DE341114C - Verfahren zur Herstellung von Kieselsaeure-Tannin-Eiweiss- und Kieselsaeure-Formaldehyd-Tannin-Eiweissverbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kieselsaeure-Tannin-Eiweiss- und Kieselsaeure-Formaldehyd-Tannin-Eiweissverbindungen

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  • Verfahren zur Herstellung von Kieselsäure-Tannin-Eiweiß-und Kieselsäure-Fortnaldehyd-Tannn-Eiweißverbindungen. Die Verwendung von Kieselsäure in verschiedener Form zu Heilzwecken ist bekannt. Die bis jetzt zur inneren Darreichung benutzten, Siliciumdioxyd enthaltenden Arzneimittel, lassen jedoch nur eine Kieselsäurewirkung zur Geltung kommen, während gegen die Nebenerscheinungen der in Betracht kommenden Erkrankung mittels anderer Mittel vorgegangen werden muß.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich therapeutisch wertvolle Produkte herstellen lassen, wenn man lösliche kolloidale Yicselsäure oder lösliche kieselsaure Salze mit Eiweiß und Tannin oder gleichzeitig » noch mit Formaldehyd in Wechselwirkung bringt. Diese KiEselsäure-Tannin-Eiweiß- bzw. Kieselsäure-Formaldehyd-Tannin-Eiweiß-Verbin.dungen sind in. Magensalzsäure unlöslich und kommen daher erst im Darmkanal zur Wirkung. Sie werden dort in ihre Komponenten gespalten und entfalten deren Wirkung. Es werden also mit diesen neuen Kieselsäuremitteln nicht nur die bekannten Wirkungen des Siliciumdioxyds ausgelöst, , sondern es tritt auch gleichzeitig die stopfende Wirkung des Tannins ein, was bei den meist mit Durchfällen einhergehenden Erkrankungen, für die eine Darreichung von Kieselsäure in Frage kommt, wichtig ist. Es lassen sich also mit Hilfe f der neuen Mittel gleichzeitig lästige Nebenerscheinungen der Erkrankung beseitigen, ohne daß der Magen angegriffen wird, wie dies bei Verwendung von Tannin allein gegen die bei der Erkrankung auftretenden Durchfälle der Fall wäre. Die neuen Verbindungen können selbstverständlich mit verschiedenem Gehalt der Komponenten hergestellt werden. Auf die Reihenfolge ihrer Einwirkung kommt es nicht an; wesentlich ist nur, daß nach Zugabe aller Komponenten neutrale oder schwach saure Reaktion vorhanden ist, bzw. daß die infolge der Arbeitsweise in Lösung befindlichen Verbindungen bei neutraler oder schwach saurer Reaktion zur Abscheidung gebracht werden. Zur Darstellung lassen sich alle Eiweißkörper, ihre Abbau- und Halogensubstitutionsprodukte verwenden.
  • Die neuen Verbindungen sind in Wasser und organischen Lösungsmitteln unlöslich; dagegen lösen sie sich in 0,5 prozentiger Sodalösung und verdünnten Alkalien, werden aber durch Säuren aus diesen Lösungen wieder ausgefällt. Beispiel i.
  • i Teil Hühnereiweiß wird in 3o Teilen Wasser gelöst, i Teil einer Lösung von Natriumpolysilicaten mit etwa 25 prozentigem Si 0ä Gehalt zugefügt und mittels der gerade ausreichenden Menge Salzsäure bis zur eintretenden schwach sauren Reaktion unter gutem Rühren versetzt. Zu der so erhaltenen opaleszenten Lösung wird eine Lösung von o,2 Teilen Tannin in q. Teilen Wasser zugefügt und durch Erwärmen auf 5o bis 6o' C das Kieselsäure -Tannin- Eiweiß abgeschieden. Der schwach bräunlich gefärbte, flockige Niederschlag wird abfiltriert, mehrmals mit Wasser ausgewaschen und bei niedriger Temperatur im Vakuum getrocknet. Das gemahlene Produkt ist schwach bräunlich gefärbt und besitzt einen Gehalt von etwa 22 Prozent Si 02, 2o Prozent Tannin und 8,5 Prozent Stickstoff. Beispiel 2.
