DE3626812C2 - Anordnung zur Drehzahlverstellung einer ein- oder mehrphasigen Induktionsmaschine - Google Patents
Anordnung zur Drehzahlverstellung einer ein- oder mehrphasigen InduktionsmaschineInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Anordnungen dieser Gattung sind aus der DE-OS 28 56 574
bekannt.
Die von der bekannten Anordnung erzeugten niederfrequenten
Spannungen und Ströme, deren erste Harmonische oder Grundschwingungsfrequenz
eine gegenüber der Netzfrequenz niedrigere
Frequenz hat, weisen einen großen Oberschwingungsgehalt auf,
wobei insbesondere die der Netzfrequenz entsprechende Harmonische
besonders ausgeprägt ist. Dies ist insofern nachteilig,
als es bei Induktionsmaschinen, die wahlweise mit Netzfrequenz
oder unter Einsatz der gattungsgemäßen Anordnung mit demgegenüber
niedrigerer Frequenz betrieben werden, beim Umschalten
insbesondere unter bestimmten Lastbedingungen vorkommen kann,
daß sich die Induktionsmaschine nicht auf die von der Anordnung
gelieferte Grundschwingungsfrequenz einstellt, sondern
mit der der Netzfrequenz entsprechenden ausgeprägten Oberwelle
ohne Drehzahländerung weiterläuft und sich die Grundfrequenz
lediglich als Vibration an der Maschine bemerkbar macht. Aber
auch in Fällen, in denen sich die Induktionsmaschine mit ihrer
Drehzahl auf die Grundfrequenz einstellt, ist der starke Oberwellengehalt
der von der bekannten Anordnung gelieferten
Spannungen und Ströme nachteilig, weil die Oberschwingungen
zu Zusatzmomenten führen, die dem erwünschten Moment aus der
Grundschwingung entgegenwirken, dieses also herabsetzen.
Demgemäß besteht die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe
darin, die gattungsgemäßen Anordnungen dahingehend zu verbessern,
daß die von ihnen gelieferten Ströme und Spannungen
einen geringeren Oberschwingungsgehalt, insbesondere ein
günstigeres Verhältnis der Grundschwingungsamplitude zur
Amplitude der der Netzfrequenz entsprechenden Harmonischen,
aufweisen.
Die vorstehende Aufgabe wird durch die im Kennzeichnungsteil
des Patentanspruchs 1 genannten Merkmale gelöst.
Die erfindungsgemäße Maßnahme hat die Wirkung, daß die von
der Anordnung gelieferten Stromformen gegenüber den bei der
bekannten Anordnung auftretenden erheblich geglättet sind
und der Strom zwischen den einzelnen Netzhalbwellen, die zur
Schaffung der Grundschwingung von gegenüber der Netzfrequenz
niedrigerer Frequenz in den einzelnen Halbwellen der Lastspannung
bzw. des Laststromes aneinandergereiht werden, nicht
mehr lückt. Das Amplitudenspektrum der von der erfindungsgemäßen
Anordnung gelieferten Spannungen und Ströme ist durch
ein wesentlich günstigeres Verhältnis der Grundschwingungsamplitude
zu den Amplituden der Oberschwingungen, insbesondere
derjenigen, die der Netzfrequenz entspricht, gekennzeichnet,
und es besteht demgemäß auch unter kritischen Lastbedingungen
nicht mehr die Gefahr, daß sich eine Induktionsmaschine
nach dem Umschalten von der Netzspannung auf die
von der Anordnung gelieferte Spannung nicht auf deren Grundfrequenz
einstellt, sondern unter Beibehaltung ihrer Drehzahl
mit der Oberwelle weiterläuft, deren Frequenz der Netzfrequenz
entspricht. Der geringere Oberwellengehalt und insbesondere
die gegenüber der Amplitude der Grundschwingung wesentlich
herabgesetzte Amplitude der der Netzfrequenz entsprechenden
Oberschwingung sind überdies mit weitaus geringeren, dem Moment
aus der Grundschwingung entgegenwirkenden Zusatzmomenten verbunden,
so daß das Moment aus der Grundschwingung durch die
Oberwellen praktisch nicht mehr in unzulässiger Weise geschwächt
wird.
