DE3642003A1 - Verfahren zur dezentralen abwehr von ueberlastungen in steuereinrichtungen von kommunikations-, insbesondere fernsprechvermittlungsanlagen - Google Patents

Verfahren zur dezentralen abwehr von ueberlastungen in steuereinrichtungen von kommunikations-, insbesondere fernsprechvermittlungsanlagen

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur dezentralen Abwehr von Überlastungen in Steuereinrichtungen von Kommunikations-, insbesondere Fernsprechvermittlungsanlagen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Aus der DE-OS 33 28 574 ist eine Schaltungsanordnung für Fernmeldeanlagen, insbesondere Fernsprechvermittlungsanlagen mit zentralen und/oder teilzentralen informationsverarbeitenden Schaltwerken bekannt. In den Patentansprüchen und der Beschreibung ab Seite 17 werden Maßnahmen beschrieben, die im Falle von starker Belastung des Zentralsteuerwerkes angewendet werden, um den Betrieb der Vermittlungsanlage auch in extremen Situationen aufrecht zu erhalten und Überlastungen abzubauen. Wie aus dem vorherigen Stand der Technik schon bekannt ist, geschieht dies dadurch, daß ein bestimmter Prozentsatz von Anforderungen oder Schaltaufträgen abgewiesen wird.
Um dies zu erreichen sind bei der in der DE-OS 33 28 574 beschriebenen Schaltungsanordnung in den teilzentralen Schaltwerken und/oder in den dezentralen Schalteinrichtungen Speicherschaltmittel vorgesehen, um den Prozentsatz der aufgrund der gerade herrschenden Belastungssituation abzuweisenden Verbindungsanforderungen oder Schaltaufträge zu speichern. Bei den Steuerprozeduren ist für diesen Zweck eine besondere Lastregulierphase vorgesehen, in der jeweils anpassende Änderungen dieses Prozentsatzes vorgenommen werden können. Hierfür wird also zusätzliche wertvolle Steuerungszeit benötigt, und es sind zusätzliche Steuer- und Bemessungseinrichtungen vorzusehen, um die Prozentsätze zu ermitteln und zu den Speicherschaltmitteln zu senden, damit sie eingespeichert werden können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren anzugeben, wobei die zentrale Steuereinrichtung durch die bei einer starken Belastung durchzuführenden Maßnahmen nicht zusätzlich belastet wird, indem der an zentraler Stelle erforderliche Aufwand an Steuerungszeit und zusätzlichen Steuer- und Bemessungseinrichtungen gering gehalten wird. Dabei soll es außerdem möglich sein, Einzelfunktionen in besonderer Weise auch unabhängig von der übrigen Verkehrsbelastung besonders zu berücksichtigen.
Diese Aufgabe wird durch eine Merkmalskombination gelöst, wie sie im Patentanspruch 1 angegeben ist.
Damit wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß die dezentralen Gruppensteuerwerke weitgehend selbständig die zum Erkennen einer Überlast erforderlichen Parameter ermitteln und gezielte Abwehrmaßnahmen einleiten. Durch die verschiedenartigen jeweils einer vermittlungstechnischen oder steuerungstechnischen Funktion zugeordneten Spalten innerhalb der einzelnen Bereiche des Laststatusregisters können die einzelnen Abwehrmaßnahmen für Überlastungen gezielt an der Stelle eingesetzt werden, wo der zu erwartende Effekt am größten ist. Dabei sind auch einzelne periphere Abweisvorgänge durchführbar, ohne daß die zentale Steuereinrichtung irgendwelche Meldungen erhalten muß.
Mit den in den Unteransprüchen angegebenen Weiterbildungen der Erfindung, wird die Effektivität bei der Überlastabwehr in Steuereinrichtungen von Vermittlungsanlagen noch verbessert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 die Zusammenschaltung von Steuereinrichtungen und Anschlußorganen in einer Vermittlungsanlage,
Fig. 2 den Aufbau eines Laststatusregisters.
