DE3502788C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reduzieren der
Schadstoffemission von Feuerungsanlagen nach dem Ober
begriff des Patentanspruches 1 sowie eine Vorrichtung zu
seiner Durchführung nach dem Oberbegriff des Patentan
spruches 4.
Aus der DE-OS 25 00 635 sind ein Verfahren und eine Vor
richtung der gattungsgemäßen Art bekannt, bei denen die
Ammoniakzuführungsleitung in verschiedenen Positionen in
einem Bereich unmittelbar vor Beendigung des Brennvor
ganges angeordnet sind. Die zum Zuführen des Ammoniaks
dienenden, mit Düsen versehenen Einleitungsrohre sind
dabei ortsfest angeordnet. Eine Variation der Zuführpo
sition des Ammoniaks ist nicht möglich. Die Zonen, in
denen die Ammoniakzuführungsleitungen angeordnet sind,
sind dabei derart ausgebildet, daß sie nicht von der
Flamme erreicht werden können. Mit dieser Vorgehensweise
läßt sich zwar eine Herabsetzung des NO x -Gehaltes errei
chen, jedoch besteht ein Bedarf daran, den NO x - und
SO2-Gehalt der Abgase unter Vermeidung von NH3-Schlupf
noch weiter zu reduzieren, als dies trotz der Zuführung
des Ammoniaks in einen genau definierten Temperaturbe
reich in die Brenngas/Abgasführung bei der bekannten
Vorgehensweise der Fall ist.
Aus der DE-OS 30 21 875 ist ebenfalls ein im wesentli
chen gattungsgemäßen Verfahren zum Reduzieren der Schad
stoffemission von Feuerungsanlagen bekannt, bei dem das
Zuführen des Ammoniaks zu Beginn des Verbrennungsvorgan
ges in der Weise erfolgt, daß die sich ausbildende Flam
me mit einem entsprechenden Schleier umgeben wird. Nach
teilig ist dabei, daß die Flamme zum Zeitpunkt bzw. am
Ort der Ammoniakeinführung noch inhomogen ist, wodurch
es leicht zu einer unerwünschten Verbrennung des zugeführ
ten NH3 und damit zur Erzeugung von weiterem NO x kommen
kann, wodurch das angestrebte Ziel, nämlich den NO x -
Gehalt drastisch zu verringern, geradezu in sein Gegen
teil verkehrt wird. Außerdem läßt sich dieses Verfahren
nicht bei der Verbrennung von schwerem Heizöl verwenden,
weil dort die Temperatur um ca. 400°C höher liegen
als beim Verbrennen von z. B. Steinkohlenstaub, so daß
bei Heizöl-Verbrennungsanlagen der vorstehend erörterten
Art insbesondere die vorgenannte NH3-Verbrennung mit zu
sätzlicher NO x -Erzeugung zu besorgen ist, bedingt durch
das Einführen des Ammoniaks zu Beginn des Verbrennungs
vorganges.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungs
gemäße Verfahren und die gattungsgemäße Vorrichtung da
hingehend weiterzubilden, daß der NO x - und SO2-Gehalt
der Abgase weiter reduziert werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in Weiterbildung des
Verfahrens der gattungsgemäßen Art durch die im Kennzei
chen des Patentanspruches 1 genannten Merkmale gelöst.
In der Vorrichtungskategorie ist die erfindungsgemäße
Weiterbildung des gattungsgemäßen Standes der Technik
Gegenstand des Kennzeichens des Patentanspruches 4. Die
Unteransprüche 2 und 3 kennzeichnen besonders vorteil
hafte Ausführungsformen des Verfahrens nach der Erfin
dung.
Das erfindungsgemäße Verfahren unterscheidet sich von
dem aus der DE-OS 25 50 635 bekannten dadurch, daß das
Ammoniak, in einem Bereich unmittelbar vor Beendigung
des Verbrennungsvorganges zugeführt, mit variabler Zu
führposition in Abhängigkeit von der jeweiligen Tempera
tur in diesem Bereich eingeleitet wird. Hierdurch ge
lingt es, den NO x - und SO2-Gehalt der Abgase unter Ver
wendung von NH3-Schlupf drastisch zu reduzieren, und
zwar bis weit unter die gesetzlich geforderten Emissi
onswerte (derzeit bei Schweröl 300 mg/m3 NO x ; 1700 mg/m3
SO2).
Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrun
de, daß eine zuverlässige Reduzierung von NO x und SO2 im
Abgas bis weit unter die bislang möglichen Emissionswer
te erzielt werden kann, wenn in der beanspruchten Weise
das flüssige NH4OH bzw. gasförmige NH3 in der Weise mit
einer wassergekühlten bzw. wärmeisolierten Sonde in z. B.
das Flammrohr bzw., je nach Flammrohrbelastung, in eine
der Wendekammer eines Dreizugkessels eingedüst wird,
daß sich die Sondenposition über den Lastbereich des
Kessels innerhalb des gewünschten "Temperaturfensters"
variieren läßt. Die Sonde kann bei hoher Feuerraumwärme
belastung beispielsweise eines Dreizugskessels in der
vorderen Wendekammer angeordnet werden. Dabei ist die
Einführsonde je nach Kesselgröße mit einer oder mehreren
Einführdüsen ausgerüstet, wobei über eine kessellastab
hängige Regelung die NH4OH- bzw. NH3-Mengen im gewünsch
ten Verhältnis geregelt werden können.
Die Abgase weisen praktisch kein freies NH3 mehr auf,
das heißt also, NH3-Schlupf wird vermieden. Das entste
hende Ammoniumsulfat wird zum größten Teil gasförmig mit
den Abgasen abgeführt; ein sehr geringer Anteil dessel
ben kann auch über Staubabscheider abgeschieden werden.
Der gewünschte SO2-Gehalt der Abgase bzw. die Zusammen
setzung der entstehenden Ammoniumverbindungen werden
über das jeweils zweckmäßigste Molverhältnis (NH3 zu NO
bzw. SO2) gesteuert. Das erfindungsgemäße Verfahren läßt
sich nicht nur bei Dreizugkesseln, sondern auch bei an
deren Kesselbauarten, wie zum Beispiel Strahlungskes
seln, sowie bei allen fossilen Brennstoffen (beispiels
weise Schweröl, Leichtöl, Gas, Kohle) für die zuverläs
sige Reduktion von NO x - bzw. NO x - und SO2-Emissionen im
Abgas einsetzen.
Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der schematischen Zeichnung im einzelnen erläu
tert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Dreizugkessel, teilweise ge
schnitten, in der Seitenansicht; und
Fig. 2 einen Strahlungskessel im Schnitt.
Wie die Zeichnung erkennen läßt, weist die Vorrichtung
nach der Erfindung bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
sowohl im Fall des Dreizugkesels von Fig. 1 als auch im
Fall des Strahlungskessels von Fig. 2 jeweils mehrere in
einem Feuerraum 10 angeordnete Einführsonden 12 auf, die
einerseits mit Temperaturmeßeinrichtungen (nicht ge
zeigt) und andererseits mit Einführdüsen 14 zum Eindüsen
von gasförmigem NH3 bzw. flüssigem NH4OH in das Brenn
gasgemisch, dessen Verbrennung noch nicht abgeschlossen
ist, versehen sind. Fig. 1 läßt insbesondere erkennen,
daß dort die links gezeigte Einführsonde 12 mit Einführ
düse 14 in einer vorderen Wendekammer 16 angeordnet ist.
Dadurch, daß die Position der Einführsonden 12 kessel
lastabhängig variierbar ist, läßt sich das Ammoniak je
weils an einer Position in das Brenngasgemisch einfüh
ren, die die Einhaltung des für eine optimale Schad
stoffreduzierung erforderlichen "Temperaturfensters" er
möglicht.
Bezugszeichenliste
10 Feuerraum
12 Einführsonde
14 Einführdüse
16 vordere Wendekammer
12 Einführsonde
14 Einführdüse
16 vordere Wendekammer
Claims (4)
1. Verfahren zum Reduzieren der Schadstoffemission von
Feuerungsanlagen, bei dem der NO x -Gehalt der Abgase
durch Zuführung von Ammoniak in flüssiger NH4OH- oder
gasförmiger NH3-Form in die Brenngas/Abgasführung ver
mindert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung
des Ammoniaks über eine beweglich geführte, mit einer
Temperaturmeßeinrichtung versehene Einführsonde in einen
Bereich unmittelbar vor Beendigung des Brennvorgangs er
folgt und die Position der Sonde über die Temperatur ge
steuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch kes
sellastabhängiges Regeln der Menge des zugeführten Ammo
niaks.
3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch
Steuern der Menge des zugeführten Ammoniaks hinsichtlich
des Molverhältnisses von NH3 zu NO und/oder SO2 zum Ein
stellen eines gewünschten SO2-Gehaltes des Abgases bzw.
der entstehenden Ammoniakverbindungen.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorangehenden Ansprüche, mit einer Einrichtung zum
Einführen von Ammoniak in die Brenngas-Abgasführung, ge
kennzeichnet durch wenigstens eine in dem Bereich unmit
telbar vor Beendigung des Brennvorgangs beweglich ge
führte, mit einer Temperaturmeßeinrichtung versehene
Einführsonde (12).
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