DE3632041C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung der
Leistung eines Dampfkraftwerkblocks gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 sowie eine Einrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Aus der Veröffentlichung "Leistungsregelung im Verbundnetz,
heutiges Verhalten der Wirkleistungsregelung und
zukünftige Anforderungen", Deutsche Verbundgesellschaft
e. V., Heidelberg, November 1980, (Druckschrift 1) sind
Anforderungen an Kraftwerksblöcke bekannt, die sich an
der Primärregelung im Verbundnetz beteiligen. Zu diesen
Anforderungen gehört z. B. eine bestimmte Leistungsreserve
eines Kraftwerkblocks und ein zeitlicher Verlauf für
die Aktivierung dieser Reserve. In Fig. 1 sind diese
Anforderungen für fossil gefeuerte Kraftwerksblöcke dargestellt.
Danach ist eine Leistungsreserve Δ P von mindestens
5% der Nennleistung P N vorzusehen, wovon mindestens
die Hälfte innerhalb einer Zeit t von 5 s und die
gesamte Reserve innerhalb von 30 s zur Verfügung stehen
muß.
Mit Rücksicht auf die Stabilität des elektrischen Ver
sorgungsnetzes sowie auf die Stabilität der Dampferzeugung
soll der Verlauf der Blockleistungserhöhung streng
monoton oder zumindest monoton sein. In Fig. 2 sind drei
typische Verläufe für die Blockleistungserhöhung angegeben.
Die Kurve I zeigt einen nichtmonotonen Verlauf der
Leistungserhöhung, der typisch ist für eine Leistungserhöhung
nach bekannten Verfahren zur Leistungsregelung.
Dabei nimmt die Blockleistung zunächst zu, fällt dann
für einige Zeit ab, um dann schließlich wieder anzusteigen.
Die Ursache für einen solchen unerwünschten Verlauf
liegt darin, daß bei einer sprunghaften Erhöhung der
Solleistung das zuvor angedrosselte Turbineneinlaßventil
sofort ganz geöffnet wird, der damit frei werdende Energie
vorrat im Kessel jedoch nicht ausreicht den Zeitraum
zu überbrücken bis einer erhöhte Brennstoffzufuhr zu einer
ausreichenden Leistungserhöhung führt. Die Kurve II
zeigt einen monotonen Anstieg, wobei zwar die Leistung
nicht ständig ansteigt, aber nie abnimmt, und Kurve III
zeigt eine in Hinblick auf die Netzstabilität wünschenswerte
Kurve für den Leistungsanstieg mit streng monotonem,
also ständig steigendem Verlauf bis der neue Sollzustand
erreicht ist.
Aus der Zeitschrift "VGB Kraftwerkstechnik", Heft 8,
Aug. 1982, Seite 656 bis 665 (Druckschrift 2) ist ein
Konzept für eine Blockregelung mit Frequenzstützung bei
der Betriebsart "natürlicher Gleitdruck" bekannt geworden,
bei dem die elektrische Leistung über die Dampferzeugung
geregelt wird und über den Turbinenregler das
Dampfeinlaßventil vor der Turbine (Turbineneinlaßventil)
geöffnet bzw. gedrosselt wird. Bei gezielten Leistungs
änderungen durch Verstellung des Grundsollwerts der
Blockleistung oder bei Beheizungsstörungen soll sich
danach der Block wie bei der Betriebsart "natürlicher
Gleitdruck" verhalten. Bei einer Frequenzabweichung hingegen,
wird bei zunächst gedrosselter Stellung des Turbinen
einlaßventils die Speicherwirkung des Dampferzeugers
über eine Regelung der Ventilöffnung ohne Verzögerung
in Anpruch genommen, so daß die Verzugszeit des
Dampferzeugers überbrückt wird. Allerdings ist dieses
Verfahren nur ausschließlich für die Betriebsweise
"Kessel führt, Turbine folgt" bestimmt. Der Leistungsregler
wirkt dabei auf den Brennstoff und nicht auf das Turbinen
einlaßventil, der den wesentlich schnelleren Stelleingriff
des Kraftwerksblockes darstellt. Darüber hinaus
ist bei diesem Verfahren nicht gewährleistet,
daß die Leistungserhöhung mindestens monoton verläuft,
wenn die Androsselung plötzlich in vollem Umfang aufgehoben
wird.
Aus der europäischen Anmeldung 0 100 532 sind ein Verfahren
und eine Einrichtung zur Regelung der Leistung
eines Kraftwerkblocke bekannt, die eine schnelle Reaktion
des Kraftwerkblocks auf eine plötzliche Änderung
dieser Leistung ermöglichen sollen. Dies wird durch eine
Regelung der Blockleistung über einen Stelleingriff in
die primäre Energiezufuhr des Dampferzeugers und mit
Hilfe eines Korrektursignals erreicht, das auf die Vordruck-
Regelung und damit indirekt auf die Stellung des
Turbineneinlaßventils einwirkt. Mit diesem Verfahren ist
nur die Betriebsweise "Kessel führt, Turbine folgt" möglich.
Ansonsten wird hier die Androsselung nur indirekt
und grob über den Drucksollwert eingestellt. Die Folge
ist entweder eine mangelhafte dynamische Leistungreserve
oder eine unnötig beeinträchtigte Wirtschaftlichkeit.
Bei geforderten Leistungserhöhungen, die größer sind,
als der gegebenen Androsselung entspricht, ist kein monotoner
Verlauf der Leistungsänderung gewährleistet.
Schließlich ist aus der DE-OS 33 04 292 ein Verfahren
zum Ausregeln von Netzfrequenzeinbrüchen bei einem
gleitdruckbetriebenen Dampfkraftwerkblock bekannt, bei
dem bei plötzlichen Belastungen der Turbine ein Nieder
druckvorwärmerstrang ausgeschaltet wird. Mit dieser Maßnahme
kann kurzzeitig eine Leistungserhöhung erzielt
werden; allerdings müssen Niederdruckvorwärmer in der
Anlage vorhanden sein. Das Verfahren ist zwar für die
Betriebsweise "Turbine führt, Kessel folgt" bestimmt,
jedoch ist auch mit der dort angegebenen Steuerung und
Regelung nicht ein mindestens monotoner Verlauf der
Leistungserhöhung sichergestellt.
Ausgehend von dem der Druckschrift 2 zu entnehmenden
Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art anzugeben, welches es ermöglicht, sowohl bei der
Betriebsweise "Turbine führt, Kessel folgt" als auch bei
"Kessel führt, Turbine folgt", die DVG-Netzanforderungen
einzuhalten, einen nichtmonotonen Leistungsanstieg zu
vermeiden, wenn die Androsselung plötzlich ganz aufgehoben
wird und gleichzeitig den Kraftwerksblock mit minimalen
Wärmeverlusten zu betreiben. Außerdem soll eine
Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens angegeben
werden.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens
sowie eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
Vorteile des Verfahrens sind hauptsächlich darin zu sehen,
daß vor einer plötzlichen Erhöhung des Sollwertes
der Blockleistung ein durch eine direkt geregelte
Androsselung des Turbineneinlaßventils gegebener Energie
vorrat erfaßt und optimal zur Leistungserhöhung eingesetzt
wird. Optimal bedeutet hierbei, daß zwar ein rascher
Leistungsanstieg herbeigeführt wird, jedoch nur in
einem solchen Umfang, daß der Energievorrat ausreicht,
den Zeitraum zu überbrücken - und zwar ohne einen vorüber
gehenden Leistungsrückgang - bis aufgrund der erhöhten
Brennstoffzufuhr eine vorgegebene Dauer-Leistungserhöhung
gegeben ist. Diese Vorgehensweise führt zu einer
Minimierung der Brennstoffkosten für die erforderliche
Leistungsvorhaltung, da erstens der Energievorrat eindeutig
und nur nach Bedarf durch die Androsselung eingestellt
wird und zweitens dieser rationell, d. h. zum mindestens
monotonen Leistungsanstieg eingesetzt wird. Der
mindestens monotone Leistungsanstieg trägt wesentlich
zur Stabilisierung des Versorgungsnetzes bei.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens
wird durch Bildung von Kompensationssignalen für den
Leistungs-, Stellungs- und Druckregler erreicht, daß
diese Regler bei einer Leistungserhöhung aufgrund einer
Frequenzabsenkung im Netz oder bei einer Änderung des
Leistungs-Sollwertes weitgehend inaktiv bleiben. Das
bedeutet, daß Brennstoff- und Androsselungsänderungen
vorwiegend gesteuert durchgeführt werden und von den
Reglern nur eine Feinregelung vorgenommen wird. Das
gleiche Prinzip gilt auch für die Wiederherstellung der
Androsselung nach der oben erwähnten Leistungserhöhung.
Auch während einer solchen Wiederherstellung der Androsselung
bleiben die Regler weitgehend inaktiv.
Bezüglich der Dampfdruckregelung bestehen alternative
Möglichkeiten. Eine Regelung des Druckes am Ausgang des
Verdampfers führt zu einer schnellen Ausregelung bei
Beheizungsstörungen. Dagegen wird vom Betriebspersonal
im allgemeinen eine Regelung des Dampfdruckes vor der
Turbine bevorzugt.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird erreicht,
daß ohne Schaltungsänderung auch im natürlichen Gleitdruck
betrieb eine schnell wirkende Regelung gegeben ist.
Die Beschreibung der Erfindung erfolgt anhand von Aus
führungsbeispielen und der Zeichnung. Daraus sind weitere
Vorteile der Erfindung zu entnehmen.
Es zeigt
Fig. 1 Anforderungen der Deutschen Verbundgesellschaft
e. V. an die Leistungsreserve
eines Kraftwerkblocks und
den zeitlichen Verlauf für die Aktivierung
der Reserve,
Fig. 2 typische Verläufe für eine Blockleistungs
erhöhung,
Fig. 3 Prinzipschaltbild einer Einrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, Blockfahrweise "Turbine
führt, Kessel folgt",
Fig. 4 Blockschema zu der in Fig. 3 als
Prinzipschaltbild dargestellten Einrichtung,
Fig. 4a Detaildarstellung eines in Fig. 4
dargestellten Funktionsbildners für
einen vorgegebenen Leistungssollwert,
Fig. 5 Filtereinrichtung für schnelle Änderungen
der Netzfrequenz,
Fig. 6a-c Leistungsverlauf bei einer sprunghaften
Erhöhung der Leistungsvorgabe,
Fig. 7, 8, 10 Schaltungsvarianten zu Teilen des in
Fig. 4 dargestellten Blockschemas,
Fig. 9 Blockschema zu einer Einrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, Blockfahrweise "Kessel
führt, Turbine folgt".
