DE344182C - Verfahren und Vorrichtung zur Vertilgung von Ungeziefer mit Blausaeuregas bei erhoehter Temperatur - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Vertilgung von Ungeziefer mit Blausaeuregas bei erhoehter Temperatur

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DE344182C
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  • Verfahren und Vorrichtung zur Vertilgung von Ungeziefer mit Blausäuregas bei erhöhter Temperatur. Es ist bekannt, daß man bei Desinfektion von Gegenständen heiße Dämpfe und Gase anzuwenden pflegt, welche die Bakterien durch die Erhitzung abtöten. Auch zur Bekämpfung von Läusen und anderem,Ungeziefer ist die Anwendung von heißen Gasen vielfach üblich gewesen, obwohl hierdurch dje zu behandelnden Gegenstände erheblich leiden. Wenn man, wie es neuerdings der Fall ist, giftige Gase und insbesondere Blausäure zur Abtötung der Schädlinge benutzt, so hat man bisher von einer Erwärmung Abstand genommen, weil diese Gase auch bei gewöhnlicher Temperatur wirken. Es hat sich nun gezeigt, daß es auch bei der Verwendung giftiger Gase nützlich ist, bei einer etwas höheren Temperatur zu arbeiten, weil die Atemtätigkeit der Schädlinge bei dieser höheren Temperatur steigt und dadurch die Aufnahme der Giftgase beschleunigt wird. Man erhält infolgedessen eine sicherere und schnellerere Wirkung als bei Durchführung des Verfahrens bei gewöhnlicher Temperatur. Die Temperatursteigerung muß unter derjenigen bleiben, bei welcher die Gase schon durch ihre Wärme tödlich wirken, weil bei Annäherung an diese Temperatur die Lebenstätigkeit der Schädlinge schon wieder vermindert ist und zugleich die schädigende Einwirkung auf die zu behandelnden Stoffe zu befürchten ist. Die zum Arbeiten günstigste Tempera.tur ist ungefähr die des menschlichen oder tierischen Körpers, bei welcher die Lebenstätigkeit der Schädlinge besonders energisch und zugleich eine Schädigung der zu behandelnden Stoffe ausgeschlossen ist. Das Verfahren wird am zweckmäßigsten in der Weise durchgeführt, daß die Kammer zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes mit einer Wärmkammer durch eine mit Zirkulationsvorrichturg versehene Leitung verbunden wird und ihr Luftinhalt zunächst durch Hindurchdrücken durch die Wännkammer erwärmt wird, bis die günstigste Temperatur erreicht ist, worauf die giftigen Gase zugelassen werden. Nun wird der Kreislauf noch einige Zeit aufrecht erhalten, bis die Abtötung der Schädlinge erfolgt ist. Dann wird eine Umschaltvorrichtung in der Leitung umgestellt und durch die gleiche Zirkulationsvorrichtung die Aufnahmekaminer von den schädlichen Gasen befreit. Die Verwendung der höheren Temperatur hat außerdem noch den Vorteil, daß die Luftfeuchtigkeit und das Gas an der Kondensation verhindert werden. Hi&durch ergibt sich ein geringerer Verbrauch an Blausäuregas. Auch eine schnellere Entfernung der Blausäure aus den behandelten Gegenständen läßt sich so erreichen. Wenn man bei niedriger Temperatur arbeitet, so haftet die Blausäure unter Umständen längere Zeit in den Gegenständen und kann zu Unfällen Veranlassung geben. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchfübrung des Verfahrens veranschaulicht.
  • Abb. i ist eine schaubildliche Ansicht, Abb. 2 ist ein senkrechter Querschnitt nach Linie A-B der Abb. 3 und Abb. 3 ist ein wagerechter Schnitt nach Linie C-D der Abb. 2.
  • Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Vorrichtung aus der zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes dienenden Hauptkammer i und der Vor- oder Nebenkammer z, welche getrennt oder an die Hauptkammer i anschließend angeordnet sein kann. Sie steht mit der Hauptkammer durch Öffnungen 3 und mit der Außerluft durch eine verschließbare Öffnung 1-7 in Verbindung. Der Innenraum der Nebenkammer 2 wird beispielsweise durch eine in ihr angeordnete Heizschlange 4. beheizt, welche im vorliegenden Fall ihre Heizgase aus einem außerhalb der Kammer 2 angeordneten Ofen 5 empfängt und durch einen kaminartigen Schacht 14 ableitet. Die Entwicklung des Blausäuregases erfolgt in einem außerhalb der Kammer 2 angeordneten Apparat 6, welcher durch die Leitung -7 mit dem Inneren der Kammer 2 verbunden ist. Das Blausäuregas kann aber auch in der Haupt- oder Nebenkammer entwickelt werden, wie auch die Heizquelle in der Hauptkammer angeordnet werden kann.
  • Die Hauptkammer i, welche durch die Tür 9 beschickt und luftdicht abgeschlossen wird, ist in ihrer oberen Wand mit Öffnungen io versehen, die in einen Schacht ii führen, der mittels der Leitung 12 an eine zur Erzeugung eines Kreislaufes durch Haupt- und Nebenkammer geeignete Einrichtung, beispielsweise einen Ventilator 13, angeschlossen ist. Der Austrittskanal 2o des letzteren führt zu einem schachtförmigen Kamin -15, welcher nach oben in die freie Luft führt und unten in die Vorkammer 2 endet. Gegenüber der Einmündungsöffnung des Ventilators 13 in die Leitung 15 befindet sich eine Einrichtung 16, vermittels welcher der Austritt 2o des Ventilators 13 einmal mit dem in- die Außenluft führenden Zweig des Schachtes 15 und das andere Mal mit dem in die Kammer 2 führenden Zweig dieses Schachtes in Verbindung gesetzt werden kann. Im vorliegenden Fall besteht diese Einrichtung aus einer von außen drehbaren Klappe, welche in die Stellungen I und II gedreht werden kann.
  • Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist folgende: Nachdem die Kammer :i mit den beispielsweise zu entlausenden Gegenständen beschickt und luftdicht abgeschlossen worden ist, wird sie zunächst zwecks Erwärmung dieser Gegenstände erhitzt. Zu diesem Zwecke wird die Beheizung der Heizschlange 4 angestellt, die Öffnung 17 geschlossen und die Klappe 16 in die Stellung I gebracht, so daß der Schacht 15 gegen die Außenluft abgeschlossen ist und dessen unterer Zweig den Ventilator 13 mit der Kammer 2 verbindet. Wird jetzt der Ventilator 13 angestellt, so entsteht ein Kreislauf, indem die in der Vorkammer z durch die Heizschlange 4 erhitzte Luft durch die Öffnungen 3 in die Kammer i eintritt, durch die Öffnungen io und den Schacht 11, 12 durch den Ventilator 13 abgesaugt wird und wieder in die Kammer 2 eintritt. Durch diesen Kreislauf der in der Kammer 2 erhitzten Luft wird -eine Erwärmung' des zu entlausenden Gutes bewirkt, wodurch die Atemtätigkeit der Schädlinge erhöht wird und die letzteren für die schädagsvertilgende Wirksamkeit des Blausäuregases besonders empfänglich gemacht werden.
  • Nachdem dieser Vorgang in genügendem Maße stattgefunden hat, wird außerdem der Zutritt des in dem Apparat 6 entwickelten Blausäuregases in die Vorkammer 2 geöffnet, so daß nunmehr in der beschriebenen Weise ein in der Vorkammer 2 immer wieder erwärmtes Blausäuregasluftgemisch in dem Kasten i zirkuliert, wodurch eine völlige Abtötung der Schädlinge bewirkt wird, und zwar in verhältnismäßig außerordentlich kurzer Zeit, da die Einwirkung des Blausäuregases auf die durch die vorhergegangene Erwärmung bereits besonders aufnahmefähig gemachten Schädlinge, auch durch die Erwärmung des Blausäuregases selbst, in erheblichem Maße erhöht wird. Ist genügend Blausäuregas eingetreten, so wird die Entwicklung beendet oder der Zutritt desselben abgestellt. Die Erwärmung der zu entlausenden Gegenstände kann auch gleichzeitig mit der Blausäuregasbehandlung stattfinden.
  • Sind die Schädlinge abgetötet, so wird die Klappe 16 in die Stellung II gedreht und der Luftzutritt 17 geöffnet, so daß der Ventilator 13 nun durch die Vorkammer 2 und die Hauptkamnier i: frische Luft hindurchsaugt, welche dann durch den oberen Zweig des Schachtes 1:5 zusammen mit den Blausäuregasen entweicht. Durch die Erwärmung dieser frischen Luft in der Vorkammer 2 werden die entlausten Gegenstände getrocknet. Es ist dies deswegen von besonderer Bedeutung, weil Blausäuregas die Neigung hat, in Feuchtigkeit haften zu bleiben. Werden also die mit Blausäuregas behandelten Gegenstände nicht auf das Sorgfältigste von jeder Feuchtigkeit getrocknet, so bleibt trotz aller Entlüftung ein Teil der Blausäuregase in der Feuchtigkeit haften und macht sich beim späteren Tragen oder bei der sonstigen spä.teren Verwendung der behandelten Gegenstände schädlich bemerkbar.
  • Ist die Trocknung beendet, so wird die Vorrichtung abgestellt und das entlauste, entmottete oder sonstwie durch das Blausäuregas behandelte Gut herausgenommen.