Bei dem Blockschaltbild über die Zusammenschaltung der Steuereinrichtungen in einer Vermittlungsanlage in Fig. 1 sind mehrere zentrale Steuereinrichtungen IVZ 1 bis IVZn dargestellt, die über einen zentralen Datenkanal ZDK mit informationsverarbeitenden Gruppensteuerwerken IVG 1 bis IVGn zusammenarbeiten. An jedes der Gruppensteuerwerke, z. B. IVG 1 sind mehrere periphere informationsverarbeitende Steuereinrichtungen, z. B. IVP 1.1 bis IVP 1. n angeschlossen. Zum Informationsaustausch dient jeweils ein peripherer Datenkanal, z. B. PDK 1. An jede periphere Steuereinrichtung IVP ist ein Teil der gesamten Anzahl von Anschlußorganen, z. B. AO 1.1 bis AO 1. n angeschlossen, die zu einer Gruppe gehören und von dem zuständigen Gruppensteuerwerk IVG 1 gesteuert werden. In den peripheren Steuereinrichtungen werden die von den Anschlußorganen AO kommenden Zustandsänderungen erkannt und zum Gruppensteuerwerk IVG weitergegeben. In umgekehrter Richtung werden die von dem Gruppensteuerwerk IVG erzeugten Befehle zu den peripheren Steuereinrichtungen IVP geleitet, um dort in spezielle Schaltkennzeichen umgesetzt zu werden. Wenn in einem informationsverarbeitenden Gruppensteuerwerk IVG erkannt wird, daß eine zentrale Steuereinrichtung IVZ angefordert werden muß, so wird der zentrale Datenkanal ZDK belegt und die entsprechende zentrale Steuereinrichtung IVZ adressiert. Diese Einzeladressierung ist in der Zeichnung als Auswahlschalter dargestellt, womit ausgesagt werden soll, daß die von einem Gruppensteuerwerk IVG ausgesendete Information gezielt an eine bestimmte zentrale Steuereinrichtung IVZ gebracht werden kann. Dabei kann es sich auch um einen bestimmten Eingangsspeicher innerhalb einer alle Funktionen bearbeitenden gemeinsamen zentralen Steuereinrichtung handeln.
In ähnlicher Weise arbeiten die peripheren Steuereinrichtungen IVP mit dem jeweils zuständigen Gruppensteuerwerk IVG zusammen. Hierbei ergibt sich eine Vereinfachung, weil prinzipiell nur ein informationsverarbeitendes Gruppensteuerwerk IVG pro Gruppe vorgesehen ist. Auch hierbei ist durch die zeichnerische Darstellung eines Auswahlschalters die Einzeladressierung gezeigt.
Neben der Einzeladressierung von peripheren Steuerein­ richtungen IVP und auch von Gruppensteuerwerken IVG ist sowohl bei den peripheren Datenkanälen PDK 1 bis PDKn als auch beim zentralen Datenkanal ZDK eine Sammeladressierung möglich, wobei Meldungen, die in Richtung zur Peripherie gehen, an mehrere Gruppensteuerwerke IVG oder periphere Steuereinrichtungen IVP zugleich addressiert werden können. Es handelt sich dabei um Meldungen, die für alle Steuerwerke oder Steuereinrichtungen gemeinsam wichtig sind, wobei gleichartige Befehle ausgelöst werden sollen oder Schaltzustände eingestellt werden. Diese Art der Meldungsabgabe in Form einer Sammeladressierung wird, wie später noch beschrieben wird, vorwiegend bei der Einleitung von Überlast-Abwehrmaßnahmen angewendet. In der Fig. 1 ist dargestellt, daß in jedem Gruppensteuer­ werk IVG 1 bis IVGn ein Laststatusregister LSR vorhanden ist, wie es nachfolgend anhand der Fig. 2 näher erläutert wird. Auch in den zentralen Steuereinrichtungen IVZ 1 bis IVZn sind Laststatusspeicher ZLS vorhanden, worin Werte gespeichert sind, die Angaben liefern über die jeweilige Belastung einer zentralen Steuereinrichtung, beispielsweise IVZ 1. Diese in den zentralen Steuereinrichtungen IVZ angeordneten Laststatusspeicher ZLS dienen dazu, die einzelnen Belastungssituationen jeweils den einzelnen Funktionen zugeordnet als Information an die Laststatusregister LSR der Gruppensteuerwerke IVG abzugeben.
