DE3444367C2 - - Google Patents

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DE3444367C2
DE3444367C2 DE3444367A DE3444367A DE3444367C2 DE 3444367 C2 DE3444367 C2 DE 3444367C2 DE 3444367 A DE3444367 A DE 3444367A DE 3444367 A DE3444367 A DE 3444367A DE 3444367 C2 DE3444367 C2 DE 3444367C2
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    • C07—ORGANIC CHEMISTRY
    • C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D501/00—Heterocyclic compounds containing 5-thia-1-azabicyclo [4.2.0] octane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. cephalosporins; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring
    • C07D501/14—Compounds having a nitrogen atom directly attached in position 7
    • C07D501/16—Compounds having a nitrogen atom directly attached in position 7 with a double bond between positions 2 and 3
    • C07D501/20—7-Acylaminocephalosporanic or substituted 7-acylaminocephalosporanic acids in which the acyl radicals are derived from carboxylic acids
    • C07D501/22—7-Acylaminocephalosporanic or substituted 7-acylaminocephalosporanic acids in which the acyl radicals are derived from carboxylic acids with radicals containing only hydrogen and carbon atoms, attached in position 3
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61P—SPECIFIC THERAPEUTIC ACTIVITY OF CHEMICAL COMPOUNDS OR MEDICINAL PREPARATIONS
    • A61P31/00—Antiinfectives, i.e. antibiotics, antiseptics, chemotherapeutics
    • A61P31/04—Antibacterial agents

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Description

Die Erfindung betrifft ein kristallines Chlor-cephalosporin- monohydrat, ein Verfahren zu dessen Herstellung und ein pharmazeutisches Mittel, das diese Verbindung enthält. Diese Verbindung stellt ein antibakterielles Mittel dar und kann insbesondere in oral zu verabreichenden, pharmazeutischen Formulierungen zur Bekämpfung bakterieller Infektionen eingesetzt werden.
Die Cephalosporinverbindung 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4- hyddroxyphenyl)-acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure ist in der US-PS 34 89 751 offenbart und beansprucht. Diese Verbindung wird im folgenden als Chlorcefadroxil bezeichnet und besitzt die folgende Strukturformel:
Chlorcefadroxil besitzt ein breites antibiotisches Wirkungsspektrum zur Bekämpfung von Krankheiten, die durch eine Vielzahl von gram-positiven und gram-negativen Mikroorganismen hervorgerufen werden. Es ist insbesondere als orales Cephalosporin-Antibiotikum von Interesse.
Nach der US-PS 39 85 741 kann man Chlorcefadroxil durch Acylierung von 7-ADCA herstellen. Dabei setzt man das gemischte Anhydrid von D(-)-α-(3-Chlor-4-hydroxyphenyl)- glycin ein, wobei die α-Aminogruppe letzterer Verbindung mit einer β-Ketoverbindung, z. B. Methylacetoacetat, blockiert ist. Obwohl dieses Verfahren gewisse Vorteile gegenüber dem t-BOC-Verfahren besitzt, ist es immer noch nicht leistungsfähig genug, um als kommerzielles Herstellungsverfahren eingesetzt werden zu können. In dieser Patentschrift ist ferner ein kristallines Dimethylformamid- Solvat von Chlorcefadroxil offenbart, das 1,5 Mol Dimethylformamid/Mol Chlorcefadroxil enthält. Das Dimethylformamid- Solvat wird in kochendem Methanol aufgeschlämmt, bis das Solvat dissoziiert. Anschließend wird die erhaltene Suspension abgekühlt, um Chlorcefadroxil in gereinigter Form bereitzustellen. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, daß das nach diesem Verfahren hergetellte Chlorcefadroxil als kristallines Hydrat vorliegt.
In Beispiel 7 der US-PS 37 81 282 ist die Herstellung von Chlorcefadroxil durch Auflösen eines Chlorcefadroxil- DMF-Solvats in angesäuertem Wasser beschrieben. Danach wird mit Triethylamin neutralisiert. Es gibt in dieser Druckschrift keine Hinweise, daß das Chlorcefadroxil als kristallines Monohydrat vorliegt oder daß es überhaupt in kristalliner Form anfällt.
In der US-PS 41 60 863 ist ein kristallines Monohydrat von 7-[D-α-Amino-α-(p-hydroxyphenyl)-acetamido]-3-methyl- 3-cephem-4-carbonsäure (auch Cefadroxil genannt) beschrieben.
Da Chlorcefadroxil über viele wichtige Vorteile verfügt, wäre es wünschenswert, Chlorcefadroxil in einer stabilen, kristallinen Form, z. B. als kristallines Hydrat, zur Verfügung zu haben. Dadurch könnte das Antibiotikum in geeigneten pharmazeutischen Formulierungen, z. B. in wäßrigen Suspensionen, zur Verfügung gestellt werden.
Erfindungsgemäß wird ein neues kristallines Monohydrat von Chlorcefadroxil und ein Verfahren zu seiner Herstellung bereitgestellt.
Gegenstand der Erfindung ist daher eine neue, kristalline Monohydrat-Form von Chlorcefadroxil, die eine stabile und nützliche Form des Cephalosporin-Antibiotikums darstellt, das insbesondere für pharmazeutische Formulierungen nützlich ist.
Das erfindungsgemäße kristalline Chlorcefadroxil-monohydrat zeigt im wesentlichen die folgenden Röntgenbeugungsreflexe:
Die Röntgenbeugungsdiagramme wurden wie folgt bestimmt:
Flache Proben von 2 cm² und einer Dicke von 1 mm wurden in einem automatischen Röntgendiffraktometer für Pulver vermessen [Phillips PW 1050-70-Quelle Cukα (1,54178 Å)]. Die Temperatur betrug 22°C.
Eine sehr geringe Menge an kristallinem Natriumfluorid wurde mit einigen Proben vermischt, um eine Eichskala erstellen zu können. Zusätzlich wurde eine Probe von reinem NaF aus dem gleichen Grunde vermessen.
Die Filme wurden mit Hilfe einer Norelco-Debye-Scherrer- Filmauswertevorrichtung ausgewertet. Die Lage der Beugungsringe wurde auf bis zu 0,05 mm genau vermessen. Die Daten wurden korrigiert, um der Filmschrumpfung Rechnung zu tragen. Aus den korrigierten Daten wurden die Ebenenabstände (d-Abstände) berechnet. Für alle Berechnungen wurde ein Computerprogramm (XRAY von P. Zugenmaier) eingesetzt. Die Genauigkeit der erhaltenen d-Abstände betrug ∼1%.
Von allen Filmen wurde die Intensität mit Hilfe eines "Joyce Loeble Mark IIIC Recording microdensitometer" (Scan-Verhältnis 5 : 1, 0,1 O.D.wedge) bestimmt. Allen erkennbaren Beugungsringen wurde eine relative Intensität gemäß einer Skala zugeordnet, die von 1 bis 100 reicht. Die Peak-Intensitäten wurden für den Untergrund korrigiert.
Eine Probe des kristallinen Monohydrats wurde infrarot- spektroskopisch untersucht. Das Spektrum dieser Probe ist in Fig. 1 gezeigt (KBr-Pellet).
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung des oben beschriebenen kristallinen Chlorcefadroxil- monohydrats, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man
  • (a) 7-Amino-desacetoxy-cephalosporansäure in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel silyliert,
  • (b) die so hergestellte silylierte 7-Amino-desacetoxy- cephalosporansäure mit D(-)-α-Amino-α-(3-chlor- 4-hydroxyphenyl)-acetylchlorid-hydrochlorid in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel acyliert,
  • (c) alle Silylgruppen des acylierten Produktes durch Hydrolyse oder Alkoholyse abspaltet und
  • (d) das gewünschte Monohydrat herstellt, indem man
    • (i) den pH der Lösung von Stufe (c) in Gegenwart von überschüssigem Dimethylformamid oder Acetonitril erhöht, so daß sich das Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat von 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)- acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure bildet, dieses Solvat in angesäuertem Wasser oder einer Mischung aus angesäuertem Wasser und Acetonitril löst und den pH dieser sauren Lösung erhöht, um das gewünschte kristalline Monohydrat auszufällen, oder
    • (ii) den pH der Lösung aus Stufe (c) in Gegenwart von überschüssigem Dimethylformamid oder Acetonitril erhöht, um das Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat von 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetamido]- 3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure herzustellen und dieses Solvat mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt bringt, um das gewünschte kristaline Monohydrat auszufällen, oder
    • (iii) den pH der Lösung aus Stufe (c) erhöht, um 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetamido]-3- methyl-3-cephem-4-carbonsäure herzustellen und diese Säure mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt bringt, um das gewünschte Monohydrat zu kristallisieren.
Der in der vorliegenden Beschreibung verwendete Ausdruck "(Niedrig)-alkyl" steht für gerad- und verzweigtkettige, gesättigte Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis einschließlich 10 Kohlenstoffatomen.
In dem obigen Verfahren wird 7-ADCA zuerst mit einem Silylierungsmittel in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel silyliert.
Geeignete Lösungsmittel für die Silylierungsreaktion sind beispielsweise inerte, im wesentlichen wasserfreie, organische Lösungsmittel, wie Methylenchlorid, Tetrahydrofuran, Chloroform, Tetrachlorethan, Nitromethan, Benzol und Diethylether. Ein bevorzugtes Lösungsmittel ist Methylenchlorid.
Für das oben beschriebene Verfahren geeignete Silylierungsmittel sind dem Fachmann bekannt und z. B. beschrieben in den US-PS 36 54 266, 35 75 970, 34 99 909, 33 49 622, 35 95 855, 32 49 622 sowie den GB-PS 13 39 605, 9 59 853 und 10 08 468. Obgleich jedes bekannte Silylierungsmittel eingesetzt werden kann, verwendet man vorzugsweise eines der folgenden Silylierungsmittel der Formeln
Dabei bedeuten
R², R³ und R⁴ ein Wasserstoff- oder Halogenatom oder eine (Niedrig)-alkyl-, Halo-(niedrig)-alkyl-, Phenyl-, Benzyl-, Tolyl- oder Dimethylaminophenylgruppe, wobei mindestens einer der Reste R², R³ und R⁴ kein Halogen- oder Wasserstoffatom bedeutet,
R¹ bedeutet eine (Niedrig)-alkylgruppe,
m steht für eine ganze Zahl von 1 oder 2, und
X steht für ein Halogenatom oder
worin
R⁵ ein Wasserstoffatom oder eine (Niedrig)-alkylgruppe bedeutet und
R⁶ für eine (Niedrig)-alkylgruppe oder für
worin
R², R³ und R⁴ die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, steht.
Als geeignete Silylierungsmittel kann man beispielsweise nennen: Trimethylchlorsilan, Hexamethyldisilazan, Triethylchlorsilan, Methyltrichlorsilan, Dimethyldichlorsilan, Triethylbromsilan, Tri-n-propylchlorsilan, Brommethyldimethylchlorsilan, Tri-n-butylchlorsilan, Methyldiethylchlorsilan, Dimethylethylchlorsilan, Phenyldimethylbromsilan, Benzylmethylethylchlorsilan, Phenylethylmethylchlorsilan, Triphenylchlorsilan, Triphenylfluorsilan, Tri-o-tolylchlorsilan, Tri-p-dimethylaminophenylchlorsilan, N-Ethyltriethylsilylamin, Hexaethyldisilazan, Triphenylsilylamin, Tri-n-propylsilylamin, Tetraethyldimethyldisilazan, Tetramethyldiethyldisilazan, Tetramethyldiphenyldisilazan, Hexaphenyldisilazan und Hexa-p- tolyldisilazan. Weitere geeignete Silylierungsmittel sind Hexaalkylcyclotrisilazane oder Octaalkylcyclotetrasilazane und Silylamide und Silylureide, wie Trialkylsilylacetamid und Bis-trialkylsilylacetamid. Trimethylchlorsilan und Hexamethyldisilazan sind die am meisten bevorzugten Silylierungsmittel.
Setzt man ein Silylhalogenid, z. B. Trimethylchlorsilan, als Silylierungsmittel ein, dann führt man die Silylierungsstufe in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel in Gegenwart eines Säure- (Halogenwasserstoff-)Akzeptors, vorzugsweise Propylenoxid, oder einer Stickstoffbase, wie Triethylamin, Trimethylamin, Dimethylanilin, Chinolin, Lutidin oder Pyridin, durch. Bevorzugte Säureakzeptoren sind Propylenoxid, Triethylamin oder eine Mischung von Triethylamin und Dimethylanilin. Setzt man ein Silazan, z. B. Hexamethyldisilazan, ein, führt man die Silylierungsstufe zweckmäßigerweise unter Erwärmen des Silazans und 7-ADCA durch, so daß Ammoniak oder Aminderivate, die als Nebenprodukte gebildet werden, abdestilliert werden.
In dem obengenannten Verfahren zur Herstellung von silylierter 7-ADCA kann man theoretisch 1 bis 2 Mol-Äquivalent eines Silylierungsmittels pro Mol 7-ADCA einsetzen, um mono- oder disilylierte 7-ADCA oder Mischungen davon zu erhalten. Setzt man somit 7-ADCA mit 1 Äquivalent eines Silylierungsmittels um, dann erhält man monosilylierte 7-ADCA. Setzt man beispielsweise Trimethylchlorsilan oder Hexamethyldisilazan ein, dann besitzt das Produkt die folgende Formel:
Das Disilylderivat von 7-ADCA kann man herstellen, indem man in der Silylierungsstufe mindestens 2 Äquivalent eines Silylierungsmittels pro Mol 7-ADCA einsetzt. Wenn man das bevorzugte Trimethylchlorsilan oder Hexamethyldisilazan verwendet, dann besitzt die disilylierte 7-ADCA folgende Formel:
Die Silylierung kann man in einem weiten Temperaturbereich durchführen, z. B. von Raumtemperatur bis zur Rückflußtemperatur des Lösungsmittelsystems. Bei der Verwendung von Silylhalogeniden erhält man vorteilhafte Ergebnisse im allgemeinen dann, wenn man bei Raumtemperatur (20 bis 30°C) arbeitet. Mit Silazanen führt man die Umsetzung vorteilhaft bei höheren Temperturen, z. B. bei der Rückflußtemperatur, durch, da diese weniger reaktiv sind.
Sowohl die mono- als auch die disilylierte 7-ADCA oder eine Mischung davon kann man dann mit D(-)-α-Amino-α- (3-chlor-4hydroxyphenyl)-acetylchlorid-hydrochlorid (setzt man bevorzugt als Dioxan-Solvat ein) acylieren und erhält in situ eine silylierte Chlorcefadroxil- Zwischenverbindung. Alle nach der Acylierung vorhandenen Silylgruppen entfernt man dann durch Hydrolyse oder Alkoholyse und gewinnt das gewünschte Chlorcefadroxil- Endprodukt aus dem Reaktionsmedium, z. B. durch Neutralisation bis zum isoelektrischen Punkt, worauf Chlorcefadroxil aus der Lösung präzipitiert.
Als Lösungsmittel zur Acylierung der silylierten 7-ADCA kann man solche einsetzen, die oben im Zusammenhang mit der Silylierungsstufe (a) definiert wurden.
Die bevorzugte Temperatur für die Acylierung beträgt etwa -20 bis etwa +70°C. Die Temperatur ist jedoch nicht kritisch, und man kann auch bei Temperaturen arbeiten, die oberhalb oder unterhalb der bevorzugten Temperaturen liegen. Die am meisten bevorzugte Acylierungstemperatur liegt zwischen etwa -10 und +10°C.
Die Acylierung führt man vorzugsweise in Gegenwart eines Säureakzeptors durch. Dieser Säureakzeptor kann der gleiche sein, wie man ihn auch zur Herstellung der silylierten 7-ADCA einsetzt. Man kann jedoch auch einen anderen Säureakzeptor einsetzen. Die besten Ergebnisse erhält man, wenn man schwächere (d. h. pKa7) tertiäre Aminbasen, z. B. Dimethylanilin, Pyridin oder Chinolin, einsetzt. Vorzugsweise setzt man außerdem ein anorganisches Säuresalz eines schwachen tetiären Amins ein, z. B. das Hydrochloridslz von Dimethylanilin, um überschüssiges Amin zu inaktivieren (vgl. zum Beispiel US-PS 36 78 037).
