DE3535112C2 - - Google Patents

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DE3535112C2
DE3535112C2 DE3535112A DE3535112A DE3535112C2 DE 3535112 C2 DE3535112 C2 DE 3535112C2 DE 3535112 A DE3535112 A DE 3535112A DE 3535112 A DE3535112 A DE 3535112A DE 3535112 C2 DE3535112 C2 DE 3535112C2
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    • A61F2/02Prostheses implantable into the body
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Description

Die Erfindung betrifft ein Tibiaplateauteil einer Knie­ gelenkendoprothese, wie es im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschrieben und durch einen Aufsatz in der Zeitschrift "med. orthop. Techn." aus 6/81 (siehe dort insbesondere S. 172 linke Sp.) bekannt ist.
Tibiaplateauteile der vorbeschriebenen Art weisen ent­ weder eine oder zwei tibiale Gleitflächen (davon eine lateral und eine andere medial) oder aber als vorzugsweise zusammenhän­ gendes Bauteil beide tibialen Gleitflächen auf.
Das Tibiaplateauteil besteht also aus mindestens einer Polyäthylen-Platte, deren Oberseite entsprechend dem anatomi­ schen Vorbild eine kondyläre Gleitfläche ausbildet, während der Unterseite Verankerungsmittel, z. B. eine im Querschnitt schwalbenschwanzförmige Rippe, angeformt sind.
Für den Fall, daß der Bandapparat des Patienten noch gesund, die Kniegelenke aber verschlissen sind, wird regel­ mäßig eine Prothese der genannten Art indiziert sein.
Tibiaplateauteile können grundsätzlich aber auch Bestand­ teile einer Totalprothese bilden, zu deren Implantierung der gesamte Bandapparat des Patienten reserziert wird.
Die natürliche tibiale Gleitfläche besteht aus fester Knochensubstanz, der Kortikalis, die mit einer Knorpelschicht überdeckt ist. Zur Implantierung eines Tibiaplateauteils wird diese feste Kortikalis mitsamt der zumeist beschädigten Knorpelschicht entfernt und das Implantat auf der so entstan­ denen Tibia-Querschnittsfläche aufgesetzt. Die Tibia-Quer­ schnittfläche besteht hierbei aus der randlich angeordneten festen Kortikalis und aus der von ihr umschlossenen weicheren Spongiosa.
Das eingangs beschriebene vorbekannte aus einer Kunst­ stoffplatte bestehende Tibiaplateauteil ist durch die Gelenk­ kraft elastisch, d. h. biegeelastisch, verformbar. Durch die biegeelastische Verformbarkeit des Tibiaplateauteils wird - im Unterschied zu Schlittenprothesen mit einer starren Metall- Tragplatte z. B. gemäß dem DE-GM 81 36 619 - die Grundvoraus­ setzung dazu geschaffen, daß nicht nur die randständig angeord­ nete Kortikalis sondern ebenfalls die Spongiosa trägt, die Kortikalis also entlastet wird. Allein die biegeelastische Verformbarkeit des Tibiaplateaus genügt hingegen nicht, da hiermit die Gefahr einer unzulässigen Überschreitung der Spongiosaspannung verbunden ist. Diese nachteiligen Erfahrun­ gen wurden nämlich mit ausschließlich aus Kunststoff bestehen­ den Tibiaplateaus der eingangs beschriebenen Gattung gemacht, welche wegen ihrer Flexibilität den zentralen Bereich der Spongiosa so stark belasteten, daß die Spongiosa an diesen Stellen mechanisch zerstört wurde. Es entstanden dabei Hohl­ räume, die, ausgefüllt mit Bindegewebsmasse, schließlich doch zu einer Überbelastung der Kortikalis und einer Lockerung des Implantats führten.
Auch Kombinationen von starren Grundplatten mit ela­ stischen Dämpfungsmaterialien (s. EP-PS 46 926), deren Elasti­ zität über die eingenommene Fläche variiert, führten nicht zum Ziel, da die Krafteinleitung an sich über eine starre Grund­ platte (mit der Gefahr einer mechanischen Überbelastung der Kortikalis) verläuft.
