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Verfahren und Anlage zur thermischen
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Behandlung von organischen Schlämmen Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur thermischen Behandlung von organischen Schlämmen, insbesondere
Klärschlamm, zur umweltfreundlichen Beseitigung derselben. Die Erfindung betrifft
ferner eine Anlage zur Durchführung eines derartigen Verfahrens.
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Organische Schlämme, insbesondere Klärschlamm, lassen sich durch thermische
Zersetzung (Pyrolyse) ähnlich einer Trockendestilation in gasförmige und feste Bestandteile,
die sog. Pyrolysegase und den sog.
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Pyrolysekoks, überführen. Die Pyrolysegase stellen dabei einen hervorragenden
Energieträger dar, der einen relativ hohen Heizwert besitzt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur thermischen
Behandlung von organischen Schlämmen, insbesondere Klärschlamm, zur Verfügung zu
stellen, das sich durch eine hohe Ausbeute bzw. einen hohen Wirkungsgrad, einen
geringen Energiebedarf und geringste Umweltbelastungen auszeichnet.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der organische Schlamm, bei
dem es sich auch um Gemische aus organischen
und anorganischen Schlämmen
handeln kann, in einer ersten Stufe vorgetrocknet. Im nachfolgenden Text wird stellvertretend
für einen deratigen organischen Schlamm immer von Klärschlamm gesprochen, zu dessen
Behandlung sich das erfindungsgemäße Verfahren besonders eignet.
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Ein üblicher Klärschlamm besitzt etwa einen Trockensubstanzanteil
von c 30 t. Durch das Vortrocknen des Schlammes werden H2O-Dämpfe abgezogen, die
die nachfolgende pyrolytische Behandlung behindern können.
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Um möglichst nur Wasserdampf als Brüden zu bekommen, wird zweckmäßigerweise
bei Produkttemperaturen unter 1000 C vorgetrocknet. Als besonders geeignet hat es
sich erwiesen, den Klärschlamm auf eine Restfeuchte bis zu 20 0t zu trocknen.
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In einer zweiten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt eine
pyrolytische Behandlung des vorgetrockneten Klärschlammes. Die pyrolytische Behandlung
erfolgt vorzugsweise unter völligem Sauerstoffabschluß bei einer definierten Temperatur
und Verweilzeit, wobei vorzugsweise Temperaturen von 300 - 8000 C und Verweilzeiten
bis ca. 1 Stunde zur Anwendung gelangen. Die durch die thermische Zersetzung gewonnenen
gasförmigen Bestandteile (Pyrolysegase) stellen wichtige Energieträger dar, deren
Energie in der nachfolgend beschriebenen Weise genutzt wird. Die bei der Pyrolyse
anfallenden Festsubstanzen, der sog. Pyrolysekoks, werden ebenfalls abge:#ogen und
einer geeigneten Verwendung zugeführt.
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In der dritten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens findet vorzugsweise
eine Kondensation der Pyrolysegase
zur Trennung in leichte und
schwere Fraktionen statt.
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Die hierbei anfallenden Pyrolyseöle (schwere Fraktionen) werden abgeführt
und können als Energieträger mit einem vergleichbaren Heizwert wie Heizöl einer
nachfolgenden Verwendung zugeführt werden. Die leichteren Fraktionen (Gase) werden
ggf. nach einer Gasreinigung einer Verbrennung zugeführt. Die durch diese Verbrennung
entstehenden Rauchgase werden zur pyrolytischen Behandlung des vorgetrockneten Klärschlammes
eingesetzt.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich daher dadurch aus, daß
zur Durchführung der pyrolytischen Behandlung deutlich weniger Energie dem System
zugeführt werden muß als bei heute üblichen Verwertungsverfahren, sondern daß statt
dessen durch Verbrennung eines Teils der bei dem Verfahren entstehenden Produkte
die hierfür erforderliche Energie bzw. Atmosphäre zur Verfügung gestellt werden
kann. Damit läßt sich mit einem relativ geringen Energiebedarf der in großen Mengen
anfallende Klärschlamm nicht nur in umweltfreundliche Endprodukte verarbeiten, sondern
es lassen sich hieraus auch Substanzen gewinnen, die hochwertige Energieträger darstellen.
