DE340184C - Gasschmelzverfahren fuer Hochoefen und Kupoloefen - Google Patents

Gasschmelzverfahren fuer Hochoefen und Kupoloefen

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DE340184C
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DE1920340184D
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    • C21—METALLURGY OF IRON
    • C21B—MANUFACTURE OF IRON OR STEEL
    • C21B5/00—Making pig-iron in the blast furnace
    • C21B5/001—Injecting additional fuel or reducing agents

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Waste-Gas Treatment And Other Accessory Devices For Furnaces (AREA)

Description

  • GasschmeIzverfahren für Hochöfen und Kupolöfen. Die Verwendung von Gas für Schmelzzwecke bei. Kupolöfen wurde bereits einmal praktisch durchgeführt, wenn auch ohne guten Erfolg, ist mithin bekannt.
  • Weiter ist die Anwendung von Wärmespeichern zur Lufterhitzung bei Hochöfen, zur Luft- und Gaserhitzung bei Martinöfen üblich, hinlänglich bekannt und somit nichts Neues.
  • Der obenerwähnte Versuch; im Kupolofen das Eisen mit Gas niederzuschmelzen, ergab jedoch keine befriedigenden Erfolge und die Gasschmelzung bei Kupolöfen wurde aufgegeben, trotzdem dabei hochwertiger Brennstoff im Gaserzeuger verwendet, die Aussichten beim Schmelzprozeß infolge der Hochwertigkeit und Reinheit des dabei verbrauchten Anthrazits die denkbar günstigsten waren.
  • Die vorliegende Erfindung hat nun, unter gänzlicher Beseitigung der den bisherigen Mißerfolg herbeiführenden Ursachen, die einwandfreie, zweckmäßige Durchführung der Gasschmelzung zum Gegenstand, und zwar nicht nur bei Kupolöfen, sondern insbesondere auch bei Hochöfen und im direkten Gegensatz gegen früher, nicht bloß mit hochwertigem, sondern auch mit minderwertigem Brennstoff.
  • Eine Nachahmung des beim Martinofen üblichen Verfahrens für Hochöfen ist unmöglich, weil beim Martinofen infolge des geringen Zugwiderstandes Gas und Luft durch Schornsteinzug angesaugt werden können, was bei einem Hochofen wegen des von der Erzfüllung herrührenden Widerstandes vollkommen ausgeschlossen ist. Abgesehen von der Ausführungsunmöglichkeit würde eine schwere Gasexplosion die Folge sein. In üblicher Weise betriebene Gaserzeuger sind hierfür unverwendbar, wenn nicht besondere Einrichtungen dazu geschaffen werden.
  • Die vorliegende Erfindung erzielt nun die einwandfreie und explosionssichere Anwendung des Gasschmelzverfahrens bei Hoch- und Kupolöfen dadurch, daß sie die üblichen Gaserzeuger in Hochdruckgaserzeuger verwandelt, welche den bei der Hochofenschmelzung notwendigen Drucken - von mindestens 0,5 Atm. und mehr - Widerstand zu leisten vermögen.
  • Dies geschieht dadurch, daß die alten an sich geschlossenen Gaserzeuger sinngemäß stärker gebaut und an den Eintragöffnungen mit Umluft versehen werden.- -Die modernen Drehrostgaserzeuger werden verstärkt, um den Schlackentrog druckdicht gekapselt, mit besonderer Schlackenaustragung und an den Eintragöffnungen gleichfalls mit Umluft versehen.
  • Es erhalten dabei die Eintragöffnungen, welche aus den üblichen, wenn auch entsprechend geänderten schleusenartigen Doppelverschlüssen bestehen können, eine Umlaufleitung, womit der zur Aufnahme des Beschickungsgutes bestimmte Raum entweder vom Gaserzeugerinnem oder direkt von der Luftleitung aus mit entsprechend hochgespannter Luft aufgefüllt wird, so daß der Innenverschluß dann entlastet ist und das Beschickungsgut eingebracht werden kann.
  • Dieser neue Gedanke, so einfach und naheliegend er jetzt bei Bekanntmachung erscheinen wird, ist, zusammen mit der Verwendung hocherhitzten Gaserzeugergases, der zielbewußten Vereinigung bekannter Grundsätze aus verschiederien Schmelzsystemen, nebst richtiger Anordnung und Art der Gas- und Luftzuführung, tatsächlich der Schlüssel zu dem bisher noch nicht durchgedrungenen Gasschmelzverfahren bei Hoch- und Kupolöfen.
  • Schon die für den Gaserzeuger gebrauchte Luft, vor allen Dingen aber das erzeugte Gas, sowie die für die Verbrennung desselben im Schmelzofen notwendige Luft, werden in den üblichen, dem Schmelzofen unmittelbar vorgeschalteten Wärmespeichern, welche in gleichfalls üblicher Weise durch Gichtgas abwechselnd geheizt werden, erhitzt und dem . Ofen zugepreßt. Dabei steht das Gas, abweichend von anderen Systemen, schon vom Gaserzeuger an unter der für den Schmelzofen erforderlichen Pressung.
  • In den Öfen (Hochofen sowie Kupolofen) wird das hocherhitzte Gas und die hocherhitzte Luft durch in der Schmelzzone am Umfang verteilte, vereinigte Heißgas-Luftdüsen zugeführt.
  • Die Düsen sind auswechselbar. Jeder Ofen erhält t bis 2 Düsen mehr als notwendig. Jedes Düsenloch des Ofens erhält eine einfache Verschlußvorrichtung, damit der Betrieb ohne jegliche Störung beliebig lange Zeit dauernd aufrechterhalten und etwa schadhaft gewordene Düsen ohne Schwierigkeit ausgetauscht werden können.
  • Die Hochöfen erhalten bei dem neuen Verfahren wassergekühlte oder sonstwie schmelzsicher gemachte Düsen, am besten Runddüsen. Während bei denselben das Heißgas im Ringmantel der Düse zugeführt wird, strömt die erhitzte Luft in der Mitte zu, wird am Ende des Düsenrohres durch einen Konus auseinandergetrieben, mischt sich infolgedessen in der Brenneröffnung innig mit dem erhitzten Gas und wirkt auf- dieses, welches ohnehin unter Pressung zugeführt wird, noch saugend. Ein Rückschlag in die Gasleitung ist vollkommen ausgeschlossen. Es kann jedoch auch erforderlichenfalls umgekehrt das Gas, bei entsprechend geänderter Bauart, innen, die Luft im Außenring der Düse eingepreßt werden. Auch können, -wenn auch nicht so gut, getrennte nebeneinanderliegende Gasdüsen und Luftdüsen eingebaut werden. Immer muß jedoch auf innige Mischung von Gas. und Luft beim Düsenaustritt hingearbeitet ,werden.
  • Kupolöfen können auch einfachere, nur mit feuerfester Masse ausgekleidete Düsen mit rechteckigem Querschnitt erhalten, mit einem Düsenende, welches eine innige Mischung verbürgt, und bei welchem, die Heißluft gleichfalls saugend wirkt.
  • Die beim Hochofen über den Düsen angebrachten Absperrvorrichtungen werden miteinander blockiert, so daß unbedingt der Gasschieber zuerst- geschlossen werden muß, bevor der Verschluß des Luftschiebers erfolgen kann. Der Betrieb wird also ein durchaus "sicherer. Das Gleiche ist bei den Absperrvorrichtungen des Kupolofens der Fall.
  • Unmittelbar hinter dem Gaserzeuger wird außer dem üblichen Reiniger am besten auch gleich eine der bekannten Entschwefelungsvorlagen für das erzeugte Gas angebracht, damit das Eisen nicht mehr wie bei dem alten Verfahren mit Schwefel verunreinigt wird und dadurch gleichzeitig auch an Kalkzuschlägen und somit wieder - bei großer Reinheit des Eisens und einem Minimum an Schlacken @" an Brennstoff gespart werden kann.
  • Die ganze Anordnung für das neue Gasschmelzverfahren ist für Hoch- und Kupolöfen folgende Gebläse, Höchd'ruckgaserzeuger, für hohen Druck gebaute Reiniger und Entschwefler, Wärmespeicher für Gas und für Luft, Hochofen bzw. Kupolofen.
  • Dazu kommen natürlich noch die bekannten Gichtgasabnahmeeinrichtungen für Wärmespeicherheizung und für die Weiterverwertung der Gichtgase.
  • Die vorhandenen Gebläse der Hochöfen -bei den Kupolöfen die Blower - werden direkt weiter verwendet und pressen Luft und Gas in die Gaserzeuger und Wärmespeicher.
