DE3614183C2 - - Google Patents

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Description

Über die Ursachen des Waldsterbens ist sich die Wissenschaft heute noch weitgehend uneinig und es ist bis jetzt nicht gelungen, eindeutige Zusammenhänge zu belegen. In den meisten Fällen wird von Luftschadstoffen als Hauptursache ausgegangen. Es gibt jedoch auch Fakten, die eindeutig dagegen sprechen. So hat der "Forschungsbeirat Waldschäden der Bundesregierung und der Länder" für die deutschen Kalkalpen festgestellt: "Nachteilige Wirkungen des Säureeintrags auf den Chemismus des Bodens können ausgeschlossen werden, da dieser eine hohe Pufferkapazität besitzt. Eine direkte Wirkung von Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden, Salzsäure und Fluorwasserstoff auf die Nadeln ist unwahrscheinlich, denn die Jahresmittelwerte und die Spitzenkonzentrationen für alle diese Immissionen liegen sehr niedrig. Es gibt bisher keinen Hinweis dafür, daß toxische Wirkungen von Schwermetallen beteiligt sind." Als einzigen greifbaren Schadfaktor kann der Forschungsbeirat in den Alpen einen ausgesprochenen Kalium- und Manganmangel ausmachen, den es aber auch schon früher gab. Auch für andere Waldgebiete rücken spezielle Mängel an Magnesium, Calcium, Zink etc. immer mehr in den Vordergrund der Waldschadensforschung. Allerdings fällt dabei auf, daß von diesen Mangelerscheinungen an positiv geladenen Ionen meist nur Bäume in den Hochlagen betroffen sind und zwar selbst dann, wenn genügend entsprechende Nährstoffe im Boden vorhanden sind. So weisen sogar erkrankte Bäume in den Kalkalpen neben den erwähnten Mängeln auch einen Calciummangel auf und Fichten im Bayrischen Wald einen Magnesiummangel trotz eines Magnesiumangebots im Boden. Umgekehrt gibt es auch in Tallagen extrem verarmte Böden, auf denen entsprechende Mängel und Vergilbungserscheinungen nicht aufgetreten sind
Im Widerspruch zur Theorie, daß Luftschadstoffe die wesentlichsten Auslöser des Waldsterbens seien, stehen auch weitere Feststellungen des Forschungsbeirats: "Die höchsten Schadstoffeinträge, einschließlich dem Eintrag an Protonen, wurden bisher im Solling festgestellt. Hier lagen die Protoneneinträge um den Faktor 1,3 bis 24 höher als in Baden-Württemberg. Andererseits ist bemerkenswert, daß die Vergilbungen im Solling stark verzögert begonnen haben und auch zur Zeit nur verhältnismäßig schwach ausgeprägt sind." Und weiter: "Die Sulfatdeposition ist ebenfalls in der Haard am höchsten. Für den Vergleich der Depositionswerte ist bedeutsam, daß die Haard am Nordrand des Ruhrgebietes nicht zu den typischen durch Vergilbung gekennzeichneten Schadensgebieten im Lande Nordrhein-Westfalen gehört."
Nachdem man sich mehr von den ursprünglichen Luftschadstoffen auf deren Umwandlungsprodukte verlegt hatte, war es jedoch auch hier nicht möglich, eindeutige Zusammenhänge herzustellen, denn Ozon kann nur einen Teil der Schäden erklären und trotz intensiver Suche ist kaum ein weiterer wirklich entscheidender Luftschadstoffaktor gefunden worden.
