DE3616638C2 - Anordnung an Druckmikrophonen zum Verbessern ihrer Niederfrequenzeigenschaften - Google Patents
Anordnung an Druckmikrophonen zum Verbessern ihrer NiederfrequenzeigenschaftenInfo
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Description
Anordnung an Druckmikrophonen oder zum Verwenden in Ver
bindung mit Druckmikrophonen umfassend ein Mikrophongehäuse
und ein darin oder darauf montiertes schwingendes Element,
eine Membran, die im Prinzip nur auf der einen Seite einem
Schallfeld zugänglich ist, und deren andere Seite einen
Teil eines geschlossenen Hohlraums im Mikrophongehäuse begrenzt,
welcher Hohlraum eine erste akustische Kapazitanz
repräsentiert und durch einen engen Druckausgleichkanal,
der eine erste akustische Resistanz repräsentiert, mit der
umgebenden Atmosphäre in Verbindung steht, welche Anordnung
einen weiteren Hohlraum repräsentierend eine weitere akus
tische Kapazitanz und einen in Reihe damit vorgesehenen
weiteren Druckausgleichkanal repräsentierend eine weitere
akustische Resistanz umfaßt, welche zweite Kapazitanz und
zweite Resistanz in Reihe mit der Kapazitanz bzw. der Re
sistanz des ersterwähnten Hohlraums und des ersterwähnten
Kanals angebracht sind, so daß der Druckausgleich des Mikro
phons auch durch den erwähnten weiteren Druckausgleichkanal
und den erwähnten weiteren Hohlraum erfolgt.
Die Erfindung ist in Verbindung mit Meßmikrophonen von be
sonderer Bedeutung. Meßmikrophone sind weitgehend zum Messen
von Schalldrucken verwendet worden. In vielen akustischen
Untersuchungen hat es sich aber zweckmäßiger erwiesen, die
Schallstärke, die eine Vektorgröße ist, vor dem Schalldruck,
die eine Skalargröße ist, zu messen. Die Schallstärke einer
Schallquelle ist z. B. durch Integration der Schallstärke
über eine die Schallquelle umschließende Fläche bestimmbar.
Es besteht somit kein Bedarf an einem besonders schall
toten Raum. Sogar ein kräftiges Nebengeräusch beeinflußt
nicht die Meßergebnisse nachteilig, da Schallquellen außer
halb der umschließenden Integrationsfläche zu der inte
grierten Schallstärke nicht beitragen. Unter anderen Ver
wendungen können Lokalisation und Identifikation von Schall
quellen, Spuren von Strömungslinien für die Schallenergie,
z. B. im Inneren von Fahrzeugen als Funktion des Schall
einfallswinkels, erwähnt werden.
Intensitätsmessung ist oft auf einer 2-Mikrophon-Technik
basiert, wie z. B. von Finn Jacobsen im Rapport Nr. 28,
1980 von DTH, Akustisk Laboratorium (Die Technische Hoch
schule Dänemarks, Akustisches Laboratorium): "Measurement
of sound intensity", beschrieben. In Kürze ist das Verfahren
auf der Annäherung basiert, daß der Intensitätsvektor in
einem stationären Schallfeld in einem bestimmten Punkt
gleich dem zeitlichen Mittelwert des Produktes zwischen
dem Augenblicksdruck und der dazu entsprechenden Partikel
geschwindigkeitsvektor in demselben Punkt ist, und daß die
Partikelgeschwindigkeit vom Druckgradient im Punkt her
geleitet werden kann. Dieser Druckgradient ist annähernd
gleich der Druckdifferenz zwischen zwei Punkten, die sich
im geringen Abstand vom Referenzpunkt befinden, geteilt
durch den Abstand zwischen den beiden Meßpunkten.
Die Voraussetzung, daß das Verfahren in der Praxis und
besonders bei niedrigen Frequenzen verwendbar ist, ist,
daß die beiden Druckmikrophone gegenseitig außerordentlich
gut zusammenpassen, besonders mit Bezug auf ihre Phasen
charakteristiken, wenn Meßfehler zu vermeiden sind. Dies
erfordert demzufolge ein Ausmessen von und eine Erwählung
unter vielen Typen von Mikrophonen oder eine umständliche
und zeitraubende Anpassung des aktuellen Mikrophonpaars.