Das in der Fig. 2 dargestellte Laststatusregister LSR ist in mehrere Bereiche BZ, BG, BA aufgeteilt und enthält zusätzlich eine Gesamtlaststatusspalte GLS. Jeder Bereich BZ, BG, BA des Laststatusregisters LSR ist in mehrere Spalten SZ 1 bis SZn, SG 1 bis SGn, SA 1 bis SAn unterteilt. In jede einzelne dieser Spalten S wird ein Wert eingegeben, der eine Aussage liefert über die Belastungssituation einer bestimmten Funktions- oder Anschlußorgankategorie.
Wie bereits beschrieben wurde, wird der von den zentralen Steuereinrichtungen IVZ stammende Teil der in das Lststatusregister LSR einzutragenden Information über den zentralen Datenkanal ZDK angeboten. Dieser Teil der Information gelangt in den dafür zuständigen Bereich BZ des Laststatusregisters LSR. Die in diesem Bereich BZ befindlichen Spalten SZ 1 bis SZn sind jeweils bestimmten Funktionen fest zugeordnet, so daß beispielsweise im einzelnen erkannt werden kann, welche Steuerungsfunktionen gerade einen bestimmten Laststatus aufweisen. So kann beispielsweise eine der Spalten SZ 1 zuständig sein für Verbindungsaufbauprozeduren, beispielsweise Wegesuche und ähnliches. Eine andere Spalte könnte für abzubauende Verbindungen vorgesehen sein. Weitere Spalten SZ dieses Bereiches BZ können für zusätzliche Merkmale in Vermittlungsanlagen vorgesehen sein, wie sie in der Fernsprechnebenstellentechnik üblich sind. So kann eine besondere Spalte SZ existieren für Rückfragevorgänge, eine weitere Spalte für Umlegefunktionen, und es können eine oder mehrere Spalten für die zentrale Gesprächsdaten­ erfassung vorgesehen sein. Die Anzahl und die Zuordnung der jeweiligen Spalten SZ hängt selbstverständlich von den Merkmalen ab, die in der betreffenden Vermittlungsanlage verarbeitet werden können und von deren einzelnen Bedeutung innerhalb des gesamten Verkehrsaufkommens.
Im Laststatusregister LSR sind zwei weitere Bereiche BG und BA vorgesehen, bei denen die in die einzelnen Spalten SG 1 bis SGn und SA 1 bis SAn einzutragenden Werte in dem informationsverarbeitenden Gruppensteuerwerk IVG selbst ermittelt werden. Einer dieser zuletzt genannten Bereiche BG ist für die Aufnahme von Informationen vorgesehen, welche die Belastungssituation des eigenen Gruppensteuerwerkes IVG betreffen. Auch die in diesen Bereich BG vorhandenen Spalten SG 1 bis SGn sind einzelnen vom Gruppensteuerwerk IVG durchzuführenden Steuer­ prozeduren zugeordnet, wobei es darauf ankommt, ob Meldungen zu den zentralen Steuereinrichtungen IVZ oder zu den peripheren Einrichtungen IVP abzusetzen sind. Es wird dabei außerdem bei der Zuordnung von Spalten SG 1 bis SGn beachtet, um welchen vermittlungstechnischen Vorgang es sich jeweils handelt, damit unterschieden werden kann, zwischen Anreizen, die voraussichtlich weitere Anreize nach sich ziehen und solchen Anreizen, die einen Übergang in den Ruhezustand zur Folge haben. In den Spalten SG 1 bis SGn des Bereiches BG sind Angaben über die jeweilige Anzahl von Steuerprozeduren eingespeichert, die innerhalb des Gruppensteuerwerkes IVG zur Bearbeitung anstehen. Es können dabei Zähler eingesetzt sein, die bei jedem neu hinzukommenden Anreiz um einen Schritt vorwärts und beim Beenden der jeweiligen Steuerprozedur um einen Schritt rückwärts gezählt werden. Im Bereich BG des Laststatusregisters LSR ist also detailliert aufgeschlüsselt die jeweils aktuelle Belastungsinformation des eigenen Gruppensteuerwerkes IVG abgelegt.
