DE3528185A1 - Verfahren zur herstellung von carbonmaterialien - Google Patents
Verfahren zur herstellung von carbonmaterialienInfo
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Description
Die vorliegende Erfixidung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien (Kohlenstoff-!iateriaiien) aus speziellen, gepulverten carbonarigen
Rohmaterialien ohne die Verwendung eines Binders.
Die vorliegende Verbindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von hochfesten Carbonmaterialien, die
mit speziellen Carbonfasern verstärkt sind.
Unter verschiedenen Carbonmaterialien werden die hochfesten und hochdichten Carbonmaterialien in einer
weitgestreuten Vielzahl von Anwendungen verwendet, wie z. B. für Elektroden, Carbonmaterial für die Verwendung
in Kernreaktoren, Schmelztiegeln, Heizkörpern, mechanische
Dichtungen, Gleitglieder, Stromkollektorteilen und Formen zum Heißpressen.
Diese hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien wurden herkömmlicherweise mit einer extrem komplizierten und
zeitaufwendigen Technik hergestellt, die folgende Schritte umfaßte: feines Pulverisieren von carbonartigem
Material, wie z. B. Koks oder Graphit zu einem Pulver mit einem durchschnittlichen Partikeldurchmesser
von weniger als 10 μπι, das heiße Kneten dieses Pulvers
mit einem Binder wie z. B. Steinkohlenteerpech, nochmaliges Pulverisieren, das Formen und Brennen dieses
gekneteten Materials und das Imprägnieren dieses gebrannten Körpers mit Steinkohlenteerpech oder einem
ähnlichen Binder, worauf ein weiterer Brennprozeß folgte, und wobei die letzten beiden Schritte der Im-
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-S-
prägnierung und des nochmaligen Brennens so oft wiederholt
wurden, bis eine Schüttdichte des so erhaltenen Carbonmaterials von ungefähr 1,3 erreicht ist.
Der oben beschriebene Stand der Technik weist zusätzlich zu seiner Komplexität eine Vielzahl von Problemen
auf. Zum Beispiel werden durch den unterschiedlichen Kontraktionsfaktor zwischen dem Füllstoff, wie Koks
oder Graphit und dem Binder, Mikroporen gebildet, die Poren, die im Füllstoff von vorneherein vorhanden sind,
bleiben auch nach dem Backen bestehen. Zusätzliche Poren werden durch die Verdunstung von flüchtigen
Substanzen, die im Binder enthalten sind, gebildet und die Oxidation des Binders macht die Graphitierung bis
zu einem gewissen Grade schwierig. Aus diesen Gründen ist die Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien
schwierig und ihre Herstellungskosten sind ziemlich hoch.
Verschiedene Versuche wurden durchgeführt, um weniger teure, hochfeste, hochdichte Carbonmaterialien von
guter Qualität herzustellen, z. B. solche, die eine Festigkeit von 700 kg/cm2 oder höher und eine Schüttdichte
von 1,9 g/cm3 oder höher aufweisen.
In der japanischen Patentschrift Nr. 35-18359 wurde vorgeschlagen, daß ein carbonartiges Rohmaterial mit
einem spezifischen Wasserstoff-zu-Kohlenstoff-Atomverhältnis,
Chinolin-löslichen Inhaltsstoffen, einer vom Erwärmungsgrad abhängigen Verzerrung und Kontraktion
und einem Carbonierungsgrad feinpulverisiert wird, bis ein durchschnittlicher Partikeldurchmesser von weniger
als 10 μπι erreicht ist, darauffolgendes Formen und
Brennen zur Carbonierung und Graphitierung ergibt ein hochfestes, hochdichtes Carbonmaterial.
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Die japanische Offenlegungsschrift IJr. 56-22615 lehrt
ein Verfahren zur Herstellung von carbonartigem Rohmaterial, welches sich zur Herstellung von hochfesten und
hochdichten Carbonmaterialien eignet und welches eine Hitzebehandlung eines aus Petroleum erhaltenen schweren
91s oder Steinkohleteerpech und die Isolierung der so
erhaltenen optisch anisotropen Mikrosphären oder Metophasenpartikel
durch Lösungsmittel Ausfällen und Fraktionieren umfaßt.
Diese beiden Verfahren haben das Ziel, ein hochfestes, hochdichtes Carbonmaterial in Abwesenheit eines Binders
dadurch herzustellen, daß carbonartiges Rohmaterial verwendet wird, welches nicht nur als Füllstoff, sondern
auch als Binder dient, und somit selbst sinternde Eigenschaften aufweist und welches daher wirksam zur
Verhinderung der Bildung von Rissen und Poren ist, die während des Brennens entstehen können.
In dem Verfahren, das in der japanischen Patentschrift Nr. 53-18359 offenbart ist, wird eine Carbonvorstufe
oder ein Präcarbon, die ein poröses, koksartiges, carbonisiertes Material ist, welches Flüssig-Textur-Phasen
umfaßt, die mit Matophasen durchsetzt sind und die als ganzes optisch anisotrop sind, zur Herstellung
von hochfestem, hochdichtem Carbonmaterial verwendet und das mechanisch bis zu einem Teilchendurchmesser von
10 μΐη oder darunter pulverisiert. Für solche Pulverisierungen
werden spezielle Mühlen benötigt, deren Betrieb zeitaufwendig und teuer ist. Darüberhinaus
gelingt es bei der Verwendung von fein gemahlenem Pulver, wie oben angeführt, der im Pulver eingeschlos-
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senen Luft nicht schnell genug zu entweichen, um die Formgeschwindigkeit auf ein zufriedenstellendes Niveau
zu steigern und die Poren, durch welche das sich beim Brennen entwickelnde Gas in die Umgebung entweicht,
sind ebenfalls sehr klein. Daher entwickelt sich im Innern des geformten Körpers während des Brennens ein
beträchtlicher Druck und in den so erhaltenen gebackenen Materialien bilden sich häufig Risse. Gemäß dem
Verfahren, das in der zuvor erwähnten japanischen Offenlegungsschrift Nr. 56-22615 offenbart ist, enthalten
die optisch anisotropen MikroSphären, die durch
Lösungsmittelausfällen und Fraktionieren isoliert werden, innere Risse, die durch die Extraktion von
einigen Inhaltsstoffen durch das Lösungsmittel gebildet werden und diese inneren Risse verbleiben in dem
resultierenden Carbonmaterial, welches durch Formen und Brennen der Mikrosphären hergestellt wurde. Es ist
daher bei der Verwendung von diesem Verfahren schwierig, ein hochfestes und hochdichtes Carbonmaterial zu erhalten.
