DE361276C - Kugelmikrophon mit hohem Widerstand fuer Zentralbatteriebetrieb - Google Patents
Kugelmikrophon mit hohem Widerstand fuer ZentralbatteriebetriebInfo
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; ELECTRIC HEARING AIDS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
- H04R21/00—Variable-resistance transducers
- H04R21/02—Microphones
- H04R21/021—Microphones with granular resistance material
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Description
Man unterscheidet bekanntlich: Mikrophone für Lokalbatteriebetrieb, sogenannte L.-B.-Mikrophone,
und solche für Zentralbatteriebetrieb, Z.-B .-Mikrophone. Bei vorliegender
Erfindung handelt es sich allein um ein Z.-B.-Mikrophon. Erstere, für Lokalbatteriebetrieb,
kommen' hier nicht in Frage, sie seien jedoch
als Vorläufer der Z.-B.-Mikrophone des Verständnisses 'halber in nachstehendem kurz beschrieben.
Die L.-B.-Mikrophone werden durch eine Batterie von etwa 2 bis 3 Volt gespeist, infolgedessen
müssen sie entsprechend dieser niedrigen Spannung einen geringen -Widerstand
besitzen. Früher' baute man sie in der
Weise, daß man grobes Kohlenpulver unmittelbar hinter (der Membran anondnete und
dasselbe durch einen gegen die Membran drückenden Filzring zusammenhielt, damit es nicht herausfallen konnte. Es ergab sich
aber, 'daß der Filz das Pulver verunreinigt und die Schwingungen der Membran dämpft.
Infolgedessen hat man an Stelle des groben Pulvers Kohlenkugeln von 1,5 mm Durchmesser
verwendet und ohne Zuhilfenahme von Filz je neun Stück davon in leitenden Kohlebehältern
unmittelbar hinter der' Membran angeordnet. Da die iSo gelagerten Kugeln nur
geringen Widerstand 'besitzen, so sind! hierbei alle Bedingungen, welche bei L.-B.-Mikrophonen
in bezug auf geringen Wilderstand gestellt werden, erfüllt, und tatsächlich werden
schon seit längerer Zeit fast ausschließlich solche filzlasen Kugelmikrophone für den Lokalbatteriebetrieb
hergestellt.
Wesentlich anders gestalten sich die Verhältnisse bei den später entsandenen Zentraltatterietmikrophoiien.
Diese werden von einer Zentralbatterie von viel höherer Spannung, etwa 24 Volt, gespeist und müssen daher
einen hohen Widerstand, beispielsweise 250 Olim, besitzen.
Es ist nun naheliegend und wurde seinerzeit auch versucht, bei diesen Z.-B .-Mikrophonen
einfach die Konstruktion der gebräuchlichen, oben beschriebenen filzlosen L.-B.-Kugelmikrophone zu übernehmen. Aber
alle !derartige Versuche sind gescheitert, da die bisher bekannten Kugelmikrophone zu
geringen Widerstand besitzen und darum aus der Zentralbatterie mit hoher Spannung zuviel
Strom erhalten, wobei die Kugeln verbrennen und störende Geräusche verursachen.
Es ist bisher auch noch nicht gelungen, Kugelmikrophone mit hohem Widerstand, die
für den Zentralbatteriebetrieb geeignet sind, zu bauen.
Man hat sich daher notgedrungen ent-
schließen müssen, bei den Z.-B.-Mikrophonen wieder zu der veralteten Konstruktion mit
dem Filz und dem Kohlenpulver zurückzugreifen, und hat sich damit abgefunden, alle
Übelstände, die der Filz mit sich bringt, in Kauf zu nehmen.
Man baut also heute nur Filzmikrophone für den Zentralbatteriebetrieb und füllt sie,
damit sich der erforderliche hohe Widerstand ίο ergibt, mit sehr feinem Pulver.
