DE3640295C2 - Verfahren zur Vermeidung des Überfärbens von Farbwerken an Druckmaschinen - Google Patents
Verfahren zur Vermeidung des Überfärbens von Farbwerken an DruckmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermeidung des Überfärbens von Farbwerken an
Druckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches.
Es sind aus einem Farbkasten einschließlich Duktorwalze, einem Heber, Farbübertragungs
walzen, Reibzylindern und mit der auf dem Druckformzylinder aufgespannten Druckplatte in
Wirkverbindung stehenden Auftragwalzen bestehende Farbwerke bekannt (DE-OS 15 61 100).
Zur Vermeidung von Einfärbstörungen bei Druckunterbrechungen werden die Auftragwalzen
vom Druckformzylinder abgestellt und die Walzen in Walzengruppen getrennt. Dadurch wird
erreicht, daß das sich im Fortdruck gebildete Farbschichtgefälle auch bei Druckunterbre
chungen weitestgehend erhalten bleibt. Beim Waschen des Farbwerkes mittels einer
Wascheinrichtung wird die Trennung in Walzengruppen aufgehoben.
Des weiteren sind Farbwerke mit dem bereits beschriebenen Aufbau bekannt (DD 124 643),
bei denen im Fortdruck mindestens eine Walzengruppe, die eine Auftragwalze enthält, von
der Farbversorgung getrennt wird. Dadurch ist eine Anpassung an verschiedene Druckauf
träge möglich und Farbschwankungen auf dem Druckträger bei Druckbeginn und Druckun
terbrechungen werden vermieden.
Bei dem Verarbeiten von Druckprodukten mit geringem Farbverbrauch ist bei diesen Farb
werken die Gefahr einer Überfärbung des Farbwerkes, insbesondere im Einrichteprozeß
sehr groß, was zu einer starken Zunahme der Rastertonwerte und damit zu unzulässigen
Einfärbstörungen führt.
Zur Vermeidung des Überfärbens ist es aus der Praxis bekannt, die Maschine zum Abziehen
(Entfernen) der Farbe anzuhalten und ein oder mehrere unbedruckte Bogen im Tippbetrieb
zwischen die Farbwalzen einzuziehen, wobei die unbedruckten Bogen die überschüssige
Farbe aufnehmen.
Nachteilig ist dabei, daß die Stillstandszeiten der Maschine erhöht werden und Makulatur
anfällt. Weiterhin ist nachteilig, daß diese Arbeiten nicht ungefährlich sind, da die Bogen von
Hand in den einlaufenden Walzenspalt eingeführt werden müssen.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Vermeidung des Überfärbens
von Farbwerken an Druckmaschinen, bei dem die Stillstandszeiten der Maschine minimiert
sind und keine Makulatur anfällt.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des einzigen Patentanspruches gelöst.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung ist ein Farbwerk schematisch dargestellt.
Dieses besteht im wesentlichen aus einem Farbkasten 1 mit der darin befindlichen Druckfar
be, einem Duktor 2, zwischen dem und den nachfolgenden Farbzuführwalzen 4 ein Farbhe
ber 3 angeordnet ist. Den Farbzuführwalzen 4 sind ein erster Reibzylinder 5 und zwei Auf
tragwalzen 6, 6' mit einem Plattenzylinder 7 nachgeordnet.
Über Zwischenwalzen 8, 8' wird der erste Reibzylinder 5 mit einem zweiten und dritten Reib
zylinder 5', 5'' sowie über die Auftragwalzen 6'', 6''' mit dem Plattenzylinder 7 verbunden.
Die Zwischenwalzen 8, 8' sowie die Auftragwalzen 6-6''' sind beweglich gelagert.
Der Zwischenwalze 8' ist eine im Maschinengestell drehbar gelagerte Halteleiste 9 zugeord
net. In unmittelbarer Nähe der Halteleiste 9 ist ein Stellmittel, z. B. in Form eines ersten Hy
draulikzylinders 10, angeordnet. Ein Waschrakel 11, verbunden mit einem zweiten Hydrau
likzylinder 10', ist so neben dem dritten Reibzylinder 5'' angeordnet, daß beide in Körper
kontakt bringbar sind.
Ein Schaltarm 12 ist drehbar an der Auftragwalze 6''' sowie dem dritten Reibzylinder 5'' ange
ordnet. Neben dem freien Ende des Schaltarmes 12 ist ein dritter Hydraulikzylinder 10'' am
Gestell befestigt.
Eine Sprüheinrichtung 13 ist in unmittelbarer Nähe des dritten Reibzylinders 5'' angeordnet.
Das Waschrakel 11 und die Sprüheinrichtung 13 erstrecken sich über die gesamte Maschi
nenbreite, wogegen die Stellelemente 9 und 12 beidseitig angeordnet sind.