Bezüglich des hochfesten Carbonmaterials, das sich für die oben erwähnten Anwendungen eignet, ist es bekannt,
eine Carbonfaserverstärkung in die Carbonprodukte einzuschließen, um so die mechanischen und anderen Eigenschaften
weiter zu verbessern. Solches, durch Carbonfasern verstärktes Carbonmaterial wurde herkömmlicherweise
durch Imprägnieren eines gewebten Stoffes von Carbonfasern mit einem in der Wärme erhärtenden Polymer,
wie z. B. ein Phenolharz, hergestellt und nach dem Härten des Harzes wurde das Brennen zur Carbonierung
und/oder Graphitierung durchgeführt. Um die Dichte durch Auffüllen der im Backprozeß gebildeten Poren mit
dem wärmehärtbaren Harz weiter zu erhöhen, wurde die Harzimprägnierung und das Brennen in der Regel vier-
oder fünfmal wiederholt.
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Nach diesem Stand der Technik werden teure Carbonfasern in einem hohen Anteil inkorporiert und viele Schritte
werden benötigt, um das gewünschte Produkt zu erhalten. Daher sind die so erhaltenen verstärkten Carbonmaterialien
außergewöhnlich teuer, so daß sie nur in einem begrenzten industriellen Bereich, wie z. B. in der
Flugzeug- oder Raumfahrtindustrie, verwendet werden können und sich noch nicht für eine Verwendung in den
herkömmlichen Industrien eignen. Um die Anzahl der Verfahrensschritte zu minimieren, wurde vorgeschlagen,
ein Carbonfaser-verstärktes Carbonmaterial ohne ein Imprägnierungsverfahren herzustellen. Zum Beispiel
offenbart die japanische Patentschrift Nr. 49-29281 ein Verfahren, in welchem spezielle organische Fasern einem
anorganischen oder Carbonfüllstoff und einem organischen Binder vor dem Brennen zugesetzt werden. Die japanische
Offenlegungsschrift Nr. 51-87515 offenbart ein Verfahren, das das Kneten eines Carbonpulvers und eines Binders
mit Carbonfasern (eingeschlossen Graphitfasern), deren Oberflächen mit einem carbonartigen flüssigen Binder
benetzt werden, mit anschließendem Formen und Brennen umfaßt.
Obwohl die in diesem Verfahren verwendeten Carbonfasern besonders ausgewählt und so behandelt werden, daß sie
ohne der Notwendigkeit einer Imprägnierungsbehandlung verwendet werden können, gibt es eine Vielzahl von Problemen
bei diesen Verfahren. In dem Verfahren der japanischen Patentschrift Nr. 49-29281 verursacht der
anorganische oder Carbonfüllstoff in der Form von groben Teilchen ein Zerbrechen der wertvollen Carbonfasern
zu Pulver während der Knet- und Formprozeduren. Nach dem Verfahren der japanischen Offenlegungsschrift
Nr. 51-87515 ist es wesentlich, die Oberflächen der einzelnen Carbonfasern mit einem carbonartigen Binder
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vor dem Kneten zu benetzen und während des Brennvorganges werden viele Mikrorisse durch die unterschiedlichen
Kontraktionsfaktoren der Carbonfasern, Carbonpulver und
anorganischen Bindern gebildet. Aus diesen Gründen kann selbst im Falle von Carbonfasern verstärktem Carbonmaterial
ein Produkt mit einer Biegefestigkeit, die größer als 700 kg/cm2 ist, durch die Verfahren nach dem Stand
der Technik nicht erhalten werden.
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, die oben erwähnten Probleme, die nach dem bisherigen Stand der
Technik bei der Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien vorhanden sind, zu überwinden.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien
aus einem selbst sinternden carbonartigen Material zur Verfügung zu stellen, welches ohne den Zusatz
eines Binders formbar ist und gesintert werden kann und welches eine relativ grobe Partikelgröße mit einem
durchschnittlichen Partikeldurchmesser im Bereich von 10 bis 40 μΐη hat, um so die Bildung von Rissen während
des Einbrennens zu minimieren, zur Verfügung zu stellen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem hochfeste, carbonfaserverstärkte
Carbonmaterialien hergestellt werden können, die eine Biegefestigkeit von 700 kg/cm2 oder
darüber aufweisen, ohne daß ein Imprägnierungsverfahren notwendig ist und ohne daß die Carbonfasern, die als
Verstärkung eingebracht werden, pulverisiert werden müssen.
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Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Verfugung zu stellen, nach dem hochfeste, carbonfaserverstrirkte
Carbonmaterialien hergestellt werden können, welche die Bildung von Poren durch eine Gasentwicklung,
die mit einer teilweisen Zersetzung von Carbonfasern und Carbonpulvern während des Backprozesses
einhergeht, zu minimieren und welches die Bildung von Mikrorissen, die durch die Unterschiede in den
Schrumpffaktoren zwischen den beiden Materialien hervorgerufen
werden, zu verhindern.
