DE3612596C2 - Rüttelvorrichtung - Google Patents
RüttelvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Rüttelvorrichtung, insbesondere
einen Schwingförderer,
nach der Gattung des Anspruchs 1.
Derartige, als Linearförderer, Rundförderer od. dgl. ausgebil
dete Rüttelvorrichtungen dienen zum Transport von Klein
teilen über kurze Wege, wo sie gegenüber Transportbändern
kostengünstiger und wartungsfreundlicher sind, zur Vereinze
lung, Beschickung, Weitergabe und Positionierung von als
Schüttgut vorliegenden Werkstücken und für ähnliche Bewegungs
abläufe. Die vom Rüttelgenerator erzeugten Vibrationen werden
über den Rütteltisch auf die zu bewegenden Kleinteile über
tragen, die daraufhin eine Bewegung in eine festgelegte
Richtung oder Position aufnehmen. Die Bewegungsrichtung
kann z. B. durch eine Schräglage des Rütteltisches, eine
bestimmte, asymmetrische Struktur der Rütteltisch-Oberfläche,
eine bestimmte Form und Ausrichtung der Kleinteile oder
durch eine entsprechend gerichtete Rüttelbewegung erreicht werden.
Bei bekannten Rüttelvorrichtungen ist der Rüttelgenerator
als Elektromagnet ausgebildet.
Die Rüttelfrequenz ist in der Regel auf die Netzfrequenz von 50 Hz festgelegt,
sofern nicht unter großem Aufwand ein Frequenz
generator eingesetzt wird. Die Frequenz übt bei bestimmter
Masse und Form der zu transportierenden Kleinteile einen
entscheidenden Einfluß auf die Fortbewegung aus. Durch
Elektromagnete kann nur ein kleiner Rüttelhub erreicht
werden, was sich auf die Fortbewegungsgeschwindigkeit
auswirkt.
Aus der DE-AS 1 006 782 ist eine Rüttelvorrichtung gemäß der Gattung
bekannt, bei der zwei abwechselnd mit Druck beaufschlagte
Membranen, die über Membranpumpen betätigt werden, an
beiden Seiten eines am Rütteltisch fixierten Winkels angreifen.
Die erforderliche mechanische und pneumatische
Anordnung ist relativ aufwendig konstruiert und läßt
dennoch nur relativ kleine Rüttelhübe zu.
Der Rütteltisch ist dabei auf federnden Stützen gelagert.
Aus der DE-PS 572 184 sind drehbar an einem Grundrahmen
und am Rütteltisch gelagerte Tragglieder bekannt.
In der US 33 19 532 ist ein Faltenbalg mit einem
gelenkig angeordneten Übertragungsglied als
Schwingungserreger mit zugehöriger Ansteuerung durch
ein Ventil angegeben.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Rüttelvorrichtung
zu schaffen, die bei variabler Frequenz, großem
Rüttelhub und einfachem Aufbau lange Standzeiten gewährleistet.
Dieses Problem wird durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Bei dieser Rüttelvorrichtung wird nur
ein einziger, als Faltenbalg ausgebildeter Zylinder benötigt,
der gelenkig so am drehbar gelagerten Tragglied
angreift, daß der Rüttelhub des Rütteltisches vergrößert
wird. Die erfindungsgemäße Rüttelvorrichtung weist keine aneinander
gleitenden Teile auf, so daß infolge fehlender Reibung
keine Erhitzung auftreten kann und lange Standzeiten er
reicht werden. Darüber hinaus werden keine Dichtungen oder
sonstige Verschleißteile benötigt, so daß ein solcher Rüttel
generator wartungsfrei ist. Die Ansprechempfindlichkeit
schon auf sehr geringe Drücke ist sehr hoch.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der
im Anspruch 1 angegebenen Rüttelvorrichtung möglich.
Ein mit dem Zylinder verbundener pneumatischer oder hydrau
lischer Multivibrator hat sich als vorteilhaft zur Erzeugung
der Rüttelbewegungen erwiesen, da hierdurch die Rüttel
frequenz in weiten Bereichen stufenlos eingestellt werden
kann, ohne daß ein elektrischer Frequenzgenerator erforder
lich wäre.
Ein günstiger Aufbau ergibt sich bei einer Anordnung des
Rütteltisches
auf entweder vier stabförmigen Tragegliedern oder zwei platten-
oder rechteckrahmenförmigen Tragegliedern.
Damit Vibrationen nicht auf die Umgebung übertragen werden,
können Dämpfungsglieder am Grundrahmen vorgesehen werden.