Aber diese Mikrophone besitzen außer den bereits geschilderten Nachteilen, die der Filz
mit sich 'bringt, .noch andere Übelstände. Day feine Pulver hat nämlich zu wenig Masse,
daher g-eraten die Pulverkörnchen schon bei der allergeringsten Schwingung· der Membran
bei den leisesten Nebengeräuschen in Bewegung, d. h. .das Mikrophon nimmt Nebengeräusche
auf, was namentlich beim Empfang von Ferngesprächen außerordentlich störend
wirkt.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß beim lauten Sprechen gegen die Membran die
feinen Pulverkörnchen von der Membran fortgeschleudert wenden, weil sie zu geringe
Masse -besitzen. Infolgedessen findet an der Membran eine Stromunterbreohung· statt, unid
das Mikrophon setzt aus und überschreit. Es entstehen im Mikrophon die bekannten
Sprachverzerrungen. Stellt man sich die mechanische und elektrische Wirkung in der
Kapsel vor, so ergibt sich in bezug auf diese Sprechverzerrungen folgendes Bild:
Bei der Riesengeschwindigkeit der Schwingungen der besprochenen Membran muß der
Druck auf das lose anliegende Füllmaterial ein sehr großer sein. Dadurch fällt im ersten
Augenblick der elektrische Widerstand des Füllmaterials ab. Im nächsten Augenblick
wird der Widerstand wieder steigen, weil das Füllmaterial jetzt die Geschwindigkeit der
Membran mitangenommen hat. Es beginnt sich von der Membran zu lockern, um dann im Umkehrpunkte der wieder zurückgehenden
Membran infolge der jetzt ihm innewohnenden Eigengeschwindigkeit die Membran mehr
oder weniger zu verlassen. Je kräftiger demnach eine Membran besprochen wird, um so
größer müssen die Sprachverzerrungen sein. In der Tat ist es mit Leichtigkeit möglich,
auf der Gegenseite nur noch undeutliche Töne im Telephon hervorzubringen. Die Sprachverzerrungen
entstehen also nur durch mehr oder weniger starke Stromunterbrechungen an der Membran infolge Abschleuderns des
Füllmaterials. Ferner verursacht der Rest des nicht fortgeschleuderten Füllmaterials
eine große Steigerung des Widerstandes um viele Ohm. Die Schwingungen in der Induktionsspule
werden durch diese großen Widerstandsänderungen des Füllmaterials derart hoch, daß die äußerst empfindliche Membran
des Empfangstelephons nicht mehr folgen kann und demnach einfach Schwingungen aussetzt oder diese stört. Ebenso ist es gerade
der Rest des an der Membran verbleibenden Teils des Füllmaterials,. welcher das Anbrennen der Mikrophone verursacht. Die
noch mit der Membran in Verbindung stehende restliche Kohlensäule hält die durch
sie fließende Stromstärke nicht mehr aus und fängt zu glühen an.
Diese Vorgänge im Mikrophon sind schon in ihren Ursachen erkannt worden, man hat
daher versucht, der Membran irgendwie eine Dämpfung zu geben, um die genannten Fehler
zu vermeiden. -
Die Erfindung betrifft nun ein Kugelmikrophon für Zentralbatteriebetrieb, welches
alle Bedingungen in bezug auf Widerstand, Strombelastung u&w. erfüllt, und bei welchem
alle vorgenannten Übelstände vermieden sind.
In Abb. ι ist der Schnitt des neuen Z.-B.-Kugelmikrophons
dargestellt. Abb. 2 zeigt die Ansicht desselben.
α ist die Membran, welche aus leitendem
Material, beispielsweise Kohle, besteht; gegenüber derselben ist die Elektrode b angeordnet.
Zwischen Membran und Elektrode befindet sich ein Ring d aus festem Isoliermaterial.
Die eine offene Seite des Ringes d stößt fest
gegen die Elektrode l·, während die andere Seite nahe an die Membran herangeführt ist,
ohne sie jedoch zu berühren.
