DE3545330C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schutzeinrichtung an einer Pinole
einer Meßmaschine zur Unterbrechung des Verfahrens der Pinole
bei einer Kollision des Tastkopfes mit einem Gegenstand nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Wird eine Pinole einer Meßmaschine mit einem Tastkopf in
Richtung auf das zu vermessende Werkstück verfahren, dann ist
es nicht ausgeschlossen, daß die Pinole auf dem Verfahrweg
mit einem Körper kollidiert. Insbesondere bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten,
beispielsweise 80 bis 100 mm/s oder mehr,
ist es wichtig, daß eine Schutzeinrichtung bei einer solchen
Kollision mit sehr kurzer Verzögerungszeit anspricht, damit
eine Verstellung oder Beschädigung der Pinole vermieden wird.
Eine derartige Schutzeinrichtung ist in der DE-AS 19 09 436
beschrieben. Diese bekannte Schutzeinrichtung besitzt in der
Verbindungsstelle zwischen der Pinole und dem Tastkopf insgesamt
drei gleichmäßig am Umfang verteilte Kugeln in Prismen,
die als Rastelemente wirken und eine genaue Ruhelage zwischen
der Pinole und dem Tastkopf definieren. Ferner ist an der
Pinole ein Schaltelement vorgesehen, das über eine erste
Schaltspitze mit einer zweiten Schaltspitze am Tastkopf in
Wirkverbindung steht. In der normalen Arbeitsstellung stehen
sich die Schaltspitzen gegenüber. Wenn der Tastkopf im Falle
einer Kollision aus seiner Ruhestellung herausgeschwenkt
wird, erfolgt über das Schaltelement ein Signal und der
Stillstand der Maschine.
Schließlich ist noch aus der EP 01 23 835 A1 ein Kollisionsschutz
eines Meßarmes einer Mehrkoordinaten-Meßmaschine bekannt,
der aus Meßwertgebern besteht, die für jeweils eine
der Meßkoordinaten im Abstand vom freien Meßarmende
angebracht sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schutzeinrichtung der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, die die Bewegung der
Pinole sicher unterbricht, wenn der Tastkopf der Meßmaschine
mit hoher Verfahrgeschwindigkeit an einem Körper anstößt.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einer Schutzeinrichtung
der eingangs genannten Art durch die Merkmale des Patentanspruches
1 gelöst.
Stößt der Tastkopf auf dem Verfahrweg an einen Körper, dann
bewegt sich der Tastkopf gegenüber der Pinole, wobei wenigstens
einer der beiden Schalter sofort betätigt wird und die
weitere Bewegung der Pinole abschaltet oder in Gegenrichtung
umschaltet. Günstig dabei ist auch, daß der mögliche Auslenkhub
der Finger des Tastkopfes hierfür konstruktiv nicht vergrößert
werden muß.
Durch die lose Lagerung zwischen der Pinole und dem Tastkopf
bzw. der mit ihnen verbundenen Lagerplatte auf der Aufnahmeplatte
ist auch erreicht, daß die Schutzeinrichtung in gleicher
Weise bei Kollisionen in +X, -X-, +Y-, -Y-Richtung und
in +Z-Richtung anspricht.
Die Lagerung über die Kugeln stellt sicher, daß nach einer
Kollision sich die Lagerplatte ohne weiteres - unter dem Gewicht
des Tastkopfes - in die gegenüber der Aufnahmeplatte
ausgerichtete Stellung zurückbewegt. In Ausgestaltung der Erfindung
sind hierfür außerdem Federn vorgesehen, die die Lagerplatte
auf die Aufnahmeplatte drücken.
Vorzugsweise sind diese Federn zwischen der Lagerplatte und
der Aufnahmeplatte wirksame Zugfedern.