Ein weiterer Bereich BA ist im Laststatusregister LSR vorgesehen, um die Belegungszustände und/oder Belegungsarten der Anschlußorgane AO aufzunehmen. Die in diesem Bereich BA befindlichen Spalten SA 1 bis SAn können bestimmten Anschluorgan-Kategorien und/oder dazugehörigen Belegungsarten zugeordnet werden. So kann in einer Spalte, beispielsweise SA 1 eingetragen sein, wie viele Teilnehmer­ anschlüsse frei, bzw. besetzt sind. Eine weitere Spalte SA kann dafür vorgesehen sein, die Anzahl der Gesprächszustände von Teilnehmeranschlüssen aufzunehmen. Auf die gleiche Weise lassen sich die unterschiedlichen Belegungsarten, beispielsweie kommend/gehend - besetzt, bzw. frei von den verschiedenen Leitungsübertragungen, die in der Fig. 1 ebenfalls als Anschlußorgane AO dargestellt sind, festhalten. Besondere Spalten sind vorgesehen, für die Aufnahme der Anzahl von Verbindungswünschen, die noch nicht zum Gesprächszustand geführt haben. Gerade bei dieser Belegungsart sind weitere Anreize zu erwarten, beispielsweise dadurch, daß durch die abgegebene Wahlinformation Steuerprozeduren ausgelöst werden müssen. Der Inhalt der Bereiche BZ, BG, BA des Laststatusregisters LSR wird vom Gruppensteuerwerk IVG laufend abgefragt, wobei eine individuelle Gewichtung der einzelnen Spalten S stattfindet, indem beispielsweise der jeweiige Inhalt mit einem vorbestimmten Faktor multipliziert wird. Aus den so gewonnenen gewichteten Einzelwerten wird eine Gesamtsumme gebildet, die mit jeweils festgelegten Schwellwerten verglichen wird. Bei diesem Vergleich ergibt sich ein Gesamtlaststatuswert, der in die dafür vorgesehene besondere Spalte GLS eingetragen wird. Dieser Gesamtlaststatuswert ist ein wesentliches Kriterium bei den vom Gruppensteuerwerk IVG selbsttätig einzuleitenden Überlast-Abwehrmaßnahmen. Da der sich aus den gewichteten Einzelwerten zusammen­ gesetzte Summenwert sich laufend ensprechend der sich ändernden Belastung ändert, muß auch der Gesamtlaststatus­ wert immer aktualisiert werden. Ein neuer höherer Gesamtlaststatuswert wird jedoch nur dann in die besondere Spalte GLS eingetragen, wenn der jeweils vorgegebene Schwellwert für eine Lastsatuskategorie überschritten wird. Für die Verringerung des Gesamtlaststatuswertes sind andere Schwellwerte vorgegeben, wobei ein verringerter Gesamtlaststatuswert nur dann eingetragen wird, wenn der jeweils niedrigere Schwellwert unterschritten wird. Es ergibt sich dabei eine Hysteresefunktion, womit erreicht wird, daß innerhalb des Gruppensteuerwerkes IVG nicht häufiger als unbedingt erforderlich Änderungen des Gesamtlaststatuswertes vorgenommen werden, womit dann auch eine Änderung der für die Überlastabwehr vorgesehenen Steuerprozeduren erforderlich wären.
Nachfolgend soll anhand einer Funktionsbeispiele beschrieben werden, wie sich vom Gruppensteuerwerk IVG selbsttätig einzuleitende Überlastabwehrmaßnahmen ergeben.
Bei von Anschlußorganen AO kommenden Neubelegungen wird zunächst der Gesamtlaststatuswert GLS abgefragt. Danach wird entschieden, ob eine sofortige Bearbeitung erfolgen kann (Laststatus 0 oder 1), ob eine verzögerte Bearbeitung möglich ist (Laststatus 2 oder 3), oder ob eine Zurückweisung bzw. Sperrung von Anschlußorganen AO erfolgen muß (Laststatus 4 oder größer). Eine verzögerte Bearbeitung von Anreizen kann erreicht werden, indem ein Sperrbefehl zu einer peripheren Steuerung IVP gegeben und gleichzeitig ein Zeitzähler gestartet wird. Nach dessen Ablauf erfolgt automatisch eine Freigabe der Anreize. Bei einer Sperrung von Anshlußorganen AO (Laststatus 4) erfolgt eine Freigabe erst dann, wenn sich ein niedriger Gesamtlaststatuswert einstellt. Dabei können ganze Teilgruppen, z. B. die von einer peripheren Steuerung IVP bedient werden, vorübergehend abgeschaltet werden.