In dem Hohlraum, der durch den Ring rf,
die Elektrode l· und Membran α gebildet wird, lagern Kohlenkugeln c. Da der Abstand
der Membran von dem Isolierring ei kleiner als der halbe Durchmesser der
Kugeln c gehalten ist, können die Kugeln nicht zwischen Ring und Membran gelangen
und hindurchfallen. Die Membran kann aber genügend ausschwingen, ohne an den Ring d
zu stoßen.
Durch die an sich bekannte Anordnung des Isolierringes d zwischen fester Elektrode und
Membran wird das an sich bekannte Ziel erreicht, daß eine große Anzahl Kugeln c hintereinander
gelagert werden kann. Dadurch, daß der Ring d entsprechend' breit gemacht
wird, läßt sich der Widerstand des Mikrophons bestimmen.
Der Abstand zwischen Membran α und Elektrode b sowie der Durchmesser der
Kugeln c sind daher auf ein gewisses Maß gehalten, und zwar soll bei der gebräuchlichen
Spannung von 24 Volt der Zentralbatterie der Abstand zwischen Membrane und Elektrode
b mehr als 4 mm und 'der Durchmesser der Kugeln c weniger als 1 mm betragen.
Diese Werte haben sich als die für die Wirkung des Mikrophons günstigsten ergeben.
Der Mikrophonstrom, welcher von plus über | die Elektrode b, Kugeln C1 Membran α nach ,
minus fließt, ist gezwungen, infolge der j Breite des Isolierringes d einen weiten Weg ;
UbCr1 die vielen Kontaktstellen der Kugeln c j
zu machen. Infolgedessen ergibt sich bei der vorstehend festgelegten Anordnung der
Kugeln der erforderliche hohe Widerstand, wie er bei den Zentralbatteriemikrophonen
ίο verlangt wird.
Wenn in das Mikrophon sehr laut hineingesprochen wird, so gerät die Membran in
heftige Schwingungen, und die unmittelbar hinter der Membran liegenden Kugeln werden
stark bewegt. Obwohl die Kugeln sehr klein sind, besitzen sie doch eine gewisse Masse,
und es besteht die Möglichkeit, daß die Kugeln von der Membran abgeschleudert werden und eine Unterbrechung des Mikrophonstromes
stattfindet. Es entstehen so knackende Geräusche, und man hat die Empfindung, als ob das Mikrophon überschreit.
Um diesen Übelstand zu beseitigen, und um eine vollständige Unterbrechung des Mikrophonstromes
zu vermeiden, ist es bereits bekannt, einen Nebenschluß zu den Kontakten, welche das mikrophonische Material mit der
Membran bildet, zu legen. Das Wesentliche hierbei ist, daß der Nebenschluß keine schädliehe
Brücke bildet und keine Verluste in der Wirkung verursacht, sondern in ebenfalls bekannter
Weise selbst als Mikrophon mitarbeitet und Stromschwankungen erzeugt, also gewissermaßen mit wirksam ist. Die
Erfindung liegt in der besonderen Anwendung und Ausbildung des bekannten Nebenschlusses
bei den für Zentralbatteriebetrieb besonders geeigneten Mikrophonen mit Kugelfüllung'.
Der Nebenschluß besteht, wie aus der Abb. 3 zu ersehen ist, aus einer Anzahl Kugeln f, welche bei e von dem Hauptteil der
Kugeln c abgezweigt sind. Der Mikrophonstrom fließt von plus zu den Kugeln c, von
hier fließt der Hauptstrom über die Membran nach minus, während ein Zweigstrom über
die Kugeln e und über die Nebenschlußkugeln / ebenfalls nach minus fließt. Beim
Abschleudern 'der Kugeln von der Membran werden diese bei e und f zusammengedrückt,
und es findet hierbei eine Stromschwankung in den Nebensohlußkugeln f statt, so daß also
diese Nebenschlußkugeln ebenfalls wirksam sind.
