DE3640929C2 - Anker zum Setzen in Grundbohrungen - Google Patents
Anker zum Setzen in GrundbohrungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Anker zum Setzen in Grundbohrungen von Bauteilen, mit einem
Ankerkörper und einem Spreizelement, wobei das Spreizelement einen zylindrischen und
einen in Setzrichtung daran anschließenden, sich kegelig erweiternden Bereich und der
Ankerkörper eine dem Einlaufen des zylindrischen und kegeligen Bereichs des Spreizelementes
dienende Zentralbohrung aufweist und wobei der Ankerkörper zum setzrichtungsseitigen
Ende hin offene Längsschlitze hat, in die beim Einführen des Ankerkörpers in die
Grundbohrung das sich am Bohrungsgrund abstützende Spreizelement einläuft, und am
setzrichtungsseitigen Ende des Ankerkörpers im Umfangsbereich Schneiden zur Schaffung
einer Erweiterung der Grundbohrung angeordnet sind.
Insbesondere zum Setzen von Ankern in rißgefährdeten Untergrund
ist es bekannt, die Anker unter Eingriff in eine partielle
Erweiterung einer Grundbohrung formschlüssig festzulegen.
Ein aus der EP 0 068 227 bekannter Anker stellt beim Setzvorgang
selbst die Erweiterung der Grundbohrung her. Hierzu
weist ein Ankerkörper am setzrichtungsseitigen Ende im Umfangsbereich
Schneiden auf, welche unter Drehen und gleichzeitigem
Verschieben des Ankerkörpers zum Bohrungsgrund hin radial
ausgelenkt werden. Zum Erzielen dieser Auslenkung weist der
Ankerkörper zum setzrichtungsseitigen Ende hin offene Längsschlitze
auf, wodurch einseitig angelenkte Arme entstehen,
an deren freien Enden die Schneiden angeordnet sind. In die
Längsschlitze ragt ein keilförmiges Spreizelement ein, das
sich beim Setzvorgang am Bohrungsgrund abstützt. So kommt es
beim Einführen des Ankerkörpers in die Grundbohrung zum Auslenken
der Arme mit den Schneiden. Der Setzvorgang ist abgeschlossen,
wenn das setzrichtungsseitige Ende des Ankerkörpers
den Bohrungsgrund erreicht hat. Durch Einbringen einer
aushärtbaren Masse, wie Mörtel, in die Grundbohrung läßt
sich zusätzlich auch ein stoffschlüssiger, sich über die
gesamte Oberfläche der Erweiterung abstützender Verbund
zwischen Anker und Untergrund erzielen.
Beim Setzvorgang unter Drehen des Ankers wirkt dem von außen
in den Ankerkörper eingeleiteten Drehmoment das Drehmoment
entgegen, das durch die Schneidkräfte und durch die als Folge
des Abstützens des Spreizelementes am Bohrungsgrund auftreten
den Reibkräfte entsteht. Dies führt zu einem Verwinden der
Arme in Umfangsrichtung gegenüber dem nicht längsgeschlitzten
Bereich des Ankerkörpers. Das Verwinden wiederum bewirkt ein
undifiniertes radiales Ablenken des Spreizelementes beim
Setzvorgang, was zu einer Funktionsbeeinträchtigung führt.
Ein weiterer Nachteil dieses bekannten Ankers besteht darin,
daß mittels des keilförmigen als Platte ausgebildeten Spreiz
elementes nur zwei einander diametral gegenüberliegende Arme
durch radiale Krafteinleitung ausgelenkt werden können, was
eine hohe Beanspruchung der Schneiden beim Setzvorgang sowie
im Belastungsfalle eine ungünstige Kraftverteilung in der
Erweiterung mit sich bringt.
Ebenso ist aus der DE-OS 30 22 414 A1 eine formschlüssige Verankerung für Leichtbaustoffe
bekannt, bei der eine Spreizhülse in das Grundmaterial eingedrückt wird und anschließend
ein mit Rippen versehener Spreizkörper mit Hilfe einer Holzschraube verspreizt
wird. Dabei kann jedoch je nach Anziehen der Schraube eine unterschiedliche Belastbarkeit
auftreten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Anker zu
schaffen, mit dem sich Grundbohrungen ohne Funktionsbeein
trächtigung erweitern lassen und der Anker zudem zu einer
günstigen Kraftverteilung führt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das
Spreizelement entlang des zylindrischen und sich kegelig erweiternden Bereichs
in die Längsschlitze des Ankerkörpers
einlaufende Längsrippen aufweist, wobei in Setzrichtung die
Dicke der Längsrippen entlang des kegeligen Bereichs zunimmt.