Im Prinzipbild gemäß Fig. 3 ist mit 1 ein Kraftwerksblock
bezeichnet, der durch die dargestellte Einrichtung
zur Steuerung und Regelung geführt wird. Als Regler sind
ein Leistungsregler 2, ein Stellungsregler 3 und ein
Dampfdruckregler 4 vorgesehen. Der Leistungsregler 2
regelt eine vom Kraftwerksblock 1 abgegebene elektrische
Leistung P. Zwischen der auch als Blockleistung bezeichneten
Leistung P und einem Ansteuersignal Y für die
Stellung des Turbineneinlaßventils (im folgenden kurz
Ventilstellung Y genannt), besteht bei einem konstanten
Frischdampfdruck im stationären Zustand eine lineare
Beziehung. Das Signal Ventilstellung Y ist als gemeinsames
Ansteuersignal für im allgemeinen mehrere parallel
oder in Reihe geschaltete Ventile anzusehen. Es ist außerdem
zu beachten, daß das mit Ventilstellung Y bezeichnete
Ansteuersignal wegen des nichtlinearen Verhaltens
der Turbineneinlaßventile nicht identisch ist mit
der tatsächlichen Ventilstellung. Mit dem Stellungsregler
3 wird das Ansteuersignal Ventilstellung Y geregelt.
Durch den Druckregler 4 wird der Brennstoffmassenstrom
B beeinflußt. Jede Änderung des Brennstoffmassenstromes
B muß zwangsläufig mit Änderungen von Luftmassen- und
Speisewasserstrom begleitet werden. Dies geschieht nach
Regelschaltungen, die hier als bekannt angesehen werden.
Daher wird der Vereinfachung halber auf die Darstellung
dieser zwei - neben dem Brennstoffmassenstrom B und
Ventilstellung Y - weiteren Stelleingriffe des Kraftwerks
1 in Fig. 3 - sowie auch weiterhin - verzichtet.
Der Dampfdruck p K kann entweder hinter dem Kessel
verdampfer oder hinter dem Kessel bzw. vor der Turbine entnommen
(gemessen) werden.
Weiterhin ist ein koordinierendes Prozeßmodell 5 vorgesehen,
das das dynamische Verhalten des Prozesses nachbildet
und unter anderem einen durch die Ventilstellung
Y, d. h. durch Androsselung ε gegebenen Energievorrat
rationell zur Leistungserhöhung einsetzt, wie weiter
unten noch näher erläutert wird. Mit Androsselung ε
bezeichnet man die Differenz zwischen der ganz geöffneten
Ventilstellung Y max und der tatsächlichen Ventil
stellung Y.
Auf Eingänge E 1 und E 2 des Prozeßmodells 5 werden
Leistungssollwerte P SK bzw. P ST gegeben. Diese Leistungs
sollwerte werden durch Addition eines von einem Leistungs
sollwertsteller 6 abgegebenen Leistungssollwertes
P S und einer Leistungs-Sollwertkomponente P f1 bzw. P f2
an einer ersten Führungsgrößenadditionsstelle 7 bzw. an
einer zweiten Führungsgrößenadditionsstelle 32 gebildet.
Die Leistungs-Sollwertkomponenten P f1 und P f2 werden
durch Bewertung einer Abweichung Δ f der Netzfrequenz f
von einer Sollfrequenz f₀ gebildet, wie weiter unten im
Rahmen der Beschreibung der Fig. 4 näher erläutert wird.
Mit Hilfe des im Prozeßmodell 5 nachgebildeten stationären
und dynamischen Verhaltens des Kraftwerksblocks 1
werden beispielsweise bei einer plötzlichen Erhöhung des
Leistungssollwertes P S Steuersignale B, S gebildet für
die Dampferzeugung durch Brennstoffzufuhr und für die
Aus- und Einspeicherung der Energie im Kessel durch Aufhebung
bzw. teilweise Aufhebung der Androsselung ε des
Turbineneinlaßventils. Das über einen Ausgang A 1 des
Prozeßmodells 5 ausgegebene Brennstoff-Steuersignal B
nimmt über eine Brennstoffwerteadditionsstelle 8 Einfluß
auf den Brennstoffmassenstrom B . Das über einen Ausgang
A 2 des Prozeßmodells 5 ausgegebene Ventil-Steuersignal S
wirkt über eine erste Stellwerteadditionsstelle 9 direkt
steuernd auf die Ventilstellung Y des Turbineneinlaßventils.
Leistungsänderungen, z. B. sprunghafte Erhöhungen führen
zu einer gesteuerten Anpassung der möglichen Ausspeicherung
von Energie durch Änderung der Ventilstellung Y und
zu einer möglichst schnellen gesteuerten Erhöhung der
Dampferzeugung. Dazu werden für einen gegebenen Sollverlauf
der Leistung P die ermittelten Steuersignale S, B
auf die jeweiligen Stellgrößen Y, B , des Kraftwerkblocks
1 und zugleich als Kompensationssignale ein vorgegebener
Leistungssollwert P Sa an den Leistungsregler
2, ein Ventilstellungs-Kompensationssignal S a an den
Stellungsregler 3 und ein Drucksollwert-Signal D an den
Druckregler 4 gegeben. Dabei ist das Ventilstellungs-
Kompensationssignal S a identisch mit dem Ventil-
Steuersignal S und der zeitliche Verlauf ist gleich mit der
korrespondierenden Regelgröße Ventilstellung Y; der
vorgegebene Leistungssollwert P Sa und das Drucksollwert
signal D haben etwa den gleichen zeitlichen Verlauf wie
die korrespondierenden Regelgrößen Leistung P bzw.
Dampfdruck p K . Die korrespondierenden Regelgrößen P, p K
und Y sind die dynamische Antwort auf das Brennstoff
steuersignal B und das Ventilsteuersignal S.
Auf eine zweite Stellwerteadditionsstelle 10 ist ein von
einem Ventilstellungssollwertgeber 11 abgegebener Ventil
stellungssollwert Y S geführt, auf den die Ventilstellung
Y nach jeder Leistungsänderung ausgeregelt wird.
Vor dem Dampfdruckregler 4 ist eine Druckwerteadditionsstelle
12 angeordnet, auf die der Ausgang des Stellungsreglers
3 als Korrektursignal geführt ist - dessen Ausgangssignal
sich bei der gesteuerten Leistungsänderung
praktisch nicht ändert -, ein z. B. vor dem Turbinen
einlaßventil gemessenes Dampfdrucksignal p K mit negativem
Vorzeichen und das vom Prozeßmodell 5 am Ausgang A 3
abgegebenes Drucksollwertsignal D. Damit wird erreicht,
daß auch der Druckregler 4 während des Steuervorgangs im
wesentlichen inaktiv bleibt.
Die am Ausgang des Kraftwerksblocks 1 gemessene elektrische
Leistung P ist mit negativem Vorzeichen auf eine
Leistungswerteadditionsstelle 13 vor dem Eingang des
Leistungsreglers 2 geführt. Auf diese Additionsstelle 13
ist außerdem der vorgegebene Leistungssollwert P Sa als
Kompensationssignal geführt, der vom Prozeßmodell 5 am
Ausgang A 4 abgegeben wird. Der zeitliche Verlauf des
vorgegebenen Leistungssollwertes P Sa stellt den zu
realisierenden Istleistungsverlauf durch die Steuersignale
S und B dar. Dadurch bleibt die Regelabweichung des
Leistungsregelers 2 praktisch Null.
Mit der in Fig. 3 als Prinzipbild dargestellten Anordnung
wird also erreicht, daß bei einer plötzlichen, z. B.
sprunghaften Erhöhung des Leistungssollwertes P S die
Regler 2, 3, 4 weitgehend inaktiv bleiben. Die erforderliche
Änderung der Androsselung e und der Brennstoffzufuhr
wird hauptsächlich gesteuert herbeigeführt. Die
Bildung der dafür erforderlichen Steuer- und Korrektursignale,
nämlich B, S, D, P Sa , erfolgt koordiniert im
Prozeßmodell 5. Koordiniert wird so, daß ein vorgegebener
streng monotoner, mindestens jedoch ein monotoner
Übergang auf eine höhere elektrische Leistung erreicht
wird.
Um die Ventilstellung Y auf einen Sollwert regeln
zu können, ist als Stellungsregler 3 ein PI-Regler,
also ein Regler mit einem I-Kanal notwendig. Die Regelstrecke
für den Stellungsregler 3 besteht aus dem Kraftwerksblocks
1 (technologische Regelstrecke) und dem geschlossenen
Leistungs-Regelkreis mit dem Leistungsregler
2 mit PI-Verhalten. Sie ist ohne Ausgleich. Durch die
Anordnung des Dampfdruckreglers 4 als untergeordnetem
Regler, erhält diese Regelstrecke das P-Verhalten.
Mit diesem Regelkonzept wird erreicht, daß die gewünschte
Androsselung ε nicht nur indirekt und daher grob
durch den gelieferten Drucksollwert D und den Druckregeler
4 eingestellt wird, sondern auch direkt und daher
genau durch den Stellungsregler 3. Im Ergebnis wird sowohl
die elektrische Leistung P als auch die Androsselung
ε auf deren Sollwerte stabil geregelt.
Mit der dargestellten Regelstruktur wird sowohl modifizierter
Gleitdruckbetrieb (dabei ist das Turbineneinlaßventil
angedrosselt) als auch - ohne jede Schaltungsänderung -
natürlicher Gleitdruckbetrieb gefahren.
Fig. 4 zeigt ein Blockschema zu der bereits in Fig. 3
als vereinfachtes Prinzipschaltbild dargestellten Einrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Aus
dem Blockschema sind weitere Einzelheiten der Erfindung
zu entnehmen. Die Beziehung von Schaltungsteilen, die
bereits in Fig. 3 dargestellt sind, stimmt überein, so
daß im wesentlichen nur die zusätzlich dargestellten
Schaltungsteile zu erläutern sind.
Wie bereits zum Prinzipschaltbild Fig. 3 ausgeführt, sind als
Führungsgrößen der Leistungssollwert P S und von der
Netzfrequenzabweichung abhängige Leistungs-Sollwertkomponenten
P f1 und P f2 vorgesehen, wobei die erste
Leistungs-Sollwertkomponente P f1 Änderungen einer Netzfrequenz
abweichung in einem ersten Frequenzbereich, der
durch die Dampfturbine übertragbar ist, berücksichtigt
und die zweite Leistungs-Sollwertkomponente P f2 nur
niederfrequente Änderungen in einem zweiten Frequenzbereich,
der durch den Dampferzeuger übertragbar ist, berücksichtigt.
Die Leistungs-Sollwertkomponenten P f1 und
P f2 werden in Filtereinrichtungen 14, 15 gebildet, denen
eine Frequenzabweichung Δ f zugeführt ist. Der Frequenz
abweichung Δ f stellt die Differenz einer gemessenen
Netzfrequenz f zu einer Sollfrequenz f₀ (50 Hz) dar.