Aus den Literaturstellen Keuter, Tscharn: "Schaltungen von
Stellern . . ." in ETZ 1986, H. 5, S. 200-207 und Sauer,
Körting: "Wechselstromsteller mit Zwangslöschung" in
industrie-elektrik + elektronik, 1975, Nr. 3, S. 25-28 sind
geschaltete Freilaufkreise für Wechsel- und Drehstromsteller
bekannt, bei denen der Freilauf allerdings unabdingbar ist,
weil der Steller zwangsgelöscht wird.
Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausgestaltungen des
Gegenstandes des Hauptanspruchs.
Gegenüber der bekannten Anordnung, die vorwiegend für den
Einsatz beim Antrieb von Induktionsmaschinen mit Netzfrequenz
und einer weiteren festen, noch relativ hohen kleineren
Frequenz geeignet war, wie dies beispielsweise bei Induktionsmaschinen
zum Antrieb von Zentrifugen der Fall ist, eignet
sich die erfindungsgemäße Anordnung insbesondere, wenn sie
gemäß den Ansprüchen 7 bis 9 eingesetzt wird, nunmehr auch
für die Anwendung bei Induktionsmaschinen zum Positionieren
von Arbeitsmaschinen, wo von der Netzfrequenz auf Speisefrequenzen
umgeschaltet werden muß, die nur noch einen sehr
kleinen Bruchteil der Netzfrequenz betragen.
Die Erfindung wird nachstehend an Ausführungsbeispielen noch
näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Bild 1 eine erfindungsgemäße dreisträngige Anordnung
mit Freilauf-Thyristoren ohne den die Zündung
der einzelnen Thyristoren bewirkenden Schaltungsteil;
Bild 2 das Ersatzschaltbild für einen Strang der Anordnung
nach Bild 1 und den zugehörigen Verlauf
der Spannungen und Ströme im Zuge der Aneinanderreihung
von hier vier, und zwar positiven
Netzhalbperioden zur Schaffung einer positiven
Lasthalbperiode von gegenüber der Netzfrequenz
herabgesetzter Frequenz;
Bild 3 den Stromverlauf bei der Anordnung nach Bild
2 für Anschnittwinkel α = Null unter der Annahme
von Ui = 0;
Bild 4a und Bild 4b den Stromverlauf mit der Stromgrundschwingung
und dem durch FOURIER-Analyse gewonnenen Oberschwingungsspektrum;
Bild 5a bis Bild 5c die Lastströme bei der erfindungsgemäßen Anordnung
mit Freilauf-Halbleitern im Vergleich zu
den Lastströmen bei einer Anordnung ohne Freilauf-
Halbleiter gemäß dem Stande der Technik,
jeweils mit Grundschwingung und zugehörigem
Oberschwingungsspektrum unter Zugrundelegung
unterschiedlicher Anschnittwinkel (Gegenspannung
= 0); und
Bild 6a bis Bild 6c den Einfluß unterschiedlicher Anschnittwinkel
α₁ und α₂ für die Haupt- und Freilaufthyristoren
auf die Laststromform bei der erfindungsgemäßen
Anordnung.
In Bild 1 der Zeichnung ist schematisch eine erfindungsgemäße
Anordnung wiedergegeben, wobei auf die Darstellung der zur
Zündung der einzelnen, hier als Thyristoren ausgeführten
Freilauf-Halbleiter und Halbleiter des Drehstromstellers verzichtet
wurde, weil diese Schaltungsteile dem Fachmann im
Prinzip geläufig sind und ihre zur Steuerung der erfindungsgemäßen
Anordnung nötige Funktionsweise sich aus den in der
Zeichnung dargestellten und nachstehend beschriebenen Strom-
und Spannungsverläufen ergibt.
Die in Bild 1 dargestellte Anordnung weist drei in Stern geschaltete
Stränge auf, wobei, wie dies auch bei der bekannten,
eingangs erörterten Anordnung der Fall ist, in jeden Strang
untereinander gleiche Teile des Drehstromstellers eingefügt
sind, die jeweils aus zwei antiparallel geschalteten Hauptthyristoren
T1p und T1n bestehen, die zu der jeweiligen Maschinenwicklung
W mit Induktivität L und Ohmschem Widerstand
R, in der im Betriebe gewöhnlich auch eine Gegenspannung ui
erzeugt wird, in Serie liegen. Zu den einzelnen Maschinenwicklungen
W liegen jeweils zueinander antiparallel geschaltete
Freilauf-Thyristoren parallel.