Eine Reaktion findet in jedem Fall statt, gleichgültig, in welchen molaren Anteilen man die Reaktanten einsetzt. Um jedoch maximale Ausbeuten in der Acylierungsstufe zu erzielen, verwendet man vorzugsweise 1 Mol eines Acylierungsmittels oder einen geringen molaren Überschuß davon pro Mol silylierter 7-ADCA.
Das silylierte Chlorcefadroxil-Acylierungsprodukt hydrolysiert man dann oder unterwirft es einer Alkoholyse, um die Silyl-Schutzgruppen abzuspalten. Man kann somit die silylierte Zwischenverbindung durch Zugabe von Wasser hydrolysieren. Vorzugsweise führt man jedoch eine Alkoholyse durch, indem man einen geeigneten Alkohol zugibt. Vorzugsweise verwendet man ein C1-4-Alkanol, wie Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol. Man kann auch eine Mischung von Wasser und einem niederen Alkanol (C1-4) für diese Abspaltung einsetzen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung silyliert man 7-Amino-desacetoxy-cephalosporansäure mit Hexamethyldisilazan in einem im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel, vorzugsweise Methylenchlorid. Man führt dabei Wärme von außen zu und arbeitet vorzugsweise bei der Rückflußtempratur des Lösungsmittels. Man erhält so in situ disilylierte 7-ADCA der Formel
Die disilylierte 7-ADCA acyliert man dann direkt in derselben Lösung (vorzugsweise bei -10 bis +10°C) mit D(-)- α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetylchlorid-hydrochlorid, das vorzugsweise als Dioxansolvat vorliegt. Man arbeitet dabei in Gegenwart eines Säureakzeptors, vorzugsweise einer tertiären Aminbase mit einem pKa=7, wie Dimethylanilin, Pyridin oder Chinolin. Nach der Acylierung behandelt man das silylierte Chlorcefadroxil-Acylierungsprodukt mit einem C1-4-Alkanol, vorzugsweise Methanol oder n-Butanol, um alle Silylgruppen abzuspalten. Das Produkt gewinnt man dann, nachdem man gewünschtenfalls filtriert hat, durch Neutralisation bis zum isoelektrischen Punkt mit einer tertiären Aminbase, vorzugsweise Triethylamin. Man bewirkt dadurch eine Ausfällung.
Verwendet man Hexamethyldisilazan als Silylierungsmittel anstelle der üblichen Silylhalogenide, wie Trimethylchlorsilan, vermeidet man die Bildung eines Säurehalogenid- Nebenproduktes. Folglich ist es nicht erforderlich, einen Säureakzeptor während der Silylierungsstufe einzusetzen. Ist dieser Säureakzeptor in dem Reaktionsmedium nicht vorhanden, dann sind weniger unlösliche Salze, z. B. Triethylamin · HCl, vorhanden, um die nachfolgende Gewinnungsstufe zu stören. Durch den Einsatz von Hexamethyldisilazan erhält man daher höhere Chlorcefadroxil-Ausbeuten als bei der üblichen Silylierung unter Verwendung von Trimethylchlorsilan.
Das gewünschte kristalline Monohydrat kann man dann nach einem der alternativ aufgeführten Wege erhalten.
Bei einer Methode neutralisiert man die nach der Solvolysestufe erhaltene Chlorcefadroxil-Lösung mit einer basischen Substanz, z. B. einem tertiären Amin, wie Triethylamin, in Gegenwart von überschüssigem Dimethylformamid oder Acetonitril, bis das Dimethylformamid- oder Acetonitril- Solvat von Chlorcefadroxil aus der Lösung präzipitiert. Das Solvat kann man dann sammeln und waschen (vorzugsweise trocknet man nicht), wobei man ein kristallines Material erhält. Das Chlorcefadroxil-dimethylformamid- oder-acetonitril-Solvat kann man dann in das gewünschte Chlorcefadroxil-monohydrat überführen, indem man das Solvat in angesäuertem Wasser oder einer Mischung aus angesäuertem Wasser und Acetonitril löst und dann die saure Lösung neutralisiert, um das Monohydrat auszufällen.
Das Chlorcefadroxil-dimethylformamid- oder -acetonitril- Solvat löst sich bei einem pH von etwa 2 bis 2,4. Diesen pH kann man durch Zugabe einer anorganischen Säure, z. B. HCl, zu der Mischung des Solvats entweder in Wasser oder in einer Acetonitril-Wasser-Mischung einstellen. Feste Verunreinigungen kann man zu diesem Zeitpunkt durch Filtrieren der angesäuerten Lösung nach Behandlung mit Aktivkohle und/oder einer Filterhilfe entfernen.
Die angesäuerte Lösung neutralisiert man dann, vorzugsweise unter Rühren und Erwärmen auf etwa 35 bis 60°C, durch Zugabe einer geeigneten Base, z. B. einem aliphatischen tertiären Amin, wie Triethylamin. Man erhöht den pH der Lösung bis zu dem Punkt, bei dem das Chlorcefadroxil- monohydrat aus der Lösung kristallisiert.
Als Anti-Lösungsmittel (Ausfällungsmittel) gibt man vorzugsweise Acetonitril während der Neutralisation zu der Lösung, um das gewünschte Produkt in maximaler Ausbeute zu gewinnen. Die Ausbeuten kann man auch durch Zugabe von Impfkristallen des gewünschten Monohydrats vor und/ oder während der letzten Neutralisierung erhöhen.
Bei einer alternativen Methode zur Herstellung von krsitallinem Chlorcefadroxil-monohydrat in dem obigen Verfahren stellt man ein Chlorcefadroxil-dimethylformamid- oder -acetonitril-Solvat, wie oben beschrieben, her und bringt dieses Solvat mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt, bis das gewünschte Monohydrat aus dem Lösungsmittelsystem kristallisiert.
