DE3439794C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Visko-Lüfterkupplung, ins
besondere zum Antrieb von Lüfterflügeln von flüssigkeitsgekühl
ten Brennkraftmaschinen, bestehend u. a. aus einem mit der
Brennkraftmaschine gekuppelten Läufer, einem Gehäuse, welches
gegenüber dem Läufer drehbar gelagert ist, diesen umgibt und
einen Arbeitsraum bildet, einem Vorratsraum für Scherflüssig
keit, der vom Arbeitsraum durch eine Trennwand abgetrennt ist,
einer Pumpeinrichtung mit einer Öffnung in der Trennwand nahe
dem Außendurchmesser des Läufers zum Überführen von Scherflüs
sigkeit vom Arbeitsraum in den Vorratsraum bei Relativbewegung
zwischen Läufer und Gehäuse sowie einer temperaturabhängig
steuerbaren Öffnung in der Trennwand auf einem kleineren Durch
messer als die Pumpöffnung zum Übertritt von Scherflüssigkeit
vom Vorratsraum in den Arbeitsraum.
Eine Visko-Lüfterkupplung der obengenannten Bauart ist bei
spielsweise aus der europäischen Patentanmeldung 9 959 bekannt.
Bei dieser ist zur Verbesserung des Kaltstartverhaltens ein
Kanal vorgesehen, in welchem die aus dem Arbeitsraum abgepumpte
Scherflüssigkeit über ein Rohrstück bis nahe an die Drehachse
in den Vorratsraum hineinreicht. Durch diese Maßnahme wird ver
hindert, daß bei stehender Visko-Lüfterkupplung Scherflüssig
keit durch die Schwerkraft über die Pumpöffnung in den Arbeits
raum zurücklaufen kann. Diese zurückgelaufene Scherflüssigkeit
verschlechtert das Kaltstartverhalten insbesondere dann, wenn
der Kaltstart bei sehr niedrigen Temperaturen stattfindet.
Trotz der ausgekühlten Brennkraftmaschine überträgt in einem
solchen Fall die Lüfterkupplung praktisch ohne Schlupf die
Drehbewegung auf die Lüfterflügel, was einer schnellen Erwär
mung der Brennkraftmaschine zuwiderläuft. Der Abpumpvorgang der
Scherflüssigkeit erfolgt nur sehr zögernd aus den Arbeitsräu
men, da hier ja eine sehr geringe Relativdrehzahl vorhanden
ist. Weiterhin erzeugt die Lüfterkupplung bei einem solchen Be
trieb erhöhte Lüftergeräusche. Der in der europäischen Patent
anmeldung vorgeschlagene Weg, den Kaltstart zu verbessern,
bringt jedoch nur einen Teilerfolg, da für das Funktionieren
Voraussetzung ist, daß die Lüfterkupplung beim Abstellen der
Brennkraftmaschine ausgeschaltet war und somit die Scherflüs
sigkeit im wesentlichen sich im Vorratsraum befand. Wird die
Brennkraftmaschine jedoch im heißen Zustand des Kühlsystems ab
gestellt, wenn also die Lüfterkupplung zugeschaltet war und die
Scherflüssigkeit sich in Umlauf und somit im Arbeitsräum be
fand, so mußte der darauffolgende Kaltstart ebenfalls mit hohen
Drehzahlen und ungünstigen Verhältnissen beginnen.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 32 46 783 ist zwar auch
ein konzentrisch zur Drehachse angeordneter Raum in einer Vis
ko-Lüfterkupplung bekannt, der sich bei Stillstand zumindest
teilweise mit Scherflüssigkeit füllen kann. Bei Inbetriebnahme
wird die in diesem Raum zusammengeflossene Scherflüssigkeit
ohne weitere Behinderung direkt in den hinteren Teil des Ar
beitsraumes eingeleitet und bewirkt somit die bereits geschil
derten negativen Auswirkungen bei einem Kaltstart. Die gleichen
Verhältnisse liegen bei der Visko-Lüfterkupplung gemäß dem eng
lischen Patent 11 12 557 vor. Auch hier kann ein Teil der
Scherflüssigkeit, der sich in dem Raum zwischen Gehäuse und
Läufer angesammelt hat, beim Starten direkt und ungebremst in
den Arbeitsraum einfließen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verbesserung
des Standes der Technik dahingehend zu erzielen, daß mit mög
lichst einfachen Mitteln prinzipiell jeder Kaltstartvorgang un
ter günstigen Bedingungen abläuft. Diese Aufgabe wird erfin
dungsgemäß durch das Kennzeichen des Hauptanspruches gelöst.
