DE3432607C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Dämpfen von Brenn
kammerschwingungen in Flüssigkeitsraketentriebwerken, gemäß dem Oberbe
griff des Patentanspruches 1.
Bei der Verbrennung von flüssigem Brennstoff mit Luftsauerstoff oder
chemischem Sauerstoff, z.B. von Wasserstoff und Sauerstoff, in Raketen
brennkammern treten je nach konstruktiven und verbrennungstechnischen
Bedingungen und physikalischen Zuständen Gasschwingungen mit kleinerer
oder größerer Intensität auf, die sich auf die umliegenden Bauteile bzw.
auf die Brennkammer mit Schubdüse und den Einspritzkopf übertragen.
Diese unerwünschten Gasschwingungen, die aus Verbrennungsun
regelmäßigkeiten und Druckspitzen resultieren, bewirken, sofern sie ein
bestimmtes Maß nicht überschreiten, spürbare Wirkungsgradeinbußen und
damit Leistungsverluste und können bei großer Schwingungsintensität zu
Schwingungsbrüchen benachbarter Bauteile führen.
Im Brennkammerbau für Raketentriebwerke ist es bekannt, zur Unter
drückung dieser Gasschwingungen innerhalb der Brennkammer am vorderen
Ende derselben, über deren Umfang gleichmäßig verteilt, viele Durch
trittsfenster vorzusehen, die in zugeordnete, verhältnismäßig kleine,
gleichgroße Dämpfungskammern im Einspritzkopf münden. Durch diese,
lediglich nur im peripheren Bereich des Einspritzkopfes angeordneten
Dämpfungskammern werden Schwingungserscheinungen normaler Intensität in
ausreichendem Maße gedämpft. Es ist aber anzunehmen, daß das Auftreten
starker Schwingungen nur ungenügend unterdrückt wird, insbesondere
deswegen, weil die einzelnen Dämpfungskammern zum Teil zu weit von im
zentralen Bereich gelegenen Schwingungsquellen entfernt sind.
Aus der US-PS 41 22 674 sind Gasturbinen-Brennkammern bekannt, welche
zur Dämpfung von während des Verbrennungsprozesses auftretenden Gas
schwingungen mit über die Brennkammer-Stirnwand verteilten, innen
liegenden Dämpfungskammern versehen sind. Diese Dämpfungskammern sind
bezüglich ihrer Geometrie an die zu erwartenden Schwingungsfrequenzen
angepaßt.
Die US-PS 34 08 816 zeigt Einspritzdüsen für Raketentriebwerke, bei
welchen eine Treibstoffkomponente zentral, die andere koaxial ringförmig
zugeführt werden. Bei Einspritzdüsen mit konstanten Strömungsquer
schnitten kann es infolge von Temperaturänderungen der Treibstoffe zu
periodischen Durchsatzschwankungen und somit zu Brennkammerschwingungen
kommen. Zur Vermeidung solcher durchsatzbedingten Brennkammer
schwingungen schlägt die US-PS 34 08 816 vor, den koaxialen Strömungs
querschnitt der einen Treibstoffkomponente automatisch an die Treib
stoffdichte anzupassen. Dies wird dadurch erreicht, daß die Druck
differenz zwischen Treibstoffverteilerraum und Brennkammer den Außen
mantel der Einspritzdüse gegen Federdruck entsprechend verschiebt und
dabei den Strömungsquerschnitt steuert.
Die Aufgabe der Erfindung besteht somit darin, das von Gasturbinenbrenn
kammern her bekannte Schwingungsdämpfungsprinzip in konstruktiv ein
facher und wirkungsvoller Weise auf die Brennkammern von Flüssigkeits
raketentriebwerken zu übertragen.
Diese Aufgabe wird durch die im Hauptanspruch 1 sowie in den Nebenan
sprüchen 2 und 3 gekennzeichneten Merkmale alternativ gelöst.
In Anspruch 1 wird vorgeschlagen, die Dämpfungskammern als eigene,
flaschenförmige Bauteile auszubilden, die mit ihren Hälsen in der
Stirnwand des Einspritzkopfes befestigt sind und sich freistehend
zwischen den Einspritzdüsen im Treibstoffverteilerraum für den anderen
Treibstoff, insbesondere den Wasserstoff, erstrecken.
Der besondere Vorteil dieser erfindungsgemäßen Ausführung liegt darin,
daß, über den Brennkammerquerschnitt betrachtet, je nach gegebenem
Schwingungsraster entsprechend angepaßte Dämpfungskammern eingesetzt
werden können, in denen sich die örtlich erzeugten Schwingungen tot
laufen. Dabei werden die zu Sekundärschwingungen angeregten Dämpfungs
kammern durch den umgebenden Treibstoff ihrerseits gedämpft, wodurch
insgesamt eine hohe Dämpfungsleistung erzielt wird.