Es wurde der Zusammenhang zwischen der Qualität von carbonartigen Materialien und dem Kontraktionsverhalten
und der Entwicklung von Rissen in den Partikeln des geformten Materials während der Erhitzung untersucht.
Als Ergebnis dieser Untersuchung wurden die folgenden Beobachtungen gemacht. (Im nachfolgenden bedeutet,
falls nicht anders angegeben, % immer Gew.-%).
Ein Rohmaterial mit einem Kohlenstoffgehalt von mindestens
92 Gew.-%, einem flüchtigen Inhaltsstoff von 7 bis 13 % oder von 7 bis 20 % bis zu 9000C, und einer linearen
Kontraktion von höchstens 6 % während des Erhitzens auf 5000C zeigt die folgenden Charakteristiken:
(i) Die Graphitierung und das Erreichen einer hohen Dichte ist leicht.
(ii) Es weist autohäsive (selbstsinternde) Eigenschaften auf und es entwickelt keinen inneren
Schaum.
(iii) Es entwickelt keine inneren Risse.
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Demgemäß treten selbst, wenn ein relativ grobes Carbonpulver mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 10
bis 40 μΐη geformt und gesintert wird, die Probleme, wie
sie das nach dem oben beschriebenen Stand der Technik hergestellte Material aufweist, nicht auf und so läßt
sich auf diese Weise ein hochfestes und hochdichtes Carbonmaterial herstellen.
Darüberhinaus ist selbst bei der Verwendung von verstärkenden Carbonfasern ein Knetvorgang nicht notwendig, da
bei der vorliegenden Erfindung selbst sinternde Carbonpulver, die die oben beschriebenen Charakteristiken
aufweisen, verwendet werden und so ein Zerbrechen der Fasern bis zum Pulver verhindert werden kann. Darüberhinaus
findet während der Zeit des Formens kein Aufbrechen der Fasern zu Pulvern statt, da Carbonpulver
mit einem Partikeldurchmesser von 10 bis 40 μπι verwendet werden. In diesem Fall umfassen die zum Formen
(molding) verwendeten Rohmaterialien zwei Substanzen, das Carbonpulver und die Carbonfasern, die Carbonfasern
wurden zuvor einer Hitzebehandlung bei 4000C oder
darüber unterworfen. Demgemäß gibt es keinen Unterschied in der Kontraktionsrate während des Sinterns
zwischen den beiden Materialien, nur wenig Zersetzungsgas wird gebildet und es entstehen fast keine kleinen
Risse oder Poren. Hauptsächlich aus diesen Gründen können die Carbonfasern eine große Verstärkungswirkung
erwirken und so können hochfeste Carbonmaterialien mit einer Biegefestigkeit von mindestens 700 kg/cm2 sehr
leicht erhalten werden. Daher betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von hochfesten, hochdichten
Carbonmaterialien, bzw. Kohlenstoff-Materialien mit den Stufen:
Pulverisieren eines Rohmaterials bis zu einer durchschnittlichen
Partikelgröße mit einem Durchmesser, der größer als 10 um aber höchstens 40 μπι ist und wobei das
Rohmaterial einen Carbongehalt von mindestens 92 Gew.-%
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- ix -
aufweist, einen flüchtigen Bestandteil, der bis zu 90G0C von 7 bis 20 % und vorzugsweise von 7 bis 13
Gew.-% reicht, und einer linearen Kontraktion des geformten (molded) Körpers von höchstens 6 % bei der Erhitzung
auf bis zu 5000C, Fornen (nolding) und dann Einbrennen
des so erhaltenen Carbonpulvers.
Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von hochfesten Carbonmaterialien, die eine
Biegefestigkeit von mindestens 700 kg/cm2 aufweisen und welches Folgendes umfaßt, Erhitzen der organischen
Fasern in einer inerten Gasatmosphäre bei einer Temperatur von mindestens 4000C, Mischen der hitzebehandelten
Fasern mit einem Carbonpulver, welches einen Carbongehalt von mindestens 92 Gew.-% hat, einem flüchtigen
Inhalt, der bis zu 9000C 7 bis 20 Gew.-% beträgt und einer linearen Kontraktion des gebildeten (molded)
Körpers von höchstens 6 %, wenn er bis auf 5000C erhitzt
wird, Formen der Mischung (molding) ohne die Verwendung eines Binders und Einbrennen.
Fig. 1 stellt eine polarisierte Elektronenmikrographie dar, die die Ansicht eines Querschnittes durch
die Mikrostruktur von Carbonpulver zeigt, welches durch Pulverisieren eines carbonartigen Rohmaterials
auf etwa 100 μΐη und dem Sintern des Pulvers
bei 10000C erhalten wurde, das Rohmaterial hat eine lineare Kontraktion von 6% oder darunter,
welches an dem daraus geformten Material bei einer Erhitzung auf 5000C gemessen wurde.
Fig. 2 stellt eine ähnliche polarisierte Elektromikrographie dar, die ein carbonartiges Rohmaterial
mit einer linearen Kontraktion aufzeigt, die die nach dem im obigen Verfahren gemessenen 6%
übersteigt.
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Wie bereits erwähnt, wird gemäß der vorliegenden Verbindung ein spezielles carbonartiges Rohmaterial verwendet.
Solange den Merkmalen, die für die vorliegende Erfindung gefordert werden, gefolgt wird, gibt es keine
Restriktionen beim Verfahren zur Herstellung des Rohmaterials.