  • Die Gaserzeuger erhalten bei Inbetriebsetzung direkte kalte, vollgespannte Luft vom Gebläge, während dieselben bei Einsetzen des normalen bzw. stetigen Betriebes fortlaufend mit erhitzter, gepreßter Luft aus den Wärmespeichern gespeist werden.
  • ' Es ist dann notwendig, den Druck im HeW-luftspeicher etwas höher zu halten. Dagegen die Verbrauchsluft zum Schrüelzofen hin etwas zu' drosseln, weil die dem Gaserzeuger zugeführte Heißluft, außer ' der Überwindung der Zusatzwiderstände im Gaserzeuger, Reiniger und Entschwefler, im Heißgasspeicher für das Schmelzgas die gleiche Pressung erzeugen soll, wie sie die dem Heißluftspeicher entströmende Luft besitzt.
  • Die Gaserzeuger sollen so nahe als möglich bei den Wärmespeichern stehen. Die Wärmespeicher für Luft und Gas müssen dicht beim Hochofen angeordnet sein, damit die Wäxmeverluste so gering als möglich werden, und auch die Zuführungsleitung der Gichtgase , kurz ausfällt. Mit diesen Wärmespeichern, den Gichtgasen, dem Schmelzgas und der-Preßluft wird in der üblichen Weise chargiert.
  • In üblicher Weise sind sowohl für -Luft alsauch für Gas je -zwei Speicher zum Wechseln und je ein Speicher als Reserve erforderlich. Für einen Hochofen bzw. für zwei wechselnd betriebene Kupolöfen sind somit etwa sechs = @'färmespe:cher nötig. Alle Heißluft- und Heißgasleitungen müssen innen mit feuerfester Masse ausgekleidet und außen am besten isoliert sein.
  • Von den Wärmespe:ehern kommend legen sich Gas- und Luftrohr_eitung mit je einem Ring um den Ofen, an welche dann - beim Hochofen in üblicher Weise mit Düsenstöcken, beim Kupolofen, evtl. auch direkt - die schon beschriebenen Heißgas-Luftdüsen, in die Schmelzzone mündend, am Mantelumfang entsprechend verteilt, anschließen.
  • Mit Hilfe der Hauptabsperrvorrichtungen bei dem Hochofen ist es nun leicht möglich, entweder mehr Luft oder mehr Gas zu geben und dadurch ganz nach Wunsch, und zwar unter sofortiger Anpassung an den Bedarf, entweder zu frischen oder aufzukohlen, ein großer Vorteil gegenüber dem alten Koksverfahren, wo bei ungünstigem Ofengang ein erhöhter Kokszusatz oft sehr spät zur Wirkung kommt.
  • Die Führung des Ofens, der Wechsel in der Erzeugung verschiedener Eisensorten wird also bei dem hier angewendeten neuen Verfahren überaus einfach und leicht sein.
  • Einen weiteren ganz außerordentlich großen Vorteil, der bei angebauter Entschwefelung noch gesteigert wird, erzielt das neue Verfahren durch die große- Reinheit des erschmolzenen Metalles, welches nun wieder die hervorrag3nde ualität der alten guten Holzkohlen-Roheisenzeit- erreichen wird, da das Eisen mit dem Brennstoff nicht mehr in direkte Berührung kommt.
  • Hierzu kommt die Unabhängigkeit von der Güte des Kokses, die größere Leistungsfähigkeit der Öfen bei gleicher Größe und die trotz der etwas verwickelteren Anlage billigere Erzeugung infolge billigeren Brennstoffes. Letztere besonders bei Verwendung von Braunkohle, welche, weit verbreitet, überall noch verhältnismäßig leicht und billig erhältlich ist.
  • Selbstverständlich können in den Gaserzeugern auch beliebige andere Stoffe, z. B. Steinkohlen, Koks usw., zur Gaserzeugung verwendet werden.
  • Ganz die gleichen Vorteile ergeben sich bei den Kupolöfen. Bei diesem ist, wegen der erforderlichen zwangläufigen Luftzuführung die Verwendung von Blowern statt der Ventilatoren unerläßlich.
  • Bei dem hier meist vorhandenen tageweisen Betrieb erfolgt die Vorheizung der Wärmespeicher, des Ofens und des Vorherdes mit Gaserzeugergas. Auch der Vorherd erhält Düsen, was leicht durchführbar ist, um eine noch schärfere Einhaltung des gewünschten Qualitätseisens zu ermöglichen, eine Einrichtung, die nicht nur eine lange Eisenaufspeicherung ermöglichen, sondern die Schwierigkeiten der Gattierung bedeutend vereinfachen wird. Bei den Kupolöfen werden dann überdies noch die Abgase der Wärmespeicherheizung in der benachbarten Trockenkammer zurTrocknung der Formen verwendet, während bei den Hochöfen diese Abgase für die Erzvorwärmung usw. benutzt werden können.