Zwischen der Pinole und dem Tastkopf ist eine elektrische
Steckverbindung zum Anschluß des Tastkopfes vorgesehen, die
sich beim Ansetzen des Tastkopfes an die Pinole von selbst
schließt. Um zu vermeiden, daß diese Steckverbindung bei
einer Kollision die Auslenkung des Tastkopfes behindert, ist
in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung der an der Pinole
angeordnete Teil der Steckverbindung an einer Leiste
befestigt, die an einer Halterung der Pinole festsitzt, wenn
der Tastkopf nicht an der Pinole festgelegt ist, und die sich
nach dem Einstecken des an dem Tastkopf befestigten Teiles
der Steckverbindung beim Festlegen des Tastkopfes von der
Halterung löst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
In der Zeichnung ist ein Beispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt
Fig. 1 eine Pinole mit Tastkopf,
Fig. 2 eine Schnittansicht der Pinole ohne Aufnahmeplatte,
Fig. 3 eine Ansicht der Pinole längs der Linie III-III
nach Fig. 1,
Fig. 4 eine Ansicht längs der Line IV-IV nach Fig. 3,
Fig. 5 eine Ansicht der Pinole längs der Linie V-V nach
Fig. 1,
Fig. 6 eine Ansicht in Richtung des Pfeils VI nach Fig. 5,
Fig. 7 eine Ansicht längs der Linie VII-VII nach Fig. 5,
Fig. 8 eine elektrische Steckverbindung zwischen der
Pinole und dem Tastkopf und
Fig. 9 eine Ansicht längs der Linie IX-IX nach Fig. 8.
Unten an einer Pinole 1 ist ein Tastkopf 2 mit Meßfühlern
3 angeordnet. Die Pinole 1 weist ein Tragrohr
4 auf. An diesem sind unten mittels Schraubbolzen
5 (vgl. Fig. 3, 4) eine Aufnahmeplatte 6,
ein Distanzring 7 und eine Scheibe 8 befestigt. Der
Distanzring 7 bildet einen Freiraum 9 zwischen der
Aufnahmeplatte 6 und der Scheibe 8. An der Aufnahmeplatte
6 ist ein Deckel 10 vorgesehen.
Im Freiraum 9 liegt eine Lagerplatte 11, die von
zwei mittels Schrauben 12 zusammengeschraubten Teilplatten
13 und 14 gebildet ist. Die Aufnahmeplatte 6,
die Scheibe 8, der Deckel 10 und die Lagerplatte 11
weisen eine zentrale Öffnung 15 zum Einschieben des
Tastkopfes 2 auf. Die Lagerplatte 11 ist am Umfang
ihrer zentralen Öffnung 15 als Bajonettverschluß 16
ausgebildet. Zum Festlegen an der Lagerplatte 11
wird der Tastkopf 2 in die Öffnung 15 eingesteckt,
bis er an eine konische Fläche 17 (vgl. Fig. 2) der
Teilplatte 14 stößt. Anschließend wird der Tastkopf 2
um etwa 45° bis zu einem Anschlag 18 gedreht, so daß
Randstücke auf der Teilplatte 13 aufstehen. Schließlich
wird der Tastkopf 2 mittels Druckschrauben 19
(vgl. Fig. 2 und 5) festgesetzt.
An der Lagerplatte 11, speziell deren Teilplatte 13
sind am Umfang verteilt drei Kugeln 20 in kalottenförmigen
Vertiefungen 21, 22 und 23 angeordnet. Die
Kugeln 20 sind auf einem Kreis um die Mittelachse M
um 120° verteilt. Die Kugeln 20 sind gegenüber der
X-Y-Richtung auf dem Kreis versetzt. So ist beispielsweise
die kalottenförmige Vertiefung 21 gegenüber der
Y-Achse um etwa 10 bis 20° versetzt. Zur Aufnahme der
Kugeln 20 sind an der Aufnahmeplatte 6 Prismen 24
(vgl. Fig. 4) angeordnet.
Zwischen der Lagerplatte 11 und der Aufnahmeplatte 6
sind Zugfedern 25 nahe bei den kalottenförmigen Vertiefungen
21, 22, 23 bzw. den zugehörigen Prismen 24
angeordnet.
Zwischen der Aufnahmeplatte 6 und der Lagerplatte 11
sind zwei Führungsstifte 26 (vgl. Fig. 5 und 7) vorgesehen.
Diese liegen spiegelbildlich zur Y-Achse und
weisen von der X-Achse den gleichen Abstand auf.
An der ebenso wie die Aufnmahmeplatte 6 pinolenfesten
Scheibe 8 sind zwei Schalter befestigt. Jedem der
Schalter 27 ist ein Schaltnocken 28 zugeordnet (vgl.
