DE3635741C2 - Gehäuseaufbau für gepanzerte Fahrzeuge, insbesondere für militärische Fahrzeuge - Google Patents
Gehäuseaufbau für gepanzerte Fahrzeuge, insbesondere für militärische FahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gehäuseaufbau für gepanzerte
Fahrzeuge von der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Art.
Gehäuse für den militärischen Einsatzbereich mit ballistischer
Schutzfunktion werden überwiegend aus Panzerstahl gefertigt.
Panzerplatten aus Stahl können durch Schweißen
miteinander und/oder mit einem Traggerüst zu einer selbsttragenden
oder einer Tragrahmenkonstruktion verbunden werden.
Nachteilig ist jedoch das hohe Gewicht der Platten aus
Panzerstahl, insbesondere wenn die Konstruktion transportabel
sein soll, also z. B. einen Fahrzeugaufbau, eine Lkw-Kabine,
einen gepanzerten Ladebehälter oder dgl. bilden soll.
Aus US-PS 2 381 981 ist ein Gehäuseaufbau gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bekannt, dessen gegen Hitze und Kälte
sowie gegen Beschuß mit Handfeuerwaffen schützende Panzerung
von Platten aus Adobe, d. h. mit Pflanzenfasern gemischtem,
luftgetrocknetem Lehm, gebildet ist, die in einen
Tragrahmen eingesetzt sind. Weder Material noch Aufbau dieser
bekannten Panzerung sind aber geeignet, eine gegen ballistischen
Beschuß ausreichende örtliche Durchschlagsfestigkeit
und gesamte Verformungssteifigkeit zu gewährleisten.
Auch ein nennenswerter Gewichtsvorteil gegenüber herkömmlichen
Stahlpanzerungen wird nicht erzielt.
Aus DE-OS 24 29 450 ist eine schußsichere Platte aus faserverstärktem
Kunststoff bekannt, die bei wesentlich geringerem
Gewicht eine mit Stahl vergleichbare Beschußfestigkeit
aufweist, wobei diese Platte allerdings in erster Linie zur
Herstellung von Gegenständen für den Personenschutz, wie
Helmen, Schilden, schußsicheren Westen und dgl. bestimmt
ist. Wie solche Platten, die nicht geschweißt werden können
und deren mechanische Bearbeitung außerordentlich schwierig
und kostspielig ist, im Rahmen einer Verbundkonstruktion
wie z. B. einem Panzerungsgehäuse verwendet werden könnten,
ist der Schrift nicht zu entnehmen.
Aus DE-PS 865 573 ist es bekannt, Panzerplatten aus Stahl
nicht durch Schweißen, sondern durch Überlappungsfalze mit
diese durchsetzenden Verbindungsschrauben miteinander zu
verbinden. Der Nachteil des hohen Gewichts einer Stahlpanzerung
wird hierdurch jedoch nicht beseitigt.
Aus FR-OS 2 380 455 ist es bekannt, Platten aus beliebigem
Material, z. B. Kunststoff, in ihrem Randbereich mittels
Klemmleisten an einem Tragrahmen festzuklemmen. Diese für
die Errichtung von Regalen, Möbeln u. ä. vorgesehene Konstruktion
ist aber in dieser Form zur Realisierung eines
gepanzerten Gehäuseaufbaus mit ballistischer Schutzfunktion
nicht ohne weiteres geeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gehäuseaufbau
der genannten Art anzugeben, der mit geringem Gewicht
eine mit herkömmlichen Stahlpanzerungen vergleichbare ballistische
Schutzfunktion liefert.
Die Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Die Unteransprüche
beziehen sich auf vorteilhafte weitere Ausgestaltungen
der Erfindung.
Es wurde erfindungsgemäß gefunden, daß bestimmte Platten
aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen ausreichende Festigkeit
und ballistischen Schutz ergeben können, wenn eine
hinreichend feste mechanische Verbindung der Platten miteinander
und mit der Tragrahmenkonstruktion gewährleistet
werden kann, wobei eine Befestigung mittels Schweißen nicht
möglich ist. Die erfindungsgemäße Klemmbefestigung gewährleistet
nicht nur, daß die Platten mittragende Teile des
Gehäuseaufbaus sind und dessen Verformungsfestigkeit gegen
ballistischen Beschuß maßgeblich mitbestimmen, sondern daß
die Platten gleichzeitig den Tragrahmen, der nicht selbst
panzerfest zu sein braucht und entsprechend leicht ausgeführt
werden kann, gegen äußere Schußeinwirkung schützen.