Ausgehend von dem eingangs beschriebenen vorbekannten Tibiaplateauteil (Aufsatz in der Zeitschrift "med. orthop. Techn." aus 6/81; siehe dort insbesondere S. 172 linke Sp.), liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Tibiaplateauteil zu schaffen, welches eine physiologische Krafteinleitung in die von der Tibia gebildete Querschnittsfläche gestattet. Diese Aufgabe wurde entsprechend dem Kennzeichenteil des Hauptanspruchs gelöst.
Die Erfindungsmerkmale schaffen eine Armierung, deren Längsschnittfläche, ausgehend von den zur Auflage auf der Kortikalis bestimmten Randbereichen des Tibiaplateauteils, in dessen Kontaktbereich mit der Spongiosa nach Art eines Trägers gleicher Biegebeanspruchung verläuft. Vorteilhaft wird hierbei ein Querschnittsverlauf, welcher bei einem für eine Einzellast bestimmten Träger gleicher Festigkeit gewählt würde. Voraus­ setzung für die erfindungsgemäße Armierung des Tibiaplateaus ist es aber, daß diese so dimensioniert ist, daß bei Auftre­ ten einer maximalen Gelenkkraft niemals die zulässige Spon­ giosaspannung überschritten wird.
Mit der Erfindung ist es gelungen, ein Tibiaplateau zu schaffen, welches eine gleichmäßige physiologisch verträg­ liche Krafteinleitung sowohl in die Kortikalis als auch in die Spongiosa gestattet. Die gleichmäßige Belastung der Spon­ giosa in Form einer Schwellbelastung gewährleistet den Erhalt der Knochensubstanz und hiermit den lockerungsfreien Sitz des Implantats.
Weitere Vorteile, Einzelheiten und erfindungswesentliche Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter erfindungsgemäßer Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Hierbei zeigt im einzelnen
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel mit einem mehr schematisch angepaßten Sagittalschnitt durch ein auf der Tibia aufliegendes Tibiaplateauteil,
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel in Anlehnung an die Darstellung gemäß Fig. 1, jedoch unter Weglassung der Tibia,
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Tibia­ plateauteils in Anlehnung an die Darstellung gemäß Fig. 2,
Fig. 4 einen Sagittalschnitt durch eine Tibiaplateau-An­ ordnung,
Fig. 5 eine Kunststoffhülse zur Befestigung des Tibia­ plateauteils und
Fig. 6 einen Frontalschnitt eines zwei tibiale Gleit­ flächen aufweisenden Tibiaplateauteils, welches entsprechend dem grundsätzlichen Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ausge­ bildet und als Tibiaplateauteil auch für eine Totalprothese geeignet ist.
Die Tibia 11 besteht zentral aus relativ weicher Knochen­ substanz, der Spongiosa 13, die von einer recht harten Rand­ schicht aus Kortikalis 15 umhüllt ist.
Das insgesamt nicht dargestellte Kniegelenk, zu welchem auch ein nicht gezeigtes Femur mit seinen Kondylen gehört, wird von einem nicht dargestellten natürlichen Bandapparat zusammengehalten.
Nach Verschleiß der natürlichen Gelenkschichten ist unter der Voraussetzung eines noch intakten Bandapparats die Implan­ tierung einer Prothese angezeigt.
Bei der Tibia 11 wurde deren oberer Bereich einschließ­ lich der Gelenk-Knorpelschicht und die dort vorhandene Korti­ kalis entfernt und auf die glatte Schnittfläche, welche eine randlich durch Kortikalis 15 eingefaßte Spongiosa 13 dar­ stellt, ein Tibiaplateauteil 30 aufgesetzt.
Die durch die Kortikalis gebildeten Randbereiche (Auflager) für das Tibiaplateauteil 30 sind in den Figuren mit 15 a bezeichnet.