Es wurden viele Versuche unternommen, die Schäden durch eine gewöhnliche Düngung zu beheben, was aber ebenso erfolglos blieb wie eine Milderung der Bodenversauerung durch Kalkung. Auch das Düngen mit Dolomit gegen den Magnesiummangel der Nadeln brachte keine entscheidende Verbesserung des Gesundheitszustands der Bäume. Zwar ist es schon seit langer Zeit bekannt, daß Bittersalz (MgSO₄) vergilbte Nadeln wieder begrünen kann, da es jedoch bodenversauernd wirkt, kann es nicht großflächig eingesetzt werden. Gewisse Erfolge hat die Forstliche Versuchsanstalt Freiburg in 270 m Höhe unter Laborbedingungen erreicht. Mit Hilfe von Kalksalpeter wurden gelbe Nadeln wieder grün. Der Einsatz dieses Mittels ist aber nicht mehr erlaubt, da leicht Sprengstoff daraus entwickelt werden kann. Außerdem zeigte das Mittel Nebenwirkungen: Die neuen Nadeln hatten nur noch die halbe natürliche Länge. Ähnlich ratlos steht man dem Sterben der Böden gegenüber, obwohl man verschiedene Ursachen, wie Bodenverdichtung durch Maschinen, Vernichtung des natürlichen Bodenlebens durch hohe Kunstdüngergaben und viele andere Ursachen hier besser kennt.
Seit Liebig die Pflanzennährstoffe exakt beschrieb, ist man in immer größerem Maßstab dazu übergegangen, den Pflanzen diese Nährstoffe in Form von Kunstdünger direkt zu geben, was einer künstlichen Ernährung gleichkommt. Dabei sind Substanzen oder Maßnahmen mit indirekter Düngewirkung und Anregung des natürlichen Bodenlebens weitgehend verdrängt worden.
Noch in den 60er Jahren wurden Förster mit Bussen ins Ruhrgebiet gefahren, um die Rauchgasschäden in den dortigen Wäldern kennenzulernen. Zwar kommen heute kaum mehr derartige Abgaskonzentrationen wie damals vor, dennoch beharrt die Wissensschaft in Ermangelung anderer Erkenntnisse darauf, daß auch heute noch kaum eine andere Ursache für das Waldsterben in Frage kommt. Obwohl heute das Kieler Institut für Pflanzenernährung bereits einen Schwefelmangel für Ackerböden in industriefernen Gebieten nachweist, obwohl Dr. Prinz von der Landesanstalt für Immissionsschutz in Nordrhein-Westfalen in Südschwarzwald einen um 50% verringerten Schwefelgehalt gelber Nadeln im Verhältnis zu grünen Nadeln nachweist, und obwohl Nadeluntersuchungen in ganz Bayern einen Rückgang des Schwefelgehalts von 1979 bis 1983 (bei gleichzeitigem Anstieg der Waldschäden) belegen, ist dieser Faktor bisher kaum beachtet worden. Da man weiß, daß Bäume große Mengen Sulfate aus der Luft einfangen (Kronentraufe), nimmt man meist einfach an, daß genug Schwefel für die Bäume zur Verfügung stehe, zumal im Rohwasser baden-württembergischer Wasserwerke kein erhöhter Sulfatanteil gemessen werden konnte und somit eine Ausspülung aus dem Boden nicht in Frage kommt.
Über den Einfluß der Luftschadstoffe hinaus, gehe ich jedoch von noch wesentlich gravierenderen Ursachen des Pflanzensterbens aus; erstens eine erhöhte Einstrahlung sekundärer kosmischer thermischer Neutronen, bedingt durch eine Schwächung der die Erde schützenden Magnetosphäre. Dies wiederum ist auch eine Folge der Abholzung der Urwälder, dem allgemeinen Rückgang des Pflanzenbewuchses und der Planktonfelder. Ein Zusammenhang zwischen Bewuchs und dem Erdmagnetfeld ist bisher zwar noch nicht beschrieben worden, dennoch ist er in sich logisch und durch entsprechende Karten auch belegbar. Alle Pflanzen sind elektrische Leiter, Bäume sogar bekannte Blitzableiter. Sie bauen also ständig Luftelektrizität ab und unter einem Baum geht die elektrische Spannung der Luft auf Null. (Die luftelektrische Spannung nimmt mit der Höhe zu und zwar um 130 Volt/Meter) Jeder elektrische Leiter (Bäume), der von einem Strom durchflossen wird, hat auch immer ein elektromagnetisches Feld. Da nun alle Pflanzen dem Licht entgegenstreben und daher gleich gerichtet sind, ergibt sich auf der Erdoberfläche eine unvorstellbare Zahl gleich gerichteter elektromagnetischer Felder, wobei diese sich auch noch gegenseitig anziehen und damit verstärken, da sie in derselben Richtung vom Strom durchflossen werden. Der Bewuchs (insbesondere die Wälder) muß somit einen bedeutenden Einfluß auf das Erdmagnetfeld haben oder umgekehrt bei seiner Vernichtung verlieren.