Das Chlorcefadroxil-dimethylformamid- oder -acetonitril- Solvat löst man in Wasser oder einer Mischung von Wasser und einem organischen Lösungsmittel, z. B. Acetonitril, Aceton, C1-5-Alkanol (Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol, Amylalkohol) oder einer Mischung davon. Die Verwendung eines teilweise wäßrigen, organischen Lösungsmittelsystems ist bevorzugt, da die organischen Lösungsmittel viele Verunreinigungen aufnehmen. Man erhält somit ein reineres Endprodukt.
Verwendet man Mischungen von Wasser und organischen Lösungsmitteln, dann kann das Verhältnis der Lösungsmittelbestandteile über einen großen Bereich variieren, ohne daß dadurch nachteilige Wirkungen hervorgerufen werden. Für verschiedene, teilweise wäßrige Lösungsmittelsysteme wurden bevorzugte Lösungsmittel-Verhältnisse (ausgedrückt in Vol/Vol) bestimmt:
Wasser-ACeton (1 : 3),
Wasser-Isopropanol (1 : 3),
Wasser-Acetonitril (1 : 3),
Wasser-n-Butanol (1 : 1).
Dem Wasser-Acetonitril-System verleibt man vorzugsweise n-Butanol ein (vorzugsweise nach Solubilisierung des Solvats) um sicherzustellen, daß das Lösungsmittelsystem während der Kristallisierung als einzelne homogene Phase erhalten bleibt. Vorzugsweise gibt man so viel n-Butanol zu dem Kristallisationssystem, daß man ein Lösungsmittelverhältnis von Wasser-Acetonitril:n-Butanol von 1 : 2 : 1 (Vol/Vol) erhält.
Die Konzentration des Solvats in dem wäßrigen oder teilweise wäßrigen Kristallisationsmedium ist nicht kritisch. Die besten Ausbeuten erhält man jedoch, wenn man bei Konzentrationen von etwa 400 bis 800 g/l Lösung arbeitet. Das Solvat gibt man vorzugsweise portionsweise zu dem Lösungsmittelsystem, wobei man je nach der eingesetzten Solvatmenge unterschiedlich lange rührt, d. h., von einigen Minuten bis einigen Stunden.
Die Kristallisation kann man innerhalb eines großen Temperaturbereiches durchführen, d. h., von Raumtemperatur bis zur Siedetemperatur des Lösungsmittelsystems. Gute Ergebnisse erhält man bei Temperaturen von etwa 35 bis 60°C, am meisten bevorzugt bei 40 bis 45°C.
Die Ausbeuten an Monohydrat erhöhen sich, wenn man die Lösung des Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvats mit Impfkristallen von Chlorcefadroxil-monohydrat animpft.
Bei einer weiteren Methode zur Herstellung des gewünschten Monohydrats gemäß dem obigen Verfahren geht man wie folgt vor:
  • (1) Man stellt das silylierte Chlorcefadroxil her und spaltet die Silyl-Schutzgruppen durch Hydrolyse oder Alkoholyse, wie oben beschrieben, ab,
  • (2) man neutralisiert die Lösung von der Abspaltungsstufe bis zum isoelektrischen Punkt von Chlorcefadroxil (∼pH 5,7 bis 5,8), wobei man eine geeigente Base, vorzugsweise ein aliphatisches tertiäres Amin, wie Triethylamin, einsetzt, um unreines oder halbreines Chlorcefadroxil auszufällen, und
  • (3) man bringt dieses unreine Chlorcefadorxil mit Wasser oder einer Mischung aus Wasser und einem geeigneten organischen Lösungsmittel, vorzugsweise Acetonitril, Aceton, C1-5-Alkanol (z. B. Methanol, Ethanol, n- Propanol, Isopropanol, n-Butanol, Amylalkohol) oder einer Mischung davon, in Kontakt, bis das Chlorcefadroxil- monohydrat aus der Lösung kristallisiert.
Die Neutralisierung der Chlorcefadroxil-Lössung zur Bildung von unreinem oder halbreinem, "primary grade" Chlorcefadroxil (amorph) kann man zweckmäßigerweise bei Raumtemperatur durchführen. Man gibt dabei die Base nach und nach zu der gerührten Lösung. Das unreine Chlorcefadroxil kann man dann auf die Weise kristallisieren, wie es oben für das Chlorcefadroxil-dimethylformamid- oder -acetonitril- Solvat beschrieben wurde. Bei dem Kristallisationsverfahren für das dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat besteht das am meisten bevorzugte Lösungsmittelsystem aus Wasser-Acetonitril-n-Butanol (1 : 2 : 1) (Vol/Vol).
Bei einer am meisten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung stellt man kristallines Chlorcefadroxil- monohydrat entweder aus Chlorcefadroxil- dimethylformamid- oder -acetonitril-Solvat oder unreinem (halbreinem) Chlorcefadroxil gemäß den folgenden Stufen her:
  • (a) Man löst das Dimethylformamid- oder Acetonitril- Solvat der 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)- acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure in angesäuertem Wasser oder einer Mischung aus angesäuertem Wasser und Acetonitril und erhöht den pH dieser angesäuerten Lösung, bis das gewünschte Monohydrat aus der Lösung kristallisiert, oder
  • (b) man bringt die 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4- hydroxyphenyl)-acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure oder ihr Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt, bis das gewünschte Monohydrat aus der Lösung kristallisiert.
