DE3442073C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein elektrisch beheizbares Atomisatorrohr
für die flammenlose Atomabsorptionsspektrometrie,
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, wie es aus
der DE-OS 21 48 777 bekannt ist.
Das Atomisatorrohr dient der Aufnahme, thermischen Zersetzung
und Atomisierung der Analysenprobe sowie dem Zusammenhalten
der Atomwolke.
Derartige Atomisatorrohre, die im allgemeinen aus Graphit
oder pyrolytisch beschichtetem Graphit bestehen, sind an
sich bekannt. Sie sind im allgemeinen als zylindrisches
Rohr mit glatter Außen- und Innenwand ausgebildet und haben
in der Mitte der Wandung ein Dosierloch.
Der elektrische Strom wird über die mit Kontaktflächen versehenen
Enden des Atomisatorrohres, das von gekühlten
Elektroden mit komplementären Kontaktflächen gehalten wird,
zugeführt. Deshalb weist das Atomisatorrohr eine Temperaturverteilung
mit einer höheren Temperatur in der Mitte
des Rohres auf. Das führt dazu, daß ein Teil der Analysenprobe
oder ihrer Zersetzungsprodukte an den kälteren
Stellen des Atomisatorrohres kondensiert und während der
Atomisierungsphase erneut verdampft und/oder, besonders bei
stark benetzenden Substanzen, kapillar zwischen die
Kontaktflächen des Atomisatorrohres und der Elektroden
eingesaugt wird.
Diese Effekte erweisen sich als nachteilig für die
Richtigkeit und Reproduzierbarkeit von Meßergebnissen.
Es sind bereits Lösungen bekannt, bei denen der Temperaturabfall
an den Rohrenden und die dadurch bewirkte Verfälschung
der Meßergebnisse vermieden werden soll.
Ein über die Länge des Atomisatorrohres weitgehend konstanter
Temperaturverlauf wird durch einen über die Rohrlänge
unterschiedlichen elektrischen Widerstand pro Längeneinheit
erreicht (DE-OS 21 48 777).
Eine der hier beschriebenen Ausführungsvarianten ist gekennzeichnet
durch eine zylinderförmige Außenfläche des
Rohres und eine dem gewünschten Temperaturprofil angepaßte,
von einer durchgehenden Zylindergestalt abweichende Innenfläche. Die
Innenfläche besteht deshalb aus einem Mittelteil relativ
großer Wanddicke, aus Zwischenteilen mit relativ geringer
Wanddicke und Endteilen mit einer Wanddicke, die mindestens
der des Mittelteils entspricht.
Dieser Lösung haftet der Mangel an, daß die auf das Mittelteil
relativ großer Wanddicke dosierte Analysenprobe bei
Erwärmung sowie bei stark benetzenden Substanzen insbesondere
bei großen Probenvolumina unreproduzierbar in Richtung
der Rohrachse verläuft und der durch den konstanten
Temperaturverlauf erzielte Vorteil ganz oder teilweise
wieder aufgehoben wird.
Um das Verlaufen der Analysenprobe in Richtung der Rohrachse
zu verhindern, ist bei einem anderen bekannten
Atomisatorrohr mindestens ein Teil der Rohrinnenflächen
mit scharfkantigen Rillen versehen, die im wesentlichen quer zur Rohrachse
verlaufen (DE 23 23 774 C3).
Nachteilig bei dieser Lösung ist jedoch der oben erwähnte
ungleichmäßige Temperaturverlauf über die Länge des Rohres.
Bekannt ist ferner ein Graphitrohr mit Probeneinsatz
(DE 29 24 123 A1). Der Probeneinsatz ist ein
aus Pyrokohlenstoff bestehende Plattform mit einer Vertiefung
zur Probenaufnahme. Mit diesem Graphitrohr wird
zwar verhindert, daß die Probensubstanz auf die Innenwand
des Rohres entlangkriecht, aber nicht ausgeschlossen, daß
infolge der ungleichmäßigen Temperaturverteilung in Richtung
der Rohrachse an den kälteren Enden des Rohres Probensubstanz
kondensiert.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, bei atomabsorptions
spektrometrischen Messungen an Analysenproben, insbesondere
mit Volumina von mehr als 100 µl, richtige reproduzierbare
und weitgehend matrixunabhängige Meßergebnisse zu
erhalten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Atomisatorrohr
für die flammenlose Atomabsorptionsspektrometrie,
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1,
derart weiterzubilden, daß die Probensubstanz verlustfrei
an dem Ort auf der Innenwand des Atomisatorrohres verdampft,
an dem sie während des Dosierens placiert wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Atomisatorrohr gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 erfindungsgemäß durch die in
seinem kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale gelöst.
Für ein normal verdampfbares Element, wie beispielsweise
Silber, dessen Siedetemperatur ca. 2200 K beträgt, ist
ein Verhältnis von 1,7 : 1 zu wählen, während bei schwer
verdampfbaren Elementen, z. B. Molybdän mit einem Siedepunkt
bei ca. 4800 K, das Verhältnis 2,4 : 1 beträgt.