Eine schwächer werdende Magnetosphäre läßt aber nicht nur verstärkt kosmische Strahlung durch, sie ist auch weniger dazu in der Lage, den Auswirkungen starker Sonnenaktivitäten standzuhalten. So wurden beim großen Sonnenflare vom 4. 8. 1972 derartige Mengen Stickstoff ionisiert, daß über polaren Breiten die Ozonschicht um 16% abnahm. Neben einer Erhöhung der Luftelektrizität wurden dabei auch starke Magnetstürme ausgelöst. Dabei kommt es immer wieder vor, daß sich sogar Kraftwerke abschalten, da sich ihre Überlandleitungen sehr stark aufladen. (Zuletzt ereignete sich dies am 8. 2. 1986 in den USA.) Es springen aber nicht nur die Sicherungen von Kraftwerken heraus, der Abbau hoher Luftelektrizität überlastet auch die Wurzeln der Bäume, deren sonst recht wirksames Puffersystem selbst einer relativ starken Versauerung gewachsen ist. Ähnlich wie in einer Autobatterie laufen viele chemische Reaktionen erst bei einem Stromfluß ab. So erklärt sich nicht nur die häufig beobachtbare Wurzelzerstörung geschädigter Bäume, sondern auch, warum die Bäume in den Hochlagen und davon wieder die großen alten, alles überragenden Bäume am stärksten betroffen sind, obwohl doch früher gerade sie die besten Wachstumsbedingungen hatten.
Feldlinien einer schwächer werdenden Magnetosphäre müssen auch zwangsläufig näher an die Erdoberfläche heranrücken. Es fällt nun auf, daß alle Waldschäden zwischen dem 45. und 60. Grad geomagnetischer Breite der Erde zu finden sind, genau dort, wo der Elektronen-Reflektionsbogen der Magnetosphäre ganz nahe an die Erdoberfläche heranreicht. Da bei Magnetstürmen die Elektronen stärker beschleunigt werden, nähert sich dieser negative Ladungsbereich noch mehr der Erdoberfläche, was in den Hochlagen zu einer positiven Überladung der Bäume im Wurzelbereich führt. Dadurch aber werden positiv geladene Nährionen abgestoßen. Kurzzeitige Erscheinungen dieser Art sind für die Nährstoffversorgung ohne Bedeutung, anders sieht es jedoch aus, wenn das wie im Sonnenfleckenmaximum von 1979-1983 über besonders lange Zeitabschnitte der Fall ist und durch eine Trockenphase verstärkt wird. So wird verständlich, warum Bäume fast ausschließlich Mangel an positiv geladenen Ionen haben und zwar selbst dann, wenn diese im Boden vorhanden sind. Hier vermag der diamagnetische Gips im Boden eine entscheidende Verbesserung der Nährstoffversorgung zu bewirken, da diamagnetische Substanzen sich einem von außen einwirkenden Magnetfeld entgegenstellen und es örtlich abschwächen. Der im Boden enthaltene Gips sorgt somit für eine Veränderung elektromagnetischer Ladungsverteilungen und ermöglicht es den Pflanzen, selbst in solchen Situationen, ungehindert Nahrung aufzunehmen, indem es den Diamagnetismus des Wassers verstärkt. Gegenwärtig schwankt das Waldsterben neben anderen Belastungen zwischen Nährstoffmangel und Wurzelschäden bei Sonnenfleckenmaxima