Das eingesetzte Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat und das eingesetzte Chlorcefadroxil kann man nach den in der vorliegenden Anmeldung beschriebenen Verfahren oder nach anderen bekannten Verfahren herstellen, z. B. nach den in den US-PS 34 89 751 und 39 85 741 beschriebenen.
Bevorzugte Bedingungen zur Herstellung von Chlorcefadroxil- monohydrat in dem oben beschriebenen Verfahren sind oben im Zusammenhang mit dem zuvor beschriebenen Gesamtverfahren, im einzelnen den kombinierten Silylierungs-, Acylierungs- und Monohydrat-Herstellungstufen, beschrieben.
Arbeitet man bei den bevorzugten Reaktionsbedingungen, dann kann man erfindungsgemäß "primary grade" Chlorcefadroxil in ausgezeichneten Ausbeuten erhalten. Anschließend kann man dieses Chlorcefadroxil oder dessen Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat in das Chlorcefadroxil- monohydrat überführen, wobei man Ausbeuten bis zu etwa 85% erhält.
Das nach einem der zuvor beschriebenen Verfahren hergetellte kristalline Monohydrat kann man nach üblichen Verfahren, z. B. durch Filtrieren, gewinnen. Anschließend wäscht man, trocknet und stellt pharmazeutische Formulierungen her, die zur Bekämpfung verschiedener bakterieller Krankheiten eingesetzt werden können. Beispiele solcher Formulierungen (z. B. Kapseln oder Tabletten) sowie Angaben über Dosierungen und Verabreichungswege von Chlorcefadroxil-monohydrat und daraus hergestellten pharmazeutischen Mitteln sind in den US-PS 34 89 751 und 39 85 741 für die amorphe Form von Chlorcefadroxil beschrieben.
Gegentand der Erfindung ist somit auch ein pharmazeutisches Mittel, das kristallines Chlorcefadroxil-monohydrat mit einem geeigneten, inerten, pharmazeutisch verträglichen Träger oder Verdünnungsmittel enthält. Dieses pharmazeutsiche Mittel stellt insbesondere bevorzugt ein oral verabreichbares Mittel dar.
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung des erfindungsgemäßen kristallinen Chlorcefadroxil-monohydrats zur Bekämpfung von Krankheiten, die durch gram- positive oder gram-negative Bakterien hervorgerufen werden. Die genannte Verbindung wird in einer wirksamen Dosis an Menschen und auch an andere Tierarten (z. B. Säugetiere) verabreicht.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung. Alle Tempeaturen sind in °C angegeben. 7-Amino- desacetoxy-cephalosporansäure wird mit 7-ADCA, Triethylamin mit TEA, Dimethylanilin mit DMA und Dimethylformamid mit DMF abgekürzt.
Herstellung der Ausgangsmaterialien Präparat 1 Herstellung von D(-)-Chlor-3-hydroxy-4-phenylglycin
Reagentien
D(-)-p-Hydroxyphenylglycin
10 kg (60 Mol)
Essigsäure 228 l
Chlorwasserstoffsäure (Gas) 6,25 kg
Sulfurylchlorid 8,1 kg (60 Mol)
Methylenchlorid 100 l
Sodalösung 400 g/l ≃3 l
Aceton ≃15 l
Verfahren
Eine Lösung von 10 kg D(-)-p-Hydroxyphenylglycin in 200 l Essigsäure erwärmt man auf 60°C. Das Hydrochlorid bildet man, indem man 6,25 kg Chlorwasserstoffsäure (während etwa 60 min) hindurchleitet. Dann gibt man eine Lösung von 8,1 kg Sulfurylchlorid in 28 l Essigsäure zu der erhaltenen Lösung, hält 90 min bei 65 bis 70°C, entgast die Lösung bei niedrigem Druck, kühlt auf 20°C und rührt über Nacht. Den Fetstoff sammelt man, wäscht durch zweimalige Suspension in Methylenchlorid und trocknet ihn im Vakuum bei 40°C.
Das Gewicht des erhaltenen 3-Chlor-4-hydroxy-phenylglycin- hydrochlorids beträgt 13 kg.
Das Hydrochlorid suspendiert man in 130 l Wasser ,erwärmt die Mischung unter Rühren 30 min auf 40°C, kühlt auf 20°C ab und stellt den pH durch Zugabe von 400 g/l Sodalösung (ungefähr 3 l) auf 1,4 ein. Dan rührt man 2 h bei +5°C, filtriert und wäscht den Feststoff dreimal mit destilliertem Wasser, so daß in den Mutterflüssigkeiten kein ionisierbares Chlor mehr vorhanden ist, wäscht dann mit etwa 15 l Aceton und trocknet bei 60°C. Danach vermischt man auf einer Frewitt-Apparatur und trocknet bis zu einem H₂O-Gehalt (KF)0,1%.
Das Gewicht des erhaltenen 3-Chlor-4-hydroxyphenylglycins beträgt 8,1 kg (67% Ausbeute).