Die Erfindung wird im vorliegenden Fall anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Traggerüst in Würfelform als Demon
strationsbeispiel.
Fig. 2 eine Detaildarstellung einer Ecke des Trag
gerüsts.
Fig. 3 bis 9 Schnitte durch jeweils einen Rahmenholm
mit Klemmleiste und angrenzenden Panzer
platten.
Der in Fig. 1 schematisch als Würfel dargestellte Trag
rahmen steht nur als schematisches Ausführungsbeispiel
stellvertretend für alle möglichen denkbaren Formen eines
dreidimensionalen Gehäuseaufbaus, die sich aus ebenen
Panzerplatten von beliebiger polygonaler Form zusammen
setzen lassen. Gemäß Fig. 2 hat jeder Rahmenholm 1 zwei
zueinander senkrechte Auflageflächen 3 für die zu be
festigenden Panzerplatten und eine im Winkel von 45° ab
geschrägte Befestigungsfläche 5 für eine Klemmleiste. Die
Rahmenholme 1 können relativ leicht ausgebildet sein und
brauchen selbst nicht Panzerfestigkeit aufzuweisen. Sie
sind jedoch im Eckbereich durch ein einstückiges oder
auch zusammengesetztes Eckstück 7 abgedeckt, welches in
diesem Bereich die erforderliche Panzerfestigkeit ge
währleistet.
Unterhalb des Eckstücks 7 stoßen die Rahmenholme 1 mit
auf Gehrung geschnittenen Enden aneinander und können
miteinander und/oder mit dem Eckstück 7 verschweißt sein.
Gemäß Fig. 3 sind auf den Auflageflächen des Rahmenhol
mes 1 die Randbereiche zweier ebener Panzerplatten 9
aufgelegt. Jede Panzerplatte besteht aus einem Verbund
werkstoff, der mindestens eine faserverstärkte Schicht
aufweist. Über der faserverstärkten Schicht, die der
Platte die nötige statische Festigkeit verleiht, können
sich eine oder mehrere weitere, z. B. durch eingelagerte
Teilchen verstärkte Schichten befinden, um die Durch
schlagfestigkeit der Platte zu erhöhen. Am Rahmenholm 1
ist mit Schrauben 11 eine Klemmleiste 13 befestigt,
welche mit ebenen Auflageflächen 15 die äußeren Rand
bereiche der Panzerplatten 9 umgreift und diese gegen
den Rahmenholm 1 festspannt.
Die Ausführungsform nach Fig. 4 unterscheidet sich von
der nach Fig. 3 dadurch, daß die Klemmleiste 13 dicker
ausgebildet ist und zu den Plattenebenen senkrechte
Anschlagflächen 17 aufweist, die eine Zentrierfunktion
ausüben können.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 sind die Panzer
platten 9 stufig ausgeführt, so daß nur ihre innere
Schicht 9′ zwischen dem Rahmenholm 1 und der Klemm
leiste 13 eingespannt ist, während die äußere Schicht 9′′
eine zur Rahmenebene senkrechte Anschlagfläche 19 für
die Klemmleiste 13 bildet.
Die Ausführung nach Fig. 5 ergibt sich gegenüber den
Fig. 3 und 4 ein bündiger Abschluß zwischen Plattenober
flächen und Klemmleisten.
Zur Herstellung gasdichter Gehäuse können in die durch
die Klemmverbindung entstehenden Hohlräume geeignete
Abdichtmittel (nicht dargestellt) eingebracht werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 ist die Klemmleiste
13 als ein Füllstück ausgebildet, welches in eine nach
außen offene Ausnehmung der Panzerplatte 9 eingesetzt
und mit dem Rahmenholm 1 durch eine Schraube 11 verbun
den ist, so daß ein Teil der Panzerplatte 9 zwischen
Füllstück 13 und Rahmenholm 1 festgeklemmt wird. Die
Schraube 11 durchsetzt mit ausreichendem Spiel eine im
Durchmesser größer ausgeführte Bohrung 12 der Panzer
platte 9. Der Rahmenholm 1 weist einen die Stirnfläche
der Panzerplatte 9 und das Füllstück 13 übergreifenden
Flansch 1a auf. Das Füllstück 13 kann sich über die
ganze Länge der Panzerplatte 9 erstrecken, es können
aber auch kürzere Füllstücke in Abständen in entsprechen
de Ausnehmungen der Panzerplatte 9 eingesetzt sein. An
denjenigen Seiten des Gehäuses, die keiner Panzerung
bedürfen, z. B. am Boden, können dünne Abdeck- oder Bo
denplatten, z. B. aus Metall oder ebenfalls aus Kunst
stoff-Verbundmaterial vorgesehen sein, die in einfache
rer Weise, z. B. mittels Senkkopfschrauben 16 an einem
Flansch 1b des Rahmenholms 1 befestigt sein können.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 7 ist die Panzerplatte
9 am Rahmenholm 1 mittels einer Klemmleiste 13 befestigt,
die in einer nach der Stirnseite hin offenen Ausnehmung
der Panzerplatte 9 eingesetzt oder bereits herstellungs
mäßig in die Panzerplatte 9 eingebettet ist. Die Klemm
leiste 9 hat eine Gewindebohrung für die Befestigungs
schraube 11, welche wiederum berührungsfrei die zugehörige
Aufnahmebohrung 12 in der Panzerplatte 9 durchsetzt.