und langsam steigender Belastung durch thermische Neutronen aus der sekundären kosmischen Strahlung bei Sonnenfleckenminima. Hierbei handelt es sich nicht nur um theoretische Überlegungen, sondern es gibt auch Untersuchungsergebnisse, die direkte Hinweise darauf geben. So bilden sich gegenwärtig gewaltige Mengen Dimethylsulfid in der Atmosphäre, die nachweislich von Pflanzen und nicht aus der Industrie stammen. Dimethylsulfid ist ein Zerfallsprodukt schwefelhaltiger Aminosäuren, die wie Methionin oder Cystein in der Medizin bekannt sind als eine der wichtigsten natürlichen Strahlenschutzmittel von Lebewesen, die durch Strahlung entstehende Radikale sofort abbauen und dadurch eine Zellregenerierung überhaupt erst möglich machen. Die Bildung von Dimethylsulfid aus Meeresalgen ist streng abhängig vom Ionisationsgrad des umgebenden Mediums und die über den Landmassen entstandenen Mengen stehen der Meeresproduktion in keiner Weise nach. So wird verständlich, wie durch den Verbrauch der schwefelhaltigen Aminosäuren für Strahlenschutzzwecke trotz SO₂-Emissionen ein Schwefelmangel im Wald entstehen konnte.
Um diesen Schadeinflüssen gezielt entgegenzuwirken, habe ich eine Düngemischung zusammengestellt, die die Widerstandskraft der Bäume (Pflanzen) dagegen erhöht, die Bildung von Cystein anregt und die Wurzeln vor dem Verbrennen schützt. Die Forstliche Versuchsanstalt Freiburg hat auf einer Versuchsfläche in den Hochlagen des Schwarzwalds die Wirkung der Düngemischung überprüft. Bereits nach einem Jahr zeigte sich in der Vergilbung ein Entwicklungsunterschied von mehr als 40% zwischen Versuchs- und unbehandelter Vergleichsfläche, die direkt daneben lag. Während sich die Vergleichsfläche um weitere 12,6% verfärbte, verbesserte sich die Versuchsfläche um reale 27,8%, wobei auch bereits der Nadelverlust auf der Versuchsfläche leicht zurückging. Nirgends ist auch ein nur annähernd ähnliches Ergebnis erzielt worden und schon gar nicht in den am meisten geschädigten Hochlagen.
Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, eine Düngemittelmischung zur Verfügung zu stellen, welche durch Steigerung der Pflanzenresistenz gegen schädigende Umwelteinflüsse das Wald- und Pflanzensterben stoppt und rückläufig macht. Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Gips wurde schon früher zur Düngung eingesetzt. Auch wurde er bereits zur Entsalzung dem Meer abgerungener Böden in Holland erfolgreich eingesetzt. Es wurde aber bisher noch nicht erkannt, daß man dem Gips mehrere Salze hinzufügen muß, um ihn zu voller Wirksamkeit zu bringen, daß man also nicht nur Salzschäden damit beseitigen kann, sondern die Salze Vorraussetzung seiner Wirksamkeit sind, wobei es sich natürlich um ganz bestimmte Salze handeln muß. Die hervorragende bodenverbessernde, bodenentgiftende, düngerbildende Wirkung wird so erst in ganzem Umfange möglich.
