-
Vorrichtung zum Beseitigen von Erdmassen u. dgl. mittels Wurfräder.
Es sind Löffelbagger bekannt, bei denen die Baggerbecher vermittels eines Werkzeugträgers
an einem um eine wagerechte Achse schwenkbaren Ausleger beweglich angeordnet sind.
Hierbei ist das den schwenkbaren Ausleger tragende Gestell noch um eine senkrechte
Achse drehbar gelagert, so daß die Löffelbagger durch Einstellung des Werkzeugträgers
an dem Ausleger und durch Einstellung des Auslegers am Gestell und durch Drehen
des Gestells- im Raum beliebig eingestellt werden können.
-
Ferner sind Erdschleuderwerkzeuge bekannt, bei denen die Wurf- oder
;Schleuderwerke ebenfalls an einem gelenkigen Arm befestigt sind, welcher mit dem
ganzen Maschinengestell auch um eine senkrechte Achse eingestellt werden kann.
-
Diese bekannten Geräte haben aber den Nachteil, daß bei Einstellung
des Löffelbaggers bzw. des Erdschleuderwerkes um die senkrechte Achse das ganze
Massengewicht der Maschine mitgedreht und eingestellt werden muß, und daß somit
eine große und schnelle Beweglichkeit der Einstellung der Löffelbagger bzw. der
Wurfräder selbst nicht gegeben ist.
-
Diese bekannten Löffelbagger und _Erdschleuderwerkzeuge eignen sich
nicht zum Beseitigen von Erdmassen, die an und zwischen den Fahrgleisen auf Kippen
und Halden von Bergwerken sich ansammeln und bei welchen Arbeiten ges darauf ankommt,
die eigentlichen Wurfräder in einfachster und schnellster Weise im Raume beliebig
von einer Stelle und von einem Arbeiter und bei verhältnismäßig großer Fahrgeschwindigkeit
des Fahrgerätes einstellen zu müssen.
-
Nach der vorliegenden Erfindung läßt sich dieser Zweck in einfachster
Weise dadurch erreichen, daß der den schwenk- und feststellbaren Werkzeugträger
tragende, um eine wagerechte Achse schwenkbare Ausleger in einer um eine senkrechte
Achse drehbaren Büchse gelagert ist, welche über dieser Achse die für die Einstellhandräder
gemeinschaftliche Handwelle trägt. Hierdurcb. wird der Vorteil erzielt, daß die
dreifache Lagerung gleichsam auf eine Stelle der ganzen Maschine derart zusammengelegt
ist, daß sowohl die Einstellung des Auslegers, des Trägers und die Drehung des den
Ausleger und den Träger tragenden Teiles um die senkrechte Achse von einem Arbeiter
und von einer Stelle aus in einfachster Weise gehandhabt werden kann.
-
Durch die neue Anordnung ist es ermöglicht, z. B. bei einer Fahrgeschwindigkeit
der illaschine von r 2o bis t 8o m in der Minute die Werkzeuge in jeden beliebigen
Winkel zur Fahrtrichtung einzustellen, um bei Hinderniss@en (Masten, Weichen, Gleiskreuzungen,
Überbrückungen) schnellstens auszuweichen, ohne die Arbeit der Maschine, das ist
die restlose Beseitigung der angehäuften Massen, auch bei genannten Hindernissen
zu unterbrechen.
-
Der Gegenstand der Erfindung ist auf beiliegender
Zeichnung
in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
-
Auf eineng auf einem. Gleis fahrbaren Untergestell a ist ein Drehzapfen
b befestigt, auf dem eine Büchse c mit zwei hintereinanderliegenden Schildzapfen
d drehbar aufgesetzt ist. Letztere bilden die Lagerstellen für einen aus [:-Eisen
gebildeten Ausleger e, an dessen einem Ende der Doppelträger f drehbar angelenkt,
also ausschwingbar gelagert ist. Unten am Träger f, der durch Ausschwingen in senkrechter
Ebene eingestellt werden kann, sind in kräftiger Verlagerung die Wurfräder g von
verschiedenem Durchniesser lind am oberen Ende des Trägers ein oder mehrere Ausgleichsgewichte
la allgebracht. Über den Schildzapfen d und oben auf der Büchse c sind auf einer
Achse i eine beispielsweise zweirillige Trommel j für .ein um dieselbe herumgelegtes
Drahtseil k sowie ein Handrad L aufgekeilt. Die freien Enden dieses Drahtseiles
sind oberhalb und unterhalb des Zapfens in zur drehbaren Verbindung des Auslegers
e> mit dein Träger fall dieseln der-. art befestigt, daß bei einer durch (las Hand-rad
leingeleiteten Drehung der Seiltroimriel j
in der einen oder anderen Richtung
und demzufolge des Zuges i111 oberen oder unteren Dralltseiltruin der Träger f schräg
gestellt wird, demnach also die unten an letzter ein gelagerten Wurfräder g zu den
seitlich von dein Fahrgleis angesammelten Massen sich einstellen lassen. Die Einstellung
der Wurfräder g nach Maßgabe der Schichthöhe der angesammelten Massen erfolgt (furch
eine Kippbewegung des Auslegers e in senkrechter Ebene um die Schildzapfen d, hingegen
die Verdrehung des Auslegers c finit dem an ihm drehbaren Träger f in wagerechter
Ebene durch Verdrehung der Büchse c auf dem Drehzapfen b. Die Kippbewegung des Auslegers
c sowie das Heben und Senken der Wurfräder g unten am Träger f wird durch Drehung
eines größeren Handrades ia und eines finit diesem auf der Welle i gemeinsam sitzenden
Zahnrades o bewirkt, das mit einem am Ausleger c sitzenden Zahnrad p im Eingriff-
steht. Die Verdrehung des Auslegers e kann vollständig im Kreise sowie die Einstellung
des die Wurfräder tragenden Trägers f bis vor und in das Gleis durch Vers'chi,ebung
voll Hand und unter Vermittlung der Büchse c auf dem Zapfen b fortgesetzt werden.
An dieser Verdrehung nimmt das zum Schutze der Bedienungsmannschaft dienende Häuschen
q teil.
-
Auf dem freien Ende des Auslegers e ist ein ganz oder teilweise zum
Ausgleich der ,lassen dienender gekapselter Rlektro- oder Verbrennungsmotor r aufgesetzt,
neben dem im Bedarfsfall noch ein Ausgleichsgewicht angeordnet sein kann. Der Riemen
einer auf der Motorwelle sitzenden Scheibe s ist um eine größere Riemenscheibe t
auf dem Zapfen in herumgeführt: auf letzterem sitzt eine finit der Scheibe t fest
verbundene Riemen-oder Kettenscheibe ii, die durch einen nach abwärts geführten
Riemen u oder eine Kette die Riemen- oder Kettenscheibe w auf der Welle -- für die
Wurfräder g in Tätigkeit und dadurch die letzteren selbst in Umdrehung versetzt.
-
Während des Anarbeitens der Wurfräder (i,egell die vor und hinter
den Schienen allgesammelten Massen verhindert eine geeignete Feststeli- oder Sperrvorrichtung
die wagerechte Drehung des Auslegers e. Die am unteren Ende des Trägers f gelagerten,
gegen die angesammelten Massen eingestellten Wurfräder g schleudern bei ihrer Umdrehung
und während der fortwährenden Weiterverschiebung des Fahrgestelles a die von den
Gleisen zu entfernenden Massen zur Seite, so daß die Gleise stets in fahrbarem Zustande
für die Kippwageil sich befinden.
-
Bei der nach der Erfindung ausgeführten Vorrichtung wird infolge der
überaus leichten und schnellen Einsteilbarkeit der Wurfräder die Möglichkeit geschaffen,
das die Vorrichtung tragende Wagengestell auf den Fahrgleisen iliit einer verhältnismäßig
großen Fahrgeschwindigkeit zu bewegen und hierbei die Erdmassen in jeder gewünschten
Wurfrichtung zu entfernen. Selbst bei der Anordnung von Leitungsmasten neben (gen
Fahrgleisen, z. B. in einem Abstande von 40 111, kann unter Einhaltung der großen
Geschwindigkeit die Ausschwenkung der Vorrichtung aus dem Bereich der Leitungsmasten
durch Einstellung des finit Wurfrädern besetzten Trägers f 1n die Senkrechte, durch
Höherstellung des Auslegers e in der Senkrechten und durch Drehung des letzteren
in der wagerechten Ebene um den senkrechten Zapfen von einem einzigen Mann vermittels
der einfachen Stellvorrichtung bewirkt werden, so (laß die Vorrichtung ohne jedweden
Stillstand all den Leitungsmasten vorbeigefahren werden kann.
-
Eine nach der Erfindung ausgeführte Vorrichtung eignet sich auch insbesondere
zur Herstellung voll Fahrgleisrampell an Kippen oder Halden, zu welchem Zweck die
Einstellung der Vorrichtung in der Wagerechten uln 36o° sowie die Einstellung der
Wurfräder in einem beliebigen Winkel zum Fahrgleis erforderlich ist.
-
Bei Anwendung der Vorrichtung zu diesem Zweck wird der Vorteil erzielt,
daß die Bodenebene des Fahrgleises verhältnismäßig klein ausgeführt werden kann.