Zum Beispiel kann ein carbonartiges Rohmaterial wie
dasjenige, welches oben beschrieben ist, durch das
Erhitzen von Steinkohleteerpech auf eine Temperatur von 400 bis 5300C und bei einem verminderten Druck von 10 bis 70 Torr erhalten werden. Dabei wird der Carbongehalt erhöht und die niedermolekulare Komponente und die zersetzten Komponenten entfernt. Es ist auch möglich, andere Verfahren zu verwenden, wie z. B. das Verfahren, bei welchem nach der Hitzebehandlung unter atmosphärischem Druck, eine Elution mit einem aromatischen Lösungsmittel wie z. B. Benzol, Toluol, Xylen, dekristallisiertes Naphthalenöl, dekristallisiertes Anthrazen, nicht raffiniertes Benzol und ähnliches ausgeführt wird, um so die flüchtigen Bestandteile anzupassen.
dasjenige, welches oben beschrieben ist, durch das
Erhitzen von Steinkohleteerpech auf eine Temperatur von 400 bis 5300C und bei einem verminderten Druck von 10 bis 70 Torr erhalten werden. Dabei wird der Carbongehalt erhöht und die niedermolekulare Komponente und die zersetzten Komponenten entfernt. Es ist auch möglich, andere Verfahren zu verwenden, wie z. B. das Verfahren, bei welchem nach der Hitzebehandlung unter atmosphärischem Druck, eine Elution mit einem aromatischen Lösungsmittel wie z. B. Benzol, Toluol, Xylen, dekristallisiertes Naphthalenöl, dekristallisiertes Anthrazen, nicht raffiniertes Benzol und ähnliches ausgeführt wird, um so die flüchtigen Bestandteile anzupassen.
Allerdings sind herkömmliche Hitze-Kondensations-Polymer isations-Verfahren, bei welchen Steinkohleteerpech
oder ähnliches lediglich auf 350 bis 5500C erhitzt
wird, nicht ausreichend.
wird, nicht ausreichend.
BAD ORlGlNAk
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Der Kohlenstoffgehalt von carbonartigein Rohmaterial nuß
gemäß der vorliegenden Erfindung mindestens 92 Gew.-%
betragen. V7enn der Carbongehalt weniger als 92 Gew.-% beträgt, verhindern Atome von Michtkohlenstoffelementen
die Graphitierung während det Cinturns und es wird
daher schwierig, eine hohe Dichte zu erreichen. Vorzugsweise ist der Kohlenstoffgehalt 92 bis 96 Gew.-%.
Der Kohlenstoffgehalt kann durch Variation der Behandlungszeit in der oben erwähnten Hitzebehandlung oder
der Lösungsmitteleluierungsbehandlung angepaßt werden. Der Carbongehalt kann schon im voraus durch die Auswahl
von Ausgangsrohmaterialien mit dem geeigneten Carbongehalt festgelegt werden.
Was den Gehalt an flüchtigen Ausgangsstoffen bis 9000C
betrifft, so ist ein Bereich von 7 bis 20 % geeignet, aber wenn eine hohe Dichte benötigt wird, wird ein
Bereich von ungefähr 7 bis 13 % bevorzugt. Wenn der Anteil an flüchtigen Bestandteilen geringer als 7 %
ist, findet ein Verschmelzen und Vereinigen der Partikel während des Sinterns nicht statt, die selbst
sinternden Eigenschaften sind nicht ausreichend und ein Aushärten findet nicht statt. Andererseits ist, wenn
der Anteil an flüchtigen Bestandteilen 13 % übersteigt, das Erweichen und Verschmelzen des geformten Körpers
während des Sinterns exzessiv und die Poren zwischen den Partikeln werden verstopft und es entwickelt sich
durch die Bildung von großen Mengen der flüchtigen Bestandteile aus den inneren Teilen des geformten
Körpers ein Schaum. Dadurch kann eine hohe Dichte nicht erreicht werden.
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-4S-
Wenn jedoch Carbonfasern zugemischt werden, kann die
obere Grenze der flüchtigen Bestandteile 20 % betragen, um auf diese Weise die Adhäsion zwischen den Fasern und
dem Carbonpulver sicherzustellen.
Der flüchtige Inhalt kann durch Variation der Hitzebehandlungsdauer
oder der Dauer der Lösungsmitteleluation wie zuvor bei der Anpassung des Carbongehaltes erwähnt,
angepaßt werden. In diesem Fall nimmt der flüchtige Bestandteil ab, wenn der Carbongehalt zunimmt.
Es ist notwendig, daß die lineare Kontraktion des geformten Körpers während des Erhitzens auf bis zu
5000C höchstens 6 % beträgt. Hierbei bedeutet lineare Kontraktion ("linear shrinkage") den Wert, der an einem
Teststück gemessen wurde, welches von dem geformten Körper, der unter einem Druck von 2 t/cm2 geformt
wurde, entnommen wurde. Wenn die lineare Kontraktion 6% übersteigt, so wird die Kontraktion der Poren innerhalb
des geformten Körpers groß und es ist für die flüchtigen Substanzen, die bis zu 5000C entstehen schwierig,
durch diese Poren zu entweichen. Daher baut sich ein Druck innerhalb des geformten Körpers auf und so können
Risse entstehen. Die lineare Kontraktion kann z. B. durch Kontrollieren des Polymerisationsgrades während
der Hitzebehandlung angepaßt werden.
