DE3545235C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Fahrzeugtrommelbremse, mit zwei
an einem Bremsträger schwimmend angeordneten Bremsbacken,
die mit ihren beiden Stegenden gleitbar an zwei gegenüberliegenden,
an Tragelementen angebrachten Stützlagern abgestützt
sind und die durch Rückzugfedern miteinander verbunden
sind. Derartige Fahrzeugtrommelbremsen können sowohl
als Simplex-Bremse als auch als Duo-Duplex-Bremse ausgeführt
sein.
Bei bekannten Trommelbremsen der Bauart Simplex mit schwimmenden
Bremsbacken erfolgt die Bremsbackenabstützung an einem
festen Stützlager des Bremsträgers, das mit einer ebenen
Lagerfläche versehen ist, an der sich die zugehörige Bremsbacke
mit einer am Stegende angebrachten konvex gewölbten
Fläche gleitbar abstützt. Bei einer der eingangs angegebenen
Gattung entsprechenden bekannten Trommelbremse (DE-28 41 372 A1)
der Bauart Duo-Duplex mit schwimmenden Bremsbacken ist
dementsprechend an jeder Zuspannvorrichtung ein ebenflächiges,
bei Bremsbetätigungen bewegtes Lager angeordnet, auf dem
sich die zugehörige Bremsbacke mit einer am Stegende angebrachten
konvex gewölbten Fläche gleitbar abstützt. Diese
Ausbildung der Trommelbremsen der Bauarten Simplex und Duo-
Duplex mit jeweils schwimmenden Bremsbacken besitzt die
nachfolgend aufgeführten Nachteile.
Bei Verschleiß der auf den Außenumfangsflächen der Brems
backen befindlichen Bremsbeläge und selbsttätiger Nach
stellung der Zuspannvorrichtungen gleiten die konvex ge
wölbten Stegenden nicht nur auf den ebenflächigen Lagern,
sondern wälzen darauf auch ab, wodurch sich nicht nur die
Bremsbacken relativ zum Bremsträger verlagern, sondern
auch die Abstützpunkte bzw. -linien zwischen den konvex
gewölbten Stegenden und den ebenflächigen Lagern bezogen
auf die Bremsenmitte nach außen verschieben. Durch diese
Lageänderung der Abstützpunkte verringert sich der Bremsen
kennwert C*, ausgehend von neuen bis zu verschlissenen
Bremsbelägen bei den Simplex-Bremsen um etwa 15% und bei
den Duo-Duplex-Bremsen sogar um etwa 20%, betrachtet je
weils bei einem etwa konstant bleibenden Reibwert µ=0,4.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Trommelbremsen der in
Rede stehenden Bauarten ist darin zu sehen, daß aufgrund
der nur punkt- bzw. linienförmigen Abstützung der Brems
backen auf den ebenflächigen Lagern im Betrieb hohe Flä
chenpressungen auftreten, die zu einem raschen Verschleiß
führen.
Die mit zunehmendem Belagverschleiß eintretende Verringerung
des Bremsenkennwertes C* hat erhebliche nachteilige Wir
kungen im Betrieb. Da der Bremsenkennwert C* als Quotient
aus der gesamten Umfangskraft an der Bremsfläche und der
Zuspannkraft an der Bremsbacke definiert ist, ist ersicht
lich, daß wegen der direkten Proportionalität zwischen
Bremsenkennwert und Umfangskraft die Umfangskraft und damit
die Bremswirkung bei gleichbleibender Zuspannkraft und
gleichbleibendem Reibwert abnimmt. Soll sich die Umfangs
kraft nicht verringern und damit die Bremswirkung nicht
verschlechtern, muß die Zuspannkraft mit abnehmendem Bremsenkennwert
vergrößert werden, d. h. es sind mit zunehmendem
Bremsbelagverschleiß höhere Bremsbetätigungskräfte aufzubringen.
Bei einer weiteren bekannten Trommelbremse (DE-29 45 785 A1)
der Bauart Simplex sind die Bremsbackenstege an ihren der
Zuspannvorrichtung abgelegenen Enden mit U-förmigen Ausnehmungen
versehen, welche zur Montageerleichterung jeweils
auf einen mit entsprechenden Abflachungen versehenen, drehbar
am Bremsträger befestigten Verankerungsbolzen durch
eine Gleitbewegung formschlüssig aufsteckbar sind. Nach der
Bremsenmontage treten aber keine verschleißausgleichenden
Verschiebungen der Bremsbacken an den Verankerungsbolzen
auf, so daß die Verankerungsbolzen lediglich Drehlager für
die Bremsbacken bilden.