Entsprechend Fig. 1 ist innerhalb einer Kunststoffplatte 27, welche oberseitig eine tibiale Gleitfläche 28 für eine nicht dargestellte femurseitige Metallkufe bildet, eine etwa membranartige Armierung 29 aus Stahlblech eingebettet. Die Kunststoffplatte 27 besteht aus Polyäthylen und ist in sich flexibel. Durch die Armierung 29 erfährt die Kunststoffplatte 27 eine größere Biegesteifigkeit. Die Armierung 29 ist so ausgebildet, daß sie in der Spongiosa 13 stets dieselbe Reak­ tionsspannung σ Sp hervorruft. Wenn also die Gelenkkraft an einer ersten Stelle als Gelenkkraft F 1 oder an einer zweiten Stelle als Gelenkkraft F 2 ansetzt, überträgt die Unterfläche 26 des Tibiaplateauteils 30 dieselbe Spannung, nämlich σ Sp = σ Sp phys = konstant. Dies bedeutet, daß die durch die Gelenk­ kraft über die Unterfläche 26 des Tibiaplateauteils 30 in die Spongiosa 13 eingeleitete Spannung den physiologisch verträg­ lichen Wert nicht überschreitet.
Die Folge der Anordnung gemäß Fig. 3 besteht darin, daß nicht nur die Randbereiche 15 a der Kortikalis, sondern ebenfalls die gesamte Schnittfläche S der Spongiosa 13 das Tibiaplateauteil 30 trägt, so daß die Spongiosa 13 aufgrund der vorhandenen physiologischen Schwellbelastung erhalten bleibt. Die Spongiosa 13 kann deshalb auch eine dauerhafte Befestigungsstelle für Befestigungselemente bilden, welche als Bestandteile des Tibiaplateauteils von dessen Unterfläche 26 nach unten ragen.
Die Längsschnittfläche L der Armierung 29 ist so ausgebil­ det, daß die Armierung 29 die Eigenschaften eines Trägers gleicher Biegebeanspruchung bzw. die Eigenschaften eines sogenannten Fischbauchträgers aufweist. Dieses wird beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 dadurch erzielt, daß die Armierung eine Blechplatte gleichbleibender Stärke mit über die Plattenerstreckung verteilten Perforationen 31, 32, 33 bildet, deren Perforationsweite von den Kortikalis-Randbe­ reichen 15 a bis zur Mitte Mi hin abnimmt. Partiell betrach­ tet, weist also die Armierung 29 benachbart den Randbereichen 15 a eine geringere Biegesteifigkeit als in der Mitte auf. Insgesamt gibt die Armierung 29 dem Tibiaplateauteil 30 aber die Eigenschaften eines Trägers gleicher Festigkeit, mit der Folge, daß auf dem gesamten Bereich der Spongiosa 13 eine konstante Druckspannung übertragen werden kann.
Die gleichen Vorteile ergeben sich bei den Ausführungs­ formen nach den Fig. 2 und 3, die isoliert, d. h. ohne die modellhafte Darstellung der Tibia 11 gemäß Fig. 1, gezeigt sind. Und zwar besteht die Armierung 29 gemäß Fig. 2 aus fest oder gleitend miteinander verbundenen, aufeinandergeschichte­ ten Armierungsplatten 34, 35, 36 unterschiedlicher Er­ streckung, im vorliegenden Fall aus Metall. Die Armierungsplat­ ten 34, 35, 36 sind so angeordnet, daß die Armierung 29 im mittigen Bereich Mi, d. h. in dem von den kortikalen Randberei­ chen 15 a entferntesten Bereich, die größte Dicke aufweist.
Auch das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 weist einen ähnlichen Aufbau auf. Hier besteht die Armierung 29 aus einem etwa bikonvexen bzw. flachlinsenförmigen Körper, der sich aus einzelnen geeigneten Fasern, beispielsweise aus Kohlenstof­ fasern, zusammensetzt.
Die Tibiaplateauteile 30 entsprechend den Fig. 2 und 3 ergeben somit ebenfalls Körper mit den Eigenschaften eines Trägers gleicher Biegebeanspruchung.
Die Armierungen 29 sind in jedem Fall so ausgebildet, daß sie eine Durchbiegung der Kunststoffplatte 27, die auch in ihrer Längsmittelebene x geteilt sein kann, zulassen, die Ausbildung der Biegespannung jedoch so modifizieren, daß bei Auftreten einer bestimmten Gelenkkraft überall auf der Schnitt­ fläche S der Spongiosa 13 jeweils dieselbe Druckspannung auftritt, was in Fig. 1 durch die mit 64 bezeichnete gestri­ chelte Linie versinnbildlicht ist.