Ein carbonartiges Rohmaterial mit den oben beschriebenen Merkmalen wird bis zu einem durchschnittlichen Partikeldurchmesser
von höchstens 40 μπι pulverisiert, im allgemeinen größer als 10 μπι und höchstens 40 μΐη und vorzugsweise
12 bis 30 μπι. Wenn der Partikeldurchmesser 10 um
oder darunter ist, kann die eingeschlossene Luft während
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des Formvorganges nur schwer entweichen und die Formgeschwindigkeit
muß herabgesetzt werden. Darüberhinaus werden die Poren, durch welche das Gas während des
Sinterprozesses entweicht, sehr klein und es baut sich innerhalb des geformten Körpers durch die Gasentstehung
ein Druck auf und so können leicht Risse entstehen. Darüberhinaus wird eine spezielle Pulverisierungsmaschine
benötigt und der Aufwand und die Verfahrenskosten werden erhöht. Andererseits kann, falls Partikel mit
einem Durchmesser von größer 4 0 um verwendet werden,
die Dichte des geformten Materials nicht erhöht werden, selbst dann nicht, wenn eine Druckformung angewendet
wird. Daher ist es schwierig, eine hohe Dichte zu erreichen. Darüberhinaus werden, falls das Carbonpulver
mit Carbonfasern verstärkt ist und Teilchen mit einem durchschnittlichen Durchmesser, der größer als 40 um
ist, verwendet werden, die zuvor hitzebehandelten Carbonfasern zerstört und entarten während des Druckformens.
Sie verlieren nicht nur ihre verstärkende Wirkung, sondern, falls ein Druckformen durchgeführt
wird, ist eine dichteste Teilchenpackung nicht möglich und die Adhäsion zwischen den Teilchen ist nicht ausreichend
und hochfeste Carbonmaterialien können nicht erhalten werden.
Für die zu verwendenden Pulverisierungsverfahren gibt es keine Beschränkungen. Einige Beispiele von geeigneten
Verfahren sind das oszillierende Kugelraahlen, das
Drehmahlen und das Hammermahlen.
Wenn notwendig, können organische Fasern als verstärkendes Material zugemischt werden. Organische Fasern,
welche in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, sind solche Fasern, die ein synthetisches
TER MEER -MÜLLER · STElNMEISTfcR^"": "; :."":":: 3528185
Hochpolymeres als Rohmaterial enthalten, wie z. B.
Polyacrylnitril, Rayon, phenolische Harze oder Ähnliches, sowie pechähnliche Fasern, die Petroleumpech
oder Kohlpech als Rohmaterial enthalten. Die oben erwähnten organischen Fasern wurden zuvor in einer
Inertgasatmosphäre hitzebehandelt. Organische Fasern, die während der Hitzebehandlung eine Erweichung oder
ein Schmelzen durchlaufen, sollten zuvor einer Hitzebehandlung unterworfen werden, um ein Verschmelzen zu
verhindern, z. B. Oxidationsbehandlung. Wenn die Temperatur während doeser Hitzebehandlung weniger als 400°C
beträgt, entstehen während des Sinterns große Mengen von Zersetzungsgas bei den Fasern bis zu 4000C während
des Sinterns, nachdem die Fasern mit dem Carbonpulver gemäß der vorliegenden Erfindung gemischt wurden. Zur
selben Zeit findet eine extrem große Kontraktion statt, wobei sich Risse zwischen der Carbonmatrix und den
Fasern bilden und der verstärkende Effekt der Fasern verloren geht. Daher sollte die Temperatur der Hitzebehandlung
von organischen Fasern wenigstens 4000C betragen.
Die Länge der Fasern kann frei gewählt werden. Zum Beispiel können, falls die Fasern graphitierte Fasern
sind die absolut keine Kontraktion aufweisen, Fasern in der Größenordnung von 1 mm geeignet sein. Wird dagegen
eine niedere Temperatur der Hitzebehandlung, z. B. um 4000C verwendet, so können auch lange Fasern verwendet
werden.
Wenn die gebrannten Fasern lange Fasern sind, so können die Fasern und das Carbonpulver so gemischt werden, daß
sie in alternierenden Schichten aufeinander angeordnet
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sind. Wenn kurze Fasern verwendet werden, ist es notwendig, nur physikalisch zu mischen. Im Gegensatz zu
herkömmlichen Verfahren ist es nicht notwendig, einen Binder hinzuzufügen oder für eine lange Zeit zu kneten.
Nachdem die oben beschriebenen gemischten Rohmaterialien erhalten werden, werden sie durch ein Formverfahren
(molding) durch Extrusion (nach dem Zumischen von Fetten, ölen oder ähnlichem, um dem Material eine
Fließfähigkeit zu verleihen) oder durch andere Verfahren geformt, wonach sie in einer nicht oxidierenden
Atmosphäre zum Carbonieren und Graphitieren gesintert werden, wobei ein Carbonmaterial der gewünschten Form
erhalten wird. Die Sintertemperatur beträgt im allgemeinen zwischen 1000 und 28000C.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand einer Anzahl von Beispielen näher erläutert, wobei die
vorgelegten Beispiele lediglich die vorliegende Erfindung näher veranschaulichen sollen, ohne sie in irgendeiner
Weise zu beschränken.
Beispiele 1 bis 4
Kohleteer und Petroleum-artiger, nicht raffinierter Koks, werden unter den Bedingungen, wie sie in der
linken Hälfte von Tabelle I aufgeführt sind, behandelt und auf diese Weise wurde carbonartiges Rohmaterial mit
den Merkmalen, die in der rechten Hälfte von Tabelle I angegeben sind, erhalten.
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TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTER
Zusätzlich wurde eine Anzahl von Vergleichsbeispielen mit anderen Merkmalen, als diejenigen, wie sie für die
vorliegende .Erfindung beschrieben sind, für Vergleichszwecke hergestellt. Die Merkmale und das Behandlungsverfahren
der Vergleichsbeispiele sind ebenfalls in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
Herstellungsverfahren für carbonartiges Rohmaterial Merkmale des carbonartigen Materials
Behandlungsverfahren Bedingungen der
Hitzebehandlung
Temperatur Zeit
(0C) (Std.)
