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Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Filmbändern. Die vorliegende
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Filmbändern und ähnlichen Streifen
sowie den Apparat zur Durchführung des Verfahrens. Zweck der Erfindung ist die Behandlung
der einen Fläche eines Filmbandes von großer Länge auf schnelle und gleichmäßige
Weise mit einer Flüssigkeit, ohne daß letztere- in Kontakt mit der anderen Fihnbandflächetritt.
EinweiteresVerwendungsfeld der Erfindung wird in der Behandlung von Filmbändern
für Kinematographen erblickt, welche während des Färbevorganges lediglich auf einer
Seite des Filmbandes unabhängig von der anderen Fläche" d. i. ohne diese zu befeuchten,
behandeltwerden sollen. BedeutendeLängen solcher gefärbten Filmbänder werden gegenwärtig
durch zweifaches Auftragen einer positiven Masse auf beide Filmbandflächen hergestellt
und beide Fihnbandflächen in verschiedenen oder Komplementsfarben gefärbt. Bisher
behandelte man die eine Filmbandfläche, während die andere Fläche auf eine aufblähbare
Trommel o. dgl. zum Schutze der inneren Fihnbandfläche aufgewickelt war. Ein anderes
Verfahren besteht darin., daß nach Fertigstellung- der einen Fihnbandfläche diese
dann mit einem Überzug versehen wurde, um sie während der Bearbeitung der anderen
Fläche zu schützen.
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Nach dem vorliegenden Verfahren wird das Filmband in Kontakt mit der
Oberfläche der es behandelnden Flüssigkeit gebracht derart, daß die vorhandene Oberflächenspannung
dieser Flüssigkeit letztere daran verhindert, entweder um den Rand des Filmbandes
oder aber durch die bekannten, an den Filrnbandrändern vorgesehenen Durchbohrungen
auf die andere Fläche des sich bewegenden Filmbandes gelangen kann. Genau genommen
schwimmt das Filmband nicht auf der Oberfläche der Flüssigkeit noch wird es von
dieser Oberfläche getragen, sondern es handelt sich hier um eine Kombination beider
Zustände und besteht darin, daß das Filmband dicht über oder unter der Flüssigkeitsoberfläche
getragen wird, und zwar in einer Zone, welche durch die Spannungsgrenze der zu verwendenden
Flüssigkeit bestimmt wird. Es hat sich herausgestellt, daß, wenn die untere Filmbandfläche
einmal durch die Berührung mit der Flüssigkeit angefeuchtet ist, das Filmband eine
beträchtliche Entfernung über der Flüssigkeitsoberfläche nach aufwärts bewegt werden
kann, ohne eine Unterbrechung des Kontaktes mit der Flüssigkeit herbeizuführen.
Die Flüssigkeit steigt dabei gleichfalls nach aufwärts und bleibt fest an, der feuchten
Filmbandfläche haften, ohne zurückzutropfen, selbst bei gleichzeitigem Vorschub
des Filmbandes. Es ist somit möglich, bedeutende Längen solcher Filmbänder nur auf
der einen Fläche zu behandeln, ohne daß die Flüssigkeit durch die vorhandenen Randlöcher
oder um die Fihnbandkanten herum auf die andere Fläche gelangt. Die physikalische
Beschaffenheit der Filmbänder für Kinematographen ändert sich erheblich mit dem
atmosphärischen
Zustande der Luft, z. B. verzieht sich das Band
bei sehr feuchter Atmosphäre in Längsrichtung. In solchen Fällen hat sich jedoch
herausgestellt, daß die Flüssigkeit fest an der Filmbandfläche haften bleibt und
nicht auf die andere Bandfläche gelangt. In manchen Fällen konnte man beobachten,
daß die Flüssigkeit in den Durchbohrungen eine ausgesprochene Meniskuskurve über
der oberen Fläche des Filmbandes beschreibt, daß sie aber nicht zerreißt und über
die obere Fihnbandfläche flutet. Dies trifft nicht nur zu in bezug auf die gewöhnlichen
Randdurchbohrungen, sondern auch für die besonderen in der Mitte angebrachten, gewöhnlich
von größerem Durchmesser bestehenden Öffnungen des Filmbandes.