Eine andere bekannte Fahrzeugtrommelbremse (GB 13 79 136,
Fig. 13 bis 16) der Bauart Simplex weist eine nachstellbare
Drehabstützung einer Bremsbacke auf. Zu diesem Zweck ist
der mit einem Exzenterabschnitt versehene Lagerbolzen durch
Drehung um seine Achse einstellbar und mittels einer Kontermutter
feststellbar am Bremsträger befestigt. Auf den
zylindrischen Exzenterabschnitt ist ein Gleiter mit einer
teilzylindrischen Ausnehmung aufgesetzt, der quer zur Exzenterachse
eine Nut aufweist, welche das Ende des Bremsbackenstegs
verschiebbar aufnimmt. Bei Drehverstellung des Exzenterabschnitts
ändert sich zwangsläufig die Relativlage zwischen
der Bremsbacke und dem das Drehlager für die Bremsbacke
bildenden Exzenterabschnitt, wodurch sich nachteiligerweise
auch der Bremsenkennwert C* ändert.
Eine Trommelbremse (GB 4 87 252, Fig. 12) der Bauart Simplex
mit verschiebbarer Drehlagerabstützung der Bremsbacken ist
auch schon vorgeschlagen worden. Hierbei sind an einem keilförmigen
festen Widerlager verschiebbare Gleitstücke vorgesehen,
an denen sich jeweils eine Bremsbacke über einen
gegenüber der Bremsbacke und dem Gleitstück unverlagerbaren
Zapfen drehbar abstützt. Aufgrund dieser Anordnung verschieben
sich bei der selbsttätigen, den Belagverschleiß kompensierenden
Nachstellung der Bremsbacken die Drehlager an dem
Widerlager, wodurch sich auch bei dieser bekannten Trommelbremse
der Bremsenkennwert C* ändert.
Es ist aber auch schon eine Trommelbremse (GB 5 73 537) der
Bauart Simplex mit einer Drehlagerabstützung vorgeschlagen
worden, bei welcher selbsttätige Nachstellbewegungen nicht
zu Lageänderungen an den Drehlagern führen, wodurch der
Bremsenkennwert C* konstant bleibt. Dieses wird jedoch nur
mit einer kompliziert aufgebauten Drehlagerabstützung erreicht.
Hierbei ist der durch Anbringung einer Ausnehmung
und Auseinanderbiegen der beiden dadurch erhaltenen Stegenden
verbreiterte Bremsbackensteg an seinem Ende mit einer
angeschweißten U-förmigen Gabel versehen, die einen Aufnahmeschlitz
für ein Blockelement bildet. An dem Blockelement
ist das verbreiterte Stegende zum Ausgleich des Belagverschleißes
verschiebbar. Da das Blockelement an einem Ende
schwenkbar an einem am Bremsträger befestigten Abstützbolzen
gelagert ist, kann sich das Bremsbackenende an dem schwenkbeweglich
gelagerten Blockelement zur selbsttätigen Kompensation
des Bremsbelagverschleißes verschieben, ohne daß dabei
eine Verlagerung der Abstützstelle der Bremsbacke auf
dem durch den Abstützbolzen gegebenen Stützlager auftritt.
Diese bekannte vielteilige Anordnung ist jedoch wegen ihrer
Fertigungs- und Montageerfordernisse sehr aufwendig.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Fahrzeugtrommelbremse der eingangs angegebenen Gattung mit
einer den Bremsbelagverschleiß kompensierenden selbsttätigen
Nachstellung bereitzustellen, bei der auf einfache Weise
erreicht wird, daß sich während der Lebensdauer der Bremsbeläge
der Bremsenkennwert nicht ändert.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß an jeweils
einem der Stegenden das Stützlager aus einem Abstützbolzen
gebildet ist, der um seine senkrecht zum Bremsträger ausgerichtete
Achse drehbar am Tragelement des Bremsträgers angebracht
und mit einer bezüglich seiner Umfangsfläche vertieft
liegenden Lagerfläche versehen ist, die sich in Querrichtung
zur Achse des Abstützbolzens geradlinig erstreckt
und an welcher eine am zugeordneten Ende des Bremsbackenstegs
angeordnete, entsprechend geradlinig verlaufende Gegenfläche
gleitbar gelagert ist, wobei die Gegenfläche mit der
Symmetrieachse des Bremsträgers in Richtung zur Bremsenmitte
hin in einem spitzen Winkel konvergierend ausgerichtet
ist.