Besonders günstig hat sich eine Rüttelfrequenz zwischen
10 und 40 Hz sowie ein Rüttelhub zwischen 0,5 und 1,5 mm
erwiesen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 das Ausführungsbeispiel einer Rüttelvorrichtung
in der Seitenansicht und
Fig. 2 das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel
im Schnitt entlang der Linie A-A von oben be
trachtet.
Ein als rechteckige Platte ausgebildeter Grundrahmen 10
ruht auf vier Dämpfungsgliedern 11 aus elastischem Material,
die an den vier Ecken des Grundrahmens 10 angebracht sind.
Diese können selbstverständlich auch streifenförmig ausge
bildet und an wenigstens zwei parallelen Kanten des Grund
rahmens 10 angebracht sein.
Über dem Grundrahmen 10 wird ein ebener, ebenfalls rechteck
förmiger Rütteltisch 12 mittels zweier plattenförmiger
Trageglieder 13, 14 im wesentlichen parallel zum Grund
rahmen 10 gehalten. Das starr ausgebildete Trageglied 13
ist über Drehgelenke 15, 16 an seinen beiden Endseiten
mit dem Grundrahmen 10 einerseits und dem Rütteltisch 12
andererseits verbunden. Das zweite, im wesentlichen par
allel zum ersten angeordnete Trageglied 14 ist federelastisch
ausgebildet und an seinen beiden Endseiten starr mit dem
Grundrahmen 10 einerseits und dem Rütteltisch 12 anderer
seits verbunden. Die beiden Trageglieder 13, 14 sind an
zwei gegenüberliegenden Schmalseiten des Grundrahmens 10
mit diesem verbunden.
Zwischen den beiden Tragegliedern ist ein kolbenstangen
loser, faltenbalgartig ausgebildeter Zylinder 17 angeordnet
und an einer seiner beiden Stirnseiten mittels einer L-
förmigen Haltevorrichtung 18 am Grundrahmen 10 befestigt.
Die andere Stirnseite des Zylinders 17 ist über ein stab
förmig ausgebildetes Übertragungsglied 19 mit einem am
Trageglied 13 etwa mittig angebrachten Gelenk 20 verbunden.
Dabei ist das Übertragungsglied 19 etwa parallel zur Ebene
des Rütteltisches 12 angeordnet. Der faltenbalgartig ausge
bildete Zylinder besteht vorzugsweise aus einer Vielzahl
aneinandergeschweißter oder -gelöteter, tellerförmig ausge
bildeter Lochscheiben aus Metall. Ein solcher ist beispiels
weise in der DE-OS 34 40 278 näher beschrieben. Wird sein
Innenraum mit einem Unterdruck beaufschlagt, so ziehen
sich die Balgelemente zusammen und dehnen sich entsprechend
bei einem Überdruck aus, so daß jeweils ein Hub entsteht.
Der Innenraum des Zylinders 17 ist über eine Druckleitung
21 mit einem als pneumatischer Multivibrator 22 ausgebildeten
Pneumatikventil verbunden. Der Multivibrator 22 weist eine
Druckzuleitung 23 und eine Entlüftungsleitung 24 auf und
ist beispielsweise unter der Bezeichnung VLG-4 im Handel
erhältlich.
Durch den Multivibrator 22 können Druckschwingungen mit
einstellbarer Frequenz erzeugt werden, die über die Druck
leitung 21 auf den Zylinder 17 übertragen werden. Dieser
führt dadurch Hubbewegungen mit entsprechender Frequenz
aus, die über das Übertragungsglied 19 und das Trageglied
13 auf den Rütteltisch 12 übertragen werden. Dieser führt
dadurch Rüttelbewegungen in seiner Ebene aus, die zum Fördern
von Kleinteilen oder zum Sieben Verwendung finden.
Jeweils nach einem eine Auslenkung des Zylinders 17 bewirken
den Druckstoß erfolgt bei der nachfolgenden Entlüftung
über die Entlüftungsleitung 24 eine Rückstellung in die
ursprüngliche Lage auf Grund der Federkraft des Trageglieds
14. Dieses nimmt gemäß der Darstellung im Ruhezustand eine
schräge Lage zum Grundrahmen 10 ein, kann jedoch prinzipiell
auch senkrecht zu diesem angeordnet oder in die andere
Richtung geneigt sein.
Die Druckzuleitung 23 kann selbstverständlich auch mit
einer Unterdruckquelle verbunden sein, so daß eine Aus
lenkung des Zylinders 17 jeweils in die umgekehrte Richtung
erfolgt. Weiterhin kann der Zylinder 17 auch über den Multi
vibrator 22 abwechselnd mit Überdruck und Unterdruck beauf
schlagt werden, so daß die Rückstellkraft durch das Trage
glied 14 entbehrlich ist. Dieses Trageglied 14 kann dann
entsprechend dem Trageglied 13 ausgebildet sein. Die durch
den elastischen Balg des Zylinders 17 erzeugte Rückstell
kraft kann auch als alleinige Rückstellkraft eingesetzt
werden.