Wie ernst das Phasenzusammenpassungsproblem ist für wohl
bekannte Meßmikrophone, deren niedere Schwellenfrequenzen
typisch im Bereich 0,1-20 Hz liegen, und die in der obigen
Intensitätsmeßaufstellung in der 2-Mikrophon-Technik ver
wendet werden, wird vom Faktum, daß eine Phasendifferenz
von 0,1° bei 20 Hz einer Änderung des effektiven Mikrophon
abstands, d. h. des Abstandes zwischen den akustischen
Centren von ungefähr 4,8 mm, entspricht, welches ungefähr
10% des typischen Abstands zwischen den festgesetzten Mikro
phonen entspricht, illustriert. Die Phasendrehung bei nied
rigen Frequenzen ist von der Verbauensweise der Druckmik
rophone verursacht. Die verwendeten Mikrophone sind haupt
sächlich Kondensator-Druckmikrophone, deren Ausgangssignal
mit der Differenz zwischen dem Druck auf die Vorderseite
der Membran und dem Druck auf die Rückseite der Membran
proportional ist. Um zu sichern, daß der statische Druck,
der Atmosphärendruck, außerhalb und innerhalb des Mikrophons
gleich groß ist, gibt es einen engen Druckausgleichkanal,
der den Raum hinter der Membran mit der Außenatmosphäre
verbindet, so daß Variationen des Atmosphärendrucks, die
ja sehr langsam geschehen, durch den Kanal ausgleichbar
sind. Dieser Kanal ist so eng, daß dynamische Druckdifferen
zen verursacht von der Schallübertragung nicht die Rückseite
der Membran beeinflußt, wenn nur die Frequenz ziemlich
groß, beispielsweise 1 Hz oder mehr, ist. Bei niedrigen
Frequenzen treten aber in Verbindung mit der Intensitäts
messung unerwünschte große Phasenfehler ein, da diese dyna
mischen Druckvariationen jetzt so langsam erfolgen, daß
ihre Wirkung durch den Druckausgleichkanal zu der Rückseite
der Membran übertragen wird.
Die akustische Impedanz des Kanals kann mittels eines ohm
schen Widerstands elektrisch ausgeglichen werden, während
der Hohlraum hinter der Membran mittels eines Kondensators
einer gewissen Kapazitanz ausgleichbar ist. Bei der niedrigen
Schwellenfrequenz des Mikrophons, wo die Empfindlichkeit um
3 dB abgenommen ist, sind diese Impedanzen gleich groß, und
die Phasendrehung ist demzufolge 45°. Wird die Frequenz
auf zehnmal die niedrige Schwellenfrequenz erhöht, wird
die Reaktanz des Hohlraums um einen Faktor zehn vermindert,
während der Widerstand des Kanals praktisch unverändert
verbleibt. Da der Druck im Hohlraum im Verhältnis zum Druck
vor der Membran ungefähr 90° verschoben ist, wird die
Phasendrehung deshalb ungefähr gleich Arctg 0,1-5,7°.
Bei 20 Hz ist die Phasendrehung deshalb 5,7° eines Mikro
phons, dessen niedere Schwellenfrequenz 2 Hz ist, während
sie für ein Mikrophon mit einer niederen Schwellenfrequenz
von 1 Hz ungefähr 2,85° ist. Dies bedeutet wieder, daß die
niedere Schwellenfrequenz der beiden Mikrophone dafür ziem
lich entscheidend ist, welche Phasendrehung eingeführt
wird. Eine Änderung der niederen Schwellenfrequenz von nur
0,035 Hz führt eine Phasendrehung von 0,1° mit sich, welches
illustriert, wie kritisch das Phasendrehungsproblem für
die beiden, bei der Intensitätsmessung zu benutzenden Mikro
phone ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung
für Druckmikrophone zu schaffen, bei der die
Phasendrehung des Mikrophons auf ein Mini
mum herabgesetzt und die Empfindlichkeit
erhöht werden.
Eine Anordnung an Druckmikrophonen der eingangs erwähnten
Art ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß der
weitere Druckausgleichkanal bemessen ist, hauptsächlich nur
einen statischen Druckausgleich zu leisten.