Die Fahrzeugtrommelbremse kann so ausgebildet sein, daß
die Anordnung der Backen und der Zuspannvorrichtung von der
Bauart Simplex ist und daß als Stützlager-Tragelement an
dem einen Stegende die Zuspannvorrichtung, am anderen Stegende
der Bremsträger dient, an dem der Abstützbolzen drehbar
angebracht ist.
Die Fahrzeugtrommelbremse kann aber auch so ausgebildet
sein, daß die Anordnung der Backen und der Zuspannvorrichtung
von der Bauart Duo-Duplex ist und daß der Abstützbolzen
beiden Zuspannvorrichtungen jeweils an entgegengesetzten
Seiten vorgesehen ist.
Beide erfindungsgemäß ausgebildeten Bauarten der Fahrzeugtrommelbremse
zeichnen sich durch eine einfache Konstruktion
aus, die nur einen geringen Fertigungs- und Montageaufwand
erfordert. Bei beiden Bauarten der Trommelbremse kommt es
bei selbsttätiger Verschleißnachstellung der Bremsbacken
nicht mehr zu Verschiebungen der Abstützstelle auf dem festen
Stützlager (Bauart Simplex) bzw. an dem Zuspannelement der
Zuspannvorrichtung (Bauart Duo-Duplex), weil der Abstützbolzen
sich ohne Lageveränderung aufgrund der flächigen Andrückung
der am Bremsbackensteg befindlichen Gegenfläche
an die Lagerfläche des Abstützbolzens dreht. Unabhängig
von der Gleitrelativlage zwischen der am Bremsbackensteg befindlichen
Gegenfläche und der Lagerfläche am Abstützbolzen
wird die Abstützkraft stets an derselben Stelle durch den
Abstützbolzen aufgenommen. Veränderungen des Bremsenkennwerts
können daher während der Lebensdauer der Bremsbeläge
nicht auftreten. Die Wirkungsweise des Abstützbolzens im
Zusammenwirken mit der am Bremsbackensteg angeordneten
Gegenfläche läßt sich kinematisch mit einem Schubgelenk vergleichen.
Dadurch, daß sich Lagerfläche und Gegenfläche
stets im Flächenkontakt befinden, treten nur verhältnismäßig
geringe Flächenpressungen auf, wodurch der Verschleiß an
den in Rede stehenden Abstützstellen gering wird.
Vorteilhaft ist die Anordnung so getroffen, daß der Abstütz
bolzen zylindrisch ausgebildet ist und die Lagerfläche die
Grundfläche einer im Abstützbolzen angebrachten Quernut ist,
an deren Seitenwänden der Bremsbackensteg seitengeführt ist.
Die für die Abstützung der Bremsbacke erforderliche Lager
fläche läßt sich auf diese Weise sehr einfach durch An
bringung einer Quernut herstellen, wobei der zusätzliche
Vorteil eintritt, daß die Seitenwände der Quernut den Brems
backensteg führen.
Vorzugsweise sind die Lagerfläche und die Gegenfläche eben
ausgeführt, wobei sich die Drehachse des Abstützbolzens in
der Ebene der Lagerfläche befindet. Bezüglich eines zylin
drisch ausgebildeten Abstützbolzens und Anbringung der La
gerfläche durch eine Quernut bedeutet dies, daß die Quer
nut mit ihrer Grundfläche bis auf die Drehachse des Ab
stützbolzens vertieft liegt.
In Weiterführung des Erfindungsgedankens ist der Abstütz
bolzen in einer für den Durchtritt des Bremsbackensteges
geschlitzten Lagerbüchse drehbar eingeführt, welche bei der
Simplex-Bauart in eine Aufnahmebohrung des Bremsträgers
und bei der Duo-Duplex-Bauart in eine Aufnahmebohrung des
Zuspannelements eingesetzt ist, wobei auch jeweils die Be
grenzungswand der Aufnahmebohrung für den Durchtritt des
Bremsbackensteges geschlitzt ist. Die Verwendung einer aus
einem geeigneten Material hergestellten Lagerbüchse er
laubt die Herabsetzung der Reibung zwischen dem Abstütz
bolzen und der Aufnahmebohrung im Bremsträger bzw. Zuspann
element, so daß sich der Abstützbolzen bei Lageänderung
der zugehörigen Bremsbacke, wie sie bei der Bremsbetätigung
eintritt, leicht drehen kann. Die für den Durchtritt des
Bremsbackensteges in der Lagerbüchse und in der Begrenzungs
wand der Aufnahmebohrung angebrachten Schlitze können in
ihrer Breite der Breite der Quernut im Abstützbolzen ent
sprechen, wodurch der Bremsbackensteg auch an diesen Teilen
zusätzlich geführt ist.
