialebene diametral gegenüber zwei biegsame Bürgten na, W, welche an der glatten Innenfläche eines konzentrischen Kugelgehäuses anliegen, in dessem Inneren der Lagerstuhl d des Kreisels angeordnet ist. Dieses Gehäuse ist in vier metallische Kugelsegmente n, o, P, q unterteilt, die durch Isolierringe r, s in zwei zueinander senkrechten Ebenen getrennt sind. In der Gleichgewichtslage liegt der eine Isolierring r in der Äquatorialebene des Kreisels. Den .linken Kugelsegmenten n, o entsprechen die rechten diametral gegenüberliegenden p, q.
  • Das linke untere Kugelsegment n liegt mit dem rechten oberen p in demselben Kreise einer elektrischen Stromquelle t und. eines kleinen Elektromotors u. Das linke obere Segment o liegt analog mit dem rechten unteren Segment q im selben Kreise einer elektrischen Stromquelle v und eines kleinen Elektrombtors w. Der zweite Stromkreis ist vom ersten vollständig getrennt. Das den Kreisel umschließende Kugelgehäuse ist mittels zweier Drehzapfen um eine zur Figurenebene senkrechte Achse, -die durch den Schwerpunkt G des Kreisels ;hindurchgeht, beweglich gelagert. Dieses Gehäuse kann in einem oder im Gegensinne von dem Motor as oderw bei Stromschluß des betreffenden elektrischen Kreises gedreht werden. Zu diesem Zwecke ist das Kugelgehäuse mit einem Zahnkranz x versehen, mit welchem Untersetzungsgetriebe der Motoren u, w in Eingriff stehen. Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist die folgende: In der Gleichgewichtslage liegen .die Bürsten m, ml am Isolierring y an, die Stromkreise der Motore u, w sind unterbrochen, die Motore drehen sich nicht und übertragen infolgedessen keine Bewegung auf das Kugelgehäuse. Neigt sich der Kreisel in seinem Lager, z. B. im Sinne des Pfeiles A, so gelangen die Bürsten m, W in Berührung mit den einander diametral gegenüberliegenden Segmenten o, q, so daß der Stromkreis des Elektromotors w geschlossen wird. Dieser Motor läuft an und dreht dabei das Kugelgehäuse im Sinne des Pfeiles B, d. hi. entgegengesetzt zur Neigung des Kreisels d, so lange, bis der Isolierring r in die augenblickliche Ebene der Bürsten in, ml zurückgedreht ist. In diesem Augenblick erfolgt Stromunterbrechung; der Motor w bleibt stehen und das von ihm angetriebene Kugelgehäuse in der erreichten Lage :ebenfalls.
  • Neigt sich der Kreisel a im Gegensinne, so gelangen die Bürsten na, m' in den Bereich der Metallsegmente p, n, so daß der Stromkreis .des Motors i4 geschlossen wird. Dieser läuft an und -dreht das Kugelgehäuse im Sinne des Pfeiles C so lange, bis die Bürsten m, m' wieder in die augenblickliche Ebene des Isolierringes r gelangen. Dadurch erfolgt wieder Stromunterbrechung, Stillsetzung des Motors is und damit des Kugelgehäuses.
  • Mit dem Kugelgehäuse, das unter einer ausreichend groß 'gewählten motorischen Kraft den Kreiselneigungen folgt, sind z. B. die Steuerorgane gekuppelt, die somit nach der Kreiselneigung automatisch eingestellt werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRÜcFIE: i. IC reiselneigungsmesser mit Abstützung des Kreisels durch einen achsialen Zapfen, dadurch gekennzeichnet, daß der einen starren Teil des Kreiselkörpers bildende kugelförmige Stützzapfen in einer Kugelpfanne größeren Durchmessers mit nur einem Berührungspunkte ruht und der Kreiselschwerpunkt in den Mittelpunkt der Stützkugel fällt. Kreiselneigungsmesser nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche des Kreisels als zur Stützkugel konzentrische Kugelfläche ausgebildet ist. 3. Kreiselneigungsmesser nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreisel mit einer Äquatoriallinie an seinem Umfang versehen ist, und daß das Kreiselgehäuse ein Fenster aufweist, auf welchem in der Ebene der Kreiseläquatoriallinie eine Anzeigelinie angeordnet ist. q.. Kreiselneigungsmesser nach Anspruch i, gekennzeichnet durch einen Servomotor, dessen Verbindungsglieder in der Äquatorialebene des Kreisels angeordnet sind. 5. Kreiselneigungsmesser nach Anspruch i, gekennzeichnet durch ein den Kreisel konzentrisch umschließendes, in vier elektrisch isolierte metallische Segmente (n, o, P, q) unterteiltes Kugelgehäuse, gegen dessen innere Oberfläche am Kreisel befestigte Bürsten schleifen, ferner dadurch gekennzeichnet, daß j e zwei diametral gegenüberliegende Segmente im Stromkreis von das Kugelgehäuse gegenläufig antreibenden Motoren sitzen.
DE1919340143D 1916-04-08 1919-09-17 Kreiselneigungsmesser Expired DE340143C (de)

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