Im Unterschied zu anderen gipshaltigen Düngmitteln wird bei der beanspruchten Düngemischung auf die künstliche Zugabe der üblichen Hauptnährstoffe verzichtet. Vielmehr steht im Vordergrund eine Verfügbarmachung von Nährstoffen unter erschwerten Bedingungen elektrischer und magnetischer Einflüsse, wie sie beim Pflanzensterben zu beobachten sind. Außerdem stellt sich die Düngemischung die Aufgabe nicht nur eine Bodenversauerung durch einfache Kalkung aufzuhalten, sondern durch die Bereitstellung, bzw. Entstehung zweier hochwirksamer Pufferkombinationen eine Schädigung der Wurzelsysteme zu verhindern. Dem weitverbreiteten Mangel an Magnesium und Calcium in den Böden geschädigter Wälder wird durch Dolomit begegnet, wie dies bereits heute als Monosubstanz häufig eingesetzt wird.
Aufgrund einer Entgegenhaltung zur Abgrenzung gegenüber anderen gipshaltigen Düngemitteln wurde der Wortlaut der Patentansprüche geändert und die Beschreibung durchgehend angepaßt.
Die beanspruchte Düngemischung hat mehrere Effekte:
1. Düngemittel zur Bekämpfung des Pflanzensterbens
Die Düngemischung behebt nicht nur den bekannten Calcium- und Magnesiummangel der Bäume und Pflanzen in geschädigten Gebieten und wirkt einer Bodenversauerung durch einen Überschuß alkalischer Mineralien (Dolomit, Soda, Borax) entgegen. Durch einen eher milden Gesamtanteil von Alkalien werden die Huminsäuren im Boden geschont. Vielmehr werden für einen Schutz der Wurzeln zwei hochwirksame Puffersysteme ermöglicht, die ein Verbrennen der Wurzeln selbst unter extremen Bedingungen verhindern. Die Pufferwirkung von Citronensäure/Natriumcitrat (entsteht aus Citronensäure und Soda) sowie von Borax/Bernsteinsäure (im Harz der Wurzeln enthalten) reicht vom pH-Wert 1,2 bis 13,8. Die Düngemischung sorgt zudem für eine allmähliche Freisetzung bis dahin unlöslicher Nährstoffe, macht den Boden feinkrümelig und damit wasser- und nährstoffhaltend und ermöglicht selbst unter veränderten elektromagnetischen Bodenverhältnissen durch seinen diamagnetischen Einfluß eine ungehinderte Nahrungsaufnahme von Kationen, deren Aufnahme gegenwärtig erschwert ist. Die Düngemischung regt insbesondere auch die Bildung schwefelhaltiger Aminosäuren an, wobei z. B. Cystein nicht nur als eines der wichtigsten natürlichen Strahlenschutzmittel bekannt ist, sondern darüberhinaus auch hervorragende entgiftende Wirkungen besitzt.
2. Düngemittel zur natürlichen Bodenverbesserung, zur Entgiftung und zur Anregung des Bodenlebens
Durch die Düngemischung wird die Arbeit der Schwefelbakterien udn damit die Bildung von H₂S im Boden angeregt. Pflanzen sind wenig H₂S-empfindlich, das sie bei Schwefelüberlastung selbst zu bilden in der Lage sind. Dadurch werden Gesteine, grobe Körner und Mineralien schneller zersetzt und der Boden feinkrümelig, nährstoff- und wasserhaltend gemacht. So wird eine Vielzahl sonst nicht nutzbarer Nährstoffe pflanzenverfügbar. Reste abgestorbener Pflanzen werden in Humus verwandelt. Durch chemische Zersetzung und Umwandlung, gefördert durch ein starkes Angebot austauschbarer Ionen im Dünger, werden eine Reihe von Bodengiften unschädlich gemacht. So wird die hohe Persistenz chlorierter Kohlenwasserstoffe, die von Bakterien oder Pilzen kaum zersetzt werden, in belasteten Böden herabgesetzt. Gelöste Schwermetalle werden einerseits durch H₂S in unlösliche und damit unschädliche Sulfide überführt, sowie andererseits durch Citronensäure in unschädliche Komplexverbindungen umgewandelt.