Dadurch daß man den Druckausgleich zwischen einem weiteren
Druckausgleichkanal und einem weiteren Hohlraum erfolgen
läßt, werden, analog mit elektrischen Termen ausgedrückt,
zwei akustische RC-Glieder in Reihe etabliert, die bei
passender Dimensionierung zur Folge haben, daß der dyna
mische Druck im Inneren des Mikrophons um wesentlich den
selben Faktor zweimal reduziert wird. In Verbindung mit
dem obigen Beispiel für ein Mikrophon mit einer niederen
Schwellenfrequenz von 20 Hz werden eine Herabsetzung des
Drucks im ersten Glied auf 1/10 des Drucks an der Vorder
seite der Membran und noch eine zehnmalige Herabsetzung
des Drucks im zweiten Glied erreicht, so daß der Druck auf
die Hinterseite der Membran insgesamt um Faktor 100 herab
gesetzt wird. An sich führt dies eine geringere Phasen
drehung bei niederen Frequenzen mit sich. Dazu kommt, daß
die dynamischen Druckänderungen (das Signal), die zu dem
Inneren des Mikrophons, näher bezeichnet der Hinterseite
der Membran, übertragen werden, durch jedes der beiden RC-
Glieder 90° phasengedreht werden, so daß die gesamte Pha
sendrehung 180° wird. Da eine gegebene Beeinflussung der
Membranhinterseite mit einer 180° verschobenen Beeinflussung
der Membranvorderseite äquivalent ist, wird die gesamte
Phasendrehung 360°. Das gesamte Ergebnis der Maßnahme ist
demzufolge, daß die Phasendrehung des Mikrophons kräftig
herabgesetzt wird, gleichzeitig damit daß seine Empfind
lichkeit ein bißchen vergrößert wird. Anders ausgedrückt
ist ein verhältnismäßig großer und störender Phasenfehler
durch die erfindungsgemäße Anordnung in einen kleinen Am
plitudenfehler geändert worden. Ein kleiner Empfindlich
keitsfehler (Amplitudenfehler) wird aber viel besser ak
zeptiert als ein Phasenfehler, wenn es sich um Intensitäts
messungen handelt, vgl. das oben Angeführte.
Über eine Beeinflussung der Phasencharakteristik des Mikro
phons um seine niedere Schwellenfrequenz hinaus, ist eine
Beeinflussung der Amplitudencharakteristik eines Mikrophons
durch eine erfindungsgemäße Anordnung auch möglich, indem
die niedere Schwellenfrequenz durch Hinzufügung eines weite
ren akustischen RC-Glieds passend niedriger Schwellenfre
quenz, gegen niedere Frequenzen verschiebbar ist.
Ferner ist es in der Praxis möglich, die Kalibrierung von
Mikrophonen einzeln oder paarweise zu vereinfachen, indem
die Beeinflussung des Druckausgleichkanals auf die Frequenz
charakteristiken im wesentlichen eliminiert ist, so daß
es nicht mehr notwendig ist, die Existenz des Druckaus
gleichkanals zu berücksichtigen.
Aus deutscher Auslegeschrift Nr. 1.011.467 ist ein mit
einer weiteren Anordnung in Form eines akustischen Ver
zögerungsglieds versehenes Mikrophon zwar bekannt. Dieses Ver
zögerungsglied hat zur Folge, daß das Mikrophon eine be
stimmte Richtcharakteristik erhält, und dadurch z. B. zur
Messung von Druckgradienten verwendbar ist.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Kondensator-Druckmikrophon mit einer darauf
montierten erfindungsgemäßen Anordnung,
Fig. 2 Kurven der Phasendrehung bei niedrigen Frequenzen
für die beiden Druckmikrophone mit verschiedenen niederen
Schwellenfrequenzen, teils ohne, teils mit einer erfindungs
gemäßen Anordnung darauf montiert,
Fig. 3 Kurven der Phasendrehung bei niedrigen Frequenzen
für ein Druckmikrophon mit darauf montierten erfindungs
gemäßen Anordnungen mit verschiedenen niederen Schwellen
frequenzen der Anordnungen,
Fig. 4 Kurven der Phasendifferenz bei niedrigen Frequenzen
zwischen zwei Mikrophonkanälen, teils mit umgetauschten
Mikrophonen, teils mit darauf montierten erfindungsgemäßen
Anordnungen, und
Fig. 5 ein Druckmikrophon mit zwei erfindungsgemäßen An
ordnungen.