Eine Verzögerung oder Sperrung von Anreizen kann auch dann ohne Rücksicht auf den Gesamtlaststatuswert GLS erfolgen, wenn in der für diese Belegungsart zuständigen Spalte im Bereich BG des Laststatusregisters LSR ein Wert eingespeichert ist, der oberhalb eines vorgegebenen Grenzwertes liegt.
In Abhängigkeit vom Gesamtlaststatuswert und unter Berücksichtigung der Spalteninhalte in den Bereichen BG und BA des Lststatusregisters LSR wird außerdem festgelegt, welche Arten von Anschlußorganen für eine Verzögerung oder Sperrung von Anreizen in Frage kommen. So können von Verbindungsleitungen oder Amtsleitungen, also von anderen Vermittlungsstellen ankommende Anreize noch freizügig bearbeitet werden, während bei Teilnehmeranschlußorganen bereits Überlastabwehrmaßnahmen eingeleitet sind.
Die Überlastabwehrmaßnahmen insbesondere bei Neubelegungen dienen dazu, weitere als Folge davon entstehende Anreize zu verhindern. Die von Anschlußorganen AO kommenden Neubelegungen verursachen eine Reihe von Folgeanreizen dadurch, daß Wahlziffern abgegeben und verarbeitet werden müssen, daß Verbindungswege geschaltet werden müssen, und daß der gewünschte Anschluß angesteuert werden muß. Mit Überlastabwehr­ maßnahmen wird also erreicht, daß derartige Folgeanreize nicht auftreten, wodurch außer dem Gruppensteuerwerk IVG insbesondere auch die zentralen Steuereinrichtungen IVZ entlastet werden.
Steuerungsanreize, die im Zuge eines Verbindungsaufbaus die Ansteuerung eines Anschlußorgans AO erfordern, werden auch in einer Überlastsituation möglichst verzögerungsfrei bearbeitet, weil nach dem Abschluß eines Verbindungsauf­ baus sich im allgemeinen ein Verbindungszustand (Gesprächszustand) einstellt, der eine längere Zeit andauert, ohne daß mit einer größeren Anzahl von neuen Anreizen zu rechnen ist. Deshalb werden bei Verzögerungen und/oder Sperrungen von solchen Steuerungsanreizen andere Maßstäbe angelegt, indem andere Werte aus dem Laststatusregister LSR zugrunde gelegt werden, als bei den zuvor beschriebenen Neubelegungen.
Mit Hilfe des Laststatusregisters LSR können auch Ergänzungsmerkmale einer Vermittlungsanlage beeinflußt werden. So ist es beispielsweise möglich, in einer Fernsprechnebenstellenanlage das Aufbauen von Ferngesprächen vorübergehend einzuschränken, wenn bereits viele Fernverbindungen bestehen. Durch die Zählung während des Gespräches, insbesondere bei internationalen Fernverkehr kann nämlich der Zweig einer zentralen Steuereinrichtung IVZ, der mit einer zentralen Gesprächsdatenerfassung befaßt ist, stark belastet sein. Dies wird im Laststatusregister LSR an einem Zahlenwert erkannt, der in einer für dieses Merkmal zuständigen Spalte SZ des Bereiches BZ eingetragen ist. Da dieser Wert, der ausschließlich die Belastung der zentalen Gesprächsdatenerfassung angibt, keinen großen Einfluß auf den Gesamtlaststatuswert GLS haben muß, kann dieser Wert direkt für das Einleiten von Überlastabwehrmaßnahmen herangezogen werden. Durch eine zeitweise Einschränkung beim Aufbauen von neuen Fernverbindungen wird dann erreicht, daß keine Engpässe bei der zentralen Gesprächsdatenerfassung für bereits bestehende Verbindungen auftreten, indem eine zusätzliche Belastung ausgeschlossen wird.