Für die bei der selbsttätigen Verschleißnachstellung erfor
derliche Verlagerung der Bremsbacken hat es sich als gün
stig herausgestellt, wenn der spitze Winkel zwischen der
Symmetrieachse des Bremsträgers und der Gegenfläche am
Bremsbackensteg bei Neuzustand des Bremsbelages der Brems
backen maximal 20° beträgt. Mit zunehmendem Verschleiß
der Bremsbeläge nähert sich der spitze Winkel dem Wert 0°.
Um einen ausreichenden Verschiebeweg zwischen der Lager
fläche und der Gegenfläche zu ermöglichen, ist die Gegen
fläche am Bremsbackensteg zweckmäßig über die volle Steg
höhe durchgehend ausgeführt.
Mit Vorteil läßt sich die Erfindung bei einer Trommelbremse
anwenden, bei der die Zuspannvorrichtung in an sich bekann
ter Weise als selbsttätig nachstellende Spreizkeil-Zuspann
vorrichtung ausgebildet ist, wie sie häufig bei mit Druck
luft betätigbaren Trommelbremsen für Lastkraftwagen anzu
treffen ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend an
hand der Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnungen
näher erläutert. Darin zeigt
Fig. 1 die Hauptansicht einer Trommel
bremse der Bauart Simplex, darge
stellt ohne Bremstrommel,
Fig. 2 einen abgebrochenen Schnitt ent
lang der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Abstütz
bolzens,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie
IV-IV der Fig. 3,
Fig. 5 die Hauptansicht einer Trommelbrem
se der Bauart Duo-Duplex, darge
stellt ohne Bremstrommel,
Fig. 6 einen abgebrochenen Schnitt ent
lang der Linie VI-VI in Fig. 5,
Fig. 7 ein Kennwert/Reibwert-Diagramm für
Trommelbremsen der Bauarten Simplex
und Duo-Duplex nach dem Stand der
Technik und
Fig. 8 ein weiteres Kennwert/Reibwert-
Diagramm für erfindungsgemäße Trom
melbremsen der Bauarten Simplex
und Duo-Duplex.
Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Simplex-Bremse
ist ein Bremsträger 1 vorgesehen, der in seiner Mitte eine
Ausnehmung zur Anbringung der Bremse an einer Fahrzeug
achse (nicht dargestellt) aufweist. Die Ausnehmung 2 ist
von einem Kranz von Befestigungsbohrungen 3 umgeben, die
der Befestigung des Bremsträgers an einem nicht drehenden
Teil der Achskonstruktion dienen und von denen nur einige
dargestellt sind. Konzentrisch zum Bremsträger 1 ist die in
Fig. 2 in Strichpunktlinien angedeutete Bremstrommel 4 an
geordnet, die in üblicher Weise drehfest mit einem drehen
den Teil der Achskonstruktion verbunden ist. Ein am Brems
träger 1 mittels Schrauben 5 befestigter und die Bremstrom
mel 4 übergreifender Staubschild 6 schützt das Innere der
Trommelbremse zur Fahrzeuginnenseite hin.
Die Bremse ist bezüglich der in Fig. 1 angegebenen Symmetrie
achse 7 im wesentlichen symmetrisch aufgebaut. Am Bremsträ
ger sind zwei übereinstimmende Bremsbacken 8 schwimmend an
geordnet, von denen die in der Fig. 1 obere Bremsbacke be
züglich der durch einen Pfeil 9 angegebenen Trommeldreh
richtung die auflaufende Bremsbacke ist, während die untere
Bremsbacke bei der Drehrichtung gemäß dem Pfeil 9 die ab
laufende Bremsbacke darstellt. Die Bremsbacken 8 sind in
üblicher Weise jeweils aus einem Bremsbackensteg 10, einem
damit starr verbundenen Bremsbackenblech 11 und einem im
gezeichneten Beispiel zweigeteilten auf dem Außenumfang des
Bremsbackenbleches befestigten Bremsbelag 12 aufgebaut. Im
gezeichneten Beispiel ist der Bremsbelag 12 im Neuzustand
dargestellt. Der verschlissene Zustand ist durch die in den
Zeichnungen angegebenen Verschleißkanten 13 markiert. Die
Führung der dem Bremsträger 1 partiell mit ihren Brems
backenstegen 10 gleitend anliegenden Bremsbacken 8 am Brems
träger 1 übernehmen am Bremsträger befestigte Bremsbacken
halteklammern 14, die den Bremsbackenstegen 10 federnd an
liegen.