Hitzebehandlung
Temperatur Zeit
(0C) (Std.)
Carbongelialt Flüchtige
% Bestandbis 9000C
% Bestandbis 9000C
lineare Kontraktion
bis 5000C (%)
bis 5000C (%)
Beispiel 2 Beispiel 3
Vergleichsbeispiel 1
Hitzebehandlung von Kohleteer bei vermindertem Druck von 50 Torr
Hitzebehandlung von Kohleteer bei einem Beblasen von Dampf bei 6000C
93,4
11,5
Erhitzen von Kohleteer in einer Stickstoffatmosphäre
| 500 | 3 | 93,7 | 9,8 | 2 |
| 460 | 10 | 92,8 | 12,0 | 5 |
| 500 | 1 | 93,3 | 10,3 | 3 |
| 430 | 20 | 90,5 | 13,5 | 15 |
Vergleichsbeispiel 2 " "
Vergleichsbeispiel 3 " "
Vergleichs- Petroleumartiger Itohkoks beispiel 4
10
| 91,5 | 11,0 | 10 | cn | O' C t ( |
| CX) | ,'' | |||
| 93,2 | 6,0 | 3 | OO cn |
|
| 92,2 | 6,7 | 7 | ||
-Xl-
Als nächstes wurden die Rohmaterialien, die in Tabelle aufgeführt sind, bis zu einer durchschnittlichen Partikelgröße von 10 um bis 40 μπι Durchmesser in einer Hammermühle
pulverisiert und unter einem Druck von 2 t/cm2 in rechteckige Blocks (90x50x50mm) geformt, danach wurden
sie in einen Container, der mit Kokspulver gefüllt war, gegeben und mit einer Geschwindigkeit von 12°C pro
Stunde auf 10000C in einer Stickstoffatmosphäre erhitzt.
Nach der Carbonierung wurden die Materialien in einer Argonatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von 1O0C pro
Minute auf 25000C erhitzt und auf diese Weise wurde das
graphitierte Material erhalten. Die Merkmale der so erhaltenen Materialien sind in Tabelle 2 angegeben.
Bei den Vergleichsbeispielen 5 und 6 wurde bei ihrer Herstellung von denselben Ausgangsmaterialien ausgegangen
und dasselbe Verfahren, wie im Beispiel 1 angewendet, mit der Ausnahme, daß Partikel mit einem durchschnittlichen
Durchmesser verwendet wurden, der außerhalb der Grenzen, wie sie für die vorliegende Erfindung
beschrieben ist, lag. Die Eigenschaften der so erhaltenen carbonierten und graphitierten Materialien sind in
Tabelle 3 angegeben.
Durchschnitt
licher
licher
Partikel- Form durchmas- Druck
ser (um) (t/cm2)
äußerliches Aussehen
Eigenschaften des cärbonierten '" ■ Materials (1000eC)
Eigenschaften des qraphitiortor,
Materials 1'2SOO0C)
Materials 1'2SOO0C)
Schutt- Shore Biege- spezifi- Biege- spez. gewicht Härte festig- scher Schnitt- Shore festig- Widern/cm3)
(Ils) keit Viiderstand gewicht Hörte keit stand
(kg/cm») (μΟαη) Ig /cm1) (Hs) (kg/cm*)
| Beispiel | 1 | 2 | 15 | 1,5 | 1,72 | 120 | 1100 | 4500 | 1,96 | 80 | 900 | 1000 | gut |
| ti | 2 | 3 | 12 | 2,0 | 1,74 | 120 | 1150 | 4000 | 1,99 | 85 | 1000 | 950 | gut |
| ti | 3 | 4 | 30 | 1,5 | 1,69 | 118 | 1250 | 3500 | 1,96 | 85 | 1050 | 900 | gut |
| H | 4 | 20 | 1,5 | 1,70 | 118 | 1000 | 4000 | 2,00 | 90 | 950 | 1000 | gut | |
| Vergleichs beispiel 1 |
15 | 1,5 | — | — | — | — | — | — | — | — | Schaum | ||
| H | 15 | 1,5 | 1,65 | 105 | 650 | 4500 | 1,85 | 65 | 600 | 2100 | teilweise Erweichung ur Deformation |
||
| H | 15 | 1,5 | 1,35 | 50 | 300 | 6000 | 1,60 | 45 | 350 | 3200 | nicht ausreichende Aushärtung |
||
| 15 | 1,5 | 1,60 | 90 | 600 | 5000 | 1,80 | 60 | 550 | 1800 | gutes Aussehen, abur geringe Dichte |
co ·;
cn
ro
oo
cn
ro
oo
OO
cn
CO CJl IN3 OO
Durchschnitt licher
Partikel- Form durchmes- Druck ser (um) (t/an2)
Eigenschaften des carbonierten
Materials (10000C)
Materials (10000C)
Rußorliches Aussehen
Eigenschaften des graphitierton
mterials (25001C)
mterials (25001C)
Vergleichsbeispiel 5
Schutt- Shore Biegegewicht
Härte festig-(gOn3) (Ils) keit
(kg/an*)
spezifi- Biegt*- spoz.
