DE3611672C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Zerspanungswerkzeug
mit zumindest einem auswechselbaren Schneidplättchen,
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Aus der DE-OS 25 05 515 ist ein Zerspanungswerkzeug
bekannt, das zumindest ein auswechselbares Schneidplättchen
besitzt, das an einem in einer entsprechend
geformten Ausnehmung im Werkzeugkörper aufgenommenen
prismatischen Schneidplättchenhalter angebracht ist.
Der Schneidplättchenhalter ist seinerseits am Werkzeugkörper
durch eine Klemmschraube befestigbar, die
den Schneidplättchenhalter so durchdringt, daß dieser
flächig gegen eine erste Ausnehmungsfläche und gleichzeitig
in Richtung auf eine dazu im Winkel verlaufende
zweite Ausnehmungsfläche gepreßt wird.
Die Fixierung des Schneidplättchenhalters erfolgt
über eine zentrale Klemmschraube, wobei die Lagefixierung
über Randflächen des Schneidplättchens selbst
bewerkstelligt wird, die in Anlagekontakt mit Lagerflächen
des Schneidplättchenhalters gebracht werden
können. Die Klemmschraube drückt somit den Schneidplättchenhalter
derart gegen die erste Ausnehmungsfläche,
daß gleichzeitig eine Zentrierung des Schneidplättchens
an den Lagerflächen erfolgen kann. Dies führt letztlich
dazu, daß bei diesem Zerspanungswerkzeug keine Justierung
des Schneidplättchenhalters mehr möglich ist,
da die Aufrichtung und Orientierung des Schneidplättchens
durch die Formgebung der Werkzeugkörper-Ausnehmungen
und -Lagerflächen festliegt.
Weil mit Schneidplättchen bestückte Zerspanungswerkzeuge
sehr teuer sind, besteht ein generelles Bedürfnis,
den Werkzeugkörper und die Schneidplättchenträger
vielfältiger bzw. universeller einzusetzen. Im Zuge
dieser Entwicklung ging man dazu über, einen Universal-
Werkzeugkörper mit justierbaren Schneidplättchenhaltern,
sogenannten Schneideneinsatzkassetten, zu bestücken,
wodurch ein Bausatz entsteht, mit dem durch wahlweises
Zusammenstellen der einzelnen verschiedenen Kassetten
eine Vielzahl von Sonderbearbeitungsvorgängen in
einem Arbeitsgang durchgeführt werden kann. Ein derartiger
Werkzeug-Bausatz ist zum Beispiel in der Zeitschrift
"tz für Metallverarbeitung", Heft 12/81, S. 47
beschrieben. Bei dem aus dieser Druckschrift bekannten
Bausatz sind die Schneidplättchenhalter in axialen
Passbohrungen verstellbar aufgenommen, wobei jeder
Schneidplättchenhalter seinerseits einen radial verstellbaren
Schneidenträger trägt.
Bei modernen Sonderwerkzeugen, mit denen in einem
einzigen Arbeitsgang mehrere eng tolerierte Funktionsflächen
hergestellt werden sollen, die darüber hinaus
in eng tolerierter relativer Lagezuordnung zueinander
stehen müssen, reicht es jedoch regelmäßig nicht
nur aus, das Schneidplättchen in axialer und
radialer Richtung jeweils mit translatorischer Bewe
gungsrichtung einzustellen. Es hat sich vielmehr
als erwünscht erwiesen, eine Kippeinstellmöglichkeit
des Schneidplättchens und damit der Schneideneinsatz-
Kassette bereitzustellen, damit der Anstellwinkel
der Schneide zur Vorschubrichtung exakt festgelegt
werden kann. Dabei ist es Aufgabe des Herstellers
derartiger Sonderwerkzeuge, dem Anwender ein Werkzeug
zu liefern, bei dem die einzelnen Schneidplättchenhal
ter bereits exakt zueinander ausgerichtet sind, damit
der Anwender lediglich noch das Werkzeug in die ent
sprechende Werkzeugmaschine einspannen muß.
Das Einstellen derartiger Sonderwerkzeuge erfordert
regelmäßig hochpräzise optische Einrichtungen, wodurch
der Einstellvorgang verhältnismäßig aufwendig wird.
Die Befestigung der Schneidplättchenhalter am Werkzeug
körper muß deshalb so sicher sein, daß sich die Schneid
plättchenhalter beim Transport und beim Einsatz des
Sonderwerkzeugs nicht mehr verstellen können. Auf
der anderen Seite besteht jedoch das Bedürfnis, die
Justierung des Schneidplättchenhalters mit sehr ein
fachen Handgriffen durchführen zu können, damit der
Zeitaufwand beim Justieren klein gehalten werden
kann.
Um zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, wie z. B. Versiege
lungen der Befestigungseinrichtungen für die Schneiden
einsatz-Kassetten zur Eliminierung von unerwünschten
Verstellungen entfallen zu lassen, wird in der
DE-OS 33 27 478 ein Zerspanungswerkzeug beschrieben,
bei dem das auswechselbare Schneidplättchen an einem
prismatischen Schneidplättchenhalter angebracht ist,
der am Werkzeugkörper durch eine Klemmschraube fixier
bar ist, die den Schneidplättchenhalter so durchdringt,
daß dieser flächig gegen eine erste Ausnehmungsfläche
und gleichzeitig in Richtung auf eine dazu im Winkel
verlaufende zweite Ausnehmungsfläche gepreßt wird,
wobei die Klemmschraube den Schneidplättchenhalter
zur frei justierbaren Befestigung mit Spiel derart
durchdringt, daß sie mit den beiden Ausnehmungsflächen
einen im wesentlichen gleich großen Winkel einschließt
und den Schneidplättchenhalter über zwei justierbare
Stützelemente gegen die zweite Ausnehmungsfläche
preßt. Dabei sind die justierbaren Stützelemente
von Stützschrauben gebildet, die derart durch Schneid
plättchenhalter verhalten, daß sie mit der Schrauben
spitze, über die die Abstützung erfolgen soll, im
wesentlichen senkrecht von der Schneidplättchenhalter-
Oberfläche vorstehen, die der zweiten Ausnehmungsfläche
zugewandt ist. In den Fig. 1 und 2, die weiter
unten näher beschrieben werden sollen, ist ein derar
tiges Zerspanungswerkzeug gezeigt.