Die Bremsbacken 8 stützen sich mit ihren bezüglich der Fig. 1
rechts gelegenen Enden der Bremsbackenstege 10 an einer starr
am Bremsträger 1 angebrachten beidseitig wirkenden Zuspann
vorrichtung 15 gleitbar ab. Die Zuspannvorrichtung 15 kann
entsprechend der Fig. 6 als Spreizkeileinheit ausgebildet
sein und besteht hierbei aus einem am Bremsträger 1 ange
formten, einen Hohlraum 16 umschließenden Gehäuse 17, den als
Anschlagkolben 18 und als Nachstellkolben 19 ausgebildeten
Zuspannelementen, dem zur Bremsbetätigung längsverschieb
baren Spreizkeil 20 und den Rollen 21, die normalerweise in
einem (nicht dargestellten) Käfig gehalten sind und die Be
tätigungskräfte von den Schrägflächen des Spreizkeils 20
auf entsprechende am Anschlagkolben 18 und am Nachstell
kolben 19 angebrachte Schrägflächen übertragen. Zu diesem
Zweck reichen die gleichachsig angeordneten Kolben 18, 19
mit ihren inneren Enden in den Hohlraum 16 hinein, in den
auch der Spreizkeil 20 eingreift. Der Nachstellkolben 19
sorgt mit zunehmendem Verschleiß des Bremsbelages 12 für
eine automatische Nachstellung der entsprechenden Brems
backe mit Bezug auf die Bremstrommel 4.
Derartige Zuspannvorrichtungen 15 sind bekannt (z. B. DE-PS
33 03 576) und bedürfen daher an dieser Stelle keiner nähe
ren Beschreibung. Im Unterschied zu der mit Bezug auf Fig. 6
beschriebenen Zuspannvorrichtung besitzt die bei der Simplex-
Trommelbremse gemäß Fig. 1 eingesetzte Zuspannvorrichtung 15
anstelle des Anschlagkolbens 18 einen weiteren Nachstell
kolben 19.
Zur Erläuterung der erfindungsgemäßen Abstützung der in
Fig. 1 links gelegenen Enden der Bremsbackenstege 10 wird
nunmehr wieder auf die Fig. 1 und 2 Bezug genommen. Im Be
reich dieser Stegenden besitzt der Bremsträger 1 etwa zy
linderförmige Vorsprünge 22, die durch eine Verbindungs
rippe 23 gegeneinander ausgesteift sind. In den Vorsprüngen
22 befindet sich jeweils eine senkrecht zum Bremsträger 1
ausgerichtete Aufnahmebohrung 24, in welche eine Lager
büchse 25 eingesetzt ist. In der Lagerbüchse 25 ist dreh
bar ein weiter unten noch näher erläuterter Abstützbolzen 26
eingeführt. Bis zum Ende des zylindrischen Bereichs der Auf
nahmebohrung 24 ist eine Ausdrückscheibe 27 eingeführt, wel
cher die innere Stirnfläche der Lagerbüchse 25 anliegt.
Gleichachsig mit der Aufnahmebohrung 24 und mit dieser
eine durchgehende Stufenbohrung bildend, ist im Bremsträ
ger 1 eine Gewindebohrung 28 angebracht, welche sowohl dazu
dient, eine der Schrauben 5 zur Befestigung des Staubschil
des 6 aufzunehmen als auch ein Herausdrücken des Abstütz
bolzens 26 zu ermöglichen, wenn dessen Entfernung gewünscht
wird. Zu letzterem Zweck wird anstelle der Schraube 5 ein
Gewindestift in die Gewindebohrung 28 eingeschraubt, der
durch eine Zentralöffnung 29 in der Ausdrückscheibe 27 hin
durch an die Stirnfläche des Abstützbolzens 26 angedrückt
werden kann. Nach der Entfernung des Abstützbolzens 26 aus
der Lagerbüchse kann auch die Lagerbüchse herausgezogen
werden, wie es bei eingetretenem Verschleiß erforderlich
werden kann, indem in die mit Gewinde versehene Zentral
öffnung 29 von der Seite des entnommenen Abstützbolzens her
ein Abziehwerkzeug eingeschraubt wird. Beim Abziehen ver
drängt die herausgezogene Ausdrückscheibe 27 die Lager
büchse 25. Selbstverständlich lassen sich der Abstütz
bolzen 26 und die Lagerbüchse 25 nur aus der Aufnahmeboh
rung 24 entfernen, wenn zuvor die Bremsbacken 8 abgenommen
worden sind.