Als zweite Lösung wird in Anspruch 2 vorgeschlagen, daß - von der
Brennkammer her betrachtet - die Dämpfungskammern hinter dem im Ein
spritzkopf vorgesehenen Treibstoffverteilerraum liegen und gegenüber
diesem durch eine Schottwand abgetrennt sind und die Verbindung zwischen
dem Brennraum und den einzelnen Dämpfungskammern über den Treibstoffver
teilerraum durchsetzende Verbindungsrohre als Durchtrittskanäle relativ
großer Länge erfolgt.
Die Vorteile dieser Ausführungsform sind in der Großräumigkeit der
Dämpfungskammern und damit in deren besonderer Dämpfungsleistung zu
sehen und ferner in der verhältnismäßig großen Länge der Verbindungs
rohre, wodurch insbesondere hochfrequente Radialschwingungen abgebaut
werden.
Die dritte Lösung nach Anspruch 3 besteht darin, die Dämpfungskammern
unmittelbar hinter der Stirnwand des Einspritzkopfes radial aneinander
grenzend anzuordnen und dabei mittels einer dahinterliegenden Schottwand
gegenüber dem Brennstoffverteilerraum abzutrennen, wobei die zwischen
der Brennkammer und den Dämpfungskammern vorgesehenen Durchtrittskanäle
in der Stirnwand des Einspritzkopfes vorgesehen sind. Diese Ausführungs
form ist insbesondere herstellungstechnisch einfach.
Die Unteransprüche 4 und 5 enthalten bevorzugte Ausgestaltungen der
Erfindung.
Um Schwingungserscheinungen verschiedener Intensität nach Amplitude und
Frequenz und im Hinblick auf unregelmäßige Verteilung innerhalb der
Brennkammer individuell entgegentreten zu können, wird gemäß Anspruch 5
vorgeschlagen, die einzelnen Dämpfungskammern in bezug auf Volumen,
Durchmesser und Länge den Störparametern angepaßt auszubilden. Diese
Maßnahmen haben auch Gültigkeit für die Gestaltung der Durchtrittskanäle.
Die Zeichnung zeigt drei erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele mit
Anordnungen von Dämpfungskammern innerhalb des Einspritzkopfes von
Raketenbrennkammern.
Wie aus den drei Figuren hervorgeht, sind im Einspritzkopf viele,
zueinander parallel gerichtete Einspritzdüsen 1 vorgesehen, durch deren
Zentralrohr 2 jeweils der eine der beiden Treibstoffe, insbesondere
Sauerstoff O, der Brennkammer 3 zugeführt wird, während der andere
Treibstoff, insbesondere Wasserhoff H, jeweils über einen Ringspalt 4
zwischen der Außenfläche des Zentralrohres 2 und einer Überwurfhülse 5
(Fig. 1) sowie jeweils einem Mündungsstück 6 (Fig. 2 und 3) in die
Brennkammer 3 eingespritzt wird. Zugeführt wird der Wasserstoff aus
einem Verteilerraum 7 über Zulaufbohrungen 8 in den Überwurfhülsen 5.
Den vorderen Abschluß des Einspritzkopfes gegenüber der Brennkammer 3
bildet eine Stirnwand 9.
Wie die Fig. 1 zeigt, sind in dieser Stirnwand 9 flaschenförmige,
verhältnismäßig dünnwandige Dämpfungskammern 10 mit ihren Hälsen 10a
eingesetzt und erstrecken sich frei innerhalb des Verteilerraumes 7. In
der Brennkammer 3 erzeugte Gasschwingungen pflanzen sich in die
Dämpfungskammern 10 hinein fort und werden dort nachhaltig unterdrückt.
Die Dämpfungskammern 10 stellen ihrerseits schwingungsfähige Gebilde
dar. Ihre Eigenschwingungen werden durch die große Masse des umgebenden
Wasserstoffes gedämpft.
In Fig. 2 sind gegenseitig abgegrenzte einzelne Dämpfungskammern 20
hinter dem Treibstoffverteilerraum 7, von diesem durch eine Schott
wand 11 abgetrennt, vorgesehen. Dabei wird der Verteilerraum 7 über
brückt durch Verbindungsrohre 12, die diesen durchsetzen und die Brenn
kammer 3 mit den Dämpfungskammern 20 verbinden.