Durch das Vorsehen eines gesonderten, vom Arbeitsraum und Vor
ratsraum abgetrennten Auffangraumes für Scherflüssigkeit, der
eine bei nicht rotierender Lüfterkupplung ein selbsttätiges
Füllen des Auffangraumes ermöglichende Zulauföffnung und eine
eine Drosselwirkung besitzende Ablauföffnung aufweist, ist
sichergestellt, daß bei jedem Kaltstart mit Sicherheit der
Flüssigkeitsstand im Arbeitsraum soweit abgesenkt ist, daß be
reits von Anfang an ein erheblicher Schlupf zwischen Antrieb
und Abtrieb auftritt, der einerseits die Lüfterdrehzahl be
grenzt und der andererseits dafür sorgt, daß die Pumpeinrich
tung sofort wirksam wird, um den Rest der Scherflüssigkeit aus
dem Arbeitsraum in den Vorratsraum abzupumpen.
Der Auffangraum wird vorzugsweise konzentrisch zur Drehachse
als Ringraum ausgeführt mit einem ringförmigen Spalt als Zu
lauf im Bereich seines kleinen Durchmessers und mit wenigstens
einer kleinen Ablauföffnung im Bereich seines großen Durchmes
sers. Der Ringraum ist dabei vorzugsweise im Gehäuse angeordnet
auf der der Trennwand abgewandten Seite des Läufers. Prin
zipiell wäre es jedoch auch möglich, den Auffangraum in einem
hohlen oder beispielsweise doppelwandigen Läufer unterzubrin
gen.
Die Erfindung wird anschließend anhand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen im einzelnen:
Fig. 1 den Längsschnitt durch eine Lüfterkupplung im Ruhestand;
Fig. 2 den Längsschnitt durch die gleiche Lüfterkupplung unmittelbar
nach dem Kaltstart.
Fig. 1 zeigt den Längsschnitt durch eine Lüfterkupplung im Ruhezustand.
Auf der von der Brennkraftmaschine antreibbaren Antriebswelle
14 ist ein Läufer 17 fest angeordnet. Auf der Antriebswelle
14 ist ein Walzlager 13 angeordnet, welches das Gehäuse
15 trägt. Das Gehäuse 15 ist unter Zwischenschaltung einer
Trennwand 6 mit einem Deckel 4 dicht verbunden. Zwischen der
Trennwand 6 und dem Gehäuse 15 einerseits und dem Läufer 17 andererseits
sind die Scherspalte 8 zur Drehmomentübertragung mittels
der Scherflüssigkeit angeordnet. Die Scherspalte 8 bilden
zusammen mit dem Gehäuse 15, der Trennwand 6 und dem Läufer 17
den Arbeitsraum 9. Der Deckel 4 und die Trennwand 6 bilden den
Vorratsraum 7. Auf dem Deckel 4 ist außen ein Halter 18 angeordnet,
der ein Bimetall 1 trägt. Dieses Bimetall 1 überträgt
seine bei Temperaturänderung sich ändernde Spannung über den
Stift 10 auf eine Ventilplatte 2, die an der Trennwand 6 befestigt
ist. Die Ventilplatte 2 hat durch Eigenspannung das Bestreben,
eine Ventilöffnung 5 in der Trennwand 6 offen zu halten.
In der Trennwand 6 befindet sich im Bereich des Außenumfangs
des Läufers 17 eine Pumpöffnung 11, welche den Arbeitsraum
9 mit dem Vorratsraum 7 verbindet. Im Gehäuse 15 befindet
sich im Bereich dieser Pumpöffnung 11 eine Pumpeinrichtung
16, welche bei Relativdrehzahl zwischen dem Läufer 17
und dem Gehäuse 15 Scherflüssigkeit aus dem Arbeitsraum 9 in den
Vorratsraum 7 pumpt. Weiterhin ist im Gehäuse 15 ein Ringraum 3
angeordnet, dessen Außendurchmesser D etwa mit dem Bereich zusammenfällt,
in welchem die Scherspalte 8 noch wirksam sind. Der
kleine Durchmesser d reicht dabei über einen größeren Winkelbereich
unterhalb des Flüssigkeitsspiegels der Scherflüssigkeit
im Ruhezustand. Der Ringraum 3 ist in Richtung auf den Läufer 17
zu mit einer Ringwand 19 teiweise verschlossen, und zwar derart,
daß im Bereich des kleinen Durchmessers d des Ringraumes 3
eine Zulauföffnung 21 in Form eines Ringspaltes frei bleibt. Im
Bereich des großen Durchmessers D weist die Ringwand 19 wenigstens
eine Ablauföffnung 20 mit kleinem Durchmesser auf.