Fig. 1 stellt ein Kondensator-Druckmikrophon mit einer er
findungsgemäßen Anordnung dar. Das Mikrophon umfaßt ein
weiteres Mikrophongehäuse 10, das im wesentlichen als ein
zylindrisches Konstruktionselement geformt ist. Ein mit
der generellen Bezugsziffer 11 versehenes Membranelement ist
auf das in der Zeichnung obere Ende des Mikrophongehäuses
10 montiert. Das Membranelement besteht aus einer Buchse
12 mit einem Flansch 13, der zusammen mit dem Mikrophonge
häuse 10 die Membran 14 erweitert. Diese Membran macht die
bewegliche Elektrode des Mikrophons aus. Das Membranelement
11 ist auf das Mikrophongehäuse 10 geschraubt oder anders
dazu befestigt, so daß eine elektrisch leitende Verbindung
zwischen dem Gehäuse 10 und der Membran 14 etabliert wird.
Die Innenseite des Mikrophongehäuses 10 ist mit einer Aus
sparung 15 mit einer Anschlagfläche 16 für einen scheiben
förmigen Isolator 17 versehen. Der Isolator 17 wird im
Mikrophongehäuse 10 mittels eines Spannungsrings 18, der
an einem Gewinde 19 auf der Innenseite des Gehäuses einge
schraubt wird, festgehalten.
Der Isolator 17 trägt in der Mitte eine stationäre Elektrode
20, die in der Fachsprache auch die Hinterelektrode oder
die Hinterplatte genannt wird. Sie besteht aus einem Kopf
21 mit einer ebenen Oberfläche 22, die die eigentliche,
stationäre Kondensatorplatte ausmacht, sowie einem stamm
förmigen Teil 23, der durch den Isolator 17 geführt ist
und in einem Terminal 24 elektrisch gut leitenden Materials
endet.
Das Membranelement 11, das Mikrophongehäuse 10, die Hinter
elektrode 20 und der Isolator 17 schließt so einen Luftraum
oder Hohlraum 25 ein, der nur durch einen Druckausgleich
kanal 26 mit der umgebenden Atmosphäre in Verbindung steht.
Der Kanal kann in vielen Weisen etabliert werden. In einigen
Mikrophonen ist der Druckausgleichkanal durch eine Durch
lochung in der Mikrophongehäusewand vorgesehen, wonach der
erforderte akustische Widerstand dadurch hervorgebracht
wird, daß ein Draht passender Dicke durch den Kanal 26
geführt wird. In der auf der Zeichnung gezeigten Ausfüh
rungsform ist der Druckausgleichkanal 26 anderswie vor
gesehen. Eine dünne Distanzscheibe 27, worin ein schmaler
Streifen 28 ausgeschnitten ist, ist zwischen der Anschlags
fläche 16 in der Aussparung 15 des Mikrophongehäuses und
dem Isolator 17 eingeschoben. Der akustische Widerstand
des Druckausgleichkanals wird durch die Breite des ausge
schnittenen Streifens, die typisch in der Größenordnung von
100 µm ist, die Dicke der Distanzscheibe 27, die typisch
in der Größenordnung von 20 µm ist, und durch die Breite
der Distanzscheibe, die typisch in der Größenordnung von
1500 µm ist, bestimmt. Die Passage zwischen dem Isolator
17 und der Innenseite des Mikrophongehäuses in der Aus
sparung 15 ist so weit, daß sie keinen merkbaren Widerstand
leistet. Die Ventilierung dieser Passage zu der umgebenden
Atmosphäre geschieht durch eine Aussparung 29 im Spannungs
ring 18.
Dieses bekannte Druckausgleichsystem ist wie eingangs er
wähnt die Ursache, daß das Mikrophon bei niedrigen Fre
quenzen Phasendrehungen einer Größenordnungen ausweist,
die störend ist und primär bei Zusammenpassung von Mikro
phonen zur Verwendung bei Intensitätsmessungen Probleme
schaffen. Zum Abhelfen dieses Nachteils ist auf das be
kannte Mikrophon, wie in Fig. 1 gemäß der Erfindung gezeigt,
eine Anordnung bestehend aus einer Verlängerung des Mikro
phongehäuses montiert. Die Verlängerung ist mit der Bezugs
ziffer 30 versehen.