Bild 2 zeigt das Ersatzschaltbild für einen der drei Stränge
der Anordnung nach Bild 1 und, daneben, den prinzipiellen
Spannungs- und Stromverlauf bei Aneinanderreihung von mehreren,
hier vier positiven Spannungs-Halbwellen der Netzspannung
zur Erzielung einer Last-Halbperiode von niedrigerer
Frequenz, wobei jeweils nur die aneinandergereihten positiven
Netzhalbwellen und die zugehörige positive Last-Halbperiode
wiedergegeben sind. Es genügt, die einphasige Schaltung nach
Bild 2 für den Strom- und Spannungsverlauf in Betracht zu
ziehen, da die einzelnen Stränge untereinander symmetrisch
sind und in der bei Drehstromsystemen üblichen Weise zusammenwirken.
Die positive bzw. negative Halbwelle der Spannung an der Last
wird durch Aneinanderreihen von n - gegebenenfalls angeschnittenen -
Halbwellen der Netzspannung gebildet. Der Strom stellt
sich dann nach Maßgabe des Ohmschen Widerstandes R und der
Induktivität L der Maschinenwicklung, der in diese induzierten
Gegenspannung Ui und dem Zündwinkel α ein, mit dem die einzelnen
Thyristoren gezündet werden. Gegen Ende der Halbperiode
muß der Strom abgebaut werden. Dazu wird der Freilauf-Thyristor
T2 nicht mehr gezündet. Die Netzspannung bleibt so lange
stehen, bis der Strom (und damit der Hauptthyristor T1) verlöscht
ist.
Die in den Bildern 3 und 4a wiedergegebene Form des Maschinenstroms
wurde auf der Basis der dort vermerkten Parameter errechnet
und daraus mittels FOURIER-Analyse das in Bild 4b
dargestellte Oberschwingungsspektrum mittels eines Rechenprogramms
ermittelt. Für die Rechnung wurde von einer über
die Halbperiode konstanten ("rechteckförmigen") Gegenspannung
Ui ausgegangen.
Bild 3 zeigt den Stromverlauf für α =0, Ui = 0. Nach Ablauf
von 9 Netzhalbperioden wird T2 nicht mehr gezündet. Der Stromabbau
findet in der 10. Netzhalbperiode statt. Nach einer
Pause bis zum Ende der Netzhalbperiode schließt sich die negative
Halbperiode der Last an. Die Grundschwingungsfrequenz
beträgt
Bei größeren Werten von ωT verlöscht der Strom möglicherweise
erst in der 2n + 2g-ten Halbperiode (g = 0, 1, 2, . . .) bei
negativer Netzspannung. Die nächste Halbperiode der Last kann
sich erst nach der folgenden positiven Netzhalbperiode
anschließen. Das Frequenzverhältnis ergibt sich zu
Nach dem Umschaltpunkt verlöscht der Strom innerhalb des
"Löschwinkels" ωt₂ = β.
Gemäß Bild 3 ergibt sich β für ωT = 5 und α = 0 beispielsweise
zu 125°, so daß der Strom in der 2n-ten Netzhalbperiode
verlöscht.
Die Spannungs- und Stromformen können nach FOURIER analysiert
werden. In den Bildern 4a und 4b ist die Stromform noch einmal
zusammen mit der jeweiligen Stromgrundschwingung und dem Oberschwingungsspektrum
dargestellt.
Für eine einphasige Schaltung gemäß einem Ersatzschaltbild
ähnlich demjenigen nach Bild 2, jedoch ohne Freilauf-Halbleiter-
Anordnungen wurden die Stromformen ebenfalls berechnet.
Das Ergebnis ist in den Bildern 5a bis 5c im Vergleich mit
den Ergebnissen gemäß den Bildern 4a und 4b wiedergegeben.
Diese vergleichende Wiedergabe zeigt besonders deutlich die
mit der Erfindung gegenüber dem Stande der Technik erzielten
Vorteile.
Es ist ersichtlich, daß der Oberschwingungsgehalt durch Verwendung
eines Freilaufthyristors erheblich reduziert wird.