Im Ruhezustand der Lüfterkupplung ist die Ventilöffnung 5 normalerweise
verschlossen. Die Scherflüssigkeit sammelt sich in
der unteren Hälfte von Vorratsraum 7 und Arbeitsraum 9. Dabei
kann zwischen beiden Räumen und Austausch von Scherflüssigkeit
stattfinden durch die Pumpöffnung 11. War die Scherflüssigkeit
vor dem Abstellen noch kalt, so wird dieser Ausgleich im Flüssigkeitsstand
länger dauern. Selbst bei völlig leergepumptem
Arbeitsraum 9 ist es also der Scherflüssigkeit möglich, mit der
Zeit in den Arbeitsraum 9 einzudringen. Damit ist es ihr auch
möglich, über die Zulauföffnung 21 in den Ringraum 3 zu gelangen.
Dieser füllt sich nunmehr ebenfalls in seinem unteren
Bereich mit Scherflüssigkeit. Bei einem darauffolgenden Kaltstart
stellen sich unmittelbar nach Beginn des Antriebs der Antriebswelle
14 und ihrer Rotation um die Drehachse 22 die Verhältnisse
ein, wie sie in Fig. 2 dargestellt sind. Durch die
angetriebene Antriebswelle 14 wird über die in der unteren Hälfte
der Viskolüfterkupplung angesammelte Scherflüssigkeit in
einem Teilbereich des Arbeitsraumes 9 die Drehbewegung teilweise
auf das Gehäuse 15 übertragen. Damit stellt sich in kürzester
Zeit in jedem der Räume ein unterschiedlicher Flüssigkeitsspiegel
ein. Der Flüssigkeitsspiegel in den Scherspalten 8 sinkt
sofort entsprechend der gleichmäßigen Verteilung der dort vorhandenen
Scherflüssigkeit etwa auf das in Fig. 2 dargestellte
Maß. Der Flüssigkeitsstand im Vorratsraum 7 wird nur dann den
gleichen Stand wie in den Scherspalten 8 erreichen, wenn der
Vorratsraum 7 im wesentlichen scheibenförmig ausgebildet ist. In
den meisten Fällen, wie auch in der Darstellung, ist er jedoch
im radial inneren Bereich axial tiefer ausgebildet, so daß der
Flüssigkeitsstandard einen höheren Pegel erreicht. Auch die im Ringraum
3 anwesende Scherflüssigkeit wird sich nunmehr ringförmig
verteilen und beispielsweise den angedeuteten Stand erreichen.
Der in Fig. 2 dargestellte Betriebszustand, der sich sofort nach
dem Kaltstart einstellt, ist dadurch bemerkenswert, daß die im
Ringraum 3 angeordnete Scherflüssigkeit dem übrigen Kreislauf
entzogen ist. Dadurch war schon gemäß Fig. 1 im Stillstand der
dadurch ist er jetzt sowohl im Vorratsraum 7 als auch im Arbeitsraum
9 ebenfalls abgesenkt. Dadurch ergibt sich beim Kaltstart
von vornherein eine geringere Drehmomentübertragung zwischen
dem Läufer 17 und den Lüfterflügeln 12, so daß gegenüber
dem normalen Kaltstart ein niedrigeres Geräusch und eine niedrigere
Lüfterleistung erzielt wird und zum anderen ergibt sich
durch den höheren Schlupf eine erheblich wirksamere Pumpleistung
der Pumpeinrichtung 16. Es ist somit sichergestellt, daß in kürzester
Zeit die Scherspalte 8 von der restlichen Scherflüssigkeit
leergepumpt werden. Damit ist der Idealzustand für den
Kaltstart erreicht, nämlich eine möglichst geringe Drehmomentübertragung
und somit ein möglichst großer Schlupf. Die im Ringraum
3 zurückgehaltene Scherflüssigkeit kann infolge ihrer hohen
Viskosität beim Kaltstart nur ganz langsam aus der Ablauföffnung
20 in den Arbeitsraum 9 gelangen, wobei sie sofort von der Pumpeinrichtung
16 in den Vorratsraum 7 abgepumpt wird. Sie erhöht
damit die Drehmomentübertragung kaum meßbar.