Durch das große Angebot austauschbarer Ionen wird die Arbeit der Bodenbakterien erleichtert und ihre Vermehrung angeregt, da deren Abbauprodukte schneller umgesetzt werden. Während viele Kunstdünger regenwurmfeindlich wirken, läßt sich bei diesem Düngemittel eine Vermehrung der Regenwürmer beobachten. Dies ist darauf zurückzuführen, daß im Boden entstehendes NH₃ und CO₂ durch diese Düngemischung sofort umgewandelt werden.
3. Hilfsmittel zur Ermöglichung einer natürlichen Düngung mit Pflanzenabfällen ohne den Umweg über eine vorherige Kompostierung
Dadurch kann der Einsatz von Kunstdüngern begrenzt sowie die Gefahr einer Stickstoffüberdüngung und Nitratbelastung des Grundwassers gebannt werden.
Durch die Dügemischung werden die bei jedem Fäulnis- und Zersetzungsvorgang entstehenden Mengen Ammoniak und CO₂ sofort gebunden und in Ammoniumsulfat (Dünger) umgewandelt:
NH₃ + CO₂ + H₂O + CaSO₄ → CaCO₃ + (NH₄)₂SO₄
Die anderen Substanzen dienen als Unterstützung dieses Vorgangs, da sie die Zersetzung der Pflanzenreste beschleunigen. Durch das Angebot austauschbarer Ionen wird auch die Bildung von K₂SO₄ sowie von Natrium- und Calciumphosphaten im Boden angeregt. Da NH₃ wurzelverätzend wirkt, war eine direkte Düngung mit Pflanzenabfällen durch Einbringen in den Oberboden vor Vegetationszeiten bisher nicht möglich. Bei gleichmäßiger Verteilung und Zerkleinerung von Pflanzenabfällen kann bei Anwendung dieses Düngers der gewohnte Umweg gespart werden. Dadurch wird die Regenwurmaktivität und -vermehrung stark angeregt, natürlicher nährstoffreicher Humus gebildet und die Bodenbelüftung gefördert. (Die humusarmen Urwaldböden sind dadurch verursacht, daß Abfälle fast vollkommen in NH₃ und CO₂ umgewandelt werden und entweichen.) Die verstärkte H₂S- Bildung durch Dünger sorgt ebenfalls für eine schnelle Zersetzung der Abfälle (aber ohne Verluste), sowie für ein Aufschließen von Bodenmineralien, wodurch die Notwendigkeit einer direkten Düngung mit den Hauptnährstoffen in vielen Fällen überflüssig werden kann. Borax und Citronensäure regeln den Calcium-Stoffwechsel im Boden, bei der Aufnahme durch die Wurzeln und in der Pflanze selbst
4. Hilfsmittel zur Ermöglichung einer Schnellkompostierung organischer Abfälle
Die Düngemischung kann auch als Schnellkompostierungsmittel organischer Abfälle verwendet werden. Hier gelten dieselben Merkmale des Düngers, die bereits in Punkt 2) und 3) beschrieben wurden. Das spezielle Angebot austauschbarer Ionen macht den schnellen Vorgang möglich.
Die beanspruchte Düngemittelmischung geht aus von einer Kombination von 4 mineralischen und einer organischen Substanz und einem damit erreichbaren intensiven Ionenaustausch, der selbst noch in trockenen Zeiten ablaufen kann, da der Dihydrat-Gips nicht nur Kristallwasser enthält, sondern zusätzlich leicht hygroskopisch ist. Alle Substanzen müssen fein pulverisiert sein.
Dihydratgips (ungebrannter Gips) ist mit einem Anteil von 70% die Hauptsubstanz, wobei auch schadstoffreier Rauchgasgips aus Entschwefelungsanlagen verwendet werden kann. Er hat sich sogar bei Versuchen als besonders geeignet erweisen. Gips ist schwer löslich und bleibt so dem Boden lange erhalten. Seine Ausspülung wird zudem noch herabgesetzt durch Zugabe von Soda, wobei im Wasser gelöster Gips als Kalk wieder ausgefällt wird.