Auf der Zeichnung ist die Verlängerung als eine Anordnung
gezeigt, die an einem Gewinde 19 im Steckende des Mikrophons
aufgeschraubt wird und so eine Anpassungseinheit oder ein
Anpaßstück ausmachen kann. Diese Anordnung kann jedoch
einstückig mit dem Mikrophon hergestellt sein und so einen
integrierenden Teil davon ausmachen.
Das Anpaßstück 30 umfaßt ein Rohrstück 31, das in einigen
Fällen auf der Außenseite mit einem Gewinde 32 zum Eingriff
mit dem Mikrophongewinde 19 im Steckende versehen sein
kann, und in einigen Fällen nur eine Verlängerung des Mikro
phongehäuses ist. Das Rohrstück 31 ist unten auf der Zei
chnung mit einer Aussparung 33 mit einer radial verlaufen
den Anschlagfläche 34 eines zweiten Isolators 35 versehen,
der mittels eines zweiten Spannungsrings 36 festgehalten
wird, der an einem inneren Gewinde 37, der auch bei Zusam
menkopplung an die übrige Meß- und Stromversorgungsaus
rüstung verwendet wird, eingeschraubt wird. Der Isolator
35 trägt in der Mitte einen elektrischen Leiter 38, der
durch einen Terminalschenkel 39 geführt ist und im Terminal
schenkel endet, so daß die elektrische Verbindung vom Ter
minal 24 der Hinterplatte 20 bis zu der nicht gezeigten
äußeren Ausrüstung etabliert wird. Wie es aus der Figur
hervorgeht, schließen das Rohrstück 31 und die beiden Iso
latoren 17 und 35 einen weiteren Hohlraum 30 ein, der durch
den Druckausgleichkanal 26 mit dem oberen Hohlraum 25 und
demzufolge mit der Hinterseite der Membran 14 in Verbindung
steht. Um Verbindung zu der umgebenden Atmosphäre zu schaf
fen, ist zwischen der Anschlagfläche 34 des Rohrstücks 31
und dem zweiten Isolator 35 eine dünne Distanzscheibe 41
eingeschoben, aus der ein schmaler Streifen zur Bildung
eines weiteren Druckausgleichkanals 42 entfernt ist, der
zur Erreichung eines gewünschten akustischen Widerstands
bemessen werden kann. Auch hier ist die Passage zwischen
dem zweiten Isolator 35 und der Innenseite des Rohrstücks
31 in der Aussparung 33 so weit, daß sie keinen merkbaren
Widerstand leistet. Die Ventilierung von dieser Passage zu
der Außenatmosphäre geschieht durch passende Durchlochungen
der Wand des Rohrstücks 31.
In der gezeigten Anordnung werden dynamische Druckvari
ationen bei niedrigen Frequenzen von der Vorderseite der
Membran 14 zu ihrer Hinterseite durch den weiteren Druck
ausgleichkanal 42, den weiteren Hohlraum 40, weiter durch
den ersterwähnten Druckausgleichkanal 26 sowie den erst
erwähnten Hohlraum 25 übertragen. Dieser Übertragungsweg
ist gleich zwei hintereinandergestellten RC-Gliedern, die
zweimal das Signal 90° phasendreht, welches die eingangs
erwähnten Vorteile mit sich führt.
Fig. 2 stellt vier Kurven dar, die die Phasendrehung in
der Nähe der niederen Schwellenfrequenz zweier Mikrophone
mit verschiedenen niederen Schwellenfrequenzen, teils ohne
und teils mit einer erfindungsgemäßen Anordnung, zeigen.
Die Kurve A zeigt die Phasendrehung eines Mikrophons, dessen
niedere Schwellenfrequenz gleich 1 Hz ist, während die
Kurve A′ die Phasendrehung desselben Mikrophons, auf das
ein 1 Hz Anpaßstück montiert ist, d. h. ein Anpaßstück,
deren niedere Schwellenfrequenz gleich 1 Hz ist, zeigt.