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Um den Energiebedarf für das erfindungsgemäße Verfahren weiter herabzusetzen,
werden bei einer besonderen Ausführungsform die zur pyrolytischen Behandlung eingesetzten
Rauchgase nach dieser Behandlung zum Vortrocknen des Klärschlammes verwendet. Bei
dieser Ausführungsform des Verfahrens entfällt somit auch eine äußere Energiequelle
für den Schritt des Vortrocknens, da die beim Pyrolyseschritt abgezweigten Rauchgase
eine ausreichend hohe Temperatur besitzen, um die gewünschte Vortrocknung des Klärschlammes
zu erreichen.
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Die zum Vortrocknen eingesetzten Rauchgase können dann in die Atmosphäre
abgegeben werden. Diese Gase sind so beschaffen, daß sie den heutigen und zukünftigen
Ansprüchen der Umweltverträglichkeit Genüge leisten.
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Auch die während des Vortrocknungsschrittes anfallenden Brüden werden
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren genutzt.
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Sie werden ggf. einer Kondensation unterzogen und dann zusammen mit
den Pyrolysegasen (bzw. deren leichteren Fraktionen) der Verbrennung zugeführt und
stellen somit einen Teil der für die pyrolytische Behandlung erforderlichen Energie
bzw. Atmosphäre zur Verfügung. Dadurch, daß die Brüden mitverbrannt werden, entsteht
keine Geruchsemission.
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Ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
darin, daß sowohl beim Vortrocknungsschritt als auch beim Schritt der pyrolytischen
Behandlung der Klärschlamm nicht in direkten Kontakt mit dem zur Aufbringung der
thermischen Energie eingesetzten Medium tritt. Die thermische Energie wird vielmehr
über ein Zwischenmedium auf den Klärschlamm abgegeben, so daß in der Vortrocknungsphase
das zum Vortrocknen verwendete gasförmige Medium (Rauchgase der Pyrolysestufe) keine
flüchtigen Teile des Klärschlammes aufnimmt und somit einerseits diesem keine Energie
entzieht und andererseits zu keiner Umweltbelastung führt. Entsprechendes gilt für
die Pyrolysestufe.
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Um eine kontinuierliche Arbeitsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens
zu sichern, findet während der Trocknungsphase und während der Phase der pyrolytischen
Behandlung eine Stetigförderung des Klärschlammes statt.
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Hierdurch wird eine gleichmäßige Einwirkung der aufge-
brachten
thermischen Energie auf den Klärschlamm sichergestellt.
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Die Erfindung betrifft ferner eine Anlage zur Durchführung des vorstehend
beschriebenen Verfahrens. Die Anlage umfaßt zwei Hauptbestandteile, nämlich einen
Trockner und einen Pyrolysereaktor. Der dem Pyrolysereaktor vorgeschaltete Trockner
arbeitet mit einem Trocknungsgas und weist an einem Ende eine Beschickungsvorrichtung
für den zu behandelnden Klärschlamm sowie eine Beschickungsvorrichtung für das Trocknungsgas
auf. Am anderen Ende des Trockners besitzt dieserAbnEühreinrichtung für den getrockneten
Klärschlamm (Ausfallkammer), eine Abgasabführeinrichtung für die Trocknungsgase
und eine Brüdenabzugsvorrichtung.
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Der dem Trockner nachgeordnete Pyrolysereaktor weist an einem Ende
eine Beschickungsvorrichtung für den vorgetrockneten Klärschlamm auf, die von der
entsprechenden Abführvorrichtung des Trockners gespeist wird. Am anderen Ende des
Pyrolysereaktors befinden sich Abführvorrichtungen für die durch die thermische
Zersetzung entstandenen festen und gasförmigen Bestandteile. Die erfindungsgemäße
Anlage umfaßt ferner zweckmäßigerweise eine Kondensationsvorrichtung zum Gewinnen
von leichten und schweren Fraktionen der gasförmigen Bestandteile, wobei die schwereren
Fraktionen (Pyrolyseöle) abgezogen und die leichten Fraktionen einer Verbrennungseinrichtung
zugeführt werden. Die Verbrennungseinrichtung stellt die Einrichtung zur Beheizung
des Pyrolysereaktors dar, wobei die bei der Verbrennung erzeugten Rauchgase ihre
thermische Energie auf den vorgetrockneten Klärschlamm übertragen. Schließlich
ist
der Pyrolysereaktor mit einer Abzugseinrichtung für die Rauchgase ausgestattet.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Brüdenabzugsvorrichtung
des Trockners an die Verbrennungseinrichtung für die Pyrolysegase angeschlossen,
ggf.
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unter Zwischenschaltung einer Kondensationsvorrichtung, so daß eine
Verbrennung der Brüden zusammen mit den Pyolysegasen möglich ist. Ferner ist die
Rauchgasabzugsvorrichtung des Pyrolysereaktors an die Trocknungsgasbeschickungsvorrichtung
des Trockners angeschlossen.
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Somit kann das Rauchgas des Pyrolysereaktors alsTrocknungsgasquelle
für den Trockner eingesetzt werden.
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Der Trockner besitzt ein Gehäuse und ein in diesem drehbar angeordnetes
Rohrbündel. Das Gehäuse ist zweckmäßigerweise zylindrisch ausgebildet. Für die erfindungsgemäßen
Zwecke sollte das Rohrbündel mindestens drei Rohre enthalten. Die Rohre dienen zur
Aufnahme und Förderung des Klärschlammes und weisen hierzu in ihrem Inneren einen
Stetigförderer auf, bei dem es sich um eine in die Rohre eingebaute Wendel handeln
kann. Naturgemäß können auch andere Stetigförderer Verwendung finden, beispielsweise
Schnecken u.ä. Der Einsatz eines Rohrbündels anstelle eines einzigen Rohres hat
den Vorteil, daß eine größere Fläche für den Kontakt des Klärschlammes mit dem die
thermische Energie abgebenden Medium zur Verfügung steht.
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Das Rohrbündel ist drehbar im Gehäuse des Trockners gelagert, d.h.
das Bündel dreht sich als Ganzes um eine zentrale Achse. Es besteht ferner die Möglichkeit,
daß zusätzlich zu dieser Drehbewegung jedes Rohr um seine eigene Achse drehbar gelagert
ist. Jedenfalls wird
durch die Drehbewegung des Rohrbündels der
über die Beschickungsvorrichtung in die Rohre eingeführte Klärschlamm aufgrund der
in den Rohren angeordneten Wendeln stetig zum Abgabeende des Trockners gefördert.
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Um das zum Vortrocknen des Klärschlammes verwendete Gas mit dem Klärschlamm
in indirekten Kontakt bringen zu können, weisen die erwähnten Rohre zur Aufnahme
und Förderung des Klärschlammes einen Doppelmantel auf.
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Das Gas wird hierbei durch den zwischen beiden Mänteln vorhandenen
Raum bis zum Abgabeende des Trockners geführt, so daß es den Innenmantel des Rohres
umströmt.
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Dadurch, daß das Rohrbündel im Betrieb des Trockners gedreht wird,
erfolgt eine Um wälzung des Klärschlammes entlang der Innenseite des Innenmantels,
so daß eine gleichmäßige Kontaktierung des Gases über die innere Mantelfläche mit
dem Klärschlamm sichergestellt wird.
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Der Innenmantel wird somit durch das Gas im wesentlichen gleichmäßig
aufgeheizt und kann seine Energie an den zu trocknenden Klärschlamm abgeben. Durch
die Doppelmantelausführung der einzelnen Rohre wird ferner eine Gasführung mit hoher
Geschwindigkeit erreicht. Die Rohre selbst können als Glattrohre oder als Rippenrohre
u. dgl. ausgebildet sein. Durch die Längsführung der Gase entlang der Rohre wird
infolge der hohen Gasgeschwindigkeit ein hoher Wärmeübergang über die Rohrwandung
auf das Gut erzielt.
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Mit der vorstehend beschriebenen Ausführungsform des Trockners läßt
sich in einfacher Weise eine definierte Verweilzeit des Klärschlammes im Trockner
einstellen.
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Ilierzu braucht lediglich die Drehzahl des Rohrbündels geregelt zu
werden, über die gleichzeitig eine Fest-
legung der Geschwindigkeit
des Guttransportes möglich ist. Für die Zwecke der Erfindung als besonders geeignet
haben sich Rohrbündel erwiesen, die 30 - 40 Rohre aufweisen, welche einen Durchmesser
von 200 - 600 mm und eine Länge von 10 - 12 m besitzen.
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Uber die Vorteile der im Trockner durchgeführten indirekten Beheizung
wurde bereits eingangs hingewiesen.
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Der Pyrolysereaktor ist im wesentlichen ähnlich aufgebaut wie der
Trockner und umfaßt ebenfalls ein etwa zylindrisches Gehäuse, in dem ein Rohrbündel
drehbar gelagert ist. Die einzelnen Rohre weisen in ihrem Inneren eine Stetigfördereinrichtung,
beispielsweise eine Schneckenwendel, auf und dienen zur Aufnahme und Förderung des
vorgetrockneten Klärschlammes. Im Gegensatz zum Trockner besitzen hierbei die Rohre
jedoch keinen Doppelmantel, da die die the#rmische Zersetzung bewirkenden Gase nicht
in Förderrichtung des Klärschlammes, sondern quer zu dieser geführt werden. Diese
Querführung wird dadurch erreicht, daß das gesamte, drehbar gelagerte Rohrbündel
von einem stationären Mantel umgeben ist, der in seinem unteren Bereich eine Gaseintrittsöffnung
und in seinem oberen Bereich eine Gasaustrittsöffnung aufweist. Am oberen Ende des
Gehäuses des Pyrolysereaktors ist ein Ventilator angeordnet.
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Im Betrieb saugt der Ventilator die am unteren Ende in den Pyrolysereaktor
eingeführten Gase, bei denen es sich um die Rauchgase der Verbrennung handelt, durch
die untere Eintrittsöffnung des das Rohrbündel umgebenden Mantels in den mittleren
Bereich des Reaktors, wo die Gase mit den einzelnen Rohren des sich drehenden Rohrbündels
in Kontakt treten und ihre thermische Energie auf die Rohre abgeben, die diese auf
den im Inneren der
Rohre stetig geförderten Klärschlamm übertragen.
Die Gase verlassen den Mantel über die obere Austrittsöffnung und werden von dort
in dem zwischen dem Mantel des Rohrbündels und der Reaktorwand befindlichen Raum
wieder abwärts zur Eintrittsöffnung des Mantels geführt bzw. über eine Abzugseinrichtung
vom Pyrolysereaktor abgezogen und dem Trockner zugeführt.
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Die Verbrennungsvorrichtung, die in der Form von einer oder mehreren
Brennkammern ausgebildet ist, ist dem Pyrolysereaktor zweckmäßigerweise direkt zugeordnet
(Unterfeuerung), so daß Leitungen für die Zuführung der Rauchgase entfallen können.
Vorzugsweise ist die Brennkammer quer zur Längsachse des Pyrolysereaktors angeordnet,
so daß die entstehenden Rauchgase ohne große Wärmeverluste sofort in den Reaktor
eingeführt werden können.
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Eine spezielle Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, daß der Pyrolysereaktor in Förderrichtung des Klärschlamms in mehrere Zonen
aufgeteilt ist. Die einzelnen Zonen sind in bezug auf die Gasführung voneinander
abgeteilt, wobei jeder Zone eine Brennkammer und ein Ventilator zur Gasumwälzung
zugeordnet ist. Bei dieser Ausführungsform läßt sich über die nunmehr zonenweise
erfolgende Queranströmung der Rohre die Wärmestromdichte in Förderrichtung des Klärschlammes
zonenweise einstellen, so daß sich der Pyrolyseprozeß weitgehend steuern läßt. Beispielsweise
kann bei dieser Ausführungsform in der ersten Zone mit einer niedrigeren Temperatur
gefahren werden als in der zweiten Zone etc.
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Bei dem Aufbau des Pyrolysereaktors wird somit ebenfalls wie beim
Trockner von dem eine hohe Wärmeübertragungs-
fläche sichernden
Vielrohrp-rinzip Gebrauch gemacht.
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Durch die zweckmäßigerweise eingesetzten Wendelrohre findet ein schonender
definierter Transport des Klärschlammes unter Minimierung des Staubproblemes statt.
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Die Beschickung der Rohre erfolgt über eine Verteilerkammer, die von
dem vom Gas durchströmten Raum abgetrennt ist. Am Ende des Reaktors münden die Rohre
in eine vom vom Gas durchströmten Raum-abgetrennte Ausfallkammer, aus der die gasförmigen
Bestandteile einerseits und die festen Bestandteile (Pyrolysekoks) andererseits
abgeführt werden. Die Beschickung und der Abzug vom Trockner erfolgen zweckmäßigerweise
in entsprechender Weise.
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Der Pyrolysereaktor besitzt vorteilhafterweise eine separate Beschickungsvorrichtung
für Zuschlagstoffe.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung im einzelnen erläutert. Es zeigen: Figur 1 eine schematische
Darstellung einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens; Figur
2 einen schematischen Schnitt durch den in Figur 1 dargestellten Trockner; und Figur
3 einen schematischen Schnitt durch den in Figur 1 dargestellten Pyrolysereaktor.
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Die in Figur 1 dargstellte Anlage besteht aus einem Trockner 2, einem
diesem nachgeschalteten Pyrolysereaktor 3, einer Kondensationsvorrichtung 24 für
die
Pyrolysegase, einer Gasreinigungsvorrichtung 25 und einer Verbrennungsvorrichtung
26 sowie einer Kondensationsvorrichtung 15 für die beim Trocknen entstehenden Brüden.
Der Trockner 2 und der Pyrolysereaktor 3 sind mit entsprechenden Beschickungs- und
Abführ- bzw.
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Abzugsvorrichtungen versehen. Die einzelnen Teile der Anlage sind
über ein Leitungssystem miteinander verbunden.
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Der einen Trockensubstanzanteil < 30 % aufweisende Klärschlamm,
der aus einer beliebigen Quelle 32 stammen kann, wird über eine geeignete Beschickungsvorrichtung
4 zur Vortrocknung in den Trockner 2 eingegeben. Uber die Beschickungsvorrichtung
4 gelangt der Klärschlamm an das untere Ende einer Verteilerkammer 5 und wird dort
von den Wendeln 7 der Rohre 6 des rotierenden Rohrbündels erfaßt und in stetiger
Weise durch die Rohre gefördert. Zum Vortrocknen des Klärschlammes auf eine Restfeuchte
von ca. 20 % werden die vom nach folgend beschriebenen Pyrolysereaktor 3 abgeführten
Rauchgase über den Rohrstutzen 9 in das Innere des Trockners geführt, und zwar derart,
daß sie den Raum 8 zwischen dem Außenmantel und dem Innenmantel der doppelwandig
ausgebildeten Rohre passieren können.
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Um eine Beaufschlagung des Innenraumes der Rohre mit dem Gas zu verhindern,
sind die Außenmäntel kürzer ausgebildet als die Innenmäntel. Nachdem die Gase ihre
thermische Energie an den Innenmantel der Rohre 6 und somit auf den darin befindlichen
zu trocknenden Klärschlamm abgegeben haben, verlassen sie die Rohre des Rohrbündels
und werden über einen zentralen Rohrstutzen 12 aus dem Trockner herausgeführt. An
diesen Stutzen kann eine zu einem Kamin 13 führende Abgas-
leitung
angeschlossen sein.
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Die Rohre 6 des Trockners münden stromab in eine Ausfallkammer 10,
an die am unteren Ende eine Beschickungsvorrichtung 16 für den nachgeschalteten
Pyrolysereaktor 3 und am oberen Ende eine Abzugsvorrichtung 11 für die gebildeten
Brüden (im wesentlichen H2O-Dämpfe) angeschlossen ist. Der vorgetrocknete, eine
Restfeuchte von ca. 20 % aufweisende Klärschlamm gelangt über die Beschickungsvorrichtung
16 in eine Verteilerkammer 17 des Pyrolysereaktors 3 und wird von dort durch die
Wendeln 21 eines im Reaktor rotierenden Bündels von Rohren 20 erfaßt und stetig
durch die Rohre 20 gefördert.
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Während der Förderung des vorgetrockneten Klärschlammes durch den
Pyrolysereaktor erfolgt eine thermische Beaufschlagung der Rohre 20 und somit des
darin enthaltenen Klärschlammes, die zu einer thermischen Zersetzung des Schlammes
führt. Die thermische Beaufschlagung der Rohre 20 wird dadurch erreicht, daß Rauchgase
bei 27 in den Pyrolysereaktor 3 eingeführt und quer zur Förderrichtung des Klärschlammes
durch den Reaktorgeführt werden. Diese Zwangsführung wird mit Hilfe von Ventilatoren
19 erreicht.
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Der Pyrolysereaktor ist in Längsrichtung in einzelne Zonen 18 aufgeteilt,
in denen jeweils eine unterschiedliche thermische Beaufschlagung von einzelnen Rohrabschnitten
erfolgen kann.
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Die Rohre 20 münden in eine Ausfallkammer 22, aus der die festen Bestandteile,
der sog. Pyrolysekoks, über eine geeignete Vorrichtung abgeführt werden. Die gasförmigen
Bestandteile werden über eine Abzugsvorrichtung 23 aus der Ausfallkammer 22 entfernt
und einer Kondensationsvorrichtung 24 (nur schematisch gezeigt) zugeführt in der
eine Trennung in leichte und schwere Fraktionen
stattfindet. Die
schweren Fraktionen, d.h. die sog. Pyrolyseöle, werden aus dem System abgeführt
und stellen einen ausgezeichneten Energieträger bzw. ein chemisches Vorprodukt dar.
Die leichteren, d.h. gasförmigen, Fraktionen werden bei 25 einer Reinigung unterzogen
und danach einer Verbrennungsvorrichtung 26 zugeführt. In diese Verbrennungsvorrichtung
werden ebenfalls die vom Trockner kommenden Brüden über eine Leitung 14 und eine
Kondensationsvorrichtung 15, aus der das gewonnene Abwasser abgeführt wird, geführt.
Die Verbrennungsvorrichtung 26 ist unmittelbar dem Pyrolysereaktor 3 zugeordnet
und gibt die gebildeten Rauchgase an den Pyrolysereaktor ab.
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Figur 2 zeigt einen Schnitt durch den Trockner 2. Der Trockner besitzt
ein zylindrisches Gehäuse, in dem das Rohrbündel rotiert. Das Rohrbündel steht aus
einer Vielzahl von Rohren 6, die in Umfangsrichtung des Trockners in gleichen Abständen
angeordnet sind. Die Rohre weisen einen Doppelmantel 8 auf, wobei der zwischen dem
Innenmantel und dem Außenmantel gebildete Raum von dem die thermische Beaufschlagung
bewirkenden Gas durchströmt wird. Die Rohre sind jeweils im Inneren mit einer Schneckenwendel
7 versehen, die für eine stetige Förderung des Klärschlammes sorgt. Bei dieser Ausführungsform
sind mehrere kreisförmig angeordnete Rohrreihen vorgesehen, die jeweils unterschiedliche
Abstände zur Gehäuseachse aufweisen.
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Figur 3 zeigt einen Schnitt durch den Pyrolysereaktor 3.
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Der Pyrolysereaktor bildet ebenfalls ein etwa zylindrisches Gehäuse,
in dem ein Bündel von Rohren 20 drehbar angeordnet ist. Bei dem hier dargstellten
Ausführungsbeispiel sind 18 Rohre 20 vorgesehen, deren Mittelpunkte auf zwei Kreisen
mit
unterschiedlichen Radien liegen. Das auf diese Weise gebildete Rohrbündel wird auf
seiner Außenseite von einem Mantel 29 umschlossen, der eine untere Gaseintrittsöffnung
31 und eine obere Gasaustrittsöffnung 30 aufweist. Im Betrieb des Reaktors rotiert
das Rohrbündel innerhalb des Mantels 29. Am oberen Ende des Reaktors befindet sich
ein Ventilator 19, der aus der quer zur Reaktorachse angeordneten Verbrennungsvorrichtung
26 (Unterfeuerungsanlage) die Rauchgase über eine Offnung 27 in den Pyrolysereaktor
saugt, und zwar derart, daß das Rohrbündel quer angeströmt wird. Die Rauchgase treten
somit durch die Eintrittsöfffnung 31 in den Mantel 29 ein und verlassen diesen über
die Austrittsöffnung 30. Sie werden dann wieder durch den zwischen dem Mantel Z9
und der Reaktorwand gebildeten Raum zum erneuten Umlauf nach unten gedrückt oder
über einen Abzug 28 vom Reaktor abgezogen und dem Trockner zugeführt.