Anstelle der plattenförmig ausgebildeten Trageglieder 13,
14 können auch zwei rahmenförmig ausgebildete Trageglieder
oder drei bzw. vier stabförmig ausgebildete Trageglieder
treten. Auch in diesem Falle kann in Abhängigkeit der er
forderlichen Rückstellkraft eine beliebige Zahl dieser
Trageglieder elastisch ausgebildet sein. Bei einer elasti
schen Ausbildung sämtlicher Trageglieder kann auf Dreh
gelenke verzichtet werden.
Die Übertragung von Rüttelbewegungen vom Zylinder 17 auf
den Rütteltisch 12 kann selbstverständlich auch direkt,
d. h. ohne Zwischenschalten eines Tragegliedes 13 erfolgen.
Soll durch den Multivibrator 22 nur ein einziger Zylinder
17 gesteuert werden, so kann er vorzugsweise auch auf dem
Grundrahmen angebracht werden, um eine kompakte Einheit
zu erreichen.
Besonders günstig für die Förderung von Teilen auf dem Rüttel
tisch 12 erweist sich eine Rüttelfrequenz zwischen 10 und
40 Hz sowie ein Rüttelhub zwischen 0,5 und 1,5 mm.
Selbstverständlich kann die beschriebene Rüttelvorrichtung
sowohl pneumatisch als auch hydraulisch betrieben werden.
Auch kann anstelle des Multivibrators 22 ein Magnetventil
treten, sofern ein dieses steuernder elektrischer Frequenz
generator eingesetzt werden soll.
Wird eine längere Förderstrecke benötigt, so können mehrere
Rüttelvorrichtungen hintereinander angeordnet werden, wobei
in der Förderstrecke auch verschiedene Förderrichtungen
leicht realisiert werden können.
Die Erfindung
umfaßt alle Arten von Schwing
förderern, insbesondere auch Rundförderer. Da im letzteren
Falle eine Schwingbewegung um eine senkrecht zum Rütteltisch
angeordnete Achse erforderlich ist, muß das Übertragungsglied
des Rüttelgenerators an diesem Rütteltisch im wesentlichen
tangential angreifen und der Rütteltisch entsprechend um
eine derartige Achse drehbar gelagert sein.
Claims (9)
1. Rüttelvorrichtung, insbesondere Schwingförderer,
mit einem Rütteltisch (12), der auf wenigstens zwei in
Förderrichtung zueinander beabstandeten, parallel zueinander
verlaufenden Traggliedern (13, 14) gestützt ist und
der von einem kolbenlosen, balgartigen mit einem Druckmittel
beaufschlagten Zylinder (17) in einer Grundstellung
parallel zur Oberfläche des Rütteltisches (12) angetrieben
wird, welcher mit der einen Stirnseite an einem Grundrahmen
(10) befestigt ist und welcher mit der anderen
Stirnseite mit dem Rütteltisch (12) gekuppelt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der balgartige Zylinder (17) als
Faltenbalg ausgebildet ist, der mit dem Rütteltisch (12)
über ein in der Grundstellung etwa parallel zu diesem
angeordnetes Übertragungsglied (19) gekuppelt ist, das
über ein Gelenk (20) mit einem starr ausgebildeten Tragglied
(13) verbunden ist, welches drehbar am Rütteltisch
(12) und am Grundrahmen (10) gelagert ist.
2. Rüttelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der als Faltenbalg ausgebildete Zylinder (17)
mit einem Ventil (22) verbunden ist, an das eine Druckleitung
(21) einerseits und eine Be- oder Entlüftungsleitung
(24) andererseits angeschlossen ist.
3. Rüttelvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil (22) als pneumatischer oder hydraulischer
Multivibrator ausgebildet ist.
4. Rüttelvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil als Magnetventil ausgebildet ist.
5. Rüttelvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vier stabförmige
Tragglieder vorgesehen sind.
6. Rüttelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei platten- oder rahmenförmige
Tragglieder (13, 14) vorliegen.
7. Rüttelvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundrahmen
(10) auf Dämpfungsgliedern (11) ruht.
8. Rüttelvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rüttelfrequenz
10 bis 40 Hz beträgt.
9. Rüttelvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rüttelhub 0,5
bis 1,5 mm beträgt.
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Owner name: FESTO AG & CO, 73734 ESSLINGEN, DE |
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