Fig. 8 zeigt einen Schnitt durch den Bereich einer stumpf
winkligen Gehäusekante, bei der zwei Panzerplatten 9 am
Rahmenholm 1 mittels einer Klemmleiste 13 festgeklemmt
sind. Die Klemmleiste 13 trägt ein Füllstück 20, welches
z. B. aus dem gleichen Material wie die Panzerplatten 9
bestehen kann und die Lücke zwischen den Panzerplatten 9
ausfüllt und deren Außenkontur vervollständigt. Das Füll
stück 20 sichert die Beschußfähigkeit auch im Bereich der
Klemmleiste 13. Es kann an der Klemmleiste 13 durch be
liebige Mittel befestigt, z. B. festgeklebt sein.
Fig. 9 zeigt ebenfalls einen Schnitt durch den Bereich
einer stumpfwinkligen Gehäuseecke, bei der zwei Panzer
platten 9 am Rahmenholm 1 mittels in die Panzerplatten
9 eingelassener Klemmleisten 13 und entsprechende
Schrauben 11 festgeklemmt sind. Ein füllstückartiger
Fortsatz 1c des Rahmenholms 1 füllt die Lücke zwischen
den Panzerplatten 9 aus.
Claims (5)
1. Gehäuseaufbau für gepanzerte Fahrzeuge, insbesondere für
militärische Fahrzeuge, mit einem dreidimensionalen, aus Holmen
(1) gebildeten Tragrahmen und einer Vielzahl von ebenen
Panzerplatten (9) aus nichtmetallischem Material, die in ihrem
Randbereich an den Holmen des Tragrahmens befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Panzerplatten
(9) aus einem Material auf der Basis von faserverstärktem
Kunststoff bestehen, und
daß die Panzerplatten (9) mit ihren Randbereichen auf die
nicht selbst panzerfesten Holme (1) des leichten Tragrahmens
von außen aufgelegt sind und die Holme weitgehend überdecken,
und daß die Panzerplatten (9) mittels Klemmleisten (13), die
ihre Randbereiche außen umgreifen oder in ihnen eingelagert
sind, an den Holmen (1) fest eingespannt sind, wobei die Fuge zwischen
benachbarten Panzerplatten (9) durch die Klemmleiste (1)
selbst oder durch ein an dieser oder dem Holm (1) befestigtes
Füllstück (20, 1c) panzerfest abgedeckt oder ausgefüllt ist.
2. Gehäuseaufbau nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rahmenholm (1)
und/oder die Klemmleiste (13) senkrecht zur Ebene der
Platten (9) verlaufende Anschlagflächen für das Zen
trieren der Platten aufweist.
3. Gehäuseaufbau nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß Rahmenholm
(1) und Klemmleiste (13) im Querschnitt symmetrisch zur
Winkelhalbierenden der Ebenen der von ihnen gehaltenen
Panzerplatten (9) ausgebildet und mit in Richtung der
Winkelhalbierenden verlaufenden Befestigungsmitteln mit
einander verbunden sind.
4. Gehäuseaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in den Eck
bereichen des Rahmens panzerfeste Eckstücke (7)
mit dem Rahmenholm (1) verbunden sind.
5. Gehäuseaufbau nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Klemmleiste (13) in
einer Ausnehmung der Panzerplatte (9) als Füllstück auf
genommen und mit dem Holm (1) durch die Panzerplatte (9)
mit Spiel durchsetzende Befestigungsmittel (11) verbunden
ist.
Priority Applications (1)
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| DE19863635741 DE3635741C2 (de) | 1986-10-21 | 1986-10-21 | Gehäuseaufbau für gepanzerte Fahrzeuge, insbesondere für militärische Fahrzeuge |
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