Claims (2)

  1. PATENT-ANspRfrcRE-. i:. VerfahrenzurVertilgungvonUngeziefer mit Blausäuregas bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß das zu behandelnde Gut vor oder während der Behandlung mit Blausäuregas nur auf eine die Atemtätigkeit der Schädlinge erhöhende Temperatur (annähernd Körpertemperatur) erwärmt wird.
  2. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprach i, gekennzeichnet durch die Vereinigung einer mit der Kammer (i) zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes verbundenen Wärmkammer (2) und einer Zirkulations- und Ausstoßvorrichtung (13) in der mit einer Umstellvorrichtung (16) versehenen Verbindungsleitung (ii, iz) zwischen Aufnahmekammer und Wärmkammer, in der Weise, daß zunächst der Luftinhalt der Kammer zum Umlauf und dadurch zur Erwärmung gebracht wird, worauf bei Erreichung des Temperaturoptimums das Blausäuregas in den umlaufenden Gasstrom eingeführt und nach Vollendung der Behandlung durch Umstellen des Gasstromes das Gas aus der Aufnahmekammer ausgestoßen wird.
DENDAT344182D Verfahren und Vorrichtung zur Vertilgung von Ungeziefer mit Blausaeuregas bei erhoehter Temperatur Expired DE344182C (de)

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