Dem Signal "Frequenzabweichung" Δ f ist ein Rauschsignal
überlagert, das in den Filtern 14, 15, die im Prinzip
beispielsweise ein PT 1-Verhalten (Proportionalglied mit
Verzögerungsglied erster Ordnung) haben, ausgefiltert
wird. Solche Filter für das Netzsignal sind aus dem
Stand der Technik bekannt. Allerdings behalten die nach
dem Stand der Technik bekannten Filter auch im Falle
eines Netzfrequenzeinbruchs ihr PT 1-Verhalten prinzipiell
bei. Es wird dann lediglich die Zeitkonstante T geändert,
z. B. um eine Größenordnung verkleinert. Die Filter
anwort weist ein PT 1-Verhalten auf. Ein Netzfrequenz
einbruch wird mit expontiellem Verlauf von Δ f,
also mit einem am Anfang rampenformähnlichen Absenken
charakterisiert. Den gleichen Verlauf weisen auch die
Leistungssollwertkomponenten P ST und P SK auf. Mit einem
derartigen Verlauf der Sollwertkomponente P f läßt sich
jedoch die bereits vorhandene dynamische Eigenschaft des
Kraftwerkblocks, die durch die PT 1-Leistungs-Sprungsantwort
charakterisiert wird, nicht in vollem Umfang ausnutzen.
Zur Verbesserung des dynamischen Verhaltens bei einer
sprunghaften Netzfrequenzverringerung wird deshalb bei
der in Fig. 4 dargestellten erfindungsgemäßen Anordnung
als Filter 15 zur Bildung der Sollwertkomponente P f1
eine nichtlineare adaptive Filtereinrichtung vorgesehen,
die in Fig. 5 schematisch dargestellt ist. Diese Filter
einrichtung 15 zeichnet sich dadurch aus, daß ihr Verhalten
beim Netzfrequenzeinbruch vom PT 1-Verhalten zu
einem PDT 1-Verhalten wechselt. Die in Fig. 5 dargestellte
Filtereinrichtung 15 enthält dazu eine Detektoreinrichtung
15.1 zur Erkennung eines Frequenzeinbruchs und
zur Veranlassung der Änderung der Funktion des Filters
15.2 vom einem PT 1-Verhalten a zu einem PD-Verhalten b.
Erst wenn ein neuer Beharrungszustand erreicht ist, wird
wieder das PT 1-Verhalten a wirksam. Mit der in dem Filter
15 gebildeten Sollwertkomponente P f1 kann die mit
der nachstehend beschriebenen in Fig. 4 dargestellten
Einrichtung gegebene Dynamik des Kraftwerksblocks in
vollem Umfang zur Primärfrequenzregelung eingesetzt werden.
Die erste Leistungssollwertkomponente P f1 ist der Führungs
größen-Additionsstelle 7 mit negativem Vorzeichen
zugeführt, an der die Komponente P f1 zu dem vom Sollwertsteller
6 abgegebenen Leistungssollwert P S addiert
wird, wodurch ein Leistungssollwert für die Turbine P ST
entsteht, der dem Eingang E 2 des Prozeßmodells 5 zugeführt
ist.
Die zweite Leistungskomponente P f2 ist der zweiten Führungs
größen-Additionsstelle 32 mit negativem Vorzeichen
zugeführt und wird dort zum Leistungssollwert P S addiert.
Es entsteht ein Leistungssollwert für den Kessel
P SK , der auf den Eingang E 1 des Prozeßmodells 5 geführt
ist.
Die weitere Beschreibung der Fig. 4 erfolgt anhand einer
Funktionserläuterung. Dazu wird ein Betriebsfall aufgewählt,
bei dem ein fiktiver Netzfrequenzeinbruch eintritt,
wodurch ein gleich großer Sprung bei dem Leistungs
sollwert für die Turbine P ST und bei dem
Leistungssollwert für den Kessel P SK angenommen wird.
Durch die sprunghafte Änderung des Leistungssollwertes
für den Kessel P SK wird der Sollwert für den Brennstoff
massenstrom B gesteuert verändert. Dies geschieht dadurch,
daß der Wert P SK vom Eingang E 1 des Prozeßmodells
5 auf einen fünften Funktionsbildner 33 geführt ist. Mit
Funktionsbildner ist hier jeweils ein Block oder Glied
mit dynamischen Verhalten bezeichnet. Der Ausgang des
fünften Funktionsbildners 33 ist über eine fünfzehnte
Additionsstelle 35 als Brennstoff-Steuersignal B auf den
Ausgang A 1 des Prozeßmodells 5 und von dort über die
Brennstoffwerteadditionsstelle 8 dem Kraftwerksblock 1
zugeführt. Im Ergebnis wird durch die geänderte Vorgabe
des Massenstroms B die thermische Leistung des Kessels
im Kraftwerksblock 1 erhöht. Der Funktionsbildner 33
sorgt für einen gewissen Vorhalt, für die beschleunigte
Leistungserhöhung.
Der Ausgang des Funktionsbildners 33 ist außerdem parallel
auf einen zweiten Funktionsbildner 22 und einen
vierten Funktionsbildner 30 geführt.
Der zweite Funktionsbildner 22 bildet den zeitlichen
Verlauf der brennstoffabhängigen Leistungen P B nach, der
die Antwort auf die Änderung des Leistungssollwertes P SK
bzw. auf die des dadurch geänderten Sollwertes für den
Brennstoff B ist.
Durch die sprunghafte Änderung des Leistungssollwertes
für die Turbine P ST wird im Ergebnis die Stellung Y der
Turbinenventile - mit dem gleichen Vorzeichen - gesteuert
verstellt.
Um die Funktionsweise des Prozeßmodells 5 im Hinblick
auf die Behandlung des Leistungssollwertes P ST erläutern
zu können, wird an dieser Stelle eine Beschreibung der
Fig. 6 a-6 c eingeschoben. In Fig. 6 a ist eine sprunghafte
Erhöhung des Leistungssollwertes P S * um einen Betrag
Δ P S * dargestellt Mit P S * ist ein Leistungs
sollwert bezeichnet, der für den Kessel und die Turbine in
gleicher Weise gilt, also P S * = P SK = P ST .
Fig. 6 b zeigt einen vom Prozeßmodell 5 vorgegebenen
Verlauf der Blockleistung P als Antwort auf die Erhöhung
des Leistungssollwertes P S *. Dabei handelt es sich in
Fig. 6 b um einen Fall, in dem eine ausreichend große
Androsselung ε gegeben ist, um einen streng monotonen
Gesamtverlauf der Blockleistung P in einem Zeitbereich
t₀ bis t₂ realisieren zu können. Zum Zeitpunkt t₀ erfolgt
die sprunghafte Änderung des Sollwertes P S *. Zum
Zeitpunkt t₂ ist der erhöhte Betrag der Blockleistung P
erreicht, der auch weiterhin bleibt. Ohne Einsatz des
durch Androsselung e vorhandenen Energievorrates würde
sich die Blockleistung P entsprechend etwa dem Verlauf
der brennstoffabhängigen Leistung P B ändern. Das Prozeßmodell
5 ermittelt den zu erwartenden Verlauf der brennstoff
abhängigen Leistung P B und berechnet eine Differenz
leistung, die die androsselungsabhängige Leistung
P ε = P-Δ P B ist und die durch Änderung der Androsselungs
änderung Δ P der Gesamtleistung P sich im Zeitbereich
t₀ bis t₂ zu jedem Zeitpunkt aus einem brennstoff
abhängigen Leistungszuwachs Δ P B und einer androsselungs
abhängigen Leistung P ε zusammensetzt.
In Fig. 6 c ist ein Fall dargestellt, in dem eine vorhandene
Androsselung ε₁ nicht ausreicht für die gewünschte
Amplitude Δ P S * eines vorgegebenen streng monotonen
Verlaufs der Blockleistung P, sondern lediglich
für einen monotonen Verlauf P₁ der Blockleistung. Dabei
wird der ganze durch die Androsselung ε gegebene Energie
vorrat für einen streng monotonen Leistungsverlauf in
einem Anfangsbereich t₀ bis t₁ eingesetzt. Im Anfangsbereich
t₀ bis t wird die realisierende androsselungsabhängige
Leistung P ε1 als Leistungsdifferenz zwischen
einem vorgegebenen Leistungsverlauf P₁ und der brennstoff
abhängigen Leistung P B ermittelt. Zum Zeitpunkt t1
ist der Energievorrat durch die Androsselung ε₁
aufgebraucht und der Gesamtverlauf P₁ der Blockleistung
folgt dem Verlauf der brennstoffabhängigen Leistung P B .
Zur Vorgabe des Verlaufs P₁ der Blockleistung im Anfangs
bereich t₀ bis t₁ wird gegenüber dem vorherigen
Fall eine reduzierte Blockleistungserhöhung Δ P S₁*
zugrundegelegt.
Die Beschreibung der Fig. 4 wird fortgesetzt. Der Leistungs
sollwert für eine Turbine P St ist vom Eingang E 2
des Prozeßmodells 5 auf den Eingang eines Leistungsamplituden
begrenzers 16 geführt. Dort wird geprüft, ob ein
in einem nachgeschalteten Funktionsbildner 19 eingestellter
bzw. vorgegebener streng monotoner Ist-Blockleitungsverlauf
mit der vorliegenden Androsselung (beispielsweise
ε₁) realisierbar ist. Es wird nur ein Teil
der Amplitude der zu realisierenden Erhöhung des Leistungs-
Sollwertes P ST durch den Leistungsamplitudenbegrenzer
16 und über den Funktionsbildner 19 zu der achten
Additionsstelle 20 durchgelassen, d. h. der Verlauf
P V , der durch die vorhandene Androsselung ε₁ bei dem
vorhandenen Verlauf der brennstoffabhängigen Leistung P B
als dynamische Antwort auf das Brennstoffsteuersignal B,
realisiert werden kann.
Es wird zunächst der Fall betrachtet, in dem die ganze
Amplitide der Erhöhung des Leistungssollwertes P ST (bzw.
P SK , da P ST = P SK ) mit der vorhandenen Androsselung ε
als ein streng monotoner Anstieg der abgegebenen Blockleistung
P, dessen Verlauf durch die Einstellung des
dynamischen Verhaltens des ersten Funktionsbildners 19
bestimmt ist, realisierbar ist. Vom Ausgangssignal P V des
ersten Funktionsbildners 19 wird an der achten Additionsstelle
20 die brennstoffabhängige Leistung P B subtrahiert,
so daß die androsselungsabhängige Leistung P e
entsteht, der aus dem Energievorrat durch Änderung der
Androsselung ε gedeckt werden muß. Das Ausgangssignal
P ε der achten Additionsstelle 20 ist einem Leistung/-
Weg-Umsetzer 21 zugeführt, der das Ventilsteuersignal S
bildet und auf den Ausgang A 2 des Prozeßmodells 5 gibt.