scher Schnitt- Shore festig- WiderWiderstand gewicht Härte keit stand
((g/cm'l (ils) (kg/an*)
scher Schnitt- Shore festig- WiderWiderstand gewicht Härte keit stand
((g/cm'l (ils) (kg/an*)
| b | 2 | I/o | 1 | ,72 | 110 | 950 | 4000 | 1 | ,90 | 70 | 800 | 1200 |
| 6 | 5U | 1,6 | 1 | 'b5. | 90 | bOO | 6000 . | 1 | ,78 | 65 | 2300 |
zu 2 Schichten
gosp.il ton
gosp.il ton
gutes Aussahen, al>:r
gor in jo Ji
gor in jo Ji
OO
cn
TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTER
Es ist aus den Ergebnissen von Tabelle 2 deutlich entnehmbar, daß die Schüttdichte, die Shorehärte und die
Biegefestigkeit in den Beispielen von carboniertem und graphitiertem Material, welches gemäß dem Verfahren der
vorliegenden Erfindung erhalten wurde, jeweils höher war als diejenigen der Vergleichsbeispiele, während der
spezifische Widerstand geringer war. Somit können gemäß der vorliegenden Erfindung die gewünschten hochfesten,
hochdichten Carbonmaterialien erhalten werden.
Darüberhinaus wird aus Tabelle 3 deutlich, daß, wenn der durchschnittliche Partikeldurchmesser außerhalb der
von der vorliegenden Erfindung beschriebenen Grenzen von 10 bis 40 um liegt, keine guten Ergebnisse mehr
erhalten werden.
Fig. 1 zeigt eine polarisierte Elektromikrographie
des Materials von Beispiel 1, bei welchem das Rohmaterial eine lineare Kontraktion von 4 %
als geformter Körper bei dem Zeitpunkt des Erhitzens auf 5000C aufweist bis zu einem
Partikeldurchmesser von 1000 um pulverisiert und dann bei 10000C gebrannt v/urde. Analog
ist
Fig. 2 eine polarisierte Elektromikrographie des Materials des Vergleichsbeispiels 2, bei
welchem das Rohmaterial eine lineare Kontraktion von 4 % als ein geformter Körper bei dem
Zeitpunkt des Erhitzens auf 500° aufweist, und welches ebenfalls bis zu einem Partikeldurchmesser
von 1000 um pulverisiert und anschließend bei 10000C gebrannt wurde. Es ist
TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTER
ersichtlich, daß in Fig. 1 keine inneren Risse in den Partikeln vorhanden sind, wohingegen
die Partikel von Fig. 2 Risse aufweisen.
Beispiele 5 bis 6
Steinkohleteerpech wurde bei Luft und 3500C oxidiert.
Danach wurde das Material einer Hitzebehandlung bei vermindertem Druck von 20 Torr und 4600C unterworfen.
Dabei wurde der Petroleumanteil, der zu dieser Zeit gebildet wurde, abgetrennt. Tabelle 4 zeigt die Eigenschaften
des resultierenden carbonartigen Materials.
Carbongehalt 92,2
(Gew.-%)
Flüchtige Bestandteile 14,0 -9000C (Gew.-%)
Lineare Kontraktion 5,0 -5000C (%)
Danach wurde dieses carbonartige Rohmaterial bis zu einem durchschnittlichen Partikeldurchmesser von
mindestens 15 μπι pulverisiert, um so ein Carbonpulver
TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTER
- 2JS-
zu erhalten. 3 mm große Stückchen einer PAN-artigen Faser, die vorbehandelt wurde, um ihr Schmelzen zu
verhindern, wurden einem Vorerhitzen in einer inerten Gasatmosphäre unterworfen und dann wurden 10 Gew.-%
dieser Fasern mit dem Carbonpulver vermischt. Die so erhaltene Mischung wurde in eine Form gegeben und bei
einem Druck von 2 t/cm2 zu Platten mit einem Durchmesser von 90 mm und einer Dicke von 20 mm geformt.
Diese Platten wurden in einen Container, der mit Kokspulver gefüllt war, gelegt und mit einer Geschwindigkeit
von 100C pro Stunde auf 10000C in einer Stickstof
fatmosphäre erhitzt und anschließend gebrannt. Danach wurden sie in einer Argonatmosphäre mit einer
Geschwindigkeit von 10°C/Minute auf 20000C erhitzt und
gebrannt und so ein graphitiertes Material erhalten. Die Bedingungen der Erhitzung und die Merkmale des so
erhaltenen Materials sind in Tabelle 5 angegeben. Die PAN-artigen Fasern der Beispiele 5 und 6 wurden vor dem
Mischen mit dem Carbonpulver einem einleitenden Brennprozeß bei Brenntemperaturen von mindestens 4000C
unterzogen, wohingegen die PAN-artigen Fasern der Vergleichsbeispiele 7 und 8 bei der einleitenden Hitzebehandlung
Temperaturen von weniger als 400° ausgesetzt waren.
Brenntemperatur der PAN-Fasern (0C) Eigenschaften des graphitierten
Materials (20000C)
Materials (20000C)
Schüttdichte (g/cm3)
Biegefestig-
festigkeit
(kg/cm2)
Festigkeit
nach Charpy
(kg-cm/cm2)
nach Charpy
(kg-cm/cm2)
Beispiel 5
Beispiel 6
Beispiel 6
500 700
880
1200
1200
6,4
7,0
7,0
Vergleichsbeispiel 7 Vergleichsbeispiel 8
nicht gebrannt 300
600
650
650
2,8
3,2
3,2
CO
cn
OO OO
cn
TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTER
Beispiele 7 bis 9
3 nun Stückchen von PAN-artigen Fasern, die zuvor einer
Behandlung unterzogen wurden, um ein Verschmelzen zu vermeiden, wurden in einer inerten Gasatmosphäre bei
7000C gebrannt. Nach Beendigung des Brennvorgangs
wurden 10 Gew.-% der gebrannten Fasern mit carbonartigem Pulver, welches die in Tabelle 4 angegebenen Merkmale
aufweist und verschiedene Teilchendurchmesser hat, gemischt. Beispiele 7, 8 und 9 haben Partikeldurchmesser
von mindestens 40 um und die Vergleichsbeispiele und 10 haben Partikeldurchmesser, die größer als 40jim
sind. Die Mischungen wurden unter denselben Bedingungen, in den Beispielen 5 und 6 geformt und gesintert,
um so graphitiertes Material zu erhalten.