Zum Auslenken der durch die Längsschlitze gebildeten, die
Schneiden tragenden Arme des Ankerkörpers sind im kegelig sich
erweiternden Bereich die in Setzrichtung zunehmende Dicke
aufweisenden Längsrippen vorgesehen. Der kegelig sich er
weiternde Bereich läuft zentrisch geführt in die Zentral
bohrung des Ankerkörpers ein, wobei sich die Innenkontur der
die Schneiden tragenden Arme am kegeligen Bereich des Spreiz
elementes abstützen. Ebenso treten beim Setzvorgang zunehmend
die Längsrippen des Spreizelementes in die Längsschlitze des
Ankerkörpers ein und stützen so die Arme gegenseitig in Um
fangsrichtung ab. Aufgrund der zentrischen Führung des Spreiz
elementes in der Zentralbohrung kommt es beim Setzvorgang
nicht zu einem radialen Verschieben des Spreizelementes.
Zur zusätzlichen Erzielung eines Verbundes zwischen Anker und
Untergrund kann in die Grundbohrung eine aushärtbare Masse
eingebracht werden.
Die Längsrippen weisen entlang der Längserstreckung des Spreiz
elementes vorzugsweise eine gleichbleibende radiale Erstreckung
auf. Die Außenkontur der Längsrippen liegt dabei auf der
Mantelfläche eines zum Spreizelement konzentrischen Zylinders.
Einer der Vorteile dieser Ausbildung ist die einfache Herstell
barkeit des Spreizelementes.
Um in Umfangsrichtung eine maximal mögliche Abstützung des
Ankerkörpers durch die Längsrippen zu erzielen, entspricht
die Radialerstreckung der Längsrippen mit Vorteil dem größten
Durchmesser des sich kegelig erweiternden Bereichs des Spreiz
elementes.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das
Spreizelement vier gleichmäßig über den Umfang verteilte
Längsrippen zum Einlaufen in die Längsschlitze auf. Dadurch
wird eine über den Umfang gleichmäßige Verteilung der Be
lastungskräfte in vier Bereiche erzielt. Zudem erfolgt das
Auslenken der die Schneiden tragenden Arme durch radiale
Krafteinleitung über den kegeligen Bereich.
Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Zeichnung, die
ein Ausführungsbeispiel wiedergibt, näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen ungespreizten Ankerkörper des Ankers
in Ansicht;
Fig. 2 ein Spreizelement des Ankers in Ansicht;
Fig. 3 einen Grundriß des Spreizelementes nach
Fig. 2;
Fig. 4 einen Schnitt durch das Spreizelement nach
Fig. 2, gemäß Schnittverlauf IV-IV;
Fig. 5 den in eine Grundbohrung eingeführten Anker,
ungespreizt;
Fig. 6 einen Schnitt durch den Anker nach Fig. 5,
gemäß Schnittverlauf VI-VI;
Fig. 7 den eingeführten Anker nach Fig. 5 im ge
spreizten Zustand;
Fig. 8 einen Grundriß des gespreizten Ankers nach
Fig. 7.
Der insgesamt mit 1 bezeichnete Ankerkörper ist im wesent
lichen als zylindrischer Formkörper ausgebildet. In Setz
richtung erstreckt sich vom hinteren Ende her ein Außenge
winde 2. Vom setzrichtungsseitigen Ende her ist der Anker
körper 1 durch Längsschlitze 3 in radial ausfederbare Arme 4
unterteilt. Entlang der Arme 4 erstreckt sich eine zylin
drische Zentralbohrung 5, wie dies insbesondere der Fig. 1
entnommen werden kann. Der freie Endabschnitt der Arme 4
weist eine Verdickung 6 auf, an die setzrichtungsseitig eine
linienförmige sich radial erstreckende Schneide 7 angeformt
ist.
Das in Fig. 2 dargestellte, insgesamt mit 8 bezeichnete Spreiz
element weist eine auf einer Zylindermantellinie liegende
Außenkontur auf. Über die gesamte Länge des Spreizelementes
8 erstrecken sich vier in Umfangsrichtung gleichmäßig ver
teilt angeordnete Längsrippen 9. Die Dicke der Längsrippen 9
nimmt etwa ab der Hälfte der Längserstreckung des Spreizele
mentes 8 in Setzrichtung keilartig zu. In dieser Zone mit
zunehmender Dicke der Längsrippen 9 erstreckt sich in Umfangs
richtung zwischen den Längsrippen 9 ein gegenüber der Außen
kontur der Längsrippen 9 radial zurückversetzter kegeliger
Bereich 11. An den kegeligen Bereich 11 schließt sich ent
gegen der Setzrichtung ein ebenso gegenüber der Außenkontur
der Längsrippen 9 radial zurückversetzter zylindrischer
Bereich 12 an. Die Fig. 3 und 4 verdeutlichen die gleich
mäßige Verteilung der Längsrippen 9 sowie deren Ausbildung.