Das Ventilsteuersignal S ist über die neunte Additionsstelle
23 zur ersten Stellwerte-Additionsstelle 9 geführt,
wird dort zum Ausgangssignal des Leistungsreglers
2 addiert, wodurch das Ansteuersignal Y für die Stellung
des Turbineneinlaßventils entsteht, das über ein zweites
Auswahlglied 24 zu den Turbineneinlaßventilen als ein
Stellsignal des Kraftwerkblocks 1 zugeführt ist. Die
Ventilstellung wird durch das Ansteuersignal Y geändert
und seine Auswirkung auf die abgegebene Blockleistung P
einem dreizehnten Funktionsbildner 62 nachgebildet. Eine
auf diese Weise gewonnene Leistungskomponente ergibt zusammen
mit der brennstoffabhängigen Leistung P B den vorgegebenen
Leistungssollwert P Sa am Ausgang A 4 des Prozeß
modells 5. An der Leistungswerteadditionsstelle 13
wird vom vorgegebenen Leistungssollwert P Sa die Block
leistung P subtrahiert, die vom Kraftwerksblock 1 über
eine sechszente Additionsstelle 27 zur Leistungswerte
additionsstelle 13 geführt ist. Das Ausgangssignal an
der Leistungswerteadditionsstelle 13, das dem Leistungsregler
2 zugeführt ist, ist damit praktisch Null, so daß
der Leistungsregler 2 nur kleine Regelabweichungen
ausregelt.
An dieser Stelle ist nachstehende Beschreibung der
Fig. 4 a eingefügt, die Ausführungsdetails zum dreizehnten
Funktionsbildner 62 wiedergibt. Mit der angegebenen
Schaltung wird erreicht, daß die Regler 2, 3, 4 nicht
nur beim Aufheben der Androsselung ε, sondern auch bei
ihrem Wiederherstellen während des gesamten Steuervorganges
zur Leistungsänderung des Kraftwerkblockes so
weit wie möglich inaktiv bleiben.
Aus der Schaltung gemäß Fig. 4 a geht hervor, daß das
Signal vorgegebener Leistungssollwert P Sa das Ausgangssignal
eines zweiten Auswahlgliedes 52 ist, zu dem als
Eingangssignale Signale d₁ und d₂ geführt sind.
Das Signal d₁ setzt sich zusammen aus dem Signal d₁ und
einem Ausgangssignal d₃ eines ersten Auswahlgliedes 34
durch eine einundzwanzigste Additionsstelle 53.
Das Signal i₂ setzt sich zusammen aus der brennstoff
abhängigen Leistung P B und einem Ausgangssignal i₃ eines
fünften Auswahlgliedes 56 durch eine zweiundzwanzigste
Additionsstelle 55.
Die Antwort einer elektrischen Leistung P ε a auf den
Zeitverlauf des Steuersignals S wird durch einen vierzehnten
Funktionsbildner 59 nun genau nachgebildet. Das heißt
die Übertragungsfunktion F PY des Bildners 59 ist identisch
mit dem Stellverhalten der Regelstrecke "Blockleistung
P/Ventilhub Y". Die Leistungskomponente P ε a wird
neben Signalen d₄, i₄ zu den Auswahlgliedern 34 und 56
geführt.
Die Signale d₄ und i₄ sind Ausgangssignale eines ersten
stationären Funktionsbildners 57 und eines zweiten stationären
Funktionsbildners 58, zu denen das Steuersignal
S geführt ist.
Das Signal d₄ ist Null bei positivem Steuersignal S und
d₄ wird stark negativ, wenn das Steuersignal S negativ
wird.
Das Signal i₄ ist Null bei negativem Steuersignal S und
i₄ wird stark positiv, wenn das Steuersignal S positiv
wird.
Es wird nun in der zweiten Beschreibung der Fig. 4 und
4 a zu dem betrachteten Fall einer sprungförmigen Leistungs
erhöhung zurückgekehrt.
Das positiv werdende Steuersignal S wird auf die beschriebene
Weise in das Signal P ε a genau umgewandelt,
das durch das fünfte Auswahlglied 56 als Signal i₃
durchgelassen wird. Das durch das zweiundzwanzigste Additionsglied
55 entstehende Signal i₂ wird nun größer
als das Signal P B . Das Signal i₂ wird daher durch das
dritte Auswahlglied 54 und letztendlich auch durch das
zweite Auswahlglied 52, da die Signale d₁ und d₂ identisch
sind (d₂ = Null), als vorgegebener Leistungssollwert
P Sa zum Leistungsregler 2 durchgelassen.
Bei der Wiederherstellung der Androsselung ε s bleibt
der vorgegebene Leistungssollwert P Sa auch beim immer
weniger positiv werdenden Steuersignal S von ihm unbe
einflußt.
Obwohl das Signal P ε a hierbei negativ wird, wird das
Ausgangssignal d₁ des dritten Auswahlgliedes 54 identisch
mit dem Signal brennstoffabhängiger Leistungsanteil
P B . Da wiederum die Signale d₁ und d₂ identisch
(stets während des Regelvorganges "Leistungserhöhung")
sind, bestimmt dieses Signal auch weiterhin das bereits
erreichte Signal P Sa .
Bei der Leistungsreduzierung läuft der Regelvorgang analog
zu dem Fall Leistungserhöhung ab. Die Funktionen der
Auswahlglieder 56 und 34 werden hierbei gegenseitig
ausgetauscht.
An der zweiten Stellwerte-Additionsstelle 10 in Fig. 4
vor dem Eingang des Stellungsreglers 3 wird das Ansteuersignal
Ventilstellung Y, das vom Ausgang der ersten
Stellwerteadditionsstelle 9 kommt, vom Ventilsteuersignal
S und dem vom Ventilstellungssollwertsteller 11 kommenden
Ventilsteuersollwert Y S subtrahiert, so daß der
Stellungsregler 3 während des beschriebenen Steuerungs
vorgangs inaktiv bleibt. Mit Hilfe des Ventilstellungs
sollwertstellers 11 kann das Ansteuersignal Ventilstellung
Y und damit die Androsselung ε willkürlich eingestellt
werden.
Um auch den Druckregler 4 während des Steuervorgangs
inaktiv zu halten, wird das Drucksollwertsignal D vom
Ausgang A 3 des Prozeßmodells 5 auf den Eingang des
Druckreglers 4 geschaltet, das etwa den gleichen zeitlichen
Verlauf hat wie das Dampfdrucksignal p K . Die
Ausschaltung des Signals D erfolgt durch Addition mit dem
Ausgangssignal des Stellungsreglers 3 an eine dreizehnten
Additionsstelle 31, von deren Ausgangssignal an der
Druckwerteadditionsstelle 12 das vom Kraftwerkblock 1
kommende Dampfdrucksignal p K subtrahiert wird. Der Ausgang
der Additionsstelle 12 ist auf den Eingang des
Druckreglers 4 geführt. Zur Bildung des Drucksollwertsignals
D sind im Prozeßmodell 5 ein dritter Funktionsbildner
28 und der vierte Funktionsbildner 30 vorgesehen.
Auf den dritten Funktionsbildner 28 ist vom Ausgang des
Leistungs/Weg-Umsetzer 21 das Ventilsteuersignal S über
eine elfte Additionsstelle 26 geführt. Der dritte Funktions
bildner 28 bildet die Auswirkung der Ventilstellungs
änderung auf den Dampfdruck nach und der vierte
Funktionsbildner 30 die Auswirkung von Brennstoff und -
exakt betrachtet - auch ihm angepaßtem Speisewasser,
Luft und Einspritzwasser. An einer zwölften Additionsstelle
29 wird das Ausgangssignal des dritten Funktionsbildners
28 vom Ausgangssignal des vierten Funktionsbildners
30 subtrahiert und der Ausgang der zwölften
Additionsstelle 29 ist auf den Ausgang A 3 des Prozeß
modells 5 geführt.
Nachstehend wird nun ein Fall betrachtet, in dem nur
eine kleine Androsselung ε₁ gegeben ist. Der dadurch
gegebene Energievorrat ist nicht ausreichend für einen
streng monotonen Leistungsanstieg, so daß nur ein Leistungs
verlauf P₁ möglich ist, wie in Fig. 6 c dargestellt.
Dies wird im Leistungsamplitudenbegrenzer 16
festgestellt aufgrund eines vorberechneten Signals Δ P S e
im Prozeßmodell 5, das von der momentanen Androsselung
ε = ε S - S, vom (momentanen) Dampfdruck p K und vom
gegebenen dynamischen Verhalten des Kraftwerkblocks 1 abhängig
ist, im Zeitpunkt t₀ den Wert des reduzierten
Leistungswertes Δ P S1 hat und über eine siebte Additionsstelle 18, an der die brennstoffabhängige Leistung P B
(vom Ausgang des zweiten Funktionsbildners 22) addiert
wird, sowie über ein erstes Auswahlglied 17 auf einen
Eingang des Leistungsamplitudenbegrenzers 16 geführt
ist, wodurch die Amplitude des Ausgangssignals des
Leistungsamplitudenbegrenzers 16 vorgegeben wird. Auf das
erste Auswahlglied 17 ist außerdem das Ausgangssignal
eines sechsten Auswahlgliedes 61 geführt, wodurch dieses
Ausgangssignal gespeichert ist, also nicht rückläufig
sein kann, sondern nur steigt oder konstant bleibt.
Aufgrund des Signals Δ P S ε wird also der Leistungssprung
im Leistungsanstiegsbegrenzer 16 begrenzt, so daß
der durch die vorhandene Androsselung ε₁ gegebene Energie
vorrat für einen streng monotonen Anstieg bis zum
Zeitpunkt t₁ auf die Höhe des reduzierten Leistungssprungs
Δ P S1 ausreicht. Der geforderte Verlauf des
streng monotonen Anstiegs der Blockleistung P wird durch
den ersten Funktionsbildner 19 vorgegeben. Zum Zeitpunkt
t₁ (Fig. 6 c) ist das Ausgangssignal des ersten Funktions
bildners 19 identisch mit der brennstoffabhängigen
Leistung P B , so daß das Ausgangssignal P ε an der achten
Additionsstelle 20 zu Null wird. Da das Signal Δ P S ε ab
dem Zeitpunkt t₁ auch zu Null wird und das Signal P B
über die siebte Additionsstelle 18 und das erste Auswahlglied
17 allein auf den Begrenzer 16 geführt ist,
steigt das Signal am Ausgang des Begrenzers 16 bzw.
Funktionsgebers 19 identisch mit dem Signal P B , also wie
die brennstoffabhängige Leistung P B (Fig. 6 c). Das
Ausgangssignal P ε an der achten Additionsstelle 20 bleibt
also weiterhin Null.
Die Regler 2 bis 4 bleiben auch in diesem vorstehend
beschriebenen Fall praktisch inaktiv.