CaSO₄ + Na₂CO₃ → CaCO₃ + Na₂SO₄
Wenig bis kaum beachtet wurde bisher der Diamagnetismus von Gipskristallen und seine Bedeutung für die Nährstoffversorgung von Pflanzen fand ich nirgends erwähnt. Wird ein gerader elektrischer Leiter von Strom durchflossen, so ist senkrecht dazu mit Hilfe von Eisenfeilspänen das ringförmig darum verlaufende Magnetfeld darstellbar. Verwendet man jedoch Gipskristalle, so richten sich diese aufgrund ihres Diamagnetismus radial um den Draht aus. Dieser Diamagnetismus von Gips ist ebenso wie derjenige des Wassers für die Nährstoffversorgung von Pflanzen von besonderer Bedeutung.
Mit Hilfe einer Bildung von H₂S durch Schwefelbakterien fördert Gips die Entstehung eines feinkrümeligen, nährstoffreichen Bodens. Soda, mit einem Anteil von 5,8%, dient außerdem der Entsauerung des Bodens, da es stark alkalisch ist, aber trotzdem nicht verätzend wirken kann. Es schützt auch die Fäulnis- und Zersetzungsvorgänge im Boden und in Komposthaufen, da die meisten Fäulnisbakterien sehr säureempfindlich sind. Dolomit mit einem Anteil von 21% ist ebenfalls alkalisch und schützt vor Versauerung des Bodens. Gleichzeitig entsteht durch Ionenaustausch mit Gips in Spuren auch das bei Vergilbungen vielfach eingesetzte Bittersalz, dessen alleiniger Einsatz im Wald aber nicht möglich ist, da es versauernd wirkt.
MgCO₃ + CaSO₄ → CaCO₃ + MgSO₄
Gips bildet die Vorraussetzung dafür, daß das Magnesium des Dolomit pflanzenverfügbar wird. Dolomit ohne den diamagnetischen Gips kann den Magnesiummangel bei veränderten elektrischen Bodenverhältnissen nicht allein beheben.
Neben seiner Bedeutung in der Düngemischung als Magnesiumlieferant für die Chlorophyllbildung, beseitigt er auch Calciummangel bei Pflanzen und im Boden und fördert dort eine Fäulniszersetzung. Borax, mit einem Anteil von 2,5% ist ein ebenfalls alkalisches Salz. Als Anteil, der Calcium erst pflanzenverfügbar macht, ist es unerläßlich, auch wenn es von Pflanzen nur in geringen Mengen aufgenommen wird. Wenn Pflanzen auf Kalkböden stehen und trotzdem einen Kalkmangel aufweisen, sollte sein Anteil erhöht werden. Bei Verwendung auf Acker- oder Gartenböden sollte sein Anteil jedoch 1,5% nicht übersteigen, ohne vorher Bodenanalysen gemacht zu haben, da Bor bei einem Überangebot toxisch auf Pflanzen wirken kann. Als Neutroneneinfänger dient es auch als Energielieferant für eine schnellere Bodenzersetzung. Zudem bietet Borax zusammen mit Bernsteinsäure, die im Harz von Bäumen enthalten ist, eine extreme Pufferwirkung. Dasselbe gilt auch für die mit einem Anteil von 0,7% im Dünger enthaltene Citronensäure. Sie bildet mit Soda Natriumcitrat, einer extremen Pufferkombination. Die Pufferwirkung dieser 2 Kombinationen reicht vom pH-Wert 1,2 bis 13,8. Zudem ist Citronsäure wichtig für den Calciumhaushalt der Pflanzen, hat nährstoffaufschließende Wirkung (Die Wurzeln der Bäume lösen damit ihre Nährstoffe und es wird daher zu Prüfung der Pflanzenverfügbarkeit von Düngern verwendet.) und verwandelt giftige Schwermetalle in ungiftige Komplexverbindungen.