Fig. 5 und 6). Die Betätigungsstellen zwischen den
Schaltern 27 und den Schaltnocken 28 liegen spiegelsymmetrisch
zur Y-Achse und weisen den gleichen
Abstand von der X-Achse auf, wobei dieser Abstand
auch dem Abstand der Führungsstifte 26 von der X-Achse
etwa gleich ist.
Die Funktionsweise der beschriebenen Einrichtung ist
etwa folgende:
Im Ruhezustand ist die Lagerplatte 11 über die
Kugeln 20 und die Prismen 24 an der Aufnahmeplatte 6
justiert gehalten. Ein Verdrehen der Lagerplatte 11
gegenüber der Aufnahmeplatte 6, wozu an sich beim
Festlegen oder Lösen des Tastkopfes 2 die Tendenz
besteht, verhindern die Führungsstifte 26. Die
Kugeln 20 liegen einerseits unter dem Gewicht des
Tastkopfes 2 und andererseits unter der Wirkung der
Zugfeder 25 in den Prismen 24.
Stößt beim Verfahren der Pinole 1 in X-Richtung der
Tastkopf 2 an einem Hindernis an, dann erfährt die
Lagerplatte 11 eine Kipp-Auslenkung um die in der
kalottenförmigen Vertiefung 22 gelagerte Kugel 20,
wobei die in den kalottenförmigen Vertiefungen 21 und
23 gelagerten Kugeln 20 leicht aus den zugeordneten
Prismen 24 abheben. Es schaltet dadurch der zwischen
den kalottenförmigen Vertiefungen 21 und 23 liegende
Schaltnocken 28 den ihm zugeordneten - in Fig. 5
linken - Schalter 27. Der Pinolenantrieb wird dadurch
ab- oder umgeschaltet, bevor der Tastkopf beschädigt
werden kann.
Bei einer Kollision des Tastkopfes 2 in -X-Richtung
führt die Lagerplatte 11 eine Kipp-Auslenkung um die
in der Kalotte 23 gelagerte Kugel aus. Es schaltet
dann der gegenüberliegende - in Fig. 5 rechte -
Schalter 27.
Bei einer Kollision des Tastkopfes 2 in Y-Richtung
kippt die Lagerplatte 11 um die in der Kalotte 21
gelagerte Kugel, deren Abstand von der X-Achse größer
ist als der Abstand der Betätigungssstellen zwischen
den Schaltern 27 und der Schaltnocken 28 von der
X-Achse. Es schalten die Schalter 27.
Bei einer Kollision des Tastkopfes 2 in -Y-Richtung
kippt die Lagerplatte 11 um die in der Kalotte 23
gelagerte Kugel. Es schalten dann ebenfalls die Schalter
27.
Bei einer Kollision in Z-Richtung können alle drei
Kugeln 20 aus den Prismen 24 abheben. Auch in diesem
Fall betätigen die Schaltnocken 28 die Schalter 27.
Der für die Z-Richtung vorgesehene Meßfühler 3 kann
bei einem Verfahren in -Z-Richtung nicht kollidieren.
Erfolgt bei einem Verfahren in -Z-Richtung, oder auch
in +Z-Richtung eine Kollision der für die X- oder Y-
Richtungen vorgesehenen Meßfühler, dann ergibt sich
ebenfalls eine der beschriebenen Kipp-Auslenkungen
der Lagerplatte 11, was zu einem Ab- oder Umschalten
des Antriebs führt.
An der Oberseite des Tastkopfes 2 ist eine mehrpolige
elektrische Steckbuchse 29 befestigt. In der Pinole 1
ist eine Halterung 30 angeordnet, die zwei Druckfederelemente
31 aufweist (vgl. Fig. 8 und 9). Die
Druckfederelemente 31 drücken in der in Fig. 8
dargestellten Stellung eine Leiste 32 an Zungen 33
und 34 der Halterung 30. An der Leiste 32 ist mittels
eines Bügels 35 ein der Steckbuchse 29 entsprechender
Stecker 36 befestigt.