Wird die Lüfterkupplung im betriebswarmen Zustand abgestellt und
kurz darauf neu gestartet, so kann die im Ringraum 3 angesammelte
Scherflüssigkeit infolge ihrer hohen Temperatur und somit
ihrer niedrigeren Viskosität auch durch die kleine Ablauföffnung
20 in relativ kurzer Zeit dem Kreislauf zugeführt werden.
Claims (4)
1. Visko-Lüfterkupplung, insbesondere zum Antrieb von Lüfter
flügeln von flüssigkeitsgekühlten Brennkraftmaschinen, be
stehend u. a. aus
einem mit der Brennkraftmaschine gekuppelten Läufer,
einem Gehäuse, welches gegenüber dem Läufer drehbar gelagert ist, diesen umgibt und einen Ar beitsraum bildet,
einem Vorratsraum für Scherflüssigkeit, der vom Arbeitsraum durch eine Trennwand abgetrennt ist,
einer Pumpeinrichtung mit einer Öffnung in der Trennwand nahe dem Außendurchmesser des Läufers zum Überführen von Scherflüssigkeit vom Arbeitsraum in den Vorratsraum bei Relativbewegung zwischen Läufer und Gehäuse sowie
einer temperaturabhängig steuerbaren Öffnung in der Trennwand auf einem kleineren Durchmesser als die Pumpöffnung zum Übertritt von Scherflüssigkeit vom Vorratsraum in den Ar beitsraum,
dadurch gekennzeichnet, daß ein gesonderter, vom Arbeitsraum (9) und vom Vorrats raum (7) abgetrennter Auffangraum (3) vorgesehen ist, der eine bei nicht rotierender Lüfterkupplung ein selbständi ges Füllen des Auffangraumes (3) ermöglichende Zulauföff nung (21) und eine eine Drosselwirkung besitzende Ablauf öffnung (20) aufweist.
einem mit der Brennkraftmaschine gekuppelten Läufer,
einem Gehäuse, welches gegenüber dem Läufer drehbar gelagert ist, diesen umgibt und einen Ar beitsraum bildet,
einem Vorratsraum für Scherflüssigkeit, der vom Arbeitsraum durch eine Trennwand abgetrennt ist,
einer Pumpeinrichtung mit einer Öffnung in der Trennwand nahe dem Außendurchmesser des Läufers zum Überführen von Scherflüssigkeit vom Arbeitsraum in den Vorratsraum bei Relativbewegung zwischen Läufer und Gehäuse sowie
einer temperaturabhängig steuerbaren Öffnung in der Trennwand auf einem kleineren Durchmesser als die Pumpöffnung zum Übertritt von Scherflüssigkeit vom Vorratsraum in den Ar beitsraum,
dadurch gekennzeichnet, daß ein gesonderter, vom Arbeitsraum (9) und vom Vorrats raum (7) abgetrennter Auffangraum (3) vorgesehen ist, der eine bei nicht rotierender Lüfterkupplung ein selbständi ges Füllen des Auffangraumes (3) ermöglichende Zulauföff nung (21) und eine eine Drosselwirkung besitzende Ablauf öffnung (20) aufweist.
2. Visko-Lüfterkupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Auffangraum (3) konzentrisch zur Drehachse
(14) als Ringraum ausgeführt ist mit einem kleinen Durch
messer (d) und einem großen Durchmesser (D), mit einer vor
zugsweise ringförmigen Zulauföffnung (21) im Bereich des
kleinen Durchmessers (d), die teilweise unterhalb des Flüs
sigkeitsspiegels bei stehender Lüfterkupplung angeordnet
ist, und zumindest einer kleinen Ablauföffnung (20) im Be
reich des großen Durchmessers (D).
3. Visko-Lüfterkupplung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Ringraum (3) vorzugsweise im Ge
häuse (15) angeordnet ist auf der der Trennwand (G) abge
wandten Seite des Läufers (17).
4. Visko-Lüfterkupplung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Ringraum (3) radial innerhalb des
Arbeitsraumes (9) angeordnet ist.
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