Die Kurven stellen deutlich die erreichte Verbesserung
dar, da die Phasendrehung mit dem erfindungsgemäßen Anpaß
stück innerhalb des Gebiets + 0,3° bis ungefähr 20 Hz gegen
200 Hz ohne Anpaßstück gehalten werden kann. Die Kurve B
zeigt die Phasendrehung eines Mikrophons, dessen niedere
Schwellenfrequenz gleich 2 Hz ist, während die Kurve B′
die Phasendrehung desselben Mikrophons, auf das ein 1 Hz
Anpaßstück montiert ist, zeigt. Das Wesentliche ist, daß
der Mikrophonunterschied zwischen niederer Schwellenfrequenz
zu einer merkbaren Phasendrehungsdifferenz bei niedrigen
Frequenzen Anlaß gibt, wenn diese ohne Anpaßstück arbeiten,
vgl. den Fall bei 20 Hz, wo die Phasendrehungsdifferenz
2,85° ist. Diese Phasendrehungsdifferenz wird aber wesent
lich herabgesetzt, wenn die Mikrophone mit einem Anpaßstück
versehen werden, vgl. wieder den Fall bei 20 Hz, wo die Pha
sendrehungsdifferenz zwischen den beiden Mikrophonen jetzt
nur ungefähr 0,3° ist. Die niederen Schwellenfrequenzen
der Mikrophone sind deshalb nicht mehr so kritisch. Ferner
ist es ersichtlich, daß die Phasendrehung der modifizierten
Mikrophone erst bei viel niedrigen Frequenzen Bedeutung hat.
Daß die eigene Schwellenfrequenz oder Zeitkonstante der
Anpaßstücke für das RC-Glied, welches dasselbe ausdrückt,
kein kritischer Parameter ist, geht aus Fig. 3 hervor, die
die berechneten Phasendrehungskurven eines Mikrophons, auf
das ein Anpaßstück mit verschiedenen Zeitkonstanten montiert
ist, darstellt. Die niedere Schwellenfrequenz des verwen
deten Mikrophons ist 2 Hz entsprechend der Kurve B in Fig.
2. Die berechnete Kurve C′ gilt dem Mikrophon mit einem
darauf montierten Anpaßstück mit einer Zeitkonstante von
0,08 Sek., während die Kurve C" dem Mikrophon mit einem
darauf montierten Anpaßstück mit einer Zeitkonstante von
0,16 Sek. gilt. Die Kurven sind bis zu ungefähr 40 Hz zu
sammenfallend und weichen hiernach bis ungefähr 0,1° bei
20 Hz ab. Es geht so hervor, daß die eigenen Zeitkonstanten
des Anpaßstücks keinen kritischen Parameter ausmachen.
Fig. 4 stellt die Wirkung dar, die eine erfindungsgemäße
Anordnung auf die Phasendrehung eines Mikrophonkanals bei
niederen Frequenzen, d. h. im Frequenzbereich 20 Hz bis 1
kHz, hat. Die Kurven I und II stellen die gemessene Phasen
differenz zwischen zwei Mikrophonkanälen, Kanal a und Kanal
b dar, wo die verwendeten Mikrophone, Mikrophon A und
Mikrophon B mit Bezug auf Druckausgleich traditionellerweise
ausgeformt sind.
Die Kurve I stellt die gemessene Phasendifferenz als Funk
tion der Frequenz zwischen Kanal a und Kanal b mit Mikrophon
A an Kanal a angeschlossen und Mikrophon B an Kanal b an
geschlossen dar, während die Kurve II die gemessene Phasen
differenz zwischen den selben zwei Kanälen, aber mit umge
tauschten Mikrophonen, also mit Mikrophon B an Kanal a
angeschlossen und Mikrophon A an Kanal b angeschlossen,
dar. Eine Einheit auf der Ordinate entspricht einer Phasen
differenz von 1°. Es geht aus diesen Kurven deutlich hervor,
daß die einzelnen, traditionell ausgeformten Mikrophone bei
niederen Frequenzen auf die Phasencharakteristiken sehr
großen Einfluß haben. Wenn die Mikrophone dagegen auf eine
erfindungsgemäße Anordnung montiert werden, werden bei
einer Wiederholung der Messungen von den Phasendifferenzen
zwischen Kanal a und Kabel b zwei neue Kurven, Kurve III
und Kurve IV erreicht, die im ganzen Frequenzbereich von
20 Hz bis 1 kHz beinahe zusammenfallend sind und praktisch
waagerecht verlaufen. Die beiden letzterwähnten Kurven
zeigen deutlich, daß ein Umtausch der modifizierten Mikro
phone zwischen den beiden Kanälen nicht auf die Phasen
charakteristiken der Mikrophonkanäle einwirkt, so wie es
mit den zwei nicht-modifizierten Mikrophonen der Fall ist.