  • 5 Teile Caseose, durch vorsichtiges Verdauen von Casein gewonnen, und 3 Teile kristallisiertes Natriumsilicat werden in roo Teilen Wasser gelöst und so länge mit verdünnter Salzsäure unter gutem Rühren versetzt, bis die alkalische Reaktion verschwunden ist. Zu dieser Lösung werden 0,5 Teile* Tannin in =o Teilen Wasser gelöst, zugesetzt und darauf langsam unter kräftigem Rühren so viel verdünnte Salzsäure zugefügt, bis in einer erbfiltrierten Probe durch ri Salzsäure keine Fälio lung mehr entsteht. Nun wird 114 Teil 40prozentige Formaldehydlösung zugegeben und mehrere Stunden gerührt, dann wird abfiltriert, mit Wasser ausgewaschen und bei niedriger Temperatur im Vakuum getrocknet. Die so erhaltene l#'-ieselsäure-Formaldehyd-Tannin-Caseose stellt nach dem Mahlen ein hellbraunes Pulver dar mit einem Gehalt von etwa =o Prozent Kieselsäure, 8 Prozent Tannin und 10,5 Prozent Stickstoff. Beispiel 3.
  • 5 Teile in Alkalilauge klarlösliches Casein werden auf übliche Weise in etwa 212 prozentiger Lösung mit Pepsinsalzsäure a Stunden verdaut, die Flüssigkeit mit Natronlauge schwach alkalisch gemacht und darauf mit il/, Teil Jod, das mit = Teil Jodkalium in i Teil Wasser gelöst ist, bei etwa ¢o ° C unter Zusatz der zur Erhaltung schwach alkalischer Reaktion nötigen Menge Natriumbicarbonat in Jodcaseose übergeführt. Dann wird eine Lösung kolloidaler Kieselsäure, die durch Einfließenlassen von 5 Teilen Wasserglas mit 25 Prozent Si 02 Gehalt, das im Verhältnis i : =o mit Wasser verdünnt ist, in einen geringen Überschuß verdünnter Salzsäure erhalten wird, unter Rühren zugegeben und sodann eine Lösung von i Teil Tannin in q. Teilen Wasser zugefügt. Nun wird, je nach der Reaktion der Masse, so lange verdünnte Säure oder Alkali zugesetzt, bis beim Filtrieren einer Probe das Filtrat gegen Methylorange gerade sauer reagiert und der Niederschlag selbst auf Congopapier keine Reaktion .ergibt. Sodann werden 5 Teile qo prozentige Formaldehydlösung zugesetzt, 2 Stunden gerührt, das Gemisch über Nacht stehengelassen, dann abfiltriert, mit Wasser ausgewaschen, abgepreßt und bei niedriger Temperatur getrocknet. Die bräunlichgelbe Kieselsäure-Formaldehyd-Tannin-Jod-Caseose besitzt einen Gehalt von etwa 18 Prozent Si 02, 16 Prozent Tannin, q:,5 Prozent Jod und 7,5 Prozent Stickstoff.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kieselsäure-Tannin-Eiweiß- und Kieselsäure-Formaldehyd-Tannin-Eiweiß-Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man entweder lösliche Silicate oder kolloidale Kieselsäurelösungen, Tannin und Eiweiß bzw. dessen Abbau- oder Halogensubstitutionsprodukte oder aber lösliche Silicate bzw. kolloidale Kieselsäurelösungen, Tannin, Eiweiß bzw. dessen Abbau- oder Halogensubstitutionsprodukte und Formaldehyd aufeinander einwirken läßt und die entstandenen Verbindungen bei neutraler oder schwach saurer Reaktion zur Abscheidung bringt.
DE1920341114D 1920-03-10 1920-03-10 Verfahren zur Herstellung von Kieselsaeure-Tannin-Eiweiss- und Kieselsaeure-Formaldehyd-Tannin-Eiweissverbindungen Expired DE341114C (de)

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