Präparat 2 Herstellung von D(-)-3-Chlor-4-hydroxyphenylglycin- chlorid-hydrochlorid
Reagentien
D(-)-3-Chlor-4-hydroxyphenylglycin
50 g (0,248 Mol)
Dioxan 410 ml (+zum Waschen)
Phosgen 60 g (0,60 Mol)
Chlorwasserstoffsäure (Gas) ≃190 g (5,2 Mol)
Methylenchlorid q.s. zum Waschen
Verfahren
410 ml wasserfreies Dioxan (über Molekularsieb getrocknet, KF<0,05%) und 50 g wasserfreies D(-)-3-Chlor-4-hydroxyphenylglycin [getrocknet bei 5 mm Hg/80°; konstantes Gewicht; KF<0,1%; durch ein Sieb mit 200 mesh (lichte Maschenweite 75 µm) gesiebt] gibt man in einen 1-l- Kolben. 60,0 g Phosgen leitet man 20 min unter Rühren hindurch [die Anfangstemperatur von 20° steigt zu Beginn der Phosgen-Einleitung auf 35°, wobei ein Fetstoff entsteht (Rühren wird schwieriger); anschließend nimmt die Temperatur ab]. Nachdem man die erforderliche Phosgenmenge zugegeben hat, erhitzt man die Mischung auf 70°C. Bei einer Temperatur von 60 bis 65°C geht die kristallisierte Masse in Lösung. Die Lösung erhitzt man 10 min auf 70°C, beendet dann das Erhitzen und engt die Lösung auf 250 ml ein, wobei man nicht von außen erhitzt (Entfernen überschüssigen Phosgens); am Ende des Einengens beträgt die Temperatur etwa 25°C. Die Lösung kühlt man auf 8 bis 10°C und leitet Chlorwasserstoffsäure so schnell wie möglich hindurch, um die Temperatur bei 28 bis 30°C zu halten (dabei entspricht die zugegebene Chlorwasserstoffsäure- Menge einem sehr großen Überschuß; die Reaktion ist exotherm, bis etwa die stöchiometrische Menge, d. h. 2 Mol, hindurchgeleitet wurde; die Temperatur nimmt dann wiederum ab und bleibt dann bei 20 bis 25°C). Nachdem etwa die Hälfte der Chlorwasserstoffsäure durchgeleitet worden ist, impft man die Lösung an und rührt über Nacht bei 20°C. Am nächsten Tag filtriert man das Chlorid-hydrochlorid, wobei man unter Ausschluß von Umgebungsluft arbeitet. Anschließend wäscht man ein Mal mit wasserfreiem Dioxan und zwei Mal mit wasserfreiem Methylenchlorid. Die Substanz trocknet man im Vakuum bei Raumtemperatur und erhält 73 g (etwa 85%) des Titelproduktes als Monodioxan-Solvat.
Beispiel 1 Chlorcefadroxil-monohydrat A. Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat
Reagentien
7-ADCA
7,2 kg (33,6 Mol)
Methylenchlorid (KF<0,1%) 180,0 lg
Trimethylchlorsilan (TMCS) 9,0 l (71,0 Mol)
N,N-Dimethylanilin (DMA) 4,35 l (34,3 Mol)
Triethylamin (TEA) 23,4 l
N,N-Dimethylanilin-hydrochlorid (Methylenchloridlösung 376 g/l) 4,24 l (10,1 Mol)
3-Chlor-4-hydroxyphenylglycin-chlorid-hydrochlorid-dioxan-Solvat (Reinheit 53,8%) 17,0 kg (34,3 Mol)
Methanol 3,4 l
Acetonitril 107,0 l
Leitungswasser 51,0 l
Verfahren
In einen mit Glas ausgekleideten 500-l-Reaktor gibt man 150 l wasserfreies Methylenchlorid (KF<0,1%) und 7,2 kg 7-ADCA. Zu der gerührten Suspension gibt man 9,0 l TMCS und 4,35 l DMA und anschließend 9,4 l TEA während eines Zeitraumes von 15 min, wobei man die Temperatur bei 20 bis 25°C hält. Die Mischung rührt man 1 h bei 20° und kühlt auf -10°C. Dann gibt man 4,24 l einer 376-g/l-Methylenchlorid- Lösung von DMA · HCl und anschließend 17 kg D(-)-3-Chlor-4-hydroxyphenylglycin-chlorid-hydrochlorid- dioxan-Solvat (Reinheit 53,8%) in zehn Portionen während eines Zeitraumes von 1 h zu (die Temperatur hält man zwischen -12 und -8°C). Die Mischung rührt man 2 h bei -10°C und gibt 3,4 l Methanol während eines Zeitraumes von 10 min und anschließend 48 l Wasser zu, wobei man gründlich rührt. Die Mischung rührt man 15 min bei einer Temperatur von 0 bis 5°C und stellt den pH durch Zugabe von 9,0 l TEA auf 2,3 ein. Die wäßrige Lösung wird abgetrennt und zweimal mit 15 l Methylenchlorid gewaschen. Dann gibt man 80 l Acetonitril zu und stellt den pH durch Zugabe von 5,0 l TEA auf 5,0 ein. Die Lösung impft man an und rührt über Nacht bei +10°C. Man sammelt den Feststoff, wäscht mit 15 l Acetonitril-Wasser (8 : 2) und 15 l Acetonitril und trocknet dann bei 40°C, wobei man 11,0 kg des Titelproduktes erhält (74% Ausbeute an 7-ADCA).
B. Reinigung des Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvats
Reagentien
Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat (roh)|21,0 kg
Wasser 115 l
33%ige HCl 5,2 l
Aktivkohle 1,5 kg
Acetonitril 250 l
Triethylamin (TEA) 8,7 l
Celite q.s.
Verfahren
Rohes Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat (21 kg) rührt man in 100 l Wasser und stellt den pH durch Zugabe von 5,2 l 33%iger HCl auf 0,8 bis 0,9 ein. Zu der Lösung gibt man 1,5 kg Aktivkohle, rührt die Mischung 30 min und filtriert durch ein Celite-Kissen. Die Lösung und 10 l Waschwasser gibt man in einen mit Glas ausgekleideten 250-l-Reaktor, gibt 200 l Acetonitril zu und stellt den pH durch Zugabe von 3,5 l TEA auf 2,5 ein. Die Lösung impft man an, erhitzt auf 40 bis 45°C und stellt den pH durch Zugabe von 5,2 l auf TEA 5,0 ein. Die Mischung rührt man 1 h bei 40°C, kühlt dann auf 10°C ab und läßt unter Rühren bei 10°C über Nacht stehen. Den Feststoff sammelt man, wäscht ihn mit 30 l Acetonitril- Wasser (1 : 2) und dann 30 l Acetonitril und trocknet bei 40°C, wobei man 16,6 kg (79%) des gereinigten Titelproduktes erhält.