Dieses bekannte Zerspanungswerkzeug hat sich im Einsatz
gut bewährt, da mit einfachen Handgriffen eine statisch
bestimmte und lockerungsfreie Befestigung des Schneid
plättchenhalters am Werkzeugkörper sichergestellt
werden kann, wobei das Spiel zwischen Klemmschraube
und der hierfür vorgesehenen Ausnehmung im Schneidplätt
chenhalter jederzeit so groß gehalten werden kann,
daß die erforderlichen translatorischen und rotatori
schen Justier-Freiheitsgrade, die sich in sehr engen
Grenzen bewegen, zur Verfügung gestellt werden. Die
Stabilität des Schneidplättchenhalters wird durch
die Aufnahmebohrung für die Klemmschraube auch nicht
geschwächt, zumal sich durch die flächige Anpressung
des Schneidplättchenhalters eine stabilitätserhöhende
Wirkung ergibt, die gute Voraussetzungen dafür schafft,
die Haupt-Schnittkräfte bei möglichst geringer Be
lastung des Schneidplättchenhalters aufzunehmen.
Da ein derartiges Zerspanungswerkzeug durch die erfor
derliche Einstell- und Passungsgenauigkeit verhältnis
mäßig teuer ist, kann es wirtschaftlich
insbesondere dann eingesetzt werden, wenn der Werkzeugkörper
mit einer Vielzahl von derartigen Schneidplättchenhaltern
bestückt ist. In diesem Fall kann das Werkzeug
dazu herangezogen werden, in einem einzigen Arbeitsgang
eine Vielzahl von Funktionsoberflächen herzustellen,
die eine vorbestimmte und sehr eng tolerierte Lagezuordnung
zueinander besitzen. Dabei müssen die einzelnen
Schneidplättchenhalter auf engstem Raum radial und/oder
axial und/oder in Umfangsrichtung gestaffelt am Werkzeugkörper
befestigt werden. Das Zerspanungswerkzeug
gemäß DE-OS 33 27 478 ist allerdings so aufgebaut, daß bei freier
Zugänglichkeit der Stützschrauben die Schneidplättchenhalter
nicht immer auf einem ausreichend kleinen
Raum untergebracht werden können. Um die Zugänglichkeit
der Befestigungsschrauben und Stützschrauben
für jeden einzelnen Schneidplättchenhalter zu gewährleisten,
müssen oftmals relativ große Versetzungen oder Abstände der
einzelnen Schneidplättchenhalter in Kauf genommen
werden, was zu einer Vergrößerung der bewegten Massen
führen kann, die sich regelmäßig auf das dynamische Schnittverhalten
des Zerspanungswerkzeugs auswirkt.
Um eine Vielzahl von Schneidplättchenhaltern auf
engstem Raum frei justierbar unterzubringen, wird
in der älteren Patentanmeldung P 35 02 346.5-14 ein
Zerspanungswerkzeug gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 vorgeschlagen. Mit diesem Vorschlag wird
die Möglichkeit eröffnet, sogar zwei Schneidplättchenhalter,
beispielsweise bei einem als Bohr- oder Fräswerkzeug
ausgebildeten Schaftwerkzeug in der gleichen
Axialebene unmittelbar benachbart anzuordnen und
dennoch eine freie Zugänglichkeit der Stützelemente
zu gewährleisten. Dabei hat sich gezeigt, daß durch
geeignete Gestaltung einer versenkten Kopfauflagefläche
für die den Schneidplättchenhalter durchdringende
Klemmschraube die Schneidplättchen sogar ohne axiale
Versetzung unmittelbar benachbart positioniert werden
können, so daß sich durch diesen Vorschlag eine wesentlich
erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Zusammenstellung
bzw. Staffelung der Schneidplättchen und/oder
der Schneidplättchenhalter am Zerspanungswerkzeug
ergab.
Es hat sich weiter gezeigt, daß eine besonders vorteilhafte
Ausgestaltung dieses verbesserten Zerspanungswerkzeugs
dann vorliegt, wenn der Stütz-Exzenterbolzen
in einer Passungsausnehmung des Schneidplättchenhalters
oder des Werkzeughalters drehbar aufgenommen ist.
Dabei werden in dieser älteren Anmeldung mehrere
Möglichkeiten vorgeschlagen, den Exzenterbolzen in
einer Passungsausnehmung festzuhalten. All diesen
Lösungen ist jedoch gemeinsam, daß sie die Herstellung
des Schneidplättchenhalters bzw. des Zerspanungswerkzeugs
mehr oder weniger stark verteuern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Zerspanungswerkzeug
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 zu schaffen, bei dem sich
unter Beibehaltung der raumsparenden Anordnung
die Befestigung
der Exzenterbolzen kostenmäßig nur noch minimal auswirkt,
wobei jedoch weiterhin eine vollkommen sichere
Lagefixierung der Exzenterbolzen bereitgestellt
sein soll.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
Erfindungsgemäß erfolgt die Befestigung durch ein
extrem kleines und leichtes Bauteil, das darüber
hinaus äußerst kostengünstig herstellbar ist. Dies
eröffnet die Möglichkeit, den Exzenterbolzen in einer
Ausnehmung aufzunehmen, in der keine hinterschnittene
Fläche mehr vorgesehen sein muß. Die Herstellung
der Passungsausnehmung wird auf diese Weise stark
vereinfacht, da die mit dem Exzenterbolzen in Kontakt
zu bringenden Passungsflächen von außen zugänglich
sind und dadurch leichter bearbeitet werden können.
Darüber hinaus ergibt sich der zusätzliche Vorteil,
daß der Exzenterbolzen leichter auswechselbar wird,
wodurch es mit einfachen Handgriffen möglich wird,
den Verstellbereich durch Auswechseln des Exzenter
bolzens mehr oder weniger weit zu variieren.
Eine besonders vorteilhafte Möglichkeit des Eingriffs
zwischen Haarnadelfeder und Exzenterbolzen ist Gegen
stand des Patentanspruchs 13. Diese Ausgestaltung
hat den besonderen Vorteil, daß der Exzenterbolzen
symmetrisch ausgebildet werden kann, so daß er in
beliebiger Weise in die Passungsausnehmung eingesetzt
werden kann, ohne auf die Lage der Haarnadelfeder
Rücksicht nehmen zu müssen. Die in der Mittelebene
des Exzenterbolzens vorgesehene Führungsrille kann
verhältnismäßig grob gestaltet sein, da die Haarnadel
feder die seitliche Fixierung der Exzenterbolzen
nicht übernehmen muß. Insbesondere dann, wenn der
Exzenterbolzen gemäß Patentanspruch 7 ausgebildet
ist, d. h. die Führungsrille im Bereich des Exzenterab
schnitts verläuft, erfolgt durch die Führungsrille
keine spürbare Schwächung des Exzenterbolzens, so
daß die Belastbarkeit unverändert hoch bleibt.