Der Abstützbolzen 26 ist im wesentlichen zylindrisch ausge
führt und besitzt in seinem zylindrischen Bereich 30 einen
auf den Innendurchmesser der Lagerbüchse 25 so abgestimmten
Außendurchmesser, daß der Abstützbolzen 26 um seine Mittel
achse 31 in der Aufnahmebohrung 24 bzw. der Lagerbüchse 25
drehbar ist. An seinem äußeren Ende ist der Abstützbolzen
26 mit einem Kopf 32 versehen, der die Eindringtiefe des
Abstützbolzens 26 in die Aufnahmebohrung 24 begrenzt.
Wie insbesondere aus den in einem vergleichsweise größeren
Maßstab dargestellten Fig. 3 und 4 hervorgeht, befindet
sich im zylindrischen Bereich 30 des Abstützbolzens 26 eine
Quernut 33, die mit ihrer ebenen Grundfläche 34 an der
Mittelachse 31 endet. Die ebene Grundfläche 34 bildet die
Lagerfläche für den zugeordneten Bremsbackensteg 10. Damit
der Bremsbackensteg 10 in die Quernut 33 eintreten kann,
sind sowohl die von dem Vorsprung 22 gebildete Begrenzungs
wand der Aufnahmebohrung 24 als auch die Lagerbüchse 25
geschlitzt, wie aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht.
Der Bremsbackensteg 10 besitzt an seinem dem Abstützbolzen
26 zugekehrten Ende eine über die volle Steghöhe durchge
hende ebene Gegenfläche 35 (Fig. 1), welche der durch die
Grundfläche 34 gebildeten Lagerfläche des Abstützbolzens 26
gleitbar im Flächenkontakt anliegt. Wie Fig. 1 verdeutlicht,
ist die Gegenfläche 35 mit der Symmetrieachse 7 in Richtung
zur Bremsenmitte hin in einem spitzen Winkel α konvergierend
ausgerichtet. Der Bremsbackensteg 10 ist zusätzlich zu seiner
von der Bremsbackenhalteklammer 14 bewirkten Führung am
Bremsträger 1 noch durch die Seitenwände 36 der Quernut 33
im Abstützbolzen 26 und auch durch die entsprechenden
Schlitzwände in der Lagerbüchse 25 und dem Vorsprung 22 ge
führt.
Soweit in der vorstehenden Beschreibung lediglich auf die
eine Hälfte der Bremse Bezug genommen wurde, gilt diese
Beschreibung wegen der Symmetrie der Bremsanordnung auch
für die andere Seite der Bremse. Die beiden Bremsbacken 8
werden durch Rückzugfedern 37 und 38, die mit ihren Enden
in Bohrungen 39 in den Bremsbackenstegen 10 eingehängt sind,
sowohl den Abstützbolzen 26 als auch den Nachstellkolben 19
der Zuspannvorrichtung 15 permanent angedrückt.
Zur Beschreibung der Trommelbremse der Bauart Duo-Duplex
wird nunmehr auf die Fig. 5 und 6 Bezug genommen, wobei
die bisher für die einzelnen Bauteile eingeführten Bezugs
zahlen für die Bezeichnung entsprechender Bauteile beibe
halten werden. Die Duo-Duplex-Trommelbremse besitzt keine
festen Stützlager am Bremsträger 1 für die Abstützung der
Bremsbacken 8, sondern statt dessen eine weitere Zuspann
vorrichtung 15, so daß sich zwei Zuspannvorrichtungen 15
diametral gegenüberliegen. Jede Bremsbacke 8 stützt sich
mit ihrem Bremsbackensteg 10 auf dem Anschlagkolben 18 der
einen Zuspannvorrichtung 15 und dem Nachstellkolben 19 der
anderen Zuspannvorrichtung 15 ab. Die beiden Zuspannvor
richtungen 15 sind daher bezüglich ihrer Anschlagkolben und
Nachstellkolben im Hinblick auf die Symmetrieachse 7 lage
vertauscht angeordnet.