Außerdem läßt es die Armierung 29 auch zu, die Biege­ steifigkeit (etwa durch Ausbildung und Anzahl der Perforati­ onen beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1) so zu variieren, daß Spongiosabereiche unterschiedlicher Elastizitätsmoduli berücksichtigt werden können.
Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel entsprechend Fig. 4 ist die Armierung 29 entsprechend Fig. 1 mit unterschied­ lich weiten Perforationen 31, 32, 33, 37 versehen, welche über die gesamte Fläche der etwa membranartig aussehenden Armierung 29 gleichmäßig verteilt sind.
Die oberseitige Kunststoffschicht 38, welche auch die tibiale Gleitfläche 28 ausbildet und die untere Kunststoff­ schicht 39, welche die Anlage- bzw. Unterfläche 26 für die Spongiosa 13 bildet, stellen zwei gesondert hergestellte Kunststoffkörper 38, 39 dar. Der obere Kunststoffkörper 38 umgreift hierbei den nach unten einwärts gebogenen Rand 40 der Armierung 29 mit einer relativ geringen, eine Schnappverra­ stung bewirkenden Hinterschneidungsfläche 41.
Die Unterfläche 26 des unteren Kunststoffkörpers 39 ist mit einer oberflächenvergrößernden Struktur in Form von schwalbenschwanzförmig hinterschnittenen Nuten 42 versehen. Die die Schnittfläche S der Spongiosa 13 überlagernde Unter­ fläche 26 kann zementlos aufgelagert sein, wobei sich mit der Zeit ein biologischer Verbund mit den hinterschnittenen Nuten 42 ergibt.
Zur Befestigung des Tibiaplateauteils 30 ist eine Be­ festigungsschraube 43 vorgesehen, welche oben einen Schrauben­ kopf mit unterseitig kreisringförmiger Anlagefläche 44 auf­ weist. In üblicher Weise besitzt der Schraubenkopf einen oberseitig zugänglichen Innensechskant 45. Unterhalb der kreisringförmigen Anlagefläche 44 und von dieser distanziert weist die Befestigungsschraube 43 einen Außengewindeabschnitt 46 auf, der mit einem Innengewindeabschnitt 47 einer im oberen Bereich einer Kunststoffhülse 49 verankerten Gewindehülse 48 zusammenwirkt.
Unterhalb des Außengewindeabschnitts 46 ist die Schraube 43 von einem axial relativ langen außen glatten kreiszylindri­ schen Gleitschaft 50 fortgesetzt. Der Gleitschaft 50 ist mit Gleitpassung in einer hohlzylindrischen Gleitfläche 51 der Kunststoffhülse 49 aufgenommen. Unterhalb der unteren Stirnseite des Gleitschaftes 50 umgibt die hohlzylindrische Gleitfläche 51 einen axialen freien Hohlraum 52. Die Kunststoff­ hülse ist nur an ihrer der kreisringförmigen Anlagefläche 44 zugewandten Stelle offen, ansonsten aber ringsum geschlossen.
Die Implantierung der in Fig. 4 gezeigten Anordnung verläuft in dem hier interessierenden Zusammenhang im wesent­ lichen wie folgt: es wird die Kunststoffhülse 49 in die Spon­ giosa 13 eingesetzt, z. B. einzementiert. Für den Fall, daß die Kunststoffhülse 49 nicht lediglich mit Ringrippen 53 und Ringnuten 54 versehen ist, sondern Schneidgewinderippen 55 aufweist, ist es auch möglich, die Kunststoffhülse 49, die darüber hinaus noch konisch ausgebildet ist, in die Spon­ giosa hineinzuschrauben. Hierzu weist die Kunststoffhülse 49 gemäß Fig. 5 auch einen Betätigungsschlitz 56 für die Klinge eines Schraubendrehers auf.
Nachdem die Kunststoffhülse 49 implantiert ist, wird der untere Kunststoffkörper 39, welcher bereits mit der Ar­ mierung 29 schnappverrastet sein kann, mit einem bundhülsenar­ tigen Fortsatz 57 (Zentrierung) in die obere Öffnung der Kunststoffhülse 49 eingesetzt. Sodann wird die Schraube 43 durch den bundhülsenartigen Fortsatz 57 hindurch und in die Kunststoffhülse 49 hineingeführt sowie mit der Gewindehülse 48 verschraubt. Anschließend wird lediglich noch der obere Kunst­ stoffkörper 38 aufgerastet, der mit einem Zapfen 58 in den Innensechskant 45 der Befestigungsschraube 43 und mit einer Vielzahl von Einzelzapfen, die Schnappzapfen sein können, in die Perforationen 31-33 und 37 eingreift.