Wenn der Tastkopf 2 durch die Öffnung 15 in die
Pinole eingeschoben wird, dann schiebt sich die
Steckbuchse 29 über den Stecker 36. Wird anschließend
zur Festlegung des Tastkopfes 2 dieser um etwa 45°
gedreht (vgl. Fig. 9), dann löst sich die Leiste 32
von den Druckfederelementen 31 und den Zungen 33, 34.
Sie liegt also frei und kann dadurch die bei einer
Kollision auftretenden Kipp-Auslenkungen nicht behindern.
Ein an den Stecker 36 angeschlossenes Kabel 37
stört die Kipp-Auslenkungen nicht. Zum Abnehmen des
Tastkopfes 2 wird dieser im Bajonettverschluß 16
zurückgedreht. Dabei schiebt sich gleichzeitig die
Leiste 32 wieder zwischen die Druckfederelemente 31
und die Zungen 33 und 34, so daß sich nach dem Abnehmen
des Tastkopfes 2 der Stecker 36 ohne weiteres wieder
in der zum nachfolgenden Einstecken eines Tastkopfes
nötigen Stellung steht.
Claims (8)
1. Schutzeinrichtung an einer Pinole einer Meßmaschine zur
Unterbrechung des Verfahrens der Pinole bei einer Kollision
eines mit der Pinole verbundenen Tastkopfes mit
einem Gegenstand, wobei der Tastkopf über wenigstens
drei gleichmäßig am Umfang verteilte Rastelemente in Kugelform
an der Pinole festlegbar ist, und an der Pinole
ein Schalter und am Tastkopf eine diesem zugeordnetee
Schaltnocke eingerichtet sind, die bei Auslenkung des
Tastkopfes gegenüber der Pinole schalten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastelemente (Kugel 20) auf einer Kreislinie um
die Mittelachse (M) der Pinole (1) und gegenüber den in
einer Ebene liegenden Koordinatenachsen (X, Y) versetzt
angeordnet sind, und daß wenigstens zwei Schalter (27)
einerseits mit diesen zugeordneten Schaltnocken (28) andererseits
vorgesehen sind, die zueinander spiegelsymmetrisch
und versetzt zu den Rastelementen (Kugel 20) derart
angeordnet sind, daß ihre Betätigungsstellen spiegelsymmetrisch
zur ersten Koordinatenachse (Y-Achse)
liegen und einen gleichen Abstand zur zweiten Koordinatenachse
(X-Achse) aufweisen, der dem Abstand von spiegelsymmetrisch
zur ersten Koordinatenachse (Y-Achse)
zwischen Pinole (1) und Tastkopf (2) eingesetzten Führungsstiften
(26) entspricht.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kugeln (20) in kalottenförmigen Vertiefungen (21,
22, 23) einer mit dem Tastkopf (2) verbundenen Lagerplatte
(11) gehalten sind und in Prismen (24) einer Aufnahmeplatte
(6) liegen, die der Pinole (1) ortsfest zugeordnet
ist.
3. Schutzeinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Federn (25) vorgesehen sind, die die Lagerplatte
(11) auf die Aufnahmeplatte (6) drücken.
4. Schutzeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Lagerplatte (11) und der Aufnahmeplatte
(6) Zugfedern (25) wirksam sind.
5. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche
2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Lagerplatte (11) ein Bajonettverschluß (16)
für den Tastkopf (2) ausgebildet ist.
6. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche
2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerplatte (11) aus zwei Teilplatten (13, 14)
zusammengesetzt ist.
7. Schutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Anprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltpunkte zwischen den Schaltern (27) und
Schaltnocken (28) symmetrisch zur Y-Achse liegen.
8. Schutzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zwischen der Pinole (1) und dem Tastkopf (2) eine
elektrische Steckverbindung (36, 29) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der an der Pinole (1) angeordnete Teil der Steckverbindung
(36) an einer Leiste (32) befestigt ist, die an
einer Halterung (30) der Pinole (1) festsitzt, wenn der
Tastkopf (2) nicht an der Pinole (1) festgelegt ist, und
die sich nach dem Einstecken des an dem Tastkopf (2) befestigten
Teiles (29) der Steckverbindung beim Festlegen
des Tastkopfes (2) von der Halterung (30) löst.
Priority Applications (5)
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