Wenn die Blockleistung P zum Zeitpunkt t₂ erreicht ist,
ist der gesamte Steuer- und Regelvorgang noch nicht abgeschlossen,
da noch die durch den Ventilstellungssollwertsteller
11 vorgegebene Androsselung ε S = Y max - Y S
wieder hergestellt werden muß. Während dieser Wiederherstellung
soll sich die Blockleistung P am Ausgang des
Kraftwerkblocks 1 nicht ändern und die Regler 2 bis 4
sollen wieder weitgehend inaktiv bleiben. Die Wiederherstellung
der vorgegebenen Androsselung ε S erfolgt gesteuert.
Damit kann der optimale Zeitpunkt für den Anfang
dieses Vorgangs gewählt werden. Im Beispiel gemäß
Fig. 4 schließt dieser Vorgang direkt an den Zeitpunkt
t₂ (Fig. 6 b) an oder beginnt kurz davor. Wenn jedoch ein
abschaltbarer Niederdruck-Vorwärmerstrang im Kraftwerk
vorhanden ist, wie in der DE-OS 33 04 292 dargestellt,
wird zuerst der Vorwärmerstrang wieder eingeschaltet und
der Speisewasserbehälter aufgefüllt und dann die Androsselung
e S wieder hergestellt.
Zu einem in diesem Sinne optimalen Zeitpunkt wird ein
Rückführungsschalter 38 geschlossen, der das Ventilsteuersignal
S auf einen Eingang des Leistung/Weg-Umsetzers
21 gibt.
Die Funktion des Leistung/Weg-Umsetzers 21 besteht darin,
während einer Leistungsanstiegsphase den ermittelten
androsselungsabhängigen Leistungsanteil P ε dynamisch
umzusetzen in den benötigten Verlauf des Ventil-Steuersignals
S, damit sich die abgegebene elektrische Leistung
P tatsächlich entsprechend der Vorgabe ändert.
Der Umsetzer 21 setzt sich aus Funktionseinheiten zusammen,
die die Speicherfähigkeit des Kessels und das dynamische
Verhalten des Turbosatzes mit Zwischenüberhitzung
berücksichtigen und gliedert sich vom Prinzip her in
zwei Funktionszweige. Ein Zweig enthält ein dynamisches
Glied mit Ausgleich, der andere Zweig weist Integrations
verhalten auf. Zu diesem Zweig wird das Signal S über
einen zweiten Eingang rückgeführt und durch das vorweg
einstellbare Verhalten der Rückführung ist die Geschwindigkeit
vorgegeben, mit der das Signal S bei der Wieder
herstellung der Androsselung ε S zum Wert Null zurückkehrt.
Die zwei Zweige verfügen über eine Übertragungsfunktion,
die annähernd gleich ist mit der inversen
Übertragungsfunktion zwischen der elektrischen Leistung
oder Blockleistung P und dem Ansteuersignal Y. Annähernd
daher, da die identische Funktion nicht exakt realisierbar
ist. (Diese kleine Nichtübereinstimmung wird durch
die Aktivität des Leistungsreglers 2 eliminiert).
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Beispiel ohne abschaltbaren
Niederdruck-Vorwärmerstrang kann der Schalter 38
sogar dauernd geschlossen bleiben.
Während der Wiederherstellung der Androsselung E S ändert
sich durch die Reduzierung der Ventilstellung Y von
Y max zu Y S der Dampfdruck. Um die letzterreichte
elektrische Leistung P hierbei nicht zu beeinträchtigen,
wird in diesem Fall die Brennstoffzufuhr wieder gesteuert
erhöht. Diese Steuerung erfolgt durch das Steuer
signal S, das über die elfte Additionsstelle 26 und im
Prinzip über einen Schalter 37 in einem siebten Funktions
bildner 39 geführt ist. Das Ausgangssignal des siebten
Funktionsbildners 39 ist zur fünfzehnten Additionsstelle
35 geführt, die in der Verbindungsleitung zwischen
dem fünften Funktionsbildner 33 und dem Ausgang A 1
am Prozeßmodell 5 angeordnet ist. Der siebte Funktionsbildner
39 bildet annähernd das benötigte dynamische
Verhalten zwischen der Änderung des Ventilhubs Y und
Brennstoffmassenstromes B zur Einspeicherung des
Kessels bei einer konstanten Leistung nach, wobei der durch
die Brennstoffsteuerung nicht realisierbare Rest durch
die Reglerkaskade 2, 3, 4 nachgeliefert wird.
Die Druckänderung wird wiederum am Eingang des Druckreglers
3 kompensiert, um den Druckregler 3 so weit wie
möglich zu entlasten. Das benötigte Kompensationssignal
ist das Ausgangssignal des dritten Funktionsbildners 28.
Das Signal S ist ständig am Eingang des
Funktionsbildners 28.
Der Schalter 37 wird durch eine Logikschaltung 36 betätigt,
die den Schalter 37 schließt, wenn entweder das
Signal S gleichzeitig positiv ist, jedoch größer ist als
ein vorgegebener Wert (beispielsweise S 1), und sich in
negativer Richtung ändert oder das Signal S gleichzeitig
negativ ist, jedoch kleiner als vorgegebener Wert
(beispielsweise S 2) ist, und sich in positiver Richtung
ändert. Das ist bei jeder Wiederherstellung der Androsselung
ε S nach einer größeren Leistungsänderung der
Fall.
Der Schalter 37 wird auch geschlossen, wenn der Ventil
stellungssollwert Y s am Ventilstellungssollwertsteller
11 geändert wird:
Der Ventilstellungssollwert Y s ist über einen Eingang E 3
dem Prozeßmodell 5 zugeführt und wird dort an einer
zehnten Additionsstelle 25 von einem Maximalwert der
Ventilstellung Y max subtrahiert, wodurch der Androsselungs
sollwert ε s entsteht. Dieser Androsselungssollwert
ε s ist sowohl auf die elfte Additionsstelle 26 als auch
auf einen Ausgang A 5 am Prozeßmodell 5 mittels eines
Verzögerungsgliedes 43 geführt. Vom Ausgang A 5 gelangt
der Androsselungssollwert E s über die neunte Additions
stelle 23 auf die erste Stellwerteadditionsstelle 9,
wodurch das Ansteuersignal Ventilstellung Y direkt und
identisch zum Ventilstellungs-Sollwert Y S verstellt
(verändert) wird. Er gelangt auch auf die zweite Stellwerte
additionsstelle 10, wodurch dieses den Einfluß des
Ventilstellungssollwerts Y S auf den Stellungsregler 3
vollständig kompensiert. Der Stellungsregler 3 wird daher
bei einer Änderung des Sollwerts Y S maximal entlastet.
Da das Signal ε S auf dem Weg über die elfte Additions
stelle 26 und den dritten Funktionsbildner 28 auf
den Ausgang A 3 des Prozeßmodells 5 gelangt, wird auch
der Druckregler 3 maximal entlastet.
Wenn am Ventilstellungssollwertsteller 11 ein Wert für
die Ventilstellung Y S eingestellt wird, der der maximalen
Stellung Y max entspricht, wird der natürliche Gleit
druckbetrieb gefahren. Da in diesem Fall keine Androsselung
ε S vorhanden ist, wird die Leistungsänderung nur
durch die gesteuert verstellte Brennstoffzufuhr, d. h.
durch das Steuersignal B verändert. Um auch bei dieser
Betriebsart die gleiche Regelstruktur weiterhin benutzen
zu können, wird dem Leistungsregler 2 die fehlende Auswirkung
einer Ventilstellungsänderung im Bereich
Y < Y max durch ein nachgebildetes Leistungssignal P NG
zugeführt. Dieses Signal P NG wird mit Hilfe der Einrichtungen
24 und 41 und 42 wie folgt gebildet: Sobald das
Signal am Ausgang der ersten Stellwerteadditionsstelle 9
größer wird als dem Wert Y max entspricht, wird das zum
Kraftwerksblock 1 geführte Signal Ventilstellung Y durch
das zweite Auswahlglied 24 begrenzt auf den Wert Y max ,
der über einen zweiten Eingang dem Auswahlglied 24 zugeführt
ist. An einer siebzehnten Additionsstelle 42 wird
das Ausgangssignal des zweiten Auswahlglieds 24 von dem
Ausgangssignal der ersten Additionsstelle 9 subtrahiert
und das Ergebnis einem neunten Funktionsbildner 41 zugeführt,
der die über den Maximalwert Y max hinausgehende
Signaländerung dynamisch umsetzt in das nachgebildete
Leistungssignal P NG , das an der achtzehnten Additions
stelle 27 zu der Blockleistung P addiert wird. Mit dem
neunten Funktionsbildner 41 wird also die ausbleibende
Leistungserhöhung, die sich bei einer Änderung des Ventilhubs
Y ergeben würde, nachgeliefert, wodurch der Leistungs
regler 2 auch weiterhin mit gleichen Parametern im
Betrieb bleiben kann. Die durch Y < Y max anstehende positive
Regelabweichung am Stellungsregler 3 wird in diesem
Fall durch diesen Regler und den Druckregler 4 auf Null
ausgeregelt, so daß das Ausgangssignal des Leistungsreglers
2 wiederum und auf die bereits beschriebene Weise
auf den Wert Y max im neuen Beharrungszustand eingestellt
werden kann. Der hier beschriebene Regelvorgang des Leistungs
reglers 2 tritt praktisch nur bei der Ausregelung
der internen Kraftwerks-Blockstörungen auf, da sonst die
Regler 2, 3, 4 bei der Leistungsveränderung durch die
Sollwertverstellung auch bei dieser Betriebsweise inaktiv
bleiben.
Das Ventil-Steuersignal S bleibt auf Null, da keine An
drosselung vorliegt und der Leistungsamplitudenbegrenzer
16 keine Leistungssollwertänderungen zuläßt, die vom
Verlauf her nicht identisch mit dem Verlauf der brennstoff
abhängigen Leistung P B sind.
Falls es sich bei dem mit dem Druckregler 4 geregelten
Dampfdruck p k im Kessel aus betriebsmäßigen Gründen
nicht um den Druck am Ausgang des Verdampfers handelt,
sondern um den Druck hinter dem Kessel bzw. vor der Turbine,
so wird - wie in Fig. 4 gestrichelt eingetragen -
als Regel-Störgröße (bezüglich der Ausregelung von
Beheizungsstörungen) ein Dampfdrucksignal hinter dem Verdampfer
p hV über ein Vorhaltglied 44 der Brennstoffwerte
additionsstelle 8 zugeleitet. Beim Steuern des Brennstoffs
durch das Signal B wird jedoch der Einfluß des
Signals aus dem Vorhaltglied 44 auf die Brennstoffwerte
additionsstelle 8 dadurch eliminiert, daß das Steuersignal
B noch über einen zehnten Funktionsbildner 49 auf
eine zwanzigste Additionsstelle 50 mit negativem Vorzeichen
geleitet wird.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Blockschema handelt es
sich um eine beispielhafte Schaltungsanordnung, die
durch Schaltungsdetails abgeändert werden kann, ohne den
Erfindungsgedanken zu verlassen. Das erfindungsgemäße
Verfahren läßt sich beispielsweise auch mit den in
Fig. 7, 8 und 10 dargestellten Ausführungsvarianten oder
durch Kombination dieser Varianten realisieren.