Die Fig. 5 zeigt den aus Ankerkörper 1 und dem in diesen
eingeschobenen Spreizelement 8 bestehenden Anker in einer
zylindrischen Grundbohrung 13 eines Bauteiles 14 aus Beton
oder desgleichen Materials. Das Spreizelement 8 stützt sich
setzrichtungsseitig am Bohrungsgrund 15 ab. Entgegen der
Setzrichtung ragt das Spreizelement 8 mit dem zylindrischen
Bereich 12 in die Zentralbohrung 5 ein, wobei die Längsrip
pen 9 mit dem Abschnitt gleichbleibender Dicke drehschlüssig
in die Längsschlitze 3 eingreifen, wie dies die Fig. 6 ver
deutlicht. Der durch die Verdickungen 6 gebildete Außen
durchmesser des Ankerkörpers 1 entspricht dem Durchmesser
der Grundbohrung 13.
Der nach dem Einführen des Ankers in die Grundbohrung 13
erfolgende Setzvorgang erfolgt unter Drehen des Ankerkörpers
1 bei gleichzeitigem Verschieben desselben gegen den Bohrungs
grund 15 hin. Durch dieses Verschieben des Ankerkörpers 1 in
Setzrichtung gleitet die Innenkontur der Arme 4 entlang des
kegeligen Bereichs 11 des Spreizelementes 8 und es kommt zu
einem Einlaufen der sich verdickenden Zone der Längsrippen 9
in die Längsschlitze 3. Mit zunehmendem Verschieben des
Ankerkörpers 1 in Setzrichtung werden so die Arme 4 fort
schreitend radial ausgelenkt. Die Schneiden 7 tragen dabei
eine kegelförmige Erweiterung 16 aus der Wandung der Grund
bohrung 13 ab. Der Setzvorgang ist abgeschlossen, sobald die
Schneiden 7 das sich am Bohrungsgrund 15 abstützende Ende
des Spreizelementes 8 erreicht haben. Die Arme 4 sind nun
mehr, wie der Fig. 7 entnehmbar, gegen die Wandung der Er
weiterung 16 gelenkt und stützen sich so formschlüssig im
Bauteil 14 ab. Die Hohlräume zwischen dem dieserart gesetzten
Anker und der Wandung von Grundbohrung 13 bzw. Erweiterung 16
können durch eine aushärtbare Masse ausgefüllt werden.
Die Fig. 8 zeigt die durch das Spreizelement 8 radial aus
gelenkten Arme 4 mit den Schneiden 7.
Claims (4)
1. Anker zum Setzen in Grundbohrungen (13) von Bauteilen (14), mit einem Ankerkörper
(1) und einem Spreizelement (8) einen zylindrischen (12)
und einen in Setzrichtung daran anschließenden, sich kegelig erweiternden Bereich
(11) und der Ankerkörper (1) eine dem Einlaufen des zylindrischen (12) und kegeligen
Bereichs (11) des Spreizelementes (8) dienende Zentralbohrung (5) aufweist und wobei
der Ankerkörper (1) zum setzrichtungsseitigen Ende hin offene Längsschlitze (3) hat, in
die beim Einführen des Ankerkörpers (1) in die Grundbohrung (13) das sich am Bohrungsgrund
(15) abstützende Spreizelement (8) einläuft, und am setzrichtungsseitigen
Ende des Ankerkörpers (1) im Umfangsbereich Schneiden (7) zur Schaffung einer Erweiterung
(16) der Grundbohrung (13) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß das Spreizelement (8) entlang des zylindrischen (12) und sich kegelig erweiternden
Bereichs (11) in die Längsschlitze (3) des Ankerkörpers (1) einlaufende Längsrippen
(9) aufweist, wobei in Setzrichtung die Dicke der Längsrippen (9) entlang des kegeligen
Bereichs (11) zunimmt.
2. Anker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Längsrippen (9) entlang der Längserstreckung des Spreizelementes
(8) eine gleichbleibende Radialerstreckung
aufweisen.
3. Anker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Radialerstreckung der Längsrippen (9) dem
größten Durchmesser des sich kegelig erweiternden Bereiches
(11) des Spreizelementes (8) entspricht.
4. Anker nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Spreizelement (8) vier gleichmäßig
über den Umfang verteilte Längsrippen (9) aufweist.
Priority Applications (1)
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1986
- 1986-11-29 DE DE19863640929 patent/DE3640929C2/de not_active Expired - Fee Related
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