  • Die überschüssigen Hochofengichtgase können natürlich, wie bereits üblich, in beliebiger Weise ausgenutzt werden, z. B. für Kesselheizungen, Gasmaschinenbetrieb usw.
  • Ein weiterer Vorteil ist e;, daß sich jede bestehende Hochofen- und Kupolofenanlage unter Verwendung der. Öfen und Gebläse ohne Schwierigkeiten auf das neue Gasschmelzverfahren umbauen läßt.
  • Mit der Gaserzeugeranlage kann natürlich auch eine Anlage zur Gewinnung der Nebenprodukte aus dem Gas (Teer usw.) verbunden sein.
  • Was die Beschickung der Schmelzöfen (Hochwie Kupolöfen) anbelangt, so wird bei dem neuen Gasschmelzverfahren der Kokszusatz in der Regel gänzlich entfallen, so daß im Hochofen nur Erze und Zuschläge, in den Kupolöfen ner Masseln und Zuschläge gegichtet werden. Ausnahmen hiervon werden sich nur selten, evtl, für Auflockerungszwecke, für besondere Aufkohlungen usw. als notwendig erweisen, so daß im allgemeinen bei dem neuen Gasschmelzverfahren die Leistungsfähigkeit und Fassung der Öfen an Schmelzgut eine bedeutend größere wird und das Schmelzgut sowie das flüssige Metall nicht mehr mit der Asche und den weiteren schädlichen Beimengungen des Kokses in Berührung kommt, an sich schon bedeutende Vorteile, zu denen sich noch die Unabhängigkeit vom Koksbezug und die Möglichkeit der Verwendung des in nächster Nähe gelegenen ohne große Frzchtkosten erhältlichen Brennstoffs gesellt.
  • Zum Schluß wird ausdrücklich bemerkt, daß selbstverständlich weder die üblichen Gaserzeuger, Gebläse, Reiniger, Entschwefler, Wärmespeicher, Düsen, noch die Verwendung von hocherhitztem Gas und hocherhitzter Luft für die Erz- und Eisenschmelzung Gegenstand des Patentes sind, sondern vielmehr die Vereinigung und Nutzbarmachung dieser Einzelheiten zu einem neuen Ganzen, für neue Zwecke, in Verbindung . mit Hochdruckäiaserzeugern bei gleichzeitiger Einpressung im Gaserzeuger erzeugten hocherhitzten Gases und hocherhitzter Luft, welche durch eine genügende Anzahl gekühlter oder schmelzsicher gemachtcr Düsen, derart in den Ofen gedrückt werden, daß sie sich an den D üsenenden innig miteinander mischen und eine hohe Schmelzhitze erzeugend, verbrennen.
  • Ein Patentschutz wird nur für die Zehe Gesamtheit und die dabei neuen Verfahren angesprochen.
  • Durch diese eingangs geschilderte Vereinigung bekannter Einzelheiten in Verbindung mit den erwähnten neuen Verfahren ergibt sich ein neuartiges, für Hochöfen wie für Kupolöfen., verTenab,,a-Zes,-Gasschmelzsystem.
  • Das hier-beschrieÜebgeerfahren unterscheidet sich auch.von#-allerlenr@eten bisher patentierten Verfahren` insofern, als bei demselben bestehende Hochöfen- und Kupolöfenanlagen unter Verwendung der Öfen, Wärmespeicher und Gebläse auf Gasschmelzung hergerichtet werden können, und das Niederschmelzen des Metalles nicht nur mit hochwertigem Brennstoff sondern auch mit Braunkohle erfolgen kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUcH: Gasschmelzverfahren für Hochöfen und Kupolöfen unter Benutzung der Gebläse, Reiniger, Entschwefler, . Wärmespeicher schmelzsicher gemachter Mischdüsen, derart, daß unter Anwendung von `Iochdruckgaserzeugern hocherhitztes Gas und hocherhitzte Luft in den Ofen gepreßt werden.
DE1920340184D 1920-05-18 1920-05-18 Gasschmelzverfahren fuer Hochoefen und Kupoloefen Expired DE340184C (de)

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