DE341872C - Verfahren zur Gewinnung eines hochwertigen, viskosen Schmieroels und von Paraffin aus der hochsiedenden Fraktion des Generator- oder Tieftemperaturteers - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung eines hochwertigen, viskosen Schmieroels und von Paraffin aus der hochsiedenden Fraktion des Generator- oder TieftemperaturteersInfo
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Description
- Verfahren -zur Gewinnung eines hochwertigen, viskosen Schmieröls und von -Paraffin aus der hochsiedenden Fraktion des Generator oder reftemperaturteers. -. Zusatz zum Patent 31o653: In dem -Patent 31o653 ist ein Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Schmieröle aus Destillationsprpdukten bitumenhaltiger Stoffe beschrieben. Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, daß der hochsiedende Anteil des Generator-- oder Tieftemperaturteers - das sogenannte.'.Schweröl - mit flüssiger schwefliger Säure behandelt wird, um dadurch eine Trennung von sich ausscheidenden festen Bestandteileü zu -.erzielen. Zur Durchführung dieser Trennung war dort eine Filtration vorgesehen. Es wurde nun gefunden, daß man die Trennung der festen Bestandteile von den in der flüssigen schwefligen Säure gelösten anstatt durch die mit Schwierigkeit verknüpfte Filtration auch in folgender Weise durchführen kann: Dem Kpihlenwasserstoffgeniisch, welches als Ausgangsmaterial - für die Gewinnung des Schmieröls dienen soll, setzt.man gleichzeitig mit der schwefligen Säure eine gewisse Menge eines Öls bzw. eines Kohlenwasserstoffgemisches hinzu, welches in schwefliger Säure unlöslich bzw. schwer löslich ist. Derartige -c Öle. oder Kohlenwasserstoffgemische erhält man am besten, indem man Erdöl- -öder Braunkohlenteeröl bzw: deren Destillate mit -flüssiger schwefliger: Säure im Sinne des - Verfahrens nach P-atent-2i:Cq.5g behandelt und die -hierbei gewonnenen, in schwefliger Säure unlöslichen Kohlenwasserstoffe benutzt. Der Zusatz dieser Öle bewirkt eine Art Auftrieb der in der verflüssigten schwefligen Säure ungelösten-festen Bestandteile, so daß man nach der Behandlung. zwei Schichten erhält: eine Lösung des angestrebten Schmieröls in der flüssigen schwefligen Säure und darüber eine Schicht des zugesetzten Kohlenwasserstoffgemisches, in welchem die ausgeschiedenen festen Bestaneteile suspendiert sind. Um zu dem Schmieröl zu gelangen, ist nunmehr nur noch eine Trennung der beiden Schichten erforderlich. Aus der unteren Schicht wird dann die schweflige Säure in bekannter.Weise abdestilliert, der Rückstand stellt das angestrebte Produkt dar. Die geringe Menge des in der oberen Schicht zwischen den festen ausgeschiedenen Produkten eingeschlossenen Schmieröls kann man erhalten, wenn man diese Schicht etwas erwärmt, gegebenenfalls in einem besonderen Gefäß, wie dies in dem Patent 322754 beschrieben ist.
- Die Menge der zum Abscheiden der festen Kohlenwasserstoffe zugesetzten flüssigen, in schwefliger Säure unlöslichen Kohlenwasserstoffe kann in weiten Grenzen schwanken. Am besten benutzt man Xohlenwasserstoffe von niederem Siedepunkt, z. B. von 150 bis 2oo°, damit man dieselben leicht durch Destillation mit gewöhnlichem oder überhitztem Wasserdampf von den abgeschiedenen festen Kohlenwasserstoffen trennen und wiedergewinnen kann. Auch die aus Benzin vermittels schwefliger Säure erhaltenen, in schwefliger Säure unlöslichen Kohlenwasserstoffe kann man für den beschriehenen Zweck verwenden.
- Von dem Verfahren des Patent 276994 ist das vorliegende grundlegend verschieden. Nach Patent 276994 gewinnt man aus den paraffinhaltigen Fraktionen des Erdöls und der bituminösen Teere das feste Paraffin, indem man flüssige schweflige Säure mit gewissen Mengen aromatischer ungesättigter Kohlenwasserstoffe, welche in der schwefligen Säure leicht löslich sind, mischt und mit dieser Mischung die paraffinhaltigen Fraktionen behandelt. Hierdurch werden alle flüssigen Kohlenwasserstoffe, auch diejenigen, die in reiner flüssiger schwefliger Säure nicht löslich sind, in Lösung gebracht, während .das feste Paraffin ungelöst hinterbleibt.
- Bei der vorliegenden Erfindung bedient man sich dagegen als Lösungsmittel nür der reinen schwefligen Säure; der Zusatz von in schwefliger Säure unlöslichen Kohlenwasserstoffen erfolgt nicht zu dem Zweck, um dadurch das Lösungsvermögen der schwefligen Säure zu beeinflussen, sondern nur um einen Auftrieb zu bewirken, wodurch die ausgeschiedenen festen Substanzen in die Höhe geführt werden, wo sie eine Schicht bilden, die sich von der anderen Schicht, der Lösung des Schmieröls in der schwefligen Säure, leicht trennen läßt.
- Beispiel. Ein Generatorteeröl, welches aus dem Generatorteer nach Abdestillieren des Leichtöls (spez. Gew. unter o,97o) mit überhitztem Wasserdampf dadurch gewonnen wird, daß man mit überhitztem Dampf von 22o ° bis 340' weiter destilliert, wird durch Behandeln mit Natronlauge von sauren Bestandteilen (Kreosot) befreit. ioo kg des so erhaltenen Öls werden mit 3oo kg verflüssigter schwefliger Säure und 5o kg eines in schwefliger Säure unlöslichen Kohlenwasserstoffgemisches vom Siedepunkt 17o bis 21o° in einem geschlossenen, mit Ablaßvorrichtung versehenen Apparat bei einer Temperatur von - io bis -15° verrührt. Nach etwa viertelstündigem Rühren läßt man absitzen und die untere Schicht in einen Apparat ablaufen, welcher mit den zum Abdampfen der schwefligen Säure erforderlichen Vorrichtungen versehen ist. Nach dem Abdampfen der schwefligen Säure bleibt ein hochviskoses Schmieröl zurück, dessen .Stockpunkt weit unter o° liegt. Soll die Viskosität des Öls noch etwas erhöht werden, so kann dies dadurch erreicht werden, daß man die geringe Menge, welche von den zugesetzten Kohlenwasserstoffen in dem Öl zurückgeblieben ist, durch Einleiten von überhitztem Wasserdampf abtreibt.
- Aus der oberen Schicht, welche aus den abgeschiedenen festen Bestandteilen und dem zugesetzten, in schwefliger Säure unlöslichen bzw. schwer löslichen Kohlenwasserstoffgemisch besteht, wird letzteres mit Wasserdampf abdestilliert und kann wieder benutzt werden.
Claims (1)
- PATENT-ANSpRUcH: Abänderung des durch Patent 31o653 geschützten Verfahrens, darin bestehend, daß man zu dem von den sauren Bestandteilen befreiten Schweröl des Generator- oder Tieftemperaturteers gleichzeitig mit der schwefligen Säure ein in schwefliger Säure unlösliches oder schwer lösliches Kohlenwasserstoffgemisch bei niederer Temperatur hinzusetzt, die sich hierbei bildenden Schichten voneinander trennt und aus der unteren Schicht durch Verjagen dei schwefligen Säure das hochviskose Schmieröl abscheidet.
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