Es hat sich gezeigt, daß eine einzige Haarnadelfeder
genügt, um sämtliche Stütz- und/oder Justier-Exzenter
bolzen an einem Schneidplättchenhalter gleichzeitig
festzuhalten, wodurch der Mehraufwand für die Be
festigung der Exzenterbolzen minimal bleibt. Die
Befestigung der Exzenterbolzen erlaubt weiterhin
eine verhältnismäßig große Variationsbreite bei der
Gestaltung des Exzenterbolzens. So ist es weiterhin
möglich, den Exzenterbolzen gemäß Patentanspruch
4 auszubilden, um eine verhältnismäßig große linien
förmige Abstützung des Schneidplättchenhalters an
der zweiten Ausnehmungsfläche bereit zu stellen. Die
Führungsrille im Exzenterbolzen kann so schmal ausge
führt werden, daß die Abstützlinie nur unwesentlich
verkürzt wird.
Die Haarnadelfeder kann entweder am Werkzeugkörper
oder am Schneidplättchenhalter befestigt sein. Beson
ders vorteilhaft ist jedoch die Befestigung der Haar
nadelfeder am Schneidplättchenhalter selbst, da auf
diese Weise der Werkzeugkörper mit einem größeren
Spektrum an unterschiedlichen Schneidplättchen bestückt
werden kann, die unterschiedliche Abstützungsgeometrie-
Verhältnisse fordern.
Mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 6 erlangt
man eine günstige Kraftübertragung zwischen den Aus
nehmungsflächen und dem Schneidplättchenhalter, wobei
man durch Variation der Länge des Mittelbereichs,
über den sich der Exzenterabschnitt erstreckt, eine
optimale Abstimmung der Stützflächen im Schneidplätt
chenhalter auf das Verformungsverhalten des Exzenter
bolzens und die Reibungsverhältnisse im Bereich der
Lagerungen erzielt werden kann.
Mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 7 wird
der vom Schneidplättchenhalter ohnehin beanspruchte
Bauraum in vorteilhafter Weise für die Unterbringung
des Exzenterabschnitt ausgenützt und gleichzeitig
dafür gesorgt, daß der exzentrische Bereich über
den gesamten Umfang des Exzenterbolzens verteilt
werden kann, so daß die Justierung des Schneidplätt
chenhalters besonders fein, d. h., bis in µm-Bereich
erfolgen kann. Es hat sich gezeigt, daß sich mit
dieser Konstruktion selbst extreme Druckkräfte von
den Ausnehmungsflächen über die Exzenterbolzen auf
den Schneidplättchenhalter übertragen lassen, wodurch
sich der montagetechnische Vorteil ergibt, daß der
Schneidplättchenhalter durch die ihn durchdringende
Klemmschraube bereits vor dem endgültigen feinjustieren
vorgespannt werden kann. Weil die Exzenterbolzen
ohnehin lediglich Druckkräfte übertragen müssen,
genügt für die Gestaltung der Passungsausnehmungen
eine offene Halbzylinderschale gemäß Patentanspruch
8. Da sich mit der Ausgestaltung des Exzenterbolzens
gemäß Patentanspruch 7 bis 9 die Möglichkeit eröffnet,
den Exzenter-Gesamthub über einen Maximalwinkel von
180° zu verteilen, ergibt sich bereits bei einer
mittleren Oberflächenrauhigkeit der Endabschnitte
des Exzenterbolzens und der diese aufnehmenden Halbzylinderflächen
ein Selbsthemmungszustand, so daß
zusätzliche Einrichtungen zur Lagesicherung des Exzenterbolzens
entfallen können. Vorzugsweise wird die
Kontaktfläche der Passungsausnehmung vergütet, bei
spielsweise nitriert, um die Standzeit zu erhöhen.
Um den Schneidplättchenhalter nicht nur kippen,
sondern auch in Vorschubrichtung einstellen zu können,
kann mit derselben Haarnadelfeder ein Justierbolzen
gemäß Patentanspruch 3 fixiert werden. Es hat sich
gezeigt, daß auch bei dieser Justiermethode die Reibungskräfte
zwischen Exzenterabschnitt und Stützfläche
so klein sind, daß die exakte Lageeinstellung des
Schneidplättchenhalters nicht beeinträchtigt bzw.
verfälscht wird.
Von besonderem Vorteil der Verwendung des Justier-
Exzenterbolzens gemäß Patentanspruch 3 ist, daß hierdurch
die Möglichkeit eröffnet wird, eine Außenoberfläche
eines benachbarten Schneidplättchenhalters
als Stützfläche für den Justier-Exzenterbolzen heranzuziehen
und dadurch das Zerspanungswerkzeug noch kompakter
zu gestalten.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Haarnadelfeder sind
Gegenstand der Patentansprüche 14 bis 20.
Die Erfindung wird nachstehend anhand schematischer
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Stirnansicht eines mehreren Schneidplättchen-Kassetten
bestückten Zerspanungswerkzeugs
nach dem Stand der Technik gemäß DE-OS 33 27 478,
Fig. 2 eine Schnittansicht des in Fig. 1 gezeigten
Werkzeugs bei einer Schnittführung entlang
der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 in einer der Fig. 2 ähnlichen Ansicht einen
Axial-Halbschnitt durch eine erste Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Zerspanungswerkzeugs,
Fig. 4 eine Ansicht des Zerspanungswerkzeugs gemäß
Fig. 3 in einem anderen Axialschnitt,
Fig. 5 eine Ansicht der Einzelheit "X" in Fig. 3,
Fig. 6 im vergrößerten Maßstab eine perspektivische
Ansicht eines in einem Schneidplättchenhalter
geführt aufgenommenen Stütz-Exzenterbolzens,
Fig. 7 bis 9 perspektivische Ansichten dreier weiterer
Varianten des Stütz- oder Justier-Exzenterbolzens,
Fig. 10 eine perspektivische Ansicht eines Schneid
plättchenhalters für einen Exzenterbolzen
gemäß Fig. 9, und
Fig. 11 und 12 jeweils in einer der Fig. 3 bzw.
4 ähnlichen Darstellung zwei weitere Axialhalb
schnitte durch eine weitere Ausführungsform
des Zerspanungswerkzeugs.