Die Anordnung Kunststoffhülse 49/Befestigungsschraube 43 gemäß Fig. 4 und 5 entspricht hinsichtlich einer Kraftein­ leitung der Anordnung gemäß der DE-PS 33 34 058. Die Gewinde­ abschnitte 46/47 entsprechen hierbei dem Festlager und die Bereiche 50, 51, 52 dem Loslager. Unmittelbar unterhalb der Gewindehülse 48 ist ein nicht bezeichneter umlaufender Frei­ raum vorgesehen. Die Anordnung 49/43 ist insbesondere auch geeignet, Scherkräfte zu übertragen.
Die vom Tibiaplateauteil 30 gesonderten Befestigungsele­ mente 43, 49 schaffen während der Operation für den unikondy­ lären Fall folgende Vorteile:
Man kann zunächst in der ausgewinkelten Stellung des Knies, und zwar trotz des bei intaktem Bandapparat engen Zwischenraums, die Bohrung zur Halterung der Kunststoffhülse 49 einbringen. Man setzt sodann die Kunststoffhülse 49 ein und schiebt das relativ flach bauende Tibiaplateauteil 30 seitlich ein. Schließlich wird die Schraube 43 eingesetzt und - eben­ falls nach seitlichem Einführen durch den engen Zwischenraum in Bandapparat hindurch - die obere Kunststoffplatte 38 auf­ klipst.
Die in Fig. 6 gezeigte Ausführungsform mit einem zwei tibiale Gleitflächen 28 aufweisenden Tibiaplateauteil 30 besitzt einen Doppel-Armierungskörper 29, dessen grundsätz­ licher Aufbau dem Ausführunsbeispiel gemäß Fig. 3 entspricht. Der Doppelarmierungskörper besteht praktisch aus zwei ein­ zelnen Armierungskörpern 29 gemäß Fig. 3, die über eine dünne Verbindungszone 63 stoffschlüssig miteinander verbunden sind. Jedes einzelne Tibiaplateauteil 30 weist übrigens in der Draufsicht die Kontur einer etwas abgeflachten Halbkreis­ fläche auf. Im Falle der Fig. 6 sind zwei Befestigungsstellen 59, 60 innerhalb der Spongiosa 13 vorgesehen, die ähnlich oder gleich der in Fig. 4 und 5 gezeigten ausgebildet sein können. Für den Fall, daß das in Fig. 6 dargestellte Tibiaplateau 30 Bestandteil einer Totalprothese sein sollte, wird statt der Befestigungsstellen 59, 60 eine größere zentrale Befestigungs­ stelle 61, die gestrichelt dargestellt ist, verwendet. Auch die Befestigungsstelle 61 ist ähnlich oder gleich der in Fig. 4 bzw. 5 dargestellten Befestigungsstelle ausgebildet. In Fig. 6 sind der mediale Bereich mit m und der laterale Bereich mit l bezeichnet.
Ergänzend erwähnt werden soll noch, daß alle Kunststoff­ oberflächen, ggf. auch die Gleitflächen 28, keramisch oder metallisch, insbesondere mit Titan, beschichtet sein können, was nicht dargestellt ist.

Claims (19)

1. Tibiaplateauteil einer Kniegelenk-Endoprothese aus einem den Knochenrandbereich und die Spongiosa abdeckenden Kunststoffkörper, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff­ körper (27) eine Armierung (29) aufweist, deren Masse vom Knochenrandbereich zum Zentrum des Knochens zunimmt.
2. Tibiaplateauteil nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Armierung (29) aus Einzelelementen besteht.
3. Tibiaplateauteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich­ net, daß die Einzelelemente aus Granulaten, Fäden, Fasern oder Drähten bestehen.
4. Tibiaplateauteil nach einem der vorangehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung (29) eine plan-konvexe oder bikonvexe Querschnittsfläche aufweist (Fig. 3).