Die Wirkungsweise ist folgende:
Durch die Drehbewegung des Duktors 2 entgegen der Uhrzeigerrichtung wird ein Farbprofil definierter Dicke auf dessen Oberfläche übertragen. Dieses Farbprofil wird vom hin- und herpendelnden Farbheber 3 auf die Farbzuführwalzen 4 und damit ins gesamte Farbwerk übertragen. Im Farbwerk wird es vergleichmäßigt und zu einem dünnen Film verrieben. Wird nun, bedingt durch das Druckmotiv, sehr wenig Farbe verbraucht, kommt es trotz minimal stem Farbangebot aus der Dosiergruppe, insbesondere im Einrichteprozeß zum Überfärben des Farbwerkes, was durch starke Zunahme der Rastertonwerte sichtbar wird. In diesem Fall werden die Hydraulikzylinder 10, 10'' betätigt, so daß die Auftragwalze 6''' und die Zwi schenwalze 8' abgehoben werden, wobei eine vom Farbwerk getrennte Walzengruppe ent steht. Ihren Antrieb erhält die Walzengruppe vom Reibzylinder 5'', welcher mit von der Ma schine angetrieben wird.
Durch die Drehbewegung des Duktors 2 entgegen der Uhrzeigerrichtung wird ein Farbprofil definierter Dicke auf dessen Oberfläche übertragen. Dieses Farbprofil wird vom hin- und herpendelnden Farbheber 3 auf die Farbzuführwalzen 4 und damit ins gesamte Farbwerk übertragen. Im Farbwerk wird es vergleichmäßigt und zu einem dünnen Film verrieben. Wird nun, bedingt durch das Druckmotiv, sehr wenig Farbe verbraucht, kommt es trotz minimal stem Farbangebot aus der Dosiergruppe, insbesondere im Einrichteprozeß zum Überfärben des Farbwerkes, was durch starke Zunahme der Rastertonwerte sichtbar wird. In diesem Fall werden die Hydraulikzylinder 10, 10'' betätigt, so daß die Auftragwalze 6''' und die Zwi schenwalze 8' abgehoben werden, wobei eine vom Farbwerk getrennte Walzengruppe ent steht. Ihren Antrieb erhält die Walzengruppe vom Reibzylinder 5'', welcher mit von der Ma schine angetrieben wird.
Jetzt wird Waschflüssigkeit auf den Reibzylinder 5'' gesprüht und das Waschrakel 11 mittels
des Hydraulikzylinders 10' an den Reibzylinder 5'' angestellt, wodurch die Wasch
mittel-Farbe-Emulsion abgerakelt wird.
Danach wird die farbfreie Walzengruppe wieder mit dem Farbwerk verbunden, wodurch ein
Schichtdickenausgleich entsteht und sich im gesamten Farbwerk ein dünnerer Farbfilm ein
stellt.
Entsprechend den Erfordernissen kann dieser Vorgang beliebig oft wiederholt werden, wo
durch ein Überfärben des Farbwerkes vermieden wird, ohne die Druckmaschine anzuhalten.
Da mit einer sehr geringen Farbführung gearbeitet wird, ist durch den zeitweiligen Einsatz
von nur drei Auftragwalzen 6, 6', 6'' kein Qualitätsmangel zu verzeichnen, zumal noch der
Hauptfarbstrom von den ersten beiden Auftragwalzen 6, 6' geführt wird.
Selbstverständlich kann die erfindungsgemäße Lösung auch so ausgebildet sein, daß zum
Zwecke des teilweisen Entfernens von Farbe aus dem Farbwerk beliebige Walzengruppen
zu- bzw. abgeschaltet werden, die im Zustand des Walzenwaschens immer vom Walzenver
band getrennt sind.
Es ist auch denkbar, daß im normalen Druckprozeß Reservewalzen mitlaufen, die bei Bedarf
zugeschaltet werden und damit die mittlere Schichtdicke des Farbwerkes reduzieren und
vorübergehend das Farbangebot zum Plattenzylinder 7 reduzieren.
1
Farbkasten
2
Duktor
3
Farbheber
4
Farbzuführwalzen
5, 5', 5''
Reibzylinder
6, 6', 6''
Auftragwalzen
7
Plattenzylinder
8, 8'
Zwischenwalzen
9
Halteleiste
10, 10', 10''
Hydraulikzylinder
11
Waschrakel
12
Schaltarm
13
Sprüheinrichtung.
Claims (1)
- Verfahren zur Vermeidung des Überfärbens von Farbwerken an Druckmaschinen, bei denen die Farbe von einem in einem Farbkasten laufenden Duktor über in Walzengruppen trennba re Farbzuführwalzen, Zwischenwalzen, Reibzylinder und Auftragwalzen auf eine Druckform übertragen wird und an mindestens eine Walze eine Wascheinrichtung anstellbar ist, da durch gekennzeichnet, daß während des Druckbetriebes eine aus mindestens einer Auf tragwalze (6'''), einem Reibzylinder (5'') und einer die Verbindung zu den übrigen Walzen des Farbwerkes realisierenden Zwischenwalze (8') bestehende Walzengruppe durch Tren nung der Auftragwalze (6''') von der Druckform und durch Trennung der Verbindung der Zwischenwalze (8') von den übrigen Walzen des Farbwerkes vom Walzenverband getrennt wird, daß diese abgetrennte Walzengruppe gewaschen wird und daß danach die Walzen gruppe in den Walzenverband durch Aufhebung der Trennungen wieder eingegliedert wird.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: PLANETA DRUCKMASCHINENWERK AG, O-8122 RADEBEUL, DE |
|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: KBA-PLANETA AG, O-8122 RADEBEUL, DE |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: KOENIG & BAUER AG, 97080 WUERZBURG, DE |
|
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |