DE3514263C2 - - Google Patents

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DE3514263C2
DE3514263C2 DE19853514263 DE3514263A DE3514263C2 DE 3514263 C2 DE3514263 C2 DE 3514263C2 DE 19853514263 DE19853514263 DE 19853514263 DE 3514263 A DE3514263 A DE 3514263A DE 3514263 C2 DE3514263 C2 DE 3514263C2
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tobacco
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Otto Herzog
Reinhold 6741 Hayna De Weigel
Karl Zapf
Franz 6744 Kandel De Metz
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FRANZ METZ MASCHINENFABRIK 6744 KANDEL DE
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FRANZ METZ MASCHINENFABRIK 6744 KANDEL DE
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    • A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01D—HARVESTING; MOWING
    • A01D45/00—Harvesting of standing crops
    • A01D45/16—Harvesting of standing crops of tobacco

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Harvesting Machines For Specific Crops (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft eine Tabakerntemaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Die in verschiedener Höhe über dem Boden befind­ lichen Tabakblätter reifen nicht gleichzeitig. Der Reifeprozeß verläuft vielmehr von unten nach oben - jeweils mehrere Blätter gemeinsam, weshalb auch das Abernten in gewissen Zeitabständen zu erfolgen hat, wobei jeweils nur die gereiften Blätter abgeerntet werden.
Bekannt sind Tabakerntemaschinen, die, gesteuert von einer Person, einer Tabakpflanzenreihe entlang geleitet werden und dabei die reifen Tabakblätter von oben nach unten abdrücken oder abreißen. Dabei werden die Abblattelemente durch das empfindliche Blattwerk hindurchgetrieben, wobei dieses stark beschä­ digt wird. Der so geerntete Tabak erleidet nicht nur wesentliche Gewichtsverluste, wichtiger noch sind die Qualitätseinbußen. Die beschädigten Stellen sind nach der Trocknung mißfarbig, grün statt gelb oder braun, außerdem geben sie einen ätzenden Geruch ab. Dies ist auch der Grund, weshalb die Tabakwarenher­ steller für automatisch geernteten Tabak wenig Interesse zeigen und weshalb der Einsatz von automatischen Tabakerntemaschinen trotz vielfältiger Versuche und Angebote bislang nicht vorangekommen ist.
Aus der DE-OS 19 17 722 ist eine Tabakerntema­ schine bekannt, die mittels eines Schneidkopfs die Tabakblätter von unten her abtrennt. Hierzu ist die bekannte Tabakerntemaschine mit längs der abzuerntenden Tabakpflanzenreihe geführten Grundrahmen ausgerüstet, von denen jeder einen in Längsrichtung bewegbaren und durch eine Druckfeder nach vorne in Fahrtrichtung gedrückten Schlitten aufweist, auf dem ein den Schneid­ kopf tragender Hubzylinder mit vertikaler Achse angeord­ net ist. Am Schlitten befindet sich noch eine Pflanzen­ fußhalterung sowie ein Fühler, der durch einen heranna­ henden Pflanzenstamm betätigt wird, wodurch sich die Pflanzenfußhalterung um den Stamm schließt und damit der Schlitten mit Hubzylinder und Schneidkopf angehalten wird, während sich der Grundrahmen in Fahrtrichtung weiterbewegt. Jetzt beginnt der eigentli­ che Schneidvorgang, indem auf ein Schaltsignal hin der Hubzylinder ausgefahren wird, während gleichzeitig eine Zylinderkippvorrichtung den am Schlitten gelenkig angebrachten Hubzylinder aus der vertikalen Richtung in Richtung des Pflanzenstammes umkippt, so daß der Schneidkopf unter sanftem Druck gegen den Pflanzenstamm an diesem hochgleitet. Das Schneidmesser im Schneidkopf ist solange arretiert, bis eine Druckleiste durch den Druck des Tabakblatts entriegelt wird, wodurch das Schneidmesser nach oben springt und das Tabakblatt in der Nähe des Stammes abschneidet. Am Hubzylinder ist unterhalb des Schneidkopfs eine Vorrichtung zum Auffangen der abgeschnittenen Blätter angebracht.
Diese bekannte Tabakerntemaschine ist in mehrfacher Hinsicht in der Praxis kaum zu verwirklichen. Erstens kann das Messer bei jedem Schneidvorgang jeweils nur ein Blatt abtrennen. Zweitens würden Auswüchse wie Geiztriebe oder Rippenstummel das Messer schon auslösen, bevor es an das abzuschneidende Blatt bzw. dessen Rippe anstößt. Drittens kann das Schneid­ messer, da es auf einem Hubzylinder sitzt, erst ziemlich hoch über der Erde wirken, weshalb die unteren verwendbaren Blätter von Hand geerntet werden müssen. Viertens ist nicht glaubhaft, daß der Schneidkopf, auf einem beweglichen Schlitten ruhend, von der Pflanze festgehalten wird, während sich die Maschine normal weiterbewegt. Der Druck der zu spannenden Feder, die den Schlitten nach beende­ tem Schneidvorgang wieder in die Ausgangslage bringen soll, drückt den Stamm um oder mindestens zur Seite, so daß ein einwandfreies Funktionieren nicht anzunehmen ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tabakerntemaschine der bekannten Art so zu gestalten, daß alle Blätter eines Tabakfeldes, je nach Reifeeintritt, ohne jegliche Beschädigung auf einfachste Weise und in kürzester Zeit automatisch geerntet werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Tabakerntemaschine gelöst, wie sie durch den Patentanspruch 1 gekennzeichnet ist.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Im unteren Teil der Tabakerntemaschine befindet sich pro abzuerntende Tabakpflanzenreihe eine Abblatt­ vorrichtung, die wegen ihrer geringen Bauhöhe die bereits einige Zentimeter über der Erde beginnenden brauchbaren Blätter abernten kann. Das Abblatten geschieht von unten her möglichst nahe beim Stamm, also dort wo die Rippen noch frei von Blattwerk sind, so daß das seitlich aufwärts gerichtete wertvolle Blattwerk von der Messeranordnung nicht berührt werden kann. Wichtig ist auch, daß die Abblattvorrichtung in einem Arbeitsgang zugleich eine größere Anzahl Blätter abtrennen kann, soweit sie inzwischen seit dem vorangegangenen Abblatten wieder gereift sind.
Eine bevorzugte Ausführungsform besitzt einen Schneidkopf, bestehend aus zwei halbrunden nach oben geschärften Messern, die sich in dem Augenblick, in dem der Schneidkopf den Pflanzenstamm passiert, ausgelöst durch einen leichten Druck des Stammes gegen einen Auslösehebel, um den Stamm herumlegen und gleichzeitig blitzschnell nach oben geschleudert werden, wobei die vorgesehene Anzahl Blätter abgetrennt wird. In seiner höchsten (einstellbaren) Stellung wird der Schneidkopf ebenso blitzartig wieder geöffnet, um sich dann wieder in seine Ausgangsstellung abzusen­ ken.
Der ganze Schneidvorgang geschieht in so kurzer Zeit, daß er durch die Vorwärtsbewegung der Erntemaschi­ ne nicht beeinflußt werden kann, zumal vorsorglich die Messer auch horizontal nachgiebig nach allen Seiten angeordnet sind. Diese horizontal nachgiebige Anordnung der Messer gewährt auch bei nach der Seite gebogenen Pflanzen oder auch an sich krummen Stämmen einwandfreies Arbeiten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Tabakerntemaschine;
Fig. 2 eine Vorderansicht der Tabakerntemaschine im Einsatz an einer Tabakpflanze;
Fig. 3 eine Draufsicht der Tabakerntemaschine;
Fig. 4 einen Querschnitt der Tabakerntemaschine nach der Linie A-A in Fig. 1;
Fig. 5 in gegenüber Fig. 1 vergrößerter Darstellung eine Seitenansicht einer Abblattvorrichtung der Tabakerntemaschine in ihrer obersten Stellung;
Fig. 6 eine Seitenansicht der Abblattvorrichtung von Fig. 5 in ihrer untersten Stellung;
Fig. 7 eine Draufsicht der Abblattvorrichtung.
Die Tabakerntemaschine ist ein verhältnismäßig einfaches motorgetriebenes Gerät 1 auf vier Rädern 2 mit einer in der Höhe angeord­ neten Plattform 4, das mittels automatischer Lenkung durch die Tabakpflanzenreihen hindurchgeleitet wird. Das Gerät 1 kann zum Bearbeiten einer oder mehrerer Tabakpflanzenreihen ausgebildet sein. Die Plattform 4 wird von einem Maschinengestell 3 über den Rädern 2 getra­ gen, knapp über den Tabakpflanzen, etwa in 1,80 m Höhe. Die Räder 2 sind nach allen Seiten um 360 Grad verschwenkbar, um ein Wenden auf der Stelle zu ermögli­ chen. Die Räder 2 sind höhenverstellbar. Die Vorderräder sind mit einem Lenkarm 5 verbunden, der an seinem vorderen Teil zwei Tastschienen 6 aufweist, die in Bodennähe an den Pflanzenstämmen entlang gleiten. Die Tastschienen 6 sind verstellbar und durch eine Feineinstellung 8 an der Verbindungsstelle 7 von Rad 2 und Lenkarm 5 kann der Lauf des Gerätes 1 ge­ nauestens fixiert werden. Damit ist eine genauere Steuerung als von Hand möglich.
Die Räder 2 laufen jeweils in der Mitte zwischen zwei Tabakpflanzenreihen und zwar so, daß z. B. bei einem zweireihigen Gerät 1 die beiden zu beerntenden Reihen innerhalb der beiden Radspuren liegen. Bei einer Reihenbreite von z. B. 80 cm ergibt sich ein Radabstand von 1,60 m (40 + 80 + 40 cm).
Zwischen und außerhalb der zu bearbeitenden Pflanzenreihen sind dicht über dem Erdboden waagrechte Rahmenteile 9 angebracht, die je ein von der Front nach hinten laufendes Förderband 10 tragen, daneben in Richtung Pflanzenreihe zum Förderband 10 hindrehende Förderwalzen 11 und daneben bis zur Mitte der Pflanzen­ reihe je einen dünnen flachen Besen 12, dessen leicht nachgiebige Borsten an der den Tabakpflanzen zugekehrten Seite lose und auf der den Förderwalzen 11 zugekehrten Seite an einem Längsstab befestigt sind.
Durch die Förderbänder 10, Förderwalzen 11 und Besen 12 ist die ganze Fläche im Abblattbereich gegen den Erdboden abgedeckt, während die Tabakpflanzen ungehindert die Besen 12 passieren können.
Anschließend an die parallel zur Erde verlaufen­ den Förderbänder 10 sind schräg auf die Plattform 4 führende Schrägförderbänder 13 angeordnet. Weitere Bänder 16 übernehmen auf der Plattform 4 die Tabakblätter und führen diese einer dort aufgestellten Aufreihmaschine 14 zu, wo die Bedienungsperson diese ordnet und in die Aufreihmaschine 14 eingibt. Die aufgereihten Blätter bilden Bandeliere von etwa 1 m Länge, die jeweils nach ihrer Fertigstellung auf eine Gabel 17 in einen daneben stehenden Sammelbehälter 15 gelangen.
Bei bestimmten Tabaksorten werden die Blätter nicht aufgereiht, sondern in Pakete, sogenannte Racks zusammengepreßt, was die eine Bedienungsperson miterledigen kann.
Die Sammelbehälter 15 werden am Ackerende auf einen dort bereitstehenden, zum Abtransport in die Trocken­ scheune bestimmten Wagen umgeladen.
Den an dieser Tabakerntemaschine ausgebildeten Abblattvorrichtungen 20 kommt besondere Bedeutung zu. Ihre Aufgabe ist es, störungsfrei zu arbeiten, auch wenn die Stämme der Tabakpflanzen krumm sind, oder wenn sie nach der einen oder anderen Seite geneigt sind. Sie müssen mit großen und kleinen Blättern fertig werden. Sie müssen einstellbar sein für ein oder mehr, fünf oder sechs Blätter. Möglichst schnell soll es auch gehen. Dabei dürfen, was ganz wesentlich ist, keine Blätter beschädigt werden.
Dies alles erfüllen die Abblattvorrichtun­ gen 20, die das Produkt ausgiebiger Beobachtungen der Tabakpflanze, seiner Eigenschaften und Strukturen, aber auch ausgiebiger intensiver Versuche sind.
Die Abblattvorrichtungen 20 weisen auf einem ca. 90 cm langen Grundrahmen 21 ein Schneidwerk 22 mit Antriebsmotor 25 und direkt gekoppeltem Getriebe 26-28 auf. Die Abblattvorrichtungen 20 sind an Lagerösen 23 um eine vertikale Achse pendelnd aufgehängt. Die Lagerösen 23 befinden sich im Schwerpunkt der Abblattvorrichtung 20, die deshalb auch bei unebenem Gelände gleichmäßig pendelt und nach keiner Seite tendiert.
Die Lagerösen 23 sind durch eine Halterung 19 mit dem Erntegerät 1 verbunden, indem der Vierkant­ stutzen der Halterung 19 über die von der Plattform 4 bis knapp über das Längsförderband 10 reichende senkrecht angebrachte Schiene 18 gleitend geschoben und durch eine Stellschraube in jeder Höhenstellung befestigt werden kann.
Die Lagerösen 23 befinden sich ziemlich am hinteren Ende der Abblattvorrichtung 20 und zwar so, daß diese dort mit ihrer der Pflanzenreihe zugekehr­ ten Flanke etwa 5 bis 7 cm von der Mitte der Pflanzen­ reihe entfernt ist, während sie am vorderen Teil mit ihrem Schneidkopf 54 etwa 5 bis 7 cm über die Mitte der Pflanzenreihe hinaus pendelt. Eine weiche Feder 24, die zwischen der Halterung 19 und dem pendeln­ den Teil der Abblattvorrichtung 20 wirkt, hält sie in dieser Stellung.
Ein Leitbügel 79, der am vordersten Ende der Abblattvorrichtung 20 befestigt ist, steht schräg nach vorn. Dadurch wird erreicht, daß sich die Abblatt­ vorrichtung 20 allen Tabakpflanzen, auch krummen oder geneigten anpaßt. Jeder Pflanzenreihe ist jeweils eine Abblattvorrichtung 20 zugeordnet.
Der weitere Aufbau der Abblattvorrichtung 20 wird nachfolgend mit der Schilderung ihrer Arbeits­ weise beschrieben.
Die Abblattvorrichtungen 20 werden auf die nötige Höhe eingestellt und dann durch Einschalten der Antriebsmotoren 25 in Betrieb gesetzt. Anschließend wird das Erntegerät 1 vorwärtsbewegt, sei es daß es mit Eigenantrieb ausgestattet ist oder von einem Zugfahrzeug geschleppt wird.
Zunächst berührt der Leitbügel 79 die erste Tabakpflanze, gleitet an dieser entlang, bis von ihr ein Kontaktstift 80 betätigt wird, wodurch das Schneidwerk 22 für einen Arbeitstakt eingeschaltet wird. Ein zusätzlicher Leitbügel 78 am Schneidkopf 54 stellt sicher, daß eine krumme Tabakpflanze nicht vorzeitig in den Messerbereich des Schneidkopfs 54 gelangt.
Der sehr leicht um ein Stiftlager 81 bewegliche Kontaktstift 80 löst über einen Zugstab 82 einen Kurbelanschlag 83, wodurch ein Kupplungsöffner 84 durch eine Zugfeder 31 in das ständig laufende Kupp­ lungsrad 28 des Getriebes 26-28 einrastet und eine auf einer Getriebewelle 32 gelagerte Kurbel 29 mitnimmt. Dadurch wird ein über einen Lagerbolzen 33 an die Kurbel 29 angelenktes Pleuel 34 aus der Ruhestellung a (Fig. 6) nach unten und rückwärts bewegt, wobei ein Pleuelfinger 39 am vorderen Ende des Pleuels 34 in einen Bolzen 68 eines Zughebels 67 am Schneidkopf 54 einrastet.
Der Zughebel 67 zieht eine Zugstange 69 soweit zurück, daß eine Segmentscheibe 58 eine Vierteldrehung um ein Segmentlager 59 macht und eine Schließfeder 61 an Segmentritzeln 62 a, 62 b befestigte Messerhal­ ter 63 mit daran angeordneten Halbschalenmessern 64 und den auf deren Innenseite in kurzen Abständen befestigten Gleitkufen 65 schließt. Ein an einem Riegelhalter 72 angelenkter Fallriegel 70 dient zur Arretierung der Segmentscheibe 58 und dadurch der Messeranordnung in ihrer Schließstellung.
Inzwischen hat infolge des sich immer weiter nach rückwärts bewegenden Pleuels 34 ein Zugbund 38 dieses Pleuels 34 eine Pleuelbuchse 37 erreicht und schiebt nun einen Kipphebel 40 ebenfalls nach rück­ wärts, der seinerseits über ein Anlenklager 51 die Hubarme eines Parallelogrammgestänges 50 hochbewegt. Dadurch löst sich ein an einem vorderen Anbauwinkel 55 des Parallelogrammgestänges 50 angebrachter Arretierbol­ zen 74 aus den Klemmrollen 76 von Arretierhebeln 75, die über ein Lager 77 am Grundrahmen 21 befestigt sind.
Durch zwei Spannfedern 53, die zwischen dem Parallelogrammgestänge 50 und einer Montageleiste 42 des Grundrahmens 21 angreifen, wird nun der Schneid­ kopf 54 über die beiden Hubarme des Parallelogrammgestänges 50 hochgeschleudert. Ein an einem Portalrahmen 43 gelagerter und durch eine Dämpfungsfeder 46 gegen einen Anschlag 47 des Portalrahmens 43 vorgespannter Dämpfungshebel 44 dient zusammen mit einer Stellschraube 45 als regulierbare Höhenbegrenzung.
Da die gesamte Abblattvorrichtung 20 quer zur Fahrtrichtung und im Schneidkopf 54 die Messeranord­ nung mit einer Schwenkplatte 56 um eine Achse 57 längs zur Fahrtrichtung pendelt, kann die Messeranord­ nung, jetzt geschlossen, spielend leicht den Neigungen und Krümmungen des Pflanzenstammes folgen. Eine zwischen Anbauwinkel 55 des Schneidkopfs 54 und Schwenkplatte 56 der Messeranordnung angreifende weiche Schwenkfeder 66 hält die Messeranordnung in Mittelstellung. Die etwa 2 mm dicken, nach oben sich verjüngenden Gleitkufen 65 auf der Innenseite der Halbschalenmesser 64 verhindern, daß diese, besonders bei krummen Pflanzenstämmen, zu dicht an diese herankommen.
Die Messeranordnung ist so ausgelegt, daß sie dickere Pflanzenstämme gerade noch umschließt, während sich bei dünneren Stämmen die Halbschalenmesser 64 an ihrem äußeren Ende überlappen. Die starke Schließ­ feder 61 ermöglicht den Ausgleich.
Wenn der Schneidkopf 54 den durch den Dämpfungs­ hebel 44 festgelegten Höchststand erreicht hat, hat bereits ein mit den Hubarmen 50 verbundener Riegelöffner 73 einen Stift 71 am Fallriegel 70 hochgenommen, wodurch die Arretierung der Segmentscheibe 58 gelöst wurde. Eine Öffnungsfeder 60, die zwar wesentlich schwächer als die Schließfeder 61 ist, kann aber, da diese Schließfeder 61 nicht mehr gespannt ist, die Halbschalenmesser 64 sofort öffnen, bevor diese nach unten gehen und bis zum nächsten Arbeitstakt von den Klemmrollen 76 festge­ halten werden.
Die Halbschalenmesser 64 und ein auf der Anlenk­ seite zwischen ihnen angeordnetes feststehendes Messer 64 a sind auf der Innenseite glatt bis zur Schneide, während sie auf der Außenseite schräg zugeschliffen sind. Diese Schleifart hat den Zweck, daß die Messer 64, 64 a beim Auftreffen auf die Blattrippe, besonders bei ziemlich steil stehender, möglichst quer in diese eindringen. Die zusätzlich fein gezackte Schneide fördert das leichte Eindringen des Messers in die Rippe.
Die Lagerung der Hubarme des Parallelogrammge­ stänges 50 am Grundrahmen 21 durch einen Anlenkwinkel 49, der zusammen mit Ausgleichslenkern 48 ein Parallelo­ gramm bildet, sowie die Führung der Hubarme des Parallelogrammgestänges 50 durch den Kipphebel 40, der schwenkbar an einem starren Lagerbock 41 angeordnet ist, bewirkt, daß der Schneidkopf 54 beim Hochschnellen nicht einen Bogen, sondern eine ziemlich gerade Bahn beschreibt. Durch entsprechende Auslegung der kinematischen Verhältnisse ist es auch möglich, daß der Schneidkopf 54 beim Hochschnellen eine kleine Rückwärtsbewegung entgegen der Fahrtrich­ tung ausführt, die etwa der, wenn auch geringen, inzwischen zurückgelegten Fahrstrecke entspricht. Die Anlenkung der Hubarme des Parallelogrammgestänges 50 am Anlenkwinkel 49 sowie am vorderen Anbauwinkel 55 erfolgt durch Anlenkbolzen 52.
Inzwischen bewegt sich die Kurbel 29 über die Stellungen b , c und d und nimmt das Pleuel 34 wieder nach vorn, wobei dieses mit einem Druckbund 35 über eine Druckfeder 36 auf die Pleuelbuchse 37 einwirkt und über den Kipphebel 40 die Hubarme des Parallelogrammgestänges 50 und damit auch den Schneidkopf 54 nach unten zieht, wo dieser mit dem Arretierbolzen 74 wieder in die Klemmrollen 76 einrastet.
Gleichzeitig trifft eine Sperrklinke 30 auf den Kurbelanschlag 83 und rastet aus, so daß das Pleuel 34 still steht, während das Kupplungsrad 28 weiterläuft bis zum nächsten Arbeitstakt.
Die abgeschnittenen Tabakblätter fallen nach allen Richtungen leicht und lose auf die unten befindli­ chen Fördereinrichtungen 10 und 11 bzw. auf die Besen 12. Ein nicht dargestellter, unterhalb der Messeranord­ nung am Schneidkopf 54 gelagerter Schutzstab dient zum Ableiten abgetrennter Tabakblätter seitlich über den Grundrahmen 21 hinweg. Der Schutzstab dreht sich zweckmäßig beim Hochschnellen und Wiederzurückholen des Schneidkopfs 54 um seine eigene Achse in eine solche Richtung, daß die Tabakblätter in Richtung Förderbänder 10 abgeleitet werden.
Alle Fördereinrichtungen sind so ausgelegt, daß die Blätter beim Transport weder gedrückt werden, noch an Rahmenteilen vorbeistreifen, weshalb normalerweise keine Beschädigungen auftreten können.

Claims (10)

1. Tabakerntemaschine mit einem längs einer Tabak­ pflanzenreihe geführten Grundrahmen, auf dem ein Schneid­ kopf, ausgelöst durch einen Pflanzenstamm von unten nach oben längs diesem Pflanzenstamm hochbewegbar und nach been­ detem Schneidvorgang zurückbewegbar ist, wobei der Schneid­ kopf zum Ausgleich von Krümmungen des Pflanzenstamms wie der Laufbewegung der Erntemaschine horizontal nach allen Richtungen beweglich ist, dadurch gekennzeich­ net, daß der Schneidkopf (54) eine Messeranordnung (64, 64 a) mit freiliegender Schneide aufweist, sowie eine durch den Pflanzenstamm ausgelöste Einrichtung (60, 61) zum Schließen der Messeranordnung (64, 64 a) um den Pflanzenstamm und, nach erfolgter Hochbewegung, zum Wiederöffnen der Messeran­ ordnung (64, 64 a), und daß der Schneidkopf (54) in einer unteren Stellung auf dem Grundrahmen (21) verriegelt und in Hoch­ schnellrichtung vorgespannt ist, wobei eine Einrichtung (34-38, 40) vorgesehen ist, die, ausgelöst durch einen Pflanzenstamm, den Schneidkopf (54) entriegelt.
2. Tabakerntemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Messeran­ ordnung (64, 64 a) um eine beim Schneidvorgang seitlich des Pflanzenstamms zu liegen kommende vertikale Achse (57) pendelnd gelagert ist, wobei eine Schwenkfe­ der (66) die Mittelstellung sichert.
3. Tabakerntemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Messeran­ ordnung zwei Halbschalenmesser (64) aufweist, auf deren Innenseite in Abständen vertikale Gleitkufen (65) angeordnet sind.
4. Tabakerntemaschine nach einem der vorhergehen­ den Ansprüche, gekennzeichnet durch eine der Messeranord­ nung (64, 64 a) zugeordnete Ver- und Entriegelungsein­ richtung (58, 70, 71, 73), die nach Schließen der Messeran­ ordnung (64, 64 a) diese verriegelt und sie am Ende der Hoch­ schnellbewegung wieder entriegelt.
5. Tabakerntemaschine nach einem der vorhergehen­ den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundrah­ men (21) um eine beim Schneidvorgang in Laufrichtung seitlich vor oder hinter dem Pflanzenstamm zu liegen kommende vertikale Achse schwenkbar am Maschinenge­ stell (3) gelagert ist, wobei eine Schwenkfeder (24) den Grundrahmen (21) im Bereich des Schneidkopfs (54) mit einem Leitbügel (78, 79) in Richtung Tabakpflanzen­ reihe vorspannt.
6. Tabakerntemaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneid­ kopf (54) an einem Parallelogrammgestänge (50) angelenkt ist, das seinerseits am Grundrahmen (21) angreift und über einen Kipphebel (40) in seine untere Stellung zurückholbar ist.
7. Tabakerntemaschine nach einem der vorhergehen­ den Ansprüche, gekennzeichnet durch einen auf dem Grundrahmen (21) angeordneten, kontinuierlich laufenden Antrieb (25-28), einen mit diesem Antrieb (25-28) durch einen von dem Pflanzenstamm beeinflußten Auslösemechanismus (80-83) einkuppelbaren und durch einen Kupplungsöffner (84) wieder auskuppelbaren Kurbeltrieb (29, 34-39) mit einem ersten Betätigungsglied (39) für die Einrich­ tung (67, 69, 58, 61) zum Schließen der Messeranordnung (64, 64 a), einem zweiten Betätigungsglied (38) zum Lösen des Schneidkopfs (54) aus einer unteren Verriege­ lungseinrichtung (75, 76) und mit einem dritten Betäti­ gungsglied (35) zum Wiederzurückholen des hochgeschnell­ ten Schneidkopfs (54).
8. Tabakerntemaschine nach einem der vorhergehen­ den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß einerseits die Höhenlage des Grundrahmens (21) am Maschinengestell (3) und andererseits die Endlage der Hochschnellbewe­ gung des Schneidkopfs (54) am Grundrahmen (21) einstellbar ist.
9. Tabakerntemaschine als ein zumindest eine Tabakpflanzenreihe übergreifendes Stelzenfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit seitlichen Förderbändern zum Abtransport der abgeschnittenen Tabakblätter, gekennzeichnet durch eine den gesamten Abblattbereich gegen den Erdboden abschirmende Blattauf­ fangfläche, bestehend aus Besen (12) im Bereich der Tabakpflanzenreihe, daneben in Richtung Förderbänder (10) hindrehenden Förderwalzen (11) sowie aus diesen Förderbändern (10).
10. Tabakerntemaschine nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch einen unterhalb der Messeranordnung (64, 64 a) am Schneidkopf (54) drehbar gelagerten Schutzstab zum Ableiten abgetrennter Tabakblätter seitlich über den Grundrahmen (21) hinweg.
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