Zunächst soll auf die Fig. 1 und 2 bezug genommen
werden, die ein bekanntes Sonder-Zerspanungswerkzeug
zeigen, das mit der Bezugsnummer 1 gekennzeichnet
ist. Dieses Werkzeug dient zur spanabhebenden Bearbei
tung einer Vielzahl von mit strichpunktierten Lnien
dargestellten Funktionsoberflächen 2, die in einem
einzigen Arbeitsgang derart bearbeitet werden sollen,
das eine vorbestimmte und eng tolerierte Lagezuordnung
zueinander gegeben ist. Zu diesem Zweck sind mehrere
in axialer und radialer Richtung versetzte Schneidplätt
chengruppen 3 bis 5 vorgesehen, von denen jede mehrere
Schneidplättchen besitzt, die jeweils in gesonderten
Schneidplättchenhaltern, wie z. B. 44 bis 46 der
Schneidplättchengruppe 4 und 54 bis 56 der Schneidplätt
chengruppe 5 aufgenommen sind.
Die Schneidplättchenhalter bzw. Schneidplättchen-
Kassetten sind justierbar am Werkzeugkörper 11 be
festigt und weisen zu diesem Zweck im wesentlichen
die Form eines Prismas bzw. eines Quaders auf, der
jeweils in einer dem Quaderquerschnitt angepaßten
Ausnehmung aufgenommen ist, von denen jede zwei im
Winkel zueinander verlaufende Flächen 61, 62, 71,
72 und 81 bzw. 82 aufweist, wobei in den Fig.
1 und 2 die Ausnehmungen der Schneidplättchengruppe
4 mit dem Index a und die Ausnehmungen der Schneidplätt
chengruppe 5 mit dem Index b gekennzeichnet sind.
Der von den Ausnehmungsflächen eingeschlossene Winkel
ist dem Prismenquerschnitt der Schneidplättchenhalter
angepaßt. Darüber hinaus sind die Ausnehmungen so
ausgebildet, daß die Schneidplättchen jeweils in
Radialebenen 91 bis 93 zu liegen kommen. Jeder Schneidplättchenhalter
weist zu diesem Zweck auf der dem
Schneidplättchen abgewandten Seite eine Planfläche
auf, mit der er in Flächenanlagekontakt mit der Ausnehmungsfläche
61, 71, bzw. 81 steht, die parallel zur
zugeordneten Radialebene 92, 93 bzw. 91 verläuft
und im folgenden als erste Ausnehmungsfläche bezeichnet
werden soll. Entsprechendes gilt für die Schneidplättchenhalter
der zweiten Schneidengruppe 4.
Die Schneidplättchenhalter sind quasi schienenförmig
in der Ausnehmung geführt. Die Schneidplättchenhalter
44 bis 46 und der Schneidplättchenhalter 55 stützen
sich an der Ausnehmungsfläche 82 über zwei Punkte,
die von justierbaren Stützschrauben bzw. -bolzen
12 und 13 gebildet sind.
Zur unverrückbaren Befestigung der einzelnen Kassetten
besitzen diese eine im wesentlichen zentrale Durchgangsbohrung
16 zur Aufnahme einer verhältnismäßig massiven
Klemmschraube 17, für die im Werkzeugkörper 11 jeweils
eine Gewindebohrung 18 vorgesehen ist. Die Schraube
17 erstreckt sich mit Spiel durch die Ausnehmung
16 des zugeordneten Schneidplättchenhalters, der
für den Kopf 19 der Klemmschraube 17 eine Anlagefläche
20 besitzt. Die Achse 21 der Klemmschraube 17 liegt
in einer Ebene, die mit den beiden Ausnehmungsflächen
61, 62, bzw. 71, 72 bzw. 81, 82 einen im wesentlichen
gleich großen Winkel einschließt, so daß beim Anziehen der Klemmschraube
17 Normalkräfte sowohl auf der dem
Schneidplättchen abgewandten ersten Ausnehmungsfläche
als auch auf de dem Schneidplättchen benchbarten
zweiten Ausnehmungsfläche erzeugt werden.
Die Achse 21 erstreckt
sich beispielsweise in einer Radialebene
des Zerspanungswerkzeugs 1.
Die flächige Abstützung
erfolgt dabei über die Ausnehmungsfläche
61, 71 bzw. 81, die auf der auf die Hauptschneide
einwirkenden Schnittkraft im wesentlichen senkrecht
steht.
Das Spiel S (siehe Fig. 1) zwischen der Innenbohrung
16 und der Kassette und dem Schaft der Klemmschraube
17 ist groß genug, um die einzelnen Schneidplättchen
zueinander exakt einzustellen, da die Gewindebohrung
18 im Werkzeugkörper bereits so genau gebohrt ist,
daß eine grobe Lagevorjustierung gegeben ist.
Durch Verdrehen der Stützschrauben 12 und 13 wird
bei gelöster Klemmschraube 17 der Schneidplättchenhalter
53, 54 bzw. 55 unter Ausnützung des Spiels S
und unter weiterer Anlage über seine Planfläche derart
verschwenkt, daß die Hauptschneide des zugehörigen
Schneidplättchenhalters stets in der vorgegebenen Radialebene
91 bis 93 verbleibt.
Zur Einstellung des Schneidplättchenhalters in einer
Richtung parallel zur Achse des Zerspanungswerkzeugs
1 ist jedem Schneidplättchenhalter ein zusätzlicher
Justierbolzen 23 zugeordnet, der in eine Justierausnehmung
24 des jeweiligen Schneidplättchenhalters ein
greift. Der Justierbolzen steht in einer zugeordneten
Gewindebohrung 25 im Werkzeugkörper 11 in Eingriff,
und die Ausnehmung 24 ist einem Kopf 26 des Justierbol
zens 23 so angepaßt, daß beim Hineindrehen des Justierbolzens
23 in die Gewindebohrung 25 bei gelöster
Klemmschraube 17 eine Verschiebung des Schneidplättchenhalters
(beispielsweise 55) in Vorschubrichtung
V erfolgt.
Um die in den Fig. 1 und 2 mit V A und V R bezeichneten
für die Zugänglichkeit der Bolzen 12 und 13 erforderlichen
axialen und radialen Versetzungen der Schneidplättchenhalter
zu minimieren bzw. zu beseitigen,
ist erfindungsgemäß das Zerspanungswerkzeug gemäß
Fig. 3 bis 12 ausgebildet. Zur Vereinfachung der
Beschreibung sind diejenigen Bestandteile des Zerspanungswerkzeugs
in der Ausführungsform gemäß Fig.