Ferner geht es aus den Kurven deutlich hervor, daß die
erfindungsgemäß modifizierten Mikrophone ferner die Wirkung
aufweisen, daß die Phasendifferenz im ganzen Frequenzbe
reich dieselbe verbleibt, indem die Kurven III und IV waage
recht verlaufen.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist das
Kondensator-Druckmikrophon mit zwei erfindungsgemäßen An
ordnungen versehen. Dadurch wird eine weitere Phasendrehung
von 90° der erwünschten, auf die Membranhinterseite wir
kende Komponente erreicht. Die unerwünschte Komponente
wird aber ferner reduziert, so daß sie in der Praxis keine
Bedeutung hat.
Es besteht kein Hindernis, daß mehrere Anordnungen montiert
werden können, und je mehr Anordnungen montiert werden, um
so kleiner wird die unerwünschte Komponente. In Verbindung
mit einer ungeraden Anzahl von Anordnungen wird der Phasen
fehler 0°.
Claims (7)
1. Anordnung an Druckmikrophonen oder zum Verwenden in
Verbindung mit Druckmikrophonen umfassend ein Mikro
phongehäuse (10) und ein darin oder darauf montiertes
schwingendes Element, eine Membran (14), die im Prinzip
nur auf der einen Seite einem Schallfeld zugänglich
ist, und deren andere Seite einen Teil eines geschlos
senen Hohlraums (25) im Mikrophongehäuse begrenzt,
welcher Hohlraum eine erste akustische Kapazitanz
repräsentiert und durch einen engen Druckausgleichkanal
(26), der eine erste akustische Resistanz repräsen
tiert, mit der umgebenden Atmosphäre in Verbindung
steht, welche Anordnung einen weiteren Hohlraum (40)
repräsentierend eine weitere akustische Kapazitanz
und einen in Reihe damit vorgesehenen weiteren Druck
ausgleichkanal (42) repräsentierend eine weitere aku
stische Resistanz umfaßt, welche zweite Kapazitanz
und zweite Resistanz in Reihe mit der Kapazitanz bzw.
der Resistanz des ersterwähnten Hohlraums (25) und
des ersterwähnten Kanals (26) angebracht sind, so daß
der Druckausgleich des Mikrophons auch durch den er
wähnten weiteren Druckausgleichkanal und den erwähnten
weiteren Hohlraum erfolgt, dadurch gekenn
zeichnet, daß der weitere Druckausgleichkanal
bemessen ist, hauptsächlich nur einen statischen Druck
ausgleich zu leisten.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der weitere Hohlraum (40) und
der weitere Druckausgleichkanal (42) als einen inte
grierenden Teil eines Druckmikrophons vorgesehen ist.
3. Anordnung nach Anspruch 2, wo das Druckmikrophon ein
Mikrophongehäuse mit einer darin auf einem isolierenden
Element (17) angebrachten stationären Elektrode (20),
einer im Verhältnis dazu beweglichen, am Ende des
Mikrophongehäuses (10) angebrachten Elektrode, und wo
der geschlossene Hohlraum zwischen der stationären
Elektrode und dem isolierenden Element eingeschlossen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der
weitere Hohlraum (40) und der weitere Druckausgleich
kanal (42) einstückig mit dem Mikrophon zwischen dem
erwähnten isolierenden Element (17) und einem weiteren
isolierenden Element (35) eines elektrischen Leiters
(38) in einer nach hinten verlaufenden Verlängerung
(30) des Mikrophongehäuses vorgesehen sind.
4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der weitere Hohlraum und der
weitere Druckausgleichkanal in einer separaten An
passungseinheit oder einem separaten Anpaßstück vor
gesehen ist, der auf ein handelsübliches Mikrophon
abnehmbar montiert werden kann.
5. Anordnung nach jedem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß sie mehrere
hintereinandergestellte akustische RC-Glieder umfaßt,
die einen hauptsächlich statischen Druckausgleich
leisten.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß sie eine ungerade Anzahl aku
stischer RC-Glieder umfaßt, die einen hauptsächlich
statischen Druckausgleich leisten.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß sie drei akustische RC-Glieder
umfaßt.
Applications Claiming Priority (1)
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