Die beiden Anschlagkolben 18 besitzen jeweils an ihren äuße
ren Enden einen Vorsprung 40, durch welchen sich eine Auf
nahmebohrung 24′ in senkrechter Ausrichtung zum Bremsträ
ger 1 hindurcherstreckt. In der Aufnahmebohrung 24′ befin
det sich wiederum eine Lagerbüchse 25′, in welcher ein Ab
stützbolzen 26′ drehbar gelagert ist. Auch in diesem Fall
ist der Abstützbolzen 26′ mit einer nicht näher bezeich
neten, der Quernut 33 entsprechenden Quernut versehen,
die mit ihrer Grundfläche 34′ so vertieft liegt, daß sich
die Dreh- und Mittelachse 31′ des Abstützbolzens 26′ in
der Ebene der eben ausgeführten Grundfläche 34′ befindet.
Auch in diesem Fall sind die durch den Vorsprung 40 gebil
dete Begrenzungswand der Aufnahmebohrung 24′ und die Lager
büchse 25′ für den Durchtritt und die Führung des Brems
backensteges 10 entsprechend der Quernut im Abstützbolzen
26′ geschlitzt.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel besitzt jede Brems
backe 8 an einem Ende ihres Bremsbackensteges 10 eine gerad
linig verlaufende und eben ausgeführte Gegenfläche 35′, wel
che der durch die Nutgrundfläche 34′ am Abstützbolzen 26′
gebildeten Lagerfläche gleitbar im Flächenkontakt anliegt
und mit der Symmetrieachse 7 des Bremsträgers 1 in Richtung
zur Bremsenmitte hin in einem spitzen Winkel α konvergierend
ausgerichtet ist.
Bei beiden beschriebenen Bremsenausführungen beträgt der
spitze Winkel α zwischen der Symmetrieachse 7 des Brems
trägers 1 und der Gegenfläche 35 bzw. 35′ am Bremsbacken
steg im Neuzustand des Bremsbelages maximal 20°.
Durch die schubgelenkähnliche Abstützung der Bremsbacken
an den Abstützbolzen 26, 26′ der beiden beschriebenen Brem
senausführungen bilden bei Bremsenbetätigung die Abstütz
bolzen Drehlager für die Bremsbacken 8, deren Drehachse 31,
31′ auch bei zunehmendem Belagverschleiß ihre Lage nicht
ändert. Bei eintretendem Verschleiß, der von den Nachstell
kolben 19 ausgeglichen wird, gleiten die Bremsbacken 8 mit
ihren Gegenflächen 35 bzw. 35′ auf den zugehörigen durch die
Nutgrundflächen 34 bzw. 34′ gebildeten Lagerflächen in Richtung
auf die Bremstrommel zu, wodurch die Bremsbacken bezüglich
der Bremstrommel stets in zentrierter Lage verbleiben.
Durch die beschriebene Abstützanordnung wird erreicht, daß
sich der Bremsenkennwert C* während der Lebensdauer der
Bremsbeläge nicht ändert, d. h. konstant bleibt. Dies ist
im Diagramm gemäß Fig. 8 dargestellt. In dem Diagramm ist
auf der Abszisse der Reibwert µ und auf der Ordinate der
Kennwert C* aufgetragen. Die Kurve 1 gilt für die brems
wirksamere Duo-Duplex-Trommelbremse, während die Kurve 2
sich auf die Simplex-Trommelbremse bezieht. Es ist ersicht
lich, daß bei konstantem Reibwert µ, der normalerweise etwa
bei 0,4 liegt, der Kennwert C* konstant bei etwa 4,2 (für
Duo-Duplex) und bei 2,8 (für Simplex) liegt.