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Das Kennzeichen vorliegender Erfindung besteht in der Verwendung eines
neuartigen Behälters, in welchem der Flüssigkeitsstand durch ein Überflußrohr stetig
gehalten wird und in welchem das Filmband periodisch und gleitbar auf besonderen
Tragorganen, und zwar innerhalb der Zone, in welcher die Flüssigkeit mit Bezug auf
ihren normalen Flüssigkeitsstand infolge ihrer Spannung, ohne einerseits außer Kontakt
mit dem Filmband zu geraten oder aber anderseits das Filmband zuüberfluten, nach
aufwärts steigt oder nach abwärts sinkt.
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Während die Kapillarität und Adhäsion zu diesem Ausgang beitragen
mag, haben die Untersuchungen ergeben, daß die Phänomena der Flüssigkeitsspannung
eine bessere Erklärung geben.
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Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsformen der
Erfindung.
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Abb. i ist eine Ansicht von ob°n auf einen Apparat zur Durchführung
d,:s Verfahrens dieser Erfindung.
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Abb. 2 ist ein Längsschnitt nach Linie 2'-2' der Abb. i.
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Abb. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie 3'-3' der Abb. i.
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Abb, 4 ist eine Einzelheitsansicht eines der Tragorgane.
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Abb.5 ist eine schematische Ansicht des Apparates zur Behandlung beider
Flächen des Filmbandes.
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Der Apparat besteht aus einem Behälter i mit einem überflußrohr 2,
welches das Niveau 3 der Flüssigkeit 4 konstant erhält, sowie einer Anzahl Tragorgane
5, welche das Filmband 6 zweckmäßig dicht über dem normalen Flüssigkeitsniveau tragen.
Wird das Filmband zu niedrig getragen, so sinkt es und überwindet die Spannung der
Flüssigkeit, so daß sich letztere nach aufwärts bewegt und auf die andere Seite
des Filmbandes gelangt. Wird das Filmband zu hoch über dem Flüssigkeitsniveau gehalten,
dann wird die Spannung der Flüssigkeit nicht ausreichen, diese mit der unteren Fläche
des Filmbandes in Kontakt zu halten. Zwischen diesen Grenzen liegt die sogenannte
»Spannungszone«. Die Tragorgane 5 sind mit senl#rechten Vorsprüngen 7 ausgebildet,
welche als Seitenführungen für das Filmband dienen, während die flachen Teile 8
die Kanten des Filmbandes tragen, ohne in Berührung mit den Bildbandteilen des Filmes
zu treten. Die Füße g und io dienen zur Befestigung des Tragorganes an dem Behälter
i. Mit ii werden die bekannten Durchbohrungen der Filmbandränder und mit 12 eine
der üblichen, in der Mitte des Filmbandes vorgesehenen Durchbohrungen bezeichnet.
Die Abb. 2 zeigt, wie die Flüssigkeit durch die Durchbohrungen in einer ausgesprochenen
Meniskuskurve nach aufwärts steigt, ohne zu zerreißen. Abb. 2 veranschaulicht eine
ähnliche Kurve an jedem Ende der Berührungsstellen des Filmbandes und der Flüssigkeit.
Das Filmband 6 wickelt sich von der Bandrolle 13 ab und läuft über die Führungsrolle
14 und von da über die Flüssigkeit zur Zahntrommel 15, welche von einer Scheibe
16 angetrieben wird. Es hat sich herausgestellt, daß bei bedeutenden Fihnbandlängen
die erforderliche Spannung durch die Reibung zwischen Filmband, der Flüssigkeit
und der Tragorgane erzeugt wird.
