DE350628C - Verfahren zur Gewinnung von Alkalicyaniden - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Alkalicyaniden

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DE350628C
DE350628C DE1918350628D DE350628DD DE350628C DE 350628 C DE350628 C DE 350628C DE 1918350628 D DE1918350628 D DE 1918350628D DE 350628D D DE350628D D DE 350628DD DE 350628 C DE350628 C DE 350628C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/002Synthesis of metal cyanides or metal cyanamides from elementary nitrogen and carbides

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Alkalioyaniden. Das besonders als Ausgangsstoff für andere Verbindungen wertvolle Cyancaliunm wird heutzutage hauptsächlich aus der Gasreinigungsmasse oder auch aus der Melasseschlempe hergestellt. Die wertvollen Eigenschaften des Cyancaliums und seine vielseitige Brauchbarkeit legen aber den Wunsch nahe, andere Herstellungsverfahren und auch solche unter Zugrundelegung anderer Ausgangsstoffe zu finden, zumal die Melasseschlempe ein wertvolles Viehfutter darstellt.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Alkalicyanid, das sich auf den im Hochofenbetrieb bezüglich der Entstehung von Cyancalium gemachten Erfahrungen aufbaut: Dort hat man nämlich eine Ansammlung von Cyancalium im Gestell des Hochofens beobachtet, die ihren Ursprung in alkalihaltigen Erzen findet. Man hat auch schon vorgeschlagen, das Cyancalium imn Hochofen zu gewinnen; es läßt sich aber ein derartiges Verfahren schlecht mit dem Hochofenbetrieb vereinigen, da dieser natürlich in erster Linie auf die Gewinnung von Roheisen gerichtet ist und danach geführt werden muß, während die Rücksichten auf derartige Nebenerzeugnisse hier zurücktreten müssen.
  • Gemäß der Erfindung sollen die Bedingungen, die für die Entstehung von Cyancalium im Hochofenbetrielb maßgebend sind, plani n äßi g geschaffen und weiter ausgebaut werden, und zwar unter Zugrundelegung der belannten Schlackenabstichgaserzeuger, die in ihrer Betriebsweise eine große Ähnlichkeit mit den Hochöfen besitzen. Hier besteht aber zunächst eine größere Freiheit in der Führund' des Betriebes insofern, al's hier nicht ein so wertvolles und empfindliches Haupterzeugnis wie das Eisen gewonnen werden soll, sondern Gase, die einmal nicht so wertvoll und auf der andern Seite nicht so empfindlich sind, so daß sich hier die Anpassung des Betriebes an die Gewinnung von Alkalicyanid als Nebenerzeugnis viel besser durchführen läßr_ Man beschickt derartige Schlakkenabstichgaserzeuger mit Koks oder Kohlenbriketts, wobei die erforderlichen Zuschläge in Gestalt von Kalkstein und Eisenerzen gemacht werden, einmal um die Schlacke in leichtflüssiger Form zu erhalten und zum andern ihr bequemes Abstechen zu ermöglichen; der Zuschlag von Kalkstein ist dabei gleichzeitig für die Entschwefelung des- als Nebenerzeugnis fallenden Eisens -von Bedeutung. Mit dieser Beschickung werden gleichzeitig Alkalien, und zwar am besten die in der Natur vorhandenen Chloride der Alkalien, eingeführt, und zwar bei Verwendung von Kohlenbriketts unter Zuschlag dieser Alkalien gleich bei deren Herstellung, während bei der Verwendung von Koks die Salze trocken beigemengt werden. Durch Anwendung hocherhitzter Luft wird in dem Gestell :des Gaserzeugers eine hohe Temperatur erzeugt, unter der bei Rotglut aus dem Alkalichlorid eine Abspaltung von Salzsäure stattfindet, die mit dem erzeugten Gase in den oberen Teil des Gaserzeugers abgeht, und in Alkali, das bei rund rooo° C flüchtig wird. Dieses Alkali kann nicht durch den oberen Ausgang des Gaserzeugers hinaus, da dieser zu kalt ist, so daß, soweit- nicht ein mechanisches Wegtragen stattfindet, das Alkali mit der Beschickung , wieder herunterkommt. Soweit nicht auch ein Übertritt des Alkalis in die Schlacke stattfindet, geht also eine Ansammlung in dem unteren Teil des Gaserzeugerschachtes vor sich, so daß man durch einen hier vorgesehenen zweiten Gasabzug das Alkali in Metall- oder Oxvdforrn mit den heißen Gasen nach außen abziehen kann. Je nach der Temperatur, die dabei im unteren Schacht des Gaserzeugers herrscht, tritt eine Bindung ein zwischen dem Alkali, Kohlenstoff und Stickstoff zu Alkalicyaniden; ihre Gewinnung erfolgt durch einfache Kühlung der Gase. Besonders wichtig ist dabei der Umstand, daß infolge Fehlens von Kohlensäure die Umsetzungszone völlig neutral ist, da die Kohlensäure die Alkalicyanide sofort zersetzen würde.
  • Das niedergeschmolzene Eisen dient dabei als Katalysator, um die Bindung zwischen Alkali, Stickstoff und Kohlenstoff zu beschleunigen, und zwar hat sich ein Gehalt von Mangan als besonders geeignet hierbei erwiesen. Es werden daher manganhaltige Eisenerze oder Eisenerze mit Manganerzzuschlag verwendet. Der Unterteil des Gaserzeugerschachtes wird dabei aus Kohlenstoff hergestellt, dem einzigen Material, das gegen Alkalien nach Möglichkeit gesichert ist. Bei der Verwendung von Kalisalzen erzielt man dabei gleichzeitig eine als Düngemittel brauchbare Schlacke, während man bei Verwendung von Kohlenbriketts die teerigen Bestandteile in der Form von Tieftemperaturteer gewinnt, da infolge des nach oben abgezweigten Gas-Stromes eine Innendestillation der Beschikkung stattfindet. Der Umstand, daß dabei mit diesem Gasstrom auch die Säure nach oben wandert, ist insofern von großer Bedeutung, als dadurch der sekundären Zersetzung der gebildeten Alkalicyanide vorgebeugt wird.
  • Da bei den Gaserzeugern, wo die untere Gasabzugstelle über den Formen liegt, dort schon eine wesentlich niedrigere Temperatur vorhanden ist, die nicht mehr zur Cyanidherstellung genügt, ist es wichtig, die untere Gasabzugstelle in die Zone höchster Temperatur, also möglichst unmittelbar in die Höhe der Luftzuführung zu verlegen. Hierzu eignet sich ganz besonders ein Gaserzeuger mit rechteckigem Querschnitt, bei dem der untere Gasabzug gegenüber der Luftzufuhr und damit in gleicher Höhe liegt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Alkalicyaniden durch Vergasung einer Mischung von Kohle mit Alkalisalzen, schlackenbildenden Stoffen und Eisen-oder Nfanganverhindungen mittels heißer Luft, dadurch gekennzeichnet, daß hierzu ein Abstichgaserzeuger benutzt wird, aus dem unmittelbar aus der durch genügende Luftzufuhr über den Siedepunkt der Alkalicyanide erhitzten Umsetzungszone ein Teil der Gase' abgezweigt wird, um auf die darin enthaltenen Cvanide verarbeitet zu werden, während der übrige Teil der Gase, der bei der Anwendung von Alkalichloricl als Zusatz zur Kohle Salzsäuregas enthält, 5vie üblich oben abgezogen wird.
DE1918350628D 1918-01-03 1918-01-03 Verfahren zur Gewinnung von Alkalicyaniden Expired DE350628C (de)

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