Diese Ausführungsform bringt in vorteilhafter Weise großvolumige
Dämpfungskammern 20 mit sich und die verhältnismäßig langen
Verbindungsrohre 12 als Durchtrittskanäle ergeben eine große Dämpfungs
leistung bezüglich radialer Schwingungsvektoren.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind die gegenseitig abgegrenzten
einzelnen Dämpfungskammern 30 unmittelbar hinter der Stirnwand 9 vorge
sehen und sind gegenüber dem hintenliegenden Verteilerraum 7 für den
Wasserstoff H durch eine Schottwand 21 abgetrennt, die, um selbst
Schwingungen aufnehmen zu können, verhältnismäßig dünnwandig ausgebildet
ist. Die zwischen der Brennkammer und den einzelnen Dämpfungskammern 30
verlaufenden Durchtrittskanäle 22 sind unmittelbar in der Stirnwand 9
vorgesehen. Die Schwingungen gelangen bei dieser Ausführung durch die
kurzen Durchtrittskanäle 22 in die einzelnen Dämpfungskammern 30 und
werden dort unterdrückt.
In den einzelnen Dämpfungskammern 10 bzw. 20 bzw. 30 sind Spülöffnung
en 13 vorgesehen, die zu den Verteilerräumen 7 gerichtet sind, in denen
sich der Wasserstoff H befindet, so daß eine Teilmenge Wasserstoff H in
die Dämpfungskammern 10 bzw. 20 bzw. 30 überströmt, wodurch vermieden
wird, daß sich hier reaktionsfähige Gemische bilden. Außerdem vermeidet
die Einblasung von geringen Mengen Wasserstoff Eisbildung in den
Dämpfungskammern.
Die einzelnen Dämpfungskammern 20 und 30 in den Fig. 2 und 3 sind
durch in den gezeigten Schnitten nicht sichtbare Trennwände gegen
einander abgeschottet.
Claims (5)
1. Einrichtung zum Dämpfen von Brennkammerschwingungen in Flüssig
keitsraketentriebwerken, bei welchen zum Einbringen zweier Treibstoffe
im Einspritzkopf viele, parallel im Abstand zueinander verlaufende Ein
spritzdüsen mit einem zentralen Zulaufkanal für den einen Treibstoff,
insbesondere Sauerstoff, und einem koaxialen Zulaufringkanal für den an
deren Treibstoff, insbesondere Wasserstoff, vorgesehen sind, und der
verbleibende Raum zwischen den Treibstoffdüsen als Treibstoffverteiler
raum dient, von dem aus die koaxialen Treibstoffzulaufringkanäle in den
Treibstoffdüsen mit dem anderen Treibstoff, insbesondere Wasserstoff,
versorgt werden, mit Hilfe von über die ganze Stirnseite des Einspritz
kopfes verteilten, innerhalb desselben zwischen den Einspritzdüsen ange
ordneten Dämpfungskammern, welche mit dem Brennraum über Durchtrittska
näle verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungskammern
(10) als eigene, flaschenförmige Bauteile ausgebildet sind, die mit ih
ren Hälsen (10a) in der Stirnwand (9) des Einspritzkopfes befestigt sind
und sich freistehend zwischen den Einspritzdüsen (1) im Treibstoffver
teilerraum (7) für den anderen Treibstoff (H) erstrecken.
2. Einrichtung zum Dämpfen von Brennkammerschwingungen in Flüssig
keitsraketentriebwerken mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des An
spruches 1, dadurch gekennzeichnet, daß - von der Brennkammer (3) her
betrachtet - die Dämpfungskammern (20) hinter dem im Einspritzkopf vor
gesehenen Treibstoffverteilerraum (7) liegen und gegenüber diesem durch
eine Schottwand (11) abgetrennt sind, und die Verbindung zwischen der
Brennkammer (3) und den einzelnen Dämpfungskammern (20) über den Treib
stoffverteilerraum (7) durchsetzende Verbindungsrohre (12) als Durch
trittskanäle mit relativ großer Länge im Vergleich zu den übrigen Abmes
sungen der Einrichtung erfolgt.
3. Einrichtung zum Dämpfen von Brennkammerschwingungen in Flüssig
keitsraketentriebwerken mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des An
spruches 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Dämpfungskammern
(30) unmittelbar hinter der Stirnwand (9) des Einspritzkopfes radial an
einandergrenzend angeordnet und dabei mittels einer dahinterliegenden
Schottwand (11a) gegenüber dem Brennstoffverteilerraum (7) abgetrennt
sind, wobei die zwischen der Brennkammer (3) und den Dämpfungskammern
(30) vorgesehenen Durchtrittskanäle (22) in der Stirnwand (9) des Ein
spritzkopfes vorgesehen sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
in den Dämpfungskammern (10; 20; 30) zum Brennstoffverteilerraum (7) für
den anderen Treibstoff, insbesondere den Wasserstoff (H), hin Spülöff
nungen (13) vorgesehen sind.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen Dämpfungskammern (10; 20; 30) verschiedene Durchmesser und
verschiedene Längen sowie verschiedene Geometrien der zu ihnen führenden
Durchtrittskanäle aufweisen.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: DEUTSCHE AEROSPACE AG, 8000 MUENCHEN, DE |
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| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |