-
Einrichtung zur selbsttätigen Härteregelung von Röntgenröhren. Die
Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur selbsttätigen Härteregelung von
Röntgenröhren, bei der ein von der an der Röhre liegenden Hochspannung beeinflußtes
Härteprüfgerät rnit der Härteregelungsvorrichtung zusammenwirkt. Bei den bisherigen
Einrichtungen dieser Art wurde die Tätigkeit der Härteregelungsvorrichtungdurch
eine zwischen den Klemmen des die Röhre betreibenden Induktors gebildete Funkenstrecke
beeinflußt. Diese Anordnung zeigt im praktischen Betriebe wesentliche Nachteile.
Durch die Funkenstrecke werden im Dauerbetriebe sehr beträchtliche Ozonmengen in
dem Behandlungsraum erzeugt, die leicht Ozonvergiftungen der sich in dem Raum aufhaltenden
Personen hervorrufen. Ferner ist das mit (dem Überbang der Funken verbundene starke
Knattern für die mit dem Betriebe der Röntgenröhre beschäftigten Personen, namentlich
aber für die zu behandelnden Kranken, auf die Dauer unerträglich.
-
Nach der Erfindung wird deshalb eine Funkenstrecke zur Beeinflussung
der Härteregelungsvorrichtung ganz vermieden und letztere durch einen mittels elektrostatischer
Kräfte bewegbaren Körper beherrscht, der in einem von der Hochspannung abhängigen
elektrischen Felde liegt.
-
Beispielsweise kann dieser Körper als Platte ausgebildet sein, die
durch den aus einer an .den Hochspannungsstromkreis einpolig angeschlossenen Spitze
ausstrahlenden elektrischen Wind bewegt werden kann. Um dabei die Ausstrahlung der
Spitze von dem anderen Induktorpol unabhängig zu machen, kann (die Platte zwischen
der an den einen Pol des Induktors angeschlossenen Spitze und einer an den anderen
Induktorpol gelegten Platte beweglich angeordnet sein.
-
In den Abbildungen sind zwei Ausführungsformen der Einrichtung nach
der Erfindung schematisch dargestellt.
-
Durch den Iniduktor i wird in bekannter Weise die Röntgenröhre :2
gespeist, deren Härte mittels eines Osmoröhrchens 3 und einer Gasflamme 4 geregelt
wird. In die Gaszuleitung 5 ist ein Absperrorgan 6 eingeschaltet, an dem ein unter
dem Einfluß einer Feder 7 stehender Hebel 8 befestigt ist, der an einen drehbaren
Doppelhebel g gelenkig angreift. Das freie Ende .dieses Hebels trägt einen Anker
io, der mit einem Elektromagneten i i zusammenwirkt, welcher in dem Stromkreis einer
Stromquelle 12 liegt.
-
Mit dem positiven Induktorpol 13 ist gemäß Abb. i durch eine Leitung
1¢ eine feststehende Spitze 15 aus einem stromleitenden Stoffe verbunden, der gegenüber
in einem gewissen Abstande ein Plättchen 16 aus einem isolierenden Stoffe, z. B.
Glimmer, sich befindet. Das Glimmcrplättchen 16 ist an einem um den Zapfen 17 drehbaren
Träger 18 aus Isolierstoff befestigt und wird durch ein Gegengewicht ig beeinflußt,
.das es in der Senkrechtlage zu halten sucht. Zur besseren Einstellung kann noch
an einem Arm 2o des Trägers 18 ein verstellbares Gewicht 21 angebracht sein. Am
Träger 18 ist noch ein dritter Arm 22 aus einem stromleitenden Stoff angebracht,
der ein Kontaktstück 23 trägt und in den Stromkreis der Quelle 12 so eingeschaltet
ist, :daß er zusammen mit dem Kontaktstück 2q. einen Schalter bildet.
-
Bei genügend hoher Spannung, die z. B. hei Röntgentherapiebetrieb
stets vorhanden ist, entsteht an der Spitze 15 der sogenannte elektrische Wind,
dessen Stärke sich genau nach Maßgabe der Spannung ändert. Die Einrichtung ist so
eingestellt, daß bei einer ,gewissen Spannung irr Stromkreise der Röntgenröhre 2
der Stromkreis des Relais io, 1i geöffnet ist und das Absperrorgan 6 sich in seiner
Drossellage befindet, bei welcher .die Gasflamme q. das Osmoröhrchen 3 nicht berührt.
-
Wird die Röhre 2 zu hart .und steigt demgemäß ,die Hochspannung, so
nimmt auch die Stärke des durch die Spitze 15 erzeugten elektrischen Windes zu,
und das Glimmerplättchen 16 wird von ,der Spitze abgestoßen. Hierdurch kommt das
Kontaktstück 23 mit ,dem Kontaktstück 2q. in Berührung, der Anker io wird angezogen
und das Absperrorgan
6 so weit geöffnet, daß die Gasflamme-. das
Osmoröhrchen 3 berührt. Durch das in Glut geratene Röhrchen kann dann Wasserstoff
der Gasflamme in das Innere der Röntgenröhre 2 gelangen und ihren Härtegrad herabsetzen.
Ist die Hochspannung wieder auf den normalen Wertgesunken, so hat auch der aus der
Spitze 15 erzeugte elektrische Wind an Stärke so abgenommen, daß unter der Wirkung
des Gegengewichtes i9 -das Kontaktstück 23 in seine "Offenlage zurückkehrt und .den
Relaisstromkreis unterbricht. Unter der Wirkung der Feder 7 kehrt dann das Absperrorgan
6 in seine Drossellage zurück, so daß die Gasflamme 4 das Osmoröhrchen 3 nicht mehr
berührt.
-
Die Ausstrahlung der Spitze 15 ist voix ihrem Potential und dieses
wieder von der Isolation des anderen, negativen Ind uktorpols a5 gegen die Erde
oder der zwischen dein Minuspol und Erde liegenden Kapazität abhängig. Um die Härteregelung
davon unabhängig zu machen, kann der freien Seite des Glimmerplättchens 16 eine
Platte 26 in einem gewissen Abstande gegenübergestellt werden, die durch eine Leitung
27 mit dem negativen Pol25 des Induktors i verbunden ist, wie ,dies Abb. i mit gestrichelten
Linien zeigt. Hierdurch wird zwischen der Spitze 15 und der Platte 26 ein in genau
zu bestimmender Weise von :der Spannung abhängiges elektrisches Feldgeschaffen und
die Wirkung -der Einrichtung von etwa auftretenden Isolationsfehlern unabhängig
gemacht.
-
Als elektrostatisch einstellbarer Körper kann auch eine leichte Nadel
28 (Abb. 2) aus nichtmabinetischern .Stoffe .dienen, die zwischen oder besser etwas
seitlich von der bei jedem Röntgenapparat vorhandenen, durch die Spitze 29 und Platte
3o erzeugten Funkenstrecke angeordnet ist.
-
Die Nadel 2,8 ist in -der Wagrechtebene schwingbar an einem
Draht 3i o.,dgl. isoliert aufgehängt, in den eine Torsionsfeder 32 eingeschaltet
ist. Der Draht 31 kann isoliert in einer Führung 33 geführt sein. Zur Dämpfung ist
zweckmäßig die Nadel 28 in einem Ölbad 34 untergebracht. An dem Draht 31
ist ein Arm 35 befestigt, der ein Kontaktstück 36 trägt. Der Draht 31 wird in den
Stromkreis der Stromquelle 12 eingeschaltet, während das bewegliche Kontaktstück
36 mit einem feststehenden Kontaktstück 37 als Stromschließer zusammenwirkt.
-
Die -Nadel 28 bildet einen Hochspannungsmesser, .der allein durch
das zwischen der Spitze a9 und der Platte 3o gebildete elektrische Feld. beeinflußt
wird, dessen Stärke sich proportional mit der Hochspannung ändert. Beim normalen
Betriebe ist die Torsionskraft der Feder 32 so groß .bemessen, daß das Kontaktstück
36 das Kontaktstücic 37 nicht berührt. Bei zunehmender Härte der Röntgenröhre :2
wächst infolge der zunehmenden Hochspannung die Stärke des Feldes zwischen Spitze
29 und Platte 30, so daß die Nadel 28 in dem Sinne gedreht wird, daß das Kontaktstück
36 auf Idas Kontaktstück 37 trifft. Durch .die Schließung des Relaisstromkreises
wird die Härteregelungsvorrichtung 6, 4, 3 der Röhre 2 in gleicher Weise beeinflußt
wie bei der Ausführungsform nach Abb. i.
-
Zur Steuerung der Härteregelungsvorrichtung der Röntgenröhre können
alle Hochspannungsmeßgeräte Verwendung finden, die ausschließlich von der Hochspannung
abhängig, .deren Ausschläge also :genau proportional den Schwankungen der Hochspannung
sind.