Claims (8)

1. Verfahren zur dezentralen Abwehr von Überlastungen in Steuereinrichtungen von Kommunikations-, insbesondere Fernsprechvermittlungsanlagen, wobei neben zentralen Steuereinrichtungen dezentrale informationsverarbeitende Gruppensteuerwerke und periphere Steuereinrichtungen vorgesehen sind, und in den Gruppensteuerwerken Speicher zur Aufnahme von Belastungsinformation vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, daß in den Gruppensteuerwerken (IVG) vorgesehene Laststatusregister (LSR) in mehrere Bereiche (BZ, BG, BA) unterteilt sind, die zentralen Steuereinrichtungen (IVZ), dem eigenen Gruppensteuerwerk (IVG) und den davon steuerbaren Anschlußorganen (AO) zugeordnet sind, daß jeder einzelne Bereich (BZ, BG, BA) aus mehreren Spalten (SZ 1 bis SZn, SG 1 bis SGn, SA 1 bis SAn) besteht, die jeweils einer vermittlungstechnischen oder steuerungstechnischen Funktion, bzw. einer Belegungsart der Anschlußorgane (AO), fest zugeordnet sind, und entsprechende Belastungswerte aufnehmen, daß jede Veränderung des Belastungszustandes der zentralen Steuereinrichtung (IVZ) von dieser an die Gruppensteuerwerke (IVG) gemeldet wird und dort in den zuständigen Bereich (BZ) des Laststatusregisters (LSR) eingetragen wird, daß eine besondere Spalte (GLS) vorgesehen ist, worin der Wert eines Gesamtlaststatus eingetragen wird, welcher durch eine unterschiedlich gewichtete Bewertung der einzelnen Spalten innerhalb der Bereiche (BZ, BG, BA) während der Bearbeitung eines Steuervorgangs durch das Gruppensteuerwerk (IV) selbst ermittelt wird, und daß in Abhängigkeit von dem in der besonderen Spalte (GLS) eingetragenen Gesamtlaststatuswert bestimmte Kategorien von Anschlußorganen (AO) und/oder Steuerprozeduren gesperrt, verzögert oder abgewiesen werden können, um eine Verschärfung von Überlastsituationen zu verhindern und bestehende Überlastungen abzubauen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spalten innerhalb der einzelnen Bereiche (BZ, BG, BA) mindestens zum Teil aus Zählern gebildet werden, die vom Gruppensteuerwerk (IVG) bei jedem neuen Belegungs-, Anreiz- oder Einspeichervorgang um einen Schritt vorwärts und bei jedem Freischalte- oder Ausspeichervorgang um einen Schritt rückwärts gezählt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Eintragung eines höheren Gesamtlaststatus­ wertes in die besondere Spalte (GLS) führende, aus den Spalten gewonnene gewichtete Summe größer ist als der zur Eintragung eines niedrigeren Gesamtlaststatuswert führende Summenwert, womit bei Änderung des Gesamtlaststatuswertes eine Hysteresefunktion bewirkt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei den in den Spalten der einzelnen Bereiche (BZ, BG, BA) befindlichen Werten Grenzwerte festgelegt sind, bei deren Überschreitung ohne Rücksicht auf den Gesamtlaststatuswert gezielte Überlastabwehrmaßnahmen eingeleitet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim Informationsaustausch zwischen zentralen Steuereinrichtungen (IVZ) oder Gruppensteuerwerken (IVG) im Laststatusregister (LSR) gezielt der Laststatus derjenigen Spalte in dem entsprechenden Bereich (BZ, BG, BA) abgefragt wird, die der betreffenden Funktion zugeordnet ist, wobei dann entschieden wird, ob eine Meldung abgegeben oder zurückgehalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Überlastabwehr spezielle besondere Anschlußorgan-Kategorien festgelegt werden, die unabhängig von bereits bestehenden Verkehrs- und/oder Funktionsberechtigungen sind, wobei für die Überlastabwehr relevante, durch Verkehrsbeobachtung ermittelte Gegebenheiten berücksichtigt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Bildung von Anschlußorgan-Kategorien die in einer Vermittlungsanlage bestehenden Berechtigungs­ klassen und/oder Typenkennzeichnungen herangezogen werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei aufgrund besonderer Überlastsituationen einzuleitenden Überlastabwehrmaßnahmen eine Verknüpfung von Berechtigungsklassen und/oder Typenkennzeichnungen mit den speziell für die Überlastabwehr festgelegten zusätzlichen Klassifizierungen vorgenommen wird.
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