Fig. 7 zeigt einen Ausschnitt aus dem in Fig. 4 dargestellten
Blockschema, worin eine Schaltungsvariante eingetragen
ist. Dabei sind Verbindungen, die bei dieser
Variante entfallen, mit gestrichelten Linien angedeutet
und neue Schaltungsteile durch dicke Linien hervorgehoben.
Das Ausgangssignal der neunten Additionsstelle 23
ist bei dieser Variante nicht auf die erste Additionsstelle
9 geführt, sondern über einen elften Funktionsbildner
46 auf eine neunzehnte Additionsstelle 45, die
vor dem Leistungsregler 2 angeordnet ist. Der elfte
Funktionsbildner 46 hat eine im Vergleich zum Leistungs
regler 2 reziproke Übertragungsfunktion F₄₆ = 1/F R . Wie
leicht zu erkennen ist, ändert sich die Gesamtfunktion
bei dieser Schaltungsvariante nicht, da die Ventilstellungs-
Änderung Δ Y einen zum Steuersignal S identischen
Zeitverlauf aufweist.
Fig. 8 zeigt ebenfalls einen Ausschnitt aus dem in
Fig. 4 dargestellten Blockschema, in das eine Schaltungs
variante eingetragen wurde, die die Vorgabe des
Leistungssollwertes P Sa , die Wiederherstellung der
Androsselung ε S und die Verstellung des Ventilstellungs
sollwertes Y S betrifft. Dabei ist das Ausgangssignal der
achten Additionsstelle 20 über einen zwölften Funktionsbildner
47 und eine achtzehnte Additionsstelle 48 auf
den Ausgang A 4 des Prozeßmodells 5 geführt. Der
Leistungssollwert P Sa setzt sich an der achtzehnten
Additionsstelle 48 zusammen aus der brennstoffabhängigen
Leistung P B und dem Ausgangssignal des zwölften Funktions
bildners 47. Gestrichelt eingetragene Verbindungen entfallen.
Die Übertragungsfunktion des zwölften Funktionsbildners
47 ist dann
wobei
F R die Übertragungsfunktion des Leistungsreglers 2 und
F S die inverse Übertragungsfunktion des Leistung/Weg-Umsetzers
21 darstellt. Hierbei wird auf alternative Weise
das Signal Y ebenfalls mittelbar, d. h. mittels des
Leistungsreglers 2, gesteuert. Die Änderung Δ Y hat auch
hier einen zum Signal S identischen Zeitverlauf.
Die dargestellte Schaltungsvariante bewirkt weiter, daß
die Wiederherstellung der Androsselung ε S nicht bei der
gleichzeitigen Brennstoffkorrektur durch die Zuschaltung
durch den siebten Funktionsbildner 39 erfolgt oder eine
Verstellung der Ventilstellung Y nicht direkt durch den
Sollwert Y S gesteuert wird und auch nicht der Brennstoff
durch die Zuschaltung vom Funktionsbildner 39 hierbei
korrigiert wird, sondern die Ventilstellung Y auf Y S
anschließend durch die Regelaktivität des Stellungsreglers
3 und des Druckreglers 4 gebracht wird. Das erfindungsgemäße
Verfahren ändert sich jedoch durch diese Schaltungsvariante
nicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ändert sich auch dann
nicht, wenn das Kompensationssignal, d. h. der vorgegebene
Leistungssollwert P Sa für den Leistungsregler 2
nicht von den Signalen P B und P ε a abgeleitet ist, die
die - nachgebildeten - Leistungsantworten auf die tatsächlichen
Veränderungen der Steuersignale B und S liefern,
sondern wie in Fig. 10 dargestellt, das Signal P Sa
identisch mit dem Signal aus dem Ausgang des ersten
Funktionsbildners 19 gemacht wird. Bei dieser Schaltung
kann zwar die genaue Auswirkung des Steuersignals S auf
die elektrische Leistung nur annähernd durch das Signal
P Sa berücksichtigt werden, wodurch die Regelaktivität
des Leistungsreglers 2 und dadurch auch der weiteren
Regler 3 und 4 zwangsläufig mehr in Anspruch genommen
werden muß, andererseits kann wiederum der vorgegebene
Verlauf der Leistung P v , die das Ausgangssignal von 19
und hier identisch mit P Sa ist, genauer eingehalten werden.
Der in Fig. 10 gestrichelt dargestellte Funktionsbildner
62 entfällt bei dieser Schaltungsvariante.
Bei den bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen handelt
es sich um ein Regelkonzept, bei dem dem Leistungsregler
2 als Hauptstellglied das Turbineneinlaßventil
zugeordnet ist. Eine solche Blockfahrweise wird im allgemeinen
als "Turbine führt, Kessel folgt" bezeichnet.
Mit "Kessel führt, Turbine folgt" wird eine Blockfahrweise
bezeichnet, bei der dem Leistungsregler 2 der
Brennstoff als Stellgröße zugeordnet ist.
Die bisher beschriebene Blockfahrweise "Turbine führt,
Kessel folgt" weist beim Auftreten einer Beheizungsstörung
(beispielsweise durch sich ändernden Heizwert des
Brennstoffs) ein besseres Ergebnis bezüglich der Aufrecht
erhaltung der Blockleistung P auf. Die Blockfahrweise
"Kessel führt, Turbine folgt" liefert dagegen besseres
Ergebnis bezüglich der Ausregelung des Kesseldruckes.
Grundsätzlich ist jedoch das erfindungsgemäße Verfahren
für beide Blockfahrweisen geeignet.
Eine an die Blockfahrweise "Kessel führt, Turbine folgt"
angepaßte Schaltung ist in Fig. 9 dargestellt. Dabei ist
das gleiche Prozeßmodell 5 wie in Fig. 4 zugrundegelegt.
Auch die Einrichtungen vor den Eingängen E 1 und E 2 des
Prozeßmodells 5 sind gleich. Unterschiede bestehen lediglich
in der Zusammenstellung der Regler 2, 3, 4 mit
dem Prozeßmodell 5 und dem Kraftwerksblock 1. An den
Ausgang A 2 des Prozeßmodells 5, der das Ventilsteuersignal
5 liefert, ist über die zweite Stellwerteadditionsstelle
10 der Stellungsregler 3 angeschlossen, dessen
Ausgang das Ansteuersignal Y für die Ventilstellung liefert,
das dem Kraftwerksblock 1 als Stellsignal zugeführt
und außerdem zur zweiten Stellwerteadditionsstelle
10 zurückgeführt ist. Der zweiten Stellwerteadditionsstelle
10 ist außerdem der Ventilstellungssollwert Y S
aus dem Ventilstellungs-Sollwertsteller 11 zugeführt.
Der Ventilstellungssollwert Y S ist auch zum Eingang E 3
des Prozeßmodells 5 geführt.
An den Ausgang A 4 des Prozeßmodells 5, der den vorgegebenen
Leistungssollwert P Sa liefert, ist über die Leistungs
werteadditionsstelle 13 der Leistungsregler 2 an
geschlossen. Auf die Leistungswerteadditionsstelle 13
ist auch die elektrische Leistung P vom Ausgang des
Kraftwerkblocks 1 gegeben. Der Ausgang des Leistungsreglers
2 ist über die Druckwerteadditionsstelle 12
zum Druckregler 4 geführt. Auf die Druckwerteadditions
stelle 12 ist außerdem der Ausgang A 3 und das Dampf
drucksignal p K geführt. Wie bei Fig. 4 ist der Ausgang
des Druckreglers 4 mit der Brennstoffwerte-Additionsstelle
8 verbunden, zu der auch das Brennstoff-Steuersignal
B geführt ist und die das Steuersignal für den
Brennstoffmassenstrom B an den Kraftwerksblock 1 gibt.
Wenn mit Hilfe des Dampfdrucksignals p K der Frischdampfdruck
hinter dem Kessel oder vor der Turbine geregelt
wird, wird der Brennstoffwerteadditionsstelle 8 über das
Vorhalteglied 44 ein - an einer zwanzigsten Additionsstelle
50 gebildetes - Differenzsignal zwischen dem
Dampfdrucksignal p hV (hinter dem Verdampfer) und dem
Ausgangssignal des zehnten Funktionsbildners 49
zugeleitet.