3 bis 10, die denen der Fig. 1 und 2 entsprechen
mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Die Ausführungsformen gemäß Fig. 3 bis 12 unterscheiden
sich von dem Zerspanungswerkzeug gemäß Fig.
1 und 2 zum einen dadurch, daß die Schneidplättchenhalter
auf andere Weise in einer ansonsten vergleichbar
ausgebildeten Ausnehmung im Werkzeugkörper 11
abgestützt sind
und von anderen dadurch, daß die Justiermittel in besonderer Weise
gestaltet sind.
Die Schneidplättchenhalter 110,
120 und 130 gemäß Fig. 3, die ebenfalls quaderförmig
ausgebildet sind und in einer der Quaderform angepaßten
Ausnehmung 111, 121 und 131 aufgenommen sind, weisen
eine Ausfräsung 37 auf, die wiederum als Auflagefläche
für den Kopf der Klemmschraube 17 dient. In den Fig.
3 bis 10 ist diese Ausfräsung lediglich schematisiert
dargestellt. Ebenso nicht gezeigt ist die in diese
Ausfräsungsfläche 37 mündende Innenbohrung, durch
die mit Spiel S der Schaft der Klemmschraube 17 verläuft.
Die Klemmschraube drückt den jeweiligen Schneidplättchenhalter
flächig gegen die in den Fig.
3, 4, 9 und 10 vom Schneidplättchenhalter verdeckten
ersten Ausnehmungsflächen, die beim Zerspanungswerkzeug
gemäß Fig. 1 und 2 mit dem Bezugszeichen 61, 71
und 81 bezeichnet wurden. Mit den Bezugszeichen 112,
122 und 132 sind die zu den ersten Ausnehmungsflächen
im rechten Winkel verlaufenden zweiten Ausnehmungsflächen
bezeichnet, gegen die sich die Schneidplättchenhalter
über besonders gestaltete Stützelemente 200 abstützen.
Wie im einzelnen aus Fig. 5 hervorgeht, sind die
Stützelemente 200 von Stütz-Exzenterbolzen gebildet,
die sich in eine Richtung erstrecken, die senkrecht
auf der ersten Ausnehmungsfläche steht, gegen die
der Schneidplättchenhalter flächig gepreßt wird.
Durch Verdrehen der Stütz-Exzenterbolzen 200 wandert
der Exzenterabschnitt 201, so daß sich der Abstand
des Schneidplättchenhalters zur zweiten Ausnehmungs
fläche verändert, wodurch eine Kippeinstellung erfolgt.
Das Prinzip der Exzenterverstellung geht am besten
aus der Darstellung gemäß Fig. 5 hervor. Der Exzenter
bolzen 200 weist neben einem zylindrischen Abschnitt
202 einen Exzenterabschnitt 201 auf, der sich bevorzug
terweise über einen Winkelbereich α erstreckt, der
etwa halb so groß ist, wie der in Fig. 5 mit β
bezeichnete Winkelbereich, der den Sektor abdeckt,
über den der Stütz-Exzenterbolzen vom Schneidplättchen
halter 130 vorsteht. In der Stirnfläche 203 bzw.
in seinen Stirnflächen besitzt der Exzenterbolzen
200 eine Innensechskantausnehmung 204, so daß er
mittels eines geeigneten Werkzeugs verdreht werden
kann. Mit dem zylindrischen Abschnitt 202 ist der
Exzenterbolzen 200 in einer teilzylindrischen Ausneh
mung 205 im Schneidplättchenhalter 130 geführt.
Wie in Fig. 6 im einzelnen dargestellt ist, weist
der Exzenterbolzen 200 im Bereich seiner Mittelebene
eine Führungsrille 210 auf, in die eine Haarnadelfeder
220 mit einem Biegeabschnitt 221 eingreift. Die Haar
nadelfeder 220 besteht beispielsweise aus Federstahl
und weist eine Dicke von etwa 0,5 mm auf. An diese
Dicke ist die Breite BR und die Tiefe T der Führungs
rille 210 angepaßt, so daß die Haarnadelfeder 220
bei Auflage im Rillengrund 211 nicht über die Außen
fläche des Exzenterbolzens 200 vorsteht.
In Fig. 3 ist die Haarnadelfeder 220 links oben
dargestellt. Man erkennt, daß den beiden Stütz-Exzenter
bolzen 200 eine gemeinsame Haarnadelfeder 220 zugeord
net ist, die zwischen den beiden Stütz-Exzenterbolzen
200 eine Biegeschlaufe ausbildet, mit der sie in einer
Ausnehmung 114 aufgenommen ist. Die Schlaufe 222
kann so auf die Ausnehmung 114 abgestimmt sein, daß
die Haarnadelfeder 220 in diese Ausnehmung einschnappen
kann und auf diese Weise lösbar mit dem Schneidplätt
chenhalter 110 verbunden ist. Zur zusätzlichen Siche
rung kann in diesem Bereich eine Klebeverbindung
vorgesehen werden, die nicht näher dargestellt ist.
Auf der dem Federabschnitt 221 abgewandten Seite
geht die Schlaufe 222 in einen entsprechend ausgebildeten
Federabschnitt 223 über, der in die Führungsrille
210 des Stütz-Exzenterbolzens 200 eingreift. Der
Federabschnitt 223 setzt sich nach einer Abwinkelung
in einen Verlängerungsabschnitt 224 fort, der ent
sprechend dem Abschnitt 221 in Anlagekontakt mit
einer Führungsrille in einem Justier-Exzenterbolzen 300 steht,
der in gleicher Weise wie die Exzenterbolzen 200 ausgebildet
sein kann und dazu dient, den Schneidplättchenhalter auch in
axialer Richtung bzw. parallel zu der zweiten Ausnehmungs
fläche 112 einjustieren zu können. Sämtliche Exzenter
bolzen 200 und 300 werden somit von einer einzigen
Haarnadelfeder 220 in Lage gehalten, wodurch es möglich
ist, zur Aufnahme der Exzenterbolzen 200 bzw. 300
auf hinterschnittene Flächen im Schneidplättchenhalter
130 oder im Werkzeugkörper 11 zu verzichten, wie
dies aus den Fig. 5 und 6 hervorgeht.
Durch Ansetzen eines Werkzeugs an der Innensechskantaus
nehmung 204 und durch Verdrehen des Exzenterbolzens
200 um den Winkel (β-a)/2 kann der Maximalab
schnitt D max auf den Abstand D min reduziert werden.