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Um den Apparat in Betrieb zu setzen, wird das Filmband von der Bandtrommel
13 über die Walze 14 geleitet und in Kontakt mit der Flüssigkeitsoberfläche gebracht,
dann über die Tragorgane weiter bewegt und an der Zahntrommel 15 befestigt. Der
Apparat wird nun eingeschaltet. Wird ein längerer Kontakt des Filmbandes mit der
Flüssigkeit gewünscht, so kann der Vorschub des Filmes abgestellt werden, da ein
solcher nicht notwendig ist, um das Band daran zu verhindern, in die Flüssigkeit
unterzutauchen. Sind die Tragorgane 5 mit Bezug auf die Oberfläche der Flüssigkeit
richtig gelegen, so wird das Gewicht des sich bewegenden Filmbandes hauptsächlich
durch die gespannte Flüssigkeit getragen, so daß, obgleich die Tragorgane rund und
glatt sind, ,hur wenig Kontakt zwischen den Tragorganen und dem Filmband besteht,
und dadurch die Emulsion oder der Auftrag des Filmbandes nicht beschädigt wird.
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Das vorliegende Verfahren kann auch zur Behandlung des Filmbandes
mit einer auf beiden Seiten aufgetragenen Positivemulsion, die belichtet ist, zur
Gewinnung von sich deckenden bunten Bildern Verwendung finden, so daß eine Seite
z. B. rot und die andere Seite grün gefärbt sein kann. Die Bilder auf einer Seite
werden durch Rotnegative und die auf der anderen Seite durch Grünnegative kopiert.
Bei der Herstellung dieser bunten Filmbänder für Kinematographen wird das Filmband,
nachdem das Positiv auf beiden Seiten aufkopiert ist, entwickelt und gewaschen,
aber nicht notwendigerweise in jedem Fall auf beiden Seiten fixiert. Wenn die Farbe
mittels eines Färbe-, Beizverfahrens o. dgl. aufgetragen
werden
soll, so werden die eine oder beide Seiten gebeizt, so daß eine Fläche die eine
Farbe und die andere Fläche die andere Farbe annimmt. Bei der Herstellung doppelseitig
emulsionierter Filmbänder werden beide Bandflächen gewaschen, dann wird das Filmband
in getrocknetem oder nicht getrocknetem Zustande durch den ersten Behälter gezogen
und die eine Farbe aufgetragen. Nach erfolgtem Waschen in Behälter 17 und nach Umwenden
des Filmbandes um i8o°, wird das Verfahren in einem anderen Behälter ig, der die
zweite Farbe enthält, wiederholt.
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Gemäß dieser Erfindung wird somit der Trockenvorgang erspart, welcher
vor Auftragen der zweiten Farbe zum Schutze der zuerst gefärbten Fläche nötig war.
Außerdem wird auch in den Fällen, wo das Filmband auf eine aufblähbare Trommel aufgewunden
ist, das Auf-und Abwinden des Filmbandes vor und nach den ersten und zweiten Färbevorgängen
vermieden. Das vorliegende Verfahren wird in einem kontinuirlichen Arbeitsgange
durchgeführt, ohne daß Schutzmaßnahmen für die eine oder die andere Fläche, wie
das Trocknen, Auf- und Abwinden des Filmbandes, zu treffensind. Dadurch wird nicht
nur an Arbeit gespart, sondern es werden auch Beschädigungen des Filmbandes weit
weniger auftreten. Auch kann der Film an jeder Stelle untersucht sowie der Färbevorgang
beobachtet werden, was natürlich ein gleichmäßigeres Produkt zur Folge hat. - In
großen Anlagen werden eine Anzahl Färbebehälter angewendet, oder aber bei Verwendung
nur eines einzigen Behälters wird dieser so groß angefertigt, daß er Platz für verschiedene
Sätze der das Filmband tragenden Organe bietet, so daß mehrere Filmbänder ohne Arbeitsvernehmung
gleichzeitig behandelt werden können.
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Während die vorliegende Erfindung mit besonderer Berücksichtigung
auf das Waschen, Bleichen, Beizen und Färben schwacher doppeltgefärbter Filmbänder
für Kinematographen beschrieben ist, kann sie auch vorteilhaft für andere Zwecke
Verwendung finden. Die Erfindung soll daher nicht lediglich auf die Behandlung von
Filmbändern für photographische Zwecke oder auf beiden Seiten überzogene Materialien
beschränkt werden.