Bezugszeichenliste
1 Kraftwerksblock
2 Leistungsregler
3 Stellungsregler
4 Druckregler
5 Prozeßmodell
6 Leistungs-Sollwertsteller
7 erste Führungsgrößen-Additionsstelle
8 Brennstoffwerte-Additionsstelle
9 erste Stellwerte-Additionsstelle
10 zweite Stellwerte-Additionsstelle
11 Ventilstellungs-Sollwertsteller
12 Druckwerte-Additionsstelle
13 Leistungswerte-Additionsstelle
14 erste Filtereinrichtung
15 zweite Filtereinrichtung
15.1 Detektor-Einrichtung
15.2 Filter
16 Leistungsamplituden-Begrenzer
17 erstes Auswahlglied
18 siebte Additionsstelle
19 erster Funktionsbildner
20 achte Additionsstelle
21 Leistung/Weg-Umsetzer
22 zweiter Funktionsbildner
23 neunte Additionsstelle
24 zweites Auswahlglied
25 zehnte Additionsstelle
26 elfte Additionsstelle
27 sechszehnte Additionsstelle
28 dritter Funktionsbildner
29 zwölfte Additionsstelle
30 vierter Funktionsbildner
31 dreizehnte Additionsstelle
32 zweite Führungsgrößen-Additionsstelle
33 fünfter Funktionsbildner
34 viertes Auswahlglied
35 fünfzehnte Additionsstelle
36 Logikschaltung
37 Schalter
38 Rückführungsschalter
39 siebter Funktionsbildner
40 -
41 neunter Funktionsbildner
42 siebzehnte Additionsstelle
43 Verzögerungsglied
44 Vorhaltglied
45 neunzehnte Additionsstelle
46 elfter Funktionsbildner
47 zwölfter Funktionsbildner
48 achtzehnte Additionsstelle
49 zehnter Funktionsbildner
50 zwanzigste Additionsstelle
51 -
52 zweites Auswahlglied
53 einundzwanzigste Additionsstelle
54 drittes Auswahlglied
55 zweiundzwanzigste Additionsstelle
56 fünftes Auswahlglied
57 erster stationärer Funktionsbildner
58 zweiter stationärer Funktionsbildner
59 vierzehnter Funktionsbildner
60 -
61 sechstes Auswahlglied
62 dreizehnter Funktionsbildner
P abgegebene elektrische Leistung, auch mit Blockleistung bezeichnet,
P S Leistungs-Sollwert
P SK Leistungs-Sollwert für Kessel
P ST Leistungs-Solwert für Turbine
P v Teil der Amplitude des Sollwertes P ST
P Sa vorgegebener Leistungssollwert
P NG nachgebildetes Leistungssignal
P f netzfrequenzabweichungs-abhängige Leistungs-Sollwertkomponente
P f1 erste Leistungssollwertkomponente
P f2 zweite Leistungssollwertkomponente
P B brennstoffabhängige Leistung
Δ P B brennstoffabhängiger Leistungszuwachs
P ε androsselungsabhängiger Leistung
Y (Turbinen)-Ventilstellung
Y S Ventilstellung-Sollwert
Y max maximale Ventilstellung
ε Y max - Y = Androsselung
ε₁ momentane Androsselung, die nicht für einen streng monotonen Leistungsanstieg ausreicht
ε S vorgegebene Androsselung
B Brennstoff-Steuersignal
D Drucksollwertsignal
S Ventil-Steuersignal
S a Ventilstellungs-Kompensationssignal
B Brennstoff-Massenstrom
p K Dampfdrucksignal
p hv Dampfdrucksignal hinter dem Verdampfer
f gemessene Netzfrequenz
f₀ Sollwert der Netzfrequenz
Δ f Netzfrequenzabweichung
A 1 Ausgang für Signal B am Prozeßmodell
A 2 Ausgang für Signal B am Prozeßmodell
A 3 Ausgang für Signal D am Prozeßmodell
A 4 Ausgang für Signal P Sa am Prozeßmodell
A 5 Ausgang für Signal ε S am Prozeßmodell
E 1 Eingang für Signal P SK am Prozeßmodell
E 2 Eingang für Signal P ST am Prozeßmodell
E 3 Eingang für Signal Y S am Prozeßmodell
t₀ Zeitpunkt der Vorgabe einer sprunghaften Leistungserhöhung
t₁ Zeitpunkt, zu dem das Ausgangssignal des ersten Funktionsbildners 19 identisch ist mit dem Signal P B
t₂ Zeitpunkt zu dem ein vorgegebener erhöhter Leistungswert erreicht ist
a PT 1-Verhalten des Filters 15.2
b PD-Verhalten des Filters 15.2
Δ . . . Änderung einer Größe
Δ P S ε mit vorhandener Androsselung realisierbare Leistungserhöhung mit streng monotonem Verlauf
Δ P S * Leistungssollwertänderung bei der die Sollwerte P ST und P SK in gleicher Weise verändert werden
P S * gemeinsamer Leistungssollwert für Turbine und Kessel im Beharrungszustand
F R Übertragungsfunktion des Leistungsreglers
F S Übertragungsfunktion des Leistung/Weg-Umsetzers
F₄₆ Übertragungsfunktion des Funktionsbildners 46
F₄₇ Übertragungsfunktion des Funktionsbildners 47
d₁ bis d₄ Signale im Bildner 62
i₁ bis i₄ Signale im Bildner 62
2 Leistungsregler
3 Stellungsregler
4 Druckregler
5 Prozeßmodell
6 Leistungs-Sollwertsteller
7 erste Führungsgrößen-Additionsstelle
8 Brennstoffwerte-Additionsstelle
9 erste Stellwerte-Additionsstelle
10 zweite Stellwerte-Additionsstelle
11 Ventilstellungs-Sollwertsteller
12 Druckwerte-Additionsstelle
13 Leistungswerte-Additionsstelle
14 erste Filtereinrichtung
15 zweite Filtereinrichtung
15.1 Detektor-Einrichtung
15.2 Filter
16 Leistungsamplituden-Begrenzer
17 erstes Auswahlglied
18 siebte Additionsstelle
19 erster Funktionsbildner
20 achte Additionsstelle
21 Leistung/Weg-Umsetzer
22 zweiter Funktionsbildner
23 neunte Additionsstelle
24 zweites Auswahlglied
25 zehnte Additionsstelle
26 elfte Additionsstelle
27 sechszehnte Additionsstelle
28 dritter Funktionsbildner
29 zwölfte Additionsstelle
30 vierter Funktionsbildner
31 dreizehnte Additionsstelle
32 zweite Führungsgrößen-Additionsstelle
33 fünfter Funktionsbildner
34 viertes Auswahlglied
35 fünfzehnte Additionsstelle
36 Logikschaltung
37 Schalter
38 Rückführungsschalter
39 siebter Funktionsbildner
40 -
41 neunter Funktionsbildner
42 siebzehnte Additionsstelle
43 Verzögerungsglied
44 Vorhaltglied
45 neunzehnte Additionsstelle
46 elfter Funktionsbildner
47 zwölfter Funktionsbildner
48 achtzehnte Additionsstelle
49 zehnter Funktionsbildner
50 zwanzigste Additionsstelle
51 -
52 zweites Auswahlglied
53 einundzwanzigste Additionsstelle
54 drittes Auswahlglied
55 zweiundzwanzigste Additionsstelle
56 fünftes Auswahlglied
57 erster stationärer Funktionsbildner
58 zweiter stationärer Funktionsbildner
59 vierzehnter Funktionsbildner
60 -
61 sechstes Auswahlglied
62 dreizehnter Funktionsbildner
P abgegebene elektrische Leistung, auch mit Blockleistung bezeichnet,
P S Leistungs-Sollwert
P SK Leistungs-Sollwert für Kessel
P ST Leistungs-Solwert für Turbine
P v Teil der Amplitude des Sollwertes P ST
P Sa vorgegebener Leistungssollwert
P NG nachgebildetes Leistungssignal
P f netzfrequenzabweichungs-abhängige Leistungs-Sollwertkomponente
P f1 erste Leistungssollwertkomponente
P f2 zweite Leistungssollwertkomponente
P B brennstoffabhängige Leistung
Δ P B brennstoffabhängiger Leistungszuwachs
P ε androsselungsabhängiger Leistung
Y (Turbinen)-Ventilstellung
Y S Ventilstellung-Sollwert
Y max maximale Ventilstellung
ε Y max - Y = Androsselung
ε₁ momentane Androsselung, die nicht für einen streng monotonen Leistungsanstieg ausreicht
ε S vorgegebene Androsselung
B Brennstoff-Steuersignal
D Drucksollwertsignal
S Ventil-Steuersignal
S a Ventilstellungs-Kompensationssignal
B Brennstoff-Massenstrom
p K Dampfdrucksignal
p hv Dampfdrucksignal hinter dem Verdampfer
f gemessene Netzfrequenz
f₀ Sollwert der Netzfrequenz
Δ f Netzfrequenzabweichung
A 1 Ausgang für Signal B am Prozeßmodell
A 2 Ausgang für Signal B am Prozeßmodell
A 3 Ausgang für Signal D am Prozeßmodell
A 4 Ausgang für Signal P Sa am Prozeßmodell
A 5 Ausgang für Signal ε S am Prozeßmodell
E 1 Eingang für Signal P SK am Prozeßmodell
E 2 Eingang für Signal P ST am Prozeßmodell
E 3 Eingang für Signal Y S am Prozeßmodell
t₀ Zeitpunkt der Vorgabe einer sprunghaften Leistungserhöhung
t₁ Zeitpunkt, zu dem das Ausgangssignal des ersten Funktionsbildners 19 identisch ist mit dem Signal P B
t₂ Zeitpunkt zu dem ein vorgegebener erhöhter Leistungswert erreicht ist
a PT 1-Verhalten des Filters 15.2
b PD-Verhalten des Filters 15.2
Δ . . . Änderung einer Größe
Δ P S ε mit vorhandener Androsselung realisierbare Leistungserhöhung mit streng monotonem Verlauf
Δ P S * Leistungssollwertänderung bei der die Sollwerte P ST und P SK in gleicher Weise verändert werden
P S * gemeinsamer Leistungssollwert für Turbine und Kessel im Beharrungszustand
F R Übertragungsfunktion des Leistungsreglers
F S Übertragungsfunktion des Leistung/Weg-Umsetzers
F₄₆ Übertragungsfunktion des Funktionsbildners 46
F₄₇ Übertragungsfunktion des Funktionsbildners 47
d₁ bis d₄ Signale im Bildner 62
i₁ bis i₄ Signale im Bildner 62
Claims (22)
1. Verfahren zur Regelung der Leistung eines Dampf
kraftwerkblocks,
- - der bei konstantem oder sich stetig änderndem Leistungs sollwert (P S ) der mit Blockleistung bezeichneten elektrischen Leistung (P) mit unterschiedlich angedrosseltem Turbineneinlaßventil betrieben wird, und wobei der Frischdampfdruck durch Regelung der Brennstoff-, Luft- und Speisewasserzufuhr konstant gehalten oder proportional zur Blockleistung (P) geändert wird, und
- - bei einer plötzlichen, z. B. sprunghaften Erhöhung des Leistungs-Sollwertes (P S ) von diesem Sollwert ein Steuersignal für eine Steigerung der Brennstoff-, Luft- und Speisewasserzufuhr abgeleitet wird und außerdem ein durch die Androsselung des Turbineneinlaßventils zur Verfügung stehender Dampfvorrat zur kurzfristigen Leistungserhöhung genutzt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß bei einer plötzlichen Erhöhung
des Leistungssollwertes (P S )
- a) ein streng monotoner Verlauf der Blockleistung (P)
als Sprungantwort auf eine Leistungs-Sollwertänderung
( Δ P S ) vorgegeben wird und gleichzeitig geprüft
wird, ob dieser Sollverlauf der Blockleistung
(P) mit dem eingespeicherten Energievorrat aufgrund
der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Androsselung
( ε ) des Turbineneinlaßventils realisierbar ist,
wobei
- - ein Verlauf einer brennstoffabhängigen Leistung (P B ) vorausberechnet wird, der sich allein aufgrund der erhöhten Brennstoffzufuhr und der ihm angepaßten Luft- und Speisewasserzufuhr einstellen würde,
- - durch Differenzbildung zwischen dem vorgegebenen Verlauf der Blockleistung (P) und dem Verlauf der brennstoffabhängigen Leistung (P B ) durch gesteuert erhöhte Brennstoffzufuhr und der daran angepaßten Luft- und Speisewasserzufuhr ein Soll-Verlauf einer androsselungsabhängigen Leistung (P ε ) ermittelt wird, und
- b1) bei realisierbarem vorgegebenen streng monotonem Verlauf der Blockleistung (P) der ermittelte Verlauf der androsselungsabhängigen Leistung (P ε ) umgesetzt wird in ein Signal (S) zur Steuerung des Turbineneinlaßventils, oder
- b2) bei zu geringer Androsselung ( ε = ε₁) für den zu realisierenden streng monotonen Verlauf, ein lediglich monotoner Gesamtverlauf (P₁) der Blockleistung (P) vorgegeben und in das Signal (S) umgesetzt wird, wobei in einem Zeitbereich (t₀ bis t₁) die bestehende Androsselung ( ε₁) vollständig genutzt wird für einen vorgegebenen streng monotonen Teil- Verlauf des insgesamt monotonen Verlaufs (P₁) der Blockleistung (P).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Dampfkraftwerkblock (1) mit gleitendem
Dampfdruck (p K ) betrieben wird.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Blockleistung (P) durch
Änderung von Steuersignalen (B, S) gesteuert verändert
wird, wobei durch identischen zeitlichen Verlauf von
Sollwertsignalen (P Sa , Sa, D) mit den jeweiligen Regelgrößen
(P, Y, p K ) der Leistungsregler (2), Stellungsregler
(3) und Druckregler (4) weitgehend inaktiv gehalten
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Regelung der Androsselung ( ε )
unterteilt wird
- - in eine Grobregelung der Androsselung ( ε ) des Turbineneinlaßventils, bei der für eine vorgegebene Androsselung ( ε s ) ein Drucksollwert (D) berechnet und einem Dampfdruckregler (4) zugeführt wird und
- - eine Feinregelung durch direkte Regelung des Ansteuersignals Ventilstellung (Y) des Turbineneinlaßventils durch einen Stellungsregler (3).