Durch geeignete Abstimmung des Masses R auf den Durch
messer D des Exzenterbolzens 200 kann das Verhältnis
von D max zu D min geeignet vorbestimmt werden.
Der Exzenterbolzen 200 kann so ausgebildet sein,
daß er die von der Klemmschraube 17 aufgebrachte
Stützkraft punkt- oder linienförmig auf den Werkzeugkör
per 11 überträgt, wobei letztere Variante in Fig.
6 gezeigt ist. Hierbei ist der Exzenterbolzen von
einem im wesentlichen zylindrischen Stift gebildet,
der über seine gesamte Länge in dem Bereich, in dem
von der als Führung als fungierenden Ausnehmung 205
vorsteht, einen Nockenabschnitt 206 aufweist. Der
Querschnitt des Exzenterbolzenz ist auf diese Weise
über die gesamte Länge gleich ausgebildet.
Es ist selbstverständlich auch möglich, den Exzenter
bolzen so auszubilden, daß er die Stützkraft punktförmig
überträgt. In diesem Fall kann die Führung des Exzenter
bolzens ebenso ausgebildet sein, wie es in den Fig.
5 und 6 gezeigt ist. Der Exzenterbolzen ist auch
hierbei wieder im wesentlichen zylindrisch ausgebildet,
er besitzt jedoch abweichend von der Ausgestaltung
gemäß Fig. 6 lediglich punktuell mindestens eine
nockenförmige Erhebung 208′, so daß durch Verdrehen
des Exzenterbolzens 200′ eine Kippjustierung des
Schneidplättchenhalters vorgenommen werden kann.
In der Mittelebene des Bolzens 200′ ist wiederum eine
Führungsrille 210′ angebracht, in die die Haarnadelfe
der 220 eingreifen kann. Beim Verdrehen des Exzenterbol
zens 200 bzw. 200′ gleitet die Haarnadelfeder im
Rillengrund entlang, ohne hierdurch die Verstellbewe
gungen zu behindern.
In Fig. 8 ist eine weitere Ausführungsform eines
Exzenterbolzens 202′ gezeigt, die sich von derjenigen
gemäß Fig. 7 darin unterscheidet, daß die noppenförmi
gen Erhebungen 208 durch Exzenter-Teilabschnitte
209 ersetzt sind, die im Querschnitt ebenso ausgebildet
sind wie in der Ausführungsform gemäß Fig. 6. Mit
210′′ ist die zentrale Führungsrille für die Haarnadel
feder 220 bezeichnet.
Fig. 9 zeigt eine besonders vorteilhafte Ausführungs
form des Exzenterbolzens, der in dieser Darstellung
mit der Bezugsnummer gekennzeichnet ist. Dieser Exzen
terbolzen, der in Fig. 9 in einem vergrößerten Maßstab
dargestellt ist, wird vorteilhafterweise zusammen
mit einem Schneidplättchenhalter gemäß Fig. 10 verwen
det, der von der Anordnung des Schneidplättchens
her dem Schneidplättchenhalter 120 gemäß Fig. 3
entspricht und deshalb mit derselben Bezugsnummer
gekennzeichnet ist. Anstelle der Freifräsung 37 gemäß
Fig. 3 weist der Schneidplättchenhalter 120 gemäß
Fig. 10 eine zylindrische Senkungsausnehmung 124
zur Aufnahme des Kopfes der Klemmschraube 17 auf.
Die der Ausnehmungsoberfläche 122 gemäß Fig. 3 gegen
überliegende Außenoberfläche des Schneidplättchenhalters
ist mit 124 und die der anderen Ausnehmungsoberfläche
123 gegenüberliegende Außenoberfläche des Schneidplätt
chenhalters ist mit 125 gekennzeichnet. In diesen
Oberflächen 124 bzw. 125 sind Passungsausnehmungen
127 ausgebildet, wobei die Passungsausnehmungen der
Oberfläche 124 zur Achse 21 der Klemmschraube 17
versetzt, d. h. auf verschiedenen Seiten dieser Achse
angeordnet sind. Die Passungsausnehmungen werden
im Ausnehmungsgrund von Halbzylinderflächen 128 be
grenzt, wobei der Durchmesser des diese Fläche begrenzen
den Halbzylinders den Durchmesser D 405 bzw. D 406
der Endabschnitt 405 bzw. 406 des Exzenterbolzens
400 gemäß Fig. 9 entspricht. Die Länge L des Exzenter
bolzens 400 ist geringfügig kleiner als die Höhe
H des Schneidplättchenhalters 120. Damit der Exzenter
bolzen 400, der zwischen seinen beiden Endabschnitten
405 bzw. 406 einen im Durchmesser größeren Exzenterab
schnitt 401 trägt, aus einer Richtung senkrecht zu
den Außenoberflächen 124 bzw. 125 in die Passungsausneh
mungen eingeführt werden kann, ist in diesen Außen
oberflächen ein zusätzlicher Freiraum 126 vorgesehen,
dessen Höhe H 126 der Länge des Exzenterabschnitts
401 angepaßt ist. Der Durchmesser D 401 des Exzenterab
schnitts 401 ist um ein Maß größer als der Durchmesser
D 405, das dem zweifachen des Exzentrizitätsmasses
E 401 entspricht. Dieses Exzentritätsmaß liegt bevor
zugerweise im Bereich zwischen 3% und 10% des Durch
messers D 401.
Aus lager- und montagetechnischen Gründen ist es
vorteilhaft, die Schneidplättchenhalter mit den einzel
nen Exzenterbolzen 400 als komplette Einheit zu handha
ben, bei der dafür gesorgt ist, daß die Exzenterbolzen
nicht aus den Passungsausnehmungen herausgleiten
können. Zu diesem Zweck weist der Exzenterbolzen
400 in seiner Mittelebene wiederum eine Führungsrille
410 zur Aufnahme der vorstehend beschriebenen Haarnadel
feder 220 auf. Der Schneidplättchenhalter gemäß Fig.
10 ist entsprechend zur Aufnahme der Haarnadelfeder
präpariert. In der Fläche 224 A ist eine Ausnehmung
124 B zur Aufnahme des Schlaufenabschnitts 222 der
Haarnadelfeder 220 vorgesehen. Um sicherzustellen,
daß die Haarnadelfeder 220 im eingesetzten Zustand
bei extremen Stellungen der Exzenterbolzen nicht
vom Schneidplättchenhalter gegen die Anlageflächen
gedrückt wird, sind zusätzliche Freilegungen 124 C
und 124 D im Schneidplättchenhalter vorgesehen, durch die
hindurch sich die einzelnen Abschnitte der Hartmetallfe
der 220 erstrecken können. Bevorzugterweise liegen
im eingesetzten Zustand sämtliche Federabschnitte
im wesentlichen innerhalb der Außenkontur des Schneid
plättchenhalters.
