DE363365C - Verfahren zum Loesen, Aufschliessen oder Zersetzen fester Stoffe - Google Patents
Verfahren zum Loesen, Aufschliessen oder Zersetzen fester StoffeInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01F—MIXING, e.g. DISSOLVING, EMULSIFYING OR DISPERSING
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Description
- Verfahren zum Lösen, Aufschließen oder Zersetzen fester Stoffe.
- Beim Auslaugen von Mineralien, z. B. von Kalisalzen mittels Wassers, beim Aufschließen von Stroh, Holz und ähnlichen pflanzlichen Stoffen mittels Säuren oder Alkalien zwecks Gewinnung von Zellulose oder Futtermitteln, beim Kochen und Dämpfen von Nahrungsmitteln, bei der Verwertung von. Tierleichen durch Auskochen sowie bei ähnlichen Verfahren sind die Rohstoffe nebst den flüssigen Einwirkungsmitteln zu erhitzen und längere Zeit hindurch auf entsprechender Temperatur durch Wärmezufuhr zu halten.
- Gemäß der Erfindung werden hierzu die aus den flüllen Einwirkungsmitteln oder dem festen Gut entwicketlen Brüden in der Weise benutzt, daß sie verdichtet und dadurch auf eine höhere Temperatur gebracht werden.
- Die Verdichtung kann mittels Strahlapparaten oder mechanischer Verdichter erfolgen.
- Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, die Wärme der beim Auskristallisieren von Salzen aus heißen Laugen, z. B. Kalilaugen, entstehenden Brüden zum unmittelbaren Erwärmen und Auflösen der aufzuschließenden Ttohsalze nutzbar zu machen, indem man die Lösseapparate in solcher Lage zum Heißlaugenkühler anordnet, daß die aus letzterem aufsteigenden Schwaden die Rohsalze und Löselaugen bestreichen. Die Regelung der vom Schwaden auf die zu erhitzen, den Salze und Laugen zu übertragenden Wärmemenge ist jedoch hierbei schwierig und eine Erhöhung der Temperatur über die Schvradentemperatur überhaupt nicht möglich, sodann wird bei diesem Verfahren ein Mehrbedarf an Wärme durch eine Zuführung von Frischdampf bestritten und kann ferner die Berührungsdauer zwischen Rohsalz und Frischdampfl, die nach der verschiedenen Aufschließbarkeit der Salze sich richten muß, nicht geändert werden. Schließlich erfordert die Notwendigkeit, die Lösevorrichtung derart anzuordnen, daß sie von; den aufsteigenden Schwaden bestrichen wird, ein umständliches Zusammenbauen der Apparate.
- Diese Mängel hat das Verfahren der Erfindung nicht. Bei der hier angewendeten Brüdenverdichtung kann die Temperatur in jedem gewünschten Maße über diejenige der Rohbrüden erhöht und leicht durch Umlaufszahl und Pressung des Brüdenverdichters geregelt werden. Die Zeitdauer der Einwirkung auf das feste Gut kann beliebig ausgedehnt werden, indem man die brüden ein oder mehrere Male durch den Verdichter in den Behandlungsraum für das feste Gut zurückdrückt. Da der Verdichter zwangläufig die Brüden vom Ort ihres Entstehen zu dem der Wiederverwendung bewegt, brauchen diese Stellen nicht, wie bei dem bekannten Verfahren, dicht zusammenzuligene. Man braucht also nicht wie dort den Wärmeverbraucher, z. B. die Salzlösevorrichtung, mit dem Brüdenlieferer, z. B. dem Heißlaugenkühler, eng zusammenzubauen, sondern hat hinsichtlich der räumlichen Anordnung weitgehende Freiheit. Dadurch wird auch eine nachträgliche Anwendung des vorliegenden Verfahrens bei schon vorhandenen Anlagen ohne besondere Umänderung der einzelnen Vorrichtungen in einfacher Weise ermöglicht. Beispielsweise braucht man zwecks nachträglicher Durchführung, des Verfahrens in der Kalifabrikation nur eine"-n Brüden-verdichter mit den erforderlichen Rohrleitungen zuauordnen, der die Brüden von der Stelle, wo sie entstehen, also entweder aus der Kristallis iervorrichtung oder der Lösevorrichtung, ansaugt und nach erfolgter Verdichtung zwecks Einwirkung auf das zu zersetzende Salz der Lösevorrichtung zuführt bzw. von neuem zuleitet.
- Bei der Verarbeitung von Zellulose und Holzstoff hat man auch schon die tDämpfe aus dem Arbeitsraum abgesaugt und sie nach Temperaturerhöhung in einem damplfbeheizten Erhitzer dem Arbeitsraum wieder zugeführt.
- Gegenüber dieser Wärmezufuhr durch Dampf hat die Temperaturerhöhung durch Verdichtung den Vorzug größerer Wirtschaftlichkeit, und zwar deshalb, weil hier die durch die jeweilige Verdichtung der Brüden erzeugte Wärmemenge unmittelbar nach ihrer Erzeugung zur Verwendung gelangt, bei jenem Verfahren dagegen die Temperatur des Heizdampfes beständig so hoch gehalten werden muß, daß das erforderliche Temperaturgefälle zwischen ihm und den aufzuwärmenden Brüden bestehen bleibt.
- Es ist zwar - an sich bereits bekannt, Brüdendämpfe durch Verdichtung auf höhere Temperatur zu bringen Jedoch ist dieses Verfahren bisher nur (beim iLind'ampfen von Flüssigkeiten angewendet worden, nicht aber für Zwecke, wie vorliegende, wo feste Körper gelöst, aufgeschlossen oder zersetzt werden sollen.
- 9as as Verfahren gemäß der Erfindung wird z. B. bei der Strohaufschließung folgendermaßen durchgeführt: Es wird in einem Kocher Stroh mit Ätznatronlauge, welche durch eingeleiteten Dampf heiß erhalten wird, behandelt Nach beendetem Kochen und ANassen der Lauge wird Luft in die Strohmasse gepreßt, um am Stroh haftende Lauge zu neutralisieren und dem Futterstroh einen aromatischen Geschmack zu geben. Der hierfür vorhandene, bis jetzt aber lediglich für die Durchlüftung des gekochten Strohes benutzte Kompressor wird nun gemäß der Erfinding dazu verwendet, den während des Kochens aus der Lauge entweichenden Brüden zu verdichten.
- Der sonst für das Erzeugen des Heizdampfes erforderliche Kessel wird dadurch überflüssig.
- Betreibt man den Kompressor ferner elektrisch statt mittels Dampfmaschine, so entfällt die auf dem :L'ande meist umständ-[iche Beschaffung von Kohle, während hier elektrischer Strom meist zur Verfügung steht.
- Beim Beginn des Kochens muß, wenn kein Kessel vorhanden ist, eine anfängliche Dampfmenge, die dann durch Kompressoren in Heizdampf verwandelt wird, irgendwie beschafft werden. Dies kann z. B. durch einen kleinen, elektrisch beheizten Erhitzer geschehen oder auch dadurch, daß aus der heißen Lauge, die von der vorhergehenden Kochung nach Ablassen aus dem Kocher aufbewahrt wurde, Brüden durch den Kompressor angesaugt, verdichtet und in den Kocher gedrückt werden. Um den für das Durchlüften der aufgeschlossenen' Strohmasse und das Verdichten des Dampfes vorhandenen Kompressor noch weiter auszunutzen, kann mittels dieses auch ein sehr wirtschaftliches Dampferzeugungsverrfahren für die anfängliiche Damplfbeschaffung aus geiibt werden. Hierbei brennt eine durch flüssige oder gasförmige Brennstoffe gespeiste Flamme unmittelbar in dem Dampfe'nüvicklungsraum ds Kessels, während ihr die Verbrennungsluft durch den Kompressor zugedrückt wird. Das Speisewasser kann nun in diese Flamme oder in die heißen Gase einer flammenlosen Obserflächenverbrennung eingesprüht werden oder aber die Flamme unmittelbar in das ISpeisevrasser eintauchen.
- Der Kompressor dient also nacheinander drei Zwecken, zunächst erzeugt er die Preßluft für die den Dampf entwickelnde Feuerung, darauf den Heizdampf durch Verdichtung und schließlich die Preßluft für das Durchlüften des Strohes.
Claims (2)
- PATENT-ANSPRÜCHE: I. Verfahren zum Lösen, Aufschließen odler Zersetzen fester Stoffe mittels Flüssigkeiten in der Wärme unter Ausnutzung der'aus dein zu behandelnden Gut oder der Flüssigkeit gebildeten Brüden als Heizdampf, dadurch gekennzeichnet, daß die Brüden in an sich bekannter Weise durch Verdichtung auf eine höhere Temperatur gebracht werden.
- 2. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 auf das Aufschließen von Stroh u. dgl., dadurch gelennzeichnet, daß zum Verdichten der Brüden der zum Durchlüften des gekochten Strohes dienende Kompressor benutzt wird.
Priority Applications (1)
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Publications (1)
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| DE363365C true DE363365C (de) | 1922-11-07 |
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| DESCH58215D Expired DE363365C (de) | 1920-05-05 | 1920-05-05 | Verfahren zum Loesen, Aufschliessen oder Zersetzen fester Stoffe |
Country Status (1)
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