Die erwähnte scharfe Kante der Stege zum Mittelabschnitt
hin stellt ein zusätzliches Hindernis dar, das ein
etwaiges Kriechen der Analysenprobe in Richtung der Rohraschse
erschwert.
Es ist vorteilhaft, den Übergang von einem den Mittelabschnitt
begrenzenden Steg zu einem Endabschnitt mit
einem Radius zu versehen, dessen Krümmungsmittelpunkt
innerhalb des Endabschnittes liegt. Durch diese Maßnahme
wird ein gleichmäßigerer Temperaturverlauf und eine
bessere mechanische Standfestigkeit im Bereich der
Änderung der Wanddicke erreicht.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung ist
ein Schnitt durch das Atomisatorrohr dargestellt.
Der die Analysenprobe aufnehmende Mittelabschnitt 1 des
Atomisatorrohres weist eine Dosieröffnung 2 auf. Die Mittellinie
der Dosieröffnung 2 liegt in der Mittenebene 3
des Atomisatorrohres, wobei letztere senkrecht zur Rohrachse
4 liegt. Der Mittelabschnitt 1 ist beidseitig von
den Stegen 5 begrenzt, die eine größere Wanddicke als
der Mittelabschnitt 1 haben, so daß die Analysenprobe,
die durch die Dosieröffnung 2 auf die diesem gegenüberliegende
Wand des Mittelabschnittes 1 dosiert wird, am Verlaufen
in Richtung der Rohrachse 4 gehindert wird.
Diese Wirkung wird durch die scharfe Kante 6, die von der
Seitenfläche 7 des Steges 5, die an den Mittelabschnitt
1 angrenzt, und der Umfangsfläche 8 des Steges 5
gebildet wird, noch verstärkt.
An die Stege 5 schließen sich die Endabschnitte 9 an.
Die Endabschnitte 9 sind mit den Kontaktflächen 10
versehen.
Der Außendurchmesser des Rohres beträgt 7,9 mm, die Rohrlänge
28 mm. Der Mittelabschnitt 1 ist 15 mm lang und
weist eine Wanddicke von 0,725 mm auf. Die Wanddicke
des Steges 5 beträgt 1,025 mm. Die Länge des Endabschnittes
9, gemessen bis zur schmalsten Stelle des
Steges 5, beträgt 5,0 mm. Die Wanddicke des Endabschnittes
9 beträgt 0,6 mm. Der Steg 5 ist auf der dem Endabschnitt
9 zugewandten Seite in Richtung der Außenwand
des Rohres zunehmend dicker ausgestaltet und läuft mit
einem Radius in den Endabschnitt 9 aus. Auf diese Weise
wird ein scharfer Übergang zwischen dem Steg 5 und dem
Endabschnitt 9 vermieden, der nach mehreren Heizzyklen
zu einer mechanischen Instabilität des Rohres führen
würde.
Durch die beschriebene Ausbildung des Atomisatorrohres
wird die Analysenprobe am Verlaufen in Richtung der Rohrachse
gehindert. Durch die Wahl der Längen und Wanddicken
wird über die Rohrlänge eine Temperaturverteilung
erreicht, bei der die Temperatur an den Enden des Rohres
wenig höher ist als in der Mitte, so daß auch ein Kondensieren
der Analysenprobe an den kälteren Rohrenden
ausgeschlossen ist.
Durch Verwendung des beschriebenen Atomisatorrohres
für die flammlose Atomabsorptionsspektrometrie werden
genaue, reprodzierbare Meßergebnisse erzielt.
Claims (2)
1. Elektrisch beheizbares Atomisatorrohr für die flammlose
Atomabsorptionsspektrometrie mit einer Dosieröffnung in der
Mitte, Kontaktflächen an den Stirnflächen, einer
zylinderförmigen Außenfläche sowie drei zylinderförmigen
Abschnitten im Inneren, nämlich ein die Analysenprobe
aufnehmender Mittelabschnitt und zwei symmetrisch zur
Mittenebene sich beidseitig an den Mittelabschnitt
anschließende Endabschnitte, wobei der Mittelabschnitt eine
größere Wanddicke aufweist als die beiden Endabschnitte,
dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen dem
Mittelabschnitt (1) und den beiden Endabschnitten (9) jeweils
ein umlaufender Steg (5) befindet, der zum Mittelabschnitt
(1) jeweils eine scharfe Kante aufweist und daß das
Verhältnis der Länge des Mittelabschnittes (1) zur Länge
jeweils eines Endabschnittes (9) 3 : 1 beträgt und das
Verhältnis der jeweiligen Wanddicken zwischen 1,3 : 1 und
2,4 : 1 liegt.
2. Elektrisch beheizbares Atomisatorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steg (5) auf seiner dem Endabschnitt (9) zugewandten
Seite eine Rundung mit einem Radius aufweist, dessen
Krümmungsmittelpunkt innerhalb des Endabschnittes (9)
liegt.
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