Fig. 7 zeigt ein Vergleichsdiagramm für eine Simplex-Trom
melbremse und eine Duo-Duplex-Trommelbremse nach dem Stande
der Technik, die mit Ausnahme der Abstützungssituation bau
gleich mit den erfindungsgemäß ausgebildeten Bremsen aus
geführt sind. Hierbei stellt die Kurve 1 die Duo-Duplex-
Bremse mit neuem Bremsbelag, die Kurve 2 dieselbe Bremse
mit verschlissenem Belag, die Kurve 3 die Simplex-
Trommelbremse mit neuem Bremsbelag und die Kurve 4 dieselbe
Bremse mit verschlissenem Bremsbelag dar. Wie ersichtlich
ist, fällt bei der Duo-Duplex-Trommelbremse bei konstant
angenommenem Reibwert µ=0,4 der Kennwert C* von anfäng
lich etwa 4,2 auf etwa 3,4 ab. Der Abfall bei der Simplex-
Trommelbremse reicht von anfänglich etwa 2,6 bis etwa 2,2.
Claims (8)
1. Fahrzeugtrommelbremse, mit zwei an einem Bremsträger
schwimmend angeordneten Bremsbacken, die mit ihren beiden
Stegenden gleitbar an zwei gegenüberliegenden, an Tragelementen
angebrachten Stützlagern abgestützt sind und die
durch Rückzugfedern miteinander verbunden sind, dadurch
gekennzeichnet, daß an jeweils einem der Stegenden das
Stützlager aus einem Abstützbolzen (26, 26′) gebildet ist,
der um seine senkrecht zum Bremsträger (1) ausgerichtete
Achse (31, 31′) drehbar am Tragelement des Stützlagers angebracht
und mit einer bezüglich seiner Umfangsfläche vertieft
liegenden Lagerfläche (Grundfläche 34, 34′) versehen
ist, die sich in Querrichtung zur Achse (31, 31′) des Abstützbolzens
(26, 26′) geradlinig erstreckt und an welcher
eine am zugeordneten Ende des Bremsbackenstegs (10) angeordnete,
entsprechend geradlinig verlaufende Gegenfläche
(35, 35′) gleitbar gelagert ist, wobei die Gegenfläche
(35, 35′) mit der Symmetrieachse (7) des Bremsträgers (1)
in Richtung zur Bremsenmitte hin in einem spitzen Winkel
(α) konvergierend ausgerichtet ist.
2. Fahrzeugtrommelbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anordnung der Backen (8) und der Zuspannvorrichtung
(15) von der Bauart Simplex ist und daß
als Stützlager-Tragelement an dem einen Stegende die Zuspannvorrichtung
(15), am anderen Stegende der Bremsträger (1)
dient, an dem der Abstützbolzen (26) drehbar angebracht ist.
3. Fahrzeugtrommelbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anordnung der Backen (8) und der Zuspannvorrichtung
(15) von der Bauart Duo-Duplex ist und daß der
Abstützbolzen (26′) an beiden Zuspannvorrichtungen (15)
jeweils an entgegengesetzten Seiten vorgesehen ist.
4. Fahrzeugtrommelbremse nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abstützbolzen (26, 26′) zylindrisch
ausgebildet ist und die Lagerfläche die Grundfläche (34, 34′)
einer im Abstützbolzen angebrachten Quernut (33) ist, an
deren Seitenwänden (36) der Bremsbackensteg (10) seitenge
führt ist.
5. Fahrzeugtrommelbremse nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerfläche (Grundfläche
34, 34′) und die Gegenfläche (35, 35′) eben ausgeführt sind
und daß sich die Drehachse (31, 31′) des Abstützbolzens
(26, 26′) in der Ebene der Lagerfläche befindet.
6. Fahrzeugtrommelbremse nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstützbolzen (26, 26′)
in einer für den Durchtritt des Bremsbackensteges (10) ge
schlitzten Lagerbüchse (25, 25′) drehbar eingeführt ist,
welche bei der Simplex-Bauart in eine Aufnahmebohrung (24)
des Bremsträgers (1) und bei der Duo-Duplex-Bauart in eine
Aufnahmebohrung (24′) des Zuspannelements (Anschlagkolben
18) eingesetzt ist, wobei auch jeweils die Begrenzungswand
der Aufnahmebohrung (24, 24′) für den Durchtritt des Brems
backensteges (10) geschlitzt ist.
7. Fahrzeugtrommelbremse nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß der spitze Winkel (α) zwi
schen der Symmetrieachse (7) des Bremsträgers (1) und der
Gegenfläche (35, 35′) am Bremsbackensteg (10) bei Neuzu
stand des Bremsbelages (12) der Bremsbacken (8) maximal 20°C
beträgt.
8. Fahrzeugtrommelbremse nach einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenfläche (35, 35′) am
Bremsbackensteg (10) über die volle Steghöhe durchgehend
ausgeführt ist.
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