C. Chlorcefadroxil-monohydrat
Reagentien
Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat (gereinigt)|6,85 kg
Wasser 73,0 l
33%ige HCl 1,7 l
Aktivkohle 0,7 kg
Triethylamin (TEA) 2,8 l
Celite q.s.
Verfahren
Gereinigtes Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat (6,85 kg) rührt man in 50 l Wasser und stellt den pH durch Zugabe von 1,7 l 33%iger HCl auf 0,8 bis 0,9 ein. Dann gibt man 0,7 kg Aktivkohle zu, rührt die Mischung 30 min und filtriert durch ein Celite-Kissen. Die Lösung und das Waschwasser (5 l) überführt man in einen mit Glas ausgekleideten 100-l-Reaktor und erhitzt auf 40°C. Den pH stellt man durch Zugabe von 1,24 l TEA auf 1,6 bis 1,8 ein und impft die Lösung mit Chlorcefadroxil-monohydrat an. Die Mischung rührt man ½ h bei 40°C und stellt den pH durch Zugabe von 1,56 l TEA auf 4,0 ein. Die Suspension kühlt man langsam auf 20°C und rührt dann 2 h bei +5°C. Den Feststoff sammelt man, wäscht ihn dreimal mit 6 l Wasser und trocknet bei 40°C, wobei man 5,35 kg (86%) des Titelproduktes erhält.
Beispiel 2 Chlorcefadroxil-monohydrat (Herstellung ohne Animpfen)
352 g gereinigtes Chlorcefadroxil-acetonitril-Solvat suspendiert man in 2,8 l Wasser und gibt dann 36%ige HCl zu, um den pH auf 0,9 einzustellen (dabei gehen alle Materialien in Lösung). Die Lösung rührt man ½ h mit 36,0 g Aktivkohle und filtriert die Mischung durch ein Celite-Kissen. Die erhaltene Lösung erhitzt man auf 40°C und stellt den pH durch Zugabe von Triethylamin auf 1,8 ein. Bei diesem Punkt beginnen sich Chlorcefadroxil-monohydrat-Kristalle zu bilden, ohne daß zuvor angeimpft wurde. Die Mischung rührt man ½ h bei 40°C, stellt den pH der Mischung dann mit Triethylamin auf 4,0 ein und rührt die Suspension weitere 2 h bei 5°C. Das kristalline Chlorcefadroxil-monohydrat sammelt man, wäscht es dreimal mit Wasser und trocknet bei 45°C, wobei man 295,5 g des Titelproduktes erhält; H₂O (KF)= 3,74%. Das IR-Spektrum entspricht im wesentlichen dem in Fig. 1 gezeigten und ist identisch mit demjenigen, das mit der gemäß Beispiel 1 hergetellten Probe erhalten wurde.

Claims (4)

1. Kristallines 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)- acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure-monohydrat mit im wesentlichen den folgenden Röntgenbeutungsreflexen:
2. Verfahren zur Herstellung von kristallinem 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetamido]-3- methyl-3-cephem-4-carbonsäure-monohydrat gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise
  • (a) 7-Amino-desacetoxy-cephalosporansäure in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel silyliert,
  • (b) die so hergestellte silylierte 7-Amino-desacetoxy- cephalosporansäure mit D(-)-α-Amino-α-(3-chlor- 4-hydroxyphenyl)-acetylchlorid-hydrochlorid in einem inerten, im wesentlichen wasserfreien, aprotischen Lösungsmittel in Gegenwart eines Säureakzeptors acyliert,
  • (c) alle Silylgruppen des acylierten Produktes durch Hydrolyse oder Alkoholyse abspaltet und
  • (d) das gewünschte Monohydrat herstellt, indem man
    • (i) den pH der Lösung von Stufe (c) in Gegenwart von überschüssigem Dimethylformamid oder Acetonitril erhöht, so daß sich das Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat von 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)- acetamido]-3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure bildet, dieses Solvat in angesäuertem Wasser oder einer Mischung aus angesäuertem Wasser und Acetonitril löst und den pH dieser sauren Lösung erhöht, um das gewünschte kristalline Monohydrat auszufällen, oder
    • (ii) den pH der Lösung aus Stufe (c) in Gegenwart von überschüssigem Dimethylformamid oder Acetonitril erhöht, um das Dimethylformamid- oder Acetonitril-Solvat von 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetamido]- 3-methyl-3-cephem-4-carbonsäure herzustellen und dieses Solvat mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt bringt, umd das gewünschte kristalline Monohydrat auszufällen, oder
    • (iii) den pH der Lösung aus Stufe (c) erhöht, um 7-[D-α-Amino-α-(3-chlor-4-hydroxyphenyl)-acetamido]-3- methyl-3-cephem-4-carbonsäure herzustellen und diese Säure mit Wasser oder einem teilweise wäßrigen Medium in Kontakt bringt, um das gewünschte Monohydrat zu kristallisieren.
3. Pharmazeutisches Mittel, enthaltend die Verbindung nach Anspruch 1 zusammen mit einem inerten, pharmazeutisch verträglichen Träger oder Verdünnungsmittel.
4. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen.
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