Aus Fig. 10 ist erkennbar, wie sich die Haarnadelfeder
im eingesetzten Zustand verformt. Der Verfolgungszu
stand im eingesetzten Zustand ist mit strichpunktierten
Linien angedeutet. Durch geeignete Gestaltung des
Übergangs 225 zwischen dem Federabschnitt 223 und
dem Verlängerungsabschnitt 224 kann dafür gesorgt
werden, daß noch eine ausreichend große Fixierungskraft
auf den Justier-Exzenterbolzen ausgeübt wird. Für
eine derartige Gestaltung des Knick- bzw. Übergangsab
schnitt 225 bleibt durch die Gestaltung der Ausnehmung
126 im Eckbereich des Schneidplättchenhalters 120
ein großer Spielraum.
Der Exzenterbolzen 400 besteht bevorzugterweise aus
vergütetem Stahl gewöhnlicher Oberflächenrauhigkeit,
wohingegen der Schneidplättchenhalter 120 beispielsweise
von einem Gußteil gebildet ist, in dem die Passungsaus
nehmungen 127 bereits mit eingegossen sind. Die Passungs
oberflächen sind bevorzugterweise nitriert. Es hat
sich herausgestellt, daß dann, wenn die Halbzylinder
oberfläche 128 von einer unbearbeiteten Guß- bzw.
Feinguß-Oberfläche und die Endabschnitte 405 bzw.
406 des Exzenterbolzens 400 mit mittlerer Rauhigkeit
ausgebildet sind, eine günstige Reib- und Gleitflächen
paarung realisiert werden kann.
Man erkennt aus der Darstellung gemäß Fig. 3, daß
die Justierung der einzelnen Schneidplättchenhalter
beim vorstehend beschriebenen Zerspanungswerkzeug
nunmehr aus einer Richtung erfolgt, die parallel
zu der zweiten Ausnehmungsfläche 112, 122 bzw. 132
und - bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 - senkrecht
auf der ersten Ausnehmungsfläche steht, gegen die
die Schneidplättchenhalter flächig gepreßt werden.
Diese Ausbildung ermöglicht es, die Schneidplättchen
halter 120 und 130 radial unmittelbar benachbart
im Werkzeugkörper anzuordnen, und darüber hinaus
die axiale Versetzung dieser Schneidplättchenhalter
sehr klein zu halten, da die in den Ausfräsungen
37 aufgenommenen Klemmschrauben 17 durch ihre Schrägla
ge immer noch zugänglich sind.
Abweichend von der vorstehend beschriebenen Ausführungs
form können die Justierbolzen auch so ausgebildet
sein, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist, mit der
Besonderheit, daß die Achsen 27 der dort gezeigten
Justierbolzen 23 um 90° verschwenkt nämlich
parallel zu den Achsen 207 bzw. 407 der Stütz-
Exzenterbolzen 200 bzw. 400 verlaufen. Bei dieser
Ausführungsform greift dann der Justierbolzen 23
in eine Justierausnehmung 24 im betreffenden Schneid
plättchenhalter ein und steht mit einer zugeordneten
Gewindebohrung 25 im Werkzeugkörper 11 in Eingriff,
wobei die Ausnehmung 24 den Kopf 26 des Justierbolzens
so angepaßt ist, daß beim Hineindrehen des Bolzens
23 in die Gewindebohrung 25 bei gelöster Klemmschraube
17 eine Verschiebung des Schneidplättchenhalters
in Vorschubrichtung V erfolgt. Zu diesem Zweck ist
ein Rampenwinkel γ vorgesehen, und die Achse 27 des
Justierbolzens 23 ist in einer Ebene angeordnet,
die ebenfalls senkrecht auf der ersten Ausnehmungsflä
che des Werkzeugkörpers 11 steht, gegen die der Schneid
plättchenhalter flächig gepreßt wird. Um den Justierbol
zen nicht zu überlasten, stützt sich der Kopf 26 auf
der der Ausnehmung 24 abgewandten Seite in eine am
Kopf 26 angepaßte Stützausnehmung des Werkzeugkörpers
11 ab. Der Justierbolzenkopf kann dabei zylindrisch
ausgebildet und in einer dieser Zylinderformgebung
angepaßten Stützausnehmung geführt sein. Die rampenför
mige Justierausnehmung 24 ist mit einem Ausnehmungsgrund
versehen, der in einem Schnitt senkrecht zur Achse
27 des Justierbolzens 23 betrachtet ebenfalls oder
zumindest annähernd die Form eines Halbzylinders
hat, der mit dem Zylinder des Justierbolzenkopfs
26 identisch ist. Mit dieser Ausgestaltung kann der
Schneidplättchenhalter beim Einjustieren der Winkelan
stellung unter Zuhilfenahme der Stütz-Exzenterbolzen
200 im wesentlichen planparallel zu der ersten Ausneh
mungsfläche, gegen die der Schneidplättchenhalter
flächig gespannt wird, verschoben werden, ohne zu
verkanten.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 stützt sich
der Justier-Exzenterbolzen 300 gegen eine Ausnehmungs
fläche 113, 123 bzw. 133 des Werkzeugkörpers 11 ab.
Gemäß Fig. 4 trifft dies nur für den Schneidplättchen
halter 150 zu. Der Schneidplättchenhalter 140 stützt
sich über den Justier-Exzenterbolzen 300 an einer
dem Schneidplättchenhalter 140 benachbarten Außenober
fläche 151 des Schneidplättchenhalters 150 ab.
In den Fig. 11 und 12 sind weitere Varianten der
Anbringung verschiedener Schneidplättchenhalter am
Werkzeugkörper 11 dargestellt. Von besonderer Bedeutung
ist dabei die Anordnung der Schneidplättchenhalter
160 und 170 gemäß Fig. 10. Bei dieser Ausführungsform
ist weder eine axiale Versetzung V A noch ein radialer
Abstand V R erforderlich. Auch das Anziehen der nicht
dargestellten Klemmschrauben ist möglich, da die
Köpfe der Klemmschrauben 17 versenkt in den Ausfrä
sungen 37 aufgenommen sind, deren Flächen so zueinander
verlaufen, daß genügend Freiraum verbleibt, die beiden
zugehörigen Klemmschrauben 17 von außen einzuführen
und mittels eines geeigneten Werkzeugs festzuziehen.