Vergleichsbeispiel 11 ist ein Beispiel, bei dem Material nach herkömmlichen Verfahren gewonnen wird.
20 Gew.-% von Steinkohleteerpech mit einem Erweichungspunkt von 800C wird zu 80 Gew.-% herkömmlichem, käuflichem
Petroleumkoks vermischt (durchschnittlicher Partikeldurchmesser: 100 um). Das Kneten wurde bei
annähernd 1200C durchgeführt, danach wurden 10 Gew.-% PAN-artige Fasern, die zuvor bei 7000C gebrannt wurden,
zugefügt und das Kneten für weitere 2 Stunden fortgesetzt. Die so erhaltenen Mischungen wurden in Formen
von 90 mm Durchmesser und 20 mm Tiefe unter Erhitzung auf 120° gebracht und dann unter denselben Bedingungen
geformt und gesintert, wie sie für die Beispiele 5 und 6 beschrieben sind, um auf diese Weise graphitiertes
Material zu erhalten.
Die Merkmale dieser Beispiele sind in Tabelle 6 angegeben.
Tabelle 6
Durchschnittlicher Teilchendurchmesser des carbonartigen Rohmaterials (um)
Eigenschaften des graphitierten
Materials (20000C)
Materials (20000C)
Schüttdichte (g/cm3)
Biegefestigkeit ■ Impaktfestigkeit
(kg/cm2) nach Charpy
(kg/cm2) nach Charpy
(kg.cm/cm2)
| Beispiel 7 | 5 | 1,94 | 1250 | 7,0 | LD « |
| Beispiel 8 | 15 | 1,92 | 1200 | 7,0 | |
| Beispiel 9 | 25 | 1,89 | 1000 | 5,6 | |
| Vergleichs beispiel 9 |
60 | 1,79 | 540 | 2,8 | |
| Vergleichs beispiel 10 |
100 | 1,72 | 450 | 2,5 | |
| Vergleichs beispiel 11 |
Petroleumkoks 100 μπι |
1,75 | 350 | 2,0 | |
Leerseite -
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien(Kohlenstoff-Materialien) ,
gekennzeichnet durch Pulverisation eines carbonartigen Rohmaterials zu einem Carbonpulver mit einem Carbongehalt von mindestens
92 Gew.-%, einem flüchtigen Bestandteil von 7 bis 20 Gew.-% bis zu 9000C und einer
linearen Kontraktion von höchstens 6 % als geformter Körper während des Erwärmens auf 5000C, zu
einem durchschnittlichen Partikeldurchmesser, der größer als 10 um und höchstens 40 μπι ist, gefolgt
von einem Form- und 'Einbrennprozeß.
TER MEER -MÜLLER ■ STEINMEiSTER; ;":*: Zi : : I Z 3528185
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von flüchtigen Bestandteilen von 7 bis
13 Gew.-%.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß das carbonartige
Rohmaterial durch Erhitzen von Steinkohlenteerpech bei vermindertem Druck von 10 bis 70 Torr
und bei 400 bis 53O0C durch Erhitzen erhalten
wird, der Carbongehalt erhöht wird und die niedermolekularen und die zersetzten Komponenten entfernt
werden.
s.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß carbonarti
ges Rohmaterial durch eine Hitzebehandlung von Steinkohlenteerpech unter atmosphärischem Druck
erhalten wird, gefolgt von einem Eluieren und Einstellen des flüchtigen Anteils mit einem aromatischen
Lösungsmittel, welches aus der Gruppe, bestehend aus Benzol, Toluol, Xylol dekristallisiertes
Naphthalenöl, dekristallisiertes Anthrazen und nicht raffiniertes Benzol ausgewählt wird.
5. Verfahren zur Herstellung von hochfesten, hochdichten Carbonmaterialien,
gekennzeichnet durch Brennen einer organischen Faser in einer inerten Gasatmosphäre und einer Temperatur von mindestens 4000C,
gekennzeichnet durch Brennen einer organischen Faser in einer inerten Gasatmosphäre und einer Temperatur von mindestens 4000C,
BAD
TER MEER · MÜLLER · STEINMEISTCR Z 1 I : - - : : .: __.: 3528185
Mischen der besagten organischen Fasern mit einem Carbonpulver mit einem Carbongehalt von mindestens
92 Gew.-%, einem flüchtigen Anteil bis zu 9000C von 7 bis 20 Gew.-%, eine lineare Kontraktion von
höchstens 6 % als geformter Körper während einer Erwärmung auf 500°C und einem durchschnittlichen
Partikeldurchmesser von höchstens 40μΐη,
Formen ohne die Verwendung eines Binders und nach diesem Formen Einbrennen um so ein hochfestes, hochdichtes Carbonmaterial mit einer
Biegefestigkeit von mindestens 700 kg/cm2 zu erhalten.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß die organische
Faser eine Faser aus einem synthetischen \ Hochpolymerharz ist, welches aus Polyacrylnitril,
Rayon, einem phenolischen Harz, und einer pechartigen Faser, die Petroleumpech oder Kohlepech als
Rohmaterial hat, ausgewählt ist und diese besagte organische Faser in einer inerten Gasatmosphäre
gebrannt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die organische
Faser zuvor einer Behandlung unterzogen wurde, um ein Schmelzen zu verhindern.
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