5. Tibiaplateauteil nach einem der vorangehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung (29) aus geschichteten Armierungsplatten (34, 35, 36) unterschiedlicher Erstreckung besteht und in ihrem von den Randbereihen (15 a) entferntesten Bereich (Mi) die größte Dicke aufweist (Fig. 2).
6. Tibiaplateauteil nach einem der vorangehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung (29) aus einer Platte gleichbleibender Stärke mit über die Platten­ erstreckung verteilten Werkstoffschwächungsstellen (31, 32, 33, 37) besteht, deren flächenspezifische Anzahl und/oder Weite mit der Entfernung von den Randbereichen (15 a) abnimmt (Fig. 1; Fig. 4).
7. Tibiaplateauteil nach Anspruch 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Werkstoffschwächungsstellen aus Perfo­ rationen (31, 32, 33, 37) bestehen.
8. Tibiaplateauteil nach einem der vorangehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffkörper die Armierung (29) zwischen einer oberseitigen, die tibiale Gleit­ fläche (28) bildenden Kunststoffschicht (38) und einer unter­ seitigen, die Anlagefläche (26) mit der Kortikalis (15) und der Spongiosa (13) bildenden unterseitigen Kunststoffschicht (39) eingebettet und gehalten ist.
9. Tibiaplateauteil nach Anspruch 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die oberseitige (38) und die unterseitige (39) Kunststoffschicht die Armierung (29) umschließen.
10. Tibiaplateauteil nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß obere Kunststoffschicht (38), Armierung (29) und untere Kunststoffschicht (39) formschlüssig aneinan­ der gehalten sind.
11. Tibiaplateauteil nach Anspruch 10, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Armierung (29) mittels Schnappverrastmittel an der unteren Kunststoffschicht (39) befestigt ist.
12. Tibiaplateauteil nach einem der Ansprüche 8 bis 11, gekennzeichnet durch mindestens eine sich senkrecht zur Haupt­ erstreckung des Tibiaplateaus (30) erstreckende Befestigungs­ schraube (43), welche oben einen Schraubkopf mit unterseitig kreisringfömiger Anlagefläche (44), unten daran anschließend einen Außengewindeabschnitt (46) und, sich wiederum unten an den Gewindeabschnitt (46) anschließend, einen außen glatten kreiszylindrischen Gleitschaft (50) aufweist, wobei Gewindeab­ schnitt (46) und Gleitschaft (50) der Befestigungsschraube (43) in eine nur an ihrer oberen Stirnseite offene Kunststoff­ hülse (49) eingreifen, die sowohl ein Innengewinde (47) für den Außengewindeabschnitt (46) als auch eine hohlzylindrische Gleitfläche (51) für den Gleitschaft (50) der Befestigungs­ schraube (43) aufweist.
13. Tibiaplateauteil nach Anspruch 12, dadurch gekenn­ zeichnet, daß im oberen Bereich der Kunststoffhülse (49) ein metallener Innengewindering (48) zur Aufnahme des Außenge­ windes (46) der ebenfalls aus Metall bestehenden Befestigungs­ schraube (43) gehalten ist.
14. Tibiaplateauteil nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche der Kunststoff­ hülse (49) mit einer Struktur (53, 54; 55) vergrößerter Ober­ fläche versehen ist.
15. Tibiaplateauteil nach Anspruch 14, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Struktur vergrößerter Oberfläche durch Ringnuten (54) und Ringrippen (53) gebildet ist.
16. Tibiaplateauteil nach Anspruch 14, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Struktur vergrößerter Oberfläche aus Gewinde­ rippen (55) besteht.
17. Tibiaplateauteil nach Anspruch 16, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Gewinderippen Schneidgewinderippen (55) sind.
18. Tibiaplateauteil nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungsplatte (29; Fig. 4) gleichbleibender Stärke sich im wesentlichen parallel zur natürlichen tibialen Gleitfläche (28) erstreckt.
19. Tibiaplateauteil nach einem der vorangehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierung (29) aus Stahlblech besteht.
DE19853535112 1985-10-02 1985-10-02 Tibiaplateauteil einer kniegelenkendoprothese Granted DE3535112A1 (de)

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