Bei der Einstellung des beschriebenen Zerspanungswerk
zeugs geht man wie folgt vor: Zunächst wird der pris
matische Schneidplättchenhalter mittels der Klemm
schraube 17 locker in die zugehörige Ausnehmung
eingespannt, so daß der Kopf der Schraube 17 mit
verhältnismäßig geringer Kraft auf die Kopfauflage
fläche 20 drückt. Durch Verdrehen der Stütz-Exzenter
bolzen 200, 200′, 202′ oder 400 wird der Schneidplätt
chenhalter unter optischer Überwachung der Schneide
so lange gekippt, bis die Hauptschneide des Schneid
plättchens eine erwünschte Anstelleinrichtung zum
Werkstück hat und die Schneidenecke auf den erwünschten
Durchmesser zu liegen kommt. Während dieser Verstellbe
wegungen bleibt der Schneidplättchenhalter mit seiner
Planfläche in flächigem Anlagekontakt mit der zugeord
neten Ausnehmungsfläche des Werkzeugkörpers 11.
Wenn der Anstellwinkel und der Arbeitsdurchmesser
eingestellt sind, erfolgt die Positionierung des
Schneidplättchenhalters in Vorschubrichtung V, wozu
entweder der Spannbolzen 23 oder aber der Justier-
Exzenterbolzen 300 verdreht wird. An der durch die
Stütz-Exzenterbolzen eingestellten Einstellung des
Schneidplättchens ändert sich dabei nichts mehr,
da der Schneidplättchenhalter auf den Exzenterab
schnitten bzw. -noppen entlang der mit diesen zusammen
wirkenden zweiten Ausnehmungsfläche gleiten kann.
Anschließend wird die zentrale Klemmschraube 17 fest
angezogen.
Insbesondere mit der Ausbildung des Exzenterbolzens
400 gemäß Fig. 9 und des Schneidplättchenhalters
120 gemäß Fig. 10 können extrem große Stützkräfte
übertragen werden, so daß sich Verstellungen des
Schneidplättchenhalters im µm-Bereich selbst dann
noch verwirklichen lassen, wenn der Schneidplättchenhal
ter mittels der Klemmschraube 17 bereits unter Vor
spannung grob in der Ausnehmung lagefixiert ist.
Abweichend von der in den Figuren dargestellten Ausge
staltung des Zerspanungswerkzeugs ist es auch möglich,
die Stütz-Exzenterbolzen und/oder
den Justier-Exzenterbolzen für die
jeweiligen Kassetten am Werkzeugkörper mittels einer
Haarnadelfeder festzulegen. In weiterer Abwandlung
ist es auch möglich, mehrere einzelne Haarnadelfedern
für die einzelnen Exzenterbolzen vorzusehen.
Claims (6)
1. Zerspanungswerkzeug mit zumindest einem auswechselbaren
Schneidplättchen, das an einem in einer entsprechend
geformten Ausnehmung im Werkzeigkörper aufgenommenen
quaderförmigen Schneidplättchenhalter angebracht ist, der
seinerseits an einem Werkzeugkörper durch eine Klemmschraube
fixierbar ist, die den Schneidplättchenhalter so
durchdringt, daß dieser flächig gegen eine erste Ausnehmungsfläche
und gleichzeitig in Richtung auf eine dazu im
Winkel verlaufende zweite Ausnehmungsfläche gepreßt wird,
wobei die Klemmschraube den Schneidplättchenhalter zur
frei justierbaren Befestigung mit Spiel derart
durchdringt, daß sie mit den beiden Ausnehmungsflächen
einen von Null verschiedenen Winkel einschließt und den
Schneidplättchenhalter über zwei justierbare Stützelemente,
von denen zumindest einer als drehbarer Stütz-Exzenterbolzen
ausgebildet ist, dessen Achse im wesentlichen
parallel zu der zugeordneten zweiten Ausnehmungsfläche
verläuft und die in einer Passungsausnehmung des Schneidplättchenhalters
oder des Werkzeugkörpers gelagert ist,
gegen die zweite Ausnehmungsfläche preßt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stütz-Exzenterbolzen (200; 400; 200′;
202′) mittels einer Haarnadelfeder (220) in der Passungsausnehmung
(205; 127) gehalten ist.
2. Zerspanungswerkzeug nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß beide justierbare Stützelemente
(200) identisch ausgebildet und von einer gemeinsamen
Haarnadelfeder (220) beaufschlagt sind.
3. Zerspanungswerkzeug nach Anspruch 2, mit einer
zusätzlichen Justiereinrichtung in Form eines Justier-
Exzenterbolzens, der parallel zu den Stütz-Exzenterbolzen
verläuft und identisch wie diese ausgebildet,
geführt und verstellbar ist, und deren Schneidplättchenhalter
gegen eine Stützfläche abstützt, die senkrecht
auf den beiden Ausnehmungsflächen steht, dadurch
gekennzeichnet, daß der Justier-Exzenterbolzen (300)
von der gemeinsamen Haarnadelfeder (220) beaufschlagt
ist.
4. Zerspanungswerkzeug nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Stütz-Exzenterbolzen
(200) einen Exzenterabschnitt (201) besitzt,
der sich über die gesamte, der zweiten Ausnehmungsfläche
(132) zugewandte Breite (B) des Schneidplättchenhalters
(130) erstreckt und eine Rille (210; 410) für den
Eingriff der Haarnadelfeder (220) hat.
5. Zerspanungswerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Stütz-Exzenterbolzen
(200; 200′; 202′) von einem im wesentlichen zylindrischen
Stift gebildet ist, der über seine gesamte
Länge seitlich aus einer ihn halternden Führungsausnehmung
(205) hervorsteht und dort einen Nockenabschnitt
(206; 208; 209) aufweist, wobei der Nockenabschnitt
von einer umlaufenden Rille (210) für den Eingriff der Haarnadelfeder
(220) durchsetzt ist.
6. Zerspanungswerkzeug nach einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein
Stütz-Exzenterbolzen (400) einen Exzenterabschnitt
(401) bildet, der sich über einen Mittelbereich (H 126)
der der zweiten Ausnehmungsfläche (122) zugewandten
Schneidplättchenhalter-Oberfläche (124 A) erstreckt.
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