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Ventilsteuersignal (S) und das Signal
für die vorgegebene Androsselung ( ε S ) direkt zum
Ausgangssignal des Leistungsreglers (2) zur Bildung des
Ansteuersignals Ventilstellung (Y) des Turbineneinlaßventils
addiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß Signale (P ε , S, e S ) zur gesteuerten
Änderung des Ansteuersignals Ventilstellung (Y) über dynamische
Funktionsbildner (46, 47) auf den Eingang des Leistungs
reglers (2) gegeben werden, die einen identischen
Zeitverlauf der Änderung ( Δ Y) des Ansteuersignals (Y)
mit dem berechneten Ventilsteuersignal (S) sicherstellen.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß mit dem Dampfdruckregler (4) der Druck im
Kessel an einer Stelle nach dem Verdampfer geregelt
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß mit dem Dampfdruckregler (4) der Druck
(p K ) hinter dem Kessel bzw. vor der Turbine geregelt
wird und zugleich der Druck am Ausgang des Verdampfers
als Störgröße (p hV ) dem Druckregler (4) aufgeschaltet
wird, deren Einfluß bei einer gesteuerten Leistungsänderung
durch das Steuersignal für Brennstoff (B) eliminiert
wird.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß bei natürlichen Gleitdruckbetrieb,
bei dem also das Turbineneinlaßventil in der
maximalen Stellung (Y max ) steht und somit keine
Androsselung ( ε ) besteht und bei einer Erhöhung des
Leistungssollwertes (P S ) das Ausgangssignal eines
Leistungsreglers (2) über den Wert des Signals für die maximale
Stellung (Y max ) hinausgeht, die ausbleibende Antwort
der Regelstrecke auf die Hubänderung des Einlaßventils
ersetzt wird durch ein nachgebildetes Leistungssignal
(P NG ).
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Wiederherstellung
der Androsselung ( ε S ) gesteuert zu einem wählbaren
Zeitpunkt durchgeführt wird, wobei das Signal (S) zur
Steuerung des Turbineneinlaßventils auf den Zweig eines
dynamischen Leistung/Weg-Umsetzers (21), der Integrations
verhalten hat, zurückgeführt wird, und nach dem vollendeten
Leistungsregelvorgang im neuen Beharrungszustand
zu Null wird.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Wiederherstellung
der Androsselung ( ε S ) durch das zu Null zurückgehende
Steuersignal (S) für Ventilhub oder bei Verstellung eines
Ventilstellungs-Sollwertes (Y s ) das Steuersignal (B)
für die Brennstoffzufuhr dynamisch korrigiert wird um
die Blockleistung (P) hierbei konstant zu halten und
gleichzeitig auch das Druckwertesignal (D) korrigiert
wird, um den Druckregler (4) so weit wie möglich zu
entlasten.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Führungsgröße ein
gefiltertes Signal "Frequenzabweichung" ( Δ f) benutzt
wird, wobei unterschiedlich gefiltert wird, und bei einem
Frequenzeinbruch die Filterung des Signals vorübergehend
aufgehoben wird.
13. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Funktion der Filter
einrichtung (14, 15) zur Bildung von Sollwertkomponenten
(P f1, P f2 ), bei einem Netzfrequenzeinbruch sich
nichtlinear adaptiv von einem PT 1-Verhalten zu einem
PDT-Verhalten ändert.
14. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 bis 13, gekennzeichnet durch
- - Filtereinrichtungen (14, 15) zur Bildung von Sollwertkomponenten (P f1 ) in Abhängigkeit von einer Netzfrequenzabweichung ( Δ f),
- - einen Leistungsregler (2), der in Abhängigkeit von einem als Kompensationssignal vorgegebenen Leistungs sollwert (P Sa ) und den Istwerten der Block leistung (P) sowie einem nachgebildeten Leistungssignal (P NG ) für den natürlichen Gleitdruckbetrieb, ein Steuersignal für die Turbinen-Ventilstellung (Y) und einen Sollwert für den Stellungsregler (3) beeinflußt,
- - einen Stellungsregler (3) für die Turbineneinlaßventile, dessen Sollwert (Y S ) an einem Ventilstellungs- Sollwertsteller (11) einstellbar ist und dessen Regelabweichung von einem Ventil-Steuersignal (S) aus einem Prozeßmodell (5) sowie dem Signal Ventilstellung (Y) beeinflußt wird und der einen Druckregler (4) mit einem Sollwert versorgt,
- - den Druckregler (4), dessen Sollwert von dem vom Prozeßmodell (5) abgegebenen Drucksollwertsignal (D) vorgegeben wird, dessen Regelabweichung durch Verknüpfung mit einem Dampfdrucksignal (p k ) als Istwert gebildet wird und dessen Ausgangssignal den Brennstoffmassenstrom ( B ) beeinflußt und
- - das Prozeßmodell (5), das in Abhängigkeit von an Eingängen (E 1 bis E 3) eingegebenen Sollwerten für die Leistung des Kessels (P SK ), die Leistung der Turbine (P ST ) und die Ventilstellung (Y S ) an Ausgängen (A 1 bis A 6) das Brennstoffsteuersignal (B) abgibt, womit das Ausgangssignal des Druckreglers (4) beeinflußt wird, das Ventilsteuersignal (S), das Drucksollwertsignal (D) und den vorgegebenen Leistungssollwert (P Sa ) abgibt, einen Androsselungs sollwert ( ε S ) abgibt, womit das Ventilsteuersignal (S) beeinflußt wird.
15. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 bis 13, gekennzeichnet durch
- - Filtereinrichtungen (14, 15) zur Bildung von Sollwert komponenten (P f1 ) in Abhängigkeit von einer Netzfrequenzabweichung ( Δ f),
- - einen Leistungsregler (2), der in Abhängigkeit von dem vorgegebenen Leistungssollwert (P Sa ) und dem Istwert der Blockleistung (P) den Sollwert für einen Druckregler (4) beeinflußt,
- - einen Stellungsregler (3) für die Turbineneinlaßventile, dessen Sollwert (Y S ) am Ventilstellungs- Sollwertsteller (11) einstellbar ist und dessen Regel abweichung vom Ventil-Steuersignal (S) aus einem Prozeßmodell (5) sowie dem Signal Ventilstellung (Y) beeinflußt wird und der den Druckregler (4) mit einem Sollwert versorgt,
- - den Druckregler (4), dessen Sollwert von dem vom Prozeßmodell (5) abgegebenen Drucksollwertsignal (D) vorgegeben wird, dessen Regelabweichung durch Verknüpfung mit dem Dampfdrucksignal (p K ) als Istwert gebildet wird und dessen Ausgangssignal den Brennstoffmassenstrom ( B ) beeinflußt und
- - das Prozeßmodell (5), das in Abhängigkeit von an den Eingängen (E 1 bis E 3) eingegebenen Sollwerten für die Leistung des Kessels (P SK ), die Leistung der Turbine (P ST ) und die Ventilstellung (Y S ) an den Ausgängen (A 1 bis A 4, A 6) das Brennstoffsteuersignal (B) abgibt, womit das Ausgangssignal des Druckreglers (4) beeinflußt wird, das Ventilsteuersignal (S), das Drucksollwertsignal (D) und den vorgegebenen Leistungssollwert (P Sa ) abgibt.
16. Einrichtung gemäß Anspruch 14 oder 15, dadurch
gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) der vorgegebene
Leistungssollwert (P Sa ) in einem Funktionsbildner (62)
gebildet ist, dem als Eingangssignale die brennstoffabhängige
Leistung (P B ) und das Ventilsteuersignal (S)
zugeführt sind.
17. Einrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) das Signal
für die brennstoffabhängige Leistung (P B ) in einem
zweiten Funktionsbildner (22) gebildet ist, dessen Eingang
das Ausgangssignal eines Funktionsbildners (33)
zugeführt ist, auf dessen Eingang der Leistungssollwert
für den Kessel (P SK ) gegeben ist.
18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) das
Ventilsteuersignal (S) gebildet ist durch einen
Leistungs-/Weg-Umsetzer (21), dessen Eingang eine durch
Veränderung der Androsselung ( ε ) zu realiserende
Leistung (P ε ) zugeführt ist, der an einer achten
Additionsstelle (20) gebildet ist durch Verknüpfung des vorgegebenen
Leistungssollwerts (P Sa ) mit der brennstoffabhängigen
Leistung (P B ).
19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) das
Drucksollwertsignal (D) gebildet ist durch Verknüpfung
von Ausgangssignalen aus Funktionsbildnern (28, 30) an
einer zwölften Additionsstelle (29), wobei dem dritten
Funktionsbildner (28) ein Ausgangssignal einer elften
Additionsstelle (26) zugeführt ist, die das Ventilsteuer
signal (S) mit dem Androsselungssollwert ( ε S ) verknüpft
und dem vierten Funktionsbildner (30) die Ausgangs
signale des Funktionsbildners (33) zugeführt sind.
20. Einrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) das
Brennstoffsteuersignal (B) gebildet ist durch Verknüpfung
des Ausgangssignals des fünften Funktionsbildners
(33) mit dem Ausgangssignal eines siebten Funktions
bildners (39) an einer fünfzehnten Additionsstelle (35),
wobei dem siebten Funktionsbildner (39) das Ausgangssignal
der elften Additionsstelle (26) über einen Schalter
(37) zugeführt ist, der von einer Logikschaltung (36)
betätigt ist.
21. Einrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßmodell (5) der
Androsselungssollwert ( e S ) gebildet ist durch Verknüpfung
des Ventilstellungssollwerts (Y S ) mit einem Signal für
die maximale Ventilstellung (Y max ) an einer zehnten
Additionsstelle (25).
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|---|---|---|---|
| DE19863632041 DE3632041A1 (de) | 1985-10-03 | 1986-09-20 | Verfahren und einrichtung zur regelung der leistung eines dampfkraftwerkblocks |
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