Alle Substanzen sollten trocken und fein pulverisiert sein, damit sie gut mischbar sind und schnell wirken. Nach dem Abwiegen und Aufeinanderschütten der Anteile müssen die Substanzen sofort vermischt werden, da die Citronensäure extrem hygroskopisch ist und eine spätere Vermischung bei geringster Feuchtigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Ein einmal fertiges Gemisch neigt zwar noch zum Verkörnen, aber nicht zum Verklumpen. Die Ausbringung im Wald erfolgt durch Verstreuen oder Verblasen. Nadel- und Blattschädigungen ließen sich dabei nicht beobachten. Als Richtwert für die erstmalige Düngung im Wald können 30 dz je Hektar angegeben werden. Dasselbe gilt bei Ackerböden bei gleichzeitiger Einbringung gleichmäßig verteilter und zerkleinerter Pflanzenabfälle (bis 15 cm Bodentiefe). Eine gute Düngewirkung und Bodenverbesserung setzt in Ackerböden aber auch ohne gleichzeitige Einbringung von Pflanzenabfällen ein. Die Wirkung des Düngers ist in jedem Fall aber stärker, wenn er im Gegensatz zu den üblichen Kunstdüngern nicht im Frühjahr, sondern bereits im Herbst ausgebracht wird. Da es sich bei der Düngemischung um ein Düngemittel mit hoher Langzeitwirkung handelt, ist eine Nachdüngung erst nach mehreren Jahren nötig. Bei wiederholter Einbringung von Pflanzenabfällen in den Boden brauchen nur noch diese Abfälle selbst vor ihrer Einbringung mit geringen Mengen des Düngemittels vermischt zu werden. Bei kalkhaltigen Böden kann der Dolomitanteil bis auf 10% gesenkt werden, wobei dann aber ein Dolomit mit einem MgCO₃-Anteil von mehr als 50% verwendet werden sollte. Gleichzeitig sollte aber auch der Borax-Anteil auf kalkhaltigen Böden stark erhöht werden (bis 8%), da durch eine hohen Kalkgehalt ein Bormangel bewirkt wird. Bei Verwendung des Düngers als Schnellkompostierungmittel wird er wie der sonst übliche Kalk eingesetzt und schichtweise verstreut. Ansonsten gelten die üblichen Kompostierungsregeln.
Auf der folgenden Seite ist das Ergebnis der Auswertung auf einer Versuchsfläche vom 14.1.1985 im Bühler Stadtwald Abt. II/12, Nähe Kurhaus Sand, Höhe 830 m wiedergegeben. Die Versuchsfläche wurde mit dem gekennzeichneten Düngemittel entsprechend dem Patentanspruch 1 behandelt. Die Ausbringung erfolgte durch Verstreuen mit Hand.
Der Gesundheitszustand der Bäume wurde vor Ausbringung des Düngers im Oktober 1984 von der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg sowohl auf der Versuchs- als auch der Vergleichsgläche untersucht und festgehalten und am 14.11.1985 erneut ausgewertet. Auf Fläche A wurde die anmeldungsgemäße Behandlung durchgeführt. Fläche B, die ohne Zwischenraum an die Versuchsfläche angrenzt, diente als Vergleichsfläche.

Claims (2)

1. Düngemittel zur Bekämpfung des Pflanzensterbens mit einem Gehalt an pulverförmigem Calciumsulfatdihydrat, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Mischung aus dem Calciumsulfatdihydrat, pulverförmigem Dolomit, pulverförmiger Soda, pulverförmigem Borax und pulverförmiger Citronensäure besteht.
2. Düngemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es aus 70 Gew.-% Calciumsulfatdihydrat, 10 bis 25 Gew.-% Dolomit mit einem Mindestgehalt von 30 Gew.-% Magnesiumcarbonat, 2,5 bis 10 Gew.-% Soda, 1,5 bis 8 Gew.-% Borax und 0,5 bis 1,2 Gew.-% Citronensäure besteht.
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