Abb. 4 und 5 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines derartigen Mikrophons mit wirksamem
Nebenschluß. Das Mikrophon ist im allgemeinen ebenso gebaut wie das in Abb. ι ί
und 2 dargestellte, jedoch befindet sich in der Mitte des isolierten Behälters d noch eine
Kammer h. Diese besteht aus einem Röhrchen aus isolierendem Material. Das Röhrchen
ist an der Elektrode b befestigt und dient zur Isolation der Nebenschlußkugeln f
von den übrigen Kugeln c. Im Grunde des Isolierröhrchens ist ein Stromabhahmestück g
angebracht, welches mit dem gleichen Pol, dem Minuspol, an welchem auch die Membran
angeschlossen ist, in leitender Verbindung steht.
Claims (2)
1. Kugelmikrophon mit hohem Widerstand für Zentralbatteriebetrieb, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere gleichzeitig durch die Schwingungen der Membran (α) beeinflußte und miteinander in
Berührung stehende WMerstandssäulen aus Kohlenkugeln (c, c, e, f, Abb. 4) so angeordnet
und geschaltet sind, daß sich zwei getrennt arbeitende Mikrophone ergeben, und zwar das eine mit einem niedrigen
Widersland (plus, Kohle b, Kohlensäulen c, c und e, Membran a, minus,
zugleich! Hauptstromkreis) und das andere mit einem hohen Widerstand (plus, Kohle b, Kohlensäulen c, c und e, Kohlensäule/,
Kohle g, minus, zugleich Nebenstromkreis), zu dem Zwecke, bei beim
Sprechen vorkommenden Kontaktunterbrechungen zwischen der Membran (α) und den Kohlensäulen (c, c und e) eine
vollständige Unterbrechung des Mikrophonstromes zu vermeiden und in an sich bekannter Weise einen Teil des Mikrophonstromes
über den nicht unterbrochenen Nebenstromkreis (plus, Kohle b, Kohlensäulen
c, c und e, Kohlensäule f, Kohleg, minus) bestehen zu lassen, damit Sprachverzerrungen
in dem Telephon nicht zur Geltung kommen. 1QQ
2. Kugelmikrophon nach Anspruch τ, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil (f,
Abb. 3) der im isolierten großen Behälter (d) befindlichen Kohlenkugeln als
Nebenschluß zu den Kontaktstellen, welche die Kugeln mit der Membran (a)
bilden, in einer an sich bekannten isolierten Kammer (Ji1 Abb. 4) untergebracht und
abgezweigt ist, so daß durch die Schwingungen der Membran (a) dieser Neben-Schluß
bei normaler Sprache als zweites Mikrophon (plus, Kohle b, Kohlensäulen c, c und e, Kohlensäule f, Kohle g,
minus) wirksam mit in Tätigkeit tritt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEE24851D DE361276C (de) | 1920-02-11 | 1920-02-11 | Kugelmikrophon mit hohem Widerstand fuer Zentralbatteriebetrieb |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEE24851D DE361276C (de) | 1920-02-11 | 1920-02-11 | Kugelmikrophon mit hohem Widerstand fuer Zentralbatteriebetrieb |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE361276C true DE361276C (de) | 1922-10-12 |
Family
ID=7071492
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEE24851D Expired DE361276C (de) | 1920-02-11 | 1920-02-11 | Kugelmikrophon mit hohem Widerstand fuer Zentralbatteriebetrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE361276C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7954482B2 (en) | 2004-10-15 | 2011-06-07 | Oldcastle Building Products Canada Inc. | Aging apparatus for aging an artificial stone |
-
1920
- 1920-02-11 DE DEE24851D patent/DE361276C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7954482B2 (en) | 2004-10-15 | 2011-06-07 | Oldcastle Building Products Canada Inc. | Aging apparatus for aging an artificial stone |
| US8109262B2 (en) | 2004-10-15 | 2012-02-07 | Oldcastle Building Products Canada Inc. | Aging apparatus for aging an artificial stone |
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