Außerdem wird die Grundschwingungsamplitude vergrößert. Maßgeblich
ist hier die 11. Harmonische, welche die Stromoberschwingung
der Netzfrequenz kennzeichnet. Tabelle 1 zeigt
die Amplitude der 11. Harmonischen im Vergleich zur Grundschwingungsamplitude.
Bei großen Steuerwinkeln wird die Amplitude der Oberschwingung
ohne Freilauf größer als die der Grundschwingung.
Durch die Anwendung unterschiedlicher Steuerwinkel für den
Hauptthyristor und den Freilaufthyristor kann das Oberschwingungsspektrum
der Schaltung mit Freilauf weiter positiv beeinflußt
werden. In den Bildern 1 und 2, die Anordnungen mit
Freilauf-Thyristoren betreffen, wurde der Steuerwinkel für
den Freilaufthyristor αn,2=0° gewählt.
Tabelle 2 zeigt den Einfluß auf das Verhältnis der 11. Oberschwingung
zur Grundschwingung.
Claims (7)
1. Anordnung zur Drehzahlverstellung einer ein- oder mehrphasigen
Induktionsmaschine mit einem mehrphasigen Halbleiter-
Drehstromsteller, insbesondere Thyristor-Drehstromsteller,
wobei die Schaltimpulse der Halbleiter des Drehstromstellers
so erzeugt werden, daß durch abwechselndes Durchschalten
jeweils eine wählbare Anzahl aufeinanderfolgender positiver
Spannungshalbwellen und aufeinanderfolgender negativer
Spannungshalbwellen in jeder Phase, die Ausgangsspannungen
des Drehstromstellers ein mehrphasiges Drehspannungssystem
bilden, dessen erste Harmonische eine der gewählten
Anzahl aufeinanderfolgender Spannungshalbwellen der
einen bzw. anderen Polarität entsprechende niedrigere
Frequenz als die Frequenz des speisenden Netzes aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wicklungen der Induktionsmaschine mit Freilauf-
Halbleiter-Anordnungen beschaltet sind, die im Wechsel mit
dem Durchschalten der einzelnen Halbwellen durch einen
zugehörigen Halbleiter des Drehstromstellers eingeschaltet
werden.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Freilauf-Halbleiter Freilauf-Thyristoren sind.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2 für Dreiphasen-Induktionsmaschinen
in Sternschaltung, dadurch gekennzeichnet, daß
die Freilauf-Halbleiterpaare zwischen einen Phasenanschluß
und den Sternpunkt geschaltet sind.
4. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2 Dreiphasen-Induktionsmaschinen
in Dreieckschaltung, dadurch gekennzeichnet, daß
die Freilauf-Halbleiterpaare jeweils zwischen zwei Phasenanschlüsse
geschaltet sind.
5. Anwendung der Anordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche zum Positionieren von von einem Induktionsmotor
angetriebenen Arbeitsmaschinen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Induktionsmotor zunächst mit Netzfrequenz hochgefahren
wird, durch Messung des Stromes oder des cos ϕ die Last bei
Nenndrehzahl ermittelt wird und dann für den Einlauf der
Arbeitsmaschine in die gewünschte Position durch abwechselndes
Durchschalten jeweils mehrerer aufeinanderfolgender
positiver Halbwellen und mehrerer aufeinanderfolgender
negativer Halbwellen der Netzspannung mit Freilauf zwischen
den einzelnen Halbwellen eine Speisespannung mit einer
ersten Harmonischen von gegenüber der Netzfrequenz niedrigerer
ggf. veränderlicher Frequenz und auf die ermittelte
Last abgestimmter, ggf. veränderlicher Amplitude erzeugt
wird.
6. Anwendung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Induktionsmotor unter veränderlichem Anschnittwinkel des
Drehstromstellers mit allmählich wachsender Speisespannung
von Netzfrequenz hochgefahren wird.
7. Anwendung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Speisespannung, die die erste Harmonische von
gegenüber der Netzfrequenz niedrigerer Frequenz aufweist,
die Frequenz und die Amplitude so gesteuert werden, daß die
Bremsbeschleunigung lastunabhängig konstant bleibt.
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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Family Cites Families (1)
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